Pixibücher: Bobo Siebenschläfer

Ich habe die Pixibuch-Challenge organisiert, die seit Anfang Februar läuft, aber bisher habe ich selbst noch nicht allzu viele Pixibücher vorgestellt. In den nächsten Wochen und Monaten möchte ich euch nun aber gerne zeigen, wie vielfältig Pixibücher sein können. Zum einen gibt es da ja die verschiedenen Formate wie Pixi Wissen oder Maxi Pixi und zum anderen gibt es auch bei den klassischen Pixibüchern doch einiges zu entdecken, auch wenn bestimmte Themen bei den Pixibüchern immer wieder in leicht veränderter Form auftauchen. Eine besondere Art der normalen Pixibücher habe ich euch ja bereits vorgesteltt: Sticker-Pixibücher.

Da in der Pixischale in der Buchhandlung nicht unbedingt die Pixibücher enthalten sind, die ich gerade suche, und man einzelne Pixis ja nicht bestellen kann, bestelle ich immer mal wieder eine ganze Serie. Eine Serie besteht aus acht Pixibüchern zu einem Thema. So hat das kleine Büchermäuschen vom Osterhasen acht Bobo Siebenschläfer-Pixibücher bekommen.

Bobo und Pixi ein Traumpaar

Man mag von Bobo halten, was man möchte, aber viele Kinder lieben ihn. Bücherwürmchen mochte Bobo Siebenschläfer damals nicht sonderlich, aber Büchermäuschen findet ihn toll. Und ich finde, dass hier die Pixiversion sehr gut passt und zwar aus verschiedenen Gründen. Kleine Kinder lieben Pixibücher. Sie mögen diese kleinen Bücher, die sie selber schon gut in der Hand halten und ganz alleine anschauen können. Oftmals sind die Geschichten aber für die ganz Kleinen noch nicht wirklich verständlich. Bobo Siebenschläfer ist allerdings genau das richtige für die Kleinen.

Ansonsten gibt es ein paar Pappbilderbücher von Bobo Siebenschläfer und die Sammelbände, die aber normale Papierseiten beinhalten. Inhaltlich sind auch die Sammelbände etwas für die Kleinen, aber das Format ist nicht unbedingt ideal für dieses Alter. Hier kommt das Pixibuch gerade recht. Bobo Siebenschläfer ist meiner Meinung nach wie gemacht für Pixibücher.

Kurze Geschichten aus dem Alltag

Für diejenigen, die bisher tatsächlich um Bobo Siebenschläfer herum gekommen sind, hier ein paar Worte zu den Geschichten:

Bobo ist ein kleiner Siebenschläfer und lebt zusammen mit seiner Mama und seinem Papa. In den einzelnen Geschichten erlebt er Dinge aus dem Alltag eines Kindes. Mal passt der Opa auf ihn auf, mal hat Bobo Geburtstag, mal geht es in den Urlaub, mal ist Bobo krank etc. Die Texte sind sehr einfach und kurz und bestehen in erster Linie aus Hauptsätzen. Bobo selbst spricht noch sehr eingeschränkt. So ruft er z.B. nur „Mehr! Mehr“, wenn er weiter auf dem Papa reiten möchte oder er kommentiert eine Szene, in der jemand etwas fallen gelassen hat mit „Bum!“ Das kann für Erwachsene schon etwas nervig sein, aber gerade wenn man damit beginnt Kindern Geschichten vorzulesen, ist Bobo dennoch gut geeignet. Am Ende eines jeden Buches schläft Bobo ein.

Die Bücher aus der Pixi-Serie 214 sind alle ziemlich einfach, wobei es auch hier leichte Unterschiede in der Komplexität gibt. Wenn man nicht mit seinem Kind in den Urlaub fliegt, ist „Bobo im Flugzeug“ schon etwas schwieriger als die anderen Bücher. Bei manchen Büchern bleibt es nicht bei einer Szene, sondern es gibt noch kleine Nebenhandlungen, z.B. den Weg zum Arzt mit der Straßenbahn. Insgesamt aber sind alle Bobo Siebenschläfer-Pixis für Kinder ab etwa 1 ½ Jahren geeignet.

Bobo Siebenschläfer von Markus Osterwald, Pixi-Serie 214, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-05043-4, 7,92€ (Serie mit 8 Pixibüchern)

Mit dem Finger dem Schmetterling hinterher

Frühling – nun geht es wieder nach draußen. Die Natur wird langsam wieder grün, Blumen blühen und die ersten Schmetterlinge haben wir auch schon gesichtet. Zu dem schönen Frühlingswetter und der Lebensfreude, die wieder erwacht, passt wunderbar das Finger-Nachfahr-Buch „Durch die Natur“.

Hier fliegt ein freundlicher Schmetterling bei strahlendem Wetter zu einem Baum, einer Blume, vorbei an einem Teich und hoch in die Luft. Das Buch ist ein Buch voller guter Laune. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau, die Wiese flächig grün und man begegnet ein paar freundlichen Tieren.

Da Details und mehrschichtige Hintergründe fehlen, sind die Seiten nicht überladen, was sehr gut tut, da sich ja auch noch der Weg des Schmetterlings und der anderer Tiere als Nachfahrspur deutlich über die Seiten schlängeln. Kinder können dem Schmetterling auf diesen Spuren, die durch eine Struktur hervortreten, mit dem Finger folgen. Auch Ente und Frosch hinterlassen eine fühlbare, erhabene Spur. Durch die Nachfahrspur können die Kinder hier selbst aktiv werden, was einerseits motivierend ist und Spaß macht und andererseits die Feinmotorik schult.

Der Text ist recht kurz, aber schön und flott gereimt. Er hat für dieses Buch genau die richtige Länge. Auf längere Texte hätten Kinder hier sowieso keine Lust, da das Nachfahren zu verlockend ist. Die Flugwege des Schmetterlings eigenen sich natürlich besonders gut zum nachfahren. Manchmal hat mich die Position des Schmetterlings etwas irritiert. Eigentlich fliegt er wohl von links nach rechts, aber ab und zu befindet er sich auf der rechten Seite der Spur mit Blick auf die Schleifen und Kurven, so dass man intuitiv dort anfängt und so in die „falsche“ Richtung spurt. Wenn man dann jedoch am Ende angekommen ist, passt es dann doch, denn man soll ihn auch auf seinem Weg zurück begleiten.

Insgesamt gefällt mir dieses Buch und sein Konzept gut und auch Kinder verschiedenen Alters haben (zumindest kurzfristig) viel Spaß daran. Die Texte lassen sich auch von Leseanfängern gut erfassen und das Nachfahren ermöglicht ihnen willkommene Pausen vom Lesen. Es ist zwar sicherlich kein Buch, welches ich für einen 5- oder 6-Jährigen anschaffen würde, aber wenn es sowieso schon vorhanden ist, lässt es sich gut für verschiedene Dinge einsetzen.

Finger-Nachfahr-Buch: Durch die Natur von Johanna Fritz und Barbara Heinlein, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3925-9, 7,95€

Da können schon die Kleinen das Tanzbein schwingen

Mein kleines Büchermäuschen liebt Bücher mit Geräuschen und vor allem  mit Musik. Und gerade ist ein Buch der absolute Hit: „Hörst du die Musik zum Tanzen?

Stück per Knopfdruck abspielen lassen

Es ist ein kleines Pappbilderbuch mit glatten Seiten, bei dem auf sechs Doppelseiten in Bild und Ton verschiedene Tänze präsentiert werden. Durch einen Knopfdruck lässt sich die Musik zum jeweiligen Tanz abspielen, wobei man nicht einfach auf den nächsten Knopf drücken kann, bevor ein Lied zu Ende ist. Ein Lied lässt sich nur durch das Drücken auf den selben Knopf beenden oder man hört es sich eben bis zum Ende an. Meines Erachtens haben die Stücke eine angenehme Länge. Man bekommt einen guten Eindruck von dem Tanz, kann sogar ein wenig mittanzen, aber die Musik ist auch nicht so lange, dass die Kinder das Interesse verlieren. Sehr gut gefällt mir, wie einfach die Knöpfe sich drücken lassen. Das schaffen auch schon die ganz Kleinen sehr gut selber. Auch die Lautstärke der Musik fällt bei dem Buch positiv auf. Sie ist endlich mal  nicht zu laut, wie leider bei vielen ähnlichen Produkten. Am Ende des Buches kann  man die Musik sogar komplett ausschalten. Zwar verbirgt sich der Schalter hinter einer Klappe, aber die Kinder entdecken ihn natürlich dennoch sofort.

Sechs verschiedene Tänze

Vorgestellt werden folgende sechs Tänze: Walzer, Tango, Charleston, Salsa, Rock’n’Roll und Hip-Hop. Büchermäuschen findet die Salsa zur Zeit am besten. Die kann er sich immer und immer wieder anhören. Ist die Auswahl der Tänze gut getroffen? Es gibt eine Vielzahl an Tänzen auf der ganzen Welt. Da ist es schwer eine Auswahl zu treffen. Alles kann in einem solchen Buch nicht dargestellt werden. Ich hätte vielleicht andere Tänze gewählt, aber man muss auch daran denken, wer die Zielgruppe des Buches ist. Kinder mit 18 Monaten müssen noch keine bestimmten Tänze kennen lernen. Es reicht, wenn sie, wie in diesem Buch, verschiedene Tanzmusik wahrnehmen dürfen, die ihnen Freude an Musik und Tanz vermittelt. Dabei ist die Wahl der Tänze eher zweitrangig. Schön ist, dass es hier gut gelaunt und bunt zugeht. Das spricht die Kinder an.

Die Bilder sind fröhlich mit klaren, einfachen Strukturen. Die Tänzer sind verschiedene Tiere. Die angedeuteten Räumlichkeiten sowie die Kleidung der Tiere passen zu den jeweiligen Tänzen.

Leider stürzt die Musik zwischendurch mal ab und dann geht gar nichts mehr außer das Buch eine Weile ausschalten. Das ist natürlich für die Kinder ein wenig frustrierend, aber ansonsten ist das Buch einfach klasse.

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Hörst du die Musik zum Tanzen? Sauerländer (S. Fischer Verlage), ISBN: 978-3-7373-5481-3, 10,99€

Erfahrungen mit dem Tiptoi-Stift

Wie steht ihr zu Tiptoi & Co? Ich gebe zu, dass ich früher immer gesagt habe, dass wir so etwas nicht brauchen und dass das doch Quatsch wäre. Sehe ich heute überhaupt nicht mehr so. Im Gegenteil, mir gefällt Tiptoi mittlerweile richtig gut. Die gleiche Skepsis, die ich hatte, begegnet mir auch heute noch oft, insbesondere bei älteren Menschen oder bei Buchliebhabern. In diesen Gruppen geht man davon aus, dass einerseits ein Buch selbst doch spannend genug sei und dass der Stift andererseits nur dafür da sei, damit man nicht mehr gemeinsam mit dem Kind ein Buch anschauen müsse. Okay, es stimmt. Ich bin manchmal durchaus darüber froh, wenn sich die Kinder mal eine Viertelstunde alleine mit einem Buch beschäftigen und ich mich um eigene Dinge kümmern kann, aber dennoch hält einem der Tiptoi-Stift natürlich nicht vom Vorlesen ab. Jetzt mal ehrlich, jemand der Bücher liebt und diese Liebe an seine Kinder weitergeben möchte, der wird ganz bestimmt nicht einem Stift diese Aufgabe alleine überlassen. Buchliebhaber brauchen keine Angst zu haben, dass Kinder dann ein normales Buch ohne digitale Funktionen nicht zu schätzen wissen, denn in einem solchen Haushalt wird es sicherlich auch noch genügend andere Bücher geben. Die Tiptoi-Bücher sind Bücher unter vielen anderen. Es gibt Zeiten, in denen sie für die Kinder besonders spannend sind, aber es gibt auch Zeiten, in denen sie so gut wie gar nicht beachtet werden. Übrigens entlastet einen der Tiptoi-Stift vom Vorlesen der Sachbücher, denn dazu habe ich manchmal wirklich keine Lust. Ich lese meinen Kindern unglaublich gerne vor, aber deutlich lieber Geschichten als schon wieder das Buch über die Ritter und Burgen oder über Römer oder die Steinzeit oder ähnliches. Da ist es schon ganz angenehm, wenn das Kind seinen Wissensdurst zumindest ab und zu mit Hilfe des audiodigitalen Stifts stillen kann.

Tiptoi-Liederbuch

Mein kleines Büchermäuschen ist erst 1 ½ Jahre alt. Eigentlich noch viel zu jung für die Tiptoi-Bücher, aber dennoch hat er bereits sein erstes erhalten: „Meine schönsten Kinderlieder“. Er hat sich die Funktion des Stifts bei seinem großen Bruder abgeschaut und wollte ihn nun natürlich auch ständig benutzen. Und ich staune darüber, wie gut er das macht. Er tippt ganz bewusst bestimmte Bilder an und hört sich die Geräusche und Lieder an. Gesprochene Texte mag er meistens nicht so und tippt dann schnell etwas anderes an, nur manche Äußerungen sucht er sich immer wieder gezielt aus. Ich hätte gedacht, dass Kinder in seinem Alter noch ziellos und wild irgendwo drauf tippen, aber das ist zumindest bei Büchermäuschen überhaupt nicht der Fall. Er weiß auch, welche Bücher mit dem Stift funktionieren, findet das Anschaltezeichen und sucht sich ganz gezielt seine Lieblingsgeräusche. Nachdem er zunächst die vorhandenen Bücher immer wieder anschauen wollte, hat er nun das Buch mit den Liedern bekommen, welches bei beiden Kindern gut ankommt. Seitdem Büchermäuschen Interesse an dem Stift und den dazugehörigen Büchern gezeigt hat, sind die Stifte hier bei beiden Kindern auf einmal wieder ständig im Einsatz. Es gibt zur Zeit keinen Tag, an dem die Stifte nicht eingeschaltet werden.

Und gerade bei dem Kleinen habe ich nun auch festgestellt, dass man Tiptoi-Bücher auch wunderbar gemeinsam mit dem Kind anschauen kann. Der Große macht das mittlerweile häufig alleine, der Kleine kann sich auch schon eine ganze Weile alleine mit Stift und Buch beschäftigen, aber man kann sich auch sehr gut dazusetzen und ihm ein paar Suchaufträge geben: Tipp doch mal auf die Katze, wie macht der Esel, wo ist das Eichhörnchen etc. Dabei merke ich, wie gut Büchermäuschen die Bilder kennt, denn es dauert nie lange, bis er das gesuchte Tier findet. Wenn Büchermäuschen die Lieder antippt, dann singe ich mit und Büchermäuschen schaukelt im Takt dazu. Ja, wir haben gemeinsam Spaß an den Büchern.

Hier habe ich ein paar Bücher etwas genauer vorgestellt.

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Tiptoi: Meine schönsten Kinderlieder von Kerstin M. Schuld/ Cee Neudert, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-43514-2, 19,99€

Gute Ideen, leider schlecht umgesetzt

Es ist einfach so schade, richtig schade, dass der Lingen Verlag einige wirklich schöne Buchideen so schlecht umgesetzt hat. Es gibt durchaus Bücher aus diesem Verlag, die mir insgesamt gut gefallen (z.B. „Maria bekommt ein Kind“), aber dann gibt es auch drei Bücher, die mir auf den ersten Blick ebenfalls gut gefallen, die dann aber leider der Praxis nicht standhalten können. Zumindest überleben sie ein Kind wie Büchermäuschen nicht…

Vor einiger Zeit habe ich euch das Buch „Hurra, ich bin Pirat“ vorgestellt, welches mir gut gefiel. Auch unserem kleinen Büchermäuschen gefiel bzw. gefällt dieses Buch sehr gut. Es schaut es immer wieder mit großem Vergnügen an. Leider existiert der Papagei auf dem Cover schon lange nicht mehr und die Piraten fallen nicht nur beinahe zu den Haien ins Wasser, sondern mittlerweile gleich aus dem Buch. Ich gebe zu, dass mein Sohn eigentlich noch ein wenig zu jung für dieses Buch ist, wenn man nach der Altersangabe geht, aber bei anderen Büchern mit ähnlichen Elementen ist bisher noch nichts passiert.

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Hurra, ich bin Pirat! von Smriti Prasadam-Halls, illustriert von Sarah Ward, Lingen Verlag, ISBN: 978-3-945136-68-3, 7,95€

Das Buch „Schau mal … wer sich da versteckt“ ist aber genau für sein Alter. Der Verlag gibt an, dass dieses Buch für Kinder ab 18 Monaten ist und dem würde ich grundsätzlich auch zustimmen. Es gibt ein paar nette Reime, die Bilder sind groß, bunt und freundlich gestaltet und es gibt Teile, die man herausziehen kann. An sich können Kinder, in diesem Alter Seiten schon gut herausziehen, allerdings verkanten sie in diesem Buch schnell und was machen Kinder dann, wenn es nicht weiter geht, es aber offensichtlich ist, dass sich da noch etwas versteckt? Ist doch klar, sie ziehen etwas kräftiger. Und schwups hatte Büchermäuschen so ein Ziehelement ganz in der Hand. Das Ganze ist nicht ganz so schlimm, denn man kann es recht einfach wieder reparieren, aber etwas schade ist es dennoch, denn an sich gefällt mir dieses Buch ganz gut. Das Thema Bauernhof ist für die Kleinen immer wieder spannend und die Illustrationen sind ein wenig außergewöhnlich. Die Farben sind nicht sonderlich grell, sondern wirken eher etwas altmodisch. Die Tiere sehen ein bisschen so aus, als wären sie aus Stoff auf einer Decke aufgenäht, was sicherlich daran liegt, dass sie gestrichelte Umrandungen haben. Was sich auf den Schiebeelementen befindet ist nicht wahnsinnig überraschend oder spannend, aber den Kindern macht alleine die Aktion des Ziehens Freude und Büchermäuschen sucht immer wieder das Element, auf dem der Trecker zu entdecken ist.

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Schau mal … wer sich da versteckt von Steph Hinton, deutscher Text von Kanut Kirches, Lingen Verlag, ISBN: 9783945136522, 7,95€

Die Bücher „Hurra, ich bin Pirat“ und „Schau mal … wer sich da versteckt“ lassen sich auch so weiterhin ganz gut anschauen, auch wenn es einen natürlich im ersten Moment ärgert, wenn das Kind etwas heraus- oder abgerissen hat. Richtig ärgerlich dahingegen finde ich den Schaden bei dem Badewannenbuch „3 kleine Frösche“.

Auch hier: Die Idee ist sehr schön. Ich habe mich richtig über dieses Buch gefreut und es den Kindern zum Spielen gegeben, denn es ist nicht nur ein Buch, welches man einfach so mit in die Badewanne nehmen kann, man kann auch damit spielen und die drei kleinen Frösche aus dem Buch heraus und wieder hineinspringen lassen, da sie in dem Buch in kleinen Taschen sitzen. Die Geschichte dazu ist recht einfach und im Prinzip zu vernachlässigen. Die Frösche spielen fangen und einer nach dem anderen hüpft davon. Am Ende ruft der Papa seine Kinder und alle kommen zurückgehüpft. Nichts besonderes an sich, aber der Spaß liegt natürlich in dem Spiel mit den Fröschen. Beide Kinder waren auch direkt motiviert und fanden es toll, dass man die Frösche aus dem Buch nehmen kann. Aber dann war der Spaß nach wenigen Minuten und bevor das Buch überhaupt das erste Mal Wasser gesehen hat, auch schon vorbei, denn Büchermäuschen hat einen Frosch in den Mund genommen und ein wenig darauf herum gebissen. Damit muss man wohl bei einem Buch für Kinder ab sechs Monaten rechnen. Ausprobiert hat es aber scheinbar vorher noch keiner so richtig. Bei uns bekamen die Frösche jedenfalls sofort Löcher und die Füllung rieselte hinaus. Das darf meines Erachtens bei einem Produkt für diese Altersgruppe nicht passieren. Schade, die Frösche sind nun weg und nur noch das Buch, welches alleine jedoch recht langweilig ist, ist übrig geblieben.

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Mein Badebuch: 3 kleine Frösche, illustriert von Ana Martin Larranaga, 9,95€

Pappbilderbuch mit tierischen Ausscheidungen

Die Verdauung von Mensch und Tier löst immer wieder große Heiterkeit bei Kindern aus. Selbst die kleinen haben schon Spaß an dieser Thematik und so wird das Buch „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“ – kaum hier eingezogen – ständig angeschaut. Allerdings sind die Schiebeelemente für Büchermäuschen letztendlich das spannendste am Buch. Der Geschichte schenkt er noch nicht so große Aufmerksamkeit, was meines Erachtens auch daran liegt, dass hier nicht so ganz klar ausgedrückt wird, worum es geht.

Worum geht es in dem Buch?

Der kleine Stier Micki ist draußen mit seiner Freundin der Katze Kitty unterwegs. Auf seinem Weg trifft er immer wieder auf die Ausscheidungen verschiedener Tiere, die er neugierig beäugt. Zum Glück weiß die Katze Bescheid und sie weist Micki z.B. daraufhin, dass es sich bei den kleinen Kügelchen nicht  um Schokolinsen, sondern um kugelrunde Köttelchen handelt. Von wem? Das wird uns auf die stets wiederkehrende Frage „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“ verraten. In diesem Fall war es der Hase.

Insgesamt ist das Buch nett gemacht. Die Tiere, die das Häufchen, die Köttel etc. hinterlassen haben, werden durch das Schieben des Elements komplett sichtbar. Das Schieben funktioniert wirklich sehr gut. Büchermäuschen bewältigte dies von Anfang an ganz alleine und es machte ihm viel Freude.

Die Frage „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“ ist natürlich nicht so ganz korrekt und gerade die kleinen Kinder ab 18 Monate übersetzen sie sich noch nicht im Sinne des Buches. Ich hatte das Gefühl, dass Büchermäuschen gar nicht wusste, was da immer so auf der Wiese herumliegt, denn eigentlich zeigt er uns in Büchern immer das „Aa“ – zumindest dann wenn wir ihn darauf aufmerksam gemacht haben, dass z.B. ein Vogel gerade Aa macht. Das hat sich ihm hier nicht von alleine erschlossen. Ich musste es ihm erst explizit sagen.

Darüber hinaus finde ich es nicht so gelungen, dass im ersten Bild „Der kleine Spatz“ als Übeltäter ausgemacht wird, während auf dem Bild ein Vogel zu sehen ist, der auf keinen Fall ein Spatz ist. Es ist kein reeller Vogel, aber am ehesten würde er noch einer Blaumeise ähneln. Hier hätte ich mir etwas mehr Sorgfalt gewünscht, indem es z.B. im Text „kleiner Vogel“ heißt oder das Bild entsprechend gezeichnet wird.

Bunte Bilder

Insgesamt sind die Bilder in starken Farben gehalten. Sie wirken fröhlich und die Mimik von Stier und Katze spiegelt ihre Empfindungen bei den stinkenden Hinterlassenschaften gut wider. Es gibt ein paar kleinere Details im Hintergrund, wie z.B. ein Trecker, der auf dem Feld fährt, aber diese lenken nicht groß von den Hauptfiguren ab. Das Buch ist durch die Bilder und die Schiebelemente für kleine Kinder ansprechend gestaltet. Der Text passt von der Länge her ebenfalls gut für das Alter, allerdings hätte man sich vielleicht ein bisschen anders ausdrücken können. Gut gefällt mir die Wiederholung des immer gleichen Satzes „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“.

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Wer pupst denn hier, kleiner Stier? von Anna Taube und Antje Flad, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62300-7, 7,99€

Für die Kleinen: Alles, was man zum Weihnachtsfest braucht

Das Weihnachtsbuch „Jedes Jahr im Weihnachtswald“, welches sich besonders an die kleinen Kinder wendet, erinnert mich vom Stil her an „Brauner Bär, wen siehst denn du?“ von Eric Carle. Auf jeder Doppelseite wird ein Tier begrüßt und ihm eine einfache Frage zu dem getragenen Gegenstand gestellt, die eben so einfach beantwortet wird:

Guten Tag, süßes Kaninchen, was hast du da?

Ich habe eine rote Kerze. Die leuchtet so schön.

Auf diese Art und Weise begegnen uns einige Tiere im Wald, die alle einen Weihnachtsgegenstand präsentieren: einen Weihnachtsstern für die Baumspitze, ein Buch mit der Weihnachtsgeschichte, eine Lichterkette, Geschenke, eine Baumkugel, Kekse und einiges mehr. Alles wird benannt und der Weihnachtswortschatz der ganz kleinen Kinder kann so wunderbar erweitert und gefestigt werden. Am Ende des Buches wird dann natürlich auch noch mit all diesen Gegenständen, die zum Bau des Fuchses gebracht werden, gemeinsam Weihnachten gefeiert.

Im ersten Moment irritierte mich der Stil des Buches ein wenig, aber nachdem ich mir das Buch ein paar Mal, unter anderem auch mit den Kindern, angeschaut habe, gefiel es mir immer besser. Gerade für die kleinen Kinder sind die einfachen und klaren Sätze prima. Und insgesamt ist das Buch durch diese Struktur und die freundlichen Tiere, die gemeinsam feiern möchten, doch ziemlich bezaubernd. Es hat einfach Etwas. Ja, mir gefällt dieses Buch gut.

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Jedes Jahr im Weihnachtswald von Anita Bijsterbosch, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-3156-0, 12,95€

Schnee – für die Kleinen besonders faszinierend!

Eigentlich ist es ein ganz einfaches Pappbilderbuch für die Kleinsten, aber durch die effektvollen Ausstanzungen in der Mitte des Buches wird es schnell zu einem Lieblingsbuch: „Hurra, es schneit!“ Auf den Seiten ist an sich tatsächlich nichts besonderes zu sehen: Schneeflocken und Schneemann, Schal und Pudelmütze, Fäustlinge und Schneebälle, Schlitten und Schlittschuhe sowie Tannen und eine Holzhütte. Alles ist sehr klar und plakativ dargestellt und kann von den Kindern gut erkannt werden. Gemeinsam mit den Kindern kann man die Bilder benennen und die Kinder werden sicherlich einiges aus ihrem eigenen Umfeld wiedererkennen. Selbst wenn sie vielleicht noch keinen Schnee kennengelernt haben, so dürften Mütze und Schal so langsam zur Standardausrüstung gehören, wenn es nach draußen gehen soll. Und auch wenn die Kleinen selbst noch keinen Schneemann gebaut haben, so ist der Schneemann mit seiner großen, dicken Bauchkugel sehr eindrucksvoll. Bücherwürmchen tippt auch gerne auf die ganzen Schneeflocken oder auf die Lichter der Lichterkette, die an der Holzhütte hängt. Allerdings meint er, dass dort Bälle zu sehen seien… Nun ja, sein Wortschatz beschränkt sich eben noch auf die typischen ersten Worte. Aber auch ohne selbst viel ausdrücken zu können, versteht er natürlich schon einiges und so deutet er beim Anblick der Mütze beispielsweise auf seinen Kopf und er kommentiert den Schlitten mit einem „Hui“. Ja, und dann sind da noch die Ausstanzungen, die das Buch rein äußerlich bereits hervorheben. Von außen sieht man eine große Schneeflocke, in deren Mitte – zunächst sechseckig und am Ende dann rund – weitere kleinere Ausstanzungen zu sehen sind. Die Wirkung ist toll und die Kinder haben viel Spaß daran, die Ränder nachzufahren oder in die Löcher hinein zu pieken.

Hurra, es schneit!“ ist wirklich ein Buch, welches gut ankommt. Der Inhalt ist überschaubar, aber es wird von kleinen Kindern sehr gerne angeschaut.

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Hurra, es schneit! von Virginie Graire, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1728-6, 5,99€

Immer ein Hit für die ganz Kleinen: Bauernhoftiere

Heute möchte ich euch mal eines der aktuellen Lieblingsbücher von dem kleinen Büchermäuschen vorstellen, welches immer mehr Spaß an Büchern hat. Am liebsten schaut sich der Kleine Bücher mit Tierbildern an, allen voran das Fotobilderbuch „Mein Bauernhoftiere-Buch“ aus dem Coppenrath Verlag.

Dieses Pappbilderbuch ist wirklich ein prall gefülltes Buch. Es beinhaltet richtig viele Seiten, wenn man beachtet, dass es ein Buch für Kinder ab 18 Monaten ist, und auf diesen Seiten gibt es über 80 Tierfotos zu entdecken. Zunächst fand ich das fast zu viel und ich wusste auch nicht so recht, was ich davon halten soll, dass es immer wieder Seiten gibt, auf denen erneut Kühe, Pferde oder Schafe zu sehen sind. Hätte nicht eine Seite mit jeder Tierart gereicht? Diese Frage habe ich mir anfangs gestellt, aber mittlerweile halte ich diese Flut von Bildern nicht mehr als Schwachstelle des Buches. Büchermäuschen ist noch in dem Alter, in dem es nicht lange auf einzelnen Seiten verweilt. Es liebt es, Seite für Seite umzublättern. Da ist es also schon mal gut, wenn das Buch nicht ganz so schnell zu Ende ist, denn umso mehr kann geblättert werden. Und beim Blättern freut Büchermäuschen sich dann immer, wenn es wieder bekannte Tiere entdeckt. Bei den Kleinen ist es ja auch gar nicht so verkehrt, wenn man die Tiernamen häufig wiederholt und sie sich somit einprägen. Außerdem lernen sie dabei auch, dass beispielsweise ein Pferd zwar einige Erkennungsmerkmale wie Mähne, vier Beine etc. hat, aber eben nicht jedes Pferd genau gleich aussieht.

Die Bilder selbst sind absolut klasse. Es sind richtig schöne Tierfotos. Die Fotos einer Doppelseite sind durch eine Art Thema wie „Meine Mama und ich“, „Hühner“ oder „Tiere bei der Arbeit“ zusammengehalten. Es gibt auch jeweils einen kurzen Text dazu, der in wenigen Sätzen das Abgebildete beschreibt. Text und Bilder passen insgesamt gut zusammen, auch wenn nicht alle Bilder in den Texten erwähnt werden. Letztendlich kann man sich das Buch aber auch ohne die Texte sehr gut angucken. Bei uns spielen sie jedenfalls momentan noch gar keine Rolle.

Büchermäuschen mag besonders gerne die Gänse, die er vor Kurzem laut schnatternd live erlebt hat, und die beeindruckenden Kutschpferde. Ich denke, jedes Kind wird hier schnell seine Lieblingsseiten finden. Bei uns ist dieses Buch jedenfalls, wie oben bereits erwähnt, zur Zeit der Renner. Ich mache unermüdlich Tiergeräusche nach und Büchermäuschen blättert dieses Buch wieder und wieder mit großer Freude durch.

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Mein Bauernhoftiere-Buch, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-67031-5, 9,99€

Ahoi, Piraten!

Kleine Kinder, die gerade erst die Bücherwelt kennen lernen, greifen besonders gerne zu Büchern, bei denen sie selbst ein wenig aktiv werden können, sei es beispielsweise durch Fühlelemente, einer Kugel, die sich drehen kann, oder Klappen, die sich öffnen lassen. Genauso beliebt sind aber auch Elemente, die sich ziehen oder schieben lassen und somit die eine oder andere Überraschung offenbaren. Solche Elemente gibt es auch in dem Pappbilderbuch „Hurra, ich bin Pirat“ für Kinder ab 18 Monate. In Reimen wird hier das Piratenleben vorgestellt: Anker einholen und segeln, Sturz ins Wasser und in den Ausguck klettern und natürlich Schätze finden. Die Reime sind an sich schon ganz nett zu lesen und die Bilder sind freundlich und ansprechend. Das Highlight sind aber natürlich die Schiebeelemente: Das Steuerrad lässt sich ein wenig drehen, der Anker kann aktiv hochgeschoben werden, man kann selbst die Piraten zu dem hungrigen Hai ins Wasser fallen und den Piraten aus dem Ausguck schauen lassen und richtig spannend wird es dann, wenn man die geheime Höhle gefunden hat und sie langsam nach oben hin öffnet und sich dann die Schätze vor einem ausbreiten. An solchen Dingen haben Kinder jede Menge Spaß. Bei kleinen Wildfängen muss man aber darauf achten, dass sie die Pappe nicht verbiegen. Eigentlich ist das Buch sehr stabil hergestellt, aber wenn dann Büchermäuschen begeistert an dem hervorstehenden Papageien zieht, weil es denkt, dass es ihn so abmachen kann, dann leidet es natürlich darunter. Noch ist Büchermäuschen ein wenig zu klein für dieses Buch. Es findet es zwar klasse, wenn der Pirat auf einmal oben auf dem Ausguck steht, aber bei ihm bleibt es dann nicht beim Angucken… Aber in ein, zwei Monaten sieht das Ganze vermutlich schon wieder anders aus. Den Papageien erkennt es aber schon, denn der große Bruder hat einen Papagei als Kuscheltier und so wird das Buch mit großer Freude auf der Suche nach dem Papagei auf jeder Seite durchblättert.

Mir gefällt das Buch insgesamt sehr gut. Alles passt gut zusammen und die Kinder haben Spaß am Schieben, allerdings finde ich, dass für Kinder im Alter von 18 Monaten andere Themen geeigneter sind als Piraten. Erst einmal sollte doch die eigene Umwelt entdeckt und erforscht werden…

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Hurra, ich bin Pirat! von Smriti Prasadam-Halls, illustriert von Sarah Ward, Lingen Verlag, ISBN: 978-3-945136-68-3, 7,95€