Rund um die Welt mit der Kugelfee Ballula

Heute geht es direkt weiter mit einem Buch aus der Edition Pastorplatz, denn der Besuch des Verlags und das Betrachten der Originalillustrationen hat uns dazu angeregt, ein weiteres Buch aus diesem Verlag nun endlich mal zu lesen: „Ballula Kugelfee“.

Bisher hat Bücherwürmchen keinerlei Interesse an diesem Buch gezeigt. Wahrscheinlich klingt alleine das Wort „Fee“ für ihn zu mädchenhaft. Bevor wir nun beim Verlag vorbeigeschaut haben, haben wir noch einmal kurz darüber gesprochen, welche Bücher aus diesem Verlag kommen, die wir bereits kennen. Dabei habe ich auch „Ballula Kugelfee“ erwähnt. Bücherwürmchen meinte dazu jedoch nur, dass dies das blödeste Buch aus dem Verlag sei. Nun gut, ich ließ es erst einmal so stehen.

Auffallende Illustrationen

Im Verlag hingen aber nun ein paar große Originalillustrationen des Buches aus, die das Interesse von Bücherwürmchen weckten. Klar, sie wirkten auch wirklich ganz besonders. Schön groß und bunt hingen sie an der Wand und es gab eine Besonderheit, die Bücherwürmchen sofort auffiel. Die Figuren waren auf dem Hintergrund aufgeklebt. Darüber wollte er gerne mehr wissen und er erfuhr, dass die Figuren eben mit feineren Stiften/Kreiden gezeichnet wurden als die Hintergründe. Außerdem konnte man sie auf diese Art und Weise natürlich genau an die richtige Stelle platzieren. Ich finde aber auch, dass die Bilder dadurch toll wirken und sich die Figuren gut von dem farbigen Hintergrund absetzen und die Bilder, obwohl sie abgesehen von den kugelrunden Textstellen vollständig bemalt sind, nicht überladen wirken. Überhaupt gefällt mir der Hintergrund in diesem Bilderbuch außerordentlich gut. Im Prinzip sieht es aus als wäre ein riesiges Blatt einfach nur mit Wachsmalstiften kräftig bemalt worden, aber die Striche sind natürlich alle wohl überlegt gesetzt worden, so dass das alles eine richtig tolle Atmosphäre heraufbeschwört. Die Figuren selbst wirken vielleicht auf den ersten Blick ein wenig befremdlich, vor allem weil die Fee gar nicht so glitzer- und mädchenhaft ist, aber das passt natürlich sehr gut zur Geschichte und macht das Buch letztendlich auch zu etwas besonderem (und gibt letztendlich auch Jungen die Chance dieses Buch trotz anfänglicher Schwierigkeiten doch zu mögen).

Nachdem wir nun also ein paar Illustrationen aus dem Buch kannten, wollte Bücherwürmchen zu Hause das Buch gerne vorgelesen bekommen und er hat tatsächlich seine Meinung geändert. Das Buch gefiel ihm!

Die Welt ist kugelrund

Fine wird von den anderen Kindern ausgelacht, die meinen, dass Fine zu dick sei. Sie rufen ihr zu, dass sie kugelrund ist. Das macht Fine traurig und beschäftigt sie lange. Ist sie wirklich kugelrund? Während ihr die Tränen aus den Augen tropfen, bekommt sie jedoch völlig unerwarteten Besuch. Auf einmal steht die Fee Ballula in ihrem Zimmer, die sie mit auf eine Reise nimmt. Dabei entdeckt Fine lauter wichtige Dinge, die alle kugelrund und genau richtig und wichtig sind – nicht zuletzt die Erdkugel und der eigene Kopf zum Denken und für gute Ideen. Und so kann Fine letztendlich richtig rund schlafen und am nächsten Morgen wieder gut gelaunt aufstehen.

Bücherwürmchen hat sich richtig gefreut, als in dem Moment der Traurigkeit, die Fee Ballula auftauchte. Auch bei diesem Buch hat er also direkt mitgefiebert.

Sich selber annehmen

Auch mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen. Fine ist tatsächlich kein dünnes Kind, aber ihr wird von der Fee, die ebenfalls keine Modellmaße besitzt und auch schon graue Haare hat, gezeigt, dass es nicht schlimm sein muss, wenn man nicht der Norm entspricht. Fine bekommt die Chance sich selber so anzunehmen wie sie ist. Das Thema Dicksein wird hier überhaupt nicht pädagogisch thematisiert, auch das Ärgern der Kinder wird nicht bestraft oder ähnliches. Erst einmal geht es ganz einfach um die Lebensfreude des Kindes und den positiven Blick auf die Dinge. Das Buch strahlt Optimismus und Freundlichkeit (abgesehen von der Begegnung mit den anderen Kindern) aus und es ist somit ein Buch, welches man direkt in sein Herzen schließt.

Wie es bei der Edition Pastorplatz üblich ist, fällt auch dieses Buch in seiner Aufmachung direkt positiv auf. Die wörtliche Rede ist farbig gesetzt und die Texte sind einfach genial in die Bilder in runde Kugeln (ohne scharfen Rand) eingesetzt worden. Wie passend zu einem Buch namens „Ballula Kugelfee“! So ziehen sich die Kugeln durch das ganze Buch.

Da das Buch nicht allzu viel Text enthält, eignet es sich bereits für Kinder ab drei Jahren. Ich finde es aber für die gesamte Kindergartenzeit einen schönen Wegbegleiter und kann es nur empfehlen. Jedenfalls bin ich froh, dass mein Sohn nun doch noch offen für dieses Buch war.

Ballula Kugelfee von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-16-4, 14,50€

 

Humorvolle Szenen einer Familie: Wir mit dir sind vier

Eigentlich mag ich es ja gar nicht, wenn es in Rezensionen übertrieben oft heißt, dass ein Buch „soooo niedlich“ oder ähnliches sei. Diese Herzchenschwärmerei ist nicht unbedingt meine Sache, aber bei dem Buch „Wir mit dir sind vier“ kann man tatsächlich kaum anders. Ich war ja bereits von „Ich groß – du klein“ absolut begeistert und bin es nun bei diesem Buch wieder. Es zeigt einfach mit viel Humor die Realität einer Familie mit zwei Kindern.

In lustigen Bildern sieht man wie sich das Leben der Wieselfamilie gestaltet, wobei die kurzen beschreibenden und sich reimenden Wörter, einen Großteil des Witzes ausmachen. Es geht damit los, dass Mama und Papa („vornehm“ und „fesch“) mit Kind Nummer eins („ziemlich schick“) heiraten. Dann wird Mama „dick, dicker und ziemlich dick“ und Kind Nummer zwei kommt nach „Ohnmacht“ und „pressen“ mit einem „Schrei“ auf die Welt und ist „ab jetzt dabei“. Und von nun an ist das Leben noch bunter. Okay, Papa und Mama sind „müde“ und „müder“, aber das Große Geschwisterkind betrachtet neben den schlafenden Eltern „neugierig“ das „neue“ Geschwisterchen, welches nach und nach heranwächst. Schon bald wird das Einkaufen für die Eltern ziemlich anstrengend. Einer der Eltern geht noch recht gemütlich mit dem Einkaufswagen durch das Geschäft, während das große Kind herumflitzt und zum Eis möchte. Das kleine Kind krabbelt allerdings schon  und so muss der andere Elternteil schnell hinter ihm her rennen, damit nicht die ganze Dosenpyramide auf es  kippt. Beim Essen wird gegessen, geschlungen, geschmatzt und gematscht und während die Eltern beim Spaziergang „in Hektik“ und „in Eile“ sind, sind die Kinder „in Träumen“ und „in Pfütze“ – herrlich! Und wer kennt nicht die Situation, in der Alltagsdinge wie „kochen“ und „kehren“ erledigt werden, während sich die Kinder streiten und „klauen“ und „hauen“? Weiter geht es dann mit „schimpfen“, „schreien“, „schmollen“ und den elterlichen Gedanken „zu laut“.  Jede einzelne Seite in diesem Buch macht einfach unglaublich viel Spaß! Und erstaunlicherweise passt eigentlich jede Seite zum eigenen Leben.

Übrigens hat dieses Mal auch Bücherwürmchen richtig viel Spaß an dem Buch. Er kann die einzelnen Wörter, die die Situation von Mama, Papa, Kind eins und Kind zwei beschreiben nun schon selber lesen, und es fröhlich auf die eigene Familie beziehen. Als es bei der Kinderbuchchallenge auf Instagram um das Thema Familie ging, fiel ihm direkt dieses Buch ein.

Wir mit dir sind vier“ ist ein tolles Buch voller Liebe, Spaß, Leben und Chaos – so wie Familien nun einmal sind. Ein wunderbares Geschenk für alle, bei denen sich das zweite Kind angekündigt hat.

Wir mit dir sind vier von Lilli L’Arronge, Jacoby & Stuart, ISBN: 978-3-946593-16-4, 14,95€

Durch die Jahreszeiten mit Matz, Fratz und Lisettchen

Bücher über Jahreszeiten sind doch irgendwie immer wieder schön, oder? Komisch, ich mag diese Bücher tatsächlich oft sehr gerne, besonders wenn es um alle Jahreszeiten auf einmal geht und man so das Buch das ganze Jahr anschauen kann. Deshalb finde ich es auch gut, dass es die Einzelbände der Eichhörnchen Matz, Fratz und Lisettchen nun in einem Sammelband gibt: „So schön sind die Jahreszeiten“.

Die drei süßen Eichhörnchenkinder kenne ich bereits aus dem Herbst-Buch und so ist ja eigentlich schon klar, dass auch die Erlebnisse in den anderen Jahreszeiten ansprechend gestaltet sind. Und so ist es natürlich auch! Die Eichhörnchen sind knuffig wie eh und je und die Bilder äußerst ansprechend. Die feinen Farbgebungen passen stets gut zu den Jahreszeiten und auch wenn die Farben mal kräftiger ausfallen, kommt alles dennoch dezent herüber. Die Bilder lassen uns ganz nah an Matz, Fratz und Lisettchen heran kommen. Von der weiteren Umgebung sieht man wenig, dafür können wir genau sehen, wie sich die Eichhörnchen mit Ärmchen und Beinchen an den Zweigen festklammern.

Es gibt viel zu erleben im Jahresverlauf

Der Text in dem Buch ist angenehm gereimt und lässt sich prima lesen. In jeder Jahreszeit wird ein bestimmtes Erlebnis thematisiert, anhand dessen man ein wenig von der Jahreszeit erfährt. Im Frühling geht es um einen hungrigen Spatzen, im Sommer suchen die Eichhörnchenkinder Schutz vor einem Unwetter und stellen dabei schnell fest, dass sie nicht die einzigen sind, die sich vor Regen und Blitz und Donner in einer Höhle verkriechen möchten, im Herbst tragen die Kinder rote Pullis, die gut zu den Farben der Natur passen und im Winter hat am Ende die ganze Familie Spaß am Schlitten fahren. Es gefällt mir sehr gut, wie hier das Thema Jahreszeiten verarbeitet wird. Auch wenn die jeweilige Jahreszeit im Titel steht und die Geschichte in dieser Jahreszeit spielt, so drängt sich die Thematik nicht unangenehm auf, sondern man hat beim Lesen das Gefühl, dass es in allererster Linie um ein spannendes Erlebnis von Matz, Fratz und Lisettchen geht.

So schön sind die Jahreszeiten – Mit Matz, Fratz und Lisettchen“ ist ein schönes Bilderbuch mit Wohlfühlcharakter, welches einen gut durchs ganze Jahr begleiten kann.

So schön sind die Jahreszeiten von Kazuo Iwamura und Rose Pflock, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10401-5, 22€

Buch-Tipps des Monats (Mai)

Ein neuer Monat hat begonnen und so hängt nun auch im Kindergarten ein neues Blatt mit drei kurzen Buchempfehlungen aus, die ich euch natürlich auch nicht vorenthalten möchte.

Hier meine Empfehlungen vom Mai:

Ab 2 Jahren

  • Gereimter Text
  • Kinder machen aktiv mit
  • Fröhliche Bilder
  • Sehr niedlich

Sei kein Frosch und küss mich! von Nastja Holtfreter, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-1518-8, 8,95€

Ab 3 Jahren

  • Warmherzige Geschichte
  • Tolle Charaktere
  • Thema: Freundschaft
  • Bilder mit vielen Details
  • Beginn einer Buchreihe

Onno & Ontje – Plötzlich allerdickste Freunde! Von Thomas Springer und Matthias Derenbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-66920-3, 12,99€ (auf dem Blog habe ich den Folgeband: Ein Freund hilf dem anderen! Immer! vorgestellt)

Ab 5 Jahren

  • Zum Vorlesen
  • Fantasievolle und spannende Abenteuergeschichte
  • Sympathische Hauptfigur
  • Bunte Illustrationen

Die Gorgel von Jochem Myjer, illustriert von Rick de Haas, übersetzt von Rolf Erdorf, Verlag Freies Geistesleben, ISBN: 978-3-7725-2789-0, 17,90€

Buch-Tipps des Monats (April)

Seit diesem Monat hänge ich nun im Kindergarten Buchtipps aus. Dazu wähle ich drei Bücher für Kinder verschiedenen Alters aus und nenne dazu ein paar kurze Stichworte. Auf längere Texte verzichte ich in diesem Zusammenhang, denn ich weiß, dass viele Eltern kaum Zeit haben einen Blick beim Bringen oder Abholen der Kinder auf die Pinnwand zu werfen.

Hier seht ihr meine Empfehlungen vom April:

Ab 2 Jahren

  • Wiederkehrende Struktur
  • Witzige Überraschung
  • Lautmalerische Elemente wie „pitsch patsch“
  • Tolle Gesichtsausdrücke der Tiere

So müde und hellwach von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0564-8, 14,90€

Ab 3 Jahren

  • Viel zu entdecken
  • Reime, die selbst ergänzt werden können
  • Abenteuer und Freundschaft
  • Wenig Text

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

Ab 5 Jahren

  • Thema: Angst vor der unbekannten Schule
  • Fehler machen, ist nicht schlimm
  • Wunderschöne Gestaltung
  • Lässt sich toll vorlesen

Myka und die Versteckschule von Asja Bonitz, illustriert von Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-13-3, 17,50€

 

 

Tolle Motive fürs Fingerstempeln

Bald ist Ostern, eine Zeit, in der viele Kinder Ferien haben und teilweise auch in den Urlaub fahren. Und da kann man immer gut ein paar Materialien gebrauchen,  mit denen Kinder aktiv werden können. Sehr gut gefällt mir „Mein erstes Fingerstempel-Bastelbuch“, mit dem die Kinder gleich ein paar Basteleien zur Oster- und Frühlingsdeko (Blumen, Schmetterlinge, Küken) beitragen können.

Hier können Kinder per Fingerstempel-Technik verschiedene Bilder und Bastelmotive bunt verzieren. Bunte Stempelkissen werden praktischerweise direkt mitgeliefert. Allerdings waren sie bei uns teilweise etwas ausgetrocknet. Wenn man sie mit ein wenig Wasser beträufelt, lässt sich dieses Problem jedoch leicht lösen.

Technik: Fingerstempeln

Kinder haben meist viel Spaß daran mit den eigenen Fingern Farbe aufs Papier zu bringen. Allerdings brauchte Bücherwürmchen eine ganze Weile um die Technik des Stempelns wirklich umzusetzen. Zunächst wollte er die Farbe mit dem Finger eher verschmieren und damit „malen“. Hm, ich wünschte mir, dass so schöne Fingerstempel-Bilder wie in den Beispielen entstehen, aber Bücherwürmchen hatte mit seiner Technik Spaß und wollte sich zunächst nichts sagen lassen. Gar nicht so einfach, sich als Mutter da zurück zu nehmen und den Spaß in den Vordergrund zu stellen. Am besten man macht dann einfach ohne große Worte mit und dann sieht das Kind, wie man es auch machen kann.

Bastelmotive kommen gut an

Anmalen steht bei Bücherwürmchen nicht unbedingt hoch im Kurs. Fingerstempeln ist da schon etwas attraktiver, aber so spannend findet er es nicht Bilder zu verzieren. Deshalb gefällt es mir sehr gut, dass es hier neben einzelnen Bildern mit Motiven für Jungen und Mädchen auch viele Motive gibt, aus denen man mit wenigen und einfachen Schritten (ausschneiden und kleben) etwas basteln kann. Während Bücherwürmchen die Bilder meist links liegen ließ, hatte er großen Spaß an den Bastelmotiven, bei denen ich auch kaum noch helfen muss.

Mini-Künstler: Mein erstes Fingerstempel-Bastelbuch, illustriert von Hartmut Bieber, Coppenrath, ISBN: 978-3-649-62246-8, 9,99€

Der Buchkönig geht an „Antonia war schon mal da“

Frühling – Zeit für den nächsten Buchkönig von Buchkind-Blog, Kinderbibliothek und mir. Es wird wärmer und die Lebensfreude und die Lust auf Aktivitäten draußen steigt wieder. Und genau zu diesem Lebensgefühl passt der aktuelle Buchkönig, ein Bilderbuch, hervorragend:

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt

Herzlichen Glückwunsch an von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit und Reprodukt!

Worum geht es?

Die Freunde Biber, Buntspecht, Molch und Igel wollen etwas von der Welt sehen und machen gemeinsam eine Reise. Nur eine möchte nicht mitkommen: Antonia, denn sie war schon überall. Zunächst können die Freunde das nicht so recht glauben, doch dann entdecken sie auf ihrer Reise lauter Beweise von Antonias Weltreise.

Was ist das besondere an diesem Bilderbuch?

Es ist ein Bilderbuch, in dem jede Menge drin steckt: In Reimen, die von den Kindern selbst ergänzt werden können, wird eine Geschichte erzählt, auf den Bildern gibt es wie in einem Wimmelbuch jede Menge zu entdecken und ein paar Comicelemente wie einzelne Sprechblasen sind ebenfalls vorhanden. Auch auf inhaltlicher Ebene ist das Buch ein wahrer Schatz. Es macht Lust auf Entdeckungen und Abenteuer und gleichzeitig ist es eine Freundschaftsgeschichte, bei der die Tiere zusammenhalten, gemeinsam etwas erleben und sich gegenseitig helfen. Ganz nebenbei wird hier Inklusion ohne großes Tam-Tam vorbildlich gelebt.

Eine ausführliche Besprechung des Buches ist seit Januar hier auf dem Blog zu lesen.

Das Bilderbuch „Antonia war schon mal da“ ist in dem Verlag Reprodukt erschienen. Der Reprodukt Verlag bringt Comics heraus, insbesondere auch gute Kindercomics, die das Format eines Kinderbuchs haben. Es lohnt sich auf jeden Fall mal einen Blick ins Verlagsprogramm zu werfen. Gerade auch lesemuffelige Jungs haben hier eine gute Chance fündig zu werden.

 

Antonia war schon mal da

von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit

Reprodukt

ISBN: 978-3-95640-108-4

16€

Rezensionen: Buchkind-Blog, Geschichtenwolke

 

 

 

Bildergeschichten fördern die Sprachentwicklung

Klasse, so kann man gleichzeitig fördern und Spaß haben: Sortieren und Erzählen, Bildergeschichten Jahreszeiten

Die Schachtel mit den Bildkarten, die zu sieben verschiedenen Geschichten gehören und Ereignisse im Jahresverlauf erzählen, bietet so einiges.

Bilder sortieren und dazu erzählen

Die Bildergeschichten bestehen aus drei bis sechs Bildern. Als erstes bietet es sich also an, die Karten von den Kindern in der richtigen Reihenfolge sortieren zu lassen, wobei Situationen und Abläufe erfasst werden müssen. Anschließend kann die Geschichte anhand der Bilder erzählt werden. Größere Kinder können eventuell auch schon kleine Geschichten dazu schreiben. Hier wird also ganz nebenbei der Wortschatz ausgebaut und die Ausdrucksfähigkeit trainiert.

Zum Erzählen finden begleitende Erwachsene einige Impulsfragen zu den Geschichten in einem beiliegenden Heftchen. Außerdem gibt es hier weitere Spielideen. So können einzelne Bilder den Jahreszeiten zugeordnet werden oder Karten aus verschiedenen Geschichten sollen auseinander sortiert werden.

Auf der Rückseite der Karten sieht man, welche zusammengehören. Karten einer Geschichte sind sowohl mit dem gleichen Titel beschriftet als auch mit den gleichen Symbolen bedruckt. Auf den Karten der Geschichte „Hilfe im Herbststurm“ befinden sich beispielsweise lauter Blätter. Außerdem zeigen Würfelbilder die Reihenfolge der Karten an. Einerseits ist dies eine schöne Möglichkeit der Selbstkontrolle und andererseits gibt es natürlich auch Kinder, die dann nicht mehr selber nachdenken, sondern für das Sortieren schnell und die Karten linsen.

Klare Bilder und Geschichten aus den verschiedenen Jahreszeiten

Die Bilder sind bunt und ansprechend gestaltet. Das Geschehen ist klar erkennbar und steht auf den Bildern deutlich im Vordergrund. Ablenkende Details gibt es so gut wie gar nicht. Aus den gegebenen Bildern lässt sich der Ablauf der Geschichten gut nachvollziehen.

Thematisch kommen verschiedene Ereignisse vor, die man den unterschiedlichen Jahreszeiten zuordnen kann. Im Herbst weht der Wind einen Hut weg und Äpfel werden geerntet, dann kommt der Nikolaus vorbei und im Winter rodeln zwei Kinder mit dem Schlitten den Berg hinab. Im Frühling bauen die Vögel ihre Nester und im Sommer verbringt die ganze Familie einen Tag am See. Außerdem ist einem Jungen so heiß, dass er sich eine Dusche für den Garten baut.

Eigenes Erzählen braucht seine Zeit

Die Karten sind für Kinder äußerst motivierend und sie werden gerne in die Hand genommen. Man sollte allerdings nicht enttäuscht sein, wenn Kinder nach dem Sortieren zunächst keine Lust haben die Geschichte zu erzählen. Bereits beim Sortieren entwickelt sich im Kopf der Kinder die Geschichte, ansonsten wüssten sie nicht, welches Bild auf welches folgt. Und dies finden sie meistens sehr schnell heraus. Manchmal entdecken sie zunächst nicht den Anfang der Geschichte, aber wenn dieses Bild dann am Ende übrig bleibt, wissen sie es an der richtigen Stelle einzuordnen. Man kann anfangs damit anfangen ein paar Dinge auf den Bildern zu benennen und vielleicht selbst eine Geschichte zu erzählen.

Bücherwürmchen fand es toll die Geschichten zusammenzufügen, aber er wollte lieber, dass ich etwas dazu sage. Hm, das fand ich zunächst nicht ganz so gut, aber als wir dann die Karten ein weiteres Mal ausgepackt hatten, sah das Ganze schon etwas anders aus. Die Geschichten, die er bereits kannte, wollte er nun gerne selber erzählen, und das machte er richtig gut und detailliert. Kinder brauchen also manchmal ein wenig Zeit bis sie bereit sind, selber zu erzählen und sie brauchen uns Erwachsene als Vorbilder.

Die Bildergeschichten sind in erster Linie für den Einsatz in Kindergärten und Grundschulen gedacht, aber ich finde, dass man sie auch prima zu Hause einsetzen kann. Es ist richtig schön, wenn das Kind einem auf einmal eine tolle Geschichte erzählt.

Sortieren und Erzählen: Bildergeschichten – Jahreszeiten, Illustrationen Ela Smietanka, Verlag an der Ruhr, ISBN: 978-3-8346-3608-9, 12,99€

Stürmische Gefühle im Bilderbuch

Donnerwetter! Gefühle können einen manchmal so überfallen wie ein Gewitter. Aber zum Glück verschwinden die dunklen Wolken auch irgendwann wieder und auch der Ärger verdampft, wenn jemand da ist, der für einen da ist und er mit einem gemeinsam diesen Sturm übersteht.

Gefühle werden toll dargestellt

Gefühle können sich immer wieder verändern. Dies wird wunderbar in dem Bilderbuch „Donnerwetter! Ohne dich ist alles grau“ anhand eines Wettervergleiches aufgezeigt. Gefühle zu verarbeiten und zu erkennen, ist für kleine Kinder noch gar nicht so einfach. Dieses Buch schafft es die Gefühle sehr gut darzustellen und erfahrbar zu machen. Die strahlende Sonne ist ein Symbol, welches man sofort intuitiv erfasst. Aber dann passiert etwas und man ist traurig. Vielleicht weint man sogar. Aus den Wolken fallen nun Regentropfen. Die aufziehende Wut ist anhand der immer dunkler werdenden Wolken, dem aufkommenden Wind und schließlich dem Gewitter nachvollziehbar. Wettermäßig wird dieses Gefühl mit Donner und Blitz ausgedrückt, das Kind zeigt seine Gefühle vielleicht durch Schreien und Stampfen. Und wie kann dieses übermächtige Gefühl, welches zum Leben dazugehört, überwunden werden? Wenn jemand da ist, der einen in den Arm nimmt und bei einem bleibt, bis die Sonne wieder scheint.

Das Thema wurde hier sowohl in Text und Bild prima verarbeitet. Der Text ist relativ kurz, aber er reicht völlig aus. Die Bilder verdeutlichen, worum es geht und lassen es einen fühlen.

Sehr gut in dem Buch gefallen mir die klaren Illustrationen, die wie Collagen gestaltet sind. Die Gefühle werden hier prima widergegeben. Man spürt das Glück und die Wut.

Um wessen Gefühl geht es?

Für mich ist „Donnerwetter“ ein Buch, welches man intuitiv auffasst. Man spürt, worum es geht. Wer nun wirklich der Ich-Erzähler des Buches ist, ist mir nicht ganz klar. Geht es um den Hund auf dem Titelbild? Der ist allerdings auf den ersten Bildern im Buch nicht zu sehen und er stampft auch nicht auf den Boden auf, sondern er macht sich beim aufziehenden Gewitter ganz klein. Anfangs dachte ich, dass es um die kleine Wolke geht, die am Anfang so fröhlich lacht und dann immer mehr ihr Gesicht verzieht, aber auch das passt nicht überall. Ich vermute also, dass es um ein Kind geht, dass davon berichtet, wie es ihm bei wechselnden Gefühlen geht.

Etwas irreführender Titel

Mich hat dieses Buch als eine Reise durch die Gefühlwelt sofort interessiert. Ich muss zugeben, dass ich mir den Titel daraufhin nicht sonderlich aufmerksam angeschaut habe. „Donnerwetter!“ ist eine tolle, klare Aussage, die neugierig auf mehr macht. Allerdings ist der Untertitel „Ohne dich ist alles grau“ tatsächlich weniger gut gelungen. Mir persönlich ist dies gar nicht aufgefallen, aber als ich die Rezension zu diesem Buch auf Buchkind-Blog gelesen habe, konnte ich der Äußerung, dass dies eher auf ein Buch hindeutet, in dem es ums „liebhaben“ geht, direkt zustimmen. Es erinnert ja auch ein bisschen an Sheepworld: „Ohne dich ist alles doof“. Aber wie gesagt, von selbst wäre mir das so jetzt gar nicht aufgefallen.

Insgesamt gefällt mir das Buch wirklich gut. Ich finde einfach die Idee klasse, Gefühle mit dem Wetter zu vergleichen und dieser Vergleich ist durchgehend sehr gut gelungen.

Donnerwetter! Ohne dich ist alles grau von Kristina Damm-Volk und Katharina Staar, Oetinger34, ISBN: 978-3-95882-005-0, 9,99€

Onno und Ontje – eine herrliche Freundschaft

Kennt ihr schon die beiden Freunde Onno und Ontje? Die zwei sind einfach nur liebenswert! Mittlerweile ist bereits das zweite Buch von ihnen herausgekommen: „Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer!

Ein kranker Freund braucht Aufmerksamkeit

Nachdem im ersten Buch der kleine Otter Ontje bei dem kauzigen Fischer Onno ans Land gespült wurde und sich die beiden angefreundet haben, obwohl Onno eigentlich am liebsten alleine ist, verbringen die zwei nun ganz selbstverständlich die Tage auf der Insel gemeinsam. Seitdem Onno auf dem Meer seekrank wurde, fährt nun seine Frau Olga mit dem Bott zum Fischen hinaus und Onno putzt, kocht, mäht den Rasen und tut eben alles, was es so auf der Insel zu tun gibt. Dazu gehört auch die Draisine zu reparieren, mit der sie manchmal zum Festland fahren. Onno macht sich mit Feuereifer an die Arbeit, doch Ontje liegt nur schlapp daneben. Es geht ihm nicht gut. Er meint, dass er krank sei und Onno sich um ihn kümmern muss. Onno tut alles, was Ontje sich von ihm wünscht, aber nachdem er dem Otter einen Kräutertee gebracht hat, flitzt er direkt wieder zu seiner Draisine um weiter zu arbeiten. Das gefällt Ontje gar nicht. So geht das nicht. Ein Freund muss sich richtig um seinen kranken Freund kümmern, sich zu ihm ins Bett legen, etwas vorlesen und die ganze Zeit für einen da sein. Und Onno sieht das letztendlich auch ein und so wird Ontje blitzschnell wieder gesund, doch am nächsten Tag ist Onno krank und die Rollen kehren sich um.

Freundliche Bilder mit witzigen Details

Onno und Ontje sind toll, wobei mir das erste Buch noch ein bisschen besser gefallen hat als das zweite. Die Geschichte hatte noch etwas mehr Gehalt. Dennoch ist das Gesamtpaket absolut empfehlenswert. Beim zweiten Buch haben die zwei mich letztendlich auch an Pettersson und Findus erinnert: Auch hier gibt es schließlich einen kauzigen Mann und ein aufgewecktes, munteres und pfiffiges Tierchen, das genau weiß, wie es mit dem menschlichen Freund umgehen muss. Außerdem gibt es in den Onno & Ontje-Büchern auf den Bildern ebenfalls sehr viel zu entdecken, wenn der Stil auch ein ganz anderer ist als bei Pettersson und Findus.

Die Bilder bei Onno und Ontje sind einfach klasse. Es gibt viele witzige Details und aus ihnen spricht unglaublich viel Wärme und Lebensfreude. Hier findet man eine heile Welt, die aber nicht kitschig wirkt, sondern fröhlich und ansprechend.

Mir gefallen diese Bücher insbesondere auf Grund der Bilder sehr gut. Außerdem lassen sie sich gut lesen und machen Spaß. Das sind die Gründe, warum ich persönlich zu diesen Büchern greife, aber letztendlich vermitteln sie auch wichtige Botschaften, z.B. wie man sich in einer Freundschaft verhält und was im Leben wichtig ist. Sehr schön ist auch, dass sich hier mal der Mann ums Haus etc. kümmert und die Frau die Arbeit auf dem Meer übernommen hat. Meines Erachtens ist Olga allerdings ein wenig außen vor und sie passt nicht so ganz in die Geschichte, auch wenn sich Onno und Ontje über ihre Rückkehr freuen. Ich weiß jedoch von anderen Leserinnen, dass sie Olga nicht so wie ich als überflüssig wahrgenommen haben.

Onno_und_Ontje

Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer! Von Thomas Springer und Matthias Derenbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-67154-1, 12,99€