Rezension: Juni und der Honigdieb

(Werbung/Rezensionsexemplar) Im Sommer muss man Sommerbücher lesen, oder? Nein, man muss es natürlich nicht, aber diese machen jetzt besonders viel Spaß. Wie wäre es zum Beispiel mit „Juni und der Honigdieb“?

Juni und ihre Geschwister Elfe und Jimmie erleben zusammen mit den Nachbarskindern Rudi und Josefa ihre Sommerferien. Eigentlich heißt es da natürlich gemeinsam in den See zu springen, aber in diesen Ferien haben sie eine wichtige Aufgabe zu erledigen: Nachdem sie Opa Sepperl als ihren Opa adoptiert haben und dieser nach einem Sturz im Krankenhaus landet, sollen sich die Kinder um seinen Bienenstock kümmern. Dabei entdecken die Kinder, dass hier ein Honigdieb am Werk ist. Sofort beschließen alle, dass der Honigdieb unbedingt gefangen werden muss und so versuchen sie ihm auf die Schliche zu kommen. Leider müssen sie dabei auch nachts heraus und einiges riskieren.

Tolle Illustrationen

Die Bilder sind toll: Bunt und voller Leben. Sie lassen den Leser sehr schön an der Geschichte teilhaben. Der Sommer und die Kindheit werden hier greifbar.

Insgesamt ist das Buch eine schöne Abenteuer- und Sommergeschichte für Grundschulkinder. Allerdings hat sie mich nicht von Anfang an so mitgerissen, wie andere Bücher mit ähnlichem Thema es tun. Dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen, woran es liegt. Teilweise handeln die Kinder meines Erachtens nicht immer passend zu ihrem Alter. Am Anfang kommen einem sowohl die Ich-Erzählerin als auch ihr „sehr kleiner Bruder Jimmie“ (dieser Wortlaut wird sehr oft wiederholt) jünger vor. Das ändert sich aber etwas innerhalb des Buches. Auch das ständige Gepupse eines der Kinder nervt mich ein wenig. Den umgangssprachlichen Ton der Ich-Erzählerin finde ich für eine Kinderfigur durchaus angemessen und ich denke, dass er auch die LeserInnen gut erreicht.

Kinder-Sommer-Abenteuer für Jungs und Mädchen

Gut gefällt mir, dass hier Jungs und Mädchen mitspielen und dass sich auch die Altersgruppen vermischen. Kinder dürfen in diesem Buch noch einmal richtig Kinder sein, herumstreifen, gemeinsam etwas unternehmen etc. Das kindliche Dorfleben in diesem Buch finde ich in Kombination mit dem Sommerabenteuer toll. Es macht Sehnsucht auf ein solches Leben und hat einen gewissen Bullerbü-Charme, wobei es vielleicht gerade der Charme ist, der bei mir durch den Stil des Buches nicht so ganz ankommt. Aber das ist natürlich ein sehr persönliches Empfinden. Ich hatte allerdings auch noch keine Gelegenheit das Buch mit meinem Sohn zu lesen. Der wird das möglicherweise ganz anders sehen. Das Buch wandert auf jeden Fall mal ins Urlaubsgepäck!

Sehr spannend finde ich, dass dieses Buch von Vater und Tochter geschrieben wurde. Das gefällt mir gut, denn Kinder haben ja häufig noch einmal ganz andere Ideen für so eine Geschichte.

Juni und der Honigdieb von Jörg und Jona Steinleitner, illustriert von Ulla Mersmeyer, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-60298-1, 12,99€

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Leipziger Lesekompass: Tiere, die kein Schwein kennt

Ist nicht alleine schon der Titel klasse: „Tiere, die kein Schwein kennt“?  Da ist man doch direkt neugierig und denkt vielleicht insgeheim, dass man als häufiger Zoobesucher bestimmt das eine oder andere Tiere dennoch kennt.

Na, da schauen wir doch mal rein ins Buch und gucken, wer hier so vertreten ist. Sicherlich sind auch einige Fische, Vögel und Insekten dabei, denn da gibt es doch so unglaublich viele von, dass man die gar nicht alle so genau kennen kann.

Tiere, die tatsächlich kein Schwein kennt

Aber große Überraschung: Hier werden tatsächlich viele Tiere präsentiert, die man gar nicht kennt. Und vor allem handelt es sich um Säugetiere! Sehr erstaunlich, dass man da so viele gar nicht von kennt. Und sehr spannend diese unbekannten Tiere kennen zu lernen.

Wisst ihr, von welchem Großsäuger es die meisten Exemplare gibt? Vom Krabbenfresser! Kennt ihr nicht? Dann lernt ihr diese Robbe, die Krill frisst, in dem Buch kennen. Es gibt euch ebenfalls die Möglichkeit herauszufinden, ob der Numbat genauso niedlich ist wie ein Erdmännchen und wo ein Zorilla, der einen üblen Geruch verströmt, lebt.

Humorvolles Sachbuch

Der Text ist humorvoll und umgangssprachlich geschrieben. So als würde der Leser direkt und manchmal ein bisschen schnoddrig angesprochen werden. Das macht Spaß! Auf diese Weise wird aus einem Sachbuch ein richtiges Lesevergnügen, bei dem man auch noch viel lernt, und zwar für Klein und Groß. Hinzu kommen die witzigen Bilder, die die Tiere zwar mit typischen Merkmalen und realistisch zeigen, diese aber dennoch mit Gesichtsausdrücken und Sprechblasen vermenschlichen. Hier gibt es überall viel zu gucken, zu lesen, zu staunen und auch zu schmunzeln.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch Kinder, die sonst nicht so häufig zu einem Buch greifen, an diesem Buch Spaß haben. Man muss es ja auch nicht komplett durchlesen, sondern man kann sich auch die Infos herauspicken, die einen interessieren.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Tiere, die kein Schwein kennt“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Tiere, die kein Schwein kennt von Martin Brown, übersetzt von Jorunn Wissmann, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5974-2, 14,95€

 

Rezension: Professor Plumbums Bleistift – Mumien-Alarm!

(Werbung/Rezensionsexemplar) Abenteuer in der ganzen Welt erleben – davon träumen sicherlich viele Kinder. Die Freunde Hanna und Henri durften im ersten Band von „Professor Plumbums Bleistift“ („Mumien-Alarm!„) zumindest schon mal nach Ägypten reisen und dort interessante und witzige Figuren treffen.

Abenteuer mit Witz

Ja, allein durch einen Bleistift auf dem Schreibwarenladen von Professor Plumbum sind sie dorthin gelangt. Mit dabei ist sogar Hannas Kater Karuso, der auf der Reise auf einmal sprechen kann. Aber das ist nicht das einzige, was die Kinder bei ihrem Abenteuer überrascht. Sie begegnen dem Flaschengeist Salim, 41 Räubern, der witzigen Mumie Tutdochnix und einem hungrigen Krokodil. Sie müssen helfen und sich selber in Sicherheit bringen – da sind Abenteuer und Spannung garantiert. Aber noch etwas anderes macht dieses Buch ganz entscheidend aus: Humor und Witz!

Hanna und Henri erleben in dem Buch einige Abenteuer und so wollte ich wissen, ob mein Sohn das Buch spannend fand. Nein, das fand er nicht. Für ihn ist es ein lustiges Buch. Aber lustige Bücher sind für Kinder natürlich genauso toll wie spannende!

Kinder haben den Durchblick

Mir persönlich waren nach dem ersten Durchlesen ein paar Sachen noch nicht ganz so klar und ein bisschen zu wenig erklärt bzw. etwas willkürlich. Zum Beispiel wer ist Professor Plumbum und warum hat ein Professor einen Schreibwarenladen? Woher kommt der Stift auf einmal? Kann man beeinflussen, wohin der Stift einen bringt? Aber ich vermute, dass das so erwachsenen Fragen sind, die scheinbar bei den Kindern nicht auftauchen. Ich habe mich auch gefragt, wie genau der Stift funktioniert, aber da habe ich dann auch feststellen müssen, dass ich zu oberflächlich gelesen habe, denn mein Sohn hat in seiner kleinen Rezension ganz richtig geschrieben, dass die Kinder Kreise gemalt haben und sich danach alles drehte.

Mich erinnert das Buch ein wenig an die Bände vom magischen Baumhaus, wo die Kinder ja auch in verschiedene Welten reisen. Es ist aber humorvoller geschrieben und ehrlich gesagt, finde ich auch die Sprache ansprechender und nicht ganz so monoton wie beim magischen Baumhaus.

Das Buch „Professor Plumbums Bleistift – Mumien-Alarm“ ist der Anfang einer Reihe und ich freue mich schon auf weitere Abenteuer. Es gibt ja immerhin auch noch einiges zu klären und aufzudecken, denn unter anderem kommt ja der  Kater Karuso nicht mit den Kindern zurück und muss in einem anderen Abenteuer gerettet werden.

Das Buch ist gut geeignet für geübte Erstleser. Die Schrift ist relativ groß und auf allen Seiten befinden sind bunte Bilder. Die Illustrationen sind übrigens auch toll – voller Leben und humorvoll gezeichnet! Die Sätze sind kurz und somit gut für Erstleser zu erfassen. Toll ist, dass die Sprache dennoch nicht langweilig und einfach herüber kommt. Außerdem passiert in dem Buch eine ganze Menge, so dass wirklich Lesefreude aufkommen kann.

Ein nettes Extra ist das Zauberpapier vorne und hinten in dem Buch.

Professor Plumbums Bleistift – Mumien Alarm! von Nina Hundertschnee, illustriert von Iris Hardt, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-65431-1, Einführungspreis 3,99€, ab dem 31.12.2018 8,99€

 

Rezension: Kuddelmuddel von der Küste

(Werbung/Rezensionsexemplar) Braucht ihr noch ein wenig Beschäftigungsmaterial für die Ferien? Rätselblöcke und –hefte habe ich euch ja bereits vorgestellt, heute habe ich etwas anderes für euch und zwar ein Gedichte-Heftchen mit Ausmalbildern: „Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste

Quatsch mit Soße

Gedichte? Kommt so etwas bei Kindern an? Ich denke schon, denn es sind im Prinzip kurze gereimte Geschichten und vor allem enthalten sie in diesem Büchlein lauter skurrile und lustige Dinge, die Kindern einfach Spaß machen. Das Meer, Piraten, Wasser und Strand spielen hier eine große Rolle, aber es gibt zum Beispiel auch Gedichte über ein Nachtgespenst, das nicht im Nachthemd spuken möchte, über ein Kind, dessen wichtigste Frage „Wo hat Mama die Süßigkeiten?“ ist, über ein Festessen mit Eis mit Speck und Bratwurst mit Lakritz und über eine verrückte Zu-Spät-Komm-Ausrede.

Fröhliche Bilder zum Ausmalen

Hier geht es kunterbunt zu und noch kunterbunter wird es, wenn das Kind dann zu seinen Buntstiften greift und die fantasievollen Bilder ausmalt. Dies ist nämlich nicht nur ein Gedichteheft, sondern auch ein kleines Malbuch. Meines Erachtens motivieren die fröhlichen Bilder, die den Quatschgehalt der Gedichte illustrieren, zum Ausmalen. Allerdings muss man teilweise schon ein wenig feinmotorisch begabt sein, um die kleinen Details, die sich in vielen Bildern wiederfinden, säuberlich ausmalen zu können.

Die Reime sind unterschiedlich gut gelungen, aber insgesamt gefallen mir die Texte gut. Vor allem weil sie einfach so erfrischend verrückt sind. Bilder und Texte passen gut zusammen und ergeben gemeinsam ein schönes und unterhaltsames Heft für Kinder, die Spaß an Quatsch und Fantasie haben.

In Büchern malen?

Ein bisschen skeptisch bin ich ja immer, bei dieser Mischform aus Malbuch und Buch. Nicht, weil mir diese Form nicht gefällt, sondern weil ich immer etwas Angst habe, dass die Kinder dann auch anfangen Bilder in anderen Büchern auszumalen. Andererseits: Haben wir das als Kinder nicht auch manchmal gemacht? Und häufig sind es doch gerade diese Bücher, die uns auch als Erwachsene noch in Erinnerung bleiben. Und: Schwarzweiß-Zeichnungen, bei denen man etwas ausmalen kann, findet man heute kaum noch in Kinderbüchern. Der Trend geht zu bunt illustrierten Büchern, bei denen man nicht mehr selbst zum Stift greifen kann. Es sei denn, dass Kind möchte vielleicht noch einen schönen Rahmen um den Text hinzufügen…

Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste von Maik Brandenburg, mit Ausmalbildern von Janet Lindemann, Inselkinder Verlag, ISBN: 978-3-9817217-3-7, 5,95€

Rezension: Abenteuer an der Lübecker Bucht (Lilly und Nikolas)

(Werbung/Rezensionsexemplar) Wo geht es bei euch dieses Jahr im Sommer hin? Vielleicht an die Ostsee, Ecke Lübecker Bucht? Dann kann ich euch nur empfehlen, das Buch „Abenteuer an der Lübecker Bucht – Lilly, Nikolas und die Ostsee-Indianer“ mitzunehmen.

Spannende Ausflugsziele und neue Freunde

Lilly und Nikolas scheinen in diesem Buch bereits etwas älter zu sein als in einigen anderen Büchern aus dieser Reihe, was sich auch in den Illustrationen niederschlägt. Sie reisen dieses Mal mit ihren Eltern in ein kleines Ferienhäuschen nach Scharbeutz. Schnell lernen sie dort am Strand andere Kinder kennen und auch die Vermieterin des Ferienhauses hat einen Sohn in ihrem Alter, doch dieser benimmt sich immer wieder etwas merkwürdig. Da ist es einfacher mit den anderen Kindern am Strand, mit denen sie die Clique „Ostsee-Indianer“ gründen. Doch es bleibt nicht bei harmlosen Kinderspielen, denn sie finden heraus, dass in der alten Fischerkate, die abgerissen werden soll, Fledermäuse leben, die es zu schützen gilt. Rund um die Uhr können sich Lilly und Nikolas nicht mit der Sache beschäftigen, denn natürlich unternehmen sie mit ihren Eltern auch einige Ausflüge: So geht es zum Beispiel ins SEA LIFE, in den Vogelpark Niendorf, ins Karls Erlebnis-Dorf, nach Lübeck, zu den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg, auf den Museumshof Lensahn und in den Zoo nach Grömitz. Aber auch noch einige andere Ausflugsziele spielen in dem Buch eine Rolle. Da wir letztes Jahr in dieser Region Urlaub gemacht haben (unsere Ferienwohnung war sogar auch in Scharbeutz) haben wir einige dieser Ausflüge ebenfalls unternommen. Wie schön, wenn man mit dem Buch noch einmal in Erinnerungen schwelgen kann. Und ich durfte wieder einmal feststellen, dass alles sehr gut recherchiert ist und sich vieles mit unseren Erfahrungen deckt. Ja, selbst das Seehundefüttern im Zoo mit den frechen Möwen, die auf einen kleinen Happen lauern, lief bei uns genauso ab.

Fütterung der Seehunde im Zoo in Grömitz

Sehr spannend fand und wichtig ist auch der Teil, in dem die Kinder lernen, dass vieles, was man sich hier über Indianer erzählt, so nicht stimmt und diese falschen Vorstellungen und das Nachspielen von Indianern die Ureinwohner Amerikas durchaus kränken kann.

Hier passt einfach alles

Vom ersten Lilly und Nikolas-Buch, welches ich gelesen habe, bin ich ein Fan dieser Reihe, da mir insbesondere das Konzept aus Kinderreiseführer und Roman sehr gut gefällt. Ich muss aber sagen, dass dieses Buch im Vergleich zu den mir bekannten Bänden, noch einmal ein Stückchen besser ist und zwar was das ganze Buch angeht. Die Geschichte um den Urlaub herum ist noch spannender und rückt mehr in den Mittelpunkt, ohne jedoch die Ausflugsziele zu vernachlässigen. Ja, vielleicht ist nicht mehr jeder Ausflug bis ins kleinste Detail beschrieben, was sonst teilweise der Fall war und mir auch gut gefallen hat, aber letztendlich erhält man dennoch sehr viele Tipps und kann die Ausflüge auch gut nachvollziehen. Mehr Informationen als in anderen Reiseführern bekommt man auch hier auf jeden Fall. Man schaut schon hinter die Kulissen und erkennt auch die Ausflugsorte sofort wider.

Die Illustrationen begleiten die Geschichte nicht mehr nur als schöne Bilder mit Wiedererkennungseffekt, sondern sie gestalten die Seiten mit. Sie fügen sich in den Text ein, es gibt teilweise Muster am Rand, auf einigen Seiten gibt es einen farbigen Hintergrund, der Text und Bild noch mehr miteinander verbindet und verschmelzen lässt.

Die Lübeck-Kapitel wurden von einer weiteren Autorin, Nathalie Klüver, geschrieben. Dennoch gibt es überhaupt keinen Bruch in dem Buch. Alles fügt sich gut zusammen.

Das ganze Buch ist noch viel runder als es die anderen Bücher schon waren. Auch äußerlich kommt es mit einem Lesebändchen und als Hardcover-Ausgabe schön daher. Eine absolute Leseempfehlung für den Sommerurlaub – selbst dann, wenn man diese Orte nicht selbst bereist.

Abenteuer an der Lübecker Bucht – Lilly, Nikolas und die Ostsee Indianer von Kerstin Groeper und Steffi Bieber-Geske, illustriert von Viven Schmidt, Biber & Butzemann Verlag, ISBN: 978-3-942428-63-7, 14,50€

Leipziger Lesekompass: Familie Monster brüllt los!

Obwohl ich mich schon seit langem an den kleinen humorvollen Beiträgen des Autors Rüdiger Bertram auf Facebook erfreue, habe ich tatsächlich bisher noch keins seiner Bücher auf meinem Blog vorgestellt. Nun macht aber das Erstlesebuch „Familie Monster brüllt los“ den Anfang.

Gutes Erstlesebuch

Es ist wirklich ein schönes Buch für Erstleser. Die Schrift ist sehr groß, die Sätze sind kurz und auf den einzelnen Seiten ist nur wenig Text. Hinzu kommen viele farbige Bilder, die die Geschichte illustrieren. Die Bilder machen Spaß, aber sie sind auch wichtig um nicht vom Text erschlagen zu werden und junge Leser zu motivieren. Außerdem sehen die Kinder manches, was sie gerade gelesen haben auf den Bildern, was das Leseverständnis erleichtert.

Und ja, trotz dieser kurzen einfachen Sätze wird hier eine Geschichte erzählt, die nicht langweilt.

Kann Paul die Brüll-Prüfung bestehen?

Monster müssen laut brüllen können, sonst machen sich die anderen über sie lustig. Aber was ist mit Paul? Er ist ein Menschenjunge und lebt bei einer Monsterfamilie. In der Schule klappt es mit dem laut Brüllen leider nicht so richtig. Gehört er vielleicht doch nicht so richtig dazu? Seine Familie beruhigt ihn und übt mit ihm brüllen. Aber ob das für die Brüll-Prüfung reicht? Am Ende besteht er, da er eine Familie hat, die bedingungslos zu ihm hält.

In diesem Buch steckt richtig viel drin! Das ist wirklich klasse gemacht. Es ist nicht nur eine Geschichte, die dank der Monster viel Spaß macht, sondern auch eine Geschichte, die viele Themen anreißt: Zusammenhalt, Familie, Unterstützung, Ängste

Leserätsel

Am Ende des Buches gibt es noch ein paar schöne Leserätsel, die nur dann gelöst werden können, wenn man aufmerksam gelesen und sich die Bilder angeschaut hat.

Ich kann dieses Erstlesebuch nur empfehlen. Selbst mein Sohn, der bereits Bücher mit ganz anderem Textumfang liest, hat dieses Buch mehrfach gelesen. Und ich finde, dass ist gerade für ein Erstlesebuch ein richtiges Kompliment, denn ihm geht es nicht mehr darum ein Buch lesen zu können, sondern um die Geschichte selbst. Im Übrigen lässt er grundsätzlich die „babyhaften“ Erstlesebücher eher links liegen.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Familie Monster brüllt los“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Familie Monster brüllt los! von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3789108433, 8€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.

Leipziger Lesekompass: Kategorie 6-10 Jahre

Ich habe euch bereits alle Bücher vorgestellt, die in diesem Frühjahr mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre ausgezeichnet wurden. Nun soll es endlich mit den prämierten Büchern der Kategorie 6-10 Jahre weitergehen (mehr über die Jury und die Hintergründe des Preises findet ihr HIER (Stiftung Lesen) oder HIER (Leipziger Buchmesse).

Kategorie 6-10 Jahre – Große Spannbreite

Heute bekommt ihr zunächst die Übersicht der ausgezeichneten Bücher. Nach und nach werde ich euch dann die Bücher hier auf dem Blog genauer vorstellen bzw. könnt ihr noch einmal schnell zur Rezension vom Wimmelbuch der Weltrelgionen hüpfen, denn diese befindet sich bereits auf dem Blog. Die anderen werden dann in den nächsten Wochen kommen und immer in dieser Übersicht verlinkt werden.

Ein zweijähriger befindet sich ganz eindeutig in einem anderen Entwicklungsstadium als ein Sechsjähriger. Zwischen einem Kind, welches vielleicht gerade in den Kindergarten kommt und einem, welches gerade in die Schule kommt, liegen Welten. Das ist jedem klar und man wird automatisch zu verschiedenen Büchern greifen. Aber auch die Kategorie 6-10 Jahre erfordert eine Auswahl völlig unterschiedlicher Bücher, denn sie beinhaltet die Erstleser, Kinder, die sich gerne etwas vorlesen lassen und Kinder, die schon eine ganze Menge Text selber bewältigen und die ganze Bücher lesen.

Die diesjährigen prämierten Bücher gehen auch tatsächlich zum Teil in ganz unterschiedliche Richtungen. Mit „Familie Monster brüllt los!“ zum Beispiel ist ein typisches Erstlesebuch dabei, aber es gehören auch spannende und interessante Sachbücher wie „Tiere, die kein Schwein kennt“ dazu. Sogar ein Wimmelbuch ist dabei, ein Bilderbuch mit Zungenbrechern sowie ein Buch mit vielen verschiedenen Texten, Fotos und Comics („Ich so du so“).

Freut euch auf die bunte Mischung, die ich euch so nach und nach vorstellen werde!

Prämierte Bücher 6-10 Jahre

 

Link zur Rezension

Das Wimmelbuch der Weltreligionen von Anna Wills und Nora Tomm, Beltz Verlag, ISBN: 978-3-407-82202-4, 13,95€

Link zur Rezension

König Guu von Adam Stower, übersetzt von Sabine Schulte, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-2100-3, 11,95€

Link zur Rezension

Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz – Schnellsprecher und Zungenbrecher von Moni Port und Philip Waechter, Klett Kinderbuch, ISBN: 978-3-95470-177-3, 10€

Link zur Rezension

Familie Monster brüllt los! von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3789108433, 8€

Finn macht es anders von Andrea Liebers und Susanne Göhlich, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0582-2, 9,90€

Tiere, die kein Schwein kennt von Martin Brown, übersetzt von Jorunn Wissmann, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5974-2, 14,95€

Der verrückte Erfinderschuppen – Der Limonaden-Sprudler von Lena Hach und Daniela Kulot, Mixtvision, ISBN: 978–3–95854–098–9, 12,90€

Der bleiche Hannes von Steffen Gumpert, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3864293597, 15€

Der halbste Held der ganzen Welt von Andrea Schomburg und Betina Gotzen-Beek, Fischer Sauerländer Verlag, ISBN: 978-3-7373-5359-5, 13,99€

Ich so du so. Alles super normal  von Labor Ateliergemeinschaft, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82316-8, 16,95€

 

Rezension: Lilly, die Lesemaus

Wer öfter mal etwas von mir hier liest, der weiß sicherlich, dass ich ein Fan der Edition Pastorplatz bin. Ganz besonders toll finde ich, dass der Verlag nun auch neben Bilder- und Kinderbüchern ein erstes Erstlesebuch herausgebracht hat: „Lilly, die Lesemaus“. Das ist eine schöne Erweiterung des Verlagprogramms und ich war sehr gespannt, wie das Erstlesekonzept hier umgesetzt wurde.

Ein gutes Erstlesebuch

Vieles, was ein gutes Erstlesebuch ausmacht, findet man in diesem Buch wider:

Die Schriftgröße und der Zeilenabstand entspricht den üblichen Kriterien eines Erstlesebuchs. Allerdings ist zu beachten, dass es Erstlesebücher für verschiedene Stadien beim Lesen lernen gibt. Hier handelt es sich schon um ein Buch für fortgeschrittene Erstleser, die bereits zusammenhängende Texte selber erlesen können.

Die Zeilenlänge ist gerade noch so in Ordnung, Absätze gibt es recht wenig und man muss sagen, dass die Textmenge pro Seite für ein Erstlesebuch schon recht hoch ist. Positiv hingegen ist aber, dass hier kein Blocksatz verwendet wurde und es somit auch keine Worttrennungen am Zeilenende gibt, die Erstleser sehr irritieren können und die tatsächlich in manchen Erstlesebüchern vorkommen.

Farbige Schrift kennzeichnet Sprecher

Darüber hinaus erleichtert auch die farbige Schrift bei wörtlicher Rede das Verständnis beim Lesen, denn jeder Sprecher hat eine andere Farbe. Gerade Erstleser haben während des Lesens noch nicht so viel Überblick über den Text und können häufig noch nicht vorausschauend lesen. Durch die farbige Zuordnung wissen sie aber bereits beim Lesen, dass hier jemand spricht und wer es ist. Ansonsten ist es für die jungen Leser einfacher, wenn die Redebegleitsätze der wörtlichen Rede vorangestellt werden. Das gleicht sich hier aber durch die Farbe auf jeden Fall wieder aus. Hier hätte man aber vielleicht auch noch ein wenig mehr mit neuen Zeilen und Absätzen arbeiten können.

Auf allen Seiten findet man farbige Illustrationen, durch die die Kinder nicht vom Text erschlagen werden.

Auch sprachlich handelt es sich hier insgesamt um ein Erstlesebuch. Die Geschichte wird in einer verständlichen Sprache linear erzählt. Die Sätze sind relativ kurz, aber keineswegs monoton.

Fesselnder Inhalt

Und nun komme ich natürlich auch noch zum Inhalt selber und der gefällt mir sehr gut. Oft leidet bei einem Erstlesebuch, das so viele sprachliche Kriterien beachten muss, unter dem Inhalt, was hier aber nicht der Fall ist. Der Inhalt gefällt mir so gut, dass man dieses Buch auch durchaus Kindern, die es nicht selber lesen möchten oder noch nicht können, auch vorlesen kann. Es ist ein Buch, das Kinder fesselt und ihnen Spaß macht.

Lilly und Nele sind Schwestern. Nele ist die große Schwester und kann fast alles besser als Lilly. Besonders für ihre Lesekünste wird sie belohnt und bekommt dafür sogar ein Haustier geschenkt. Lilly findet das alles sehr ungerecht. Sie möchte ebenfalls ein Haustier haben und so beschließt sie, ganz schnell lesen zu lernen. Da sie eben auch bemerkt, dass das nicht so einfach ist, lernt sie einfach den Anfang eines Buches auswendig, den sie dann ihren Eltern und der Schwester präsentiert. Blöd nur, dass ihr kleiner Trick herauskommt. Am Ende lernt Lilly dann aber doch noch mit Unterstützung ihrer Schwester lesen.

Das Thema Lesen lernen ist natürlich höchst aktuell bei Erstlesern und viele kennen die Mühen, die das Lesen lernen mit sich bringt. Auch wissen die Kinder noch, wie sie sich selber darauf gefreut haben, endlich selber lesen zu können. Über das Lesen hinaus, beinhaltet das Buch aber auch noch ein weiteres Thema und das ist die Geschwisterbeziehung, zu der Eifersucht, aber auch gegenseitige Unterstützung gehört. Beide Themen wurden hier sehr schön verarbeitet.

Das Buch ist gut geschrieben. Man ist schnell drin in der Geschichte und kann vor allem Lillys Gefühle sehr gut nachvollziehen. Außerdem möchte man natürlich wissen, ob Lilly es schafft, so wie ihre Schwester lesen zu lernen und ob sie dann ebenfalls ein Haustier bekommt.

Ein Haustier als Belohnung?

Mir gefällt die Idee des Buches und auch die Umsetzung insgesamt. Ich möchte es auf jeden Fall an alle weiter empfehlen, die keine Lust mehr auf die immer gleichen Erstlesereihen haben und nach etwas anderem suchen, dass ihren Kindern Spaß am Lesen vermittelt. Dennoch habe ich auch ein paar kleinere Anmerkungen: Zum einen gefällt es mir nicht, dass Nele für ihre Lesekünste mit einem Haustier belohnt wird, denn meines Erachtens sollte man Tiere nicht aus einem solchen Grund verschenken (vor allem, wo man sich scheinbar vorher überhaupt keine Gedanken über die Art des Haustiers und seine Haltung etc. informiert hat), und zum anderen erscheint mir das Verhalten der Eltern ein wenig übertrieben. Ja, Lilly hat sich einen Trick überlegt, um ihre Eltern davon zu überzeugen, dass sie lesen kann, aber sie so als Lügnerin darzustellen, passt für mich nicht so ganz zur Situation. Andererseits erhöht sich dadurch natürlich die Dramatik. Mein Sohn fand die Eltern so gemein, dass er sich nach der Szene in dem Buch verstohlen die Tränen aus den Augen wischte, und als ich das sah, noch wütend über die blöden Eltern schimpfte. Insgesamt sind mir die Eltern in dem Buch aber auch nicht gerade sympathisch und sie verstehen vor allem überhaupt nicht, was in ihrer Tochter vorgeht. Da reagieren sie an einigen Stellen recht unsensibel.

Lesen lernen etwas einfach dargestellt

Der Prozess des Leselernens wird für mich hier auch ziemlich vereinfacht dargestellt. Vor allem hilft gerade das Alphabet-Lied nicht unbedingt beim Lesen lernen, da hier die Buchstabennamen und nicht ihre Laute, die man beim Erlesen eines Wortes aber braucht, genannt werden. Erstaunlich finde ich auch, dass Lilly das erste Mal im Sams-Buch richtig liest. Das ist ja doch eher kein Buch für Leseanfänger. Auch dass sie beim Buchstabensuppe essen Wörter wie „See“ mit zwei „e“ legen, ist vielleicht etwas übertrieben. Überhaupt hat Lilly das Lesen dann doch sehr, sehr schnell gelernt.

Mein Sohn fand es aber toll, dass einige Bücher von Paul Maar in dem Buch genannt wurden und er vermutet, dass die Autorin Paul Maar-Fan ist.

Genaue Jahreszeiten, Wochen oder ähnliches sowie Altersangaben bekommt man in dem Buch nicht. Es scheint aber so, dass Nele in die Schule geht, und Lilly ist ein Jahr jünger. Auf den Bildern gibt es aber Kalenderdaten zu sehen. Für mich passen diese aber nicht so ganz zur Geschichte, denn wenn man nach den Daten dort geht, war Nele spätestens Ende Oktober/Anfang November eine richtige Leseratte und konnte vor dieser Zeit ein Gedicht in der Schule noch nicht richtig vorlesen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass zu einem so frühen Zeitpunkt in einer ersten Klasse von Kindern verlangt wird, ein Gedicht laut vorzulesen. Das ist aber natürlich nur ein ganz kleiner Punkt am Rande, der Kindern auch überhaupt nicht auffallen wird und das Buch in seiner Gesamtheit nicht abschwächt.

Toll: Mädchen mit blauer Latzhose

Die Bilder an sich sind natürlich wieder toll. Hauptsächlich sieht man Lilly, Bücher und ihre Schwester auf ihnen. Hintergründe und Räumlichkeiten sieht man nicht, dafür aber viele Emotionen. Und ganz besonders toll ist, dass Lilly keine typische Mädchenfrisur hat und eine blaue Latzhose trägt. Sie darf neben Barbies mit verschiedener Hautfarbe sowohl im Text als auch in den Bildern auch mit Legosteinen spielen. Nele hat zwar Zöpfe, aber auch sie kommt ganz ohne pink und rosa aus, um ein fröhliches Mädchen zu sein.  Ja auch so sind Mädchen und mit solchen Mädchen in Kinderbüchern haben auch Jungs keine Probleme.

Fazit: Edition Pastorplatz kann auch Erstlesebücher machen! „Lilly, die Lesemaus“ ist ein toller Anfang und ich hoffe, dass es noch weitere geben wird.

Lilly, die Lesemaus von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-27-0, 12€

Hinweis: Das Buch erscheint Anfang Juli!

 

 

Heute ein Buch: Fußballbücher für Kinder

Wisst ihr, was heute für ein Tag ist? Heute ist internationaler Kindertag! Davon gehört habe ich wohl schon, aber bisher war dieser Tag für mich ein Tag wie jeder andere. In meiner Gegend hat dieser Tag, im Gegensatz zu anderen Gegenden in Deutschland, keine besondere Bedeutung, aber eigentlich finde ich einen Tag für die Kinder sehr schön und deshalb wird sich das ab sofort hier ändern. Meine Kinder werden heute Nachmittag eine kleine Überraschung bekommen, worauf ich mich schon sehr freue, denn es wird für sie wirklich eine richtige Überraschung sein, da sie von diesem Tag noch nichts wissen.

Aber ein paar andere Buch- und Familienblogger und ich möchten auch euren Kindern heute eine kleine Freude machen und so verlosen wir auf unseren Blogs, wie auch schon am Tag des Buches, Kinderbücher.

Heute ein Buch – Bloggeraktion aus Liebe zum Lesen heißt es heute bei:

In den vergangenen Wochen habe ich euch schon ein paar Fußballbücher für Kinder vorgestellt und auch heute spielt Fußball hier ein großes Thema. Die Fußball-WM startet in nicht einmal zwei Wochen und wer seine Kinder noch schnell mit den richtigen Büchern ausstatten möchte, der sollte heute bei diesem Gewinnspiel mitmachen. Es gibt gleich zwei Fußballbücher zu gewinnen, mit denen sowohl das Fußballfieber geweckt werden und das Kind mit allerlei Informationen ausgestattet werden kann.

Das offizielle Kids-Handbuch zur Fußball-WM

Genau das richtige für die Fußball-WM ist natürlich „2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch“. In kurzen Texten erfahren Kinder hier alles wichtige zu der anstehenden WM und dem Gastgeberland Russland: Man erfährt etwas über vergangene Weltmeisterschaften und besondere Ereignisse, aber vor allem eben auch über Russland und die Stadien der WM sowie etwas über die Aufstellung von Mannschaften und über aktuelle Fußballstars. Hier bekommen dann auch Kinder, die sich noch nicht so lange mit dem Thema beschäftigen, ein paar bekannte Namen zu hören. Kinder, die schon gut die Spieler der deutschen Nationalmannschaft kennen, schimpfen dann aber auch schon mal, wenn bei den starken Abwehrspielern weder Boateng noch Hummels vorkommen. Gerade für Kinder, die erst wenig über Fußball wissen und dabei meist zunächst die Spieler der deutschen Mannschaft kennen lernen, ist es etwas schade, dass die deutsche Mannschaft hier nicht extra vorgestellt wird.

Rätsel, Sticker und Spielplan

Nett ist, dass dieses Buch nicht nur Fakten und Infos bereithält, sondern dass es auch noch Rätsel gibt, die teilweise mit beigelegten Stickern gelöst werden können. Außerdem beinhalten die letzten Seiten den Spielplan, den die Kinder meist gerne ausfüllen. Beim Finale kann sogar die komplette Mannschaftsaufstellung eingetragen werden.

Insgesamt gefällt mir das Buch gut. Die Texte sind kurz und überfordern die Kinder im wesentlichen nicht. Klar, ob jeder die Taktikinformationen versteht, ist so eine Frage, aber Kinder suchen sich in einem solchen Buch sowieso nur die Sachen heraus, die sie aktuell interessieren. Einige Kinder werden so sicherlich auch die Infos zu Russland und den Stadien überblättern. Besonders interessant werden für die meisten die Fußball-Stars sein und die sind genau so dargestellt, dass Kinder die Texte gerne lesen werden. Leider sind manche Texte auf dunklem Grün gedruckt, was bei nicht so guten Lichtverhältnissen nur schwer zu lesen ist. Dennoch ist dies ein Buch, welches bei dem kleinen Fußball-Fan große Begeisterung auslösen kann und welches das Kind in die Lage bringt, mitsprechen zu können, was die Kleinen ganz stolz werden lässt.

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€

Die Kickerbande

Eine Abwechslung zu den Informationen und Rätseln im Kids-Handbuch bietet das Buch „Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam“. Geschrieben wurde diese Fußballgeschichte fortgeschrittene Leseanfänger von Frauke Nahrgang, die unter anderem bereits die Fußballreihe „Die Teufelskicker“ geschrieben hat, die dem einen oder anderen sicherlich bekannt sind. Die Reihe „Die Kickerbande“ ist aber für etwas jüngere Kinder als „Die Teufelskicker“.

In der Fußballmannschaft von Finn gibt es einen neuen Spieler. Kevin, der ausgerechnet von Finns Freund Max mitgebracht wurde. Und nun darf der auch noch statt Finn spielen, denn der Trainer möchte ja sehen, was Kevin so drauf hat. Selbst als Finn dann mit auf dem Spielfeld ist, bekommt Kevin die ganzen tollen Pässe. Das ist doch wirklich ungerecht. Überhaupt ist dieser Kevin auf einmal überall dabei. Sogar in der Klasse sitzt er nun neben Finns bestem Freund Max.

Beim nächsten Spiel möchte Finn unbedingt zeigen, was er alles kann und versemmelt so eine Torchance nach der anderen, weil er den Ball nicht an seine besser stehenden Mannschaftskameraden abspielt. Nun ist auch noch die ganze Mannschaft auf ihn sauer. Wie gemein doch alle sind!

Ob sich Finn bis zu dem wichtigen Derby wohl so weit wieder im Griff hat, dass er gemeinsam mit Kevin und den anderen als eine Mannschaft auftreten kann?

Fußball für Leseanfänger

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam“ ist ein schönes Buch für alle Kinder, die schon gut einen zusammenhängenden Text lesen können, und Fußball mögen. Hier steht der Fußball, das Spiel und die Mannschaft klar im Mittelpunkt, aber auch das Thema Freundschaft kommt hier nicht zu kurz – alles Themen, die für Kinder in diesem Alter relevant sind.

Auf jeder Seite befinden sich zudem farbige und lebendige Bilder, die Spaß machen und dafür sorgen, dass die jungen Leser nicht vom Text überfordert werden. Das Buch sieht ansprechend aus und ich hoffe, dass es den Jungs (und vielleicht auch den Mädchen) Lust aufs Lesen macht. Leider kommen in dem Buch gar keine Mädchen drin vor, was etwas schade ist, denn in den Kindermannschaften dürfen Mädchen und Jungs durchaus zusammenspielen.

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€

Wer sich bzw. seine Kinder mit zwei schönen Fußballbüchern ausstatten und damit zum Lesen anregen möchte, der kann gerne am Gewinnspiel teilnehmen.

Gewinnspiel

Hier nun die Gewinnspielfrage: Seid ihr schon im WM-Fieber und was kriegen eure Kinder schon von der Fußball-WM mit?

Die Antwort schreibt ihr bitte im Kommentar.

Teilnahmebedingungen: Wohnsitz oder Postadresse in Deutschland, Alter: ab 18 Jahren

Teilnahmeschluss: 01.06.2018, 23:59 Uhr

Gewinn: Buchpaket bestehend aus Buch „2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch“ und Buch „Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam

Gewinnerin: Gerli

Bekanntgabe des Gewinners/der Gewinnerin am darauffolgenden Tag im Kommentar, der Gewinner/die Gewinnern wird ausgelost.

Meldet sich der Gewinner/die Gewinnerin nicht innerhalb einer Woche, wird neu ausgelost.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich hafte nicht für auf dem Postweg verlorengegangene Artikel. Persönliche Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet.

Die Teilnahme ist nur möglich, wenn die Frage beantwortet wird.

Ich danke dem Arena Verlag für die Rezensionsexemplare!