Vorlesen: Antonia war schon mal da

Bald lese ich bereits ein gesamtes Kindergartenjahr der gleichen Kindergruppe beinahe alle zwei Wochen vor. Und immer noch probiere ich dabei immer wieder etwas Neues aus.

Vorlesen: Ein Wimmelbuch im Einsatz

In der letzten Stunde habe ich mich nun endlich mal an ein Wimmelbuch heran gewagt. Ich erzähle immer, dass sich auch Wimmelbücher prima eignen würden, da man da so wunderbar zu erzählen kann, aber irgendwie war mir meine Gruppe dann doch ein wenig zu groß dafür. Ja, hier ist es schon ideal, wenn man eine möglichst kleine Gruppe hat, so dass man sich die Bilder auch intensiv und genau anschauen kann.

Aber mit dem Buch „Antonia war schon mal da“ hat es auch mit circa 10 Kindern geklappt.

Leseelch Lars geht auf Reisen

Zunächst haben die Kinder und ich uns gewundert, was unser Leseelch Lars denn da für einen Koffer mitgebracht hat. Aha, er erzählt uns, dass er auf Weltreise gehen möchte um viel von der Welt zu sehen. Ob wir wohl mal in seinen Koffer schauen dürfen? Na, klar! Darin befinden sich allerdings nur ein Niederländisch-Wörterbuch (wir gucken direkt mal nach, was denn Apfel auf niederländisch heißt) und ein Fotoapparat. Ja, das sind nützliche Sachen, aber für eine Weltreise doch ein bisschen wenig.

Reimen und Antonia suchen

Da gucken wir uns doch lieber erst einmal an, wie andere auf Reisen gehen, in diesem Fall begleiten wir Antonias Freunde auf ihre Reise. Wir schauen genau hin, was die Freunde in ihre Rucksäcke und Koffer packen und dann geht es los. Die Kinder kriegen die ergänzenden Reime in dem Buch prima hin und alle haben viel Spaß daran Antonia auf den Bildern zu entdecken, was den Kindern jedoch unterschiedlich leicht fiel.

Natürlich riefen einige Kinder beim Zeigen des ersten Bildes: „Ich kann nichts sehen!“ Doch ich habe vorher von allen Plätzen aus getestet, ob man die Bilder sehen kann und es ging doch erstaunlich gut. Nachdem ich ihnen gesagt habe, dass ich alles hätte sehen können, entdeckten sie dann auf einmal doch so einiges auf den Bildern…

Spiel: Ich packe meinen Koffer

Im Anschluss an das Buch haben wir Lars mit dem Spiel „Ich packe meinen Koffer…“ noch einmal erzählt, was man so alles mitnehmen sollte, wobei Lars vielleicht nur auf die Kinder hören sollte, denn dann hätte er in erster Linie Pommes, Kuchen und Eis und zum Anziehen höchstens Gummistiefel dabei.

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

 

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Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.

Vorlesen: Sachbücher über Tiere und den Körper

Zum Vorlesen in einer Gruppe gehört häufig nicht nur das Vorlesen eines Buches, sondern auch noch kleinere Aktionen vor oder nach dem Vorlesen. Diese Aktion kann das Singen eines Liedes sein, ein kleines Fingerspiel, ein Bewegungsspiel, das Nacherzählen der Geschichte und vieles mehr. Aber auch Sachbücher können hier einbezogen werden. So habe ich es auf meinem eigenen Seminar zum Vorlesen empfohlen und so habe ich es auch von der Stiftung Lesen gehört. Genauso empfehle ich auch das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“ als Einstieg weiter, denn dieses Buch habe ich ebenfalls bei der Stiftung Lesen kennen gelernt. Allerdings hatte ich bisher sowohl das genannte Buch als auch Sachbücher bisher nicht in der Gruppe verwendet. Wie gesagt, bisher, denn in den letzten beiden Vorlesestunden hatte ich sowohl das Tierpopo-Buch als auch ein paar Sachbücher dabei und davon möchte ich euch nun gerne berichten, denn sie werden auch jeden Fall auch weiterhin zu meinen Empfehlungen gehören.

Vorlesen: Weck bloß Tiger nicht auf!

Für die erste Vorlesestunde hatte ich mir das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“, welches ja auch den Leipziger Lesekompass verliehen bekam, ausgesucht. Ich habe überlegt, wie ich die Kinder zu dem Buch hinführen könnte und kam auf das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“. Ich habe den Kindern die ersten Tierhintern in dem Buch gezeigt und sie raten lassen, zu welchem Tier der Po gehört, woran die Kinder viel Spaß hatten, wobei ihnen einige Tiere auch doch recht schwer fielen. Der Tiger, den ich ihnen als letztes gezeigt hatte, war jedoch schnell identifiziert. Ich habe ihnen dann noch ein paar Informationen aus dem Buch zum Tiger vorgelesen und anschließend kam dann „Weck bloß Tiger nicht auf!“ dran. Dass das Buch mir gut gefällt, hatte ich ja bereits in meiner Rezension geschrieben, aber es funktioniert auch in der Gruppe prima. Beim Pusten und Singen können alle gemeinsam helfen und beim Streicheln des Tigers kamen dann einzelne Kinder dran. Ich merkte übrigens tatsächlich eine gewisse Aufregung bei den Kindern, die sich tatsächlich ein wenig vor dem Aufwachen des Tigers fürchteten und dann richtig erleichtert waren, als dann alles mit Tigers Geburtstagsüberraschung endete.

Wie schlafen Tiere?

In dem Buch geht es darum, dass Tiger nicht aufgeweckt werden soll, es geht also im weitesten Sinne ums Schlafen. Da passte doch das Kapitel „Schlafen“ aus dem Buch „Muss der Waschbär früh ins Bett?“ hervorragend. Hier geht es zunächst darum, wie die Kinder schlafen, was sie mir dann auch gerne berichteten. Dass Katzen und Tiger gerne schlafen, wussten wir ja nun bereits, aber wie schlafen eigentlich Flamingos, Hühner, Eichhörnchen, Fledermäuse und Waschbären? Das konnten wir nun mit dem Buch herausfinden. Die Kinder zeigten großes Interesse und mir fiel vor allem auf, dass Kinder, die sonst häufig unruhig waren, hier den Texte ganz aufmerksam folgten, was wieder einmal zeigt, dass man nur für jedes Kind das richtige Buch finden muss, um das Interesse an Büchern zu wecken.

Zu wem gehört der Tierpopo? von Birgit Kuhn, Compact Verlag, ISBN: 978-3817497744 (leider nicht mehr neu erhältlich)

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

Vorlesen: Thema Körper

In der zweiten Vorlesestunde ging es dann um das Thema „Körper“. Hier wurde erst einmal unser Leseelch Lars ins Geschehen einbezogen und die Kinder durften seine Körperteile benennen. Danach ging es dann um uns selbst und ich habe das Buch „Das bin ich – Ich zeig es dir“ vorgelesen. Eigentlich sind mir die Texte in dem Buch für das Alter schon etwas zu kurz und einfach, aber die Kinder hatten viel Freude an dem Buch, in dem die Körperteile der Reihe nach genannt werden. Dazu werden auch einige Beispiele aus der Tierwelt gezeigt, z.B. die Frisuren verschiedener Tiere, bei den Augen sieht man u.a. die Biene, die von oben herab sieht und der Frosch, der unten sitzt, und Fisch, Storch und Krokodil zeigen uns ganz unterschiedliche Münder. Die Kinder fanden die Bilder witzig und häufig ergaben Texte und Bilder auch kleine Gesprächsanlässe: Was machen wir mit den Augen? Wer hat die längste Nase? Was können wir alles für Frisuren haben? Welches Tier hat die meisten Beine? Hier waren auch alle Kinder gerne beim Gespräch mit dabei. Am Ende durften dann alle in dem Spiegel im Buch ihr eigenes Lachen sehen.

Wie sieht es im Körper aus?

Im Anschluss des Liedes habe ich ein Körperlied vorgesungen, bei dem die Kinder auf die jeweiligen Körperteile zeigen sollten. Nun hatten wir über das meiste gesprochen, was man am Körper so alles sehen kann, aber wie sieht es im Körper aus? Da kam dann „Schau in deinen Körper“ (ebenfalls ein mit dem Leipziger Lesekompass prämiertes Buch) zum Einsatz. Immer ein Kind durfte das Buch passend vor sich halten, damit alle anderen sehen konnten, wo sich Schädel, Lunge, Magen und Darm etc. befinden. Da wollte natürlich jeder gerne an die Reihe kommen. Gemeinsam durften sie dann die kleinen Aufgaben, die auf den Buchseiten gestellt werden, ausführen: Den Schädel ertasten, Brustwirbel zählen, Hüftknochen ertasten, das Herz schlagen fühlen usw. Das hat allen Kindern viel Spaß gemacht  und sie waren alle sehr interessiert. Ich habe auch gemerkt, dass vieles, was in dem Buch angesprochen wird, den Kindern auch noch gar nicht so klar ist und sie z.B. gar nicht wussten, wo sie ihre Brustwirbel ertasten konnten und so zum Beispiel am ganzen Körper fühlten. Auch den Herzschlag suchten manchen eher im Unterleib als in der Brust. Die Texte und die Darstellungen in dem Buch mögen einfach erscheinen, sie sind aber genau das richtige für die Zielgruppe.

Ich muss wirklich sagen, dass Sachbücher beim Vorlesen in der Kindergruppe richtig viel Spaß machen. Nein, man liest nicht wie gewohnt einen längeren zusammenhängenden Text vor, aber dafür kommt es viel mehr zum Austausch und die Kinder können sich prima einbringen. Ich werde sicherlich noch häufiger Sachbücher mit in den Kindergarten bringen.

Das bin ich – Ich zeig es dir von Heinz Janisch und Birgit Antoni, Tyrolia, ISBN: 978-3-7022-3389-1, 9,95€

Schau in deinen Körper von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€

 

Rezension: 3 Mauspiraten und eine Braatschmaus

Sagt mal, kennt ihr das Wort „braatschen“? Also, ich kannte es nicht und wenn es euch genauso geht, dann solltet ihr vielleicht mal das Buch „Tinchen und die Braatschmaus“ lesen. In diesem Buch wird das Wort nämlich anschaulich erklärt.

Da ich das Wort nicht kannte, hat mir auch „Braatschmaus“ zunächst gar nichts gesagt  und ich habe es auch zunächst in völlig falschen Silben gelesen. Damit ihr es direkt richtig macht: Es heißt Braatsch-Maus.

Tinchen und die Braatschmaus

Gemeinsam mit der Schnecke Tinchen begegnen wir dieser kleinen Maus direkt am Anfang des Buches. Wir sehen eine sehr unglückliche Maus, aus deren Augen die Tränen nur so spritzen. Tinchen bleibt bei ihr stehen und erkundigt sich, was passiert ist. Die Maus hat tatsächlich allen Grund zu Weinen, denn ihr Haus ist zusammengebrochen und angeblich möchte ihr niemand helfen. Da bietet Tinchen ihr an, zunächst bei ihr einzuziehen. Allerdings muss sie dann feststellen, dass die Maus nicht so einfach ist. Sie ist  nämlich eine Braatschmaus, das heißt sie weint und jammert ständig ohne Grund. Und deshalb hat ihr auch keines der Tiere geholfen, denn vor lauterer Weinerei haben sie gar nicht verstanden, worum es ging.

Ja, so sind sie, die lieben Kleinen

Das Buch erzählt eine nette Tier- und Freundschaftsgeschichte, die sich gut lesen lässt und bei der man, wie gesagt auch ein neues Wort kennen lernen kann. Die Bedeutung wird hier jedenfalls deutlich und Eltern werden sicherlich ihre 2-3-jährigen Kinder in der Maus widererkennen. Mit dem Buch kann man das ständige Geweine und Gejammer (für uns scheinbar ohne Grund) mit einem Augenzwinkern ertragen. An dem Verhalten des Kindes ändert sich jedoch vermutlich durch das Buch nichts. Verstehen werden sie die Handlung und auch das Verhalten der Maus dennoch. Auch kann man sicherlich darüber sprechen, wie man eher etwas erreicht: Mit Gejammer oder mit einer klaren, freundlichen Bitte.

Es ist das erste Buch von Christoph Brix und macht mit Softcover und Heftklammern äußerlich mehr den Eindruck eines Heftes. Die Bilder sind ansprechend und lebendig. Sie gefallen mir gut, auch wenn sie an normale Buntstiftzeichnungen erinnern. Auch wenn mir die Geschichte gut gefällt, wirkt alles noch etwas unprofessionell, was an sich kein Problem ist, allerdings steht der hohe Preis (12,99 €) dazu nicht im Verhältnis (auch wenn mir klar ist, dass damit kein großer Gewinn erzielt wird, da es sich um einen Selbstverlag handelt).

Der Preis ist für mich auch bei dem Buch „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ das größte Problem. Die Herstellung und der äußere Eindruck sind hier schon viel professioneller. Es handelt sich um ein Hardcoverbuch mit tollen bunten Bildern, aber ob jemand dafür 19,99€ ausgeben möchte, ist fraglich. Dass so hohe Preise durch den Selbstverlag verlangt werden müssen, ist wirklich schade und man wünscht den Autor, dass er seine Bücher vielleicht doch noch mal in einem anderen Verlag herausbringen kann, denn Potential haben diese Bücher auf jeden Fall.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale

Gerade die „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ gefallen mir sehr gut, denn die Charaktere sind hier einfach toll. Es geht um drei Mäuse: Olli, der Draufgänger, der auf Abenteuer aus ist, Nikolas, eine ruhigere, aber recht pfiffige Maus, und Walter, der alles mitmacht, aber eher etwas dumm und naiv daher kommt. Seit der alte Mann und die alte Frau nicht mehr in dem Haus am Meer leben, haben die Mäuse nichts mehr zu futtern. Doch eines Tages entdecken sie im Meer eine Kokosnuss, die sie zu einem Piratenboot umbauen. Nun soll das Abenteuer beginnen. Sie wollen gefährliche Piraten werden, die alle Schiffe berauben und somit reich werden. Doch so ganz geht der Plan nicht auf, denn erstens hat Olli gar nicht so viel Ahnung von der Schifffahrt und dem Piratenleben, wie er vorgibt, und zweitens sind sie auch nicht so wirklich gefährlich, dennoch endet ihr Abenteuer am Ende genau so wie sie es sich vorgestellt hatten. Nur wer Weg dorthin ist ein wenig anders…

Friedliche Piratengeschichte

Mir gefällt an diesem Buch einiges ziemlich gut. Wie gesagt, sind die unterschiedlichen Mäuse toll charakterisiert und man hat viel Spaß an ihnen. Die Geschichte selbst ist spannend und interessant, ohne aber gruselig oder gewaltsam zu werden. Es ist eine Piratengeschichte, die ganz ohne einen Kampf auskommt. Das finde ich klasse.

Auch die bunten Bilder, die mit feinem Strich gezeichnet wurden, können überzeugen.

Es gibt außerdem ein paar versteckte Witze für die mitlesenden Erwachsenen. Nicht jeden Spaß werden die Kinder verstehen, aber das ist nicht schlimm. Dafür werden die Erwachsenen an manch einer Stelle schmunzeln. Aber auch für aufmerksame Kinder gibt es etwas zu entdecken. Die Mäuse werden von einer Person, der sie begegnen hereingelegt, und wer sich das Bild genau anschaut, der kann diesen Schwindel direkt aufdecken.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ ist ein schönes Buch, das man gut vorlesen, aber auch ab etwa 7 Jahren selber lesen kann. Hier könnten allerdings die römischen Zahlen bei den Kapitelüberschriften irritieren.

Tinchen und die Braatschmaus von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7418-4043-2, 12,99€

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7450-0751-0, 19,99€

www.brisebuch.de

 

Leipziger Lesekompass: Weck bloß Tiger nicht auf!

Mögt ihr auch gerne Bücher, bei denen die Kinder aktiv werden können und z.B. pusten, klatschen, streicheln oder ähnliches dürfen? An solchen Büchern haben Kinder häufig Spaß.

Mitmachbuch

Ein ganz tolles Buch dieser Art ist „Weck bloß Tiger nicht auf!“ An diesem Mitmachbuch gefällt mir besonders, dass eine Geschichte erzählt wird und hier nicht nur unzusammenhängende Bilder mit Aufforderungscharakter aneinandergehängt werden. Auch werden die Mitmachaktionen hier nicht übertrieben und es gibt auch Seiten, auf denen nur vorgelesen wird. Alles in allem ist hier alles einfach sehr stimmig und gut gemacht.

Streicheln, pusten, singen

Tiger schläft tief und fest mitten auf dem Weg und darf auf gar keinen Fall aufwachen. Aber die anderen Tiere müssen auf die andere Seite kommen. Wie sollen sie das nur schaffen? Zum Glück können wir Leser ein wenig mithelfen und Tiger die Nase und den Bauch streicheln, damit er ruhig weiter schläft. Als er einmal droht tatsächlich wach zu werden, hilft gerade noch so ein Gute-Nacht-Lied. Doch am Ende ist Storch nicht vorsichtig genug und piekt mit seinem Schnabel in einen der bunten Luftballons. Da ist Tiger natürlich sofort hellwach. Aber das ist jetzt auch nicht mehr schlimm, denn nun ist es Zeit für seine Geburtstagsüberraschung.

Die Geschichte ist toll und spannend aufgebaut und hält ein überraschendes Ende bereit. Beim Lesen findet das eine oder andere Kind die Situation mit dem Tiger schon ein wenig aufregend und wenn er dann erwacht, wagen sie dann kaum zu schauen, was passiert. Umso größer ist dann die Erleichterung auf der letzten Seite und mit großer Freude wird dann das Geburtstagslied gesungen.

Klare, gut strukturierte Bilder

Auch die Bilder sind klasse. Die Luftballons haben eine besondere, glatte Oberfläche und stechen so hervor, die Gesichtsausdrücke der Tiere sind klasse und Tiger selbst ist auch super, vor allem auf den Seiten, auf denen er ein und später dann beide Augen öffnet. Der Hintergrund der Seiten ist weiß und außer den Tieren und den Luftballons ist auf den Seiten nichts zu sehen, was aber auch gar nicht nötig ist. Die Kinder sind sowieso völlig gebannt auf das Geschehen rund um Tiger und ganz konzentriert darauf, was passiert. Im Vordergrund stehen die Aktionen, die dabei helfen sollen, dass Tiger bloß nicht aufwacht.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Greta Glühwürmchen

Ein ähnliches Bilderbuch ist „Greta Glühwürmchen“, ebenfalls von Britta Teckentrup illustriert, jedoch von Jane Clarke geschrieben. Es ist insgesamt etwas ruhiger und träumerischer, aber auch hier dürfen die Kinder mithelfen zum guten Ende der Geschichte zu kommen. Und auch hier geschieht dies in einer unaufgeregten Art und Weise, zurückhaltend, aber dennoch einbindend.

Gemeinsam Greta nach Hause bringen

Greta Glühwürmchen hat sich verirrt und der Leser soll ihr nun helfen den Heimweg zu finden. Immer wieder tauchen in der Ferne Lichter auf und die Kinder werden gefragt, ob dies ihr Zuhause ist. Die Kinder können also mitraten. Außerdem sollen sie die Seite umblättern, um herauszufinden, ob es sich um die richtige Lichtquelle handelt. Später dürfen sie ihr noch mit den Armen vormachen, wie man richtig schnell fliegt, damit sie dem hellleuchtenden Zug folgen kann. Mit dem Finger folgen sie den Leuchtspuren anderer Glühwürmchen und nachdem Greta auf diese Art und Weise nach Hause gekommen ist, dürfen sie ihr noch einen Gute-Nacht-Kuss geben.

Verträumte Atmosphäre

Auf den Seiten im Buch herrscht natürlich Nacht. Der Grundton ist erst einmal blau. Aber überall sind Lichter zu entdecken. Ganz gelb leuchtet es in der Stadt. Hier ist von der romantischen Abendstimmung kaum noch etwas zu spüren, aber auf den meisten Seiten herrscht eine verträumte Atmosphäre. Die Dunkelheit macht in dem Buch keine Angst. Sie wirkt nicht bedrohlich und die Lichter wirken anziehend und interessant. Ganz besonders leuchtet das Gelb von Greta.

Greta Glühwürmchen“ ist ein schönes Buch, das nicht nur zum Mitmachen einlädt, sondern auch zum Träumen und Wünschen. Es ist eine Geschichte über das Verlorengehen und Heimfinden, aber auch eine schöne Gute-Nacht-Geschichte. Vor dem Zubettgehen wird Greta nach Hause gebracht und das Kind kann ihr noch Gute Nacht sagen, bevor es selbst in seinem Bett einschlummert.

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, übersetzt von Christiane Lawall,  Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Greta Glühwürmchen von Jane Clarke und Britte Teckentrup, übersetzt von Christiane Lawall, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11755-4, 14,95€

 

Rezension: Wir sind doch keine Angsthasen

Die Hasenkinder Mimi, Mümmel, Mira, Maja, Max und Moppel können wunderbar gemeinsam spielen und haben dabei die abenteuerlichsten Ideen. Immer wieder kommt es mal vor, dass ein Hasenkind eine Aktion zunächst nicht mitmachen möchte. Hasen klettern doch nicht auf Bäume, sie schwimmen doch nicht im Planschbecken und fahren doch nicht Fahrrad, oder? Nein, eigentlich machen sie das nicht, aber sie sind auch keine Angsthasen und so wird das jeweilige ängstliche Hasenkind immer dazu ermutigt es doch auch zu probieren.

Gegenseitige Unterstützung

Das Buch „Wir sind doch keine ANGSTHASEN“ gefällt mir wirklich gut. Zunächst hatte ich ein wenig Bedenken, dass die Ängste der Hasenkinder nicht einfach akzeptiert werden, sondern dass sie stets dazu überredet werden, etwas zu machen, was sie eigentlich nicht möchten. Aber hier macht sich niemand über die Ängste der anderen lustig. Ja, es heißt zwar immer „Wir sind doch keine Angsthasen“, aber sie helfen sich gegenseitig und unterstützen sich. Alle sind füreinander da und so ist es den einzelnen Hasen möglich, ihre Ängste zu überwinden und gemeinsam mit den anderen am klettern, Fahrrad fahren etc. Spaß zu haben. Schön ist auch, dass in jeder Situation ein anderes Hasenkind mal Angst hat. Jeder fürchtet sich vor anderen Dingen und ist dafür in anderen Situationen stark und mutig. So kann man sich jederzeit gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.

Die Hasen und ihre Gefühle stehen im Vordergrund

Die Bilder sind auch toll. Die fröhlichen, freundlichen Hasenkinder sind einem sofort sympathisch. Sie stehen auf den Seiten auch ganz eindeutig im Vordergrund. Viel von der Umgebung sieht man nicht. Der Hintergrund bleibt recht einfarbig und teilweise sogar weiß. Nur die jeweilige Aktion sowie die Häschen sind zu sehen. Dinge wie Bäume oder ähnliches, die das Ganze mehr in eine Landschaft oder einen Raum betten würden, fehlen auf den Bildern. Man kann sich also ganz den Hasen, ihren Beschäftigungen und Gefühlen widmen.

Insgesamt ist „Wir sind doch keine Angsthasen“ ein schönes Buch sowohl über Ängste aber auch über gegenseitige Unterstützung. Es eignet sich auch gut für Gespräche mit Kindern. Sie sehen bei ihren Ängsten häufig nicht, dass jeder vor etwas Angst hat, dass dies aber ganz unterschiedliche Gründe haben kann.

Wir sind doch keine ANGSTHASEN von Jörg Hilbert, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51078-5, 12,99€

 

Rezension: Staubmaushaus

Letzte Woche konntet ihr bei unserer Blogtour jede Menge über Tom und den Waldschrat erfahren. Ich durfte ja die Illustratorin Mele Brink interviewen und ich finde es richtig spannend, was sie alles über ihre Arbeit erzählt hat. Es ist grundsätzlich toll, wenn man mal einen Blick hinter die Kulissen werfen darf, aber gerade Mele Brink schätze ich sehr. Ich mag den Stil ihrer Bilder unheimlich gerne. Er enthält so viel Wärme, Humor und Freude, dass es einfach viel Spaß macht ihre Bilder immer wieder zu betrachten. Ja, ich finde, es sind innerhalb der Kinderbuchwelt wahre Wohlfühlbilder. Hinzu kommt dann noch die allgemeine liebevolle Gestaltung der Bücher aus der Edition Pastorplatz, die einen dazu verleitet, die Bücher direkt liebzugewinnen und gerne in die Hand zu nehmen.

Das Staubmaushaus

Und genau aus diesen Gründen freue ich mich, dass ich euch heute ein weiteres Buch aus diesem Verlag vorstellen kann und passend zu meiner langen Vorrede natürlich ein Buch, welches von Mele Brink illustriert wurde: „Das Staubmaushaus“ (auch schon so ein tolles Wort übrigens). Und wenn ich nun schreibe, dass ich mir dieses Buch allein auf Grund der Bilder gerne anschaue, dann versteht ihr jetzt vielleicht auch, was das ganze Geschreibe dort oben sollte. Ich wollte damit ganz klar sagen, dass Mele Brinks Illustrationen ein sehr starkes Gewicht in den Büchern haben. Sie machen ganz viel von dem Buch und seiner positiven Ausstrahlung aus. Aber natürlich beinhaltet das Buch auch eine Geschichte, welche auf einer witzigen Idee beruht:

In einem alten Haus leben unzählige Staubmäuse, denen es immer wieder gelingt dem Lappen zu entwischen. Und da sich die Staubmäuse in ihrer Umgebung wohlfühlen, vermehren sie sich natürlich auch. Doch eines Tages rollt der neue M.I.A.U. 3000 an, der alles einsaugt. Oh, was bekommen die Staubmäuse da für eine Angst. Zum Glück lebt Mo unter ihnen. Mo ist die dickste Staubmaus und zudem äußerst mutig. Sie springt dem M.I.A.U. 3000 entgegen und schafft es tatsächlich sein Rohr zu verstopfen. So können alle anderen Staubmäuse auf den Dachboden flüchten und dort ein unbekümmertes Leben führen. Natürlich findet zu einem späteren Zeitpunkt auch Mo den Weg zu ihrer Familie. Übrigens ist es durchaus möglich, dass die Staubmäuse mal bei dem Leser zu Besuch kommen. Ich kann verraten, dass sie bei mir immer mal wieder gerne vorbei schauen!

Die Geschichte ist kurz und gut zu überblicken. Kinder haben zwar sicherlich keine Probleme mit Staubmäusen und vielleicht wissen sie noch nicht einmal von ihrer Existenz. Das macht aber für dieses Buch überhaupt nichts aus. Man lernt sie hier ja gut kennen und wir Erwachsene haben Spaß daran diesen kleinen Quälgeistern in einem Kinderbuch mal zu begegnen. Hier findet man sie dann sogar sympathisch.

Schöne Sprache, knuffige Bilder

Der Text erzählt in verständlicher, aber nicht einfacher Sprache die Geschichte von den Staubmäusen. Die Seiten beinhalten nicht viel Text, doch die wenigen Sätze sind schön formuliert, helfen Kindern dabei ihren Wortschatz zu erweitern und kommen keineswegs monoton herüber. Gut gefallen mir auch die eingeworfenen Worte, die das Geschehen kommentieren und lautmalerisch illustrieren: „Husch! Flitz! Presch!“ oder ein freches „Hihi!“ zu den unter dem Bett versteckten Staubmäusen.

Übrigens kommt in dem ganzen Buch kein Wort wörtliche Rede vor. Das würde mir normalerweise nicht unbedingt auffallen, aber da die Edition Pastorplatz das Gesagte oft farblich kennzeichnet, fiel es hier dann auf.

Die Staubmäuse sind wirklich knuffig gezeichnet. Das ist gut so, denn nun habe ich endlich die passende Entschuldigung fürs Nichtputzen gefunden: Diese süßen Staubmäuse kann ich doch nicht einfach so umbringen. Also nein, das geht wirklich nicht.

Etwas irritiert hat mich übrigens anfangs die echte Maus, die man immer wieder auf den Seiten erblicken kann. Irgendwie überlegte ich zunächst, ob sie eine besondere Staubmaus darstellen soll beziehungsweise inwiefern sie mit den Staubmäusen in Kontakt steht und vielleicht eine Rolle spielt. Aber das war nur beim ersten Durchschauen so.

„Staubmaushaus“ ist ein schönes Buch für kleine Kinder und ihre Eltern, welches Lesefreude vermittelt. Und wenn ich mir so die Beiträge von Mele Brink auf Facebook anschaue, dann freue ich mich schon sehr auf das nächste Buch der Kombination Asja Bonitz und Mele Brink!

Das Staubmaushaus von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-25-6, 14€

Weitere Rezension: Familienbücherei

 

Rezension: Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann

Kennt ihr auch so viele Jungs, die später Feuerwehrmann werden möchten? Oder vielleicht sogar ein Mädchen, das den Berufswunsch Feuerwehrfrau hat? Also, als mein Großer im Kindergarten war, wurde dort ständig Feuerwehr gespielt.

Auch Oscar, der kleine Bär aus dem Buch „Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“, hat diesen Berufswunsch. Und für ihn ist es nicht nur ein Spiel mit seinen Freunden, nein, er wartet Tag für Tag darauf der Feuerwehr helfen zu können. Leider ergibt sich nie die Gelegenheit, also beschließt er, einfach mit seinem Feuerwehrauto loszuflitzen. An diesem Tag ist er ein richtiger Feuerwehrmann. Und wenn man ein richtiger Feuerwehrmann ist, dann braucht man auch Aufgaben für einen Feuerwehrmann und so sieht Oscar einige Fälle, in denen seine Hilfe gefragt ist. Zumindest aus seiner Sicht. Ohne es zu merken richtet er überall nur noch mehr Schaden an, aber dann bekommt er doch noch die Chance seinen Mut in einem richtigen Einsatz zu beweisen.

Tolles Zusammenspiel von Text und Bildern

Geschichte und Bilder zusammengenommen sind einfach herrlich. Die Idee der Geschichte ist sehr schön und entspricht den Fantasien und Wünschen von Kindergartenkindern. Aber erst durch die Bilder wird diese Geschichte zu einem Ganzen. Große, freundliche Bilder laden zum Betrachten ein. Sie sind wichtig, um die Geschichte zu verstehen, denn der Text, der sich an Oscars Sicht orientiert, offenbart häufig nicht, was wirklich passiert. Hier findet ein sehr schönes Zusammenspiel zwischen Text und Bildern statt, welches herausfordert und Spaß macht.

Alles hautnah erleben

Die Bilder spiegeln vieles wider. Sowohl Entschlossenheit als auch Betroffenheit wird sichtbar, genauso wie die gefühlt rasante Fahrt in dem Spielzeugauto durch die Stadt. Die Bilder wirken besonders dadurch, dass häufig nur kleine Teile einer Szene auf einer ganzen Seite widergegeben werden. Wir kommen somit sehr nah an das Gesehen heran. Rauch und Wasser werden beinahe riech- und spürbar.

Inhaltlich gefällt mir einerseits der Witz des Buches sehr gut und andererseits ist es auch sehr schön für Kinder zu sehen, dass es sich lohnt an sich selber zu glauben. Mit Mut und Selbstbewusstsein kann man seine Ziele erreichen, auch wenn man manchmal über das Ziel hinausschießt.

Sehr gut gelungen ist auch das Ende des Buches. Als Leser befürchtet man bereits, dass Oscar die Sache mal wieder falsch angepackt hat, und ist dann richtig erleichtert, wenn man die Seite umschlägt und doch alles gut ist.

Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“ ist ein tolles und sehr empfehlenswertes Buch für alle kleinen Feuerwehrfans.

Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann von Quentin Gréban, übersetzt von Gabriele Stein, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-3238-3, 12,95€

Eine weitere Rezension findet ihr auf Kinderbibliothek.

Vorlesen: Onkel Tobi

Dieses Mal habe ich mich für einen alten Klassiker beim Vorlesen entschieden: Onkel Tobi. Ob das Buch bei den Kindern wohl noch ankommt? Meine Kinder lieben es ja.

Die Bilder und auch der Inhalt wirken sicherlich etwas altmodisch, aber vielleicht machen die Geschichte an sich und die Reime dies wieder wett.

Eigene Einkaufserfahrungen

Als Einleitung habe ich einen kleinen Einkaufskorb mitgebracht und die Kinder durften erzählen, was sie so mit ihren Eltern einkaufen. Da wurden dann verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowie Süßigkeiten genannt.

Onkel Tobis lange Einkaufsliste

Onkel Tobi kauft aber ganz andere Sachen ein und das wollten wir uns nun mal anhören. Die Kinder sollten immer gut aufpassen und durften dann zwischendurch wiederholen, was so auf Onkel Tobis Einkaufsliste steht: Einen Besen für den Stall, für die Katze einen Ball, für die Äpfel eine Schüssel, einen neuen Haustürschlüssel – das sind seine eigenen Wünsche, aber der Nachbar Kregel und die Geschwister Eva und Liese tragen ihm weitere Dinge auf. Ob Onkel Tobi an alles denken wird?

Wer gut aufgepasst hat und sich an den Reimen orientierte, konnte mir am Ende dann auch gut beantworten, was Onkel Tobi bei seinem Einkauf tatsächlich vergessen hat.

Spiel: Ich gehe einkaufen

Wir haben dann geschaut, ob wir uns eine Einkaufsliste gut merken können. Dazu haben wir „Ich gehe einkaufen und kaufe … ein“ nach dem Vorbild von „Ich packe meinen Koffer“ gespielt. Es war sehr unterschiedlich, wie die Kinder mit dem Spiel klar kamen. Ganz am Ende musste uns dann Leseelch Lars zeigen, ob er sich alles gemerkt hat. Die Kinder durften ihm dabei aber auch helfen. Es war ganz schön, dass der Elch hier über das Eingangsritual hinaus noch einmal zum Einsatz kam. Das versuche ich in den letzten Stunden vermehrt unterzubringen.

Mein Fazit: Die Kinder hatten Spaß an Onkel Tobi! Dass es eine alte Geschichte ist, hat sie überhaupt nicht gestört!

Viel Spaß mit Onkel Tobi – Alle Geschichten in einem Band von Hans Georg Lenzen und Sigrid Hanck, cbj, 978-3570120897, 15€

tigerbox – eine neue Möglichkeit für Hörspiele?

Werbung (Testprodukt) – Wir haben leider noch nicht für beide Kinder einen CD-Player im Zimmer stehen, obwohl beide gerne CDs hören. Der eine lieber Hörbücher, der andere lieber Musik. Nun stellte sich die Überlegung an, ob wir noch einen zweiten CD-Player kaufen oder ob etwas anderes Sinn macht, aber was gibt es derzeit auf dem Markt? Sehr ansprechend ist ja die Tonie-Box mit den tollen Tonies-Figuren, aber mich stört daran, dass die einzelnen Figuren recht teuer sind und man eigene Inhalte nur über einen Kreativ-Tonie abspielen kann. An sich aber weiterhin eine verlockende Möglichkeit. Getestet haben wir aber zunächst einmal die tigerbox.

Was ist die tigerbox?

Im Prinzip ist die tigerbox ein Bluetooth-Lautsprecher in einem Holzgehäuse mit Trageschlaufe. Die Bedienung ist einfach. Es gibt einen Play-Knopf, Knöpfe um die Lautstärke zu regulieren und Knöpfe zum vor- und zurückspringen. Außerdem kann man noch zwischen der Bluetooth-Verbindung und einer Speicherkarte (Micro SD) wählen.

Wie funktioniert die tigerbox und welche Inhalte spielt sie ab?

Über Bluetooth kann man alle möglichen Audiodateien über das Smartphone oder ein Tablet abspielen. Das funktioniert auch ohne Probleme, allerdings muss man immer daran denken, die Bluetooth-Verbindung wieder zu trennen um von einem anderen Gerät auf die tigerbox zugreifen zu können.

Mit der tigerbox bekommt man einen Gutschein für ein vierwöchiges Abo der App tigertones, welches automatisch endet. Danach kann man es natürlich bei Gefallen weiter abonnieren (je nach Länge der Laufzeit für einen Preis von 2,99€, 3,99€ oder 4,99€ pro Monat). Über die App kann man sich über 1000 Hörspiele und Lieder anhören.

Mit jeder tigerbox bekommt man aber auch Hörspiele oder Lieder, die immer zugänglich bleiben. Es gibt 5 verschiedene Editionen, die sich sowohl in Farbe der Box als auch im Inhalt unterscheiden (Bibi & Tina, Benjamin Blümchen, Die Olchis, Hörspiel-Mix und Musik-Mix).

Neben der Möglichkeit über Bluetooth Dateien abzuspielen, kann man auch den Kartenslot nutzen und eigene Inhalte auf eine Speicherkarte tun. Auch das funktioniert sehr gut. Allerdings ist die Auswahl der einzelnen Titel nur über die Vor- und Zurücktasten möglich.

Was sind die Vorteile?

Die Soundqualität der Box kann überzeugen. Wenn man sich einmal bei tigerbooks registriert hat, funktioniert alles recht problemlos.

Prima finde ich, dass die Auswahl der Inhalte groß ist ohne besonders viel Geld ausgeben zu müssen. Auch youtubes-Videos kann man sich beispielsweise über die tigerbox anhören.

Ob man das Abo von tigertones nutzen möchte, muss jeder selber wissen. Das Testen der App hat jedenfalls Spaß gemacht und der Große hat ein Sams-Hörbuch nach dem anderen gehört

Die tigerbox lässt sich gut im Auto und auf Reisen mitnehmen und damit nicht alle zum hundertsten Mal das gleiche Hörbuch hören müssen, gibt es einen Kopfhörerzugang.

Wenn man die Auswahl der Titel als Erwachsener über das Smartphone selber steuert, müssen die Kinder zur Nutzung der Box nicht ins Internet. Die tigerbox selber hat keinen W-LAN-Zugang. Außerdem können die Dateien, wenn sie runtergeladen wurden, auch offline gehört werden.

Was hat uns nicht so gut gefallen?

Das Runterladen der Hörbücher bei tigertones dauert eine Weile. Es ist also ganz gut, wenn man interessante Hörbücher als Erwachsener bereits runterlädt, so dass das Kind sie dann schnell und einfach auswählen kann. Da ich tigertones über Android nutze, musste ich die Hörbücher über tigerbooks auswählen, was ich nicht ganz so einfach fand, da ich viele Sachen nur über die Suche finden konnte, aber das sollte sich in den nächsten Wochen mit einer neuen App geändert haben.

Kinder können die tigerbox mit einer Speicherkarte gut selber nutzen, über eine Bluetooth-Verbindung finde ich es eher schwierig. Kleinere Kinder haben noch nicht unbedingt selber ein Smartphone und können es auch noch nicht alleine bedienen. Hier ist dann oft die Hilfe von Erwachsenen notwendig. Außerdem muss dann ja auch immer das Smartphone in der Nähe der Box sein und kann nur mit Geschwindigkeitseinschränkungen genutzt werden.

Fazit

Die tigerbox wird bei uns sicherlich noch häufig zum Einsatz kommen. Ich werde den Kindern immer mal wieder gerne ein Lied oder ein Hörspiel anmachen und auch wir selber können uns Musik darüber anhören. Allerdings ist sie bei uns wohl eher nichts fürs Kinderzimmer, denn ich überlasse meinen Kindern das Smartphone nicht alleine.

Hier noch ein paar Produktdetails:

Ihr bekommt die tigerbox für ca. 34,99€.

Sie enthält einen Code zum vierwöchigen Abo der App tigertones sowie Inhalte entsprechend der Edition (Hörspiele oder Musik).

Die tigerbox hat einen Micro-SD-Kartenslot und eine LED-Lichtleiste. Das Gehäuse ist aus Holz und an der Seite befindet sich eine Trageschlaufe.

Sie wird mit Micro-USB-Ladekabel geliefert. Der Akku läuft bis zu 8 Stunden, man kann die tigerbox aber auch beim Aufladen nutzen.

Ich danke tigermedia für das Testprodukt.