Buch-Tipps des Monats (April)

Seit diesem Monat hänge ich nun im Kindergarten Buchtipps aus. Dazu wähle ich drei Bücher für Kinder verschiedenen Alters aus und nenne dazu ein paar kurze Stichworte. Auf längere Texte verzichte ich in diesem Zusammenhang, denn ich weiß, dass viele Eltern kaum Zeit haben einen Blick beim Bringen oder Abholen der Kinder auf die Pinnwand zu werfen.

Hier seht ihr meine Empfehlungen vom April:

Ab 2 Jahren

  • Wiederkehrende Struktur
  • Witzige Überraschung
  • Lautmalerische Elemente wie „pitsch patsch“
  • Tolle Gesichtsausdrücke der Tiere

So müde und hellwach von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0564-8, 14,90€

Ab 3 Jahren

  • Viel zu entdecken
  • Reime, die selbst ergänzt werden können
  • Abenteuer und Freundschaft
  • Wenig Text

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

Ab 5 Jahren

  • Thema: Angst vor der unbekannten Schule
  • Fehler machen, ist nicht schlimm
  • Wunderschöne Gestaltung
  • Lässt sich toll vorlesen

Myka und die Versteckschule von Asja Bonitz, illustriert von Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-13-3, 17,50€

 

 

Tolle Motive fürs Fingerstempeln

Bald ist Ostern, eine Zeit, in der viele Kinder Ferien haben und teilweise auch in den Urlaub fahren. Und da kann man immer gut ein paar Materialien gebrauchen,  mit denen Kinder aktiv werden können. Sehr gut gefällt mir „Mein erstes Fingerstempel-Bastelbuch“, mit dem die Kinder gleich ein paar Basteleien zur Oster- und Frühlingsdeko (Blumen, Schmetterlinge, Küken) beitragen können.

Hier können Kinder per Fingerstempel-Technik verschiedene Bilder und Bastelmotive bunt verzieren. Bunte Stempelkissen werden praktischerweise direkt mitgeliefert. Allerdings waren sie bei uns teilweise etwas ausgetrocknet. Wenn man sie mit ein wenig Wasser beträufelt, lässt sich dieses Problem jedoch leicht lösen.

Technik: Fingerstempeln

Kinder haben meist viel Spaß daran mit den eigenen Fingern Farbe aufs Papier zu bringen. Allerdings brauchte Bücherwürmchen eine ganze Weile um die Technik des Stempelns wirklich umzusetzen. Zunächst wollte er die Farbe mit dem Finger eher verschmieren und damit „malen“. Hm, ich wünschte mir, dass so schöne Fingerstempel-Bilder wie in den Beispielen entstehen, aber Bücherwürmchen hatte mit seiner Technik Spaß und wollte sich zunächst nichts sagen lassen. Gar nicht so einfach, sich als Mutter da zurück zu nehmen und den Spaß in den Vordergrund zu stellen. Am besten man macht dann einfach ohne große Worte mit und dann sieht das Kind, wie man es auch machen kann.

Bastelmotive kommen gut an

Anmalen steht bei Bücherwürmchen nicht unbedingt hoch im Kurs. Fingerstempeln ist da schon etwas attraktiver, aber so spannend findet er es nicht Bilder zu verzieren. Deshalb gefällt es mir sehr gut, dass es hier neben einzelnen Bildern mit Motiven für Jungen und Mädchen auch viele Motive gibt, aus denen man mit wenigen und einfachen Schritten (ausschneiden und kleben) etwas basteln kann. Während Bücherwürmchen die Bilder meist links liegen ließ, hatte er großen Spaß an den Bastelmotiven, bei denen ich auch kaum noch helfen muss.

Mini-Künstler: Mein erstes Fingerstempel-Bastelbuch, illustriert von Hartmut Bieber, Coppenrath, ISBN: 978-3-649-62246-8, 9,99€

Der Buchkönig geht an „Antonia war schon mal da“

Frühling – Zeit für den nächsten Buchkönig von Buchkind-Blog, Kinderbibliothek und mir. Es wird wärmer und die Lebensfreude und die Lust auf Aktivitäten draußen steigt wieder. Und genau zu diesem Lebensgefühl passt der aktuelle Buchkönig, ein Bilderbuch, hervorragend:

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt

Herzlichen Glückwunsch an von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit und Reprodukt!

Worum geht es?

Die Freunde Biber, Buntspecht, Molch und Igel wollen etwas von der Welt sehen und machen gemeinsam eine Reise. Nur eine möchte nicht mitkommen: Antonia, denn sie war schon überall. Zunächst können die Freunde das nicht so recht glauben, doch dann entdecken sie auf ihrer Reise lauter Beweise von Antonias Weltreise.

Was ist das besondere an diesem Bilderbuch?

Es ist ein Bilderbuch, in dem jede Menge drin steckt: In Reimen, die von den Kindern selbst ergänzt werden können, wird eine Geschichte erzählt, auf den Bildern gibt es wie in einem Wimmelbuch jede Menge zu entdecken und ein paar Comicelemente wie einzelne Sprechblasen sind ebenfalls vorhanden. Auch auf inhaltlicher Ebene ist das Buch ein wahrer Schatz. Es macht Lust auf Entdeckungen und Abenteuer und gleichzeitig ist es eine Freundschaftsgeschichte, bei der die Tiere zusammenhalten, gemeinsam etwas erleben und sich gegenseitig helfen. Ganz nebenbei wird hier Inklusion ohne großes Tam-Tam vorbildlich gelebt.

Eine ausführliche Besprechung des Buches ist seit Januar hier auf dem Blog zu lesen.

Das Bilderbuch „Antonia war schon mal da“ ist in dem Verlag Reprodukt erschienen. Der Reprodukt Verlag bringt Comics heraus, insbesondere auch gute Kindercomics, die das Format eines Kinderbuchs haben. Es lohnt sich auf jeden Fall mal einen Blick ins Verlagsprogramm zu werfen. Gerade auch lesemuffelige Jungs haben hier eine gute Chance fündig zu werden.

 

Antonia war schon mal da

von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit

Reprodukt

ISBN: 978-3-95640-108-4

16€

Rezensionen: Buchkind-Blog, Geschichtenwolke

 

 

 

Bildergeschichten fördern die Sprachentwicklung

Klasse, so kann man gleichzeitig fördern und Spaß haben: Sortieren und Erzählen, Bildergeschichten Jahreszeiten

Die Schachtel mit den Bildkarten, die zu sieben verschiedenen Geschichten gehören und Ereignisse im Jahresverlauf erzählen, bietet so einiges.

Bilder sortieren und dazu erzählen

Die Bildergeschichten bestehen aus drei bis sechs Bildern. Als erstes bietet es sich also an, die Karten von den Kindern in der richtigen Reihenfolge sortieren zu lassen, wobei Situationen und Abläufe erfasst werden müssen. Anschließend kann die Geschichte anhand der Bilder erzählt werden. Größere Kinder können eventuell auch schon kleine Geschichten dazu schreiben. Hier wird also ganz nebenbei der Wortschatz ausgebaut und die Ausdrucksfähigkeit trainiert.

Zum Erzählen finden begleitende Erwachsene einige Impulsfragen zu den Geschichten in einem beiliegenden Heftchen. Außerdem gibt es hier weitere Spielideen. So können einzelne Bilder den Jahreszeiten zugeordnet werden oder Karten aus verschiedenen Geschichten sollen auseinander sortiert werden.

Auf der Rückseite der Karten sieht man, welche zusammengehören. Karten einer Geschichte sind sowohl mit dem gleichen Titel beschriftet als auch mit den gleichen Symbolen bedruckt. Auf den Karten der Geschichte „Hilfe im Herbststurm“ befinden sich beispielsweise lauter Blätter. Außerdem zeigen Würfelbilder die Reihenfolge der Karten an. Einerseits ist dies eine schöne Möglichkeit der Selbstkontrolle und andererseits gibt es natürlich auch Kinder, die dann nicht mehr selber nachdenken, sondern für das Sortieren schnell und die Karten linsen.

Klare Bilder und Geschichten aus den verschiedenen Jahreszeiten

Die Bilder sind bunt und ansprechend gestaltet. Das Geschehen ist klar erkennbar und steht auf den Bildern deutlich im Vordergrund. Ablenkende Details gibt es so gut wie gar nicht. Aus den gegebenen Bildern lässt sich der Ablauf der Geschichten gut nachvollziehen.

Thematisch kommen verschiedene Ereignisse vor, die man den unterschiedlichen Jahreszeiten zuordnen kann. Im Herbst weht der Wind einen Hut weg und Äpfel werden geerntet, dann kommt der Nikolaus vorbei und im Winter rodeln zwei Kinder mit dem Schlitten den Berg hinab. Im Frühling bauen die Vögel ihre Nester und im Sommer verbringt die ganze Familie einen Tag am See. Außerdem ist einem Jungen so heiß, dass er sich eine Dusche für den Garten baut.

Eigenes Erzählen braucht seine Zeit

Die Karten sind für Kinder äußerst motivierend und sie werden gerne in die Hand genommen. Man sollte allerdings nicht enttäuscht sein, wenn Kinder nach dem Sortieren zunächst keine Lust haben die Geschichte zu erzählen. Bereits beim Sortieren entwickelt sich im Kopf der Kinder die Geschichte, ansonsten wüssten sie nicht, welches Bild auf welches folgt. Und dies finden sie meistens sehr schnell heraus. Manchmal entdecken sie zunächst nicht den Anfang der Geschichte, aber wenn dieses Bild dann am Ende übrig bleibt, wissen sie es an der richtigen Stelle einzuordnen. Man kann anfangs damit anfangen ein paar Dinge auf den Bildern zu benennen und vielleicht selbst eine Geschichte zu erzählen.

Bücherwürmchen fand es toll die Geschichten zusammenzufügen, aber er wollte lieber, dass ich etwas dazu sage. Hm, das fand ich zunächst nicht ganz so gut, aber als wir dann die Karten ein weiteres Mal ausgepackt hatten, sah das Ganze schon etwas anders aus. Die Geschichten, die er bereits kannte, wollte er nun gerne selber erzählen, und das machte er richtig gut und detailliert. Kinder brauchen also manchmal ein wenig Zeit bis sie bereit sind, selber zu erzählen und sie brauchen uns Erwachsene als Vorbilder.

Die Bildergeschichten sind in erster Linie für den Einsatz in Kindergärten und Grundschulen gedacht, aber ich finde, dass man sie auch prima zu Hause einsetzen kann. Es ist richtig schön, wenn das Kind einem auf einmal eine tolle Geschichte erzählt.

Sortieren und Erzählen: Bildergeschichten – Jahreszeiten, Illustrationen Ela Smietanka, Verlag an der Ruhr, ISBN: 978-3-8346-3608-9, 12,99€

Stürmische Gefühle im Bilderbuch

Donnerwetter! Gefühle können einen manchmal so überfallen wie ein Gewitter. Aber zum Glück verschwinden die dunklen Wolken auch irgendwann wieder und auch der Ärger verdampft, wenn jemand da ist, der für einen da ist und er mit einem gemeinsam diesen Sturm übersteht.

Gefühle werden toll dargestellt

Gefühle können sich immer wieder verändern. Dies wird wunderbar in dem Bilderbuch „Donnerwetter! Ohne dich ist alles grau“ anhand eines Wettervergleiches aufgezeigt. Gefühle zu verarbeiten und zu erkennen, ist für kleine Kinder noch gar nicht so einfach. Dieses Buch schafft es die Gefühle sehr gut darzustellen und erfahrbar zu machen. Die strahlende Sonne ist ein Symbol, welches man sofort intuitiv erfasst. Aber dann passiert etwas und man ist traurig. Vielleicht weint man sogar. Aus den Wolken fallen nun Regentropfen. Die aufziehende Wut ist anhand der immer dunkler werdenden Wolken, dem aufkommenden Wind und schließlich dem Gewitter nachvollziehbar. Wettermäßig wird dieses Gefühl mit Donner und Blitz ausgedrückt, das Kind zeigt seine Gefühle vielleicht durch Schreien und Stampfen. Und wie kann dieses übermächtige Gefühl, welches zum Leben dazugehört, überwunden werden? Wenn jemand da ist, der einen in den Arm nimmt und bei einem bleibt, bis die Sonne wieder scheint.

Das Thema wurde hier sowohl in Text und Bild prima verarbeitet. Der Text ist relativ kurz, aber er reicht völlig aus. Die Bilder verdeutlichen, worum es geht und lassen es einen fühlen.

Sehr gut in dem Buch gefallen mir die klaren Illustrationen, die wie Collagen gestaltet sind. Die Gefühle werden hier prima widergegeben. Man spürt das Glück und die Wut.

Um wessen Gefühl geht es?

Für mich ist „Donnerwetter“ ein Buch, welches man intuitiv auffasst. Man spürt, worum es geht. Wer nun wirklich der Ich-Erzähler des Buches ist, ist mir nicht ganz klar. Geht es um den Hund auf dem Titelbild? Der ist allerdings auf den ersten Bildern im Buch nicht zu sehen und er stampft auch nicht auf den Boden auf, sondern er macht sich beim aufziehenden Gewitter ganz klein. Anfangs dachte ich, dass es um die kleine Wolke geht, die am Anfang so fröhlich lacht und dann immer mehr ihr Gesicht verzieht, aber auch das passt nicht überall. Ich vermute also, dass es um ein Kind geht, dass davon berichtet, wie es ihm bei wechselnden Gefühlen geht.

Etwas irreführender Titel

Mich hat dieses Buch als eine Reise durch die Gefühlwelt sofort interessiert. Ich muss zugeben, dass ich mir den Titel daraufhin nicht sonderlich aufmerksam angeschaut habe. „Donnerwetter!“ ist eine tolle, klare Aussage, die neugierig auf mehr macht. Allerdings ist der Untertitel „Ohne dich ist alles grau“ tatsächlich weniger gut gelungen. Mir persönlich ist dies gar nicht aufgefallen, aber als ich die Rezension zu diesem Buch auf Buchkind-Blog gelesen habe, konnte ich der Äußerung, dass dies eher auf ein Buch hindeutet, in dem es ums „liebhaben“ geht, direkt zustimmen. Es erinnert ja auch ein bisschen an Sheepworld: „Ohne dich ist alles doof“. Aber wie gesagt, von selbst wäre mir das so jetzt gar nicht aufgefallen.

Insgesamt gefällt mir das Buch wirklich gut. Ich finde einfach die Idee klasse, Gefühle mit dem Wetter zu vergleichen und dieser Vergleich ist durchgehend sehr gut gelungen.

Donnerwetter! Ohne dich ist alles grau von Kristina Damm-Volk und Katharina Staar, Oetinger34, ISBN: 978-3-95882-005-0, 9,99€

Onno und Ontje – eine herrliche Freundschaft

Kennt ihr schon die beiden Freunde Onno und Ontje? Die zwei sind einfach nur liebenswert! Mittlerweile ist bereits das zweite Buch von ihnen herausgekommen: „Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer!

Ein kranker Freund braucht Aufmerksamkeit

Nachdem im ersten Buch der kleine Otter Ontje bei dem kauzigen Fischer Onno ans Land gespült wurde und sich die beiden angefreundet haben, obwohl Onno eigentlich am liebsten alleine ist, verbringen die zwei nun ganz selbstverständlich die Tage auf der Insel gemeinsam. Seitdem Onno auf dem Meer seekrank wurde, fährt nun seine Frau Olga mit dem Bott zum Fischen hinaus und Onno putzt, kocht, mäht den Rasen und tut eben alles, was es so auf der Insel zu tun gibt. Dazu gehört auch die Draisine zu reparieren, mit der sie manchmal zum Festland fahren. Onno macht sich mit Feuereifer an die Arbeit, doch Ontje liegt nur schlapp daneben. Es geht ihm nicht gut. Er meint, dass er krank sei und Onno sich um ihn kümmern muss. Onno tut alles, was Ontje sich von ihm wünscht, aber nachdem er dem Otter einen Kräutertee gebracht hat, flitzt er direkt wieder zu seiner Draisine um weiter zu arbeiten. Das gefällt Ontje gar nicht. So geht das nicht. Ein Freund muss sich richtig um seinen kranken Freund kümmern, sich zu ihm ins Bett legen, etwas vorlesen und die ganze Zeit für einen da sein. Und Onno sieht das letztendlich auch ein und so wird Ontje blitzschnell wieder gesund, doch am nächsten Tag ist Onno krank und die Rollen kehren sich um.

Freundliche Bilder mit witzigen Details

Onno und Ontje sind toll, wobei mir das erste Buch noch ein bisschen besser gefallen hat als das zweite. Die Geschichte hatte noch etwas mehr Gehalt. Dennoch ist das Gesamtpaket absolut empfehlenswert. Beim zweiten Buch haben die zwei mich letztendlich auch an Pettersson und Findus erinnert: Auch hier gibt es schließlich einen kauzigen Mann und ein aufgewecktes, munteres und pfiffiges Tierchen, das genau weiß, wie es mit dem menschlichen Freund umgehen muss. Außerdem gibt es in den Onno & Ontje-Büchern auf den Bildern ebenfalls sehr viel zu entdecken, wenn der Stil auch ein ganz anderer ist als bei Pettersson und Findus.

Die Bilder bei Onno und Ontje sind einfach klasse. Es gibt viele witzige Details und aus ihnen spricht unglaublich viel Wärme und Lebensfreude. Hier findet man eine heile Welt, die aber nicht kitschig wirkt, sondern fröhlich und ansprechend.

Mir gefallen diese Bücher insbesondere auf Grund der Bilder sehr gut. Außerdem lassen sie sich gut lesen und machen Spaß. Das sind die Gründe, warum ich persönlich zu diesen Büchern greife, aber letztendlich vermitteln sie auch wichtige Botschaften, z.B. wie man sich in einer Freundschaft verhält und was im Leben wichtig ist. Sehr schön ist auch, dass sich hier mal der Mann ums Haus etc. kümmert und die Frau die Arbeit auf dem Meer übernommen hat. Meines Erachtens ist Olga allerdings ein wenig außen vor und sie passt nicht so ganz in die Geschichte, auch wenn sich Onno und Ontje über ihre Rückkehr freuen. Ich weiß jedoch von anderen Leserinnen, dass sie Olga nicht so wie ich als überflüssig wahrgenommen haben.

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Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer! Von Thomas Springer und Matthias Derenbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-67154-1, 12,99€

 

Sticker-Pixi-Bücher

Die Pixi-Challenge läuft seit gut einem Monat und bei vielen Teilnehmern gibt es bereits interessante Berichte zu lesen. Auch ich möchte euch in diesem Jahr immer mal wieder ein paar Pixibücher vorstellen und dabei insbesondere die Bandbreite an Pixibüchern vorstellen.

Heute soll es um die Sticker-Pixi-Bücher gehen, von denen wir die Titel „Zu Hause“ und „Im Zoo“ haben. Diese Pixi-Bücher haben wir gerade erst entdeckt. Interessanterweise haben sie weniger Seiten als die üblichen Pixis, dafür befindet sich in der Buchmitte eine Doppelseite mit Stickern. Mit diesen Stickern kann man die übrigen Buchseiten vervollständigen. So kann man zum Beispiel im Zoobüchlein eine weitere Ente zum Teich kleben oder die Zoobesucher an die Gehege stellen und in dem Buch „Zu Hause“ kann das Kind das Bobbycar in den Garten kleben und den Salat auf den Tisch stellen. Das macht den Kindern sehr viel Freude. Allerdings wünschte sich mein Sohn noch weitere bestimmte Aufkleber von Dingen, die seiner Meinung nach auf den Bildern noch fehlten. Das liegt teilweise aber auch daran, dass die Kinder die Sticker nicht immer an die vermutlich dafür vorgesehene Stelle kleben, sondern sie an einem anderen Ort passender finden, was sie auch meist logisch begründen können.

Kurze Texte

Der Text in diesen Pixis ist sehr kurz gehalten. Hier geht es scheinbar mehr um die Beschäftigung mit den Stickern, wobei der Text manchmal den Kindern eine Hilfestellung gibt, welche Sticker für die jeweilige Seite passend sind. Allerdings erwartete mein Sohn durch diese Texte auch bestimmte Aufkleber, die es dann aber nicht gab. Insgesamt treten die Texte in diesen Pixibüchern aber eindeutig in den Hintergrund und die Kinder haben zunächst auch wenig Lust die Fragen zu beantworten, die dazu anregen möchten, sich die Bilder genau anzuschauen. Dazu haben sie erst dann Ruhe, wenn die Sticker aufgeklebt sind, wobei bei manchen Kindern mit dem Abschluss dieser Tätigkeit das Pixibuch auch bereits uninteressant wird. Die Bilder sind zwar freundlich und ansprechend gestaltet, aber der Inhalt selbst ist eben dann doch recht gering. Dennoch bieten die Pixibücher für eine Autofahrt oder im Urlaub eine schöne Beschäftigung für Kinder, bei der sie auch überlegen müssen, was wie zusammen passt- wieder einmal ein guter Anlass um mit Kindern ins Gespräch zu kommen und Sachen und Zusammenhänge zu benennen.

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Mein Sticker-Pixi: Zu Hause von Laura Leintz, illustriert von Dirk Hennig, Carlsen Verlag, Pixi-Serie 234, Nr. 2127

Mein Sticker-Pixi: Im Zoo von Laura Leintz, illustriert von Ursula Weller, Carlsen Verlag, Pixi-Serie 234, Nr. 2123

25 Jahre Regenbogenfisch und ein neues Abenteuer

Ich glaube, jeder der Kinder hat oder mit ihnen zu tun hat, kennt ihn, den Regenbogenfisch. Und mittlerweile können viele sogar sagen, dass sie ihn noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen, denn der Regenbogenfisch ist schon 25 Jahre alt. Eine Erfolgsgeschichte, die sich auch in einigen Folgebänden niederschlägt. Ganz aktuell ist das Buch „Der Regenbogenfisch lernt verlieren“ herausgekommen.

Ich muss sagen, dass ich dem Regenbogenfisch ein wenig skeptisch gegenüber stehe, da mir das Buch ein wenig zu lehrhaft herüber kommt. Ja, die Botschaften, die er vermittelt sind richtig und wichtig, aber diese Absicht kommt mir zu stark herüber. Dennoch wird der Regenbogenfisch gerade in Einrichtungen gerne eingesetzt und er hat dort sicherlich auch seinen berechtigten Platz. Kinder mögen den Regenbogenfisch, was sicherlich auch am Glitzer liegt. So etwas macht in einem Buch schon etwas her. Außerdem erlebt der Regenbogenfisch Situationen, die Kindern bekannt vorkommen.

Thema: Verlieren

Nun möchte ich mal einen Blick auf das neue Buch werfen: „Der Regenbogenfisch lernt verlieren“ Der Titel zeigt bereits, dass hier wieder eine Botschaft vermittelt werden soll, aber das kennt man ja vom Regenbogenfisch. Das Thema ist spannend. Es gibt viele Kinder (und auch Erwachsene, zu denen ich leider auch gehöre), die nicht gut verlieren können. Wie geht man damit um? Vielleicht präsentiert uns ja das Buch eine gute Lösung.

Die Fische spielen verstecken. Zuerst sucht der Regenbogenfisch, aber alle drei Fische haben sich so geschickt versteckt, dass er sie nicht finden kann, obwohl er doch die meisten Verstecke gut kennt. Und als dann der kleine Blaue mit suchen an der Reihe ist, findet er sofort den Regenbogenfisch. Das ist zu viel für ihn. Ärgerlich und schimpfend schwimmt er davon, was den kleinen Blauen traurig macht. Rotflosse schwimmt dem Regenbogenfisch hinterher und spricht mit ihm. Er zeigt Verständnis und erklärt dem Regenbogenfisch wie unfair er sich verhalten hat. Der Regenbogenfisch sieht das ein, entschuldigt sich und spielt wieder mit.

Auf den Bildern sieht man vor allem die Fische, umrahmt von ein paar Algen. Der Hintergrund ist mal weiß, mal farbig, wobei hier mehr Wert auf die Gefühle als auf Realität gelegt wurde. So ist der Hintergrund auf der Seite, auf der der Regenbogenfisch wütend wegschwimmt, in einem Rotton gehalten, was die Atmosphäre gut unterstreicht. Auch an den Gesichtsausdrücken der Fische kann man meistens gut ihre Gefühle ablesen. Ich finde allerdings, dass der Regenbogenfisch Rotflosse etwas sehr aufgeschlossen zuhört.

Realistisch gelöst?

Überhaupt muss ich sagen, dass mir die Lösung in dem Buch etwas zu einfach ist. Wenn mein Sohn sich ärgert, weil er verliert oder ein Spielzug nicht zu seinen Gunsten ausfällt, dann ist er längst nicht so einsichtig. Er bekommt dann seine Wut wieder in den Griff, da er gerne weiterspielen möchte, ich aber keine Lust habe nach seinen eigenen Regeln zu spielen, aber seine Mimik spiegelt dann weiterhin seinen Ärger wider. Ja klar, man kann mit ihm reden, ihm das alles erklären und vielleicht sieht er es sogar ein, aber es ändert nichts daran, dass er sich beim nächsten Mal wieder genauso ärgern wird. Die Lösung in dem Buch ist vernünftig, aber sie ist mir persönlich zu realitätsfern. Auch kommt sie ein wenig langweilig daher.

Schade, die Idee das Verlieren zu einem Regenbogenfisch-Thema zu machen, gefällt mir gut. Der Anfang des Buches ist vielversprechend, doch das Ende ist mir zu schwach.

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Der Regenbogenfisch lernt verlieren von Marcus Pfister, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10381-0, 16€

Da staunen die Freunde: Antonia war schon mal da!

Auch wenn der Titel ein wenig sperrig klingen mag, es lohnt sich in dieses Buch hineinzuschauen: „Antonia war schon mal da“. Wo war Antonia denn schon  mal? Sie war schon überall und deshalb möchte sie auch nicht mit ihren Freunden Biber, Buntspecht, Molch und Igel auf Reise gehen. Ob das denn stimmen kann? Die Freunde scheinen etwas skeptisch zu sein, doch die Beweise finden sie auf ihrer Reise, denn Antonia hat einige Spuren hinterlassen, die es in diesem schönen Buch, zu entdecken gibt. Beim Reprodukt Verlag wird das Bilderbuch unter „Kindercomics“ geführt, woran auch einzelne Sprechblasen erinnern. Man könnte es aber auch genauso gut in die Rubrik der Wimmelbücher stecken. Oder es einfach als tolles Bilderbuch ansehen.

Bilder, auf denen man immer wieder etwas Neues entdeckt

Das Buch ist in vielerlei Hinsicht gut gemacht. Die Bilder sind einfach toll anzusehen. Sie sind sehr ansprechend gestaltet, bunt, liebevoll und voller Details und natürlich ist man immer auf der Suche nach Antonias Spuren, die ebenfalls klasse in die Szenen integriert wurden. Manchmal entdeckt man ihre Spuren direkt, aber es gibt auch Seiten, auf denen wir etwas länger suchen mussten und uns dann über den Einfallsreichtum des Illustrators freuten. Und man darf dieses Buch auf keinen Fall zu früh zu schlagen, denn auch, wenn die Geschichte zu Ende ist und man die Freunde nur noch in gemütlicher Runde am Lagerfeuer sieht, kann man noch einen weiteren Ausflugsort von Antonia entdecken.

Aber es ist nicht nur die Suche nach Antonia, die einem auf den Bildern so viel Freude macht. Ich habe mich beispielsweise schon über das Langenscheidt Wörterbuch gefreut, das ebenfalls zum Reisegepäck gehört wie unter anderem fünf ordentlich gebügelt und gefaltete Pullis in verschiedenen Farben, die Flip-Flops und die Taucherbrille. Beim Molch gehört ein riesiger Stapel geschmierter Butterbrote zur Reisevorbereitung und der Specht hat sich vor der Abreise noch schnell ein leckeres Eis geholt. Es gibt einfach überall unwahrscheinlich viel zu entdecken, was unbedingt dafür spricht, sich dieses Buch immer wieder anzuschauen und dies gilt sicherlich sowohl für die Kleinen als auch für die Großen, die an diesem Buch nicht weniger Spaß haben als der Nachwuchs.

Geschickt gereimter Text

Text gibt es in dem Buch nicht sonderlich viel, aber die kurzen Sätze, die man hier findet, bringen alles in gereimter Form sehr gut auf den Punkt. In kurzen Reimen wird die Reise hier skizziert und zwar so, dass die Kinder sehr schön mitreimen können. Auf einer Doppelseite sieht man jeweils ein Reiseziel. Das nächste Reiseziel wird durch den Reim angekündigt, wobei das Ziel, welches dem Reimwort entspricht, erst auf der nächsten Seite genannt wird: „Über den Berg schallt laut Gegröle, noch lauter klingt’s in einer… (HÖHLE).“ Diese einfachen Reime, die sich im Übrigen auch bereits durch die Bilder ankündigen, sprechen Kinder gerne schnell mit und so werden sie sowohl durch den Text als auch durch die bildliche Suche nach Antonia beim Lesen und Betrachten klasse mit eingebunden.

Toll finde ich auch, dass in dem Buch das Thema Inklusion ganz natürlich ist. Es wird nicht thematisiert, kommt aber dennoch vor. Der Igel sitzt im Rollstuhl, was einem auch erst auffällt, wenn man genau hinschaut. Dass er an der Weltreise teilnimmt, ist ganz selbstverständlich. Er ist ein Freund und gehört einfach dazu. Bücherwürmchen merkte anerkennend an, dass er die schwierige Strecke mit seinem Rollstuhl aber ziemlich gut bewältigen würde. Das stimmt und wenn es für den Rollstuhl wirklich mal zu schwierig wird, dann springt eben einer der Freunde ein und trägt den Igel den Berg hinauf.

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Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

Hilfe im kalten Winter erwärmt das Herz

Noch steht der Weihnachtsbaum und die Weihnachtsbücher werden durchaus noch gerne gelesen, aber bald verschwinden sie bis Ende November wieder im Regal. Aber auch wenn Weihnachten nun vorbei ist, so ist es der Winter noch lange nicht und natürlich gibt es für die diese Jahreszeit passende Bücher. Bücher, die bei uns zwar in der Nähe der Weihnachtsbücher stehen, welche aber unabhängig von Weihnachten noch eine ganze Weile gelesen werden können. Bücher, in denen Schnee, Eis und Kälte vorherrschen und in denen Schneemänner gebaut und mit dem Schlitten gerodelt wird. Und da es bei uns draußen gerade so richtig winterlich ist, werde ich euch heute, aber auch in den nächsten Wochen, passende Bücher vorstellen.

Zwei winterliche Bücher von Feridun Oral

Beginnen werde ich heute mit zwei schönen Büchern von Feridun Oral: „An einem kalten Wintermorgen…“ und „Ein Apfel für alle“. Bei beiden Büchern schneit es auf dem Cover und man kann die Kälte beinahe spüren.  Die Bücher kann man völlig unabhängig voneinander lesen, aber sie handeln von den gleichen vier Freunden: Hase, Maus, Fuchs und Bär.

Besonders überzeugend in den Büchern sind die Bilder, die einem einfach die Atmosphäre eines kalten, ungemütlichen Wintertages hervorragend vermitteln. Es sind Bilder, bei denen man ruhig wird, die man lange betrachten kann und die einen ganz mit in die Geschichte hinein nehmen. Natürlich sind die Bilder nicht schrill und bunt, sondern passenderweise sieht man viel weiß, bedeckte Bäume, verschneite Landschaften und eben die vier handelnden Tiere, die liebenswürdig dargestellt werden. Auch wenn sie hier vermenschlicht werden, indem sie unter anderem miteinander reden oder der Fuchs auf zwei Beinen läuft, wirken sie ziemlich realistisch.

Die Geschichten selbst verstärken einerseits ebenfalls den Eindruck des kalten Winters, sind aber andererseits auch Plädoyers für die Freundschaft und das Miteinander.

An einem kalten Wintermorgen

In „An einem kalten Wintermorgen…“ sucht die Maus Feuerholz für ihre Familie. Sie findet auch jede Menge Äste, die sie zusammenträgt, doch dann schafft sie es nicht den riesigen Haufen nach Hause zu schleppen. Sie fragt ihren Freund den Hasen, ob er ihr helfen kann. Das tut er gerne, aber selbst als sie es zu zweit versuchen, ist der Holzstapel noch zu schwer. Auch der Fuchs und sein Schlitten bekommen den Stapel nicht bewegt. Schließlich muss der Bär aus seinem Winterschlaf geweckt werden. Ganz langsam kommen die Tiere nun voran. Aber sie kommen nicht bis zum Mäusenest. Der Schlitten stößt gegen eine Baumwurzel, alles fällt zu Boden. Da der Schneesturm inzwischen immer schlimmer geworden ist, können die Tiere nicht mehr nach Hause zurückkehren, aber unter dem Holzstapel finden sie gemeinsam Schutz. Und als sich der Sturm dann gelegt hat, teilen sie die Äste untereinander auf und jeder schafft es nun problemlos seinen kleinen Haufen zu sich und seiner Familie zu tragen.

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Ein Apfel für alle

Auch in „Ein Apfel für alle“ ist alles unter einer Schneeschicht begraben. Es gibt kein Futter zu finden. Nur ein roter Apfel hängt an einem Baum. Der hungrige Hase hat ihn entdeckt und möchte ihn sich natürlich holen, doch er Apfel hängt viel zu hoch für ihn, so dass er Hilfe benötigt. Zunächst kommt die Maus, dann der Fuchs und schließlich der Bär. Was alleine nicht klappte, wird natürlich am Ende gemeinsam bewältigt und der mühsam heruntergeholte Apfel wird gerecht unter allen aufgeteilt.

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Gerade in dieser winterlichen Atmosphäre ist die Geschichte vom Zusammenhalt schön. Mich hatte zunächst irritiert, dass sich alle vier Tiere über den Apfel freuen und der Fuchs beispielsweise nicht lieber einen Hasenbraten hätte. Das passt natürlich nicht so ganz zur Natur der Tiere. Allerdings hatte ich auch erst das Buch „Ein Apfel für alle“ gelesen und anschließend das andere. Wenn man mit „An einem kalten Wintermorgen…“ beginnt, irritiert einen dies weniger. Dann ist eben einfach klar, dass es sich um vier Freunde handelt und man achtet weniger auf die Tierarten an sich.

Die Thematik der Bücher ist nicht neu und letztendlich ist es klar, worauf es jeweils hinausläuft. Dennoch gibt es im Verlauf der Geschichten kleine Spannungsmomente und man verfolgt durchaus interessiert, wie sich alles entwickelt. Und wie bereits geschrieben macht in diesen Büchern die Atmosphäre sehr viel aus. Sie passt zu den Geschichten und ihren Botschaften. Äußerlich ist alles kalt und wenig freundlich, aber die Tiere halten zueinander und helfen sich gegenseitig und erwärmen so auch unser Herz.

An einem kalten Wintermorgen… von Feridun Oral, übersetzt von Bruno Hächler, minedition, ISBN: 978-3-86566-304-7, 13,95€

Ein Apfel für alle von Feridun Oral, übersetzt von Christian Dreller, minedition, ISBN: 978-3-86566-344-3, 10,00€