Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.

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Rezension: Muss der Waschbär früh ins Bett?

Heute möchte ich euch ein Sachbuch für Kinder ab 4 Jahren empfehlen, von dessen Konzept ich begeistert bin: „Muss der Waschbär früh ins Bett?

Eingeteilt ist das Buch, in dem man viel über Tiere lernen kann, in verschiedene Themen aus dem ganz normalen Alltag: Wohnen, sich anziehen, essen, trinken, Zähne putzen, einkaufen, spielen, streiten etc. Hm, klingt nicht unbedingt nach Themen aus einem Tierbuch, oder? Ganz richtig, dieses Buch orientiert sich zunächst am Menschen und geht dann zu den jeweiligen Themen auf Besonderheiten verschiedener Tiere ein.

Vergleiche zwischen Mensch und Tier

Als erstes wird immer das Kind angesprochen. Wie wohnt es? Wie zieht es sich im Winter an? Trinkt es mit oder ohne Strohhalm, wie liegt es am liebsten im Bett? Das Kind wird bei seinen eigenen Erfahrungen abgeholt. Es kann sich auf eigenes Erleben berufen und wird wunderbar in das jeweilige Thema eingebunden. Anschließend wurden drei bis fünf Tiere ausgesucht, zu denen es zu dem Thema Besonderheiten oder Interessantes zu berichten gibt. Das Kind muss sich die Zähne gut putzen, der Hai lässt sie sich durch Putzerfische säubern und das Krokodil braucht sie sich gar nicht zu putzen, da durch die Zahnstellung kaum etwas hängen bleibt und notfalls ein herausgefallener Zahn nachwächst. Nicht nur Kinder zanken sich um Süßigkeiten oder Spielzeug, auch Möwen streiten sich gerne um Leckerbissen. Wir decken uns meistens mit einer Bettdecke beim Schlafen zu, das Eichhörnchen benutzt seinen Schwanz um sich kuschelig zu zu decken.

Durch diesen Aufbau wird einerseits das Interesse an den Themen geweckt und andererseits können Kinder die Ausführungen sehr gut nachvollziehen und vieles, was sie hier erfahren, wird auch hängen bleiben, denn gerade dieser Vergleich sowohl zwischen Mensch und Tier, aber auch zwischen den unterschiedlichen Tieren, ist sehr spannend.

Die Bilder sind farbig gezeichnet, wirken aber sehr realistisch. Die Texte zu den jeweiligen Tieren befinden sich in Kästen, so dass man sich ohne Probleme auf den Seiten zurecht findet und alles sehr ansprechend wirkt.

Muss der Waschbär früh ins Bett?“ ist wirklich ein tolles Buch (welches im Übrigen nach dem Cradle to cradle-Prinzip, also klimapositiv, hergestellt wurde), das nicht nur den Kindern viel Spaß macht. Hier lernen auch Mama und Papa sicherlich noch etwas.

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

 

Rezension: 3 Mauspiraten und eine Braatschmaus

Sagt mal, kennt ihr das Wort „braatschen“? Also, ich kannte es nicht und wenn es euch genauso geht, dann solltet ihr vielleicht mal das Buch „Tinchen und die Braatschmaus“ lesen. In diesem Buch wird das Wort nämlich anschaulich erklärt.

Da ich das Wort nicht kannte, hat mir auch „Braatschmaus“ zunächst gar nichts gesagt  und ich habe es auch zunächst in völlig falschen Silben gelesen. Damit ihr es direkt richtig macht: Es heißt Braatsch-Maus.

Tinchen und die Braatschmaus

Gemeinsam mit der Schnecke Tinchen begegnen wir dieser kleinen Maus direkt am Anfang des Buches. Wir sehen eine sehr unglückliche Maus, aus deren Augen die Tränen nur so spritzen. Tinchen bleibt bei ihr stehen und erkundigt sich, was passiert ist. Die Maus hat tatsächlich allen Grund zu Weinen, denn ihr Haus ist zusammengebrochen und angeblich möchte ihr niemand helfen. Da bietet Tinchen ihr an, zunächst bei ihr einzuziehen. Allerdings muss sie dann feststellen, dass die Maus nicht so einfach ist. Sie ist  nämlich eine Braatschmaus, das heißt sie weint und jammert ständig ohne Grund. Und deshalb hat ihr auch keines der Tiere geholfen, denn vor lauterer Weinerei haben sie gar nicht verstanden, worum es ging.

Ja, so sind sie, die lieben Kleinen

Das Buch erzählt eine nette Tier- und Freundschaftsgeschichte, die sich gut lesen lässt und bei der man, wie gesagt auch ein neues Wort kennen lernen kann. Die Bedeutung wird hier jedenfalls deutlich und Eltern werden sicherlich ihre 2-3-jährigen Kinder in der Maus widererkennen. Mit dem Buch kann man das ständige Geweine und Gejammer (für uns scheinbar ohne Grund) mit einem Augenzwinkern ertragen. An dem Verhalten des Kindes ändert sich jedoch vermutlich durch das Buch nichts. Verstehen werden sie die Handlung und auch das Verhalten der Maus dennoch. Auch kann man sicherlich darüber sprechen, wie man eher etwas erreicht: Mit Gejammer oder mit einer klaren, freundlichen Bitte.

Es ist das erste Buch von Christoph Brix und macht mit Softcover und Heftklammern äußerlich mehr den Eindruck eines Heftes. Die Bilder sind ansprechend und lebendig. Sie gefallen mir gut, auch wenn sie an normale Buntstiftzeichnungen erinnern. Auch wenn mir die Geschichte gut gefällt, wirkt alles noch etwas unprofessionell, was an sich kein Problem ist, allerdings steht der hohe Preis (12,99 €) dazu nicht im Verhältnis (auch wenn mir klar ist, dass damit kein großer Gewinn erzielt wird, da es sich um einen Selbstverlag handelt).

Der Preis ist für mich auch bei dem Buch „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ das größte Problem. Die Herstellung und der äußere Eindruck sind hier schon viel professioneller. Es handelt sich um ein Hardcoverbuch mit tollen bunten Bildern, aber ob jemand dafür 19,99€ ausgeben möchte, ist fraglich. Dass so hohe Preise durch den Selbstverlag verlangt werden müssen, ist wirklich schade und man wünscht den Autor, dass er seine Bücher vielleicht doch noch mal in einem anderen Verlag herausbringen kann, denn Potential haben diese Bücher auf jeden Fall.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale

Gerade die „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ gefallen mir sehr gut, denn die Charaktere sind hier einfach toll. Es geht um drei Mäuse: Olli, der Draufgänger, der auf Abenteuer aus ist, Nikolas, eine ruhigere, aber recht pfiffige Maus, und Walter, der alles mitmacht, aber eher etwas dumm und naiv daher kommt. Seit der alte Mann und die alte Frau nicht mehr in dem Haus am Meer leben, haben die Mäuse nichts mehr zu futtern. Doch eines Tages entdecken sie im Meer eine Kokosnuss, die sie zu einem Piratenboot umbauen. Nun soll das Abenteuer beginnen. Sie wollen gefährliche Piraten werden, die alle Schiffe berauben und somit reich werden. Doch so ganz geht der Plan nicht auf, denn erstens hat Olli gar nicht so viel Ahnung von der Schifffahrt und dem Piratenleben, wie er vorgibt, und zweitens sind sie auch nicht so wirklich gefährlich, dennoch endet ihr Abenteuer am Ende genau so wie sie es sich vorgestellt hatten. Nur wer Weg dorthin ist ein wenig anders…

Friedliche Piratengeschichte

Mir gefällt an diesem Buch einiges ziemlich gut. Wie gesagt, sind die unterschiedlichen Mäuse toll charakterisiert und man hat viel Spaß an ihnen. Die Geschichte selbst ist spannend und interessant, ohne aber gruselig oder gewaltsam zu werden. Es ist eine Piratengeschichte, die ganz ohne einen Kampf auskommt. Das finde ich klasse.

Auch die bunten Bilder, die mit feinem Strich gezeichnet wurden, können überzeugen.

Es gibt außerdem ein paar versteckte Witze für die mitlesenden Erwachsenen. Nicht jeden Spaß werden die Kinder verstehen, aber das ist nicht schlimm. Dafür werden die Erwachsenen an manch einer Stelle schmunzeln. Aber auch für aufmerksame Kinder gibt es etwas zu entdecken. Die Mäuse werden von einer Person, der sie begegnen hereingelegt, und wer sich das Bild genau anschaut, der kann diesen Schwindel direkt aufdecken.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ ist ein schönes Buch, das man gut vorlesen, aber auch ab etwa 7 Jahren selber lesen kann. Hier könnten allerdings die römischen Zahlen bei den Kapitelüberschriften irritieren.

Tinchen und die Braatschmaus von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7418-4043-2, 12,99€

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7450-0751-0, 19,99€

www.brisebuch.de

 

Leipziger Lesekompass: Du nicht!

Beim Vorlesen des Bilderbuchs „Du nicht!“ waren die Sympathien meiner Kinder ganz schnell verteilt. Beide mochten von Anfang an – ohne den Verlauf der Geschichte zu kennen – den Seehund besonders gerne. Der Einfachheit halber trägt er den Namen Kautschuk, denn das steht auf seiner Badekappe. Kautschuk war auf einmal da und direkt verstand er sich mit den Pinguinen sehr gut, obwohl er nichts sagte, aber er hat gute Laune, kann gut schwimmen und lacht fröhlich. Gemeinsam haben die Tiere viel Spaß, bis beim Bau eines Schneepinguins plötzlich die Unterschiede deutlich werden und die Pinguine Kautschuk gar nicht mehr so nett angucken, wie sie es vorher taten. Kautschuk verschwindet und die Pinguine sind zunächst froh darüber, doch dann merken sie, dass ihnen etwas fehlt und sie gehen wieder auf Kautschuk zu.

Ein Bilderbuch gegen Ausgrenzung

Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, wie diese Geschichte bei Kindern ankommt, aber meinen Kindern gefiel sie. Sie erfreuten sich an Kautschuk, fanden es richtig blöd, wie die Pinguine sich ihm gegenüber verhalten haben, und waren glücklich, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Hoffentlich lernen sie aus dieser klaren Botschaft auch etwas für ihr eigenes Leben und machen nicht die gleichen Fehler wie die Pinguine bzw. wäre es ja schon schön, wenn sie einen solchen Fehler wie die Pinguine einsehen und wieder gut machen würden. Die Botschaft in dem Buch ist wichtig und kommt klar heraus.  Da die Wende durch das eigene Empfinden der Pinguine heraus entsteht, ist zum Glück hier auch kein erhobener Zeigefinger nötig. Ob Kinder über das Thema über das Buch hinaus nachdenken, weiß ich nicht, aber sie spüren beim Lesen zumindest unbewusst ganz genau, worum es geht. Vor allem, da sie Kautschuk einfach direkt ins Herz schließen und sie die Ausgrenzung so überhaupt nicht mittragen können. Ja, Robben und Pinguine sind unterschiedlich, aber sie haben vorher doch auch so schön miteinander gespielt, warum sollten sie es dann nicht weiterhin tun? Für Kinder ist die Sache meistens ganz einfach und schnell gelöst.

Den Namen Kautschuk finde ich übrigens super, auch wenn Kinder nicht verstehen werden, warum dieses Wort auf der Badekappe steht. Aber auch Erwachsene dürfen ja ruhig ein wenig Spaß an einem Buch haben.

Ruhige Bilder

Die Bilder sind sehr ruhig und klar und ja, sie sind auch sehr weiß. Auch deshalb war ich mir nicht sicher, ob Kindern das Buch gefällt, aber auch hier sagten meine Kinder, dass es ihnen gefiel. Doch, sie finden es schön, und es ist aus ihrer Sicht ja auch ganz klar, dass alles ganz weiß ist und man auf den Seiten nicht viele Farben sieht, denn so sieht es in der Heimat der Pinguine und Seehunde ja nun mal aus. Ihnen gefielen schon die kleinen Extras wie die rosa Pudelmütze des einen Pinguins, oder eben die Badekappe des Seehundes.

Also, ihr merkt uns hat das Buch gut gefallen und es ist auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag zu Toleranz und gegen Ausgrenzung.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Du nicht!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Du nicht! von Isabel Pin, Hinstorff Verlag, ISBN: 9783356021554, 16,99€

Leipziger Lesekompass: Der Riese Knurr

Oje, hört nur: „Rumms und Kawumm! Im Wald geht was rum! Die Sonne versteckt sich, die Luft wird kalt. Der Riese Knurr stapft durch den Wald.“ Da zittern alle Tiere im Wald und ein Tier nach dem anderen sucht ängstlich so schnell wie möglich das Weite. Aber das Rumms und Kawumm hört nicht auf. Und dann hören die Tiere in ihrem Versteck auch noch, wie der Riese sagt, dass ihm der Magen knurrt. Oh, weh, geht es ihnen nun allen an den Kragen?

Nein, natürlich kommt es in diesem Bilderbuch alles ganz anders, als es zunächst erscheint. Besonders toll finde ich es, dass es ausgerechnet die kleinen Mäuse sind, die es schließlich wagen, den Riesen anzusprechen und ihn zum großen Tortenschmaus einzuladen. Glücklicher hätten sie den Riesen, der darunter leidet, dass alle vor ihm Angst haben, kaum machen können, und am Ende feiern alle Tiere des Waldes gemeinsam mit dem Riesen Knurr. Ja, ein Rumms und Kawumm ist immer noch zu hören, aber das liegt nun daran, dass der große Riese wild im Kreis herum tanzt.

Vorurteile überwinden

Der Riese Knurr“ ist ein tolles Bilderbuch über Vorurteile und darüber wie diese überwunden und aus Fremden Freunde werden können. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint und Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zahlt sich oft aus. Allein der Verlauf der Geschichte macht Spaß und ist auch für Kinder gut nachzuvollziehen, aber das Buch gewinnt darüber hinaus ganz ungemein durch den gereimten Text und die Bilder. Der Text ist wirklich sehr gut und angenehm zu lesen, was leider bei gereimten Kinderbüchern nicht selbstverständlich ist. Sehr gut gefallen mir auch die Wiederholungen des anfangs zitierten Textes. Schnell können Kinder diesen mitsprechen und eine besondere Spannung und Atmosphäre wird aufgebaut.

Atmosphärische Illustrationen

Auf den Bildern erscheint der Riese wirklich unglaublich riesig und wild und man kann die flüchtenden Tiere durchaus verstehen, während man gleichzeitig auch direkt erahnen kann, dass dieser Mann nicht ganz so gefährlich ist, denn böse schaut er, trotz seiner räuberhaften Kleidung, eigentlich nicht. Hintergründe, Bäume und Pflanzen wirken gegenüber dem Riesen skizzenhaft. Mit den Größen und Proportionen wird hier leichtfüßig und gekonnt gespielt. Insgesamt wird durch die Bilder die Waldatmosphäre, in der die Geschichte spielt, gut heraufbeschworen. Dazu trägt im Übrigen auch die Art, wie der Text gesetzt wurde, bei. Insbesondere das laute Heranstapfen des Riesens wird optisch hervorgehoben.

Das Buch „Der Riese Knurr“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Der Riese Knurr von Astrid Henn und Heinz Janisch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-44696-4 , 13€

 

 

Leipziger Lesekompass: Sport ist herrlich

Sport ist herrlich“ – und dieses Buch ist herrlich! Ich hatte unglaublich großen Spaß dabei, mir dieses Buch anzuschauen und habe das Buch dann auch meinem Sohn mit den Worten: „Hier, schau dir das mal an, das ist witzig“ empfohlen. Mein Sohn meinte dann, nachdem er es sich angeschaut hatte: „Das ist doch nicht witzig.“ Ganz erstaunt wollte ich wissen, ob es ihm denn nicht gefallen hätte, woraufhin er meinte, doch, das Buch fände er gut, aber es wäre eben nicht lustig geschrieben. Die Bilder aber wären durchaus witzig.

Okay, dann werde ich euch das mal so weitergeben: „Sport ist herrlich“ ist ein tolles Buch mit humorvollen Bildern und informativen Texten. Ich finde es übrigens trotzdem weiterhin, genial und witzig.

Viele verschiedene Sportarten entdecken

Auf jeden Fall werden hier verschiedene Sportarten präsentiert, die alle „herrlich“ sind. Ausgeführt werden sie von verschiedenen Tieren – wirklich herrlich anzuschauen. Freude, Ärger, Anstrengung alles ist in den Gesichtern der Tiere abzulesen. Außerdem gibt es humorvolle Details, z.B. die schummelnde Ente beim Skisprung, die ihre Flügel einsetzt oder die Vorteile einer gewissen Körpergröße beim Basketball, wo der Elefant ganz klar im Vorteil ist. Aber mir gefällt auch die elegante Giraffe mit Zylinder beim Dressurritt oder die Kuh beim Hochsprung. Ab und zu sind dann aber doch auch die Texte witzig. Beim Skispringen zum Beispiel bleibt ein Springer mit dem Kopf im Schnee direkt hinter der Schanze stecken und es heißt „Dieser Skispringer muss noch üben.“

Im Buch geht es quer durch lauter verschiedene Sportarten, selbst rhythmische Sportgymnastik, Surfen, Rugby, Motocross und Angeln werden vorgestellt. Sehr gut gefällt mir auch die Erwähnung vom Baumstammwerfen und alltäglichen sportlichen Betätigungen wie Seilspringen, Joggen und Ball-hin-und-her-Werfen. Kinder lernen in diesem Buch also sowohl einige Sportarten kennen, entdecken aber auch einiges wider, was sie vielleicht selbst schon mal gemacht haben.

Übrigens kann man mit diesem Buch natürlich auch tolle Leseaktionen machen, bei denen die Kinder sich am Anschluss selber sportlich betätigen können.

Sportgeburtstag mit Geburtstagsolympiade

Ich habe das Buch neulich sogar beim „Sport-Kinder-Geburtstag“ zum Einsatz kommen lassen. Während des Kaffeetrinkens mit passendem Fußballkuchen, habe ich den Kindern das Buch gezeigt und sie die Sportarten nennen/erraten lassen. Und ich hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass die Kinder die Seiten ganz interessiert und begeistert betrachtet haben. Bei einer Leseaktion könnte man hier noch intensiver auf die Bilder und Texte eingehen. Bei uns war es nur eine kleine Sache während des Kaffeetrinkens. Das große Geburtstagsprogramm bestand dann aus einer Geburtstagsolympiade mit spaßigen Aufgaben (z.B. bestand der Weitwurf aus einem Teebeutelweitwurf und beim Pistolenschießen wurde mit Wasserpistolen auf Pappbecher gezielt). Hier könnte man natürlich bei einer Leseaktion, bei der das Buch noch mehr zum Tragen kommen soll, sich Olympia-Aufgaben zu den im Buch vorgestellten Sportarten ausdenken bzw. eine Auswahl davon treffen. Einfache Medaillen lassen sich aus Schokotalern problemlos herstellen. Und nie vergessen: Dabei sein, ist alles!

Passendes sportliches Essen wäre dann z.B. so ein Fußballkuchen, der mit einem normalem Rührteig-Rezept leicht gemacht ist. Oder man bastelt sich ein Fußball- oder Olympiastadion, bei dem die Ränge aus Knabbereien bestehen. Da es sich ja bei uns um einen Kindergeburtstag handelte, gab es beides: Das eine zum Kaffeetrinken, das andere als Abendsnack.

In dem Buch steckt also, über die Freude am Anschauen, jede Menge drin. Vielleicht wird ja auch das Interesse an einer bestimmten Sportart durch das Buch geweckt oder man möchte sich über die einer oder andere Sportart im Anschluss noch intensiver informieren. Ich sagte es ja bereits, das Buch ist herrlich!

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Sport ist herrlich“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Sport ist herrlich von Ole Könnecke, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-25484-8 , 16€

 

Leipziger Lesekompass: Schau in deinen Körper

Der menschliche Körper ist für Kinder häufig sehr interessant, aber dennoch ist es für sie auch nicht so einfach zu verstehen, was sich da so alles unter der Haut befindet und was dort so für Dinge ablaufen. Richtig hilfreich ist da das Buch „Schau in deinen Körper“. Das Konzept dahinter ist wirklich genial. Pro Doppelseite lernen die Kinder etwas über eine Sache, die sich in ihrem Körper befindet. Es geht um den Schädel, das Gehirn, die Lunge, das Herz, den Brustkorb, Magen und Darm, Nieren und Blase, Becken, Knie und Füße.

Wo befindet sich was im Körper?

Auf dem Bild ist der Teil des Körpers abgebildet, um den es gerade geht. Alles, was davon nur ablenkt oder nicht unmittelbar etwas damit zu tun hat (z.B. Muskeln, Knochen oder ähnliches) sieht man nicht, so dass wirklich die einzelnen Organe genau erforscht werden können. Ein paar wenige Beschriftungen gibt es auch. Damit der Körperteil dennoch mit dem großen Ganzen in Zusammenhang gebracht werden kann, wird oben rechts in einem kleinen Bild gezeigt, wie man das Buch vor seinen Körper halten soll. Rechts und Links gibt es Griffe in den Seiten, mit denen man das Buch problemlos halten kann und so kann man sich dann das Buch so vor sich halten, dass z.B. der Schädel genau vor dem eigenen Schädel ist. Das macht den Kindern nicht nur klar, wo sich was im Körper befindet, sondern macht unheimlich viel Spaß und man kann nebenbei auch noch ein paar lustige Fotos machen. Allein diesen Effekt des Buches finde ich schon toll, aber es gibt noch mehr, was dieses Buch so gut macht.

Kindgerechte Erklärungen

Die einzelnen Organe und Körperteile werden in sehr kurzen Sätzen kindgerecht und verständlich erklärt. Man staunt regelrecht, wie wenig Worte es braucht, um den Kern der Funktion (z.B. vom Herz) zu erklären. Und um das Ganze dann noch besser verstehen zu können, wird das Kind dazu angeregt die Funktionen zu erfahren: Der Schädel soll ertastet werden, man soll die Hand auf die Brust legen, um das Herz zu spüren, es wird dazu aufgefordert die Rippen zu ertasten und zu zählen, beim Ein- und Ausatmen soll man darauf achten, ob man spürt, wie sich die Lunge füllt und leert und vieles mehr.

Im Übrigen ist das Buch auch systematisch aufgebaut: Es geht vom Kopf bis zu den Füßen, von oben nach unten.

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab vier Jahren. Dies ist auch sicherlich ein Alter, in dem man die Funktionen der Körperteile verstehen kann. Dennoch können auch jüngere Geschwisterkinder schon Spaß daran haben, die vorgestellten Körperteile mit dem eigenen Körper in Beziehung zu bringen und das eigene Herz zu spüren. Mein Kleiner zeigte nach der Lektüre jedenfalls dem Papa ganz stolz, wo sein Herz schlägt.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Schau in deinen Körper“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

https://beltz.de

Schau in deinen Körper – Ein Mitmach-Buch von Kopf bis Fuß von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€

 

Leipziger Lesekompass: Zwei für mich, einer für dich

Kennt ihr das Sprichwort „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“? So jedenfalls könnte auch das Buch „Zwei für mich, einer für dich“ heißen, wenn es in dem Buch natürlich auch über dieses Sprichwort hinausgeht.

Der Bär findet im Wald drei Pilze. Zuhause freut sich das Wiesel darüber und bereitet die Pilze in der Pfanne lecker zu, währende der Bär den Tisch deckt. Als die Pilze aufgetischt sind, verteilt der Bär sie, wobei er sich selber zwei und dem Wiesel nur einen gibt, denn schließlich ist er groß und muss deshalb viel essen. Das sieht das Wiesel jedoch ganz anders. Als kleineres Tier muss es ja noch wachsen. Aber der Bär hat die Pilze doch gefunden, da wäre es doch nur gerecht, wenn er einen mehr bekommt. Doch wer hat sie zubereitet? So streiten Bär und Wiesel hin und her, während man im Hintergrund bereits den Fuchs vorbei spazieren sieht, in dessen Maul letztendlich einer der Pilze verschwindet. Nun haben Bär und Wiesel den gleichen Feind über den sie schimpfen können und essen friedlich je einen Pilz. Anschließend gibt es sogar Nachtisch. Drei Walderdbeeren…

Offenes Ende

Der Streit zwischen Bär und Wiesel ist herrlich. Hier wird allerdings einiges vom Vorleser abverlangt, damit das Ganze noch mehr an Dynamik gewinnt und die einzelnen Sprecher erkennbar sind. Aber wenn man den richtigen Vorleser hat, dann macht dieses Buch einfach nur Spaß. Besonders spannend ist das offene Ende des Buches, bei dem die Kinder selber überlegen können, wie man am besten mit den Erdbeeren umgeht.

Text und Zeichnungen in dem Buch sind reduziert, enthalten aber viel Humor und dennoch auch Details, die man entdecken kann. Hier wurde zwar an vielem gespart, aber an den richtigen Stellen wurden ein paar herrliche Akzente gesetzt – wirklich toll gemacht!

Wie würden Kinder teilen?

Kinder im Kindergartenalter mögen dieses Buch, aber es ist sehr unterschiedlich (und äußerst spannend) wie sie mit der Fragestellung und dem Streit umgehen. Sie können teilweise jedes Argument nachvollziehen. Klar, der Bär ist größer, also darf er auch zwei Pilze haben. Hm, okay, das Wiesel hat aber auch irgendwie recht… Die meisten Kinder würden ja einfach noch einen weiteren Pilz sammeln und sie kommen natürlich auch auf die Idee einen Pilz in der Mitte durch zu teilen. Manch einer würde auch einfach nur zwei Pilze/Erdbeeren verteilen und den dritten aufbewahren. Dass es nicht gerecht ist, wenn einer mehr als der andere bekommt, haben die Kinder im Kindergarten beim Vorlesen des Buches gar nicht so richtig gesehen. Ich habe dann sogar das Ganze vorher mit Gegenständen (Plastikäpfeln) durchgespielt, aber auch da war es für das Kind, das weniger bekommen hatte, völlig in Ordnung so. Die Problematik ist für Kinder also scheinbar nicht direkt erkennbar. Dennoch macht ihnen das Buch Spaß. Selbst Kinder, die für das Buch eigentlich noch zu jung sind, haben Freude an dem Buch. Sie finden dann allerdings häufig besonders den heranschleichenden Fuchs, den Bär und Wiesel bei ihrem Streit gar nicht bemerken, spannend. Als ich meinen kleinen Sohn (noch keine drei Jahre alt) fragte, wer denn die dritte Erdbeere bekommt, war für ihn zum Beispiel ganz klar, dass diese für den Fuchs gedacht ist.

Ein Buch für Groß und Klein

Zwei für mich, einer für dich“ ist ein tolles Buch, das nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern beim Vorlesen viel Freude macht und bei dem jeden, der etwas mit Kindern zu tun hat, einiges bekannt vorkommt. Es ist ganz große Kunst, so viel Humor für groß und klein mit wenigen Worten und reduzierten Bildern in ein Buch zu bekommen. Hinzu kommt, dass dieses Buch zu sehr spannenden Gesprächen einlädt.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Zwei für mich, einer für dich“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Zwei für mich, einer für dich von Jörg Mühle, Moritz Verlag, ISBN: 9783895653575, 12,95€

 

Rezension: Das Spiel

Wenn es um das Thema Fußball geht, dann denkt man schnell an große Meisterschaften, die Bundesliga und Profi-Fußballer. Ja, auch die Kinder träumen schon früh von einer Nationalmannschaftskarriere, dabei steht doch eigentlich erst einmal der Spaß an diesem Mannschaftsspiel im Vordergrund.

Dies zeigt auf eindrückliche Weise das Bilderbuch „Das Spiel“, bei dem das Thema Fußball einmal ganz anders und dabei eigentlich viel intensiver, ursprünglicher und näher angegangen wird als es in den meisten Fußballbüchern der Fall ist.

Fußball ist ein Spiel für alle

Das Buch zeigt, dass Fußball ein Spiel für alle ist. Es ist ein Spiel, welches ohne großen Materialaufwand überall auf der Welt gespielt werden kann. Es ist ein Spiel für Große und Kleine, für Mädchen und Jungen, für Hellhäutige und Dunkelhäutige, für Deutschsprachige und Anderssprachige – einfach ein Spiel für alle! Hier haben Kinder Spaß miteinander. Sie gehen ganz auf in ihrem Spiel und alles andere ist ihnen egal. Matsch und Regen kann ihnen nichts anhaben, auch einen „richtigen“ Fußballplatz brauchen sie nicht um spielen zu können. Selbst fehlende Schuhe werden durch motiviertem Einsatz wettgemacht.

In dem Buch spielen Kinder einer karibischen Insel miteinander Fußball. Und da man hier mal endlich nicht die hellhäutigen Kinder sieht, die die meisten Bilderbücher beherrschen, kann sich hier jedes Kind angesprochen fühlen. Ja, Fußball schließt keinen aus. Ganz egal, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht man hat. Das wird auch durch die Wörter aus der kreolischen Sprache deutlich, die in die kurzen Texte miteingebunden wurden und die man sofort versteht (zusätzlich bekommt man aber am Ende auch noch die Aussprache und die Übersetzung geliefert). Fußballspielende Kinder verstehen sich einfach. Der Text ist sehr reduziert. In kurzen Worten bekommt man hier die Atmosphäre und das Wesentliche geschildert. Das Spiel und die Freude der Kinder steht hier ganz im Vordergrund.

Fußballatmosphäre spürbar

Die Bilder sind etwas ungewöhnlich und da sie eher grob als fein wirken, werden sie auch von manchen als „unschön“ bezeichnet. Aber da hier vor allem die Fußballmomente in den Blick gerückt werden und man die Bewegungen und den herunter rauschenden Regen beinahe spüren kann, kommt auf ihnen diese ganz besondere Fußballatmosphäre auf. Nein, nicht die Stadion-Fußballatmosphäre, sondern die Atmosphäre eines Spiels, in dem die Kinder ganz aufgehen. Hier geht es wirklich um Fußball, ums rennen, schießen, sich freuen, ums alles geben und ums Glück, das einen nach einem solchen Spiel erfüllt. Das alles wird in diesem Buch sowohl durch die Bilder als auch durch die kurzen Textsegmente wunderbar eingefangen und ich finde, dass dieses Buch, auch oder gerade weil es nicht um den Profisport hier geht, einen Platz in den Kinderzimmern während der Fußball-WM finden sollte.

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Vorlesen: Oje, ein Buch!

Gestern war Welttag des Buches und passend zu dem Tag habe ich mal wieder im Kindergarten vorgelesen. Ich wollte ein Buch auswählen, das gut zu diesem Tag passt, und habe mich für „Oje, ein Buch!“ entschieden, denn ich war wirklich sehr neugierig wie dieses Buch in der Gruppe ankommt. Uns hat das Buch ja sehr gut gefallen, aber das ging längst nicht allen so, und deswegen war ich auf die Reaktionen der Kinder besonders neugierig.

Erst einmal begrüßte aber unser Lese-Elch Lars die Kinder. Beim letzten Lesen war er nicht dabei, da er noch in Schweden im Urlaub war. Nun war er aber zurück und hatte sogar einen neuen Freund, einen Bären, mitgebracht. Der Bär kennt allerdings noch keine Bücher und deswegen wollte Lars ihn unbedingt mal mitbringen, damit er mal welche kennen lernt.

Kinder ziehen Eis einem Buch vor

Gemeinsam wollten wir uns nun also „Oje, ein Buch!“ anschauen. Ich fragte, die Kinder, wie sie denn reagieren würden, wenn sie ein Buch geschenkt bekommen würden, worauf sie schon meinten, dass sie vielleicht etwas ähnliches wie Frau Asperilla sagen würden, also „Oje, ein Buch!“. Über etwas anderes würden sie sich mehr freuen, z. B. ein Eis. Den Wert eines Buches sehen die Kinder also noch gar nicht unbedingt. Ja, sie lassen sich immer wieder gerne von mir vorlesen und ich weiß auch von einigen Kindern in der Gruppe, dass ihnen auch zu Hause vorgelesen wird, aber ein Buch scheint bei ihnen dennoch nicht auf der Wunschliste zu stehen. Die Kinder entsprechen im übrigen genau der vom Verlag angegebenen Zielgruppe. Sie sind entweder 4 oder 5 Jahre alt.

Nicht selbsterklärend für Kinder

Sie hörten sich die Geschichte recht interessiert an, aber ich hatte das Gefühl, dass sie ihr insgesamt nicht ganz folgen konnten. Auch musste ihnen das Verhalten von Frau Asperilla erklärt werden. Ihnen war nicht klar, dass sie von ihren Erfahrungen mit dem Smartphone ausging, da dies auch nicht explizit genannt wird. Als Frau Asperilla statt zu blättern wischen wollte und ich die Kinder fragte, warum sie das denn mache, kamen sie überhaupt nicht auf das Smartphone, auch wenn ihnen das Verhalten am Smartphone keineswegs unbekannt ist. Ein Kind meinte sogar, dass sie das vielleicht wie ihre Oma mache, die den Zeigefinger mit der Zunge befeuchtet, bevor sie umblättert.

Insgesamt musste bei dem Buch einfach zu viel erklärt werden, damit die Kinder es verstanden. Die Situation, die dort dargestellt wird, war für sie nicht besonders nachvollziehbar und das Verhalten von Frau  Asperilla wirkte auf sie eher befremdlich.

Unserem Bärenbesuch konnten die Kinder im Anschluss an die Lektüre aber gut erklären, was man mit einem Buch machen kann.

Geschenk zum Welttag des Buches

Zum Abschluss hoffte ich dann noch, dass die Kinder nun nicht „Oje, ein Buch!“ rufen würden, wenn ich meine kleinen Geschenke verteilte. Jeder bekam ein, in Geschenkpapier verpacktes, Büchlein von mir. Sie beruhigten mich, dass das schon okay für sie wäre. Beim Auspacken zeigte sich dann aber auch doch Freude auf den Gesichtern der Kinder und sie verglichen interessiert ihre Büchlein miteinander.

Oje ein Buch! von Lorenz Pauli und Miriam Zedelius, Atlantis, ISBN: 978-3-7152-0742-1, 14,95€