Die Kinder aus Bullerbü – heute und früher

Habt ihr auch auf manche Bücher aus der Kindheit als Erwachsene auf einmal eine ganz andere Sicht? Manches, was man früher geliebt hat, ist auf einmal gar nicht mehr so wunderbar oder man entdeckt auf einmal den Zauber eines Buches, der einem als Kind verwehrt blieb?

Ich habe diese Erfahrung ein wenig bei den Kindern aus Bullerbü gemacht. Ja, ausgerechnet bei Büchern meiner Lieblingsautorin Astrid Lindgren. Als junge Erwachsene habe ich von anderen Erwachsenen ab und zu gehört, dass sie auf einmal ganz verwundert festgestellt hätten, wie langweilig eigentlich die Kinder aus Bullerbü seien. Das hätten sie als Kind ganz anders wahrgenommen, aber jetzt könnten sie die Bücher kaum noch lesen. Ich habe nicht viel dazu gesagt, sondern mir nur gedacht, dass das doch gar nicht sein könne. Das sind doch ganz tolle Bücher, geschrieben von Astrid Lindgren. Allein ihre Art zu schreiben, macht die Bücher zu etwas Besonderem.

Erwachsene und Kinder erleben Bücher unterschiedlich

Nun habe ich vor einiger Zeit meinem Sohn die Kinder aus Bullerbü vorgelesen. Und wisst ihr, was ich beim Vorlesen gedacht habe? Hoffentlich langweilt er sich nicht. So wirklich viel passiert ja nicht gerade. Aber das erstaunliche und wunderbare ist, dass mein Sohn sich überhaupt nicht gelangweilt hat. Er mochte die Bücher gerne, fand manche Stellen sogar ziemlich aufregend und spannend. Und daran merkt man tatsächlich, dass Astrid Lindgren eine Schriftstellerin für die Kinder war. Sie wusste, was Kindern wichtig ist und was sie interessiert.

Das Leben auf Bullerbü im Laufe der Jahreszeiten

In den Büchern von den Kindern aus Bullerbü wird aus dem Alltag der Kinder dreier Höfe berichtet. Lisa und ihre Brüder Lasse und Bosse wohnen zwischen Inga und Britta auf der einen Seite und Ole und seiner kleinen Schwester Kerstin auf der anderen Seite. Sie leben sehr ländlich und zu einer anderen Zeit. Wann genau die Geschichten spielen, kann ich nicht sagen, aber die Schule und das Leben auf dem Land unterscheiden sich deutlich von dem Leben heute. Zwar müssen die Kinder ab und zu auf dem Feld leben, sie gehen zu Fuß einen langen Weg zur Schule, aber sie leben sehr unbeschwert und glücklich. Sie haben sich gegenseitig zum Spielen. Immer ist jemand da, mit dem man etwas unternehmen kann. In den Büchern wird von ihren Spielen und den Festen des Jahres erzählt. Mal werden Hummer gefangen, mal muss ein  Kind von seinem Wackelzahn erlöst werden, mal verstecken sich die Kinder im Heu und erschrecken sich gegenseitig und mal spielen sie der Lehrerin in der Schule einen Streich. Es geht alles recht harmonisch und unaufgeregt zu, aber es ist die fantasievolle und lebendige Welt der Kinder, was vermutlich auf die zuhörenden Kinder anziehend wirkt. Sie erkennen vielleicht das eine oder andere aus ihrem Alltag wieder. Sicherlich kann man ein heutiges Kinderleben nicht unbedingt mit dem Leben der Kinder aus Bullerbü vergleichen, aber die Lust am Spielen mit Freunden besteht auch heute noch. Freundschaft ist auch für heutige Kinder ein wichtiges Thema.

Mädchen und Jungen in Bullerbü

Mir ist es auch erst jetzt beim Vorlesen aufgefallen, dass die Kinder in dem Buch sich häufig aufteilen. Die Mädchen und die Jungen bleiben immer  mal wieder  unter sich und es fallen Sprüche a la „Das ist nichts für Mädchen“. Davon lassen sich die Mädchen zwar nicht unbedingt beeindrucken, aber diese Sichtweise herrscht in dem Buch dennoch immer wieder vor. Ich fand es gar nicht so gut, meinem Sohn solche Sätze vorzulesen, denn ich wusste nicht, ob er versteht, dass das nur Sprüche sind oder ob er so etwas ernst nimmt, aber lustigerweise waren das mal wieder nur so erwachsene Gedanken. Mein Sohn fand jedenfalls die Mädchen in dem Buch cooler und schlauer als die Jungen, wobei er auch von dem frechen Lasse fasziniert war.

Ja, die Kinder aus Bullerbü wirken auf Erwachsene längst nicht mehr so spannend und schön wie auf Kinder, aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen, diese Bücher vorzulesen, denn die Kinder mögen sie. Und es ist doch schön, wenn man ihnen eine Welt voller Spiel und Spaß in der Kindheit präsentieren kann. Vielleicht werden die eigenen Kinder durch die Bücher ja auch zu dem einen oder anderen Spiel angeregt.

Da es in den Büchern einmal durch die ganzen Jahreszeiten geht, lassen sich die Bücher das ganze Jahr über lesen. Trotzdem habe ich gerade jetzt im Sommer an sie gedacht, da sich bei den Kindern aus Bullerbü so viel draußen abspielt. Hoffentlich nehmen sich die heutigen Kinder daran ein Beispiel (und die Eltern auch, denn diese müssen den Kindern dazu den Freiraum ermöglichen).

Die Kinder aus Bullerbü (Gesamtausgabe) von Astrid Lindgren, illustriert von Ilon Wikland, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-2945-2, 16,90€

 

 

Ein Album zur Einschulung

Dieses Jahr kommt mein Großer in die Schule. Das ist unglaublich spannend, wobei ich glaube, dass die Mama fast aufgeregter ist als das Kind. Nun ja, ich muss mir ja auch im Vorfeld einige Gedanken um den großen Tag machen. Nicht zuletzt grüble ich darüber nach, was in die Schultüte hinein kommen bzw. was es zur Einschulung geben soll.

Letztendlich werde ich mich wohl für verschiedene Kleinigkeiten sowie ein paar Bücher entscheiden. Eine sehr schöne Idee für den Schulanfang finde ich aber auch ein passendes Album, das einen immer an diesen besonderen Tag erinnern wird. Gut gefällt mir hier „Hurra, ich bin ein Schulkind! Mein Album zum Schulanfang 2017“ aus dem Eulenspiegel Verlag. Außerdem gibt es aus dem Verlag Album das kleine Büchlein „Mein lustiges Tier-ABC“.

So bin ich bei der Einschulung

Hurra, ich bin ein Schulkind“ ist kein Album, welches einen im ganzen ersten Schuljahr begleitet und in das man z.B. etwas zu den einzelnen Fächern eintragen kann. Hier wird wirklich festgehalten, wie das Leben des Kindes rund um die Einschulung war. So sind persönliche Sachen wie „Mein Lieblingstier“ oder „Was ich gern mache“ einzutragen, wobei die Felder alle so groß sind, dass die Kinder die Antworten auch malen können, denn in der Regel können sie ja zur Einschulung noch nicht schreiben. Von der Familie können Fotos eingeklebt werden, ein Stundenplan ist zum Eintragen vorhanden und man kann ein paar Angaben zur Klasse und dem Schulweg machen. Außerdem darf natürlich gemalt werden, was in die Schultüte drin war und was in den Schulranzen (hier wird das Wort „Mappe“, was nicht überall gebräuchlich ist verwendet) hineingehört und das Kind darf zeigen, dass es seinen Namen und ein paar Zahlen schreiben kann. Darüber hinaus ist genügend Platz für Fotos von der Einschulung. Die übrigen Seiten werden mit einem Tier-ABC, Gedichten und einem Suchbild gefüllt. Alles ist bunt und fröhlich illustriert.

Manch einer ist vielleicht enttäuscht darüber, dass man hier nicht allzu viel über die Schule eintragen kann, aber letztendlich muss man doch zugeben, dass ein Album mit vielen Fragen und Seiten häufig nicht vollständig ausgefüllt wird. Außerdem soll dies ja auch ein Album für das Kind sein, welches nun erst beginnt lesen und schreiben zu lernen. Mir gefällt die Reduzierung auf die wenigen Angaben und die Mischung mit Gedichten zur Schule sehr gut.

Hurra, ich bin ein Schulkind! Mein Album zum Schulanfang 2017, illustriert von Katharina Knebel, Eulenspiegel Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3-359-01728-8, 12,99€

Reime von A-Z

Vielleicht kann man zusätzlich dann noch „Mein lustiges Tier-ABC“ schenken. Dies ist ein kleines Büchlein, das ebenfalls ein rotes Cover hat. Die Bilder stammen zwar von einer anderen Illustratorin, aber einige der Verse findet man auch in dem Album wieder. Zu jedem Buchstaben gibt es hier Reime zu Tieren. Außerdem können die Kinder hier selber die Buchstaben (einmal den großen und einmal den kleinen) in vorgesehene Kreise schreiben. Teilweise wurden bei den Buchstaben Wörter mit unterschiedlich klingendem Laut (z.B. Igel und Iltis – langer und kurzer Vokal) verwendet. Dies ist aber leider nicht immer der Fall. Dennoch gefällt mir dieses Buch als kleine Aufmerksamkeit für den Schulanfang gut. Man kann es natürlich auch unabhängig von dem Album schenken. Dank seines kleinen Formats passt es auch prima in die Schultüte hinein.

Mein lustiges Tier-ABC von Beate Hellbach und Karoline Grunske, Eulenspiegel Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3-359-01731-8, 5€

Kinderbuchchallenge auf Instagram

Auf Instagram lief im Monat Mai eine spannende Kinderbuchchallenge, die von @mintundmalve (Blog) und @kakaoschnuten (Blog) veranstaltet wurde. Jeden Tag war ein anderes Thema vorgegeben, zu dem man ein oder mehrere Bücher posten konnte. Diese Challenge hat unglaublich viel Spaß gemacht und deshalb möchte ich euch auch hier auf meinem Blog gerne meine Bilder für die Challenge zeigen. Die Challenge ist jetzt zwar schon eine Weile her, aber so kann man noch einmal schön drauf zurückblicken und vielleicht ist ja der eine oder andere gute Tipp für euch dabei.

Im Jahreslauf

Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich Bücher zu den Jahreszeiten sehr gerne mag und so habe ich auch schnell eine kleine Auswahl für das Foto zusammengesucht:

Tierisch

Zu diesem Thema gibt es jede Menge Bücher. Ich habe mich für ein Buch entschieden, was mich gerade im Moment sehr beeindruckt:

Familie

Hier fand ich „Das Familienbuch“ einfach sehr passend:

Skandinavisches

Ja, Skandinavisches ist natürlich MEIN Thema. Da habe ich eine ganze Menge. Ich habe versucht, ein paar Bücher auszusuchen, die für mich viel von meinem Gefühl von Skandinavien wiedergeben. Dazu gehört Stockholm, der schwedische Sommer, aber auch der Winter, Michels Leben in Småland, die Trolle, Köttbullar und Kanelbullar (Zimtschnecken) und natürlich noch vieles mehr. Hier ist aber schon mal eine kleine Auswahl zu sehen:

Erstleser

Früher hatte ich das Gefühl, dass Erstlese-Bücher eher langweilig sind. Mittlerweile gibt es aber einige gute Bücher in dieser Kategorie. Stellvertretend dafür stelle ich euch die Bücher aus der Reihe Tulipan ABC vor:

Sport

Als erstes fiel mir das Sportwimmelbuch „Kicken, Kopfstehen, klettern“ ein. Später habe ich dann noch schnell ein Foto von Fußballbüchern aller Art gemacht.

Magisch

Auch hier: Erst habe ich mit „magisch“ die Zauberin Zilly verbunden, aber von dieser Zauberin bin ich dann noch auf Petronella Apfelmus gekommen, die einfach so toll ist, dass sie hier auch noch ihren Platz finden musste.

Wasser

Dieses schöne Buch haben wir mal bei einem Gewinnspiel auf dem Blog Küstenkids unterwegs gewonnen und es passt doch hervorragend zum Thema Wasser. Später habe ich dann noch ein Bild von „Ebbe und Flut“ (Willegoos Verlag) hinzugefügt, da es mir noch einfiel und ich das Buch einfach sehr gut finde.

Verliebt

Der Klassiker: Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? Ja, es geht um die Liebe zwischen Elternteil und Kind, aber dieses Buch wird doch auch häufig unter Verliebten verschenkt.

Damals

Bei einem Kind wie Bücherwürmchen bleibt es einem gar nichts anderes übrig, als zu diesem Thema eine riesige Sammlung zu haben – Sachbücher, Ritter Trenk,  Almas geheimer Garten, Griechische Sagen, alles ist dabei:

Später habe ich dann noch Bücher von damals  hinzugefügt, also Bücher, die schon seit Ewigkeiten (von meinen Eltern) im Bücherregal stehen:

Phantastisches

Hier gab es von mir zum einen „Die Gorgel“ und „Die Wichtelreise“ und zum anderen das Buch zur Wichteltür:

Gereimt & Gesungen

Ich liebe Bücher mit Kinderliedern und Gedichten. An solchen Büchern kann ich kaum vorbei gehen und so musste ich auch zu diesem Thema mehrere Bilder posten…

Ich und Du

Hier fand ich das geniale Buch „Ich groß – du klein“ absolut treffend:

Draußen

Eine kleine Sammlung verschiedener Bücher, die etwas mit der Natur zu tun haben – von Wimmelbuch bis Naturführer ist hier alles dabei:

Klassiker

Zu diesem Thema gibt es natürlich auch unzählige tolle Bücher. Ich habe mich für eine Reihe entschieden, die hier lange Zeit sehr, sehr beliebt war:

Bettbegleiter

Wir lesen abends lauter verschiedene Bücher, aber wir haben dennoch einige Bücher, die sich mit dem Thema direkt beschäftigen:

Vielfalt

Bücherwürmchen hat später noch ein Bild von dem Wimmelbuch der Weltreligionen gefordert, aber diese Bücher sind mir als erstes eingefallen:

Verkehr

Selbst zu diesem Thema habe ich letztendlich einiges gefunden:

Ritter & Prinzessinnen

Ja, Ritter sind hier sehr beliebt, aber von Prinzessinnen haben wir zumindest ein paar Pixibücher:

Mutig

Ängste können überwunden werden:

Heldinnen

Klar, bei Heldinnen fällt einem als erstes Pippi Langstrumpf oder eine der anderen weiblichen Hauptfiguren von Astrid Lindgren ein. Die sind bei mir zum Teil hier natürlich auch vertreten, aber ich habe noch ein paar andere Heldinnen dazu gestellt:

Dann habe ich bei einem anderen Teilnehmer ein Bild zu Astrid Lindgren gesehen und da musste ich einfach noch ein weiteres Bild machen, denn klar, Astrid Lindgren ist meine Heldin in der Kinderbuchwelt:

Kriminalistik

Hier bot sich mein Bild vom Detektivtag geradezu an:

Große Fragen

Für Kinder sind verschiedene Fragen wichtig, u.a. auch, wann endlich der Geburtstag ist. Und „Warum?“ ist natürlich ganz besonders beliebt. Ich habe aber auch philosophische Bücher dabei und Bücherwürmchen hat „Frederick“ dazugestellt, weil die anderen Mäuse ihn ja immer etwas fragen:

Pappe

Wir haben ganz viele Pappbilderbücher. Und auch ganz viele tolle Pappbilderbücher. Ich habe versucht viele verschiedene vorzustellen, aber hinterher habe ich gemerkt, dass z.B. gar kein Buch mit Fühlelementen oder Geräuschen dabei ist…

Außerirdisch

In diesem Bereich sind wir noch nicht so gut ausgestattet. Die vielen Bilder anderer Teilnehmer vom kleinen Prinzen haben mich dann noch dazu gebracht, das Sternenglöckchen noch zu zeigen.

Wissen

Als Hintergrund habe ich unserer Wieso? Weshalb? Warum?-Bücher genommen und dann habe ich einfach ein paar Bücher zu verschiedenen Wissensthemen dazugestellt: Musik, die Welt, Kunst, Rekorde…

Freunde

Viele schöne Freundegeschichten:

Heimat

Heimat – gar nicht so leicht zu definieren. Ich habe mich dafür entschieden, dass meine Heimat mein Zuhause auf der Welt in Deutschland ist, einem Dorf in der Eifel südlich von Aachen:

Alltagshelden

Für mich gehört dazu auf jeden Fall die Feuerwehr und die Post:

Große Gefühle

Schöne und nicht so schöne Gefühle, Liebe und Wut, Liebe zwischen Eltern und Kind:

Herzensbücher

Ja, ein Bild von meinen Herzensbüchern habe ich natürlich auch gezeigt, aber das zeige ich euch jetzt hier nicht, denn dazu möchte ich gerne einen Extra-Beitrag schreiben… Der kommt dann aber auch ganz bald. Versprochen!

 

Faszinierende Tierwelt mit poetischen Texten

Vor ein paar Jahren hat mich bereits das Buch „Mein erstes großes Buch von der Natur“ begeistert. Ein wunderschönes Buch, welches man sich einfach immer wieder gerne anschaut. Die Bilder sind toll und die Texte in einer schönen, klingenden Sprache geschrieben. Und nun gibt es das Buch „Mein erstes großes Buch der Tiere“ im gleichen Stil. Und ich glaube, ich finde es sogar noch ein bisschen besser.

Beeindruckende Bilder

Die Bilder der Tiere, die hier gezeigt werden, sind unglaublich beeindruckend. Jedes Mal beim Anschauen staunt man wieder über die wunderschönen Tiere, die einen ganz tief berühren. Man möchte beinahe jubeln über die Wunder des Lebens. Hinzu kommen poetische Texte, die uns die Tiere oder eine Eigenschaft der Tiere ein wenig genauer vorstellen. Die Texte sind in einer ganz besonderen Form als eine Art Gedichte (mit und ohne Reime) verfasst, aber dennoch sind sie nicht einfach nur zum Genießen, sondern sie vermitteln einem auch durchaus interessante Details und Wissen. Vor allem aber wird einem dabei die Vielfalt der Tierwelt wieder einmal bewusst und man kann dieses Buch einfach nur staunend zu klappen um es dann ganz schnell wieder zu öffnen und sich noch einmal die tollen Bilder und den einen oder anderen Texte zur Gemüte zu führen.

Besonderheiten der Tiere

Bei den Wölfen wird ihr Geheule thematisiert – genau der Punkt, den Kinder auch faszinierend finden. Der Biber baut natürlich einen Damm, aber wir dürfen auch einen Blick in die spannende Behausung der Ameisen werfen. Die Käfer überzeugen in ihrer Vielfalt mit bunten Farben und unterschiedlichen Formen und bei den Zebras wird die Frage aufgeworfen, ob die Streifen schwarz auf weiß oder weiß auf schwarz sind. Die Quallen lassen sich im Strom treiben, die Störche haben wieder einen Platz im Land gefunden und die Seepferdchenväter kümmern sich um den Nachwuchs. Große und kleine Tiere, bekanntere und exotische – ganz verschiedene Tiere haben Eingang in dieses Buch gefunden. In dieses faszinierende Buch über die Tierwelt. Ein Buch, welches Groß und Klein (ab circa 6 Jahren) immer wieder gerne anschauen.

Mein erstes großes Buch der Tiere von Nicola Davies und Petr Horacek, übersetzt von Ebi Naumann, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-0126-5, 25€

Wer war Martin Luther? – Lilly und Nikolas auf Suche nach Antworten

Dieses Jahr ist Luther-Jahr – die Reformation ist nun 500 Jahre her. Auf vielfältige Art und Weise beschäftigt man sich dieses Jahr mit Luther, seiner Person und sein Wirken. Auch für Kinder ist Luther eine interessante Persönlichkeit, über die sie mehr in dem Buch „Der neugierige Junge, der die Welt erschütterte – Lilly und Nikolas auf Luthers Spuren“ erfahren können.

Lilly und Nikolas unternehmen mit ihren Eltern viele spannende Reisen, auf denen sie ihre Leser zu verschiedenen Ausflugszielen mitnehmen und manchmal noch das eine oder andere Geheimnis aufdecken. Diese Bücher sind eine tolle Reiselektüre, wenn man beabsichtigt an einem dieser Orte Urlaub zu machen. Das Buch über Luther fällt hier ein bisschen aus der Reihe. Auch hier begeben sich Lilly und Nikolas vor Ort (also in Eisleben, Eisenach, Wittenberg etc.) auf Spurensuche, aber dieses Buch ist auch eine interessante Lektüre, wenn man diese Reise nicht selber erlebt. Und da es hier um Martin Luther geht, stehen auch Museen und Wissen im Vordergrund und nicht Abenteuerspielplätze, Zoos oder ähnliches. Hier erfährt der Leser einfach jede Menge über Luthers Leben, über seine Familie, sein Leben und seine religiösen Ideen bzw. sein Wirken. Und natürlich ist alles kindgerecht und verständlich geschrieben.

Von Eisleben bis nach Wittenberg

Da Lilly und Nikolas bei einem Theaterstück Katharina von Bora sowie Martin Luther spielen sollen, beschließt die Familie kurzerhand im Vorfeld gemeinsam ein wenig über diese beiden Personen herauszufinden. Sie beginnen in Eisleben, der Stadt, in der Luther geboren wurde, wo sie u.a. die Kirche sehen, in der Luther getauft wurde, und in das Geburtshausmuseum gehen. In Mansfeld hat Martin Luther seine Kindheit verbracht, worüber es ebenfalls etwas in einem Museum zu erfahren gibt. Die Suche führt die Familie aber auch nach Erfurt zum Augustinerkloster und natürlich zur Wartburg in Eisenach und zum Lutherhaus in Wittenberg. Überall erfahren die Kinder viele Details aus Martin Luthers Leben und aus der Zeit Martin Luthers. In den Museen bekommen sie die Erklärungen von netten Museumspädagogen, aber auf der Fahrt erzählt auch die Mutter den Kinder so einiges.

Kinder können in diesem Buch viel über Luther und darüber, warum es eine evangelische und eine katholische Kirche gibt, erfahren. Gerade diese historische Seite des Ganzen finden Kinder häufig sehr interessant und letztendlich würden sie nach der Lektüre natürlich die Orte am liebsten selber aufsuchen. Und viele Orte oder Gebäude würden sie dabei direkt widererkennen, denn Sabrina Pohle hat in ihren farbigen Illustrationen vieles sehr realistisch dargestellt. So kann man sich die Reise und das, was die Familie zu sehen bekommt, auch gut vorstellen, wenn man leider nicht die Möglichkeit hat, die Reise selber zu unternehmen.

Positives Bild von Martin Luther

Meines Erachtens bekommt man hier einen sehr guten ersten Einblick in das Thema Martin Luther, so dass sich dieses Buch oder Ausschnitte daraus durchaus für den Schulunterricht eignen. Bei der Lektüre habe ich allerdings gedacht, dass Martin Luther hier sehr positiv wegkommt. Kurz vor Ende des Buches gibt es dann aber einen kleinen Hinweis darauf, dass es aus heutiger Sicht so wirkt, dass er etwas gegen bestimmte Gruppen habe. Hm, wahrscheinlich sollte das bei einem Kinderbuch genügen und alles andere würde den Rahmen sprengen, aber vielleicht wären zwischendurch ein paar kritischere Töne – bei all dem Guten, was Martin Luther getan und bewirkt hat – doch angebracht gewesen. Dennoch ist dies ein gutes Buch, um Kindern zu zeigen, um wen und um was es eigentlich geht, wenn ständig vom Lutherjahr gesprochen wird. Insgesamt eine sehr informative und gleichzeitig unterhaltende Lektüre – auf jeden Fall zu empfehlen, insbesondere dieses Jahr.

Der neugierige Junge, der die Welt erschütterte – Lilly und Nikolas auf Luthers Spuren von Jörg F. Nowack, illustriert von Sabrina Pohle, Biber & Butzemann Verlag, ISBN: 978-3-95916-024-7, 14,50€

Pixi Wissen: Kurze, interessante Sachtexte

Heute möchte ich euch nun das Pixi-Buchformat vorstellen, dass meines Erachtens perfekt in jede Grundschulklasse passt: Pixi Wissen.

Die Pixi-Wissen-Bücher richten sich an Grundschulkinder und nicht wie die klassischen Pixibücher an Kindergartenkinder, deshalb hatten wir bisher auch noch keine Bücher davon. Aber nun haben wir welche und ich bin wirklich begeistert von ihnen.

Bücher, nach denen Kinder greifen

Sie sind vom Format her etwas größer als die klassischen Pixibücher, haben etwas mehr Seiten und kosten einen Euro mehr. Sie sind aber immer noch so günstig, dass man mit ihnen schnell eine abwechslungsreiche und informative Klassenbibliothek eingerichtet hat, die auch nicht viel Platz benötigt. Ein weiterer Vorteil ist, dass jedes Buch eine eigene ISBN hat und somit auch einzeln bestellt werden kann.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die gerade lesen gelernt haben, sich manchmal trotz guter Lesekenntnisse nicht an dickere, größere Bücher heranwagen. Die kleinen Pixibücher nehmen sie aber fast automatisch in die Hand, blättern darin herum, lesen eine Überschrift, die sie spannend finden und dann wird auch schon der dazugehörige Text gelesen.

Besonders gut funktioniert dies bei den Pixibüchern, die aus einer Kooperation mit der Zeitschrift „Warum!“ entstanden sind. Wir haben davon die Bücher „Unsere Tiere“ und „Unser Wald“. Es sind nicht unbedingt die Lieblingsthemen von Bücherwürmchen, vor allem nicht in Vergleich zu den Pixis „Dinosaurier“ oder „Burgen“, aber dennoch hat er sich als erstes mit diesen Heftchen ausführlich beschäftigt. Die gestellten Fragen, die hier die Überschriften darstellen, machen einfach auf die Antworten neugierig.

Wissensvermittlung mit Rätseln

Es gibt auch einige Pixibücher, die eine „Wissen macht Ah!“-Doppelseite enthalten, wobei ich diese Seite jetzt nicht unbedingt so besonders finde. Insgesamt finde ich aber, dass die Pixi Wissen-Bücher unglaublich viele Informationen auf den wenigen Seiten in kurzen Texten bereit halten, die für Grundschulkinder verständlich sind. Das neugelernte Wissen kann man dann am Ende sogar häufig noch in einem Quiz überprüfen. Außerdem werden wichtige Wörter noch einmal in einem Lexikon erklärt und teilweise gibt es sogar noch eine Rätselseite (bei den Büchern, bei denen es nicht die Wissen macht Ah!-Seite gibt). Auch das ist in Hinsicht auf die Leseförderung in der Grundschule sicherlich positiv zu bewerten, macht Kinder in der Regel aber auch viel Spaß.

Im Weiteren gibt es innerhalb der Pixi Wissen-Bücher auch noch die Bücher, die uns zu einem bestimmten Thema „100 mal Wissen und Staunen“ lassen. Hier werden 100 Fakten zu einem Thema kurz erklärt. Bei dem Pixi-Buch „Die Erde“ gibt es z.B. den Punkt „Jede Menge Seen“ (Kanada ist das Land mit den meisten Seen“ oder unter „Höhenflug“ wird erwähnt, dass die Streifengänse die höchste Flughöhe eines Vogels erreichen.

Große Themenvielfalt

Es gibt also selbst unter den Pixi Wissen-Heftchen einige Unterschiede: Pixi Wissen – Einfach gut erklärt, Pixi Wissen in Kooperation mit „Warum!“, Pixi Wissen mit „Wissen macht Ah!“ und Pixi Wissen „100 mal Wissen und Staunen“. Aber alle diese Hefte eigenen sich für die Grundschule gleichermaßen. Sie sind alle interessant, informativ, reichlich bebildert und verständlich. Es gibt sie zu beinahe allen Themen, die für Kinder in diesem Alter interessant sind: Bücher zu Natur und Tieren, Bücher zu geschichtlichen Themen, Bücher zur Erde und Geografie, Bücher zu Technik und Raumfahrt etc.

Eine weitere Reihe innerhalb der Pixi Wissen-Bücher ist „Basiswissen Grundschule“. Hier erfährt man zum einen etwas über das Lernen und den Schulalltag allgemein und zum anderen gibt es hier auch Bücher zu verschiedenen Fächern, z.B. „Lernspiele Mathe“. Ich weiß  nicht, ob Kinder an diesen Büchern zu Hause sonderlich viel Spaß haben (was sie an den anderen Pixi Wissen-Büchern definitiv haben), aber in der Schule können sie sicherlich das Freiarbeitsmaterial gut ergänzen.

Etwas aus dem Rahmen fallen meines Erachtens Hefte wie „Spiele für draußen“ oder „Papierflieger“ o.ä. Solche Themen würde ich persönlich nicht unter dem Begriff „Pixi Wissen“ erwarten, aber die Bücher an sich sind durchaus empfehlenswert. Hier kann man auch z.B. für Kindergeburtstage das eine oder andere Spiel finden.

Ich mag die klassischen Pixibücher gerne und wir haben eine riesige Sammlung, aber von den Pixi Wissen-Büchern bin ich fast noch begeisterter. Hier hat man so schnell ein paar kurze Sachtexte zu den verschiedensten Themen zusammen. Gerade in der Schule lassen sie sich vielfältig einsetzen, aber auch zu Hause ist eine solche Bibliothek aus kleinen, interessanten Büchlein eine tolle Sache

Pixi Wissen, Carlsen Verlag, 1,99 € pro Buch

My Frix Book: Hier werden die Bilder lebendig

Vielleicht habt ihr schon mitbekommen, dass unsere Kinder bisher kaum etwas mit Fernsehen, Computer und Smartphone zu tun hatten. Aber natürlich wissen wir auch, dass Kinder lernen müssen, mit diesen Dingen umzugehen, da sie heutzutage zum Alltag dazugehören. Dieses Jahr kommt Bücherwürmchen nun in die Schule und für uns ist dies ein guter Zeitpunkt um ihn langsam in die digitale Welt einzuführen.

Sehr gut für den Start gefällt mir, „My Frix Book“ – ein Malbuch, dessen Geschichten durch eine App zum Leben erwachen. Ich finde einfach das Konzept prima. Die Kinder dürfen mal ans Smartphone und einen Film sehen, aber sie bleiben dabei nicht passiv, sondern sind zunächst feinmotorisch gefragt. Das ist eine schöne Kombination. Die Filmabschnitte sind zudem sehr kurz, so dass sich die digitale Mediennutzung in Grenzen hält. Für Bücherwürmchen finde ich diesen kombinierten Einstieg optimal.

Motivierend: Filzstifte und Film

Das Malbuch wird in einem Set mit einem Frixion Colors 12er Pack geliefert. Allein dass hier mal mit Filzstiften, die man sogar wegradieren kann, gemalt werden darf, war für Bücherwürmchen, der ansonsten mit Buntstiften malt, sehr motivierend. Und dann kommt ja noch die Aussicht auf den Film hinzu. Er hat also direkt begeistert losgelegt. Allerdings merkte er schnell, dass man auf jeder Seite eine ganze Menge anmalen muss und die Lust sank schnell. Da reichte auch nicht mehr die Aussicht auf den Film. Nur das gemeinsame Malen mit Mama war da noch motivierend genug.

Ich habe wieder einmal feststellen müssen, dass das Ausmalen von Bildern für Bücherwürmchen recht langweilig ist. Er malt lieber frei, was sich auch bei der Gestaltung der Bilder zeigte. Er fügte Seen, Regen, Gesichter, Fenster etc. hinzu. Dadurch veränderte sich natürlich die Geschichte nicht, aber alle seine Details werden auch auf dem Bild in der App sichtbar.

Tolle App

Überhaupt funktioniert die kostenfreie App zu dem Malbuch einwandfrei. Der Download war einfach und alles, was man tun muss, ergibt sich von selbst und ist gut und problemlos durchführbar.

Die Bilder werden beim Fotografieren gut erfasst und es ist schon irgendwie toll, wenn man dann einen kleinen Film sieht, bei dem die Farbgebung der Bilder von einem selbst kommt. Die Farben werden genau so übernommen wie man sie gemalt hat.

Der kleine animierte Film macht Kindern, insbesondere Bücherwürmchen, der bisher kaum Filme gesehen hat, viel Freude. Eigentlich passiert kaum etwas und der radierende Frixion-Stift kommt auch immer wieder zum Einsatz, aber Bücherwürmchen lacht auch noch beim x-ten Mal ansehen darüber, dass der Vogelklecks auf dem Katzenkopf einfach wegradiert wird.

Den kompletten Film bekommt man erst zu sehen, wenn man alle Bilder angemalt und abfotografiert hat. Nach dem Anschauen einer Sequenz muss also erst einmal wieder angemalt werden. Das gefällt mir gut, denn so werden die Kinder zum Malen motiviert. Naja, zumindest in den meisten Fällen. Bücherwürmchen hat dennoch häufig keine Lust dazu und braucht dann schon einmal für ein Bild zwei bis drei Tage, aber so haben wir von dem Malbuch und der App eben länger etwas.

Insgesamt ist My Frix Book eine nette Sache und eine schöne Beschäftigung für Kinder, auch für welche, die ansonsten eher zögerlich malen. Ich habe das Set u.a. bei www.schulstart.de gefunden. Weitere Informationen zu den Produkten von Frixion Colors findet ihr natürlich auf der Website www.frixion.de

Ich danke Pilot Pen für das Set zum Ausprobieren.

Lesen lernen mit Logicals

Beim Lesen lernen steigt die Motivation enorm, wenn die Aufgaben spannend sind. Ganz besonders gut geeignet sind hier die Lese-Logicals. Auch Bücherwürmchen hat schon viel Spaß an den Logicals aus dem Heft „Lesen, knobeln, logisch denken – Leseförderung mit Logicals“. Hier steht für die Kinder nicht das Lesenüben im Vordergrund, sondern das Rätseln und Knobeln.

Logicals in zwei Schwierigkeitsgraden

In dem Heft sind 16 Logicals jeweils in zwei Schwierigkeitsgraden vorhanden. Grundsätzlich geht es immer darum, herauszubekommen, wie bestimmte Figuren heißen, wer welche Kleidung trägt etc. Diese Informationen müssen den Sätzen entnommen werden. Bei der einfachen Variante können die erlesenen Informationen direkt umgesetzt werden, während bei der schwierigeren Variante erst alles gelesen werden muss, um dann nach und nach die Lösung herauszufinden.

Beim Logical „Hexen“ heißt beispielsweise der erste Satz des einfachen Logicals „Die Hexe mit der grünen Schürze fliegt auf dem Besen“. Da nur eine Hexe auf einem Besen fliegt, kann man nun direkt ihre Schürze grün anmalen. Bei der schwierigeren Variante lautet der erste Satz: „Xenia hat eine Warze auf der Nase und eine rote Schürze“. Da es jedoch zwei Hexen mit Warze auf der Nase gibt, braucht  man zunächst weitere Informationen um die Schürze anzumalen.

Die Kinder müssen hier genau lesen und jedes Wort verstehen, da manchmal kleine Wörter wichtig für die Lösung sind. Sie müssen Aussagen in Verbindung zueinander setzen und logisch denken. Außerdem müssen gelesene Sätze im Gedächtnis bleiben bzw. müssen die Sätze mehrfach gelesen werden. Es wird also eine ganze Menge gleichzeitig gefördert und vor allem ist es ein Aufgabentyp, der dabei noch viel Spaß macht – eine perfekte Kombination!

Bunte Themenmischung

Thematisch sind die Logicals bunt gemischt: Hexen, Ritterburgen, Weltraumwesen, Tiere, Clowns, Torten usw. Da dürfte für jedes Kind, egal ob Mädchen oder Junge, etwas dabei sein. Pro Logical sind 4-8 Informationen zu lesen. Die Sätze sind an sich nicht schwierig, aber die Informationen müssen dann ja noch richtig verarbeitet werden. Die Logicals sind alle gut und eindeutig gemacht und die Kinder finden meist ohne großen Frust die richtige Lösung heraus.

aus: Lesen, knobeln, logisch denken, BVK

In erster Linie ist das Heft für die Grundschule (1./2. Schuljahr) gedacht, aber man kann es auch prima zu Hause verwenden. Bücherwürmchen darf sich selber aussuchen, welche Logicals er gerne machen möchte. Bisher haben Hexen, Dinos, Räuber, Weltraumwesen, Vampire, Ritterburgen und Leuchttürme sein Interesse geweckt. Da es bei uns nicht um Schulaufgaben geht, bestehe ich auch nicht auf ordentliches Ausmalen. Es geht nur darum die Logicals erfolgreich zu lösen, was bereits sehr gut klappt. Wichtig ist, dass man nicht direkt eingreift und die Kinder selber knobeln lässt, was Eltern manchmal schwer fällt. Wenn ein Kind es dann aber alleine geschafft hat, ist die Freude umso größer und gerade bei Logicals können Eltern mal sehen, was die Kinder schon alles können.

Lesen, knobeln, logisch denken – Leseförderung mit Logicals (1./2. Klasse) von Barbara Peters und Katharina Joanowitsch, BVK (Buch Verlag Kempen), ISBN: 978-3-86740-138-8

Lesen üben mit Vorlesegeschichte

Kinder haben meist Spaß daran lesen zu lernen, aber noch mehr Spaß macht ihnen das Ganze, wenn man sie bei diesem Prozess begleitet und vor allem, wenn man aus dem Lesen keine einsame Sache macht, sondern weiterhin dem Kind vorliest.

Aus diesem Grund gefällt mir das Konzept des Übungsheftes „Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen“ grundsätzlich sehr gut. Denn hier werden kleine Leseaufgaben in Vorlesegeschichten integriert und Eltern und Kinder beschäftigen sich gemeinsam mit dem Lesen. Das finde ich wirklich gut. Die Eltern zeigen somit nicht nur Interesse an dem, was das Kind tut, sondern sie bringen sich auch selber mit ein, unterstützen das Kind und beschäftigen sich mit ihm.

Die handelnden Figuren in dem Heft sind Tiere, die vermenschlicht dargestellt werden. Die Bilder sind beinahe zu kindlich, aber sie sprechen Kinder im Grundschulalter durchaus noch an. Hauptfigur ist der Hase Paul, der gemeinsam mit seinen Freunden kleine Abenteuer erlebt. Er gerät in ein Gewitter, er versteckt Ostereier und muss sich selbst auf die Suche nach einer Überraschung machen, er badet in den Ostereierfarben, er führt mit seiner Klasse ein Theaterstück auf und er klettert einfach auf ein Pferd auf einer Wiese.

Abwechselnd zuhören und Aufgaben lösen

Die  Geschichten machen Kindern Spaß, auch wenn sie recht kurz sind, aber sie enthalten einen kleinen Spannungsbogen. Am liebsten würden die Kinder wohl nur die Geschichten hören, aber letztendlich erledigen sie auch die Aufgaben motiviert. Allerdings ist es nicht so einfach bei diesem Konzept eine schöne Vorleseatmosphäre zu schaffen. Nach etwa fünf vorgelesenen Zeilen folgt bereits eine Aufgabe. Soll man dafür etwa immer das gemütliche Sofa verlassen um die Aufgaben, bei denen man unter anderem etwas malen oder schreiben muss, vernünftig an einem Tisch zu erledigen oder liest man direkt am Küchentisch vor? Hm, beides ist irgendwie nicht so optimal. Wir haben es so gemacht, dass Bücherwürmchen die Aufgaben mündlich gelöst hat und ich die Wörter, die er z.B. aus zusammengesetzten Silben gefunden hat, aufgeschrieben habe. Die Aufgabe, bei der man den Kaffeetisch mit den gelesenen Dingen ergänzen soll, hat er dann anschließend am Tisch gelöst. Für Bücherwürmchen geht es in diesem Heft um Geschichten von Paul, zu denen man halt immer wieder Aufgaben lösen soll, aber die Geschichten stehen für ihn im Vordergrund und nicht das Üben und so hatte er auch keine Lust die doppelseitige Übungsecke, die sich an jede Geschichte anschließt, zu bearbeiten. Und da das Heft eine freiwillige Sache zu Hause ist, sollte man Kinder meines Erachtens auch nicht dazu drängen. Wir machen gemeinsam das, was uns Spaß macht und der Rest wird dann entweder zu einem anderen Zeitpunkt gemacht oder eben auch nicht.

Verschiedene Übungen

Die Aufgaben haben meines Erachtens einen recht unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Mal muss man nur hören, an welcher Stelle eines Wortes ein bestimmter Laut vorkommt, der Anfangslaut von verschiedenen Dingen soll gehört werden, Silben müssen miteinander verbunden werden und ein fehlender Buchstabe soll gefunden werden. Dafür muss an einer anderen Stelle ein kleiner Text gelesen werden, Wörter in Spiegelschrift müssen entziffert werden, Sätze sollen in die richtige Reihenfolge gebracht werden und in anderen Sätzen ist jeweils ein Wort zu viel, welches gefunden werden soll. Insgesamt sind aber alle Aufgaben gut für Erstklässler im zweiten Halbjahr zu lösen. Die einfacheren Aufgaben auch bereits zu einem früheren Zeitpunkt. Allerdings macht es schon Sinn, wenn die Kinder in der Lage sind alle Aufgaben lösen zu können, da sie ja sicherlich die Geschichten gerne direkt komplett hören möchten. Man wird ja kaum einzelne Aufgaben erst nach mehreren Wochen lösen.

Das Heft beinhaltet als kleines Extra auch Sticker der Hauptfiguren, welche hier jedoch nicht als Belohnung oder ähnliches eingesetzt werden, sondern für die Kinder zur freien Verfügung stehen.

DUDEN: Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen; Dein Übungsheft mit Vorlesegeschichten, 1. Klasse, von Annette Weber, illustriert von Antje Hagemann, Dudenverlag, ISBN: 978-3-411-75502-8, 9,99€

Wissen leicht gemerkt durch Eselsbrücken

Schon in der Grundschule muss man so viel lernen – wie soll man das bloß alles behalten? Am besten mit Merksprüchen, Gedichten, Liedern und Ähnlichem. Eine schöne Auswahl solcher Lernhilfen findet man in dem Buch „ESELSBRÜCKEN – Merksätze, Gedichte und ganz viel Lustiges“. Hier werden einige grundschulrelevante Themen lustig und erfrischend aufbereitet, aber auch jüngere Kinder finden hier schon ein paar interessante Gedichte und Sprüche.

Klar, Wortarten oder das Einmaleins interessieren Vorschulkinder noch nicht so sonderlich, aber Bücherwürmchen fand das Buch sehr spannend und hätte sich am liebsten direkt alles daraus vorlesen lassen. Gerade die lehrreichen Tiergedichte sind auch schon für diese Altersklasse relevant. Wie die Tierkinder von Pferden oder Kühen heißen, wissen die meisten Kinder sicherlich, aber wie sieht das z.B. bei den Rehen oder Wildschweinen aus? Hier zu gibt es in dem Buch verschiedene Gedichte, genauso wie zur Verwandlung der Raupe in einen Schmetterling oder dazu welche, Vögel im Herbst in den Süden ziehen und welche hier bleiben.

Altbekannte Merksätze

Spannend fand ich persönlich auch, woran man ein Krokodil und einen Alligator unterscheiden kann. Das kann ich mir nämlich nie richtig merken, aber vielleicht wird es mit dem Gedicht besser. Der Nachteil bei den Gedichten ist natürlich, dass sie teilweise über mehrere Strophen gehen und man sie somit auch schnell wieder vergessen kann. Da sind ein paar griffige, kurze Sprüche doch noch etwas einfacher, aber auch davon gibt es in dem Buch einige. So manchen davon kann man noch aus seiner eigenen Kindheit auswendig, wie z.B. den zu den Planeten, der natürlich durch das Fehlen des Plutos ein wenig abgeändert wurde. (Früher hieß es immer „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“, hier heißt er nun „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“.) Auch „Nie ohne Seife waschen“ für die Reihenfolge der Himmelsrichtungen ist sicherlich vielen noch bekannt. Der Seemann, mit dem man sich die Ostfriesischen Inseln von Ost nach West merken kann, ist hier ein bisschen braver geworden als er es früher war. Bei uns fragte man immer „Welcher Seemann liegt bei Nelly im Bett?“ Nun scheint er alleine zu schlafen, allerdings schläft er „bis neun“ aus.

Natürlich kannten wir auch „Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich.“ Daraus konnte man mit den Eltern immer eine tolle Wette machen: „Wetten, dass man dämlich mit h schreibt?“ Die kannten den Spruch ja auch und haben dann dagegen gewettet. Und schreibt man dämlich nun mit h? Klar, ganz am Ende… Dieser dennoch hilfreiche Rechtschreibspruch findet sich selbstverständlich auch in diesem Buch.

Eine Fundgrube an Wissen

Das Buch ist wirklich sehr umfassend: Flüsse, Bundesländer, Verkehrsregeln, Instrumente, Rechenoperationen, das Alphabet, Rechtschreibschwierigkeiten, Wortarten – hier findet man wirklich alles. Es ist eine wahre Fundgrube. Und da alles mit viel Humor und flott daher kommt, blättert man gerne stundenlang in diesem Buch und lernt dabei ganz unbemerkt eine ganze Menge. So soll es doch sein!

Die Seiten sind alle bunt und fröhlich illustriert, so dass das Buch auch äußerlich nicht langweilig daher kommt, sondern Freude macht.

Dieses Buch eignet sich auch prima als Geschenk zur Einschulung, denn es wäre doch schön, wenn ein solches Buch jeden Grundschüler begleiten würde und ihm Spaß am Lernen und am Wissen bereiten würde.

eselsbrcken

ESELSBRÜCKEN – Merksätze, Gedichte und ganz viel Lustiges von Eva Bade, Cordula Thörner u.a., Illustrationen von Meike Haberstock, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-25031-5, 12,99€