Buch-Tipps des Monats (April)

Seit diesem Monat hänge ich nun im Kindergarten Buchtipps aus. Dazu wähle ich drei Bücher für Kinder verschiedenen Alters aus und nenne dazu ein paar kurze Stichworte. Auf längere Texte verzichte ich in diesem Zusammenhang, denn ich weiß, dass viele Eltern kaum Zeit haben einen Blick beim Bringen oder Abholen der Kinder auf die Pinnwand zu werfen.

Hier seht ihr meine Empfehlungen vom April:

Ab 2 Jahren

  • Wiederkehrende Struktur
  • Witzige Überraschung
  • Lautmalerische Elemente wie „pitsch patsch“
  • Tolle Gesichtsausdrücke der Tiere

So müde und hellwach von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0564-8, 14,90€

Ab 3 Jahren

  • Viel zu entdecken
  • Reime, die selbst ergänzt werden können
  • Abenteuer und Freundschaft
  • Wenig Text

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

Ab 5 Jahren

  • Thema: Angst vor der unbekannten Schule
  • Fehler machen, ist nicht schlimm
  • Wunderschöne Gestaltung
  • Lässt sich toll vorlesen

Myka und die Versteckschule von Asja Bonitz, illustriert von Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-13-3, 17,50€

 

 

Manege frei: Nun darf geklatscht und getanzt werden

Ich bin ja so begeistert von dem Buch „Sei kein Frosch und küss mich“ und so war ich natürlich äußerst neugierig auf das Buch „Manege frei – Bist du dabei?“ von der selben Autorin, denn auch bei diesem Buch müssen die Kinder aktiv werden.

Klatschen, Schnalzen und Schütteln

Mein kleines Büchermäuschen (1 ½ Jahre alt) hat bei dem Buch sofort den Zeichenstil von Nastja Holtfreter wiedererkannt und wollte zunächst auch in diesem Buch alle Tiere einfach küssen. Es hat eine Weile gedauert, bis es verstanden hat, dass hier ein paar andere Aktivitäten gefordert sind, aber nachdem der große Bruder es vorgemacht hat, hat es auch mitgeholfen, Tiere und Akteure des Zirkus‘ auf Trab zu bringen: Hier muss der Vorhang angetippt werden, das Kind darf mit einem Druck auf einen Knopf die Kanone starten, auf ein Schnalzen hin setzt sich das Pferd in Bewegung, der Tiger springt durch die Reifen, wenn das Kind in die Hände klatscht und die Katze schaukelt auf ihrem Trapez durch das Schütteln des Buches hin und her.

Auch an diesem Buch haben Kinder jede Menge Spaß, allerdings müssen die Kinder hier schon mehr verstehen, da eben nicht immer nur ein und die selbe Handlung durchgeführt wird. Auch wissen die Kinder nicht bei allen Aufforderungen sofort wie sie sie durchführen sollen, da manches nur ein „So-Tun-Als-Ob“ ist. Dem Affen kann man beispielsweise keine echte vierte Keule zum Jonglieren zu werfen. Man kann nur spielen, dass man die vierte Keule im Buch aufhebt und diese dem Affen zu wirft. Nach einem kurzen Zögern bereitet Kindern dies aber kaum Probleme, denn im Alltag spielen sie ja häufig auf diese Art und Weise.

Wilde Tiere im Zirkus?

Etwas schade finde ich es, dass hier im Zirkus wilde Tiere auftreten und auf einem Ball balancieren und durch einen brennenden Reifen springen müssen. Auf diese Art und Weise erwarten Kinder, dass es solche Attraktionen im Zirkus gibt, während dies aus Tierschutzgründen sicherlich nicht zu befürworten ist. Allerdings wird das alles etwas dadurch aufgehoben, dass  hier alle handelnden Figuren Tiere sind und gar keine Menschen in dem Buch vorkommen. Eine lustige, fröhliche Tiergruppe zeigt in dem Buch ihre Kunststücke.

Insgesamt gefällt mir „Manege frei – Bist du dabei?“, welches übrigens auch wieder schön gereimt ist, dennoch gut, und es ist immer wieder süß, wenn Kinder vor den Büchern klatschen, tanzen, singen und mit der Zunge schnalzen. Auch wenn das Buch nicht ganz an seinen Vorgänger heranreichen kann, gebe ich eine klare Kaufempfehlung, denn diese Art von Büchern macht Kindern und Erwachsenen einfach viel Spaß.

Manege frei – Bist du dabei? von Nastja Holtfreter, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-1526-3, 9€

Pettersson im Pappbilderbuch suchen

Pettersson und Findus – oh ja, das waren lange Zeit die Lieblingsbuchhelden von uns. In letzter Zeit haben wir allerdings die Bücher von dem kauzigen Alten und seinem Kater Findus weniger in die Hand genommen. Da wirkt es überaus anregend, wenn ein neues Buch von den beiden ins Haus flattert. „Wo ist Pettersson?“ ist zwar nur ein kleines Pappbilderbuch, aber auch dieses Buch hat uns viel Spaß gemacht und uns wieder Lust auf Pettersson und Findus gemacht. Außerdem merkt man auch diesem Buch an, warum Pettersson und Findus so beliebt sind: Es steckt einfach unglaublich viel Humor in diesen Büchern. Der Text besteht in erster Linie aus Dialogen, was den Inhalt sehr lebendig macht. Pettersson und Findus sind Figuren, die man sofort liebgewinnt und zwar sowohl durch den Text als auch durch die Bilder, welche in diesem Buch etwas ruhiger gestaltet sind als in den anderen Bilderbüchern. Es gibt aber natürlich trotzdem noch genug zu entdecken, während es gleichzeitig kleineren Kindern erleichtert wird sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das Buch ist für Kinder ab zwei Jahren und ich denke auch, dass Kinder ab diesem Alter Spaß an dem Buch und an der Geschichte haben, wobei sie sicherlich nicht jeden Witz verstehen werden. Der Schlagabtausch, den sich Findus mit den Hühnern und den Mucklas liefert, ist recht rasant und für kleinere Kinder sicherlich nur in Teilen verständlich, aber die Grundgeschichte ist gut zu verstehen:

Findus hat für Pettersson ein Bild gemalt, welches er nun Pettersson natürlich schenken möchte, doch der Alte ist nicht zu finden. Findus fragt die Hühner und verschiedene Muckla um Hilfe, die ihm jedoch wenig hilfreiche Antworten geben. Auch die Kühe sind in dieser Hinsicht nicht besser. Am Ende findet Findus Pettersson dann aber doch und dabei stellt sich heraus, dass auch Pettersson nach Findus gesucht hat, denn auch er hat eine Überraschung für den Kater.

Auch größere Kinder haben an dieser Geschichte noch viel Spaß. Sie lachen über die Witze und freuen sich darüber, dass Pettersson Findus so ein tolles Auto gebaut hat.

Insgesamt erzählt das Buch eine schöne runde Geschichte. Es lohnt sich auf jeden Fall die Pettersson und Findus-Sammlung mit diesem Buch zu erweitern.

Wo ist Pettersson? von Sven Nordqvist, übersetzt von Kerstin Behnken, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0496-1, 7,99€

Ein Wimmelbuch für FC Bayern-Fans

Ein Wimmelbuch für Bayern-Fans, na, wenn da nicht das Fußballerherz kleiner Jungs höher schlägt!

In dem Pappbilderbuch „Zu Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch“ gibt es wimmelige Bilder rund um die Allianz Arena und den FC Bayern zu sehen. Dabei schaut man natürlich vor allem in lauter rot-weiß-blaue Fahnen und Schals, die einem hier überall ins Auge fallen.

Hier ein kurzer Überblick über die Doppelseiten: Zunächst tummeln sich die Fans vor der Allianz Arena, dann ziehen die Fußballer ins gefüllte Stadion ein, anschließend fällt im Spiel ein Tor (natürlich für die Bayern), in der Kabine wird die Taktik besprochen und am Ende wird auf dem Marienplatz die Meisterschaft gefeiert: Mia san Meister!

Da mein Sohn gerade die Welt des Fußballs für sich entdeckt und insbesondere den FC Bayern interessant findet, habe ich mich sehr gefreut, als ich dieses Buch entdeckt habe. Leider hat es mich jedoch enttäuscht, denn es ist recht belanglos. Zum einen gibt es auf den Bildern nur wenig zu entdecken und zum anderen ist es nicht sonderlich bayernspezifisch.

Auf der ersten Doppelseite gibt es noch ein paar typische Wimmelbuchszenen zu sehen, z.B. ein Kind, das seinen Luftballon verliert oder zwei Kinder, die Fußball spielen, doch auf den folgenden Seiten gibt es neben der Hauptszene hauptsächlich eine jubelnde Masse. Durch die vielen Menschen auf den Zuschauerrängen oder auf dem Marienplatz sieht es auf den Seiten wimmelig aus, aber es gibt keine witzigen oder interessanten Details zu finden. Nur das Maskottchen Berni hat sich auf jeder Seite versteckt.

Das  Maskottchen, die Allianz-Arena, der Marienplatz sowie die Farben des FC Bayern auf Trikots, Schals und Fahnen zeigen natürlich an um welchen Verein es in diesem Buch geht, aber ansonsten ist dies einfach ein Fußballwimmelbuch. Mir fehlen einfach mehr Details, die zeigen, dass es hier um den FC Bayern München geht. Details, die man als informierter Fan entdecken kann. Selbst die Trikots sind kaum spezifisch gestaltet. Besonders schade finde ich es aber, dass man kaum einen Spieler mit realen Fußballern in Verbindung bringen kann. Bei ein, zwei Spielern würden mir Namen aktueller Bayern-Spieler einfallen, aber der Rest besteht aus anonymen Spielern. Nicht einmal ein dunkelhäutiger Spieler ist dabei. Mir ist klar, dass in jeder Saison andere Spieler bei einem Fußballverein spielen und so die Gefahr bestehen würde, dass das Buch schnell nicht mehr aktuell ist, aber es gibt doch auch genügend Spieler, die man mit diesem Verein in Verbindung bringt. Es muss dann ja auch nicht nur um Spieler aus dem aktuellen Kader gehen, aber gerade für Bayern-Fan wäre es doch schön, wenn man in einem solchen Buch bekannte Gesichter entdecken könnte.

Selbst mein Sohn hat dieses Buch nach anfänglicher Begeisterung kaum noch angeschaut. Schade, hier hätte man deutlich mehr raus machen können.

Zum Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch, illustriert von Klaus Puth, riva Verlag, ISBN: 978-3-7423-0012-6, 14,99€

Der Osterklassiker: Stups, der kleine Osterhase

Spätestens in der Grundschulzeit lernt wohl jedes Kind Stups, den kleinen Osterhasen, aus dem Lied von Rolf Zuckowski kennen. Es ist ein fröhliches, spaßiges Osterlied, welches Kindern seit Jahren viel Freude bereitet. Und vielleicht können sie dieses Jahr den kleinen Osterhasen sogar in ihrem Osternest finden, denn der Coppenrath Verlag hat das Lied in einer ansprechenden Geschenkausgabe herausgebracht. In einer Geschenktüte befinden sich ein kleines Pappbilderbuch und ein munter lachender Stoffhase, Stups eben.

In dem Bilderbuch ist das Osterhasenlied abgedruckt, wobei die einzelnen Strophen herrlich in Bildern dargestellt werden. Die bunten, lebendigen Bilder passen sehr gut zu dem Lied, in dem Stups so viele Missgeschicke passieren. Auf der letzten Doppelseite ist dann noch einmal das komplette Lied mit Noten und Akkorden zu sehen.

Schön ist, dass der Stoffhase genauso wie Stups in dem Bilderbuch gekleidet ist, so dass Kinder ihn auch gut identifizieren können.

Insgesamt wurde hier ein nettes und sehr ansprechendes Oster-Geschenkset zusammengestellt, bei dem einfach alles passt.

Stups, der kleine Osterhase, Geschenkset: Buch mit Plüschfigur von Rolf Zuckowski, illustriert von Julia Ginsbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62288-8, 14,95€

Bilderbücher: Tiere groß in Form

Großformatige Bilderbücher mit Tieren – da greifen sowohl Erwachsene als auch Kinder gerne zu. So üben auch die Bücher „Tiere“ von Ingela P Arrhenius (Prestel) und „Alle meine Tiere“ von Dawid Ryski (Kleine Gestalten) einen besonderen Reiz aus.

Ähnlicher Stil

Das übergroße Format fällt sofort auf und in beiden Büchern gibt es auf den großen Seiten jeweils ein Tier auf einfarbigem Hintergrund, wobei der Hintergrund von Seite zu Seite farblich wechselt. Auch die Tiere sind in einem ähnlichen Stil dargestellt. Sie wirken plakativ, denn Fell und ähnliches weist kaum Strukturen auf und ist flächig und einfach dargestellt. Aber gerade durch diese einfache Darstellung wirken die Bilder, insbesondere in dieser Größe. Man blättert gerne durch diese Bücher und Kinder können die Tiere gut erkennen. In beiden Büchern wurden die Tiere ein wenig vermenschlicht, wobei dies in dem Buch „Tiere“ stärker der Fall ist. Hier lächeln einem die Tiere fast alle lieblich zu und die Maus steht aufrecht vor einem. Bei der Farbgebung der Tiere hat man sich an der Realität orientiert, wobei das Nilpferd in „Alle meine Tiere“ rot gefärbt wurde und der Elefant in beiden Büchern in blauer Farbe daher kommt.

Auf dem ersten Blick ähneln sich die Bücher sehr, aber im Weiteren möchte ich nun noch ein wenig auf die einzelnen Bücher eingehen.

Tiere – Ein Buch nur mit großen Bildern

Tiere von Ingela Arrhenius

In dem Buch „Tiere“ sieht man pro Seite ein Bild, wobei der Tiername kunstvoll daneben steht. Für jedes Tier wurde eine andere Schriftart verwendet. Die einzelnen Seiten sehen so wirklich toll aus, beinahe wie Bilder, die man sich auch aufhängen würde. Leider können Kinder, die gerade lesen gelernt haben, nicht alle Schriften selber lesen.

Die Zielgruppe des Buches ist mir nicht so ganz klar. An sich haben schon kleine Kinder unter 2 Jahren Spaß an diesem Buch, allerdings hat es keine Pappseiten. Größere Kinder finden das Buch schon eher langweilig. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass man dieses Buch als Anregung für eigene Tierbilder in diesem Stil unter anderem in der Grundschule nutzen kann. Ansonsten ist es natürlich auch ein Buch für erwachsene Bilderbuchliebhaber.

Alle  meine Tiere: Bild und gereimter Text

In dem Buch „Alle meine Tiere“ geht es pro Doppelseite um ein Tier. Auf der rechten Seite befindet sich auf buntem Hintergrund ein Tier und links werden Eigenschaften des Tieres in einem kleinen gereimten Text auf hellem Hintergrund thematisiert. Es geht hier unter anderem um Eigenschaften, die man in Redensarten und Geschichten den Tieren zu schreibt. Dies wird auch durch ein kleines Bild in der linken unteren Ecke angedeutet. So befindet sich hier bei der Eule, die Bücher liebt, eine Brille, beim eitlen Löwen sieht man einen Kamm und der Fuchs wird von einer Detektivausrüstung begleitet. Auf diese Weise ist das Buch auch noch für größere Kinder interessant, insbesondere da sie häufig diese Assoziationen zu den Tieren noch gar nicht kennen. Leider haken die Reime doch an einigen Stellen. Auch die Bilder finde ich teilweise nicht optimal platziert. Bei einigen Tieren ragt ein Teil des Körpers über die Mitte hinaus, was manchmal nicht so gut wirkt, z.B. bei der Schildkröte, bei der ein Teil des Kopfes auf der linken Seite abgebildet wird.

Witzig ist die Verknüpfung mit den, den Tieren zugeschriebenen, Eigenschaften. Hier gefällt mir auch die Abbildung des Accessoires gut, denn so können die Kinder selbst überlegen, warum man die Tiere damit in Verbindung bringt.

Tiere von Ingela P Arrhenius, Prestel, ISBN: 978-3-7913-7261-7, 19,99€

Alle meine Tiere von Dawid Ryski, Text von Hendrik Hellige, Kleine Gestalten, ISBN: 978-3-89955-776-3, 19,90€

Fröhliches Wimmelbuch von Daniela Kulot

Endlich stelle ich euch mal wieder ein Wimmelbuch vor: „Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde“.

Dieses Buch erfüllt alle Kriterien eines Wimmelbuches: Auf den Bildern gibt es unglaublich viel zu entdecken und außerdem gibt es noch den Auftrag die sieben Freunde des Bären sowie pro Doppelseite zehn Herzen zu suchen.

Der Bär tappst fröhlich von einer Doppelseite zur nächsten und besucht dabei seine Freunde auf dem Bauernhof, im Zauberwald, im Wilden Westen, im Weltall, in der Stadt, im tiefen Meer und im Märchenreich. Dabei können die Kinder prima seine Spuren verfolgen und viele kleine Geschichten und merkwürdige Figuren auf den Seiten entdecken, die zum Erzählen anregen. Neben Figuren aus bekannten Märchen kann man sogar die Giraffe und das Krokodil aus den Büchern der Autorin Daniela Kulot auf einer Seite finden.

Büchermäuschen auf der Suche nach der Hexe

Das Buch erscheint gerade als überarbeitete Neuausgabe. Die Erstausgabe hatten wir vor einiger Zeit mal aus der Bücherei ausgeliehen. Damals wusste ich noch nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Die Bilder sind toll und ansprechend, aber mir war das für meinen kleinen Sohn zu wimmelig und unübersichtlich. Außerdem fand ich, dass hier zu viel drin vorkam, was er einfach noch nicht kannte. Für ein kleines Kind fand ich vielleicht gerade mal den Bauernhof und die Stadt passend. Nun ist das Buch wieder in unserem Haus und wir haben wieder einen kleinen Kerl hier und dieses Mal finde ich das Buch ziemlich klasse. Das kleine Büchermäuschen nimmt sich das Buch immer wieder gerne und blättert darin herum. Meist schaut er sich zwar nur die Bauernhofseite intensiver an. Auf den anderen Seiten blendet er die meisten Szenen noch aus, aber er hat jede Menge Spaß daran überall die Hexe und den Bären („Teddy“) zu suchen. Wir picken uns einfach überall die Tiere und Sachen heraus, die er bereits kennt und halten nach ihnen Ausschau und so haben wir viel Spaß mit diesem Buch.

Viele Details und Geschichten zu entdecken

Und je größer die Kinder dann werden, desto mehr kann man auf die einzelnen, witzigen Details eingehen: Läuft da etwa auch ein Drache durch die Stadt? Warum sitzt der Cowboy verkehrt herum auf dem Pferd? Upps, da hat wohl einer die Laterne auf der Straße übersehen! Was denkt der Fuchs wohl über seine „Vogelgrippe“-Lektüre? Wer kann die Rechenaufgabe in der Fischschule lösen? Wer freut sich über das Diebesgut der Räuber im Wilden Westen?

Es passiert unglaublich viel auf den Bildern, aber dennoch sind sie eigentlich nicht überladen, was sicherlich auch daran liegt, dass darauf verzichtet wurde beispielsweise Grashalme, Pflastersteine oder ähnliches zu zeichnen. Es gibt sehr viele kleine Details, aber die einzelnen Komponenten sind durch gezeichnete Umrisse und eindeutig angemalte Flächen klar voneinander abgegrenzt.

Bei uns ist dieses Wimmelbuch gerade ein richtiger Bücherliebling und so kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen. Im Übrigen mag ich die Illustrationen von Daniela Kulot sowieso sehr gerne. Sie sind einfach so lebensfroh und humorvoll.

Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde – Ein Wimmel-Suchbuch von Daniela Kulot, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5892-9, 12,95€

Vergnügliches Bilderbuch: So müde und hellwach

Oh, wie habe ich mich gefreut, als ich gesehen  habe, dass es von Susanne Straßer ein neues Bilderbuch gibt. Ich war ja bereits von „So weit oben“ und „So leicht, so schwer“ absolut begeistert und nun war ich ganz gespannt auf „So müde und hellwach“.

Und was soll ich sagen? Es trägt eindeutig die Handschrift von Susanne Straßer: Es gibt eine wiederkehrende Struktur mit gleichen Sätzen, lautmalerische Elemente, tolle Gesichtsausdrücke der Tiere und eine Überraschung zum Ende des Buches hin.

Immer wieder heißt es „Tür auf – Tür zu“

Auch dieses Buch macht einfach viel Spaß. Im Bett liegen der Igel, der Fuchs, der Esel, der Pelikan, das Krokodil und der Seebär. Alle außer einem sind müde. Der Seebär ist hellwach. Er muss noch mal aufs Klo und robbt „pitsch, patsch“ zur Tür. Als nächstes „schluurf, schluurf“ kriecht das Krokodil aus der Tür. Es hat vergessen die Zähne zu putzen. Und so steigt ein Tier nach dem anderen noch einmal aus dem Bett. Und sie alle treffen sich im Zimmer des Kindes wieder, denn sie brauchen ganz dringend noch einen Gute-Nacht-Kuss. Kaum haben sie diesen bekommen, sind sie alle direkt so müde, dass sie im Bett des Kindes einschlafen, welches nun hellwach ist. Doch dann laufen alle Tiere wieder in ihr eigenes Bett. Warum? Ja, da sind wir uns noch nicht ganz einig und überlegen, ob es sich um einen pfiffigen Trick des Kindes handelt, aber das müsst ihr selber herausfinden.

Ich möchte wirklich nicht in Lobeshymnen ausbrechen, aber hier stimmt wirklich wieder alles. Es macht schon so viel Spaß die Bilder anzugucken. Allein wie die Tiere im Bett liegen und eines mit groß aufgerissenen Augen daneben liegt, ist schon herrlich, aber auch über die Kussmünder der Tiere kann ich mich richtig amüsieren.

Mein kleiner Sohn liebt das Buch

Aber auch die Geschichte an sich kann voll und ganz überzeugen. Die Gründe, warum ein Tier noch nicht schlafen kann, kommen einem nur allzu bekannt vor. Für Kinder ist auch die wiederkehrende Struktur prima. Mein kleines Büchermäuschen (1 ½) spricht bisher kaum verständliche Wörter, aber trotzdem nimmt es das sich wiederholende „Tür auf – Tür zu“ auf und deutet immer auf die Türen und sagt „zu“. Überhaupt hatte es von Anfang an einen Riesenspaß an diesem Buch. Besonders gut gefällt ihm der Esel. Über den muss es immer lachen. Außerdem bekommen alle Tiere von ihm einen Gute-Nacht-Kuss. Und ganz besonders spannend finde ich es, dass es sofort an den Bildern erkannt hat, dass dieses Buch etwas mit „So weit oben“, welches es ebenfalls liebt, zu tun hat. In dem Buch „So weit oben“ liegen auf einer Seite alle Tiere enttäuscht auf dem Boden: „ooooooooh!“ Wenn die Tiere nun in „So müde und hellwach“ alle auf dem Bett des Kindes liegen, so wird dies ebenfalls mit einem „oooooooh“ von Büchermäuschen kommentiert.

Das Einzige, was mich persönlich an diesem Buch ein kleines bisschen stört, ist das Wörtchen „so“. Es passt für mein Sprachgefühl nicht, wenn es heißt, das der Igel, der Fuchs, der Esel etc. „so müde“ sind, aber das ist beim Vorlesen ja kein Problem. Ich lasse das Wörtchen einfach weg.

Insgesamt kann ich für dieses Buch eine ganz klare Empfehlung aussprechen. Es macht uns allen einfach unglaublich viel Spaß.

So müde und hellwach von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0564-8, 14,90€

Tolle Bilder von den vier Jahreszeiten

Das Schöne an Jahreszeiten-Büchern ist, dass man sie jederzeit vorstellen kann, denn sie passen ja schließlich immer. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – irgendetwas davon passt immer (oder eine Mischung aus verschiedenen Jahreszeiten…). Momentan ist noch Winter. Dieser findet sich zwar in dem Buch „Alle vier Jahreszeiten“ ganz am Ende, aber wenn man dann dort hin blättert, sieht man dort einiges, was einem aus dem momentanen Alltag bekannt vorkommen dürfte. Zunächst sieht  man dort allerdings einen schönen Übergang vom Herbst in den Winter. Man sieht wie die Tiere sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Wintervorräte werden angelegt und einige Vögel fliegen in den warmen Süden. Dann kommt der Schnee, den manche Tiere aktiv begrüßen, während andere sich verstecken und schlafen. Wir Menschen brauchen warme Jacken und Mützen und dann können wir Schneemänner bauen, Schlittschuhfahren und Schneebälle formen. Jetzt hängt bei den meisten Menschen wohl kein Kranz aus Tannengrün mehr an der Haustür, aber auch Weihnachten gehört natürlich zum Winter dazu. Das Buch ist an dieser Stelle zu Ende, aber ganz unten links steht „Bald wird es wieder Frühling“. Ja, auf den Winter folgt der Frühling. Das Ganze fängt wieder von vorne an wie es auch so schön in dem Lied „Die Jahresuhr“ heißt. Und so können wir auch bei dem Buch wieder von vorne beginnen und es wieder und wieder durchblättern und den Jahreszeiten folgen. So sehen wir, was sich im Laufe des Jahres so ändert. In jeder Jahreszeit wird uns eine Doppelseite mit der gleichen Landschaft gezeigt, bei der sich Aktivitäten sowie die Natur den Jahreszeiten anpassen. Außerdem gibt es noch zusätzliche Seiten, auf denen man ein paar Phänomene der jeweiligen Jahreszeit zu sehen bekommt. Hier sieht man dann jedoch kein großes Bild mit verschiedenen Szenen wie auf den wimmelbuchtypsichen Doppelseiten, sondern es geht hier eher wie im Bilderlexikon zu. Zum Beispiel sieht man im Frühlingsteil lauter einzelne Frühlingsblumen, die beschriftet sind oder es gibt eine Seite mit Tieren und ihren Kindern, ebenfalls beschriftet. Auch auf den großen Bildern auf den Doppelseiten findet man übrigens ein paar Beschriftungen, was sicherlich dazu animiert, die Dinge zu benennen.

Mir gefällt die Mischung in diesem Buch sehr gut. Auf der einen Seite hat man Wimmelbilder, die zum Betrachten und Erzählen anregen, und auf der anderen Seite erhält man Informationen zu den Jahreszeiten, die kurz und bündig in Text und Bild dargestellt werden.

Ganz toll finde ich auch die Illustrationen von Katrin Wiehle. Die Bilder sind auf das Wesentliche konzentriert. Man sieht also z.B. keine Tannennadeln bei den Nadelbäumen oder das Gras wird einfach als grüne Fläche dargestellt. Wenn man die einzelnen Teile betrachtet, würde man vielleicht sagen, dass ein Kind Wolken oder Bäume ähnlich darstellen würde, aber dennoch wirkt das Bild als Ganzes gesehen überhaupt nicht naiv oder einfach gezeichnet. Es strahlt etwas ganz eigenes aus. Die Bilder sind lebensfroh, sie machen Freude und man wird direkt in die Atmosphäre des Frühlings, des Sommers, des Herbsts oder des Winters hineingezogen.

Auch die Aufmachung des Buches an sich gefällt mir gut. Es ist zu 100 % aus Recyclingpapier und wurde mit Ökofarben gedruckt. Es sieht durchaus anders aus, als Bücher aus anderem Papier, aber auch dies macht das Besondere des Buches aus. Man nimmt es einfach unheimlich gerne in die Hand.

Dieses Buch ist übrigens auch ganz toll für die Klassenbibliothek einer ersten Klasse. Die Jahreszeiten oder Teilbereiche davon sind immer mal wieder Thema in der Schule und hier können sich auch kleine Leseanfänger ganz selbstständig schlau machen. Das Meiste wird über die Bilder erzählt und die kurzen Texte (in Großdruckbuchstaben) beherrschen sie sicherlich auch schon.

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Alle vier Jahreszeiten von Katrin Wiehle, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82143-0, 12,95€

 

Hauswichtel Lasse kam durch die Wichteltür

Kennt ihr schon die Wichtel- oder Feentüren? Bei Bücherwürmchen ist nun seit fast zwei Wochen eine Wichteltür im Zimmer und wir haben damit unglaublich viel Freude.

Buch zur Wichteltür

Zunächst haben wir das Buch „Das Geheimnis der Wichteltür“ gelesen. Es ist ein recht kurzes, einfaches Buch, welches uns aber auf die Spur der Wichtel und ihrer Türen bringt:

Die Geschwister Laura und Felix werden von dem Hauswichtel Dröm bewacht. Nachts kommt er durch eine Tür in ihr Zimmer und vertreibt durch seinen Zauberstaub die schlechten Träume der Kinder. Allerdings dürfen ihn die Kinder dabei nicht erwischen, denn dann würde er seine Zauberkraft verlieren. Eines Tages kommt es jedoch beinahe zu diesem Unglück. Dröm kann gerade noch rechtzeitig hinter seiner Tür verschwinden. Die Kinder haben etwas huschen gesehen und sind nun neugierig. Am nächsten Tag erhalten sie von Dröm einen Brief, in dem steht, dass er ein Hauswichtel ist und dass er seinen Zauber verlieren würde, wenn sie versuchen würden ihn zu sehen.

Auf den Bildern sieht man den Zauberstaub, der Wichtel ist auch auf einem zu sehen, genauso wie ein sanft schlummerndes Kind. Alles wirkt ein bisschen geheimnisvoll. Nur das Bild zum Traum von Felix, auf dem man einen Drachen sieht, gefällt  mir nicht so gut. Insgesamt finde ich auch die Geschichte recht knapp, aber für Bücherwürmchen reicht sie völlig aus.  Vielleicht ist es auch ganz gut, dass das Buch nicht sonderlich ausgestaltet wurde, denn so bleibt mehr Platz für eigene Geschichten und Ideen. Im Anschluss ans Lesen haben wir jedenfalls  gemeinsam die Wichteltür in einer Ecke seines Zimmers angebracht und seitdem müssen wir das Buch nun ständig lesen. Am liebsten hätte Bücherwürmchen es, wenn unser Hauswichtel ebenfalls Dröm heißen würde, aber Tomte Tummetott wäre ihm auch recht.

Unsere Wichteltür

Unsere Wichteltür ist eine blaue Holztür. Dazu hatten wir von Anfang an ein paar Gegenstände dazu gestellt: Eine kleine Bank (mit Klappe), eine Leiter (damit der Wichtel auch die Fußleiste überwinden kann) und einen kleinen Holzschlitten. Wichteltür, Accessoires und das Buch sind über den Onlineshop www.wandmotive.de erhältlich.

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Dann hieß es natürlich abwarten, ob tatsächlich ein Wichtel kommen würde. Bücherwürmchen lief an diesem Tag immer wieder in sein Zimmer um zu schauen, ob schon ein Wichtel da sei. Einmal behauptete er, dass er unter seinem Bett ein Hosenbein entdeckt hätte und einmal sah er die Jacke (schwarz mit Knöpfen in der Mitte!). Ich wüsste ja gerne, ob er tatsächlich meint, dass er etwas gesehen hat oder ob er das ganze selbst fantasievoll weiterspinnt.

Briefe vom Hauswichtel

Am nächsten Morgen war jedenfalls die Aufregung groß. Auf der Bank lag ein kleiner Wichtelbrief in einem Miniumschlag und ein paar glitzernde Sterne führten zur Treppe. Im Brief stellte sich der Wichtel kurz vor: Er hieße Lasse und komme aus dem hohen Norden und er wolle mehr über sich schreiben, nachdem er die neue Gegend ein wenig erkundet habe. Wie Bücherwürmchen sich gefreut hat! Den Brief hat er den ganzen Tag immer wieder aufgefaltet und gelesen. Er wird nun in einer kleinen Holzkiste als kostbarer Schatz aufbewahrt. Mittlerweile liegen noch drei weitere Briefe darin. Wir wissen nun unter anderem, dass Lasse im hohen Norden als Weihnachtswichtel beim Weihnachtsmann gearbeitet hat.

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Kreativ rund um die Wichtelgeschichte

Bücherwürmchen findet das alles unglaublich spannend. Und mir macht das alles auch sehr viel Freude. Neulich haben wir dann gemeinsam ein wenig für den Wichtel gebastelt. Er hat nun eine Wimpelkette über seiner Tür hängen, neben der Tür befindet sich ein kleiner Briefkasten und Bücherwürmchen hat ihm aus Papier ein Bett gebastelt. Man kann zwar auch über den Shop unter anderem Wandsticker bestellen um es um die Tür herum ein wenig zu dekorieren, aber viel mehr Spaß macht es, wenn man diese einfachen Dinge selber herstellt. Letztendlich könnte man natürlich sogar die Tür selber machen, aber mir gefällt unsere Tür sehr gut und ich bin froh sie fertig bekommen zu haben, denn wer weiß, ob ich mich sonst hingesetzt und eine angefertigt hätte.

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Im Nachhinein war ich mir etwas unsicher, ob ich schlau vorgegangen bin. Wir haben ja die Tür (die sich nicht öffnen lässt) gemeinsam angeklebt. Bücherwürmchen wundert sich, wie das funktionieren soll, aber ich habe eben gesagt, dass Wichtel auf diese Weise irgendwie ins Zimmer kommen. Vielleicht wäre es auch schön, wenn die Tür einfach auf einmal da wäre und man gemeinsam überlegt und herausfindet, was es mit dieser Tür auf sich hat und erst dann das Buch liest. Ich weiß es nicht. Letztendlich ist es aber auch nicht so schlimm, wenn Kinder das Anbringen mitbekommen. Sie haben genügend Fantasie um daraus eine tolle Sache zu machen. Auch wenn Bücherwürmchen es noch nicht versteht, habe ich ihm beiläufig bereits gesagt, dass der Wichtel nur durch seine Fantasie leben kann. Ich weiß nicht, was er darüber denkt, aber er sagte neulich, dass die Frau, die das Buch „Das Geheimnis der Wichteltür“ geschrieben hat, genauso viel Fantasie habe wie er und ich.

Für Bücherwürmchen ist der Hauswichtel eine große Sache. Ich bin gespannt, was sich daraus so alles entwickeln wird. Wir werden bestimmt noch mal die eine oder andere Sache für ihn basteln, ab und zu kommt wohl Post von ihm an und vielleicht hinterlässt er ja auch noch andere Spuren. Passende Requisiten findet man sehr gut in der Puppenstube oder bei Krippenzubehör. Gut möglich, dass der kleine Lasse mal ein kleines Körbchen auf der Bank vergisst oder mal ein kleiner Besen an der Wand lehnen wird.

Ich danke Wandmotive.de für die Bereitstellung der Testprodukte.

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Das Geheimnis der Wichteltür von Kristin Franke, Kreativshops, ISBN: 978-3-00-052677-0, 14,95€ (erhältlich aber auch im Set mit Wichteltür)