Rezension: City Crime – Strichcode in Stockholm

Die Geschwister Finn und Joanna besuchen ihren Cousin Oscar in Stockholm. Und natürlich werden es bei ihnen mal wieder keine normalen Ferien. Gleich bei ihrem ersten Besuch in der Stadt kommen sie mit einem Obdachlosen in Kontakt, der scheinbar tot ist. Doch als sie kurz danach mit einem Polizisten an die gleiche Stelle kommen, ist er verschwunden. Dieser Sache möchte Joanna auf den Grund gehen und mit Oscar hat sie da gleich einen Verbündeten, der es aufregend findet, auf Verbrecherjagd zu gehen. Da bleibt Finn gar nichts anderes übrig, als mit den beiden anderen quer durch Stockholm den Obdachlosen ausfindig zu machen. Doch dabei bleibt es nicht, denn dabei können sie beobachten, wie der Obdachlose entführt wird. Jetzt wird es richtig spannend und auch ein wenig gefährlich. Weitere Unterstützung bekommen sie von Ronja, einem obdachlosen Mädchen, welches Finn zunächst nicht ganz geheuer ist.

Die Figuren und ihre Charaktere sind in dem Buch „City Crime – Strichcode in Stockholm“ schön ausgearbeitet. Jeder hat seine Eigenarten und ist in seinem Handeln authentisch. Mir fehlt lediglich eine Aufklärung über Ronjas Herkunft und ihr Leben auf der Straße. Zudem erscheint mir das Ende etwas unrealistisch und zu positiv.

Stockholm und Schweden

Mir gefällt gut, dass hier ein Kinderkrimi in einer europäischen Hauptstadt spielt, welche gut in das Buch mit einbezogen wird. Stockholm bietet hier mehr als nur eine Kulisse für die Geschichte. Man erfährt beim Lesen einiges über Schweden und Stockholm, unter anderem kann man in dem Buch etwas über Essgewohnheiten und Sehenswürdigkeiten lernen.

An manchen Stellen ist mir das Bemühen darum, schwedische Eigenarten bzw. Sehenswürdigkeiten aus Stockholm vorzustellen, zu stark ausgeprägt. Klar, es macht mir als Schweden- und Stockholm-Fan viel Freude, über solche Dinge in einem Buch zu lesen, aber es ist mir ab und zu ein wenig zu künstlich.

Die ausgewählten Sehenswürdigkeiten gefallen mir insgesamt gut und ich denke, dass Kinder gerade am Vasa Museum und an Junibacken tatsächlich Interesse haben. Etwas unrealistisch ist es, dass keines der Kinder den Wunsch äußert den Vergnügungspark Gröna Lund zu besuchen.

Nett ist, dass ab und zu schwedische Wörter und Aussagen in den Text mit einfließen, wobei mir an einzelnen Stellen die Sätze leider fehlerhaft erscheinen. Am Ende des Buches findet man darüber hinaus noch ein kleines Schwedenvokabular.

Das Buch lässt sich insgesamt sehr gut lesen und es wird viel Spannung erzeugt, die dazu beiträgt, dass man das Buch rasch durchgelesen hat.

Ein paar Bilder illustrieren die Geschichten an wenigen Stellen und es gibt vorne und hinten eine Karte von Stockholm, mit der man die Geschichte ganz gut nachvollziehen kann.

City Crime – Strichcode in Stockholm von Andreas Schlüter, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-386-3, 12€

 

Advertisements

Rezension: Ein Sommer in Sommerby

Ich gebe zu, dass mir Kirsten Boie zwar immer natürlich in der Bücherwelt ein Begriff bzw. ein wichtiger Name war,  und dass ich auch Bücher wie „Der kleine Ritter Trenk“ richtig toll finde, aber dennoch war sie bisher eine gute Autorin unter anderen. Das hat sich mittlerweile geändert. Ja, sicherlich hat auch das persönliche Treffen auf der Buchmesse dazu beigetragen, dass ich diese Frau und Autorin immer mehr zu schätzen weiß, aber ich lese auch immer bewusster ihre Bücher und als absoluter Astrid Lindgren-Fan muss man eigentlich auch Kirsten Boie lieben, denn auch wenn sie anders schreibt, so kommt in ihren Büchern dennoch ein gewisses Astrid Lindgren-Gefühl auf.

So auch bei ihrem neuen Buch „Ein Sommer in Sommerby“, welches mich allein schon vom Titel her an Astrid Lindgren und Schweden denken lässt, auch wenn es in Norddeutschland spielt. Aber wisst ihr, dass „by“, das schwedische Wort für Dorf ist? Da ist es doch klar, dass ich bei Sommerby direkt an ein sommerliches Dorf denke. Und die Geschichte selbst lässt in dem Leser noch einmal die Bullerbü-Sehnsucht erwachen.

Sommerglück und Abenteuer

Die Mama von Martha (12), Mikkel (7) und Mats (4) hat in New York einen Unfall, so dass Papa zu ihr hinfliegen muss. Wohin aber mit den Kindern? Sie müssen zu ihrer Oma aufs Land, allerdings kennen sie diese Oma überhaupt nicht. Schnell stellen sie aber fest, dass diese Oma ganz anders als sie selbst lebt: Ihr Haus liegt abgelegen, es gibt weder Telefon noch Internet noch Fernsehen, dafür aber Hühner, selbstgekochte Marmelade und ein Ruderboot, mit welchem die Kinder alleine losfahren dürfen. Und ohne, dass Martha es eigentlich möchte, stellt sich nach und nach ein großes Sommerglück ein. Die Kinder genießen das ruhige Leben bei der Oma, allerdings ist es auf einmal gar nicht mehr so ruhig, wie es eigentlich sein sollte, denn verschiedene Gefahren treten auf, die sie gemeinsam bewältigen müssen.

Tolle Figuren

Die Figuren in dem Buch sind alle toll! Angefangen von Martha, die sich so liebevoll um ihre Geschwister kümmert, über Mikkel, der so gerne möchte, dass alle – Menschen und Tiere – lieb zu einander sind, bis hin zu dem kleinen Mats, der genauso aufgeweckt, bockig, wütend, neugierig, offen und ehrlich ist wie es Kinder in dem Alter nun einmal sind. Und dann natürlich die Oma, von Mats zunächst „Frau Oma“ genannt, da er sie ja nicht kennt. Auch sie ist eine herrliche Figur, der man sich immer mehr annähert und bei der man von Anfang an spürt, dass die Kinder hier eigentlich sehr gut aufgehoben sind.

Die Oma fordert von den Kindern einiges. Kartoffeln müssen geschält werden, wer Eier essen möchte, muss diese auch vorher einsammeln, aber dafür lässt sie ihnen auch viele Freiheiten. Selbst der kleine Mats darf am Wasser spielen, denn sie vertraut darauf, dass er nicht so blöd ist und als Nichtschwimmer hineinfällt. Ja, auch hier musst ich wieder an Astrid Lindgren denken, denn hat sie nicht immer so ihre eigene Kindheit beschrieben? Sie und ihre Geschwister mussten auf dem Hof, auf dem sie mit ihren Eltern lebten sehr viel mit anpacken, aber auf der anderen Seite haben die Eltern sie auch unbeaufsichtigt spielen lassen.

Ein Buch, das man liest und liest und liest

Man kann sich alles sehr gut und bildlich vorstellen. Die Sprache in dem Buch gefällt mir sehr gut, wobei ich mich anfangs ein wenig daran gewöhnen musste, dass hier teilweise so erzählt wird, als würden einem die Gedanken und Überlegungen mitgeteilt. An ganze Sätze werden somit manchmal nur einzelne erklärende Worte und weiterführende Gedanken drangehängt. Insgesamt ist das Buch aber sehr schön geschrieben und man bekommt das Gefühl, den Kindern ganz nahe zu sein. Gut gefällt mir auch, dass drohende Schwierigkeiten, aber auch das gute Ende, bereits mit kurzen Sätzen angedeutet werden. Man weiß also worauf es hinausläuft, aber genaueres möchte man natürlich gerne erfahren, so dass man weiter und weiter liest.

Wie können wir unsere Sehnsucht nach dem Glücksgefühl befriedigen?

Dieses Buch spricht die Sehnsüchte nach dem absoluten Glücksgefühl an und es stellt letztendlich auch die Frage, wann empfinden wir dieses Gefühl. Und über diese Frage sollten auch gerade wir Eltern, die dieses Buch ebenfalls lesen, nachdenken. Sicherlich ist heute eine Welt ohne digitale Medien nicht mehr vorstellbar. Wir nutzen alle diese Dinge und das ist in vielen Fällen auch hilfreich, aber dennoch ist es auch für uns heute nicht utopisch in Ferienzeiten in andere Welten einzutauchen, einfach nur zu sein, in der Natur herumzustreichen, die Zeit mit wenigen materiellen Dingen auszufüllen und den Sommer einfach zu genießen. Aber nutzen wir diese Zeit? Häufig möchten wir doch auch in den Ferien Kindern etwas „bieten“. Wir machen tolle Urlaube mit spannenden und actionreichen Ausflügen. Selten bleiben wir mehrere Wochen über nur an einem Ort und lassen die Zeit so vergehen, wie sie eben kommt und geht. Ganz bestimmt gefallen den  Kindern unsere Urlaube. Sie finden es toll, in den Zoo zu gehen, auf Abenteuerspielplätzen zu spielen oder sogar mal einen Ausflug in den Freizeitpark zu unternehmen. Sie werden auch an diese Urlaube gerne zurückdenken und sie vielleicht sogar später gerne mit ihren eigenen Kindern wiederholen. Aber haben wir bei diesen Urlauben wirklich die Chance auf dieses absolute, reine Glücksgefühl? Vielleicht, wenn wir mal zwischendurch innehalten, über die Dünen schauen und die Sonne im Meer versinken sehen, aber letztendlich verknüpfen wir doch diese Sehnsucht mit einem Ort wie Sommerby, in dem die Zeit still zu stehen scheint.

Sommerglück in der heutigen Zeit

Das Buch „Ein Sommer in Sommerby“ spricht sicherlich viele Erwachsene an, die auch schon die Bullerbü-Bücher von Astrid Lindgren gelesen haben, aber ich denke, dass auch Kinder diese Sehnsüchte haben und es auch für sie ein absolutes Lieblingsbuch werden kann. Auch die Bullerbü-Bücher würde ich heute noch meinen Kindern vorlesen, aber dieses Buch spielt in der heutigen Zeit. Trotz der Sommerromantik bleiben Sorgen, Ängste und Gefahren sowie die digitale Welt nicht außen vor. Sie spielen eine Rolle und beeinflussen die Figuren. Es ist nicht alles heile Welt, aber man kann dem Alltag zeitweise zumindest ein wenig entfliehen, auch wenn in der Sommeridylle ebenfalls Schwierigkeiten überwunden werden müssen. Gerade, dass dieses Sommerglück, welches die Kinder erleben, mit der heutigen Welt verknüpft ist, macht dieses Buch so besonders. Ja, auch wir und unsere Kinder können dieses Glück heute noch erleben und das macht doch Mut und vor allem Lust auf einen Urlaub in einem abgeschiedenen Haus ohne große Attraktionen. Und für wen sich ein solcher Urlaub gerade nicht anbietet, der kann sich zumindest mit diesem Buch an einen solchen Ort träumen. Diese Chance sollte sich niemand entgehen lassen!

Ein Sommer in Sommerby von Kirsten Boie, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0883-9, 14€

Rezension: Nevermoor

Vor kurzem kam bei mir ein spannendes Päckchen an, welches Nachrichten aus dem Freistaat Nevermoor enthielt. Es lag sogar eine Fahrkarte in dieses unbekannte Land bei. Ui, was für eine Reise stand mir wohl bevor? Ich war natürlich sehr gespannt und als dann das Buch „Nevermoor – Fluch und Wunder“ bei mir ankam, bin ich ohne Zwischenstopp sofort hinein gereist.

Okay, zunächst gelangte ich nicht nach Nevermoor, sondern in die Stadt Jackalfax im Staat Great Wolfacre, in der Corvus Crow Kanzler ist. Seinem Ruhm steht jedoch seine Tochter Morrigan etwas im Weg, denn sie gehört zu den verfluchten Kindern, welche zu Beginn der Abendzeit sterben werden und vorher nur Unglück über die Bewohner der Stadt bringen. Morrigan wird jedoch im letzten Moment von Jupiter North gerettet, der sie nach Nevermoor bringt. Und mit Morrigan und Jupiter North gelangen auch wir Leser endlich in dieses spannende Land, in dem es eine Schirmbahn, sich verändernde Gebäude, riesige sprechende Katzen und vieles andere gibt. Morrigan soll Mitglied der Wundersamen Gesellschaft werden, was sie sich auch von ganzem Herzen wünscht, denn hier in Nevermoor gefällt es ihr sehr gut, doch zuvor muss sie vier schwierige Prüfungen bestehen, die über das ganze Jahr verteilt sind. Vor allem aber muss jedes Mitglied der Wundersamen Gesellschaft ein besonderes Talent besitzen. Morrigan jedoch hat ihres Wissens nach kein besonderes Talent und Jupiter North rät ihr nur, darüber nicht nachzudenken. Kann das gut gehen?

Eintauchen in eine magische Welt

Man befindet sich komplett in einer anderen Welt. Weder die Republik noch der Freistaat Nevermoor existieren in unserer bekannten Welt. Es gibt viele fantastische Elemente und auch wenn sich vor dem inneren Auge dazu viele Bilder ergeben und man gedanklich ganz in diese Welt eintaucht, so bleibt manches bis zum Ende des Buches kaum fassbar. Einiges hat mich ein wenig irritiert, aber nicht so, dass es mich beim Lesen insgesamt gestört hätte. Es ist zwar etwas merkwürdig, wenn ein elfjähriges Kind gesiezt wird, und auch wenn dann doch Parallelen zu unserer Welt auftauchen und es ein Fest namens Weihnachten gibt, habe ich ein wenig gestutzt, aber letztendlich nimmt einen dieses Buch beim Lesen ganz gefangen. Man möchte mehr über Morrigan und ihr Schicksal erfahren, man fiebert mit ihr bei jeder Prüfung mit und man ist ganz fasziniert von Nevermoor. Ja, ich bin froh, dass ich vom Verlag eine Fahrkarte in dieses magische und besondere Land erhalten habe und mich ein paar wenige Tage beim Lesen dort aufhalten durfte. Allerdings ist dieses Buch der erste Band einer Trilogie und nun muss ich darauf warten, wieder in dieses Land reisen zu dürfen, denn ich bin natürlich ganz gespannt, wie es mit Morrigan und all den Menschen, die sie in Nevermoor getroffen hat, weitergehen wird. Die Charaktere in diesem Buch sind sehr originell und interessant. Man sieht die Figuren beim Lesen förmlich vor sich und ist bei einigen doch sehr interessiert, welche Eigenschaften sie noch so verbergen und wie sie sich im Laufe der Geschichte verhalten werden.

Wunderschönes Cover

Ganz toll finde ich einfach das Cover des Buches. Über die Buchstaben, die sich vom Untergrund etwas abheben, muss ich ständig drüber streichen. Die Farben sind klasse gewählt und alles in allem lässt einen einfach neugierig werden, auf die Welt, die sich dahinter verbirgt – auch wenn man normalerweise keine Bücher aus diesem Genre verschlingt.

Ich kann dieses Buch nur allen Lesern ab 10 Jahren empfehlen. Auch erwachsene Leser, die gerne ein wenig Magie und Fantasie in ihr Leben lassen, werden an diesem Buch Freude haben.

Nevermoor – Fluch und Wunder von Jessica Townsend, aus dem Englischen von Franca Fritz und Heinrich Koop, mit Vignetten von Eva Schöffmann-Davidov, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0064-5, 19€

Rezension: Thabo – Der Rinder-Dieb

Mögt ihr „Kalle Blomquist“  von Astrid Lindgren? Dann gefällt euch bestimmt auch „Thabo – Detektiv und Gentleman“ von Kirsten Boie.

Ich habe gerade den dritten Band der Reihe („Der Rinder-Dieb“) gelesen und wurde dabei oft an Kalle Blomquist erinnert, was ich sehr faszinierend finde, da die Geschichte in einem ganz anderen Land und unter anderen Umständen spielt.

Kalle und Thabo

Kalle Blomquist ist ein weißhäutiges, gut behütetes Kind, welches in einer schwedischen Kleinstadt lebt. Thabo, dunkelhäutig, wächst ohne seine Eltern in einem südafrikanischen Königsreich auf. Ihre Leben unterscheiden sich sehr voneinander. In ihren Ländern gibt es ganz verschiedene Bräuche. Aber beide sind Kinder, die den Traum haben Detektiv zu werden, wobei sie sich an klassischen Vorbildern, wie in diesem Fall Miss Marple, orientieren. Obwohl beide bei der Aufklärung von Kriminalfällen geholfen haben, werden sie nicht ernst genommen.

Kinder sind Kinder – auf der ganzen Welt!

Abgesehen von den Umständen und Äußerlichkeiten sind sich Kalle und Thabo gar nicht so unähnlich. Und das ist toll, da Kinder auf der ganzen Welt eben Kinder mit ähnlichen Träumen sind. Und besonders schön ist, dass mit Thabo auch mal ein Kind, das nicht in Westeuropa lebt, die sympathische Hauptperson eines Kinderbuches ist. Man schließt Thabo und seine Freunde schnell in sein Herz und sie sich einem genauso vertraut wie Kinder aus Deutschland, Schweden oder England. Schade, dass man solche Bücher suchen muss, denn sie öffnen uns den Blick für Menschen aus anderen Kulturen und sie zeigen uns, dass es trotz fremdartiger Bräuche, die man in einem solchen Buch auch kennen lernt, viele Gemeinsamkeiten gibt.

Rinderdiebstahl und andere Ungereimtheiten

Das Buch „Thabo – Detektiv & Gentleman – Der Rinder-Dieb“ ist toll! Es liest sich sehr gut, ist spannend, hält interessante Charaktere bereit und kommt unter anderem durch Wörter in der Landessprache, die immer wieder eingestreut werden, authentisch daher. Der Leser wird von Thabo, der die Geschichte erzählt, an einigen Stellen direkt angesprochen. Man wird gesiezt, aber immerhin möchte Thabo ja auch ein Gentleman werden. Da passt das schon ganz gut.

Im dritten Buch geht es um gestohlene Rinder. Schnell merken Thabo und seine Freunde Emma und Sifiso jedoch, dass es scheinbar um weit mehr als den Diebstahl einer gestohlenen Rinderherde geht, denn gleichzeitig sind auch drei Hütten in einer recht verlassenen Gegend abgebrannt und Miss Agatha, die Großtante von Emma, ist auf einmal nicht mehr in ihrem Haus anzutreffen. Auf Thabo, Emma und Sifiso kommt viel Ermittlungsarbeit zu und es lauern einige Gefahren auf sie, die sie aber natürlich nicht aufhalten können.

Klare Leseempfehlung

Das Buch ist äußerst spannend. Gut gefällt mir auch, dass man an einigen Stellen zwar manches erahnen kann, dass einem alle Zusammenhänge aber auch erst am Ende klar werden Das ist wirklich gut gemacht. Außerdem fällt auch bei diesem Buch, ähnlich wie bei Ritter Trenk, auf, dass Thabo einige Werte wie z.B. Freundschaft wichtig sind, und er bemüht ist, danach zu leben. Ganz nebenbei fungiert er also auch als gutes Vorbild für die Leser.

Leider kenne ich die ersten zwei Bücher noch nicht, aber das wird sich sicherlich ändern!

Thabo – Detektiv & Gentleman – Der Rinder-Dieb von Kirsten Boie, mit Vignetten von Maja Bohn, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-2034-3, 12,99€

Kinderrezension zu „Weltenweber“

Wenn dein Leben von einer Nadel, die sehr schwer zu finden ist, abhängt, ein böser Fadenmeister sein Unwesen treibt und du ohne einen sehr besonderen Schneider wohl schon tot wärst, dann bist du in Afeärand, dem Königreich, dem das Ende naht und in dem der Bauernjunge Nels lebt. Er lebt im endlosen Wald von Afeärand. Nels stirbt schon sehr früh im Buch. Nach seinem Tod sucht er als Geist zusammen mit der Prinzessin Tyra nach einer Nadel, dem einzigen Etwas, das ihm neues Leben einhauchen kann. Eine spannende Suche voller Magie beginnt. Werden die beiden es schaffen Afeärand zu retten? Lest das Buch, dann wisst ihr es.

Ich kann das 437-seitige Buch „Weltenweber“ stark an alle Fantasy-Fans ab 11 Jahren empfehlen. „Weltenweber“ ist eine spannende Magie-Geschichte. Es ist eine fesselnde Geschichte von den Autoren Michael Jensen und David Powers King. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es war eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Moritz, 10 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt, zu:

Weltenweber von Michael Jensen und David Powers King, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-36949-2, 14,99€

 

Demnächst auf dem Blog: Rezensionen von Jugendlichen

Wir probieren uns in der Schreibwerkstatt an einer neuen Art von Texten aus: Rezensionen! So habt auch ihr alle bald etwas von der Schreibwerkstatt und zwar ganz aktuelle Buchempfehlungen.

Dank der Verlage Arena, Beltz & Gelberg, Carlsen, cbj, Oetinger, Ravensburger, Thienemann, S. Fischer Verlage konnte ich den Jugendlichen eine tolle Auswahl an aktuellen Kinder- und Jugendbüchern bieten. Und die Teilnehmer standen auch tatsächlich ganz begeistert vor den Büchern. Es war richtig schön zu sehen, wie sehr sich Jugendliche über Bücher freuen können. Allein die Cover machten sie alle ganz kribbelig. Ich war dann jedoch so gemein, dass ich sie zunächst einmal darum bat, sich wirklich nur die Cover anzusehen. Auf dieser Grundlage sollten sie sich dann für ein Buch entscheiden.

Die Qual der Wahl

Ihre erste Aufgabe war es nun, sich Gedanken zu dem Cover zu machen. Warum hat sie dieses Buch angesprochen und was erwarten sie von dem Buch?

Später durften sie sich dann natürlich noch den Klappentext durchlesen, worauf sie alle brannten. Die eine oder andere Überraschung gab es nun. Nicht immer passten die Erwartungen, die das Cover weckte, zu dem was der Klappentext verhieß, aber dennoch waren alle Teilnehmer weiterhin begeistert von ihrer Wahl (nur eine Jugendliche war später beim Aufschlagen des Buches enttäuscht und hat es noch gegen ein anderes ausgetauscht).

Ich habe schon einmal kurz angesprochen, was in eine Rezension hineingehört, aber darüber werden wir dann in einer der nächsten Stunden noch intensiver sprechen. Nun heißt es erst einmal lesen, lesen und lesen.

Die Teilnehmer beschäftigen sich mit dem ersten Eindruck ihres Buches.

Mimikry in der Schreibwerkstatt

Die Schreibwerkstatt mit den Jugendlichen macht weiterhin sehr viel Spaß. Wir haben uns mittlerweile mehrere Male gesprochen, wobei verschiedene Texte verfasst wurden. Und wir haben gespielt. Ja, wir haben Mimikry gespielt. Kennt ihr das Spiel noch? Ich habe es vor einiger Zeit mal mit ein paar anderen Bloggern gespielt, aber nun durften die Jugendlichen den Anfang eines Buches fälschen. Ich habe ihnen den Klappentext von „Wunder“ sowie den ersten Satz des Buches vorgelesen. Alle Teilnehmer haben nun den ersten Absatz des Buches geschrieben. Ihre Vorschläge findet ihr hier genauso wie den originalen Beginn des Buches.

Und nun sind wir gespannt, ob ihr herausfindet, welche Fortsetzung die richtige ist. Oder hat es vielleicht einer der Jugendlichen geschafft, den Anfang besonders gut zu „fälschen“? Wir fanden es jedenfalls sehr schwer, die richtige Lösung herauszufinden! Aber nun wünschen wir euch viel Spaß und hoffen, dass ihr euren Tipp in die Kommentare schreibt (einfach die Nummer des Vorschlags aufschreiben). Die Lösung findet ihr nun unter den Vorschlägen!

Das Buch

Wunder von Raquel J. Palacio, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-24175-6

Klappentext:

August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern uns seiner großen Schwester Via in New York. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. August ist es gewöhnt, angestarrt zuwerden, und er weiß, dass die meisten Schüler nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Sie sind bloß verunsichert. Natürlich ist es sein sehnlichster Wunsch, nicht weiter aufzufallen, ein ganz normaler Junge zu sein, Freunde zu finden. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist wie August.

Vorschlag 1

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich weiß, dass ich anders bin, anders aussehe, vielleicht auch anders denke als Kinder in meinem Alter. Vielleicht bin ich durch meine vielen Stürze, Hürden und Ängste, die ich in meinem Leben bereits hatte, reifer, weiter im Leben als andere Kinder. Vielleicht denke ich über Dinge nach, über die man in meinem Alter eigentlich noch nicht nachdenkt. Es liegt vielleicht an meinem Gesicht mit den Narben. Mit Narben, die mich jeden Morgen im Bad an die schrecklichen Ereignisse aus meiner Vergangenheit erinnern. Jede von ihnen erzählt mir die Geschichte erneut, die ich bereits erlebt habe.

Vorschlag 2

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich weiß, dass ich es nicht einfach habe. Ich weiß, dass die meisten anderen Kinder nur eingeschüchtert sind. Ich weiß, dass meine Eltern mich trotzdem lieben. Ich weiß, dass ich neue Freunde finden kann, wenn ich meinen ganzen Mut, meine Kraft und meinen Sinn für Humor zusammennehme. Das alles wusste ich vor meinem ersten Tag auf meiner ersten Schule.

Vorschlag 3

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Denn ich bin August. August ist doch ein normaler Kindername für ein ganz normales Kind. Doch bin ich nicht normal. Um ehrlich zu sein bin ich ein Wrack mit einem vernarbten, kranken Gesicht. Das ist auch der Grund, warum mich alle so blöd angucken. Warum ich nicht ein normales Kind bin. Warum musste mir dieses Schicksal zu eilen? Vielleicht kann ich nichts dafür, vielleicht war es aber auch nur ein Zufall, ein Unfall, ein Wunder.

Vorschlag 4

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Aber warum bin ich es nicht? Warum habe ausgerechnet ich diese blöde Behinderung? Was ist mit mir los? Das denkt August immer, wenn er abends im Bett liegt oder in der Schulpause auf der Bank sitzt. Er seufzt und streicht über die Buchseiten und das Buch, das gerade vor ihm liegt. Warum bin ich nicht wie jeder andere?

Vorschlag 5

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Jeden Tag werde ich daran erinnert. Wenn ich morgens aufstehe und in den Spiegel schaue oder an den Blicken der Leute, denen ich auf der Straße begegne. Wie sie mich erschreckt ansehen und dann ganz schnell wieder weg oder mich mit einem gefälschten Lächeln ermutigen wollen. Als ob ihr Mitleid mir irgendwie helfen würde. Und doch erheitert es mich jedes Mal, diese peinliche Berührtheit und ich bin dankbar, dass sie wenigstens versuchen mir das Gefühl zu geben, in ihrer Mitte willkommen zu sein.

Vorschlag 6

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich meine, klar, ich mache normale Sachen. Ich esse Eis. Ich fahre Fahrrad. Ich spiele Ball. Ich habe eine Xbox. Solche Sachen machen mich normal. Nehme ich an. Und ich fühle mich normal. Innerlich. Aber ich weiß, dass normale Kinder nicht andere Kinder dazu bringen, schreiend vom Spielplatz wegzulaufen. Ich weiß, normale Kinder werden nicht angestarrt, egal wo sie hingehen.

Vorschlag 7

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin, doch ich möchte es sehr, sehr gerne. Leute, die mich sehen, gucken erstmal mitleidig, doch das will ich gar nicht. Ich  möchte ein normales Leben führen. Freunde finden, Spaß haben, normal sein. Nicht auffallen. Vielleicht klappt das mit einem neuen Schulanfang. „August, wir müssen bald los“, ruft meine Mutter mich. Ich ziehe mir schnell eine Star-Wars-Jacke über und werfe mein Batman-Spielzeug, mit welchem ich bis gerade spielte, in eine Ecke. Dann mache ich mich auf den Weg zum Auto, wo mich meine Schwester und meine Mutter schon erwarten.

Vorschlag 8

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Ich meine, ich bin anders. Ich war noch nie auf einer normalen Schule, ich habe keine Freunde und ich habe ein entstelltes Gesicht. Das was mich normal macht, ist mein Hund Daisy, der mich liebt wie ich bin. Mich August Smith. Einen Jungen, der viele Operationen hinter sich hat. Bis jetzt hat meine Mutter mich unterrichtet. Also habe ich kaum Freunde. Also eigentlich keine. Oft bin ich traurig darüber, aber ich habe meine ältere Schwester, Mama, Papa und Daisy.

Vorschlag 9

Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin. Auch wenn ich mir nichts sehnlicher wünsche. Jedes Mal, wenn ich aus dem Fester auf die Straße schaue und die Menschen, die normalen Menschen sehe, frage ich mich, wie es wäre, mit ihnen über die Straße zu laufen. Ich frage mich, wie es wäre unter ihnen zu sein ohne aufzufallen. Doch auch wenn ich erst 10 Jahre alt bin, weiß ich, dass ich normal niemals sein kann. Jedenfalls nicht vollkommen normal. Ich bemerke oft die halb neugierigen, halb abgeschreckten Gesichter meiner Krankenschwestern, und dann frage ich mich, ob mich wirklich alle genau so anschauen werden oder ob es Unterschiede geben wird, ob mich jemand verstehen wird, so wie ich bin.

 

Ja, richtig ist Vorschlag Nummer 6, aber ich finde auch, dass die Jugendlichen es einem wirklich nicht leicht gemacht haben. Wir haben jedenfalls so viel Spaß an Mimikry bekommen, dass nun jede Woche ein anderer Teilnehmer ein Buch mitbringt, mit dem wir dann spielen…

Schreibwerkstatt: Mensch, menschlich, wunderbar

Ich habe eine neue kleine Tätigkeit: Einmal in der Woche leite ich nun in der Bücherei eine Schreibwerkstatt für Jugendliche, wobei das Alter der TeilnehmerInnnen sehr gemischt ist. Der Jüngste ist noch keine zehn Jahre alt und die Älteste ist bereits 17.

Es ist das erste Mal, dass ich so etwas mache. Sehr spannend also! Aber ich verspürte vor der ersten Stunde auch eine große Freude und eine positive Aufregung. Nun ist die erste Stunde bereits hinter mir, ich habe die netten TeilnehmerInnen kennen gelernt und es wurde schon munter losgeschrieben.

Das Motto

Das Motto der Schreibwerkstatt lautet „Mensch, menschlich, wunderbar“. Was steckt dahinter? Was fällt einem dazu ein? Mit dieser Frage haben wir uns zunächst bei einem kleinen Brainstorming befasst. Dabei wurde klar, dass es den Jugendlichen nicht unbedingt leicht fiel die Begriffe „Mensch“ und „wunderbar“ miteinander zu vereinen. Zu viele negative Themen auf der Welt beschäftigen sie. Mal schauen, wie sich die Menschen in den Texten der kommenden Wochen verhalten werden.

Ich bin…

Die erste Schreibaufgabe begann dann mit zwei einfachen Worten „Ich bin…“. Mit diesen Worten sollten die Texte anfangen und ich war sehr gespannt, was dabei heraus kommt. Niemand hat einfach eine Vorstellung a la Name, Alter, Hobbys geschrieben. Es sind dabei richtig tolle Texte entstanden. Manche machten sich philosophische Gedanken darüber, inwiefern sich die Menschen gleichen bzw. unterscheiden, einer schrieb einen Chatdialog, einige äußerten in ihrem Text ihre Meinung zu einem bestimmten Thema und wieder jemand anderes schrieb eine Art Gedicht, in dem gegensätzliche Charaktereigenschaften gegenübergestellt wurden. Fast alle TeilnehmerInnen haben ihre Texte vorgelesen, wobei ihnen das Vorlesen natürlich grundsätzlich freigestellt ist. Und zu jedem Text fanden die ZuhörerInnen lobende Worte.

Namen machen Leute

Die nächste Aufgabe konnten wir nur beginnen. Sie wird dann in der nächsten Stunde fortgesetzt. Alle haben ihren Namen (Vor- und Nachname) in Großdruckbuchstaben aufgeschrieben und die Buchstaben ausgeschnitten. Als nächstes sollten mit den Buchstaben aus dem eigenen Namen ein neuer Name gelegt werden. Da wurden die Buchstaben fleißig umgeschoben und man kam auf witzige und spannende Namen. Wenn ein Name gefunden wurde, der einem gefiel, sollte dieser festgehalten werden. Welche Person steckt wohl hinter diesem Namen? Was hat sie erlebt? Welche Eigenschaften hat sie? Die Aufgabe für die nächste Stunde ist also nun einen Text mit oder über diese Person zu schreiben und ich habe schon gemerkt, dass allen zu ihrem gelegten Namen viele Assoziationen gekommen sind. Es wird also spannend weiter gehen.

 

 

Braucht ihr Buchtipps? – Dann fragt mich einfach!

In diesem Beitrag möchte ich euch kurz auf eine neue Seite (siehe Menü) aufmerksam machen. Ab sofort könnt ihr dort Fragen nach bestimmten Büchern stellen und ich werde versuchen euch zu helfen. Vielleicht sucht ihr ein Weihnachtsgeschenk für ein 2-jähriges Kind, euer Patenkind hat Geburtstag und wünscht sich ein Buch über Dinosaurier oder ihr sucht nach Hexen-Büchern – all diese Fragen könnt ihr mir dort stellen. Fragt einfach, wenn ihr einen Buchtipp braucht und vielleicht kann ich euch dann den einen oder anderen guten Tipp geben.