Bücher aus dem neunmalklug Verlag

Langsam geht nun der Sommer wirklich zu Ende, der Herbst kommt und die Vögel sind schon wieder auf dem Weg in den Süden. Dazu gehören auch die Störche, aber was macht der Storch eigentlich im Winter? Dieser Frage geht das Bilderbuch „Was macht der Storch im Winter?“ nach.

Auf nach Afrika

In dem Bilderbuch dürfen wir den Storch Anton begleiten, der leider im Winter hier nichts zu fressen findet. Er macht sich auf den Weg nach Afrika, wo es im Winter ganz besondere Leckerbissen gibt. Und Anton bleibt sogar über den Winter hinaus in Afrika, denn er ist noch ein Jungstorch und nur um die Storchenküken vernünftig füttern zu können, muss es im Frühjahr wieder in den Norden gehen. Am Ende wird Anton dann aber doch noch ein Storchenvater.

Kindgerechte Sachinformationen

Mir gefällt der Aufbau des Bilderbuches sehr gut. Als erstes geht es von den Kindern selber aus. Wie sieht die Landschaft im Winter aus und was machen die Kinder, damit sie draußen dann nicht frieren? Aber was ist mit den Störchen? Sie frieren zwar nicht unbedingt, aber sie finden hier keine Nahrung. Nun wird zunächst einmal darüber gesprochen, was Störche überhaupt fressen und wo sich diese Nahrung befindet. Es bleibt also nicht einfach nur bei der Aussage, dass sie hier nichts zu fressen finden, sondern es wird auch erklärt, warum dies so ist. Genauso ist es mit der Reise nach Afrika, auch diese wird über mehrere Seiten hinweg beschrieben. Diese Bezüge und Verweise und das detaillierte Beschreiben sind gut und kindgerecht gemacht.

Man erfährt hier wirklich einiges über die Störche. An sich ist es ein Sachbuch, welches aber erzählend daher kommt, was mir als Vorleserin entgegen kommt. Hinzu kommt, dass das Buch sehr schön illustriert wurde. Es gibt hier keine Fotos, sondern wunderbare Bilder, die zwar realistisch sind, aber auch sehr stimmungsvoll.

Was macht der Storch im Winter? von Sarah Roller und Maria Mähler, neunmalklug Verlag, ISBN: 978-3-945677-08-7, 15€

Ganz unterschiedliche Illustrationen

Im neunmalklug Verlag ist noch ein weiteres Buch im gleichen Format erschienen, welches jedoch eine ganz andere Art von Illustrationen hat: „Eine Königslibelle in Neles Garten“ Auch hier sind die Bilder zwar bunt und freundlich, aber es sind Bilder, die einen an Zeichentrickfilme oder Computerspiele erinnern, während die Bilder aus dem Storchbuch (abgesehen von den kleinen witzigen Bildern, die das Thema der jeweiligen Seite zeigen) künstlerischer wirken. Beide Bücher nehmen aber Bezug auf eine Organisation, die die jeweiligen Tiere schützt (Storchenschutz beim NABU Oranienburg e.V. und Libellenschutz durch die GdO) und am Ende des Buches gibt es in beiden Büchern auch noch mal zusammengefasste Sachinformationen (für die Eltern). Es bleibt bei beiden Büchern also nicht nur bei einer interessanten und informativen Bilderbuchgeschichte, sondern es geht eben auch tiefergehend um die Tiere und den Naturschutz. Dazu passt natürlich auch, dass die Bücher im Cradle to Cradle-zertifiziertem Druck hergestellt werden.

Entwicklung einer Libelle

Wie es der Titel sagt, geht es in dem zweiten Buch um eine Königslibelle. Hier beobachten wir gemeinsam mit dem Mädchen Nele eine Königslibelle und zwar schon von dem Moment an, indem sie aus ihrer Larvenhaut schlüpft. Nele hat sie am Rand des Gartenteichs entdeckt und ich finde es sehr schön, dass man auf dem Bild selber genau hinschauen muss, um sie zu entdecken – so wie es eben auch in der Natur ist. Nur wer aufmerksam ist und genau hinschaut, entdeckt auch die Wunder der Natur. Auch Nele braucht bei ihren Beobachtungen Geduld, denn bis die Libelle trocken ist und losfliegen kann, dauert es eine ganze Weile. In der Zwischenzeit aber kann Nele die Libelle prima bestaunen und auch wir dürfen einen Blick auf die zarten Flügel mit dem schönen Muster werfen. Außerdem erzählt ihr Papa ihr dabei ein wenig über die Libellen. Nachdem die Libelle, Nele tauft sie Ella, losgeflogen ist, sieht Nele sie eine ganze Weile nicht mehr, aber sie denkt noch oft an sie. Am Ende des Sommers kann Nele dann aber beobachten, wie die Libelle ihre Eier im Flug in den Teich wirft.

Auch „Eine Königslibelle in Neles Garten“ gefällt mir gut. Es ist ebenfalls ein Buch, in dem Erzählung mit Wissen wunderbar und kindgerecht verknüpft wird. So macht es Spaß sich mit diesen kleinen Tieren auseinander zu setzen und vielleicht selbst aufmerksamer die Natur um einen herum zu beobachten.

Eine Königslibelle in Neles Garten von Marion Klara Mazzaglia und Tobias Goldschalt, neunmalklug Verlag, ISBN: 978-3-945677-07-0, 15€

 

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Deutscher Jugendliteraturpreis – #djlp18 – Bilderbücher

Ich muss zugeben, dass ich mich bisher so gut wie gar nicht für den Deutschen Jugendliteraturpreis, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verliehen und dessen Organisation von Preisfindung und Preisbekanntgabe beim Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. liegt, wird, interessiert habe. Ist das jetzt ein bisschen peinlich für eine Kinderbuchbloggerin? Vermutlich, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass dieser Preis (wie viele andere Buchpreise) für mich zu abgehoben ist und ich mit den literarischen, ausgezeichneten Büchern nicht allzu viel anfangen kann. Viele der Bücher, die in den letzten Jahren ausgezeichnet wurden, kenne ich gar nicht oder nur kaum, und dass obwohl ich mir Jahr für Jahr sehr viele Bilder- und Kinderbücher anschaue.

DJLP gewinnt für mich an Bedeutung

Als ich nun dieses Jahr gefragt wurde, ob ich Lust hätte mit ein paar anderen BloggerInnen etwas zum Deutschen Jugendliteraturpreis zu machen, habe ich einfach mal „ja“ gesagt und die Chance genutzt, mich mit dem Preis und den nominierten Büchern ein wenig genauer zu beschäftigen. Dabei habe ich zwei Sachen festgestellt, zum einen kenne und liebe ich einige Bücher, die bereits den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten haben (z.B. wurden direkt im ersten Jahr der Verleihung 1956 „Mio, mein Mio“ von Astrid Lindgren sowie mein Lieblingsbilderbuch „Der glückliche Löwe“ von Louise Fatio und Roger Duvoisin ausgezeichnet – es werden also doch interessante Bücher ausgezeichnet)  und zum anderen haben einige Bücher, die dieses Jahr auf der Nominierungsliste stehen, mein Interesse geweckt. Und somit erlangt der Deutsche Jugendliteraturpreis so langsam eine andere Bedeutung bei mir und ich bin schon gespannt, welche Bücher dieses Jahr letztendlich ausgezeichnet werden, aber auch die nächsten Nominierungen interessieren mich und so glaube ich, dass ich die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreis in Zukunft ganz anders und vor allem mit mehr Aufmerksamkeit begleiten werde.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis, der dieses Jahr am 12. Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, wird in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch verliehen. Außerdem gibt es den Preis der Jugendjury sowie im Bereich der Übersetzungen den Sonderpreis Gesamtwerk und den Sonderpreis Neue Talente. Auf der Seite www.jugendliteraturpreis.de findet ihr alle Nominierungen.

Zusammenschluss einiger Buchfreunde

Heute zeige ich euch kurz, welche sechs Bilderbücher für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden. Auf den Blogs der anderen Bloggerinnen findet ihr (demnächst) die Vorstellungen der anderen Kategorien.

DJLP-Blogger:

Buecherkinder.de

Favolas Lesestoff und Favolina & junior

Kielfeder

Kinderbuch-Detektive

 

Außerdem werden von uns alle nominierten Bücher in einer Rezension bis zur Preisverleihung vorgestellt. Insbesondere die Jugendbuchrezensionen werdet ihr auf den anderen Blogs finden, dafür werde ich euch unter anderem einige Bilderbücher vorstellen. Eine Rezension zu „Schläfst du?“ sowie zu dem nominierten Buch „Ich so du so“ aus der Kategorie Sachbuch findet ihr sogar schon bei mir.

Hier nun die nominierten Bilderbücher:

Schläfst du?

von Dorothée de Monfreid (Text, Illustration), aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Reprodukt
ISBN: 978-3-95640-138-1
€ 14,00 (D), € 14,40 (A)
Ab 2

Es ist Nacht und alle schlafen tief und fest. Alle bis auf Nono. Der Ärmste kriegt kein Auge zu, weil Popow so laut schnarcht. Er weckt Micha, damit der ihm etwas vorliest. Jetzt wird auch Zaza wach und möchte nicht mehr in ihrem Bett schlafen. Ob Pedro mit ihr tauscht? Nur wenn Nono ihm ein Kuscheltier borgt. Kaki hat Durst und Omar vertritt sich ein bisschen die Beine. Oje, wird heute Nacht noch irgendwer Schlaf finden? (Bild- und Textquelle: Reprodukt)

Rezensionen/Meinungen zu dem Buch findet ihr hier:

Geschichtenwolke

Kinderbuch-Detektive

 

Wazn Teez?

von Carson Ellis (Text, Illustration), aus dem Englischen von Jess Jochimsen und Anja Schöne
NordSüd Verlag
ISBN: 978-3-314-10386-5
€ 16,00 (D), € 16,50 (A)
Ab 4

Auf moosigem Grund treffen neugierige Libellen, auf chaotische Käfer und ein zartes Pflänzchen. Wazn teez? Was ist das? Und können sie damit ein Baumhaus bauen? (Bild- und Textquelle: NordSüd Verlag)

 

Grododo

von Michaël Escoffier (Text) und Kris Di Giacomo (Illustration), aus dem Französischen von Anna Taube
Carlsen
ISBN: 978-3-551-51509-4
€ 14,99 (D), € 15,50 (A)
Ab 4

Es war ein langer Tag und der Hase hat nur einen Wunsch: Grododo – endlich schlafen! Noch ein Glas Wasser, die Pantoffeln aufräumen, den Teddy fest ans Herz drücken und dann schließt er endlich das eine, dann das andere Auge und schläft auf beiden Ohren ein. Doch was hört er da? Wer stört seinen Schlaf? Das darf doch nicht wahr sein! Er sieht nach und sorgt für Ruhe. Aber die dauert leider nicht allzu lange an … (Bild- und Textquelle: Carlsen Verlag)

Rezensionen/Meinungen zu dem Buch findet ihr hier:

Favolina & Junior

 

Die verflixten sieben Geißlein

von Sebastian Meschenmoser (Text, Illustration)
Thienemann Verlag
ISBN: 978-3-522-45857-3
€ 12,99 (D), € 13,40 (A)
Ab 5

Der Wolf hat den perfekten Plan ausgeheckt, damit ihm die sieben Geißlein die Türe öffnen: Er hat sich als Ziegenmutter verkleidet! Doch was ist das? Im ganzen Haus ist weit und breit kein einziges Geißlein zu sehen. Dafür aber umso mehr Gerümpel und Unordnung! Um die sieben Geißlein zu finden, muss der Wolf erst einmal gründlich putzen und aufräumen …
Was für ein Heidenspaß, den Wolf und die sieben Geißlein auf den wimmeligen Bildern durchs ganze Haus zu verfolgen! (Bild- und Textquelle: Thienemann Verlag)

 

Ballonfahrt mit Hund – Die (fast) wahre Geschichte der ersten internationalen Luftfahrt im Jahr 1785

von Matthew Olshan (Text) und Sophie Blackall (Illustration), aus dem Englischen von Leena Flegler
Gerstenberg Verlag
ISBN: 978-3-8369-5979-7
€ 14,95 (D), € 15,40 (A)
Ab 7

Mit dem Ballon von Großbritannien nach Frankreich! Dr. Jeffries, ein Amerikaner, der lieber ein Engländer wäre, und sein französischer Pilot Monsieur Blanchard wollen unbedingt die Ersten sein, denen dieses waghalsige Vorhaben gelingt. Es gibt jedoch ein Problem: Die beiden können sich nicht ausstehen! Und so begeben sie sich am 7. Januar 1785 sehr missgelaunt gemeinsam in die Lüfte. Doch als sich wenig später die Ereignisse überschlagen und ihr Vorhaben zu scheitern droht, müssen die beiden Streithähne zusammenstehen, um wohlbehalten das französische Festland erreichen zu können.

Ein (fast) wahres Buch über die erste internationale Ballonfahrt! (Bild- und Textquelle: Gerstenberg Verlag)

 

Der siebente Bruder oder Das Herz im Marmeladenglas

von Øyvind Torseter (Text, Illustration), aus dem Norwegischen von Maike Dörries
Gerstenberg Verlag
ISBN: 978-3-8369-5900-1
€ 26,00 (D), € 26,80 (A)
Ab 9

Jungs und Mädels, Damen und Herren: Dies ist eine epische Geschichte von großem Wagemut in fernen und schwierigen Zeiten. Eine Geschichte von unmöglichen Entscheidungen, die größte Furchtlosigkeit erfordern. Die Geschichte eines jungen Mannes, der sein Leben riskiert, um seine Brüder zu befreien und sein Glück zu finden. Und ein bisschen ist es auch eine Geschichte vom Reiten, im Schlafsack schlafen, Auszüge machen und so was. Es spielen mit: Jede Menge Rindsviecher (das heißt: ein König und seine 7 Söhne), außerdem 7 Prinzessinnen, der Troll, das Pferd, ein Elefant, ein Wolf, ein Krake und einige Geister … Eine Graphic Novel, ein Roadmovie, eine total verrückte Geschichte, ein Kunstwerk. Kurz – ein Buch, das überrascht! (Bild- und Textquelle: Gerstenberg Verlag)

Kennt ihr schon eines der Bücher? Welches spricht euch spontan an? Welches eher nicht so?

 

Lernen mit Lük-Kästen

Nun beginnt die Schule und das Lernen wieder. Nicht jeder geht gerne in die Schule, aber es gibt auch Kinder, die zu Hause Spaß daran haben, weitere Aufgaben zu bearbeiten. Im Handel findet man dazu auch viele (qualitativ sehr unterschiedliche) Übungshefte. Ein besonderes Übungsformat sind die LÜK-Kästen, die es schon seit vielen Jahren gibt. Ich habe sie als Kind geliebt. Leider hatte ich nie einen eigenen zu Hause, so dass ich sie nur in der Schule und bei einer Freundin nutzen konnte. LÜK-Kästen eignen sich nämlich tatsächlich gut für die Arbeit in der Schule, aber auch für zu Hause. Und es gibt sogar Kästen für Kindergartenkinder. Das Prinzip ist letztendlich bei allen Kästen das gleiche: In den Heften befinden sich Aufgaben, die das Kind lösen soll. Je nach Kasten gibt es unterschiedlich viele Aufgaben. Man beginnt mit der ersten Aufgabe und nimmt sich das erste Plättchen. Die Lösung bestimmt dann, auf welches Feld im Kasten das Plättchen abgelegt wird. Wenn alle Plättchen gelegt wurden, kann man alles umdrehen und sieht dann auf der Rückseite ein Muster, welches natürlich nur bei richtiger Lösung angezeigt wird.

Bambino-LÜK

Bei dem Bambino-LÜK-Kasten für Kinder ab zwei Jahren sind auf den Plättchen statt Zahlen Symbole.

Bei den Heften für die Kleinen geht es darum einzelne Gegenstände in Bildern wieder zu entdecken, den Fortlauf einer Geschichte zu verstehen, Sachen, die zusammengehören zusammenzubringen, Spiegelbilder zu erkennen, Puzzleteile zu einem Bild zusammenzusetzen, Formen und Farben zu erkennen, Fragen wie „Was gehört nicht dazu?“ zu beantworten, gleiche Gegenstände aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkennen und ähnliches. Dabei gibt es allgemeine Hefte mit Spielen zum logischen Denken, aber auch Hefte, in denen die Aufgaben von einem bestimmten Thema wie zum Beispiel Ponys oder Piraten zusammengehalten werden.

Eigentlich können Kinder, wenn sie das Prinzip des LÜK-Kastens verstanden haben, die Hefte selbstständig bearbeiten. Gerade Kindergartenkinder finden es aber häufig dennoch schön, wenn ein Elternteil dabei neben ihnen sitzt. Aber dann kann man die Übungen zusätzlich noch sprachlich begleiten oder man leistet dem Kind einfach ein bisschen Gesellschaft.

12 oder 24 Plättchen?

Für Grundschulkinder sind die LÜK-Kästen mit 12 oder 24 Plättchen interessant. Ich habe festgestellt, dass es viele Hefte mit gleichem Inhalt sowohl für die Kästen mit 12 als auch für die Kästen mit 24 Plättchen gibt. Es ist also eigentlich egal, welchen der Kästen man sich anschafft. Man muss dann nur darauf achten, dass man die entsprechenden Hefte dazu kauft. Der Kasten mit 12 Plättchen nennt sich miniLÜK, der mit 24 LÜK. Da 24 Aufgaben natürlich mehr Konzentration und Zeit benötigen, würde ich vielleicht für jüngere Grundschulkinder lieber den Kasten mit 12 Plättchen nehmen.

MiniLÜK

Für den MiniLÜK-Kasten gibt es auch einige Hefte für Vorschulkinder und Kinder des ersten Schuljahres, bei denen die Plättchen noch nicht auf Zahlen gelegt werden müssen. Hier legt man den Kasten mit dem durchsichtigen Deckel auf das Heft und legt das Plättchen direkt auf die richtige Lösung. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert der Bambino-LÜK-Kasten. Diese Hefte sind grün und vom Format her etwas länglicher als die anderen Hefte, damit der Kasten auch darauf passt. In diesem Bereich gibt es zum Beispiel Hefte wie „Erstes Lesen“, „Erstes Rechnen“ und „Logische Folgen“.

Die meisten Hefte für Grundschulkinder sind aus dem Bereich Mathematik (blaue Hefte) und Deutsch (rote Hefte). Es gibt aber auch ein paar zu Sachunterrichtsthemen, zum logischen Denken oder auch zu Sprachen, wie z.B. Englisch oder Französisch.

Deutsch

Im Deutschbereich gibt es unter anderem Hefte zum Lesen, zur Rechtschreibung, zur Grammatik, zur Zeichensetzung und sogar etwas zum Thema Aufsatz. Beim Thema Aufsatz schreibt man natürlich keine Geschichten. Das wäre mit diesem Prinzip ja nur schwer möglich, aber man such zum Beispiel passende Verben zum Thema „Geräusche machen“. Da setzt man dann hinter „Die Wurst“ nicht „kreischt“, sondern „brutzelt“ ein. Oder man überlegt, wie welches Tier ruft. Wer zirpt, wer bellt und wer meckert? Bei den Leseheften liest man kurze Sätze, die den richtigen Bildern zugeordnet werden müssen und bei den Heften zur Rechtschreibung gibt es spezielle Hefte zu verschiedenen Rechtschreibproblemen, z.B. der Schreibung nach kurzen und langen Vokalen. Hier macht es natürlich Sinn, wenn man nicht nur die Plättchen an die richtige Stelle legt, sondern die Wörter auch einmal aufschreibt. Das Grammatikheft ist für mich kein reines Grammatikheft, da hier viel Rechtschreibung mit reinspielt, was ich nicht schlimm finde, aber man sollte es beim Kauf berücksichtigen.

Ob ein Heft für Zuhause sinnvoll ist, liegt ein wenig am Thema und daran, welchen Zweck die Hefte erfüllen sollen. Soll ein Kind einen Bereich zu Hause zusätzlich üben, macht natürlich alles Sinn. Möchte aber ein Kind zu Hause einfach gerne ein paar Aufgaben lösen, weil es ihm Spaß macht, kommen sicherlich nicht alle Hefte in Frage. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Kind freiwillig zu einem Heft zur Zeichensetzung greifen würde. Bei den Leseheften sieht das schon anders aus und auch an Rechen- und Knobelaufgaben haben viele Kinder durchaus Spaß.

Mathematik

Im Bereich Mathematik werden ebenfalls viele Bereiche berücksichtigt. Es gibt ganz normale Additions- und Subtraktionsaufgaben zur Übung, aber eben auch Text- und Sachaufgaben oder auch Aufgaben zur Geometrie oder zu Uhrzeiten.

Das Schöne ist, dass es ähnliche Aufgabenarten für die verschiedenen Klassenstufen gibt. An den Klassenstufen kann man sich durchaus orientieren, da die Aufgaben natürlich zu dem jeweiligen Lehrstoff passen. Hat ein Kind aber Schwierigkeiten in einem Bereich, kann es selbstverständlich auch Aufgaben für niedrigere Klassenstufen bearbeiten. Gleiches gilt ebenfalls für sehr fitte Kinder. Mein Sohn hatte zum Beispiel die Lesehefte „ab 2. Klasse“ bevor er in die Schule gekommen ist. Das ist einfach individuell verschieden, aber da es wirklich eine riesige Auswahl an Heften gibt, ist dies auch kein Problem.

Spaß am Lernen

Aus meiner Erfahrung heraus haben viele Kinder Spaß an den LÜK-Kästen. Ja, man muss nachdenken und Aufgaben lösen, aber immerhin muss man nichts schreiben, was viele Kinder ja auch anstrengend finden. In der Schule kann man natürlich manche Aufgaben dennoch zusätzlich verschriftlichen. Beim Legen der Plättchen wird man in gewisser Weise aktiv und das Prinzip ist schnell verstanden. Insgesamt hat alles einen Knobel- und Rätselcharakter, was Kinder durchaus motiviert. Durch das immer gleiche Lösungsprinzip können Kinder ohne große Erklärungen auch mit neuen Heften schnell starten. Die meisten Hefte sind übersichtlich gestaltet. Häufig ist direkt klar, inwiefern die Lösung mit dem richtigen Feld zusammenhängt, da die Feldzahl entweder direkt bei der Lösung steht oder es eine Tabelle dazu gibt, die in vielen Heften wieder auftaucht. Ab und zu muss man aber auch erst kurz überlegen, um heraus zu finden, wie alles miteinander zusammenhängt.

Langer Lernbegleiter

LÜK-Kästen können Kinder vom Kindergarten bis hinein auf die weiterführende Schule begleiten. Mein Sohn hat nur gelegentlich Lust auf die Hefte, was ich ein bisschen schade finde, da es mir beim Anblick dieser Kästen direkt in den Fingern juckt und ich am liebsten selbst direkt loslegen würde. Mir gefällt dieses Prinzip unheimlich gut, wobei man sicherlich sagen muss, dass es heutzutage unheimlich viele Übungshefte gibt, die äußerlich die Kinder vielleicht mit bunten Farben etc. mehr ansprechen. Allerdings leidet da durchaus manchmal die Qualität und die ist bei den LÜK-Heften insgesamt auf jeden Fall gegeben.

 

 

Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.

Rezension: Muss der Waschbär früh ins Bett?

Heute möchte ich euch ein Sachbuch für Kinder ab 4 Jahren empfehlen, von dessen Konzept ich begeistert bin: „Muss der Waschbär früh ins Bett?

Eingeteilt ist das Buch, in dem man viel über Tiere lernen kann, in verschiedene Themen aus dem ganz normalen Alltag: Wohnen, sich anziehen, essen, trinken, Zähne putzen, einkaufen, spielen, streiten etc. Hm, klingt nicht unbedingt nach Themen aus einem Tierbuch, oder? Ganz richtig, dieses Buch orientiert sich zunächst am Menschen und geht dann zu den jeweiligen Themen auf Besonderheiten verschiedener Tiere ein.

Vergleiche zwischen Mensch und Tier

Als erstes wird immer das Kind angesprochen. Wie wohnt es? Wie zieht es sich im Winter an? Trinkt es mit oder ohne Strohhalm, wie liegt es am liebsten im Bett? Das Kind wird bei seinen eigenen Erfahrungen abgeholt. Es kann sich auf eigenes Erleben berufen und wird wunderbar in das jeweilige Thema eingebunden. Anschließend wurden drei bis fünf Tiere ausgesucht, zu denen es zu dem Thema Besonderheiten oder Interessantes zu berichten gibt. Das Kind muss sich die Zähne gut putzen, der Hai lässt sie sich durch Putzerfische säubern und das Krokodil braucht sie sich gar nicht zu putzen, da durch die Zahnstellung kaum etwas hängen bleibt und notfalls ein herausgefallener Zahn nachwächst. Nicht nur Kinder zanken sich um Süßigkeiten oder Spielzeug, auch Möwen streiten sich gerne um Leckerbissen. Wir decken uns meistens mit einer Bettdecke beim Schlafen zu, das Eichhörnchen benutzt seinen Schwanz um sich kuschelig zu zu decken.

Durch diesen Aufbau wird einerseits das Interesse an den Themen geweckt und andererseits können Kinder die Ausführungen sehr gut nachvollziehen und vieles, was sie hier erfahren, wird auch hängen bleiben, denn gerade dieser Vergleich sowohl zwischen Mensch und Tier, aber auch zwischen den unterschiedlichen Tieren, ist sehr spannend.

Die Bilder sind farbig gezeichnet, wirken aber sehr realistisch. Die Texte zu den jeweiligen Tieren befinden sich in Kästen, so dass man sich ohne Probleme auf den Seiten zurecht findet und alles sehr ansprechend wirkt.

Muss der Waschbär früh ins Bett?“ ist wirklich ein tolles Buch (welches im Übrigen nach dem Cradle to cradle-Prinzip, also klimapositiv, hergestellt wurde), das nicht nur den Kindern viel Spaß macht. Hier lernen auch Mama und Papa sicherlich noch etwas.

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

 

Rezension: 3 Mauspiraten und eine Braatschmaus

Sagt mal, kennt ihr das Wort „braatschen“? Also, ich kannte es nicht und wenn es euch genauso geht, dann solltet ihr vielleicht mal das Buch „Tinchen und die Braatschmaus“ lesen. In diesem Buch wird das Wort nämlich anschaulich erklärt.

Da ich das Wort nicht kannte, hat mir auch „Braatschmaus“ zunächst gar nichts gesagt  und ich habe es auch zunächst in völlig falschen Silben gelesen. Damit ihr es direkt richtig macht: Es heißt Braatsch-Maus.

Tinchen und die Braatschmaus

Gemeinsam mit der Schnecke Tinchen begegnen wir dieser kleinen Maus direkt am Anfang des Buches. Wir sehen eine sehr unglückliche Maus, aus deren Augen die Tränen nur so spritzen. Tinchen bleibt bei ihr stehen und erkundigt sich, was passiert ist. Die Maus hat tatsächlich allen Grund zu Weinen, denn ihr Haus ist zusammengebrochen und angeblich möchte ihr niemand helfen. Da bietet Tinchen ihr an, zunächst bei ihr einzuziehen. Allerdings muss sie dann feststellen, dass die Maus nicht so einfach ist. Sie ist  nämlich eine Braatschmaus, das heißt sie weint und jammert ständig ohne Grund. Und deshalb hat ihr auch keines der Tiere geholfen, denn vor lauterer Weinerei haben sie gar nicht verstanden, worum es ging.

Ja, so sind sie, die lieben Kleinen

Das Buch erzählt eine nette Tier- und Freundschaftsgeschichte, die sich gut lesen lässt und bei der man, wie gesagt auch ein neues Wort kennen lernen kann. Die Bedeutung wird hier jedenfalls deutlich und Eltern werden sicherlich ihre 2-3-jährigen Kinder in der Maus widererkennen. Mit dem Buch kann man das ständige Geweine und Gejammer (für uns scheinbar ohne Grund) mit einem Augenzwinkern ertragen. An dem Verhalten des Kindes ändert sich jedoch vermutlich durch das Buch nichts. Verstehen werden sie die Handlung und auch das Verhalten der Maus dennoch. Auch kann man sicherlich darüber sprechen, wie man eher etwas erreicht: Mit Gejammer oder mit einer klaren, freundlichen Bitte.

Es ist das erste Buch von Christoph Brix und macht mit Softcover und Heftklammern äußerlich mehr den Eindruck eines Heftes. Die Bilder sind ansprechend und lebendig. Sie gefallen mir gut, auch wenn sie an normale Buntstiftzeichnungen erinnern. Auch wenn mir die Geschichte gut gefällt, wirkt alles noch etwas unprofessionell, was an sich kein Problem ist, allerdings steht der hohe Preis (12,99 €) dazu nicht im Verhältnis (auch wenn mir klar ist, dass damit kein großer Gewinn erzielt wird, da es sich um einen Selbstverlag handelt).

Der Preis ist für mich auch bei dem Buch „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ das größte Problem. Die Herstellung und der äußere Eindruck sind hier schon viel professioneller. Es handelt sich um ein Hardcoverbuch mit tollen bunten Bildern, aber ob jemand dafür 19,99€ ausgeben möchte, ist fraglich. Dass so hohe Preise durch den Selbstverlag verlangt werden müssen, ist wirklich schade und man wünscht den Autor, dass er seine Bücher vielleicht doch noch mal in einem anderen Verlag herausbringen kann, denn Potential haben diese Bücher auf jeden Fall.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale

Gerade die „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ gefallen mir sehr gut, denn die Charaktere sind hier einfach toll. Es geht um drei Mäuse: Olli, der Draufgänger, der auf Abenteuer aus ist, Nikolas, eine ruhigere, aber recht pfiffige Maus, und Walter, der alles mitmacht, aber eher etwas dumm und naiv daher kommt. Seit der alte Mann und die alte Frau nicht mehr in dem Haus am Meer leben, haben die Mäuse nichts mehr zu futtern. Doch eines Tages entdecken sie im Meer eine Kokosnuss, die sie zu einem Piratenboot umbauen. Nun soll das Abenteuer beginnen. Sie wollen gefährliche Piraten werden, die alle Schiffe berauben und somit reich werden. Doch so ganz geht der Plan nicht auf, denn erstens hat Olli gar nicht so viel Ahnung von der Schifffahrt und dem Piratenleben, wie er vorgibt, und zweitens sind sie auch nicht so wirklich gefährlich, dennoch endet ihr Abenteuer am Ende genau so wie sie es sich vorgestellt hatten. Nur wer Weg dorthin ist ein wenig anders…

Friedliche Piratengeschichte

Mir gefällt an diesem Buch einiges ziemlich gut. Wie gesagt, sind die unterschiedlichen Mäuse toll charakterisiert und man hat viel Spaß an ihnen. Die Geschichte selbst ist spannend und interessant, ohne aber gruselig oder gewaltsam zu werden. Es ist eine Piratengeschichte, die ganz ohne einen Kampf auskommt. Das finde ich klasse.

Auch die bunten Bilder, die mit feinem Strich gezeichnet wurden, können überzeugen.

Es gibt außerdem ein paar versteckte Witze für die mitlesenden Erwachsenen. Nicht jeden Spaß werden die Kinder verstehen, aber das ist nicht schlimm. Dafür werden die Erwachsenen an manch einer Stelle schmunzeln. Aber auch für aufmerksame Kinder gibt es etwas zu entdecken. Die Mäuse werden von einer Person, der sie begegnen hereingelegt, und wer sich das Bild genau anschaut, der kann diesen Schwindel direkt aufdecken.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ ist ein schönes Buch, das man gut vorlesen, aber auch ab etwa 7 Jahren selber lesen kann. Hier könnten allerdings die römischen Zahlen bei den Kapitelüberschriften irritieren.

Tinchen und die Braatschmaus von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7418-4043-2, 12,99€

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7450-0751-0, 19,99€

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Leipziger Lesekompass: Du nicht!

Beim Vorlesen des Bilderbuchs „Du nicht!“ waren die Sympathien meiner Kinder ganz schnell verteilt. Beide mochten von Anfang an – ohne den Verlauf der Geschichte zu kennen – den Seehund besonders gerne. Der Einfachheit halber trägt er den Namen Kautschuk, denn das steht auf seiner Badekappe. Kautschuk war auf einmal da und direkt verstand er sich mit den Pinguinen sehr gut, obwohl er nichts sagte, aber er hat gute Laune, kann gut schwimmen und lacht fröhlich. Gemeinsam haben die Tiere viel Spaß, bis beim Bau eines Schneepinguins plötzlich die Unterschiede deutlich werden und die Pinguine Kautschuk gar nicht mehr so nett angucken, wie sie es vorher taten. Kautschuk verschwindet und die Pinguine sind zunächst froh darüber, doch dann merken sie, dass ihnen etwas fehlt und sie gehen wieder auf Kautschuk zu.

Ein Bilderbuch gegen Ausgrenzung

Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, wie diese Geschichte bei Kindern ankommt, aber meinen Kindern gefiel sie. Sie erfreuten sich an Kautschuk, fanden es richtig blöd, wie die Pinguine sich ihm gegenüber verhalten haben, und waren glücklich, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Hoffentlich lernen sie aus dieser klaren Botschaft auch etwas für ihr eigenes Leben und machen nicht die gleichen Fehler wie die Pinguine bzw. wäre es ja schon schön, wenn sie einen solchen Fehler wie die Pinguine einsehen und wieder gut machen würden. Die Botschaft in dem Buch ist wichtig und kommt klar heraus.  Da die Wende durch das eigene Empfinden der Pinguine heraus entsteht, ist zum Glück hier auch kein erhobener Zeigefinger nötig. Ob Kinder über das Thema über das Buch hinaus nachdenken, weiß ich nicht, aber sie spüren beim Lesen zumindest unbewusst ganz genau, worum es geht. Vor allem, da sie Kautschuk einfach direkt ins Herz schließen und sie die Ausgrenzung so überhaupt nicht mittragen können. Ja, Robben und Pinguine sind unterschiedlich, aber sie haben vorher doch auch so schön miteinander gespielt, warum sollten sie es dann nicht weiterhin tun? Für Kinder ist die Sache meistens ganz einfach und schnell gelöst.

Den Namen Kautschuk finde ich übrigens super, auch wenn Kinder nicht verstehen werden, warum dieses Wort auf der Badekappe steht. Aber auch Erwachsene dürfen ja ruhig ein wenig Spaß an einem Buch haben.

Ruhige Bilder

Die Bilder sind sehr ruhig und klar und ja, sie sind auch sehr weiß. Auch deshalb war ich mir nicht sicher, ob Kindern das Buch gefällt, aber auch hier sagten meine Kinder, dass es ihnen gefiel. Doch, sie finden es schön, und es ist aus ihrer Sicht ja auch ganz klar, dass alles ganz weiß ist und man auf den Seiten nicht viele Farben sieht, denn so sieht es in der Heimat der Pinguine und Seehunde ja nun mal aus. Ihnen gefielen schon die kleinen Extras wie die rosa Pudelmütze des einen Pinguins, oder eben die Badekappe des Seehundes.

Also, ihr merkt uns hat das Buch gut gefallen und es ist auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag zu Toleranz und gegen Ausgrenzung.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Du nicht!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Du nicht! von Isabel Pin, Hinstorff Verlag, ISBN: 9783356021554, 16,99€

Leipziger Lesekompass: Der Riese Knurr

Oje, hört nur: „Rumms und Kawumm! Im Wald geht was rum! Die Sonne versteckt sich, die Luft wird kalt. Der Riese Knurr stapft durch den Wald.“ Da zittern alle Tiere im Wald und ein Tier nach dem anderen sucht ängstlich so schnell wie möglich das Weite. Aber das Rumms und Kawumm hört nicht auf. Und dann hören die Tiere in ihrem Versteck auch noch, wie der Riese sagt, dass ihm der Magen knurrt. Oh, weh, geht es ihnen nun allen an den Kragen?

Nein, natürlich kommt es in diesem Bilderbuch alles ganz anders, als es zunächst erscheint. Besonders toll finde ich es, dass es ausgerechnet die kleinen Mäuse sind, die es schließlich wagen, den Riesen anzusprechen und ihn zum großen Tortenschmaus einzuladen. Glücklicher hätten sie den Riesen, der darunter leidet, dass alle vor ihm Angst haben, kaum machen können, und am Ende feiern alle Tiere des Waldes gemeinsam mit dem Riesen Knurr. Ja, ein Rumms und Kawumm ist immer noch zu hören, aber das liegt nun daran, dass der große Riese wild im Kreis herum tanzt.

Vorurteile überwinden

Der Riese Knurr“ ist ein tolles Bilderbuch über Vorurteile und darüber wie diese überwunden und aus Fremden Freunde werden können. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint und Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zahlt sich oft aus. Allein der Verlauf der Geschichte macht Spaß und ist auch für Kinder gut nachzuvollziehen, aber das Buch gewinnt darüber hinaus ganz ungemein durch den gereimten Text und die Bilder. Der Text ist wirklich sehr gut und angenehm zu lesen, was leider bei gereimten Kinderbüchern nicht selbstverständlich ist. Sehr gut gefallen mir auch die Wiederholungen des anfangs zitierten Textes. Schnell können Kinder diesen mitsprechen und eine besondere Spannung und Atmosphäre wird aufgebaut.

Atmosphärische Illustrationen

Auf den Bildern erscheint der Riese wirklich unglaublich riesig und wild und man kann die flüchtenden Tiere durchaus verstehen, während man gleichzeitig auch direkt erahnen kann, dass dieser Mann nicht ganz so gefährlich ist, denn böse schaut er, trotz seiner räuberhaften Kleidung, eigentlich nicht. Hintergründe, Bäume und Pflanzen wirken gegenüber dem Riesen skizzenhaft. Mit den Größen und Proportionen wird hier leichtfüßig und gekonnt gespielt. Insgesamt wird durch die Bilder die Waldatmosphäre, in der die Geschichte spielt, gut heraufbeschworen. Dazu trägt im Übrigen auch die Art, wie der Text gesetzt wurde, bei. Insbesondere das laute Heranstapfen des Riesens wird optisch hervorgehoben.

Das Buch „Der Riese Knurr“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Der Riese Knurr von Astrid Henn und Heinz Janisch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-44696-4 , 13€

 

 

Leipziger Lesekompass: Sport ist herrlich

Sport ist herrlich“ – und dieses Buch ist herrlich! Ich hatte unglaublich großen Spaß dabei, mir dieses Buch anzuschauen und habe das Buch dann auch meinem Sohn mit den Worten: „Hier, schau dir das mal an, das ist witzig“ empfohlen. Mein Sohn meinte dann, nachdem er es sich angeschaut hatte: „Das ist doch nicht witzig.“ Ganz erstaunt wollte ich wissen, ob es ihm denn nicht gefallen hätte, woraufhin er meinte, doch, das Buch fände er gut, aber es wäre eben nicht lustig geschrieben. Die Bilder aber wären durchaus witzig.

Okay, dann werde ich euch das mal so weitergeben: „Sport ist herrlich“ ist ein tolles Buch mit humorvollen Bildern und informativen Texten. Ich finde es übrigens trotzdem weiterhin, genial und witzig.

Viele verschiedene Sportarten entdecken

Auf jeden Fall werden hier verschiedene Sportarten präsentiert, die alle „herrlich“ sind. Ausgeführt werden sie von verschiedenen Tieren – wirklich herrlich anzuschauen. Freude, Ärger, Anstrengung alles ist in den Gesichtern der Tiere abzulesen. Außerdem gibt es humorvolle Details, z.B. die schummelnde Ente beim Skisprung, die ihre Flügel einsetzt oder die Vorteile einer gewissen Körpergröße beim Basketball, wo der Elefant ganz klar im Vorteil ist. Aber mir gefällt auch die elegante Giraffe mit Zylinder beim Dressurritt oder die Kuh beim Hochsprung. Ab und zu sind dann aber doch auch die Texte witzig. Beim Skispringen zum Beispiel bleibt ein Springer mit dem Kopf im Schnee direkt hinter der Schanze stecken und es heißt „Dieser Skispringer muss noch üben.“

Im Buch geht es quer durch lauter verschiedene Sportarten, selbst rhythmische Sportgymnastik, Surfen, Rugby, Motocross und Angeln werden vorgestellt. Sehr gut gefällt mir auch die Erwähnung vom Baumstammwerfen und alltäglichen sportlichen Betätigungen wie Seilspringen, Joggen und Ball-hin-und-her-Werfen. Kinder lernen in diesem Buch also sowohl einige Sportarten kennen, entdecken aber auch einiges wider, was sie vielleicht selbst schon mal gemacht haben.

Übrigens kann man mit diesem Buch natürlich auch tolle Leseaktionen machen, bei denen die Kinder sich am Anschluss selber sportlich betätigen können.

Sportgeburtstag mit Geburtstagsolympiade

Ich habe das Buch neulich sogar beim „Sport-Kinder-Geburtstag“ zum Einsatz kommen lassen. Während des Kaffeetrinkens mit passendem Fußballkuchen, habe ich den Kindern das Buch gezeigt und sie die Sportarten nennen/erraten lassen. Und ich hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass die Kinder die Seiten ganz interessiert und begeistert betrachtet haben. Bei einer Leseaktion könnte man hier noch intensiver auf die Bilder und Texte eingehen. Bei uns war es nur eine kleine Sache während des Kaffeetrinkens. Das große Geburtstagsprogramm bestand dann aus einer Geburtstagsolympiade mit spaßigen Aufgaben (z.B. bestand der Weitwurf aus einem Teebeutelweitwurf und beim Pistolenschießen wurde mit Wasserpistolen auf Pappbecher gezielt). Hier könnte man natürlich bei einer Leseaktion, bei der das Buch noch mehr zum Tragen kommen soll, sich Olympia-Aufgaben zu den im Buch vorgestellten Sportarten ausdenken bzw. eine Auswahl davon treffen. Einfache Medaillen lassen sich aus Schokotalern problemlos herstellen. Und nie vergessen: Dabei sein, ist alles!

Passendes sportliches Essen wäre dann z.B. so ein Fußballkuchen, der mit einem normalem Rührteig-Rezept leicht gemacht ist. Oder man bastelt sich ein Fußball- oder Olympiastadion, bei dem die Ränge aus Knabbereien bestehen. Da es sich ja bei uns um einen Kindergeburtstag handelte, gab es beides: Das eine zum Kaffeetrinken, das andere als Abendsnack.

In dem Buch steckt also, über die Freude am Anschauen, jede Menge drin. Vielleicht wird ja auch das Interesse an einer bestimmten Sportart durch das Buch geweckt oder man möchte sich über die einer oder andere Sportart im Anschluss noch intensiver informieren. Ich sagte es ja bereits, das Buch ist herrlich!

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Sport ist herrlich“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Sport ist herrlich von Ole Könnecke, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-25484-8 , 16€

 

Leipziger Lesekompass: Schau in deinen Körper

Der menschliche Körper ist für Kinder häufig sehr interessant, aber dennoch ist es für sie auch nicht so einfach zu verstehen, was sich da so alles unter der Haut befindet und was dort so für Dinge ablaufen. Richtig hilfreich ist da das Buch „Schau in deinen Körper“. Das Konzept dahinter ist wirklich genial. Pro Doppelseite lernen die Kinder etwas über eine Sache, die sich in ihrem Körper befindet. Es geht um den Schädel, das Gehirn, die Lunge, das Herz, den Brustkorb, Magen und Darm, Nieren und Blase, Becken, Knie und Füße.

Wo befindet sich was im Körper?

Auf dem Bild ist der Teil des Körpers abgebildet, um den es gerade geht. Alles, was davon nur ablenkt oder nicht unmittelbar etwas damit zu tun hat (z.B. Muskeln, Knochen oder ähnliches) sieht man nicht, so dass wirklich die einzelnen Organe genau erforscht werden können. Ein paar wenige Beschriftungen gibt es auch. Damit der Körperteil dennoch mit dem großen Ganzen in Zusammenhang gebracht werden kann, wird oben rechts in einem kleinen Bild gezeigt, wie man das Buch vor seinen Körper halten soll. Rechts und Links gibt es Griffe in den Seiten, mit denen man das Buch problemlos halten kann und so kann man sich dann das Buch so vor sich halten, dass z.B. der Schädel genau vor dem eigenen Schädel ist. Das macht den Kindern nicht nur klar, wo sich was im Körper befindet, sondern macht unheimlich viel Spaß und man kann nebenbei auch noch ein paar lustige Fotos machen. Allein diesen Effekt des Buches finde ich schon toll, aber es gibt noch mehr, was dieses Buch so gut macht.

Kindgerechte Erklärungen

Die einzelnen Organe und Körperteile werden in sehr kurzen Sätzen kindgerecht und verständlich erklärt. Man staunt regelrecht, wie wenig Worte es braucht, um den Kern der Funktion (z.B. vom Herz) zu erklären. Und um das Ganze dann noch besser verstehen zu können, wird das Kind dazu angeregt die Funktionen zu erfahren: Der Schädel soll ertastet werden, man soll die Hand auf die Brust legen, um das Herz zu spüren, es wird dazu aufgefordert die Rippen zu ertasten und zu zählen, beim Ein- und Ausatmen soll man darauf achten, ob man spürt, wie sich die Lunge füllt und leert und vieles mehr.

Im Übrigen ist das Buch auch systematisch aufgebaut: Es geht vom Kopf bis zu den Füßen, von oben nach unten.

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab vier Jahren. Dies ist auch sicherlich ein Alter, in dem man die Funktionen der Körperteile verstehen kann. Dennoch können auch jüngere Geschwisterkinder schon Spaß daran haben, die vorgestellten Körperteile mit dem eigenen Körper in Beziehung zu bringen und das eigene Herz zu spüren. Mein Kleiner zeigte nach der Lektüre jedenfalls dem Papa ganz stolz, wo sein Herz schlägt.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Schau in deinen Körper“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

https://beltz.de

Schau in deinen Körper – Ein Mitmach-Buch von Kopf bis Fuß von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€