Rezension: Mein Opa, der Mond und ich

(Werbung/Rezensionsexemplar) Die Opa-Enkelkind-Beziehung ist häufig eine ganz besondere und wird gerne von den Geschichten des Opas geprägt. Natürlich hängen die Enkelkinder an den Lippen des Opas und sind immer wieder begierig auf die neuen Geschichten des Opas.

Opa-Enkelkind-Beziehung

So ist es auch in dem Buch „Mein Opa, der Mond und ich“. Der Opa erzählt dem Enkelkind völlig unglaubliche Geschichten. Buckelwal-Armeen, die dem Opa aufs Wort gehorchen, und die Erfindung des runden Hühnereis, gehören unter anderem dazu. Das Enkelkind glaubt ihm alles. Es genießt die Zeit mit dem Opa, der es sogar möglich macht, mit dem Enkelkind mit einem Katapult zum Mond zu fliegen. Mit Opa wird auch das Unerreichbare erreicht. Irgendwann, als der Opa älter wird, ändert sich das Verhältnis der beiden ein wenig, denn nun erzählt das Kind dem Opa Geschichten. Das Vertrauen zueinander aber bleibt. Die Geschichte geht weiter. Dies wird unter anderem ganz konkret in der Weitergabe des kleinen roten Hutes gezeigt, der vom Opa an den Enkel weitergegeben wird, aber natürlich hat der Opa dem Kind auch noch eine ganze Menge anderer Dinge, vor allem Nicht-Materielle, vermacht. Den Hut trägt der Opa im ganzen Buch. Er begleitet ihn, macht ihn aus.

Obwohl in dem Buch lauter verrückte Ideen vorkommen, ist es eine ruhig erzählte Geschichte, die eine Menge enthält. Hier wird die Fantasie angesprochen, das Opa-Enkelkind-Verhältnis, das Weitergeben von Werten und Fähigkeiten, der Fortlauf der Zeit etc.

Stimmungsvolle Bilder mit sympathischen Figuren

Auch die Bilder sind stimmungsvoll. Man kann sie nicht wirklich als schön bezeichnen, dazu wirken sie zu skizzenhaft und die Pinselstriche sind zu grob ausgeführt, aber irgendwie haben die Bilder dennoch etwas besonderes. Der Hintergrund kommt farbgewaltig, wie mit Wasserfarbe gemalt, daher. Die Stellen, an denen der Opa und das Kind zu sehen sind, haben dahingegen einen hellen Hintergrund. Sie wirken beinahe wie ausgeschnitten. Hier wurde die Farbe ausgespart. Der Opa ist ein kleiner Mann, der irgendwie mit der großen Nase knuffig wirkt. Ja, ich muss sagen, ich mag die Bilder, weil sie einfach anders sind und ganz viel ausstrahlen. Opa und Kind sind einem sofort sympathisch. Man liest ihre Geschichte sehr gerne. Übrigens hat mein Sohn etwas irritiert festgestellt, dass sich der Hut des Opas im Wasser in einer anderen Farbe spiegelt.

Schön ist natürlich auch das beigelegte rote Papier mit Bastelanleitung für einen Hut. Wird dieser vielleicht auch weitergegeben?

Mein Opa, der Mond und ich von Barroux und Séverine Vidal, übersetzt von Claudia Sandberg, Schaltzeit Verlag, ISBN: 978-3-941362-90-1, 14,90€

Advertisements

Rezension: Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer

(Werbung/Rezensionsexemplar) Sommer, Sonne, Strand – oh, was kann man da alles für Abenteuer erleben. Richtige Sommerabenteuer so wie bei „Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer“.

Das fantasievolle Spiel der Kinder

Das Cover weckt direkt die Sehnsucht nach dieser besonderen Zeit im Jahr, nach Salzgeruch, weichem Sand und einer Meeresbrise. Wenn man das Buch dann aufschlägt und die beiden Kinder auf ihren Fahrrädern durch den Wald an den Strand fahren sieht, wird dieses Gefühl noch verstärkt und man kann sich förmlich in diese Szene hinein fühlen. Am Strand geht es dann auch ganz normal los. Die Kinder testen die Temperatur des Wassers und die Eltern richten einen Liegeplatz ein. Aber dann legen Elsa und Kalle mit ihrem Spiel los. Sie graben ein Loch, welches zu einer Falle wird. Wen sie damit wohl fangen könnten? Vielleicht ein Meeresungeheuer oder doch eher einen Strandlöwen? Immer mehr tauchen die Kinder in ihrer Spielwelt ein bis sie sich am Ende des Spiels mit einem Picknick im Hier und Jetzt stärken.

Fantasie und Realität

Das Buch ist eine interessante Mischung aus Fantasie und Realität und spiegelt herrlich das Spiel von Kindern wieder. Aus wenigen Mitteln schaffen sie eine ganze Fantasiewelt. Sie spielen am Strand, nutzen die Sachen vor Ort, sind aber in ihrem gemeinsamen Spiel.  Es ist gar nicht immer so leicht von außen zu unterscheiden, was gehört zur realen Welt und was spielt sich in den Köpfen der Kinder ab. Aber genau diese Schwelle zwischen Fantasie und Wirklichkeit macht dieses Abenteuer so spannend.

Keine Klischees

Ganz toll ist hier auch, dass die Kinder unterschiedliche Hautfarben haben und der Junge eine Badehose mit pinken Streifen trägt. Und besonders toll finde ich es, dass das überhaupt nicht thematisiert wird, sondern einfach als normal und gegeben hingenommen wird, so wie es ja auch sein soll. Ich muss sogar zugeben, dass mir dies, da es nicht thematisiert wird, auf den ersten Blick auch gar nicht aufgefallen ist und das ist doch eigentlich gut so! Auch die Rollenverteilung gefällt mir: Das Mädchen ist die Wilde, der Junge ist etwas zurückhaltender. Ja, so ist es doch auch in der Realität. Es gibt wilde Mädchen und ruhige Jungs und genauso gibt es auch abenteuerlustige Jungs und stille Mädchen.

Wunderschöne Illustrationen

Die herrlichen Bilder laden ein, sich mit Kalle und Elsa in ihre Fantasiewelt zu begeben. Es sind Bilder, die einen mit aller Wucht ansprechen und die man sich einfach ganz intensiv angucken muss. Sie laden dazu ein, dieses Buch aufzuschlagen und die Fantasie spielen zu lassen. Gleichzeitig erfasst einen aber auch ein Sommergefühl und eine Sehnsucht nach dem Meer sowie nach ausgelassener Kindheit.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, denn ich liebe Bücher, in denen es um den Lesespaß und Fantasie geht. Wer pädagogische Botschaften in Büchern sucht und sich nicht in das Reich der Fantasie wagt, sollte um dieses Buch jedoch besser einen Bogen machen.

Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer von Jenny Westin Verona und Jesus Verona, übersetzt von Karl-Axel Daude, Bohem Verlag, ISBN: 978-3-95939-066-1, 16,95€

Rezension: Kinder unserer Welt

(Werbung/Rezensionsexemplar) Auch wenn Deutschland ausgeschieden ist, die Fußball-WM läuft natürlich dennoch weiter. Dabei sehen auch die Kinder immer wieder die Flaggen verschiedener Länder und das eine oder andere fragt, dann vielleicht neugierig, von welchem Land die jeweilige Flagge wohl ist. Und wenn man ihnen dann nicht nur die richtige Antwort geben, sondern ihnen noch mehr über das Land und die dort gesprochene Sprache erzählen kann, lauschen viele Kinder sicherlich ganz gespannt.

Kinder aus 12 verschiedenen Ländern stellen sich vor

Da die meisten von uns wohl nicht viel mehr als drei, vier Sprachen sprechen können, unterstützt einen hier das Bilderbuch „Kinder unserer Welt“.  12 Kinder aus verschiedenen Ländern stellen sich in diesem Buch, mit Fotos, kurzen Texten und auf ihrer Sprache vor. Ich finde, dieses Buch einfach klasse. Die Fotos sehen toll aus und lassen uns neugierig auf die sympathisch wirkenden Kinder werden. Wir erfahren, wie sie heißen, wo sie herkommen und welche Sprache sie sprechen. Auf einem Globus ist hier Land farbig markiert. Außerdem stellen sie ihre Familie vor, erzählen etwas über ihre Essgewohnheiten und wie sie leben und welche großen Feste bei ihnen gefeiert werden. Der Aufbau und die Themen sind bei allen Kindern gleich, was das Buch besonders spannend macht, denn so kann man vergleichen, wie unterschiedlich man in den einzelnen Ländern lebt etc. Vielleicht entdeckt man aber auch einige Gemeinsamkeiten.

Sprachen zum Anhören

Besonders spannend sind aber natürlich die Sounds. Wenn man auf die Button mit den Länderflaggen drückt, stellen sich die Kinder in ihrer Landessprache vor. Da es auch ein deutsches Kind gibt und alle Kinder die gleichen Sätze sprechen, weiß man auch was gesagt wird. Die Texte in dem Buch sind bei uns momentan eher uninteressant, aber meine Kinder hören sich immer wieder gerne die verschiedenen Sprachen an. Dabei findet jeder schnell eine Lieblingssprache, die vielleicht in den eigenen Ohren besonders lustig klingt, die dann immer und immer wieder angehört wird. Aber da Kinder schnell lernen, können sie teilweise den einen oder anderen Satz sogar nach einer Weile nachsprechen.

Dieses Buch ist ein Schritt hin zu Offenheit und Toleranz. Überall auf der Welt leben Kinder und es ist toll, wenn man sie ein bisschen näher kennen lernt.

Kinder unserer Welt, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62631-2, 17€

#Bilderbuchliebling: Günther Jakobs zum Kennenlernen

(Werbung) Auf der Leipziger Buchmesse haben verschiedene Familien- und Buchbloggerinnen gemeinsam überlegt, ob man nicht mal gemeinsam etwas über den Kinderbuchautor und –illustrator Günther Jakobs machen wolle. Hm, ich muss zugeben, dass mir der Autorenname in dem Moment gar nichts gesagt hat. Ja, auch das kommt bei erfahrenen Kinderbuchbloggern mal vor. Aber trotzdem hielt mich das nicht davon ab, der Idee zuzustimmen und mich auf diesen Autoren einzulassen, denn den dort anwesenden Bloggerinnen vertraue ich auf jeden Fall.

Günther Jakobs-Blogparade

Und nun ist sie da, die Blogparade zu Günther Jakobs: #Bilderbuchliebling – Die Günther Jakobs-Blogparade! Und ich kann euch schon verraten, dass es keineswegs falsch war, auf das Urteil der Bloggerinnen zu vertrauen. Wir sind begeistert von Günther Jakobs Büchern und im Übrigen habe ich doch tatsächlich sogar schon ein Buch von ihm auf meinem Blog vorgestellt: ABC der wilden Piraten

Damit auch ihr demnächst sagen könnt, dass ihr den Kinderbuchautor und –illustrator Günther Jakobs kennt, stelle ich euch heute direkt mal drei bekannte und beliebte Bücher von ihm vor. Sozusagen ein kleiner Einstieg in die Bücherwelt des Günther Jakobs‘. Und damit ihr ihn noch besser kennen lernen könnt, verlose ich am Ende dieses Beitrags zwei der vorgestellten Bücher von ihm. Auf das Günther Jakobs immer mehr Leseratten ein Name wird, denn er und seine Bücher haben es verdient, bekannter zu werden.

Wer im Übrigen noch mehr über den Autoren und seine Bücher wissen möchte, sollte aufmerksam die Beiträge der Blogparade verfolgen. Da habe ich unter anderem bereits ein tolles und interessantes Interview mit ihm gelesen. Und außerdem habt ihr auch bei vielen anderen Bloggerinnen die Chance eines seiner Bücher zu gewinnen. Ihr dürft aber auch selber gerne mit einem Beitrag an der Blogparade, die noch bis zum 15. Juli geht, teilnehmen. Alles weitere dazu findet ihr bei kinderbuchlesen.de, wo auch alle Beiträge verlinkt werden.

So, nun aber zum Günther Jakobs Crashkurs:

So viel vor weg: Seine Bücher zeichnen sich durch viel Humor aus, der sowohl von der Geschichte, aber auch in großen Teilen von den Bildern ausgeht.

Zwei seiner Bücher werden bei uns besonders geliebt und immer wieder angeschaut:

Schnabbeldiplapp – Ein wasserscheues Bilderbuch“ und „Ritter Otto und sein Reittier – Ein Wendebuch“.

Schnabbeldiplapp – Eine Ente, die nicht schwimmen möchte?

In dem Buch „Schnabbeldiplapp – Ein wasserscheues Bilderbuch“ wagt sich die Ente Emil nicht ins Wasser. Und das, obwohl sie eine Ente ist. Das kann einfach nicht sein, findet der Schwan Henry und nimmt Emil mit ins Schwimmbad. Schritt für Schritt gelingt es Henry Emil ins Wasser zu bekommen bis Emil schließlich von ganz alleine schwimmt und gar nicht mehr aus dem Wasser heraus möchte.

Allein das Wort „Schnabbeldiplapp“, welches Henry immer wieder benutzt, macht Spaß. Und auch Emils „Buhuuuu“-Geheule lässt die Kinder grinsen. Aber hier muss man sich unbedingt auch die Bilder genau anschauen: So fahren die beiden mit dem Auto zum Schwimmbad und was für ein Auto nehmen sie natürlich? Eine Ente! Im Schwimmbad verschwinden beide in Umkleidekabinen, aber letztendlich nur um sich eine Badekappe aufzusetzen. Kinder werden nicht jeden Witz in den Bildern verstehen. Die Ente als Auto kennen sie nicht mehr, aber trotzdem machen die Bilder einfach viel Spaß und sind toll gezeichnet.

Die Themen Ängste überwinden und Schwimmen lernen werden hier angesprochen, aber im Vordergrund steht eine humorvolle Geschichte, was mir sehr gut gefällt.

Auch wenn wir das Buch gerade nicht anschauen, ist es bei den Kindern präsent. Wenn zum Beispiel irgendwo der Name „Henry“ fällt, verweist mein Kleiner direkt auf den Schwan.

Schnabbeldiplapp – Ein wasserscheues Bilderbuch von Günther Jakobs, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51508-7, 12,99€

Ritter Otto und sein Pferd auf dem gleichen Weg

Auch „Ritter Otto und sein Reittier – Ein Wendebuch“ wird hier geliebt. Es ist ein Buch, welches man von zwei Seiten anschauen kann. In der Mitte kommen dann beide Szenen wieder zusammen. Wir können einmal verfolgen, wie Ritter Otto wach wird und sich schnell auf den Weg zum Turnier macht, dabei Zwergen, einer Hexe und einem Drachen begegnet, und einmal sehen wir die Geschichte aus der Sicht des Pferdes, das feststellt, dass der Ritter bereits unterwegs ist und ihm auf seinem Weg folgt.

Mein Kleiner möchte meist erst die Geschichte vom Pferd hören, was natürlich vom chronologischen Ablauf her, eher nicht passt, aber was soll’s. Ich glaube, er findet es einfach toll, dass man das Buch von der anderen Seite her lesen kann bzw. genießen Kinder es oft, wenn sie selbst diese Auswahl treffen können.

Der Text ist (gut!) gereimt und der Weg von Otto und seinem Reittier macht Spaß, insbesondere durch die Parallelen und den gleichen Stationen auf dem Weg. Der Drache wird lustig ausgetrickst, die Hexe macht Kindern auch nicht große Angst und bei den Zwergen streiten sich meine Kinder immer, wer welchen von ihnen am besten findet. Bilder und Text gehören hier eng zusammen. Schön ist das Ende, bei dem Otto und sein Reittier als Freunde wieder vereint sind.

Ritter Otto und sein Reittier von Günther Jakobs, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-17051-4, 12,99€

Mutiger Tiger = Mutiger

Bei dem Buch „Ich bin der kleine Mutiger“ gefällt gerade meinem Großen der Titel schon richtig gut. Diese Wortspielerei ist klasse.

Vor dem Einschlafen denkt sich das Kind, dass es toll wäre ein mutiger Tiger zu sein. Und tatsächlich: Am nächsten Morgen wacht es als Tiger, als Mutiger auf! Und so erlebt es einen Tag als Mutiger: Es ist eine Sensation und alle, die im begegnen, versuchen ihn mit Essen und Süßigkeiten zu besänftigen. Keiner ärgert es, denn sie haben Angst vor ihm.

Die Fantasie beflügelt hier und gibt Mut. Es ist eine verrückte Geschichte, die den Wunsch eines Kindes, stark zu sein, widerspiegelt. Auch die Bilder des Tigers drücken diese Überlegenheit, die sich das Kind für einen Tag wünscht, sehr schön aus.

Ich bin der kleine Mutiger von Günther Jakobs, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51888-0, 12,99€

Gewinnspiel

So, aber ich habe euch ja noch ein Gewinnspiel versprochen, nicht wahr?

Es gibt je einmal das Buch „Schnabbeldiplapp – Ein wasserscheues Bilderbuch“ und das Buch „Ritter Otto und sein Reittier“ zu gewinnen. Schreibt mir einfach einen Kommentar, in dem ihr mir sagt, über welches Buch ihr euch freuen würdet.

  

Teilnahmebedingungen: Wohnsitz oder Postadresse in Deutschland, Alter: ab 18 Jahren

Teilnahmeschluss: 29.06.2018, 23:59 Uhr

Gewinne: 1x Schnabbeldiplapp – Ein wasserscheues Bilderbuch – gewonnen von Judith

1x Ritter Otto und sein Reittier – gewonnen von Mona

Bekanntgabe der Gewinner/der Gewinnerinnen am darauffolgenden Tag im Kommentar, die Gewinner/die Gewinnerinnen werden ausgelost.

Meldet sich der Gewinner/die Gewinnerin nicht innerhalb einer Woche, wird neu ausgelost.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich hafte nicht für auf dem Postweg verlorengegangene Artikel. Persönliche Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet. Die GewinnerInnen erklären sich damit einverstanden, dass die Adressdaten an den Carlsen Verlag zur Verschickung des Gewinns weitergegeben werden.

Ich danke dem Carlsen Verlag für die Rezensions- und Verlosungsexemplare!

 

 

Vorlesen: Antonia war schon mal da

Bald lese ich bereits ein gesamtes Kindergartenjahr der gleichen Kindergruppe beinahe alle zwei Wochen vor. Und immer noch probiere ich dabei immer wieder etwas Neues aus.

Vorlesen: Ein Wimmelbuch im Einsatz

In der letzten Stunde habe ich mich nun endlich mal an ein Wimmelbuch heran gewagt. Ich erzähle immer, dass sich auch Wimmelbücher prima eignen würden, da man da so wunderbar zu erzählen kann, aber irgendwie war mir meine Gruppe dann doch ein wenig zu groß dafür. Ja, hier ist es schon ideal, wenn man eine möglichst kleine Gruppe hat, so dass man sich die Bilder auch intensiv und genau anschauen kann.

Aber mit dem Buch „Antonia war schon mal da“ hat es auch mit circa 10 Kindern geklappt.

Leseelch Lars geht auf Reisen

Zunächst haben die Kinder und ich uns gewundert, was unser Leseelch Lars denn da für einen Koffer mitgebracht hat. Aha, er erzählt uns, dass er auf Weltreise gehen möchte um viel von der Welt zu sehen. Ob wir wohl mal in seinen Koffer schauen dürfen? Na, klar! Darin befinden sich allerdings nur ein Niederländisch-Wörterbuch (wir gucken direkt mal nach, was denn Apfel auf niederländisch heißt) und ein Fotoapparat. Ja, das sind nützliche Sachen, aber für eine Weltreise doch ein bisschen wenig.

Reimen und Antonia suchen

Da gucken wir uns doch lieber erst einmal an, wie andere auf Reisen gehen, in diesem Fall begleiten wir Antonias Freunde auf ihre Reise. Wir schauen genau hin, was die Freunde in ihre Rucksäcke und Koffer packen und dann geht es los. Die Kinder kriegen die ergänzenden Reime in dem Buch prima hin und alle haben viel Spaß daran Antonia auf den Bildern zu entdecken, was den Kindern jedoch unterschiedlich leicht fiel.

Natürlich riefen einige Kinder beim Zeigen des ersten Bildes: „Ich kann nichts sehen!“ Doch ich habe vorher von allen Plätzen aus getestet, ob man die Bilder sehen kann und es ging doch erstaunlich gut. Nachdem ich ihnen gesagt habe, dass ich alles hätte sehen können, entdeckten sie dann auf einmal doch so einiges auf den Bildern…

Spiel: Ich packe meinen Koffer

Im Anschluss an das Buch haben wir Lars mit dem Spiel „Ich packe meinen Koffer…“ noch einmal erzählt, was man so alles mitnehmen sollte, wobei Lars vielleicht nur auf die Kinder hören sollte, denn dann hätte er in erster Linie Pommes, Kuchen und Eis und zum Anziehen höchstens Gummistiefel dabei.

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

 

Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.

Vorlesen: Sachbücher über Tiere und den Körper

Zum Vorlesen in einer Gruppe gehört häufig nicht nur das Vorlesen eines Buches, sondern auch noch kleinere Aktionen vor oder nach dem Vorlesen. Diese Aktion kann das Singen eines Liedes sein, ein kleines Fingerspiel, ein Bewegungsspiel, das Nacherzählen der Geschichte und vieles mehr. Aber auch Sachbücher können hier einbezogen werden. So habe ich es auf meinem eigenen Seminar zum Vorlesen empfohlen und so habe ich es auch von der Stiftung Lesen gehört. Genauso empfehle ich auch das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“ als Einstieg weiter, denn dieses Buch habe ich ebenfalls bei der Stiftung Lesen kennen gelernt. Allerdings hatte ich bisher sowohl das genannte Buch als auch Sachbücher bisher nicht in der Gruppe verwendet. Wie gesagt, bisher, denn in den letzten beiden Vorlesestunden hatte ich sowohl das Tierpopo-Buch als auch ein paar Sachbücher dabei und davon möchte ich euch nun gerne berichten, denn sie werden auch jeden Fall auch weiterhin zu meinen Empfehlungen gehören.

Vorlesen: Weck bloß Tiger nicht auf!

Für die erste Vorlesestunde hatte ich mir das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“, welches ja auch den Leipziger Lesekompass verliehen bekam, ausgesucht. Ich habe überlegt, wie ich die Kinder zu dem Buch hinführen könnte und kam auf das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“. Ich habe den Kindern die ersten Tierhintern in dem Buch gezeigt und sie raten lassen, zu welchem Tier der Po gehört, woran die Kinder viel Spaß hatten, wobei ihnen einige Tiere auch doch recht schwer fielen. Der Tiger, den ich ihnen als letztes gezeigt hatte, war jedoch schnell identifiziert. Ich habe ihnen dann noch ein paar Informationen aus dem Buch zum Tiger vorgelesen und anschließend kam dann „Weck bloß Tiger nicht auf!“ dran. Dass das Buch mir gut gefällt, hatte ich ja bereits in meiner Rezension geschrieben, aber es funktioniert auch in der Gruppe prima. Beim Pusten und Singen können alle gemeinsam helfen und beim Streicheln des Tigers kamen dann einzelne Kinder dran. Ich merkte übrigens tatsächlich eine gewisse Aufregung bei den Kindern, die sich tatsächlich ein wenig vor dem Aufwachen des Tigers fürchteten und dann richtig erleichtert waren, als dann alles mit Tigers Geburtstagsüberraschung endete.

Wie schlafen Tiere?

In dem Buch geht es darum, dass Tiger nicht aufgeweckt werden soll, es geht also im weitesten Sinne ums Schlafen. Da passte doch das Kapitel „Schlafen“ aus dem Buch „Muss der Waschbär früh ins Bett?“ hervorragend. Hier geht es zunächst darum, wie die Kinder schlafen, was sie mir dann auch gerne berichteten. Dass Katzen und Tiger gerne schlafen, wussten wir ja nun bereits, aber wie schlafen eigentlich Flamingos, Hühner, Eichhörnchen, Fledermäuse und Waschbären? Das konnten wir nun mit dem Buch herausfinden. Die Kinder zeigten großes Interesse und mir fiel vor allem auf, dass Kinder, die sonst häufig unruhig waren, hier den Texte ganz aufmerksam folgten, was wieder einmal zeigt, dass man nur für jedes Kind das richtige Buch finden muss, um das Interesse an Büchern zu wecken.

Zu wem gehört der Tierpopo? von Birgit Kuhn, Compact Verlag, ISBN: 978-3817497744 (leider nicht mehr neu erhältlich)

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

Vorlesen: Thema Körper

In der zweiten Vorlesestunde ging es dann um das Thema „Körper“. Hier wurde erst einmal unser Leseelch Lars ins Geschehen einbezogen und die Kinder durften seine Körperteile benennen. Danach ging es dann um uns selbst und ich habe das Buch „Das bin ich – Ich zeig es dir“ vorgelesen. Eigentlich sind mir die Texte in dem Buch für das Alter schon etwas zu kurz und einfach, aber die Kinder hatten viel Freude an dem Buch, in dem die Körperteile der Reihe nach genannt werden. Dazu werden auch einige Beispiele aus der Tierwelt gezeigt, z.B. die Frisuren verschiedener Tiere, bei den Augen sieht man u.a. die Biene, die von oben herab sieht und der Frosch, der unten sitzt, und Fisch, Storch und Krokodil zeigen uns ganz unterschiedliche Münder. Die Kinder fanden die Bilder witzig und häufig ergaben Texte und Bilder auch kleine Gesprächsanlässe: Was machen wir mit den Augen? Wer hat die längste Nase? Was können wir alles für Frisuren haben? Welches Tier hat die meisten Beine? Hier waren auch alle Kinder gerne beim Gespräch mit dabei. Am Ende durften dann alle in dem Spiegel im Buch ihr eigenes Lachen sehen.

Wie sieht es im Körper aus?

Im Anschluss des Liedes habe ich ein Körperlied vorgesungen, bei dem die Kinder auf die jeweiligen Körperteile zeigen sollten. Nun hatten wir über das meiste gesprochen, was man am Körper so alles sehen kann, aber wie sieht es im Körper aus? Da kam dann „Schau in deinen Körper“ (ebenfalls ein mit dem Leipziger Lesekompass prämiertes Buch) zum Einsatz. Immer ein Kind durfte das Buch passend vor sich halten, damit alle anderen sehen konnten, wo sich Schädel, Lunge, Magen und Darm etc. befinden. Da wollte natürlich jeder gerne an die Reihe kommen. Gemeinsam durften sie dann die kleinen Aufgaben, die auf den Buchseiten gestellt werden, ausführen: Den Schädel ertasten, Brustwirbel zählen, Hüftknochen ertasten, das Herz schlagen fühlen usw. Das hat allen Kindern viel Spaß gemacht  und sie waren alle sehr interessiert. Ich habe auch gemerkt, dass vieles, was in dem Buch angesprochen wird, den Kindern auch noch gar nicht so klar ist und sie z.B. gar nicht wussten, wo sie ihre Brustwirbel ertasten konnten und so zum Beispiel am ganzen Körper fühlten. Auch den Herzschlag suchten manchen eher im Unterleib als in der Brust. Die Texte und die Darstellungen in dem Buch mögen einfach erscheinen, sie sind aber genau das richtige für die Zielgruppe.

Ich muss wirklich sagen, dass Sachbücher beim Vorlesen in der Kindergruppe richtig viel Spaß machen. Nein, man liest nicht wie gewohnt einen längeren zusammenhängenden Text vor, aber dafür kommt es viel mehr zum Austausch und die Kinder können sich prima einbringen. Ich werde sicherlich noch häufiger Sachbücher mit in den Kindergarten bringen.

Das bin ich – Ich zeig es dir von Heinz Janisch und Birgit Antoni, Tyrolia, ISBN: 978-3-7022-3389-1, 9,95€

Schau in deinen Körper von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€

 

Rezension: 3 Mauspiraten und eine Braatschmaus

Sagt mal, kennt ihr das Wort „braatschen“? Also, ich kannte es nicht und wenn es euch genauso geht, dann solltet ihr vielleicht mal das Buch „Tinchen und die Braatschmaus“ lesen. In diesem Buch wird das Wort nämlich anschaulich erklärt.

Da ich das Wort nicht kannte, hat mir auch „Braatschmaus“ zunächst gar nichts gesagt  und ich habe es auch zunächst in völlig falschen Silben gelesen. Damit ihr es direkt richtig macht: Es heißt Braatsch-Maus.

Tinchen und die Braatschmaus

Gemeinsam mit der Schnecke Tinchen begegnen wir dieser kleinen Maus direkt am Anfang des Buches. Wir sehen eine sehr unglückliche Maus, aus deren Augen die Tränen nur so spritzen. Tinchen bleibt bei ihr stehen und erkundigt sich, was passiert ist. Die Maus hat tatsächlich allen Grund zu Weinen, denn ihr Haus ist zusammengebrochen und angeblich möchte ihr niemand helfen. Da bietet Tinchen ihr an, zunächst bei ihr einzuziehen. Allerdings muss sie dann feststellen, dass die Maus nicht so einfach ist. Sie ist  nämlich eine Braatschmaus, das heißt sie weint und jammert ständig ohne Grund. Und deshalb hat ihr auch keines der Tiere geholfen, denn vor lauterer Weinerei haben sie gar nicht verstanden, worum es ging.

Ja, so sind sie, die lieben Kleinen

Das Buch erzählt eine nette Tier- und Freundschaftsgeschichte, die sich gut lesen lässt und bei der man, wie gesagt auch ein neues Wort kennen lernen kann. Die Bedeutung wird hier jedenfalls deutlich und Eltern werden sicherlich ihre 2-3-jährigen Kinder in der Maus widererkennen. Mit dem Buch kann man das ständige Geweine und Gejammer (für uns scheinbar ohne Grund) mit einem Augenzwinkern ertragen. An dem Verhalten des Kindes ändert sich jedoch vermutlich durch das Buch nichts. Verstehen werden sie die Handlung und auch das Verhalten der Maus dennoch. Auch kann man sicherlich darüber sprechen, wie man eher etwas erreicht: Mit Gejammer oder mit einer klaren, freundlichen Bitte.

Es ist das erste Buch von Christoph Brix und macht mit Softcover und Heftklammern äußerlich mehr den Eindruck eines Heftes. Die Bilder sind ansprechend und lebendig. Sie gefallen mir gut, auch wenn sie an normale Buntstiftzeichnungen erinnern. Auch wenn mir die Geschichte gut gefällt, wirkt alles noch etwas unprofessionell, was an sich kein Problem ist, allerdings steht der hohe Preis (12,99 €) dazu nicht im Verhältnis (auch wenn mir klar ist, dass damit kein großer Gewinn erzielt wird, da es sich um einen Selbstverlag handelt).

Der Preis ist für mich auch bei dem Buch „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ das größte Problem. Die Herstellung und der äußere Eindruck sind hier schon viel professioneller. Es handelt sich um ein Hardcoverbuch mit tollen bunten Bildern, aber ob jemand dafür 19,99€ ausgeben möchte, ist fraglich. Dass so hohe Preise durch den Selbstverlag verlangt werden müssen, ist wirklich schade und man wünscht den Autor, dass er seine Bücher vielleicht doch noch mal in einem anderen Verlag herausbringen kann, denn Potential haben diese Bücher auf jeden Fall.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale

Gerade die „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ gefallen mir sehr gut, denn die Charaktere sind hier einfach toll. Es geht um drei Mäuse: Olli, der Draufgänger, der auf Abenteuer aus ist, Nikolas, eine ruhigere, aber recht pfiffige Maus, und Walter, der alles mitmacht, aber eher etwas dumm und naiv daher kommt. Seit der alte Mann und die alte Frau nicht mehr in dem Haus am Meer leben, haben die Mäuse nichts mehr zu futtern. Doch eines Tages entdecken sie im Meer eine Kokosnuss, die sie zu einem Piratenboot umbauen. Nun soll das Abenteuer beginnen. Sie wollen gefährliche Piraten werden, die alle Schiffe berauben und somit reich werden. Doch so ganz geht der Plan nicht auf, denn erstens hat Olli gar nicht so viel Ahnung von der Schifffahrt und dem Piratenleben, wie er vorgibt, und zweitens sind sie auch nicht so wirklich gefährlich, dennoch endet ihr Abenteuer am Ende genau so wie sie es sich vorgestellt hatten. Nur wer Weg dorthin ist ein wenig anders…

Friedliche Piratengeschichte

Mir gefällt an diesem Buch einiges ziemlich gut. Wie gesagt, sind die unterschiedlichen Mäuse toll charakterisiert und man hat viel Spaß an ihnen. Die Geschichte selbst ist spannend und interessant, ohne aber gruselig oder gewaltsam zu werden. Es ist eine Piratengeschichte, die ganz ohne einen Kampf auskommt. Das finde ich klasse.

Auch die bunten Bilder, die mit feinem Strich gezeichnet wurden, können überzeugen.

Es gibt außerdem ein paar versteckte Witze für die mitlesenden Erwachsenen. Nicht jeden Spaß werden die Kinder verstehen, aber das ist nicht schlimm. Dafür werden die Erwachsenen an manch einer Stelle schmunzeln. Aber auch für aufmerksame Kinder gibt es etwas zu entdecken. Die Mäuse werden von einer Person, der sie begegnen hereingelegt, und wer sich das Bild genau anschaut, der kann diesen Schwindel direkt aufdecken.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ ist ein schönes Buch, das man gut vorlesen, aber auch ab etwa 7 Jahren selber lesen kann. Hier könnten allerdings die römischen Zahlen bei den Kapitelüberschriften irritieren.

Tinchen und die Braatschmaus von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7418-4043-2, 12,99€

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7450-0751-0, 19,99€

www.brisebuch.de

 

Leipziger Lesekompass: Weck bloß Tiger nicht auf!

Mögt ihr auch gerne Bücher, bei denen die Kinder aktiv werden können und z.B. pusten, klatschen, streicheln oder ähnliches dürfen? An solchen Büchern haben Kinder häufig Spaß.

Mitmachbuch

Ein ganz tolles Buch dieser Art ist „Weck bloß Tiger nicht auf!“ An diesem Mitmachbuch gefällt mir besonders, dass eine Geschichte erzählt wird und hier nicht nur unzusammenhängende Bilder mit Aufforderungscharakter aneinandergehängt werden. Auch werden die Mitmachaktionen hier nicht übertrieben und es gibt auch Seiten, auf denen nur vorgelesen wird. Alles in allem ist hier alles einfach sehr stimmig und gut gemacht.

Streicheln, pusten, singen

Tiger schläft tief und fest mitten auf dem Weg und darf auf gar keinen Fall aufwachen. Aber die anderen Tiere müssen auf die andere Seite kommen. Wie sollen sie das nur schaffen? Zum Glück können wir Leser ein wenig mithelfen und Tiger die Nase und den Bauch streicheln, damit er ruhig weiter schläft. Als er einmal droht tatsächlich wach zu werden, hilft gerade noch so ein Gute-Nacht-Lied. Doch am Ende ist Storch nicht vorsichtig genug und piekt mit seinem Schnabel in einen der bunten Luftballons. Da ist Tiger natürlich sofort hellwach. Aber das ist jetzt auch nicht mehr schlimm, denn nun ist es Zeit für seine Geburtstagsüberraschung.

Die Geschichte ist toll und spannend aufgebaut und hält ein überraschendes Ende bereit. Beim Lesen findet das eine oder andere Kind die Situation mit dem Tiger schon ein wenig aufregend und wenn er dann erwacht, wagen sie dann kaum zu schauen, was passiert. Umso größer ist dann die Erleichterung auf der letzten Seite und mit großer Freude wird dann das Geburtstagslied gesungen.

Klare, gut strukturierte Bilder

Auch die Bilder sind klasse. Die Luftballons haben eine besondere, glatte Oberfläche und stechen so hervor, die Gesichtsausdrücke der Tiere sind klasse und Tiger selbst ist auch super, vor allem auf den Seiten, auf denen er ein und später dann beide Augen öffnet. Der Hintergrund der Seiten ist weiß und außer den Tieren und den Luftballons ist auf den Seiten nichts zu sehen, was aber auch gar nicht nötig ist. Die Kinder sind sowieso völlig gebannt auf das Geschehen rund um Tiger und ganz konzentriert darauf, was passiert. Im Vordergrund stehen die Aktionen, die dabei helfen sollen, dass Tiger bloß nicht aufwacht.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Greta Glühwürmchen

Ein ähnliches Bilderbuch ist „Greta Glühwürmchen“, ebenfalls von Britta Teckentrup illustriert, jedoch von Jane Clarke geschrieben. Es ist insgesamt etwas ruhiger und träumerischer, aber auch hier dürfen die Kinder mithelfen zum guten Ende der Geschichte zu kommen. Und auch hier geschieht dies in einer unaufgeregten Art und Weise, zurückhaltend, aber dennoch einbindend.

Gemeinsam Greta nach Hause bringen

Greta Glühwürmchen hat sich verirrt und der Leser soll ihr nun helfen den Heimweg zu finden. Immer wieder tauchen in der Ferne Lichter auf und die Kinder werden gefragt, ob dies ihr Zuhause ist. Die Kinder können also mitraten. Außerdem sollen sie die Seite umblättern, um herauszufinden, ob es sich um die richtige Lichtquelle handelt. Später dürfen sie ihr noch mit den Armen vormachen, wie man richtig schnell fliegt, damit sie dem hellleuchtenden Zug folgen kann. Mit dem Finger folgen sie den Leuchtspuren anderer Glühwürmchen und nachdem Greta auf diese Art und Weise nach Hause gekommen ist, dürfen sie ihr noch einen Gute-Nacht-Kuss geben.

Verträumte Atmosphäre

Auf den Seiten im Buch herrscht natürlich Nacht. Der Grundton ist erst einmal blau. Aber überall sind Lichter zu entdecken. Ganz gelb leuchtet es in der Stadt. Hier ist von der romantischen Abendstimmung kaum noch etwas zu spüren, aber auf den meisten Seiten herrscht eine verträumte Atmosphäre. Die Dunkelheit macht in dem Buch keine Angst. Sie wirkt nicht bedrohlich und die Lichter wirken anziehend und interessant. Ganz besonders leuchtet das Gelb von Greta.

Greta Glühwürmchen“ ist ein schönes Buch, das nicht nur zum Mitmachen einlädt, sondern auch zum Träumen und Wünschen. Es ist eine Geschichte über das Verlorengehen und Heimfinden, aber auch eine schöne Gute-Nacht-Geschichte. Vor dem Zubettgehen wird Greta nach Hause gebracht und das Kind kann ihr noch Gute Nacht sagen, bevor es selbst in seinem Bett einschlummert.

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, übersetzt von Christiane Lawall,  Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Greta Glühwürmchen von Jane Clarke und Britte Teckentrup, übersetzt von Christiane Lawall, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11755-4, 14,95€

 

Rezension: Wir sind doch keine Angsthasen

Die Hasenkinder Mimi, Mümmel, Mira, Maja, Max und Moppel können wunderbar gemeinsam spielen und haben dabei die abenteuerlichsten Ideen. Immer wieder kommt es mal vor, dass ein Hasenkind eine Aktion zunächst nicht mitmachen möchte. Hasen klettern doch nicht auf Bäume, sie schwimmen doch nicht im Planschbecken und fahren doch nicht Fahrrad, oder? Nein, eigentlich machen sie das nicht, aber sie sind auch keine Angsthasen und so wird das jeweilige ängstliche Hasenkind immer dazu ermutigt es doch auch zu probieren.

Gegenseitige Unterstützung

Das Buch „Wir sind doch keine ANGSTHASEN“ gefällt mir wirklich gut. Zunächst hatte ich ein wenig Bedenken, dass die Ängste der Hasenkinder nicht einfach akzeptiert werden, sondern dass sie stets dazu überredet werden, etwas zu machen, was sie eigentlich nicht möchten. Aber hier macht sich niemand über die Ängste der anderen lustig. Ja, es heißt zwar immer „Wir sind doch keine Angsthasen“, aber sie helfen sich gegenseitig und unterstützen sich. Alle sind füreinander da und so ist es den einzelnen Hasen möglich, ihre Ängste zu überwinden und gemeinsam mit den anderen am klettern, Fahrrad fahren etc. Spaß zu haben. Schön ist auch, dass in jeder Situation ein anderes Hasenkind mal Angst hat. Jeder fürchtet sich vor anderen Dingen und ist dafür in anderen Situationen stark und mutig. So kann man sich jederzeit gegenseitig unterstützen und voneinander lernen.

Die Hasen und ihre Gefühle stehen im Vordergrund

Die Bilder sind auch toll. Die fröhlichen, freundlichen Hasenkinder sind einem sofort sympathisch. Sie stehen auf den Seiten auch ganz eindeutig im Vordergrund. Viel von der Umgebung sieht man nicht. Der Hintergrund bleibt recht einfarbig und teilweise sogar weiß. Nur die jeweilige Aktion sowie die Häschen sind zu sehen. Dinge wie Bäume oder ähnliches, die das Ganze mehr in eine Landschaft oder einen Raum betten würden, fehlen auf den Bildern. Man kann sich also ganz den Hasen, ihren Beschäftigungen und Gefühlen widmen.

Insgesamt ist „Wir sind doch keine Angsthasen“ ein schönes Buch sowohl über Ängste aber auch über gegenseitige Unterstützung. Es eignet sich auch gut für Gespräche mit Kindern. Sie sehen bei ihren Ängsten häufig nicht, dass jeder vor etwas Angst hat, dass dies aber ganz unterschiedliche Gründe haben kann.

Wir sind doch keine ANGSTHASEN von Jörg Hilbert, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51078-5, 12,99€