Rezension: Die Nachtschwärmer

Wohin seid ihr in der letzten Nacht gereist? Seid ihr in die Welt eurer Träume eingetaucht? Dann haben die Nachtschwärmer euch wohl zwei Fahrkarten (für die Hin- und die Rückreise) in die Hand gedrückt.

Die Nachtschwärmer erledigen Nacht für Nacht eine sehr wichtige Aufgabe. Sie verteilen Fahrkarten an die Menschen, mit denen diese in das Land ihrer Träume und zurück reisen können. Doch dann treten die Schatten auf, die verhindern, dass die Nachtschwärmer ihre Fahrkarten verteilen können. Ohne die Fahrscheine gelangen die Menschen jedoch nicht in das Reich der Träume. Es scheint als wäre alles verloren, doch letztendlich haben die Nachtschwärmer mit ihren Fahrkarten alles in der Hand…

Das Buch „Die Nachtschwärmer“ ist gerade frisch bei der Edition Pastorplatz erschienen und wurde hier bereits mit großer Begeisterung gelesen. Bücherwürmchen wollte es sich direkt zwei Mal nach einander anhören, was ziemlich selten vorkommt. Irgendwie war er von dem Buch direkt fasziniert. Ich glaube, dass es für ihn insbesondere durch die Schatten spannend war.

Meisterhaft: Ein Buch für Kinder und Erwachsene

Eigentlich ist dieses Buch ein Meisterwerk: Es ist poetisch und zauberhaft, beinahe magisch. Es ist eine ruhige Erzählung, die dennoch Spannung in sich trägt. Es ist ein Buch, welches Erwachsene, die schöne und besondere Bilderbücher lieben, direkt anspricht, ein wunderschöner Schatz im Bücherregal, aber das besondere an diesem Buch ist, dass es dennoch nicht nur ein Bilderbuch für Erwachsene ist. Und das ist wirklich etwas Besonderes. Ich habe es bisher äußerst selten erlebt, dass Bücher, die wir Erwachsenen als wunderschön und poetisch empfinden, bei den Kindern gut ankommen. Meist werden sie nach dem ersten Anschauen bei Seite gelegt und wir Eltern nehmen dies schulterzuckend zur Kenntnis: „Dann ist dies eben ein Bilderbuch für uns.“ Das ist bei diesem Buch anders und ich bin richtig erstaunt darüber, wie gut ein solches Buch bei meinem Sohn ankommt. Ja, es ist ein leises und poetisches Buch, aber dennoch beinhaltet es eine Geschichte, die Kinder anspricht, die man auch auf nicht poetische Art und Weise aufnehmen kann. Magisch bleibt sie zwar auch in den Augen der Kinder, aber das ist in Ordnung. In dem Buch geht es um Fantasie und Träume, aber für Kinder geht es hier auch um Abenteuer, Reisen und fantastische Gestalten.

Magisch und zauberhaft

Die Bilder in dem Buch sind sehr dunkel gehalten, aber sie wirken dennoch nicht düster oder in einem Bilderbuch deplatziert. Es sind märchenhafte Bilder, die einem schon beim Lesen ins Land der Träume und der Magie bringen. Es gibt viel auf ihnen zu entdecken. Diese Zeit sollte man sich nehmen, um richtig in das Buch einzutauchen und dabei ruhig zu werden.

Das Schriftbild ist hier ein anderes als bei den anderen Büchern des Verlags. Es ist nicht so nüchtern und passt sich dem märchenhaften der Bilder und der Geschichte an. Zunächst befürchtete ich, dass es vielleicht ein wenig anstrengend zu lesen sei, aber das ist nicht der Fall.

Das Buch wirkt nach

Am Ende des Buches sind zwei Fahrkarten abgedruckt. Bücherwürmchen wollte wissen, ob man die ausschneiden dürfte. Dann hätte man direkt zwei Fahrkarten.

Später meinte er dann aber, dass das alles ja nur eine Geschichte wäre, wobei es ihn doch irgendwie beschäftigte: Er sei nachts schon öfter mal aufgewacht und habe noch nie eine Fahrkarte gesehen, auch nicht in unseren Händen, wenn er mal bei uns nachts war. Vielleicht hat ja der Schatten mal wieder zugeschlagen. Auf meinen Einwand, dass man ja vielleicht schon zurück gereist sei, erwiderte er, dass das nicht sein könne, denn man würde ja die ganze Nacht reisen.

Ich finde es wirklich spannend, wenn er sich über eine Geschichte solche Gedanken macht. Er hatte dann zum Träumen auch direkt noch seine eigene Theorie parat: Eigentlich muss man auf eine bestimmte Stelle am Bett drücken, dann fällt man durch ein Loch ins Land der Träume. Wie man zurück kommt? Ganz einfach: Im Süden links ist mitten auf einer Kuhwiese ein großer roter Knopf, der einen zurück bringt.

Und übrigens, auch wenn ihr an den Nachtschwärmern zweifeln solltet, Bücherwürmchen meinte, dass ihm ein Wissenschaftler erzählt habe, dass beide Geschichten (die aus dem Buch und sein) stimmen könnten. Also, dann wollen wir ihm doch einfach mal glauben und in der nächsten Nacht wieder ins Reich der Träume reisen – entweder mit Fahrkarte über den Zaubersee oder per Knopfdruck durch ein Loch.

Die Nachtschwärmer von Petra Steckelmann und Andreas Gaertner, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-23-2, 14€

 

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Rezension: Ab in die Ferien – Südschweden

Habt ihr schon den Urlaub für diesen Sommer geplant? Ich muss ja zugeben, dass ich damit immer seeeehr zeitig dran bin. Dieses Jahr geht es wieder an die deutsche Ostseeküste, aber ich weiß sogar schon, wohin wir im nächsten Jahr fahren werden. Da geht es endlich mit der ganzen Familie nach Schweden. Oh, wie ich mich darauf freue! Falls ihr ebenfalls einen Schwedenurlaub plant oder überlegt, ob dies ein Reiseziel für euch sein könnte, dann kann ich euch ein tolles Buch für die Vorbereitung und die Reise empfehlen: „Ab in die Ferien – Südschweden – 73 x Urlaubsspaß für die ganze Familie

Lauter tolle Ausflugstipps

Auch wenn es noch eine ganze Weile dauert, bis wir nach Schweden fahren, habe ich natürlich schon in dem Buch geblättert. Jetzt kann ich es noch weniger erwarten, dorthin zu reisen und vor allem könnte ich eigentlich schon für die ganzen nächsten Jahre einen Schwedenurlaub planen, denn Schweden ist ein großes Land und es gibt in vielen Ecken tolle Ausflugsziele für Familien. Da kann man sich kaum entscheiden, wo die Reise hingehen soll.

Stockholm und Småland – absolut empfehlenswert

Das Buch umfasst Schweden bis auf die Höhe von Stockholm. Stockholm ist übrigens auf jeden Fall eine Reise wert. Vermutlich werden wir es nächstes Jahr nicht bis dorthin schaffen, aber ich liebe diese Stadt und auch für Familien gibt es dort einiges zu erleben. Die Tipps, die mir spontan für diese Stadt einfallen würden, sind auch alle in dem Buch enthalten: Ausflug in die Schären, Astrid Lindgrens Junibacken, das tolle Freilichtmuseum Skansen und das Vasamuseum.

Wir werden wohl nach Småland fahren, der Heimat von Astrid Lindgren, denn für mich steht fest, dass wir unbedingt einen Ausflug zu Astrid Lindgrens Welt machen müssen. Dieser Ausflugstipp ist natürlich auch in dem Buch enthalten, sowie auch einige andere Ziele, die mit Astrid Lindgren zu tun haben. In einem Elchpark war ich persönlich bisher noch nicht, aber auch dies wird für Familien vorgeschlagen und ich könnte mir einen solchen Ausflug für uns auch gut vorstellen. Die Kinder fänden es sicherlich spannend, vor allem da sie ja wissen, dass Elche zu Schweden gehören.

Gut gegliedertes Buch mit relevanten Informationen

Alle Ausflugstipps sind mit Piktogrammen versehen, so dass man sofort weiß, ob das etwas für gutes oder schlechtes Wetter ist, ob man dort Tiere sehen kann, ob es eine Aussicht gibt etc.  Zu Beginn des Buches bekommt man ein paar grundsätzliche Informationen zu Schweden vermittelt. Dann folgen die Ausflugstipps sortiert nach Gegenden, was mir sehr gut gefällt. Denn so kann man sich zunächst nur die Sachen anschauen, die auch in der Nähe von dem angepeilten Urlaubsort sind bzw. entdeckt nicht tolle Ausflüge und stellt dann hinterher fest, dass diese viel zu weit weg sind. Jedes Kapitel, also jede Gegend, beginnt mit der Vorstellung der schönsten Strände. Hieran merkt man, dass dies ein Reiseführer für Familien ist, denn natürlich ist diese Information für Familien durchaus wichtig. Gerade auch wenn man kleinere Kinder hat, ist es gut zu wissen, wo man Strände findet, die einen sanften Einstieg ins Wasser haben. Das ist wirklich gut durchdacht. Wichtige Ausflugsziele, die sich nicht unbedingt an Kinder richten, werden jeweils am Ende des Kapitels genannt. Auch das gefällt mir, denn natürlich sollte man z.B. in Stockholm auch mal durch die Altstadt („Gamla Stan“) gehen oder ganz im Süden von Schweden Wallanders Ystad kennen lernen. Hier sind zwar mehr die Eltern angesprochen, aber auch diese wollen ja einen schönen Urlaub erleben, es ist eben ein richtiger Familienreiseführer.

Mir gefällt das Buch sehr gut. Man bekommt sehr viele tolle Tipps mit wirklich für Familien relevanten Informationen. Es ist ansprechend und reich bebildert und die Ausflüge sind abwechslungsreich und machen Lust auf einen Urlaub in Schweden. Ich werde das Buch nächstes Jahr auf jeden Fall mit in den Koffer packen und vorher werde ich sicherlich noch häufig mit Sehnsucht nach Schweden darin blättern…

Ab in die Ferien – Südschweden – 73x Urlaubsspaß für die ganze Familie von Claudia Linz, Bruckmann Verlag, ISBN: 978-3-7343-0823-9, 15€

 

Wir verschlingen: Die Schule der magischen Tiere

Sagt mal, fiebert ihr auch manchmal beim Vorlesen von Kinderbüchern richtig mit und wollt selber unbedingt wissen, wie es weitergeht? Ich gebe zu, dass mir das immer wieder passiert und so lege ich das Buch dann nicht nur deshalb nicht zur Seite, weil man Kind mich darum bittet weiter vorzulesen, sondern weil ich selbst neugierig darauf bin, wie sich die Geschichte entwickelt.

Ganz aktuell geht es mir bei der Schule der magischen Tiere so. Ende Dezember haben wir das erste Buch dieser Reihe gelesen und mittlerweile sind wir schon in der Mitte des vierten Bandes angekommen. Leider müssen wir bald wohl eine kleine Pause einlegen, da wir noch auf das nächste Buch bei der Bücherei warten müssen. Es ist zur Zeit verliehen…

Warum fesseln uns diese Bücher so?

Es kommen lauter verschiedene Charaktere darin vor, nette und weniger nette Kinder und jedes Kind hat seine eigene Geschichte. Es gibt spannende Abenteuer, die erlebt werden, wobei man mehr über die Kinder erfährt, so dass man selbst für die Kinder, die man am Anfang nicht so mochte, Verständnis entwickelt. Alle haben immer die Chance ihre guten Seiten zu zeigen und die weniger positiven Eigenschaften zu überwinden. Indirekt vermittelt das Buch viel darüber, wie man mit seinen Mitmenschen umgehen sollte, wie man sich als guter Freund erweist und wie wichtig es sein kann, hinter die Fassaden zu blicken. Und dann sind da natürlich noch die magischen Tiere.

Eine Schulklasse mit magischen Tieren

In dem Buch geht es um eine Klasse in der Wintersteinschule, um die Klasse von Miss Cornfield. An sich ist es eine normale Schulklasse mit schlauen, verträumten, schüchternen, vorlauten, freundlichen und vorlauten Kindern. Allerdings werden die Kinder so nach und nach mit magischen Tieren versorgt. Ein magisches Tier bleibt auf immer und ewig der Gefährte des Kindes, das es bekommen hat und nur dieses Kind kann verstehen, was das Tier sagt. Es ist immer wieder spannend, welches Kind, welches Tier bekommt und was die beiden miteinander erleben. Die Tiere, die immer genau zu einem bestimmten Kind passen, unterstützen die Kinder und kitzeln ihre positiven Eigenschaften hervor. Ein Kind, das ein magisches Tier hat, ist nie mehr alleine.

Bücher für Jungen und Mädchen

Wir verschlingen diese Bücher gerade nur so. Die Bücher machen meinem Sohn und mir richtig viel Spaß. Grundsätzlich sind es Bücher, die sowohl für Jungen als auch Mädchen geeignet sind – immerhin gehen in die Klasse ja auch Jungen und Mädchen und es werden einige spannende Abenteuer erlebt. Leider sprechen die Cover meines Erachtens eher Mädchen an und ab und zu geht es mir mit der Schwärmerei Idas für ihren Klassenkamerad Jo (im ersten Band) auch zu sehr in eine Mädchenrichtung, aber darüber kann man insgesamt hinwegsehen. Es wäre nur schade, wenn der Blick auf die Bücher Jungen vom Lesen abhalten würde.

Wir lesen die Bücher zur Zeit größtenteils zusammen. Sie eignen sich also prima ab 6 Jahren zum Vorlesen, aber ab dem 2./3. Schuljahr können Kinder die Bücher natürlich auch gut selber lesen.

Hier die Daten zum ersten Band (mittlerweile gibt es 9 Bände):

Die Schule der magischen Tiere von Margit Auer, illustriert von Nina Dulleck, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65271-3, 9,99€ (auch als Taschenbuch erhältlich)

Erster Länderbrief von Lukas und Lara

Werbung (Rezensionsexemplar) – Erinnert ihr euch noch an Lukas und Lara? Die beiden wollten auf Weltreise gehen und Bücherwürmchen sollte von ihnen aus verschiedenen Ländern Post bekommen. Und genau so ist es passiert! Neulich lag im Briefkasten der erste Briefumschlag (nach dem Starterset mit dem Koffer). Ui, da hat sich Bücherwürmchen aber gefreut und war natürlich ganz neugierig, aus welchem Land die Post gekommen ist. Der Brief hatte eine richtig weite Reise hinter sich, denn er kam aus Japan.

Tolle Souvenirs

Als wir den Umschlag gemeinsam geöffnet hatten, wusste Bücherwürmchen zunächst gar nicht richtig, was er sich als erstes anschauen sollte. Letztendlich hat er sich dann als erstes auf die Souvenirs gestürzt: Die Geschwister haben ihm Origami-Papier und Essstäbchen (+ Haltehilfe) mit in den Umschlag gesteckt. Außerdem haben sie ein paar Fotos beigelegt, die wir dann nach dem Lesen des Briefes, in das Reisetagebuch, welches im Starterset enthalten war, geklebt haben. Die Flagge von Japan hat Bücherwürmchen wieder auf den Koffer geklebt. Mal sehen, welche Flagge beim nächsten Mal dazu kommt.

Besonders spannend fand Bücherwürmchen die Esstäbchen, die beim nächsten Mittagessen direkt zum Einsatz kamen. Wir haben aber auch die Vokabeln auf der Aktionskarte gelesen und einen Origami-Hund gefaltet.

Aufdruck auf Verpackungen entlarvt Lukas und Lara

Bücherwürmchen fand alles sehr spannend und hatte Spaß an der Sendung. Allerdings ist ihm auch klar, dass es keine echten Briefe aus Japan sind und dass die Souvenirs eigentlich gar nicht aus dem Land sind. Er hat nämlich unter anderem festgestellt, dass auf der Verpackung der Essstäbchen und der Origami-Faltblätter Lukas und Lara abgedruckt sind und das ist bei Produkten, die in dem jeweiligen Land gekauft werden, natürlich nicht der Fall.

Ich finde den Preis für das Ganze immer noch recht hoch, aber andererseits sind die Sendungen wirklich toll und machen viel Spaß. Wir freuen uns jedenfalls schon auf den nächsten Brief und sind ganz gespannt, was da wohl drin sein wird.

Alle Informationen zu den Briefen von Lukas und Lara findet ihr auf der Homepage: www.lukasundlara.de.

Vorlesen mit Erzählschiene: Es klopft bei Wanja in der Nacht

Gestern war das erste Mal wieder Vorlesen im Kindergarten. Passend zur Jahreszeit habe ich den Klassiker „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ ausgewählt. Es ist nicht nur eine tolle Geschichte, sondern man kann sie auch auf verschiedenste Art und Weise wunderbar in Gruppen einsetzen. Bei der Vorstellung des Buches auf meinem Blog habe ich zum Beispiel erwähnt, dass ich die Geschichte mal mit einer zweiten Klasse aufgeführt habe.

Beim Vorlesen des Buches im Kindergarten habe ich zum ersten Mal eine Erzählschiene (meine ist von Don Bosco) benutzt und bin richtig begeistert davon.

Meine Erzählschiene ist eine Holzplatte mit drei Rillen, die als Schienen benutzt werden. In die Schienen kann man Pappfiguren rein- und rausschieben. Es gibt aber auch andere Varianten, bei denen jede Schiene ein einzelner Klotz ist und bei denen die Höhe der Schienen variiert.

Für den Einsatz habe ich mir die Figuren aus dem Buch kopiert und auf Pappe geklebt. Außerdem habe ich noch ein Haus ausgeschnitten, damit ich ein wenig Hintergrund habe. Das ist aber nicht unbedingt nötig.

Figuren treten in der Erzählschiene auf und ab

Ich fand, dass die Erzählschiene gut zu dem Buch „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ passt, da hier nacheinander verschiedene Figuren auf- und später wieder abtreten. So habe ich das Buch vorgelesen und an den entsprechenden Stellen kamen dann die Figuren dazu und später schob ich sie nach und nach wieder raus:

Der Schneesturm tobt, Wanja ist in seinem Haus. Da klopft es und ein frierender Hase möchte zu ihm hinein. Wanja lässt ihn bei sich übernachten, aber zunächst kommen die beiden nicht zur Ruhe, denn es klopft noch zwei Mal: Auch Fuchs und Bär bitten um Einlass. Alle versprechen sich in dieser Nacht zu vertragen. Am nächsten Morgen bekommt der Hase dann aber doch Angst vor dem Fuchs und verlässt das Haus wieder. Ihm schließt sich der Fuchs an, der weiß, dass der Bär noch eine Rechnung mit ihm offen hat. Schließlich entdeckt der Bär das Gewehr im Haus und verlässt dieses ebenfalls.

Die Geschichte hat eine klare Struktur, die durch die Erzählschiene noch unterstützt wird. Die Kinder haben der Geschichte richtig gut gefolgt und das, obwohl sie bei der Begrüßung und der Einführung der Figuren recht unruhig waren.

Kinder erzählen die Geschichte nach

Nachdem ich die Geschichte mit der Erzählschiene vorgelesen habe, haben wir die Geschichte noch einmal erzählt. Dieses Mal durften die Kinder mir beim Erzählen und beim Bewegen der Figuren helfen. Sie haben sich richtig viele Details gemerkt und hatten natürlich besonders viel Freude daran, die Figuren in die Schiene zu stecken und wieder raus laufen zu lassen. Durch die eigene Handlung an der Erzählschiene und die konkreten Figuren fiel es allen Kindern leicht die Geschichte zu rekonstruieren. Die Erzählschiene ist wirklich super dazu geeignet sowohl eine Geschichte vorzulesen und dabei mit Figuren darzustellen als auch um das eigene Erzählen von Geschichten zu üben. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, sie im Grundschulunterricht einzusetzen.

Es klopft bei Wanja in der Nacht von Tilde Michels und Reinhard Michl, Ellermann Verlag, ISBN: 978-3-7707-5737-4, 12€

 

Bücher für 6-jährige Leseratten

Die Art der von uns gelesenen Bücher verändert sich gerade. Mein kleines Büchermäuschen schaut sich immer noch am liebsten Wimmelbücher und ähnliches an und mein großes Bücherwürmchen fängt an Bücher zu verschlingen, richtige Kinderbücher und nur noch selten Bilderbücher. Wir legen also mehr oder weniger eine Pause bei den Bilderbüchern mit Text ein.

Dafür lesen wir ein Kinderbuch nach dem anderen. Gerne möchte ich euch davon auch einige hier auf dem Blog vorstellen, aber das ist gar nicht so einfach, denn ich kenne die Bücher zum Teil nur noch bruchstückhaft. Woran das liegt? Bücherwürmchen geht zwar gerade erst in die erste Klasse, aber beim Lesen ist er schon deutlich weiter. Er liest und liest, teilweise den halben Tag. Er ist flott dabei und versteht auch den Inhalt.

In diesem Beitrag möchte ich euch einfach mal ein wenig vorstellen, was bei ihm im letzten Monat gut angekommen ist und was hier so gerade gelesen wird.

Die Kinder aus dem Möwenweg

Damit das neue Jahr gut startet, haben die Kinder Neujahr neuen Lesestoff geschenkt bekommen. Bücherwürmchen hat sich mit „Geburtstag im Möwenweg“ nach dem Neujahrsspaziergang direkt aufs Sofa gesetzt und war am frühen Nachmittag mit dem Buch fertig! Im Dezember hatte er bereits ein ausgeliehenes Möwenweg-Buch aus der Bücherei durchgelesen, während wir zwei andere noch halbwegs zusammen gelesen hatten.

Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm

Häufig ist es so, dass ich anfange ihm ein Buch vorzulesen. Er wacht dann morgens oft zeitig auf und liest dann einfach weiter, häufig noch vor der Schule. So war es auch bei „Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ aus dem Südpol Verlag, ein Buch, welches ich zum Rezensieren bekommen habe. Ich habe ihm am Abend das erste Kapitel vorgelesen und als ich dann am nächsten Tag morgens in sein Zimmer kam, hatte er bereits den ganzen Rest gelesen. Keine Sorge, ich werde euch das Buch dennoch hier auf dem Blog vorstellen, aber ich muss es nun selbst erst einmal noch lesen…

Geliebt: Das Sams

Sehr beliebt ist beim Bücherwürmchen momentan „Das Sams“ – auch hier lesen wir zum Teil gemeinsam und zum Teil liest er einzelne Kapitel selber. Ähnlich ist es bei der Schule der magischen Tiere. Hier habe ich noch relativ viel vorgelesen, allerdings las ich viel am Stück, da ich selbst neugierig auf die Bücher war. Sobald man das Buch aber abgelegt und etwas anderes gemacht hatte, hatte Bücherwürmchen schon wieder ein Kapitel gelesen und ich musste vor dem nächsten Vorlesen erst einmal schnell nachlesen, was in der Zwischenzeit passiert ist.

   

Mehr von Paul Maar

Bei dem Buch „Herr Bello und das blaue Wunder“ (von Paul Maar) habe ich es tatsächlich geschafft ihm an wenigen Tagen fast alles vorzulesen, was ich sehr schön fand.

Bücher für Leseanfänger

Zwischen den Büchern, die wir zumindest gemeinsam beginnen, liest er dann immer noch ein paar Bilderbücher, „Das magische Baumhaus“ und ganz aktuell Bücher aus der SUPERLESER!-Reihe von DK (2. und 3. Lesestufe). Interessanterweise liest er bei diesen Büchern lieber die Erzählung als die Sachinformationen, was nicht unbedingt dem Leseverhalten von Jungen entspricht, die häufig Sachbücher bevorzugen.

Große Leseratte – stolze Mama

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin unglaublich stolz darauf, dass mein Sohn schon so viel liest und es gibt keinen schöneren Anblick, als ihn mal wieder versunken in ein Buch, auf dem Sofa sitzend, zu sehen. Ich finde das toll! Aber ich finde es auch toll, ihm vorzulesen und mit ihm zusammen Bücher zu entdecken. Das werden wir sicherlich auch weiterhin tun. Ich muss dann nur immer viel auf einmal vorlesen und eben damit leben, dass ich einzelne Teile nicht mitbekomme oder nachlesen muss.

Ich weiß, dass zwei lesende Eltern, häufiges und regelmäßiges Vorlesen sowie die ständige Beschäftigung mit Büchern kein Garant dafür sind, dass auch die Kinder zu Leseratten werden. Bisher haben wir hier aber viel Glück gehabt, worüber ich sehr froh bin. Und ich hoffe natürlich, dass das so bleibt und dass das Bücherwürmchen ein regelmäßiger Büchereibesucher bleibt, um seinen großen Lesehunger zu stillen. Momentan müssen wir jedenfalls ständig dorthin fahren, um neuen Nachschub zu besorgen – und dass obwohl hier die Regale mit Büchern voll stehen.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Leseratten oder Lesemuffel bei euch zu Hause?

 

Rezension: Schablonen-Malbuch

In der kalten Jahreszeit wird bei uns immer vermehrt gemalt und gebastelt. Bei euch auch? Bücherwürmchen ist dabei am liebsten selber kreativ und denkt sich eigene Basteleien aus und malt ganz frei seine Bilder. Das finde ich eigentlich auch am Schönsten. Mir selber helfen aber Anregungen und Vorlagen durchaus.

Viele Vorlagen zum Thema Wald

Ganz aktuell haben wir uns mal „Mein erstes Schablonen-Malbuch – Eule, Fuchs und Reh“ angeschaut. Das Buch besteht aus mehreren Pappseiten, die alle Schablonen enthalten. Insgesamt sind es über 35 Schablonen. In diesem Buch findet man in erster Linie Motive aus dem Wald: Bäume, Blätterformen, Pilze, Schnecke, Bär, Hirsch, Fuchs und ähnliches. Außerdem gibt es eine Malunterlage, eine Seite aus Pappe, die man zwischen die Schablonenseite und dem Blatt Papier legt.

Vor- und Nachteile von Schablonen in einem Buch

Die Motive sind insgesamt sehr schön und es macht Spaß sie zu zeichnen. Leider kann man die Motive von den verschiedenen Schablonen nicht so gut miteinander kombinieren. Zum einen passen die Größen nicht zueinander (z.B. ist der Bär größer als eine Tanne) und zum anderen kann man dadurch, dass die Schablonen mit einer Ringbindung in einem Buch befestigt sind, die Bilder immer nur an eine bestimmte Stelle des Blattes zeichnen, wenn man das Blatt nicht knicken möchte. Das ist etwas schade, denn an sich würde es ja gerade Spaß machen, alles schön miteinander zu kombinieren. Bei größeren Kindern könnte man die Schablonen aus dem Buch heraustrennen und so benutzen, bei kleineren würde ich das jedoch nicht machen. Die Ringbindung hat nämlich auch einen großen Vorteil: Die Schablonen halten prima an der richtigen Stelle und verrutschen nicht. Oftmals fällt es kleinen Kindern schwer, Schablonen nach zu zeichnen, da es für sich nicht einfach ist, sie gleichzeitig mit einer Hand fest zu halten und mit der anderen die Form nachzufahren. Das gelingt hier auch kleineren Kindern schon richtig gut. Außerdem reicht es den kleineren Kindern vielleicht auch schon, wenn sie einzelne Tiere schön aufs Blatt kriegen. Die Gestaltung eines ganzen Bildes ist ja noch nicht unbedingt in ihrem Interesse.

Auch wenn wir in der Praxis auf ein paar Schwierigkeiten gestoßen sind, gefällt mir das Schablonen Malbuch gut. Es regt zum Malen an und fördert die Feinmotorik. Und wer weiß, was letztendlich für Bilder aus den einzelnen Motiven entstehen? Kinder sind da häufig sehr kreativ. Und je älter sie sind, desto mehr können sie die Schablonen als Anregung für eigene Bilder nutzen.

Mini-Künstler: Mein erstes Schablonen-Malbuch – Eule, Fuchs und Reh, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62621-3, 9,99€

So war mein Bloggerjahr 2017

Wieder ist ein Jahr vergangen und ich möchte die Zeit gerne nutzen um ein wenig zurück zu blicken. Das erstaunliche ist ja, dass sich kein Bloggerjahr gleicht. Die Schwerpunkte verschieben sich ein wenig, andere Sachen rücken in den Vordergrund und neue Projekte tun sich auf.

Was hat das Jahr 2017 mir und meinem Blog gebracht?

Der Blog und Aktivitäten rund um Bücher in der realen Welt verknüpfen sich immer mehr und darüber bin ich sehr froh. Ich konnte das erste Mal als Bloggerin auf die Buchmesse nach Frankfurt fahren und habe dort viele interessante und nette Menschen getroffen. Absolut ein Bücherhighlight in diesem Jahr.

In der Bücherei habe ich eine Schreibwerkstatt für Jugendliche geleitet, was mir viel Freude bereitet hat. Ähnliche Aktivitäten kann ich mir auch sehr gut für die Zukunft vorstellen.

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Ich selbst habe ein paar Seminare zum Vorlesen besucht, die mich sehr inspiriert haben. Bald werde ich als Referentin ein solches Seminar anbieten, worauf ich mich schon richtig freue. Aber nicht nur in der Theorie habe ich mit diesem Thema beschäftigt, sondern auch in der Praxis. Regelmäßig lese ich nun im Kindergarten vor, wobei ich einige Rituale eingeführt habe. Diese Tätigkeit wird auf jeden Fall fortgesetzt.

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Neue Projekte mit anderen Bloggerinnen

Sehr schön ist immer die Kooperation mit anderen Büchermenschen. Auch in dieser Hinsicht war das letzte Jahr sehr schön. Ich habe mich an der Themenwoche zum Thema Leseförderung von Kinderbibliothek beteiligt. Es hat viel Spaß gemacht in ein Thema tiefer einzutauchen und eigentlich wollte ich mich mit diesem Thema auch noch weiter beschäftigen. Das ist mir bisher leider nur ansatzweise geglückt, wird aber auf jeden Fall weiter verfolgt.

Ich habe an einer Blogtour zum Buch „Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche“ teilgenommen und dabei sehr nette Kontakte aufgebaut und vertieft. Der Kinderbuchadvent, ein von Kinderbuch-Detektive organisierte Adventskalender, war ebenfalls eine tolle Sache, die von mehreren Kinderbuchbloggern veranstaltet wurde. So macht das Bloggen und die Beschäftigung mit Büchern noch mehr Spaß.

Auch 2017 gab es natürlich den Buchkönig, ebenfalls eine Sache, die ich gemeinsam mit anderen Bloggerinnen (Kinderbibliothek und Buchkind-Blog) mache. Die Verleihung des Buchkönigs an empfehlenswerte Bücher aus kleineren und mittleren Verlagen ist uns nicht nur eine Herzensangelegenheit, sie fördert ebenfalls das Miteinander mit verschiedenen Buchmenschen.

Interaktion auf Social-Media-Kanälen

Viel Interaktion und Gemeinsamkeit habe ich auch durch meine Anmeldung bei Instagram (@geschichtenwolkeblog) erlebt.  In meinem letzten Jahresrückblick habe ich noch erwähnt, dass ich nur bei Facebook aktiv bin, doch dann habe ich mir kurz darauf überlegt, es doch einmal mit Twitter und Instagram zu versuchen. Hm, ein Twitter-Freund bin ich nicht geworden. Der Kanal bringt mir nicht viel und ich vernachlässige ihn doch sehr. Dafür macht mir Instragram umso mehr Spaß. Aktuell habe ich dort 800 Abonnenten. Kein anderer Social-Media-Kanal ist so schnell gewachsen (bei Facebook sind es nach über drei Jahren etwa 100 Abonnenten weniger). Aber es geht mir nicht nur um die Zahlen. Hier findet auch viel Austausch statt und man bekommt viel von anderen Kinderbuchbloggern mit. Das gefällt mir sehr gut. Aber auch  auf Facebook werde ich weiterhin aktiv bleiben. Die Social-Media-Kanäle sind einfach wichtig für den Austausch und auch für die Zugriffe auf den Blog.

Ich habe im letzten Jahr auf dem Blog eine Pixibuch-Challenge veranstaltet. Das tat meinem Blog ganz gut und hat auch Spaß gemacht. Auch wenn die Challenge nun zu Ende ist, werde ich auch weiterhin Pixibücher im Auge behalten und immer mal wieder vorstellen.

Teilgenommen habe ich an der Oetinger-Summer-Reading-Challenge, die ich sogar gewonnen habe. Ich habe mich wahnsinnig über die schönen Bücher, die ich als Gewinn bekommen habe, gefreut und die Challenge an sich hat auch Spaß gemacht, allerdings werde ich wohl eher nicht noch einmal an einer Challenge, die sich auf einen Verlag beschränkt teilnehmen. Dadurch wird man zu sehr auf einen Verlag fixiert und die bunte Vielfalt auf dem Blog leidet ein wenig. Das hat mir nicht so gut gefallen.

Tolle Statistik

So, nun aber noch ein wenig zu den Zahlen. Mein Blog hat sich wahnsinnig gut entwickelt. 2016 hatte ich einen Monat, in dem ich über 5 000 Aufrufe erhielt, 2017 erhielt ich im November über 10 000 Aufrufe. Was für eine Steigerung! Im gesamten Jahr hatte ich im Vergleich zum Vorjahr über 20 000 Aufrufe mehr, das heißt, dass sich die Zahl der durchschnittlichen monatlichen Aufrufe von 3000 auf 5100 verbessert hat. Also, ich bin damit sehr zufrieden! Aber dennoch freue ich mich immer noch am allermeisten darüber, wenn ich von verschiedenen Leuten (zum Beispiel aus dem privaten Umfeld) höre, dass sie auf Grund meiner Empfehlungen Bücher gekauft haben.

Die beliebtesten Beiträge

Am beliebtesten waren die Beiträge „Hauswichtel Lasse kam durch die Wichteltür“ und „Es klopft bei Wanja in der Nacht.“ Damit wurde das Buch mit den Handabdrücken erstmals abgelöst. Über unsere Adventszeit und Weihnachten werde ich auf jeden Fall noch berichten. Mich freut, dass auch „Mit Kindern Bücher herstellen“ in den Top Ten gelandet ist.

In den Weihnachtsferien habe ich tatsächlich mal eine Blogpause eingelegt. Das konnte ich vorher nicht ohne schlechtes Gewissen machen, aber ich habe nun festgestellt, ja, das geht. Es ist okay eine kleine Pause zu  machen und der Blog geht dadurch nicht unter.

Wie wird 2018?

Für das neue Jahr möchte ich mir gar nicht so viel vornehmen, denn ich halte mich ja doch nicht daran und muss dann nur am Ende wieder feststellen, was alles nicht geklappt hat. Sehr schön wäre es aber auf jeden Fall, wenn ich wieder auf eine Buchmesse fahren könnte, wenn die Kontakte zu anderen Buchmenschen vertieft werden, wenn ich meine Bücherliebe auch vor Ort im Kindergarten und in der Bücherei ausleben kann und wenn sich vielleicht ein großer Traum bezüglich des Schreibens eigener Geschichten erfüllen würde. Und natürlich würde ich mich riesig freuen, wenn ich zahlenmäßig an das letzte Jahr anknüpfen könnte.

Mehr Kinderbücher auf dem Blog

Spannend wird es, in welche Richtung die vorgestellten Bücher gehen werden. Hier werden ja nun immer mehr Kinderbücher gelesen. Gerne möchte ich diesen Bereich auf meinem Blog vergrößern. Allerdings ist mein kleines Bücherwürmchen oft so neugierig auf die Geschichten, dass es die Bücher ruckzuck, morgens wenn es früh aufsteht, schon selber zu Ende liest… Es hat übrigens nun auch seinen eigenen kleinen Blog: Der Bücherzwerg. Ich weiß, immer noch nicht, wie ich das finde. Ich finde es unglaublich toll, dass mein Sohn sich so intensiv mit Büchern beschäftigt, aber andererseits soll natürlich alles spielerisch bleiben und zu viel Internet etc. finde ich in seinem Alter auch nicht so gut. Regelmäßig schreibt er sowieso nicht, aber andererseits möchte er schon, dass andere seine Sachen auch lesen. Sein Ziel ist es immerhin, dass er – so wie Mama – auch mal ein eigenes Rezensionsexemplar bekommt. Naja, wir werden sehen, wie sich das Ganze weiterentwickelt.

Ich bin gespannt, wie der Rückblick am Ende des Jahres aussehen wird und nun starte ich mit neuem Elan in das neue Bloggerjahr!

Vorlesen mit dem Kamishibai: Nikolaus

Am 5. Dezember, einen Tag vor Nikolaus, hatte ich im Kindergarten vorgelesen. Da bot es sich natürlich an, eine Nikolausgeschichte vorzulesen.

So ganz einfach fand ich es aber gar nicht eine zu finden. Ich habe dann einerseits mein Kamishibai mit dem Erzählkartensatz „Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr“ genutzt und andererseits habe ich eine Geschichte vom heiligen Nikolaus aus dem Buch „Leuchte, kleiner Weihnachtsstern“ vorgelesen. Beides habe ich miteinander kombiniert. Zunächst hat uns das erste Bild auf das Thema der Vorlesegeschichte gebracht. Die Kinder konnten es dann auch während des Vorlesens sehen, was ganz hilfreich war, da es sich um eine Vorlesegeschichte und nicht um ein Bilderbuch mit vielen Bildern handelte. Das ist in der Gruppe nicht immer ganz einfach, aber mit dem Bild im Kamishibai ging es ganz gut. Zwischendurch habe ich dann noch auf das zweite Bild gewechselt, welches Sankt Nikolaus am Hafen zeigt, denn dieses Bild passte auch zu der vorgelesenen Geschichte.

Im Anschluss an die Geschichte haben wir uns dann noch einige der weiteren Bilder des Kartensets angeschaut und darüber gesprochen, was zum heiligen Nikolaus dazugehört und wie wir heute den Nikolaustag feiern. In den Anmerkungen zu den Bildern des Kamishibais wird darauf hingewiesen, dass heute nicht der echte Nikolaus zu den Kindern kommt, sondern jemand der sich als Nikolaus verkleidet. Das ist natürlich richtig so, aber ich finde es nicht gut, wenn den Kindern so etwas im Kindergarten erzählt wird. Viele Kinder glauben ja doch, dass es sich um den echten Nikolaus handelt und meines Erachtens steht es dem Kindergarten nicht zu, ihnen diesen Glauben zu nehmen.

Eigene Kartenauswahl beim Kamishibai

Das Bild mit den aufgehängten Socken habe ich nicht verwendet, da dies bei vielen Kindern nicht mehr so üblich ist und stattdessen die Stiefel vor die Tür gestellt werden. Aber das ist ja das Schöne am Kamishibai. Man sucht sich vorher die Karten aus, die man nutzen möchte und lässt die anderen einfach weg. Auch die Anmerkungen kann man nur als eigene Hintergrundinformationen zur Hilfe nehmen oder man liest sie den Kindern vor. Gerade bei den Nikolauskarten bietet es sich aber an, über die Bilder mit den Kindern ins Gespräch zu kommen.

Als letztes haben wir uns das Bild angeschaut, auf dem die Kinder, dem Nikolaus etwas vortragen. Ich habe es zum Anlass genommen mit den Kindern die Vorlesestunde mit „Lasst uns froh und munter sein“ abzuschließen.

Ein Thema mit dem Kamishibai erarbeiten

Hier ist nun das Kamishibai auf eine ganz andere Art und Weise als bei der kleinen Schusselhexe zum Einsatz gekommen. Bei der kleinen Schusselhexe wurde eine Bilderbuchgeschichte erzählt, während hier die Kinder ein Fest im Jahreslauf kennen lernen. Anhand der Bilder bearbeitet man das Thema, kommt ins Erzählen und gibt den Kindern Informationen. Alle Kinder können das Bild gut sehen, so dass sie sich gut ins Gespräch einbringen können. Auch diese Art des Einsatzes gefällt mir gut.

Die Bilder sind hier sehr gut erkennbar. Es gibt nicht viel drum herum und das, worum es geht, steht klar im Mittelpunkt. Man könnte sie fast als etwas nüchtern beschreiben, aber zur Bearbeitung des Themas eignen sie sich durchaus sehr gut. Insbesondere das erste Bild, auf dem der Nikolaus durch den Schnee kommt, lässt aber auch eine adventliche Atmosphäre aufkommen.

Vorbereitung ist wichtig

Leider muss ich zugeben, dass ich mich ausnahmsweise mal nicht so gut auf die Vorlesestunde vorbereitet hatte, was man dann doch schnell merkt. Klar, ich habe eine Vorlesestunde auf die Reihe bekommen und die Kinder hatten auch viel Spaß, aber ich hatte zum Beispiel meine Geschichtenwolke vergessen und unserem Leseelch habe ich, ohne es zu merken einen anderen Namen gegeben. Er hieß nun auf einmal Lasse statt Lars… Hm, mal schauen, wie ich das alles wieder zurecht biege, aber ich habe daraus gelernt, dass es doch wichtig ist, sich auf das Vorlesen vernünftig vorzubereiten.

Kamishibai: Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr, illustriert von Gertraud Funke, Text von Esther Hebert und Gesa Rensmann, Don Bosco Medien GmbH, 14,95€

Leuchte, kleiner Weihnachtsstern – 24 Geschichten und Gedichte mit Bildern von Markus Zöller, herausgegeben von Britta Kudla, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61531-6, 16,95€

Rezension: Schläfst du?

Heute habe ich einen ganz süßen Bilderbuchtipp für euch: „Schläfst du?

Das Pappbilderbuch ist einfach klasse: Acht Hunde schlafen zusammen in einem Zimmer. Jeweils vier Hunde liegen übereinander in hohen Stockbetten. Alle Lampen sind gelöscht, aus einem Bett hört man Schnarchgeräusche und bei einem Hund gehen die Augen auf. Er macht sein Licht an und beschwert sich bei Micha, dass Popow schnarcht.  Nun geht auch bei Micha das Licht an. Da Nono dank des Schnarchens eh nicht schlafen kann, klettert er zu Micha rüber und lässt sich von ihm etwas vorlesen.

Nach und nach wachen immer mehr Hunde auf: Mal fehlt ihnen ein Kuscheltier, mal haben sie noch Durst und mal möchten sie nicht alleine schlafen. Nur der schnarchende Popow schläft die ganze Zeit weiter. Am Morgen erwartet ihn dann eine Überraschung…

Ein großer Spaß

Das Buch macht einfach richtig viel Spaß. Der kurze Text besteht allein aus Sprechblasen. Hier muss man zunächst ein wenig gucken, in welcher Reihenfolge, was gelesen werden muss, aber das hat man schnell heraus. Sowohl kleine als auch schon etwas größere Kinder haben Freude an diesem Buch. Die Kleinen finden es schon lustig zu gucken, welcher Hund als nächstes aufwacht und die größeren können vielleicht sogar die Texte selber lesen.

Auf den Bildern sieht man in erster Linie die sympathischen Hunde in ihren Betten, aber dennoch gibt es immer wieder kleinere Details, die die Kinder entdecken, wie z.B. ein umgestoßenes Glas. Die Hunde sind wirklich nett gezeichnet und sie haben vor allem richtig tolle Gesichtsausdrücke. Das Schnarchen von Popow erkennt man beispielsweise sofort. Herrlich gemacht!

Uns gefällt „Schläfst du?“ sehr gut und wir können es allen ab 2 Jahren empfehlen.

Schläfst du? von Dorothée de Monfreid, übersetzt von Ulrich Pröfrock, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-138-1, 14€