Rezension: Staubmaushaus

Letzte Woche konntet ihr bei unserer Blogtour jede Menge über Tom und den Waldschrat erfahren. Ich durfte ja die Illustratorin Mele Brink interviewen und ich finde es richtig spannend, was sie alles über ihre Arbeit erzählt hat. Es ist grundsätzlich toll, wenn man mal einen Blick hinter die Kulissen werfen darf, aber gerade Mele Brink schätze ich sehr. Ich mag den Stil ihrer Bilder unheimlich gerne. Er enthält so viel Wärme, Humor und Freude, dass es einfach viel Spaß macht ihre Bilder immer wieder zu betrachten. Ja, ich finde, es sind innerhalb der Kinderbuchwelt wahre Wohlfühlbilder. Hinzu kommt dann noch die allgemeine liebevolle Gestaltung der Bücher aus der Edition Pastorplatz, die einen dazu verleitet, die Bücher direkt liebzugewinnen und gerne in die Hand zu nehmen.

Das Staubmaushaus

Und genau aus diesen Gründen freue ich mich, dass ich euch heute ein weiteres Buch aus diesem Verlag vorstellen kann und passend zu meiner langen Vorrede natürlich ein Buch, welches von Mele Brink illustriert wurde: „Das Staubmaushaus“ (auch schon so ein tolles Wort übrigens). Und wenn ich nun schreibe, dass ich mir dieses Buch allein auf Grund der Bilder gerne anschaue, dann versteht ihr jetzt vielleicht auch, was das ganze Geschreibe dort oben sollte. Ich wollte damit ganz klar sagen, dass Mele Brinks Illustrationen ein sehr starkes Gewicht in den Büchern haben. Sie machen ganz viel von dem Buch und seiner positiven Ausstrahlung aus. Aber natürlich beinhaltet das Buch auch eine Geschichte, welche auf einer witzigen Idee beruht:

In einem alten Haus leben unzählige Staubmäuse, denen es immer wieder gelingt dem Lappen zu entwischen. Und da sich die Staubmäuse in ihrer Umgebung wohlfühlen, vermehren sie sich natürlich auch. Doch eines Tages rollt der neue M.I.A.U. 3000 an, der alles einsaugt. Oh, was bekommen die Staubmäuse da für eine Angst. Zum Glück lebt Mo unter ihnen. Mo ist die dickste Staubmaus und zudem äußerst mutig. Sie springt dem M.I.A.U. 3000 entgegen und schafft es tatsächlich sein Rohr zu verstopfen. So können alle anderen Staubmäuse auf den Dachboden flüchten und dort ein unbekümmertes Leben führen. Natürlich findet zu einem späteren Zeitpunkt auch Mo den Weg zu ihrer Familie. Übrigens ist es durchaus möglich, dass die Staubmäuse mal bei dem Leser zu Besuch kommen. Ich kann verraten, dass sie bei mir immer mal wieder gerne vorbei schauen!

Die Geschichte ist kurz und gut zu überblicken. Kinder haben zwar sicherlich keine Probleme mit Staubmäusen und vielleicht wissen sie noch nicht einmal von ihrer Existenz. Das macht aber für dieses Buch überhaupt nichts aus. Man lernt sie hier ja gut kennen und wir Erwachsene haben Spaß daran diesen kleinen Quälgeistern in einem Kinderbuch mal zu begegnen. Hier findet man sie dann sogar sympathisch.

Schöne Sprache, knuffige Bilder

Der Text erzählt in verständlicher, aber nicht einfacher Sprache die Geschichte von den Staubmäusen. Die Seiten beinhalten nicht viel Text, doch die wenigen Sätze sind schön formuliert, helfen Kindern dabei ihren Wortschatz zu erweitern und kommen keineswegs monoton herüber. Gut gefallen mir auch die eingeworfenen Worte, die das Geschehen kommentieren und lautmalerisch illustrieren: „Husch! Flitz! Presch!“ oder ein freches „Hihi!“ zu den unter dem Bett versteckten Staubmäusen.

Übrigens kommt in dem ganzen Buch kein Wort wörtliche Rede vor. Das würde mir normalerweise nicht unbedingt auffallen, aber da die Edition Pastorplatz das Gesagte oft farblich kennzeichnet, fiel es hier dann auf.

Die Staubmäuse sind wirklich knuffig gezeichnet. Das ist gut so, denn nun habe ich endlich die passende Entschuldigung fürs Nichtputzen gefunden: Diese süßen Staubmäuse kann ich doch nicht einfach so umbringen. Also nein, das geht wirklich nicht.

Etwas irritiert hat mich übrigens anfangs die echte Maus, die man immer wieder auf den Seiten erblicken kann. Irgendwie überlegte ich zunächst, ob sie eine besondere Staubmaus darstellen soll beziehungsweise inwiefern sie mit den Staubmäusen in Kontakt steht und vielleicht eine Rolle spielt. Aber das war nur beim ersten Durchschauen so.

„Staubmaushaus“ ist ein schönes Buch für kleine Kinder und ihre Eltern, welches Lesefreude vermittelt. Und wenn ich mir so die Beiträge von Mele Brink auf Facebook anschaue, dann freue ich mich schon sehr auf das nächste Buch der Kombination Asja Bonitz und Mele Brink!

Das Staubmaushaus von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-25-6, 14€

Weitere Rezension: Familienbücherei

 

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Rezension: Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann

Kennt ihr auch so viele Jungs, die später Feuerwehrmann werden möchten? Oder vielleicht sogar ein Mädchen, das den Berufswunsch Feuerwehrfrau hat? Also, als mein Großer im Kindergarten war, wurde dort ständig Feuerwehr gespielt.

Auch Oscar, der kleine Bär aus dem Buch „Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“, hat diesen Berufswunsch. Und für ihn ist es nicht nur ein Spiel mit seinen Freunden, nein, er wartet Tag für Tag darauf der Feuerwehr helfen zu können. Leider ergibt sich nie die Gelegenheit, also beschließt er, einfach mit seinem Feuerwehrauto loszuflitzen. An diesem Tag ist er ein richtiger Feuerwehrmann. Und wenn man ein richtiger Feuerwehrmann ist, dann braucht man auch Aufgaben für einen Feuerwehrmann und so sieht Oscar einige Fälle, in denen seine Hilfe gefragt ist. Zumindest aus seiner Sicht. Ohne es zu merken richtet er überall nur noch mehr Schaden an, aber dann bekommt er doch noch die Chance seinen Mut in einem richtigen Einsatz zu beweisen.

Tolles Zusammenspiel von Text und Bildern

Geschichte und Bilder zusammengenommen sind einfach herrlich. Die Idee der Geschichte ist sehr schön und entspricht den Fantasien und Wünschen von Kindergartenkindern. Aber erst durch die Bilder wird diese Geschichte zu einem Ganzen. Große, freundliche Bilder laden zum Betrachten ein. Sie sind wichtig, um die Geschichte zu verstehen, denn der Text, der sich an Oscars Sicht orientiert, offenbart häufig nicht, was wirklich passiert. Hier findet ein sehr schönes Zusammenspiel zwischen Text und Bildern statt, welches herausfordert und Spaß macht.

Alles hautnah erleben

Die Bilder spiegeln vieles wider. Sowohl Entschlossenheit als auch Betroffenheit wird sichtbar, genauso wie die gefühlt rasante Fahrt in dem Spielzeugauto durch die Stadt. Die Bilder wirken besonders dadurch, dass häufig nur kleine Teile einer Szene auf einer ganzen Seite widergegeben werden. Wir kommen somit sehr nah an das Gesehen heran. Rauch und Wasser werden beinahe riech- und spürbar.

Inhaltlich gefällt mir einerseits der Witz des Buches sehr gut und andererseits ist es auch sehr schön für Kinder zu sehen, dass es sich lohnt an sich selber zu glauben. Mit Mut und Selbstbewusstsein kann man seine Ziele erreichen, auch wenn man manchmal über das Ziel hinausschießt.

Sehr gut gelungen ist auch das Ende des Buches. Als Leser befürchtet man bereits, dass Oscar die Sache mal wieder falsch angepackt hat, und ist dann richtig erleichtert, wenn man die Seite umschlägt und doch alles gut ist.

Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“ ist ein tolles und sehr empfehlenswertes Buch für alle kleinen Feuerwehrfans.

Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann von Quentin Gréban, übersetzt von Gabriele Stein, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-3238-3, 12,95€

Eine weitere Rezension findet ihr auf Kinderbibliothek.

Vorlesen: Onkel Tobi

Dieses Mal habe ich mich für einen alten Klassiker beim Vorlesen entschieden: Onkel Tobi. Ob das Buch bei den Kindern wohl noch ankommt? Meine Kinder lieben es ja.

Die Bilder und auch der Inhalt wirken sicherlich etwas altmodisch, aber vielleicht machen die Geschichte an sich und die Reime dies wieder wett.

Eigene Einkaufserfahrungen

Als Einleitung habe ich einen kleinen Einkaufskorb mitgebracht und die Kinder durften erzählen, was sie so mit ihren Eltern einkaufen. Da wurden dann verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowie Süßigkeiten genannt.

Onkel Tobis lange Einkaufsliste

Onkel Tobi kauft aber ganz andere Sachen ein und das wollten wir uns nun mal anhören. Die Kinder sollten immer gut aufpassen und durften dann zwischendurch wiederholen, was so auf Onkel Tobis Einkaufsliste steht: Einen Besen für den Stall, für die Katze einen Ball, für die Äpfel eine Schüssel, einen neuen Haustürschlüssel – das sind seine eigenen Wünsche, aber der Nachbar Kregel und die Geschwister Eva und Liese tragen ihm weitere Dinge auf. Ob Onkel Tobi an alles denken wird?

Wer gut aufgepasst hat und sich an den Reimen orientierte, konnte mir am Ende dann auch gut beantworten, was Onkel Tobi bei seinem Einkauf tatsächlich vergessen hat.

Spiel: Ich gehe einkaufen

Wir haben dann geschaut, ob wir uns eine Einkaufsliste gut merken können. Dazu haben wir „Ich gehe einkaufen und kaufe … ein“ nach dem Vorbild von „Ich packe meinen Koffer“ gespielt. Es war sehr unterschiedlich, wie die Kinder mit dem Spiel klar kamen. Ganz am Ende musste uns dann Leseelch Lars zeigen, ob er sich alles gemerkt hat. Die Kinder durften ihm dabei aber auch helfen. Es war ganz schön, dass der Elch hier über das Eingangsritual hinaus noch einmal zum Einsatz kam. Das versuche ich in den letzten Stunden vermehrt unterzubringen.

Mein Fazit: Die Kinder hatten Spaß an Onkel Tobi! Dass es eine alte Geschichte ist, hat sie überhaupt nicht gestört!

Viel Spaß mit Onkel Tobi – Alle Geschichten in einem Band von Hans Georg Lenzen und Sigrid Hanck, cbj, 978-3570120897, 15€

tigerbox – eine neue Möglichkeit für Hörspiele?

Werbung (Testprodukt) – Wir haben leider noch nicht für beide Kinder einen CD-Player im Zimmer stehen, obwohl beide gerne CDs hören. Der eine lieber Hörbücher, der andere lieber Musik. Nun stellte sich die Überlegung an, ob wir noch einen zweiten CD-Player kaufen oder ob etwas anderes Sinn macht, aber was gibt es derzeit auf dem Markt? Sehr ansprechend ist ja die Tonie-Box mit den tollen Tonies-Figuren, aber mich stört daran, dass die einzelnen Figuren recht teuer sind und man eigene Inhalte nur über einen Kreativ-Tonie abspielen kann. An sich aber weiterhin eine verlockende Möglichkeit. Getestet haben wir aber zunächst einmal die tigerbox.

Was ist die tigerbox?

Im Prinzip ist die tigerbox ein Bluetooth-Lautsprecher in einem Holzgehäuse mit Trageschlaufe. Die Bedienung ist einfach. Es gibt einen Play-Knopf, Knöpfe um die Lautstärke zu regulieren und Knöpfe zum vor- und zurückspringen. Außerdem kann man noch zwischen der Bluetooth-Verbindung und einer Speicherkarte (Micro SD) wählen.

Wie funktioniert die tigerbox und welche Inhalte spielt sie ab?

Über Bluetooth kann man alle möglichen Audiodateien über das Smartphone oder ein Tablet abspielen. Das funktioniert auch ohne Probleme, allerdings muss man immer daran denken, die Bluetooth-Verbindung wieder zu trennen um von einem anderen Gerät auf die tigerbox zugreifen zu können.

Mit der tigerbox bekommt man einen Gutschein für ein vierwöchiges Abo der App tigertones, welches automatisch endet. Danach kann man es natürlich bei Gefallen weiter abonnieren (je nach Länge der Laufzeit für einen Preis von 2,99€, 3,99€ oder 4,99€ pro Monat). Über die App kann man sich über 1000 Hörspiele und Lieder anhören.

Mit jeder tigerbox bekommt man aber auch Hörspiele oder Lieder, die immer zugänglich bleiben. Es gibt 5 verschiedene Editionen, die sich sowohl in Farbe der Box als auch im Inhalt unterscheiden (Bibi & Tina, Benjamin Blümchen, Die Olchis, Hörspiel-Mix und Musik-Mix).

Neben der Möglichkeit über Bluetooth Dateien abzuspielen, kann man auch den Kartenslot nutzen und eigene Inhalte auf eine Speicherkarte tun. Auch das funktioniert sehr gut. Allerdings ist die Auswahl der einzelnen Titel nur über die Vor- und Zurücktasten möglich.

Was sind die Vorteile?

Die Soundqualität der Box kann überzeugen. Wenn man sich einmal bei tigerbooks registriert hat, funktioniert alles recht problemlos.

Prima finde ich, dass die Auswahl der Inhalte groß ist ohne besonders viel Geld ausgeben zu müssen. Auch youtubes-Videos kann man sich beispielsweise über die tigerbox anhören.

Ob man das Abo von tigertones nutzen möchte, muss jeder selber wissen. Das Testen der App hat jedenfalls Spaß gemacht und der Große hat ein Sams-Hörbuch nach dem anderen gehört

Die tigerbox lässt sich gut im Auto und auf Reisen mitnehmen und damit nicht alle zum hundertsten Mal das gleiche Hörbuch hören müssen, gibt es einen Kopfhörerzugang.

Wenn man die Auswahl der Titel als Erwachsener über das Smartphone selber steuert, müssen die Kinder zur Nutzung der Box nicht ins Internet. Die tigerbox selber hat keinen W-LAN-Zugang. Außerdem können die Dateien, wenn sie runtergeladen wurden, auch offline gehört werden.

Was hat uns nicht so gut gefallen?

Das Runterladen der Hörbücher bei tigertones dauert eine Weile. Es ist also ganz gut, wenn man interessante Hörbücher als Erwachsener bereits runterlädt, so dass das Kind sie dann schnell und einfach auswählen kann. Da ich tigertones über Android nutze, musste ich die Hörbücher über tigerbooks auswählen, was ich nicht ganz so einfach fand, da ich viele Sachen nur über die Suche finden konnte, aber das sollte sich in den nächsten Wochen mit einer neuen App geändert haben.

Kinder können die tigerbox mit einer Speicherkarte gut selber nutzen, über eine Bluetooth-Verbindung finde ich es eher schwierig. Kleinere Kinder haben noch nicht unbedingt selber ein Smartphone und können es auch noch nicht alleine bedienen. Hier ist dann oft die Hilfe von Erwachsenen notwendig. Außerdem muss dann ja auch immer das Smartphone in der Nähe der Box sein und kann nur mit Geschwindigkeitseinschränkungen genutzt werden.

Fazit

Die tigerbox wird bei uns sicherlich noch häufig zum Einsatz kommen. Ich werde den Kindern immer mal wieder gerne ein Lied oder ein Hörspiel anmachen und auch wir selber können uns Musik darüber anhören. Allerdings ist sie bei uns wohl eher nichts fürs Kinderzimmer, denn ich überlasse meinen Kindern das Smartphone nicht alleine.

Hier noch ein paar Produktdetails:

Ihr bekommt die tigerbox für ca. 34,99€.

Sie enthält einen Code zum vierwöchigen Abo der App tigertones sowie Inhalte entsprechend der Edition (Hörspiele oder Musik).

Die tigerbox hat einen Micro-SD-Kartenslot und eine LED-Lichtleiste. Das Gehäuse ist aus Holz und an der Seite befindet sich eine Trageschlaufe.

Sie wird mit Micro-USB-Ladekabel geliefert. Der Akku läuft bis zu 8 Stunden, man kann die tigerbox aber auch beim Aufladen nutzen.

Ich danke tigermedia für das Testprodukt.

 

Vorlesen: Ballula Kugelfee

Nach den Herbstferien ging es nun heute mit dem Vorlesen weiter.

Lese-Elch Lars

Wir haben gerade unser Lied gesungen, da wurden wir auch schon gestört. Der Elch Lars aus Schweden hat sich eingemischt, denn er fand es unerhört, dass wir ohne ihn angefangen haben. JA, er ist ein richtiger Bücherwurm und hat Wind von der Vorleseaktion bekommen. Da musste er natürlich mitkommen. Und dass, obwohl er kein Wort Deutsch versteht! Aber er meint, vielleicht lernt er das ja bei schönen Geschichten. Er ist außerdem ganz schön anspruchsvoll: Er möchte beim Vorlesen gemütlich auf einem Kissen sitzen und am liebsten säße er sogar an einem Lagerfeuer. Na, das geht im Kindergarten ja nun wirklich nicht. Wir haben ihm dann ein LED-Licht in einem Windlicht angemacht und es ihm auf einem Kissen zwischen den Kindern bequem gemacht.

Wenn er uns beim nächsten Mal wieder besucht, haben wir wieder etwas, womit wir uns auf die Vorlesestunde gemeinsam vorbereiten: Lars braucht seinen gemütlichen Platz und das Lichtlein muss flackern.

So, nun konnten wir endlich in Ruhe unser Lied singen.

Ballula Kugelfee und andere runde Dinge

Anschließend habe ich einen kleinen Ball hochgehalten und die Kinder gefragt, was noch alles rund ist: Eiskugeln, Äpfel, Kirschen und der Mond!

Heute kam dann das Buch „Ballula Kugelfee“ auf unsere Wolke und schwebte ins Reich der Geschichten.

Beim Vorlesen fielen den Kindern noch weitere runde Sachen ein, über die sie dann auch immer berichten mussten.

Ich war sehr gespannt, wie dieses Buch bei den Kindern ankommt, da es ja kein „Jungsthema“ ist (wobei ich die Unterscheidung sowieso nicht mag!). Die Kinder haben sich nicht dazu geäußert, wie ihnen das Buch gefallen hat, aber ich habe erstaunlicherweise keinen einzigen Ton der Ablehnung von den Jungs gehört. Das kommt sicher daher, dass diese Fee nicht mit so viel Glitzer daher kommt, wie sie es Feen sonst oft zu tun pflegen.

Spannend fanden die Kinder die runde Erde, die das Zuhause von uns allen ist. Außerdem musste sie alle schmunzeln, als ich gesagt habe, dass sie alle die allerbeste kugelrunde Sache haben: Einen Kopf mit vielen tollen Ideen!

Bastelaktion

Bei dem Buch hätte man auch über das Thema Mobbing, gesunde Ernährung und vieles andere sprechen können. Für mich stechen aber die ganzen Kugeln in dem Text hervor und ich habe mir überlegt, dass jedes Kind eine „Kugel“ (bzw. einen Kreis) bunt gestalten darf.

Erster Versuch die Kreise zu gestalten

Ich habe für solche Aktionen nicht viel Zeit und so musste ich mir gut überlegen, wie ich die Kreise gestalten lassen. Eigentlich wollte ich die Kinder nur bunte Formen aufkleben lassen. Dafür habe ich ganze Bögen mit Etiketten mit Wasserfarbe angemalt (etwas Glitzer drauf getan) und zerschnitten. Die Schnipsel habe ich dann hinten noch mit einem Cuttermesser eingeritzt, damit sich die Folie leichter lösen lässt. Dennoch habe ich letztendlich befunden, dass das abknibbeln der „Aufkleber“ für die Kinder zu schwierig ist und ich dabei zu viel helfen müsste. Wir haben sie dann zu Hause verwendet, wobei meine Jungs große Freude am Bekleben der Kreise hatten. Für den Kindergarten habe ich dann einfach bunte Stifte und ein paar Aufkleber (Punkte, Blumen, Sterne) mitgenommen.

Kreise der Kinder

Die Kinder hatten großen Spaß daran ihren Kreis zu gestalten und hätten ihn am liebsten direkt mit nach Hause genommen. Ich werde sie aber als eine Art Mobilé dem Kindergarten geben. Vielleicht werden sie dort ja aufgehangen und erinnern die Kinder an die runde Geschichte von Ballula Kugelfee.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen und von nun an werde ich regelmäßig alle 2 Wochen vorlesen. In den letzten Wochen musste das durch Ferien und Feiertage immer ein bisschen geschoben werden, aber jetzt sind wir im Rhythmus drin.

Ballula Kugelfee von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-16-4, 14,50€

Rezension: Müffelmax

Nicht nur mein Sohn ist ein Fan der Edition Pastorplatz, auch ich bin immer wieder begeistert von den aufwändig und liebevoll herausgegebenen Büchern des Verlags. Heute möchte ich euch den „Müffelmax“ vorstellen:

Die Geschichte an sich ist etwas abstrus, aber enthält bereits viel Witz. Außerdem tolle, lebendige Figuren: Angefangen vom lebenslustigen und manchmal etwas frechen Max und seinen ganz normalen Eltern, die sich nicht in allen Erziehungsfragen zu helfen wissen bis hin natürlich zu Fritz Menschenfresser, Beruf Riese. Er scheint ein sehr finsterer Geselle zu sein, doch er ist ein Kompost-Vegetarier, den der faulige Geruch eines Kompostes anlockt. Nun ja, einmal hat er sich dabei ziemlich vertan, denn der Geruch kommt gar nicht von verdorbenen Obst und Gemüse, sondern von einem Kind, das sich weigert sich zu waschen. Klar, dieses Kind ist natürlich Max. Zunächst verjagt Max den Riesen durch seinen lauten Schreckensschrei, aber irgendwie wird Fritz wie magisch von diesem Kind angezogen. Max möchte sich aber nicht noch einmal so erschrecken lassen und legt sich mit seinem Lasso auf die Lauer. Letztendlich glückt es ihm sogar Fritz einzufangen und so kommen die beiden ins Gespräch und werden beste Freunde. Und damit Fritz nicht doch mal ausversehen an Max knabbert, fängt dieser sogar an sich zu waschen – zumindest zwei Mal im Monat.

Herrliche Bilder

So richtig zum Leben erweckt wird die Geschichte durch die Bilder, die ich einfach liebe. Sie sind humorvoll, zeigen einen sympathischen aufgeweckten Jungen und lassen uns die Geschichte mit all ihren Details miterleben. Es ist einfach herrlich wie Mele Brink die Szenen aufs Papier bringt und uns den Witz des Textes vor Augen führt. Wunderbar ist der Vater, der mit einem Tuch über der Nase im Spielzimmer sitzt, witzig die Mutter und die Katze mit Wäscheklammer auf der Nase. Überhaupt ist die Katze eine tolle Nebendarstellerin, auf die man immer  mal wieder einen Blick werfen sollte. Es wäre doch zu schade, wenn man nicht sehen würde, wie sie sich als Indiander-Katze in Schale geworfen hat.

Übrigens habe ich das Gefühl, dass Mele Brink eine Vorliebe für Messlatten hat. Bei ihren Illustrationen findet man in vielen Büchern eine Messlatte um Größen von Tieren und Menschen darzustellen.

Und worum geht es jetzt? Egal, das Buch ist klasse!

Ich muss zugeben, so ganz klar ist mir der Sinn dieser Geschichte nicht. Aber vermutlich ist das mal wieder so ein Erwachsenenproblem – oder sogar ein typisches Miri-Problem? Hm, ein bisschen unangenehm ist mir das ja schon. Am Ende eines Buches, insbesondere, wenn ich es bespreche, frage ich mich, worum ging es in dem Buch und was möchte es seinem Leser sagen. Ja, und was möchte der Müffelmax uns nun sagen? Regelmäßig waschen? Hat ja nur so halb geklappt… Als Eltern keine falschen Drohungen aussprechen, denn nachher bewahrheiten sie sich noch in Form von Riesen? Ist ja nicht so schlimm… Freundschaft ist auch zwischen ganz verschiedenen Personen und Wesen möglich? Das ist auf jeden Fall schön! Aber letztendlich ist es auch egal, was bei dem Buch letztendlich herum kommt, denn das Buch macht einfach Spaß und zwar sowohl in Text und Bild. Und ganz besonders toll ist bei diesem Buch das Zusammenspiel von Text und Bild, welches einen Seite für Seite wieder erfreut. Da ist es dann auch nicht wichtig, ob man am Ende noch den Durchblick hat.

Müffelmax von Silke Farmer und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-22-5, 14€

Pixi-Adventskalender

Die Pixi-Challenge ist nun fast beendet. In den letzten Tagen sind noch ein paar Mails mit Beiträgen bei mir angekommen, die ich in den nächsten Tagen noch aktualisieren muss und dann wird von allen erfolgreichen TeilnehmerInnen eine Gewinnerin/ein Gewinner ausgelost.

Vorher möchte ich euch aber Lust darauf machen, auch die nächste Zeit mit Pixibüchern zu verbringen. In etwa einem Monat beginnt die Adventszeit und da nimmt man sich nicht nur gerne Zeit zum Vorlesen, sondern man wird auch mit dem Pixi-Adventskalender mit ausreichend Lesestoff versorgt.

Ich wollte schon immer gerne einen Pixi-Adventskalender für meine Kinder haben, aber da ich immer selber einen Säckchenkalender bestücke, habe ich dann doch keinen besorgt. Dieses Jahr gibt es aber zusätzlich den Pixi-Adventskalender, welcher 22 Pixibücher und zwei Maxi Pixis enthält und das alles für einen echt fairen Preis (für den man selbst keinen Kalender mit Pixibüchern bestücken könnte).

Der Adventskalender sieht schon so toll aus und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn die Kinder ihn zu sehen bekommen. Er ist ziemlich groß und hat zwei Seiten, damit auch alle Türchen Platz finden. Auf der ersten Seite befinden sich die ersten zwölf Türchen und auf der anderen Seite die anderen zwölf. So hat man direkt auch zwei große Bilder zum Betrachten. Und es gibt eine Menge zu sehen – so wie auf einem Wimmelbild: Es ist Winter und es liegt Schnee. Pixi und seine Freunde bereiten sich auf Weihnachten vor. Ich finde es toll, dass auf den Bildern Pixi selber und seine Freunde wie Enrico Bär, Ricky Waschbär, Erich Igel und Hase Langbein vorkommen, denn diese gehören zu unseren liebsten Pixifiguren. Besonders schön werden die Bilder durch die Stellen mit Glitzer. Also, ich finde ihn wirklich richtig toll!

Nun seid ihr natürlich neugierig, was sich für Pixibücher hinter den Türchen verbergen, aber da bin ich momentan noch genauso neugierig wie ihr, denn einen Adventskalender darf man schließlich erst am 1. Dezember öffnen. Aber ich habe für euch schon einmal hinter vier Türchen gelukt und kann euch verraten, dass sich hier ganz unterschiedliche Pixibücher verraten: Natürlich geht es manchmal um Weihnachten oder Winter, aber es gibt auch Pixibücher mit anderen Themen. Ob Pixi und seine Freunde in dem einen oder anderen Pixibuch vorkommen, weiß ich leider noch nicht.

  

Pixi-Adventskalender mit 24 Pixi-Büchern, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-04159-3, 19,99€

Rezension: Paule Pinguin allein am Pol

Manchmal steht man morgens einfach mit dem falschen Fuß auf und alles ist irgendwie blöd und nervig.

So scheint es auch dem kleinen Pinguin Paule in dem Bilderbuch „Paule Pinguin allein am Pol“ zu gehen. Er hat richtig schlechte Laune und schimpft über alles: Ihm ist kalt, ihn stört das Geschnatter der anderen Pinguine, überall liegt nur Schnee herum und die Sonne ist ihm zu hell, er hat Hunger, er findet dass er beim Watscheln doof aussieht und er ärgert sich, dass er nicht fliegen kann. Motz motz motz! Aber er macht das wirklich äußerst niedlich. Er sieht aus wie ein kleines bockiges Kind, bei dem man nicht weiß, bei dessen Wutausbrüchen man sich das lachen verkneifen muss. Über Paule aber dürfen wir lachen und es ist ein herzliches Lachen, denn man hat den kleinen Paule direkt sehr lieb und findet ihn einfach nur knuffig.

Das Leben ist schön

Letztendlich kommt dann das weise Walross daher, welches dem kleinen Pinguin mal ganz klar sagt, an welch wunderbarem Ort sie leben und Paule muss einsehen, dass es einiges gibt, was das Leben schön macht. Eigentlich gibt es keinen Grund für seine schlechte Laune. Obwohl… er friert dennoch am Schnabel…

Das Buch ist herrlich. Es macht viel Spaß. Allein die kurzen Sätze und dazu die Bilder von dem griesgrämigen kleinen Pinguin. Viel zu sehen ist eigentlich nicht. Schwarz und weiß dominiert die Seiten. Der kleine Pinguin steht hier eindeutig im Vordergrund und wir sehen nur dass, worüber er sich gerade ärgert. Aber genau das macht das Buch auch aus. Es geht um den großen, eigentlich unbegründeten Ärger des Pinguins. Und manchmal braucht man jemanden, der einem hilft, den Blick wieder auf die schönen Dinge zu lenken, denn das Leben ist äußerst lebenswert. Es gibt so viele schöne Sachen, man muss sie nur sehen.

Bei diesem Buch kann man auch ganz toll mit den Kindern ins Gespräch kommen. Was macht ihnen selbst schlechte Laune und worüber freuen sie sich? Aus diesem Grund habe ich dieses Buch auch zum Vorlesen im Kindergarten ausgewählt. Heute Nachmittag könnt ihr mehr darüber lesen.

Paule Pinguin allein am Pol von Jory John und Lane Smith, übersetzt von Andreas Steinhöfel, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51854-5, 14,99€

Rezension: Ich bin für dich da!

Ihr braucht etwas zum Wohlfühlen und Glücklichmachen? Dann ist das Bilderbuch „Ich bin für dich da!“ genau das richtige für euch!

Glückliches Stachelschwein – Traurige Giraffe

Es ist ein herrliches Bilderbuch für Kleine und Große, das einem tatsächlich – wie im Klappentext versprochen – ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dafür sorgen alleine schon die wunderbaren Illustrationen vom Stachelschwein und seiner Freundin der Giraffe. Man wird schon fröhlich, wenn man sich die erste Seite des Buches anschaut und das fröhliche Stachelschwein sieht, welches pfeifend über die Bildseite läuft und einfach nur glücklich ist, als es auf der nächsten Seite einen Maiskolben entdeckt, den es anschließend unglaublich knuffig verdrückt. Aber nicht alle sind so glücklich wie das Stachelschwein. Dicke Tropfen landen auf dem Stachelschwein und ganz bedröppelt stellt es fest, dass die Giraffe weint. Es überlegt sich verschiedene Möglichkeiten, warum es dieser gerade nicht gut geht, aber auch wenn es den Grund nicht erfährt, so ist es einfach für die Giraffe da. Es tröstet sie, umarmt sie und hilft ihr, indem es ihr zeigt, dass sie nicht alleine ist.

Eine wärmende Geschichte

Ein wunderschönes Buch mit einer wärmenden Geschichte, die einfach humorvoll und freundlich dargestellt ist. Die Botschaft verstehen bereits Kinder. Jedem geht es besser, wenn er mit seinem Kummer nicht alleine ist. Freunde halten zusammen. Trost ist wichtig, ändert vieles und kann von Freunden gespendet werden. Natürlich lässt sich dieses Buch auch sehr gut als Geschenkbuch für gute Freunde zur Aufmunterung verwenden. Ich glaube, es kommt wirklich überall gut an.

Die Gesichtsausdrücke der Tiere, insbesondere des Stachelschweins, sind sehr gut getroffen. Kinder bekommen die Botschaft des Buches also nicht nur über den Text, sondern vor allem auch durch die Bilder vermittelt. Die Farben sind warm gehalten. Eine räumliche Gestaltung oder Details im Hintergrund gibt es nicht. Hier stehen wirklich das Stachelschwein und die Giraffe sowie deren Gefühle im Vordergrund.

Der Text ist sehr kurz gehalten. Pro Seite findet man nur einen (Teil-)Satz. Und da alles Dank des weißem, klaren Hintergrundes gut zu lesen ist, haben auch Erstleser an diesem Buch somit viel Freude. Wie bereits geschrieben: Es ist einfach wirklich ein Buch für alle!

Ich bin für dich da! von Zapf und Jochen Till, Tulipan Verlag, ISBN: 978-386429-371-9, 10€

Vorlesen: Kamfu mir helfen?

Letzte Woche ging es nun endlich los mit dem regelmäßigen Vorlesen im Kindergarten. Ich freue mich so!

Äußere Rahmenbedingungen

Mit der sehr netten und offenen Leitung des Kindergartens habe ich abgesprochen, dass ich alle zwei  Wochen den Vier- bis Fünfjährigen vorlese. Damit es bei maximal zehn Kindern bleibt, lese ich zwei Gruppen nacheinander vor. Auch die äußeren Rahmenbedingungen stimmen: Ich kann in einem ruhigen Raum vorlesen, in dem die Kinder auf Stühlen sitzend im Halbkreis vor mir sitzen. So hat jeder seinen eigenen Platz und rutscht nicht herum. Alle haben einen guten Blick auf mich, aber niemand kann vor den anderen Kindern schon mit ins Buch und in die Bilder gucken. Grundsätzlich mache ich es so, dass ich zunächst eine Doppelseite vorlese und dann den Kindern in Ruhe das Bild zeige. Irgendwann sollen dann auch mal das Kamishibai und die Erzählschiene zu Einsatz kommen, aber zunächst möchte ich mit „normalen“ Büchern beginnen.

Rituale

Wichtig ist mir, dass ich von Anfang an Rituale und Wiedererkennungsmerkmale schaffe. Deshalb habe ich einige Dinge mitgenommen: Immer wenn ich zum Vorlesen im Kindergarten bin, trage ich meinen „Vorleseschal“, einfach ein roter Schal mit Nilpferden drauf. So können die Kinder, wenn sie mich sehen, gleich erkennen, ob ich nur meinen Sohn bringe oder ob ich zum Vorlesen da bin. Außerdem sind meine Geschichtenwolke und meine Klangschale mit dabei. Später soll auch noch ein Kuscheltier hinzukommen, welches den Geschichten lauschen möchte, doch das möchte ich erst in der übernächsten Stunde einführen um die Kinder nicht direkt mir zu viel Neuem zu überfallen.

Die 1. Vorlesestunde

Gerne möchte ich euch nun meine Vorlesestunde kurz vorstellen. Vielleicht findet der eine oder andere Vorleser hier ja noch ein paar Anregungen.

Start mit einem Lied

Begonnen habe ich mit einem selbstgedichteten Lied zu der Melodie von „Hejo, spann den Wagen an“:

Hey-ho, heut‘ wird vorgelesen

Von Räubern, Hexen und andren spann’den Wesen.

Hört neue Geschichten, hört neue Geschichten.

Mit diesem kleinen Lied möchte ich gerne jede Vorlesestunde beginnen.

Eingepacktes, geheimnisvolles Buch

Auf dem Tisch vor mir konnten die Kinder bereits meine kuschelige Geschichtenwolke sehen, die uns mit in das Reich der Geschichten nehmen möchte. Allerdings konnten die Kinder noch nicht sehen, um welches Buch es gehen sollte, denn dieses hatte ich in Packpapier eingepackt – übrigens eine Idee aus dem Vorleseseminar in Münster-Hiltrup. Die Kinder durften Tipps abgeben, worum es gehen könnte. Immer näher sind sie der Lösung gekommen: Es geht um einen Elefanten. Nun sollten die Kinder mir erzählen, was den so zu einem Elefanten gehört. Ich habe alles, so wie die Kinder es genannt haben, aufgemalt – bis wir das Bild eines Elefanten hatten. Aber ob der Elefant im Buch genauso aussieht? Jetzt durfte das Buch von einem Kind ausgepackt werden: „Kamfu mir helfen?

Das Buch: „Kamfu mir helfen?“

In dem Buch läuft der Elefant im schnellen Lauf gegen eine Mauer und, oje, der Rüssel ist infolgedessen ganz krumm und der Elefant bekommt gar keine richtigen Töne mehr heraus. Er fragt nun andere Tiere, die auch einen Rüssel besitzen, um Rat. Der Ameisenbär schlägt vor den Rüssel zu kühlen und das Schwein rülpst gemeinsam mit dem Elefanten um den Rüssel wieder gerade zu bekommen. Doch beide Tipps helfen nicht. Dann kommt eine kleine Fliege, die sich das Ganze von Innen anschauen möchte. Sie fliegt in den Rüssel hinein. Das kitzelt den Elefanten so sehr, dass er mit großem Schwung niest. Die Fliege saust heraus und landet unsanft auf dem Boden. Aber das ist noch nicht das Schlimmste: Ihr Rüssel ist nun verknickt! Dafür ist der Elefant sein Problem wieder los.

Ein herrliches Buch! Der Text ist gereimt und voller Schwung und auch die Bilder sind humorvoll und voller Leben. Zwar dominieren die Figuren die Bilder, aber es gibt dennoch das eine oder andere interessante Detail zu entdecken. Außerdem haben die Kinder schon viel Spaß an der verknickten Form des Rüssels oder an den Gegenständen die sie im Inneren des Rüssels entdecken können.

Gerade zum Beginn dieser Vorlesestunden ist ein heiteres, fröhliches Buch gut geeignet. Die Kinder gehen mit, lachen und haben Spaß an der Geschichte. Die Reime helfen einem beim rhythmischen Vorlesen und die Stimme muss man auch nicht allzu sehr verstellen. Beim Schwein kann man mal das eine oder andere „Nöff“ mit unter bringen und der Elefant fällt alleine durch die veränderten Wörter auf: „Ich bin gefpolpert, hingeflogen und hab den Rüffel mir verbogen“. Das kann man dann noch durch das Zuhalten der Nase unterstützen.

Ins Reich der Geschichten fliegen

Bevor ich das Buch vorgelesen habe, habe ich es auf die Geschichtenwolke gelegt. Nun mussten alle Kinder mir helfen, damit wir gemeinsam losfliegen können. Alle Kinder haben gepustet und ich habe dazu folgendes gesagt: „Wolke, flieg, flieg, flieg. Nimm uns mit ins Reich der Geschichten. Flieg, flieg, flieg!“ Anschließend habe ich gegen meine Klangschale geschlagen und wir haben gelauscht, bis der letzte Ton verklungen ist. Das war für mich das Zeichen mit dem Buch loszulegen.

Abschlusslied

Im Anschluss ans Lesen haben wir dann noch ein passendes Lied gesungen, welches manche Kinder auch schon kannten: „Was müssen das für Bäume sein“. Aber auch die Kinder, die das Lied noch nicht kannten, konnten prima mitmachen, da man zu dem Lied Bewegungen machen kann.

Diese erste Vorlesestunde war relativ kurz, gut 20 Minuten insgesamt. Aber sie war ein guter Einstieg. Die Kinder waren ruhig, haben prima mitgemacht und ich hatte das Gefühl, dass es  ihnen gut gefallen hat. Ich bin gespannt, wie die nächsten Stunden werden, wenn wir uns ein bisschen besser kennen.

Kamfu mir helfen? von Dirk Schmidt und Barbara Schmidt, Kunstmann Verlag, ISBN: 978-3-88897-568-4, 14,90€