Kinderrezension zu „Weltenweber“

Wenn dein Leben von einer Nadel, die sehr schwer zu finden ist, abhängt, ein böser Fadenmeister sein Unwesen treibt und du ohne einen sehr besonderen Schneider wohl schon tot wärst, dann bist du in Afeärand, dem Königreich, dem das Ende naht und in dem der Bauernjunge Nels lebt. Er lebt im endlosen Wald von Afeärand. Nels stirbt schon sehr früh im Buch. Nach seinem Tod sucht er als Geist zusammen mit der Prinzessin Tyra nach einer Nadel, dem einzigen Etwas, das ihm neues Leben einhauchen kann. Eine spannende Suche voller Magie beginnt. Werden die beiden es schaffen Afeärand zu retten? Lest das Buch, dann wisst ihr es.

Ich kann das 437-seitige Buch „Weltenweber“ stark an alle Fantasy-Fans ab 11 Jahren empfehlen. „Weltenweber“ ist eine spannende Magie-Geschichte. Es ist eine fesselnde Geschichte von den Autoren Michael Jensen und David Powers King. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es war eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Moritz, 10 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt, zu:

Weltenweber von Michael Jensen und David Powers King, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-36949-2, 14,99€

 

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Demnächst auf dem Blog: Rezensionen von Jugendlichen

Wir probieren uns in der Schreibwerkstatt an einer neuen Art von Texten aus: Rezensionen! So habt auch ihr alle bald etwas von der Schreibwerkstatt und zwar ganz aktuelle Buchempfehlungen.

Dank der Verlage Arena, Beltz & Gelberg, Carlsen, cbj, Oetinger, Ravensburger, Thienemann, S. Fischer Verlage konnte ich den Jugendlichen eine tolle Auswahl an aktuellen Kinder- und Jugendbüchern bieten. Und die Teilnehmer standen auch tatsächlich ganz begeistert vor den Büchern. Es war richtig schön zu sehen, wie sehr sich Jugendliche über Bücher freuen können. Allein die Cover machten sie alle ganz kribbelig. Ich war dann jedoch so gemein, dass ich sie zunächst einmal darum bat, sich wirklich nur die Cover anzusehen. Auf dieser Grundlage sollten sie sich dann für ein Buch entscheiden.

Die Qual der Wahl

Ihre erste Aufgabe war es nun, sich Gedanken zu dem Cover zu machen. Warum hat sie dieses Buch angesprochen und was erwarten sie von dem Buch?

Später durften sie sich dann natürlich noch den Klappentext durchlesen, worauf sie alle brannten. Die eine oder andere Überraschung gab es nun. Nicht immer passten die Erwartungen, die das Cover weckte, zu dem was der Klappentext verhieß, aber dennoch waren alle Teilnehmer weiterhin begeistert von ihrer Wahl (nur eine Jugendliche war später beim Aufschlagen des Buches enttäuscht und hat es noch gegen ein anderes ausgetauscht).

Ich habe schon einmal kurz angesprochen, was in eine Rezension hineingehört, aber darüber werden wir dann in einer der nächsten Stunden noch intensiver sprechen. Nun heißt es erst einmal lesen, lesen und lesen.

Die Teilnehmer beschäftigen sich mit dem ersten Eindruck ihres Buches.

Mimikry in der Schreibwerkstatt

Die Schreibwerkstatt mit den Jugendlichen macht weiterhin sehr viel Spaß. Wir haben uns mittlerweile mehrere Male gesprochen, wobei verschiedene Texte verfasst wurden. Und wir haben gespielt. Ja, wir haben Mimikry gespielt. Kennt ihr das Spiel noch? Ich habe es vor einiger Zeit mal mit ein paar anderen Bloggern gespielt, aber nun durften die Jugendlichen den Anfang eines Buches fälschen. Ich habe ihnen den Klappentext von „Wunder“ sowie den ersten Satz des Buches vorgelesen. Alle Teilnehmer haben nun den ersten Absatz des Buches geschrieben. Ihre Vorschläge findet ihr hier genauso wie den originalen Beginn des Buches.

Und nun sind wir gespannt, ob ihr herausfindet, welche Fortsetzung die richtige ist. Oder hat es vielleicht einer der Jugendlichen geschafft, den Anfang besonders gut zu „fälschen“? Wir fanden es jedenfalls sehr schwer, die richtige Lösung herauszufinden! Aber nun wünschen wir euch viel Spaß und hoffen, dass ihr euren Tipp in die Kommentare schreibt (einfach die Nummer des Vorschlags aufschreiben). Die Lösung findet ihr nun unter den Vorschlägen!

Das Buch

Wunder von Raquel J. Palacio, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-24175-6

Klappentext:

August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern uns seiner großen Schwester Via in New York. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. August ist es gewöhnt, angestarrt zuwerden, und er weiß, dass die meisten Schüler nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Sie sind bloß verunsichert. Natürlich ist es sein sehnlichster Wunsch, nicht weiter aufzufallen, ein ganz normaler Junge zu sein, Freunde zu finden. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist wie August.

Vorschlag 1

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich weiß, dass ich anders bin, anders aussehe, vielleicht auch anders denke als Kinder in meinem Alter. Vielleicht bin ich durch meine vielen Stürze, Hürden und Ängste, die ich in meinem Leben bereits hatte, reifer, weiter im Leben als andere Kinder. Vielleicht denke ich über Dinge nach, über die man in meinem Alter eigentlich noch nicht nachdenkt. Es liegt vielleicht an meinem Gesicht mit den Narben. Mit Narben, die mich jeden Morgen im Bad an die schrecklichen Ereignisse aus meiner Vergangenheit erinnern. Jede von ihnen erzählt mir die Geschichte erneut, die ich bereits erlebt habe.

Vorschlag 2

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich weiß, dass ich es nicht einfach habe. Ich weiß, dass die meisten anderen Kinder nur eingeschüchtert sind. Ich weiß, dass meine Eltern mich trotzdem lieben. Ich weiß, dass ich neue Freunde finden kann, wenn ich meinen ganzen Mut, meine Kraft und meinen Sinn für Humor zusammennehme. Das alles wusste ich vor meinem ersten Tag auf meiner ersten Schule.

Vorschlag 3

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Denn ich bin August. August ist doch ein normaler Kindername für ein ganz normales Kind. Doch bin ich nicht normal. Um ehrlich zu sein bin ich ein Wrack mit einem vernarbten, kranken Gesicht. Das ist auch der Grund, warum mich alle so blöd angucken. Warum ich nicht ein normales Kind bin. Warum musste mir dieses Schicksal zu eilen? Vielleicht kann ich nichts dafür, vielleicht war es aber auch nur ein Zufall, ein Unfall, ein Wunder.

Vorschlag 4

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Aber warum bin ich es nicht? Warum habe ausgerechnet ich diese blöde Behinderung? Was ist mit mir los? Das denkt August immer, wenn er abends im Bett liegt oder in der Schulpause auf der Bank sitzt. Er seufzt und streicht über die Buchseiten und das Buch, das gerade vor ihm liegt. Warum bin ich nicht wie jeder andere?

Vorschlag 5

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Jeden Tag werde ich daran erinnert. Wenn ich morgens aufstehe und in den Spiegel schaue oder an den Blicken der Leute, denen ich auf der Straße begegne. Wie sie mich erschreckt ansehen und dann ganz schnell wieder weg oder mich mit einem gefälschten Lächeln ermutigen wollen. Als ob ihr Mitleid mir irgendwie helfen würde. Und doch erheitert es mich jedes Mal, diese peinliche Berührtheit und ich bin dankbar, dass sie wenigstens versuchen mir das Gefühl zu geben, in ihrer Mitte willkommen zu sein.

Vorschlag 6

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich meine, klar, ich mache normale Sachen. Ich esse Eis. Ich fahre Fahrrad. Ich spiele Ball. Ich habe eine Xbox. Solche Sachen machen mich normal. Nehme ich an. Und ich fühle mich normal. Innerlich. Aber ich weiß, dass normale Kinder nicht andere Kinder dazu bringen, schreiend vom Spielplatz wegzulaufen. Ich weiß, normale Kinder werden nicht angestarrt, egal wo sie hingehen.

Vorschlag 7

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin, doch ich möchte es sehr, sehr gerne. Leute, die mich sehen, gucken erstmal mitleidig, doch das will ich gar nicht. Ich  möchte ein normales Leben führen. Freunde finden, Spaß haben, normal sein. Nicht auffallen. Vielleicht klappt das mit einem neuen Schulanfang. „August, wir müssen bald los“, ruft meine Mutter mich. Ich ziehe mir schnell eine Star-Wars-Jacke über und werfe mein Batman-Spielzeug, mit welchem ich bis gerade spielte, in eine Ecke. Dann mache ich mich auf den Weg zum Auto, wo mich meine Schwester und meine Mutter schon erwarten.

Vorschlag 8

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich meine, ich bin anders. Ich war noch nie auf einer normalen Schule, ich habe keine Freunde und ich habe ein entstelltes Gesicht. Das was mich normal macht, ist mein Hund Daisy, der mich liebt wie ich bin. Mich August Smith. Einen Jungen, der viele Operationen hinter sich hat. Bis jetzt hat meine Mutter mich unterrichtet. Also habe ich kaum Freunde. Also eigentlich keine. Oft bin ich traurig darüber, aber ich habe meine ältere Schwester, Mama, Papa und Daisy.

Vorschlag 9

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Auch wenn ich mir nichts sehnlicher wünsche. Jedes Mal, wenn ich aus dem Fester auf die Straße schaue und die Menschen, die normalen Menschen sehe, frage ich mich, wie es wäre, mit ihnen über die Straße zu laufen. Ich frage mich, wie es wäre unter ihnen zu sein ohne aufzufallen. Doch auch wenn ich erst 10 Jahre alt bin, weiß ich, dass ich normal niemals sein kann. Jedenfalls nicht vollkommen normal. Ich bemerke oft die halb neugierigen, halb abgeschreckten Gesichter meiner Krankenschwestern, und dann frage ich mich, ob mich wirklich alle genau so anschauen werden oder ob es Unterschiede geben wird, ob mich jemand verstehen wird, so wie ich bin.

 

Ja, richtig ist Vorschlag Nummer 6, aber ich finde auch, dass die Jugendlichen es einem wirklich nicht leicht gemacht haben. Wir haben jedenfalls so viel Spaß an Mimikry bekommen, dass nun jede Woche ein anderer Teilnehmer ein Buch mitbringt, mit dem wir dann spielen…

Schreibwerkstatt: Mensch, menschlich, wunderbar

Ich habe eine neue kleine Tätigkeit: Einmal in der Woche leite ich nun in der Bücherei eine Schreibwerkstatt für Jugendliche, wobei das Alter der TeilnehmerInnnen sehr gemischt ist. Der Jüngste ist noch keine zehn Jahre alt und die Älteste ist bereits 17.

Es ist das erste Mal, dass ich so etwas mache. Sehr spannend also! Aber ich verspürte vor der ersten Stunde auch eine große Freude und eine positive Aufregung. Nun ist die erste Stunde bereits hinter mir, ich habe die netten TeilnehmerInnen kennen gelernt und es wurde schon munter losgeschrieben.

Das Motto

Das Motto der Schreibwerkstatt lautet „Mensch, menschlich, wunderbar“. Was steckt dahinter? Was fällt einem dazu ein? Mit dieser Frage haben wir uns zunächst bei einem kleinen Brainstorming befasst. Dabei wurde klar, dass es den Jugendlichen nicht unbedingt leicht fiel die Begriffe „Mensch“ und „wunderbar“ miteinander zu vereinen. Zu viele negative Themen auf der Welt beschäftigen sie. Mal schauen, wie sich die Menschen in den Texten der kommenden Wochen verhalten werden.

Ich bin…

Die erste Schreibaufgabe begann dann mit zwei einfachen Worten „Ich bin…“. Mit diesen Worten sollten die Texte anfangen und ich war sehr gespannt, was dabei heraus kommt. Niemand hat einfach eine Vorstellung a la Name, Alter, Hobbys geschrieben. Es sind dabei richtig tolle Texte entstanden. Manche machten sich philosophische Gedanken darüber, inwiefern sich die Menschen gleichen bzw. unterscheiden, einer schrieb einen Chatdialog, einige äußerten in ihrem Text ihre Meinung zu einem bestimmten Thema und wieder jemand anderes schrieb eine Art Gedicht, in dem gegensätzliche Charaktereigenschaften gegenübergestellt wurden. Fast alle TeilnehmerInnen haben ihre Texte vorgelesen, wobei ihnen das Vorlesen natürlich grundsätzlich freigestellt ist. Und zu jedem Text fanden die ZuhörerInnen lobende Worte.

Namen machen Leute

Die nächste Aufgabe konnten wir nur beginnen. Sie wird dann in der nächsten Stunde fortgesetzt. Alle haben ihren Namen (Vor- und Nachname) in Großdruckbuchstaben aufgeschrieben und die Buchstaben ausgeschnitten. Als nächstes sollten mit den Buchstaben aus dem eigenen Namen ein neuer Name gelegt werden. Da wurden die Buchstaben fleißig umgeschoben und man kam auf witzige und spannende Namen. Wenn ein Name gefunden wurde, der einem gefiel, sollte dieser festgehalten werden. Welche Person steckt wohl hinter diesem Namen? Was hat sie erlebt? Welche Eigenschaften hat sie? Die Aufgabe für die nächste Stunde ist also nun einen Text mit oder über diese Person zu schreiben und ich habe schon gemerkt, dass allen zu ihrem gelegten Namen viele Assoziationen gekommen sind. Es wird also spannend weiter gehen.

 

 

Braucht ihr Buchtipps? – Dann fragt mich einfach!

In diesem Beitrag möchte ich euch kurz auf eine neue Seite (siehe Menü) aufmerksam machen. Ab sofort könnt ihr dort Fragen nach bestimmten Büchern stellen und ich werde versuchen euch zu helfen. Vielleicht sucht ihr ein Weihnachtsgeschenk für ein 2-jähriges Kind, euer Patenkind hat Geburtstag und wünscht sich ein Buch über Dinosaurier oder ihr sucht nach Hexen-Büchern – all diese Fragen könnt ihr mir dort stellen. Fragt einfach, wenn ihr einen Buchtipp braucht und vielleicht kann ich euch dann den einen oder anderen guten Tipp geben.