Rezension: Auf den ersten Blick verzaubert

(Werbung/Rezensionsexeplar) Lest ihr gerne Buchreihen? Ja, doch, eigentlich mag ich schon Reihen. Es ist schön, wenn man längere Zeit mit sympathischen Buchfiguren verbringen kann, aber es ist doch irgendwie blöd, wenn eine Reihe gerade erst begonnen hat und man erst einmal auf den nächsten Teil warten muss. Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke.

Möchtet ihr wissen, auf welchen nächsten Band ich unter anderem gerade warte? Ich verrate es euch: Auf den zweiten Band der „Plötzlich verwandelt“-Reihe. Gerade habe ich den ersten Band „Auf den ersten Blick verzaubert“ gelesen und nun möchte ich doch ganz gerne wissen, wie es weiter geht.

Ansprechendes Cover

Das Cover des Buches hat es mir direkt angetan. Irgendwie wirkt es einfach bezaubernd und so habe ich es mir auch mal schicken lassen, obwohl mein Schwerpunkt ja eher bei Büchern für jüngere Kinder liegt. Dies ist ein Buch für Jugendliche ab etwa 12 Jahren.

Ja, von außen gefiel mir das Buch direkt. Beim Lesen hatte ich aber zunächst ein bisschen Probleme. So richtig hat mich das Buch am Anfang nicht fesseln können. Es nahm irgendwie nicht so richtig Schwung auf und ich fand die Handlung etwas merkwürdig.

Ophelias Problem

In Ophelias Familie gibt es eine außergewöhnlich Gabe, die Verwandlungsgabe. Eigentlich gehen alle davon aus, dass diese Gabe nicht an Ophelia weiter vererbt wurde, sondern es nur ihre Zwillingsschwester Lora getroffen hat, die das Verwandeln in andere Personen schon ziemlich perfekt beherrscht. Doch eines Tages passiert es: Ophelia wächst in der Schule ein Bart. Allerdings passieren ihre Verwandlungen noch recht unkontrolliert, was sich unbedingt ändern muss. Bis zu ihrer Geburtstagsparty, zu der sie noch irgendwie ihren Schwarm Adrian einladen möchte, aber sich nicht recht traut, muss sie es beweisen, dass sie ihre Verwandlungen kontrollieren kann und dabei darf sie sich noch nicht einmal selber aussuchen, in wen sie sich verwandelt. Sie soll die Gestalt von Cliff annehmen, der bei allen äußerst beliebt ist, auf Ophelia aber zunächst einen eher langweiligen Eindruck macht. Um sich in ihn verwandeln zu können, muss sie ihn ganz genau kennen lernen und sie muss sich eingestehen, dass er scheinbar ganz anders ist, als er auf den ersten Blick wirkt…

Musste erst mit dem Buch warm werden

Diese Verwandlungssache sowie die Familienverhältnisse (Ophelia und ihre Schwester leben bei ihren drei Tanten) kamen mir schon etwas komisch vor, aber je mehr man in die Geschichte eingetaucht ist, desto interessanter wurde die Sache. Man fragt sich, was alles dahinter steckt, was wie zusammen hängt und wie wer an welchen Strippen zieht. Außerdem erreicht einen auch das Problem von Ophelia immer mehr. Man bekommt etwas von ihren Gefühlen und Schwierigkeiten mit, die am Ende des ersten Bandes auch noch lange nicht aufgelöst sind, so dass man jetzt gerne mit dem zweiten Band weiter machen möchte.

Meines Erachtens sollte man dieses Buch nur dann lesen, wenn man auch bereit ist, die weiteren Teile zu lesen, denn hier bleibt am Ende einfach noch so viel offen, dass man das Buch nicht als beendet ansehen kann.

Allen die Geschichten mit ein bisschen Magie, Geheimnisse, erste Liebe und kleine Alltagskatastrophen mögen, sei dieses Buch empfohlen! Ich freue mich jedenfalls nach anfänglichen Schwierigkeiten nun auf den nächsten Band.

Auf den ersten Blick verzaubert von Sonja Kaiblinger, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0071-3, 17€

 

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Rezension: Mama Muh. Der Comic

Es gibt eine Bilderbuchreihe, die ich immer besonders gerne vorgelesen habe: „Mama Muh“. Das liegt nicht nur an den witzigen Geschichten, sondern auch daran, weil man diese Bücher einfach prima vorlesen kann. Eine ruhige Stimme bei Mama Muh und ein bisschen krächzen, wenn ihre Freundin, die Krähe, spricht.

Mama Muh als Comic

Letztes Jahr ist von Mama Muh ein Comic-Band herausgekommen: „Mama Muh. Der Comic“. Und ich finde, es gibt kaum ein Bilderbuch, welches sich besser als Comic eignet als Mama Muh. Warum? Weil es bei Mama Muh in erster Linie um die witzigen Dialoge zwischen Mama Muh und der Krähe geht. Und diese kann man in einem Comic natürlich prima darstellen.

Ruhigere Bilder

Die Bilder sind ein bisschen anders als man sie aus den Bilderbüchern kennt, insgesamt viel ruhiger. In einem Bild ist hier auch immer nur eine Krähe zu sehen und nicht die Krähe, die bei ihren wilden Überschlagungen gleich mehrfach zu sehen ist, was manche Kinder durchaus irritiert. Auch der Hintergrund ist flächiger und ruhiger dargestellt. Alles wirkt ein bisschen so wie in einem Zeichentrickfilm.

Auch etwas für Erstleser

Meines Erachtens lohnt sich dieses Buch auf jeden Fall. Hier bekommt man ganz viel von Mama Muh und der Krähe. Gleich 12 Bildergeschichten (vom Kennenlernen über einen geplanten Ausflug, der dann ganz anders stattfindet bis hin zum Schlittschuhfahren auf dem Eis) findet man in diesem Buch. Normalerweise lese ich Comics nicht gerne vor, aber hier mache ich eine Ausnahme. Außerdem können mit diesem Buch Mama Muh und die Krähe auch noch Grundschüler weiter begleiten, denn viele Erstleser wagen sich gerne an Comics heran. Comics muss man erst einmal verstehen und sie sind von der Aufteilung her nicht unbedingt leicht zu lesen, aber durch die vielen Bilder und die kurzen Textabschnitte haben die Kinder das Gefühl, dass sie diese kleinen Lesehappen schon bewältigen können. Mama Muh als Comic ist also ein Buch, an dem gleich mehrere Kinder einer Familie Freude haben können.

Mama Muh. Der Comic von Jujja Wieslander und Sven Nordqvist, übersetzt von Maike Dörries, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0860-0, 14,99€

Rezension: Bücher von der Hundebande

(Werbung/Rezensionsexemplare) Vor einiger Zeit habe ich euch das Buch „Schläfst du?“ vorgestellt, welches mir richtig gut gefällt. Nun freue ich mich, dass es nicht bei diesem einem Buch mit der sympathischen Hundebande geblieben ist und stelle euch heute gleich zwei weitere Bände mit Popow, Alex, Pedro, Micha, Jane, Omar, Zaza, Nono und Kaki vor: „Wartet auf mich!“ und „Keine Lust“.

In jedem Buch nimmt ein anderer Hund eine Sonderrolle ein. Bei „Schläfst du?“ war Popow der einzige Hund, der durchgeschlafen hat und mit seinem Geschnarche nach und nach die anderen Hunde geweckt hat. In „Wartet auf mich!“ nimmt Omar diese Sonderstellung ein und in „Keine Lust“ ist es Micha.

Wartet auf mich!

In „Wartet auf mich!“ geht es an den Strand, von wo aus es mit einem Boot weiter zu einer Insel gehen soll. Omar kommt eine ganze Weile nach den anderen Hunden an den Strand und ruft natürlich „Wartet auf mich!“ Die anderen scheinen ihn aber gar nicht wahrzunehmen, steigen ins Boot und segeln los. Wieder muss Omar hinterher hecheln. Sein Rufen verhallt ungehört. Er schafft es aber auch ohne Boot bis zur Insel, wo er sich erst einmal verdient ausruht. Das haben die anderen Hund schon erledigt und sie springen gemeinsam ins Wasser. Omar könnte nun hinterher springen und wieder die gleichen Worte rufen, aber an dieser Stelle kehrt sich das Spielchen um.

Keine Lust

Egal, was ihm die anderen Hunde vorschlagen, Micha hat „Keine Lust“. Irgendwann geht den anderen Michas Gegrummel und seine schlechte Laune auf die Nerven und endlich kommt jemand auf die Idee zu fragen, warum Micha denn keine Lust hat. Die Antwort ist verblüffend und absolut nachvollziehbar! Ich verrate sie euch jetzt hier aber nicht, denn sie ist ein Teil des großen Spaßes beim Anschauen des Buches, den ich euch nicht nehmen möchte.

Schade, dass bei „Keine Lust“ auf der Rückseite nicht alle Hunde namentlich vorgestellt werden. Für Fans der Hundebande sollte dies aber kein Problem sein.

Bücher, die Lesespaß bringen

Die Bücher sind nicht lang und enthalten auch nicht viel Text, der ausschließlich in Sprechblasen steht. Meines Erachtens sind diese Bücher super für Kinder, die gerade lesen lernen. Sie müssen nur kurze Texte bewältigen und durch die Pointe kommt richtig Lesespaß auf.

Insgesamt finde ich alle Bücher wirklich herrlich. Sie machen Spaß und haben einen besonderen Witz. Außerdem sind sie nah dran an tatsächlichen Szenen aus dem kindlichen Alltag.

Wartet auf mich! von Dorothée de Monfreid, übersetzt von Ulrich Pröfrock, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-153-4n, 14€

Keine Lust von Dorothée de Monfreid, übersetzt von Ulrich Pröfrock, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-152-7, 14€

 

Rezension: Mein Opa, der Mond und ich

(Werbung/Rezensionsexemplar) Die Opa-Enkelkind-Beziehung ist häufig eine ganz besondere und wird gerne von den Geschichten des Opas geprägt. Natürlich hängen die Enkelkinder an den Lippen des Opas und sind immer wieder begierig auf die neuen Geschichten des Opas.

Opa-Enkelkind-Beziehung

So ist es auch in dem Buch „Mein Opa, der Mond und ich“. Der Opa erzählt dem Enkelkind völlig unglaubliche Geschichten. Buckelwal-Armeen, die dem Opa aufs Wort gehorchen, und die Erfindung des runden Hühnereis, gehören unter anderem dazu. Das Enkelkind glaubt ihm alles. Es genießt die Zeit mit dem Opa, der es sogar möglich macht, mit dem Enkelkind mit einem Katapult zum Mond zu fliegen. Mit Opa wird auch das Unerreichbare erreicht. Irgendwann, als der Opa älter wird, ändert sich das Verhältnis der beiden ein wenig, denn nun erzählt das Kind dem Opa Geschichten. Das Vertrauen zueinander aber bleibt. Die Geschichte geht weiter. Dies wird unter anderem ganz konkret in der Weitergabe des kleinen roten Hutes gezeigt, der vom Opa an den Enkel weitergegeben wird, aber natürlich hat der Opa dem Kind auch noch eine ganze Menge anderer Dinge, vor allem Nicht-Materielle, vermacht. Den Hut trägt der Opa im ganzen Buch. Er begleitet ihn, macht ihn aus.

Obwohl in dem Buch lauter verrückte Ideen vorkommen, ist es eine ruhig erzählte Geschichte, die eine Menge enthält. Hier wird die Fantasie angesprochen, das Opa-Enkelkind-Verhältnis, das Weitergeben von Werten und Fähigkeiten, der Fortlauf der Zeit etc.

Stimmungsvolle Bilder mit sympathischen Figuren

Auch die Bilder sind stimmungsvoll. Man kann sie nicht wirklich als schön bezeichnen, dazu wirken sie zu skizzenhaft und die Pinselstriche sind zu grob ausgeführt, aber irgendwie haben die Bilder dennoch etwas besonderes. Der Hintergrund kommt farbgewaltig, wie mit Wasserfarbe gemalt, daher. Die Stellen, an denen der Opa und das Kind zu sehen sind, haben dahingegen einen hellen Hintergrund. Sie wirken beinahe wie ausgeschnitten. Hier wurde die Farbe ausgespart. Der Opa ist ein kleiner Mann, der irgendwie mit der großen Nase knuffig wirkt. Ja, ich muss sagen, ich mag die Bilder, weil sie einfach anders sind und ganz viel ausstrahlen. Opa und Kind sind einem sofort sympathisch. Man liest ihre Geschichte sehr gerne. Übrigens hat mein Sohn etwas irritiert festgestellt, dass sich der Hut des Opas im Wasser in einer anderen Farbe spiegelt.

Schön ist natürlich auch das beigelegte rote Papier mit Bastelanleitung für einen Hut. Wird dieser vielleicht auch weitergegeben?

Mein Opa, der Mond und ich von Barroux und Séverine Vidal, übersetzt von Claudia Sandberg, Schaltzeit Verlag, ISBN: 978-3-941362-90-1, 14,90€

Rezension: Leben in der Wildnis

Es gibt viele, viele Bilderbücher, die ich mag – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Aber mich machen natürlich auch interaktive Elemente neugierig. Von solchen Büchern kann ich kaum die Finger lassen, muss in sie hineinblättern, an Drehscheiben drehen, Klappen öffnen etc. Nicht jedes Buch mit solchen Elementen ist gut gelungen, aber Lust auf ein solches Buch bekommt man zunächst auf jeden Fall.

Ein Buch mit vielen Effekten

Ein Buch, das diese anziehende Wirkung auf mich hatte, ist „Leben in der Wildnis – Tiere in der Natur – Ein interaktiver Atlas“. Hier kann man ganz viel aufklappen, drehen, gucken usw. Besonders beeindruckend ist natürlich auch der Pop-up-Berg sowie der Skorpion, der sich auf einmal unter dem Stein groß macht. Da macht das Anschauen natürlich sehr viel Freude. An vielen Stellen gibt es Klappen zu öffnen und man hat das Gefühl, dass man an dieser Stelle ein kleines Infobüchlein zu einem bestimmten Tier öffnet. Vor Löwe und Zebra befinden sich Gräser, die man zur Seite klappen kann, die einem aber ein 3D-Gefühl vermitteln. Optisch macht dieses Buch richtig viel her. Da schaut man zunächst gar nicht so richtig auf den Inhalt, der aber natürlich für ein gutes Buch auch wichtig ist.

Kurzes, interessantes Wissen

Wie ist das Buch also inhaltlich? Man bekommt kein großes bzw. vertiefendes Wissen mit langen Texten geliefert, aber überall findet man zu einzelnen Tieren oder Lebensräumen interessante Infohappen. Sortiert ist es nach Lebensräumen, die schön dargestellt werden, so dass man zum Beispiel den Tiger sowie das Faultier im Regenwald antrifft, und das Dromedar in der Wüste.

Das Buch macht den Eindruck eines sehr schönen Bilderbuchs, aber dennoch ist es eher ein Buch für Grundschüler, die schon über das Erstlese-Stadium hinaus sind. An vielen Stellen gibt es Informationen zum Nachlesen und die Texte sind recht klein geschrieben.

Mir gefällt das Buch sehr gut. Es ist pures Vergnügen sich dieses Buch anzuschauen. Nein, da geht es nicht in erster Linie darum, neue Informationen zu bekommen, aber diese wird man so nach und nach lesen, wenn man die ganzen Funktionen und Elemente in dem Buch angeschaut und ausprobiert hat.

Leben in der Wildnis – Tiere in der Natur – Ein interaktiver Atlas von Hannah Pang, illustriert von Jenny Wren, übersetzt von Karl Kiesel, 360 Grad-Verlag, ISBN: 978-3-96185-003-7, 18€

Rezension: Mit Papa allein zu Haus

Schön, wenn man Bücher, die man bereits mit dem ersten Kind gelesen hat, mit dem zweiten Kind noch mal entdecken kann. So geht es uns zum Beispiel bei dem Buch „Mit Papa allein zu Haus“. Beim ersten Kind hatten wir dieses Buch ein paar Mal aus der Bücherei ausgeliehen und ich weiß noch genau, wie viel Spaß es an dem Popowackel-Boogie hatte. Als ich nun das Buch neuaufgelegt im J.P. Bachem Verlag entdeckt habe, habe ich mich daher sehr gefreut. Und wie sollte es anders sein? Auch Kind zwei findet den Popowackel-Boogie klasse und nun können diesen witzigen Tanz gleich zwei Kinder hier zu Hause aufführen.

Spaß mit Papa

Eigentlich ist die Geschichte in dem Buch schnell zusammengefasst. Mama ist nicht da und Papa passt auf die Kinder auf und zwar so, wie es ein Papa eben macht. Das heißt, es wird so wild gespielt, dass Drecksspuren ins Haus führen und das Badezimmer am Ende unter Wasser steht. Damit Mama nicht ganz so wütend ist, als sie das Chaos erblickt, führt Papa ihr mit den Kindern schnell den Popowackel-Boogie vor, bei dem man mit dem Popo und den Ohren wackeln muss. Da kann auch Mama nicht länger böse sein.

In dem Buch passiert nicht viel. Aber die Kinder haben Spaß mit dem Papa und am Ende dann auch noch mit Mama. Es wird gemeinsam gespielt, ein Elternteil nimmt sich Zeit für die Kinder und macht ihren Quatsch mit. Herrlich!

Dieses Buch macht beim Vorlesen einfach Spaß und der Popowackel-Boogie ist einfach der Hit.

Mit Papa allein zu Haus von Guido van Genechten, übersetzt von Linde Müller-Siepen, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-3241-3, 12,95€

Rezension: 3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten

(Werbung/Rezensionsexemplar) Lorenz Pauli (Text) und Kathrin Schärer (Illustrationen) sind für mich ein Dreamteam in der Bilder- und Kinderbuchwelt. Die Geschichten enthalten Witz und teilweise auch etwas zum Nachdenken und die Bilder von den sympathischen Tierfiguren, bei denen man häufig fast jedes einzelne Fellhaar zu erkennen meint, laden selbst Erwachsene zum Betrachten ein.

Der Sammelband „3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten“ ist schon ein wenig älter, aber zum Glück gibt es ihn noch, denn Bücher werden ja nicht mit den Jahren schlechter. Der Sammelband beinhaltet die Geschichten „3 freche Mäuse“, „Goldfreunde“ und „10 Wünsche“.

Spiel mit Buchstaben

Besonders gut gefällt mir die erste Geschichte mit den drei Mäusen. Die drei Mäuse heißen E-Maus, I-Maus und N-Maus. In dem in der Geschichte einzelne Mäuse auf Schilder mit Text klettern, verändern sie den Text – ein tolles Spiel mit der Sprache, bei dem Kinder auch bereits mit überlegen können, wie sich der Text wohl durch einen Buchstaben verändern wird (z.B. wird aus „Most zu verkaufen“ „Mist zu verkaufen“). Ganz am Ende ist dann sogar der Einsatz aller drei Mäuse erforderlich, damit die Kinder fröhlich im Park spielen können.

Zählen, Teilen, Rechnen

Auch wenn die erste Geschichte meine Lieblingsgeschichte in dem Buch ist, können die beiden anderen durchaus ebenfalls überzeugen. Bei den „Goldfreunden“ wird gezählt, geteilt und gerechnet und zwar so sehr, dass dabei beinahe ihr Leben bedroht ist, denn sie merken bei ihrem Rechenstreit nicht, dass sie von zwei Katzen beobachtet werden, die sich schon die Mäuler lecken.

Wünsche und Reime

In der letzten Geschichte klappt es mit den 10 Wünschen bei einer Fee nicht so recht. Jeder Wunsch wird in etwas anderes, das sich auf den ursprünglichen Wunsch reimt, verändert. So bekommt der Erzähler zum Beispiel statt dem gewünschten Pferd einen Herd. An diesen Missverständnissen haben Kinder viel Freude. Das sind so Quatschideen, die sie sich gerne selber ausdenken.

Ein Buch für Erstleser

Dieses Buch lässt sich prima von Erstlesern bewältigen, die beim erfolgreichen Beenden des Buches mit Lesespaß belohnt werden. Allerdings müssen sie eventuell darauf hingewiesen werden, dass die Texte teilweise in den Bildern fortgesetzt werden. Man kann das Buch natürlich auch gemeinsam lesen bzw. es dem Kind vorlesen, allerdings kommt der Witz erst richtig heraus, wenn die Kinder schon ein wenig Buchstaben bzw. Laute zu Wörtern zusammensetzen können.

3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, Atlantis Verlag, ISBN: 978-3-7152-0651-6

Leipziger Lesekompass: Ich so du so

Was bzw. wer ist normal? Ist überhaupt irgendjemand normal? Also, ich finde als Antwort auf diese Fragen den Titel des Buches „Ich so du so – Alles super normal“ klasse.

Das Buch ist ein buntes Sammelsurium zum Menschen. Überall kommt zum Ausdruck, dass wir alle ganz verschieden sind und dass das gut so ist!

Viele Gedankenschnipsel und bunte Bilder

In dem Buch beantworten unter anderem Kinder aus ganz verschiedenen Ländern die gleichen Fragen, es gibt Comics, lustige Bilder, Bilder zum Nachdenken, lauter unterschiedliche Texte, Aussagen, die zum Nachdenken anregen, Fragebögen zum Ausfüllen und vieles mehr. Es ist ein Buch, in dem man immer wieder blättern kann. Immer wieder stößt man auf Texte, die einen gerade interessieren, die einen zum Nachdenken und Lachen bringen und Texte, über die man vielleicht gerne mit jemandem anderen diskutieren möchte.

Dieses Buch kann man immer mal wieder hervor nehmen. Es ist kein Buch zum Durchlesen. Dafür ist es ein Buch, das vielleicht den Blick auf die Mitmenschen und auf sich selbst ein wenig ändern kann. Wer bin ich? Wer sind die anderen? Was haben wir gemeinsam? Was ist normal und gibt es normal überhaupt?

Im besten Fall ist dies ein Buch, das die Welt und die Menschen ein bisschen menschlicher macht und welches zu Toleranz und Offenheit beiträgt.

Anlass für spannende Gespräche

Das Buch wird für Kinder ab neun Jahren empfohlen, was ich so unterschreiben würde. Dennoch hat sich mein Sohn dieses Buch mit sechs Jahren angeschaut und richtig lange darin geblättert. Er meinte am Ende zwar, dass er das Buch ein bisschen blöd findet und er gar nicht wusste, dass es solche komischen Kinderbücher gebe, aber ich muss sagen, dass ich selten so tiefgehende Gespräche mit meinem Sohn hatte, wie zu diesem Buch.

Es ist richtig spannend, was Kinder zu den Sachen aus dem Buch sagen, und häufig gehen einem dabei selbst die Augen auf. Es wäre toll, wenn man mit seinen Kindern das Buch teilweise gemeinsam schauen und sich austauschen könnte.

Die Sortierung nach Mädchen- und Jungenfarben kommt meinem Sohn überhaupt nicht merkwürdig vor, obwohl ich ihm von Anfang an gepredigt habe, dass es keine Mädchen- und Jungenfarben gibt. Rosa ist für ihn eine Mädchenfarbe. Als ich ihm widersprach, bekam ich eine interessante Antwort: „Die Jacken für Mädchen sind aber oft rosa.“ Genauso zu bestimmten Kleidungsstücken in dem Buch, die ja auch ein Junge anziehen könnte: „Auf Bildern haben die Sachen aber meistens Mädchen an.“ Da sieht man mal, wie genau und reflektiert Kinder wahrnehmen, was ihnen gezeigt wird.

Mir gefällt das Buch sehr gut und ich wünsche mir, dass ganz viele Kinder, die trotz der Vorprägung durch die Gesellschaft häufig noch für vieles offen sind, dieses Buch ganz intensiv lesen und sich mit anderen darüber austauschen. Ich glaube, dadurch könnte viel gewonnen werden!

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Ich so du so. Alles super normal“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis

Das Buch wurde zudem für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sachbuch nominiert.

Ich so du so. Alles super normal  von Labor Ateliergemeinschaft, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82316-8, 16,95€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Rezension: Wilbert, wo bist du?

(Werbung/Rezensionsexemplar) Seid mal ehrlich, habt ihr schon mal ein Bilderbuch von den Färöer Inseln gelesen? Sicherlich die wenigsten. Aber der Kullerkupp Verlag (auch so ein toller Name) bringt unter anderem genau solche Bücher auf den Markt, was ich sehr spannend finde. Dazu gehört auch das Bilderbuch „Wilbert, wo bist du?

Reduziertes Bilderbuch

Es ist gefühlt ein kleines Bilderbuch, denn sowohl Text als auch Bilder sind sehr reduziert. Man hat beinahe das Gefühl, dass nicht viel passiert:

Eine Ratte und Wilbert spielen Verstecken. Beim Suchen trifft die Ratte das Krokodil, welches gerne beim Suchen hilft, doch irgendwie kann es Wilbert einfach nicht entdecken…

Versteckspiel

Es ist ein Bilderbuch über das von vielen Kindern geliebte Versteckspiel. Und auch bei diesem Buch können sie dieses Spiel ein bisschen mitmachen und Ratte und Krokodil beim Suchen helfen. Aber was passiert in der Geschichte wirklich? Was ist Fantasie und Spiel, was Realität? Ehrlich gesagt, bin ich mir da an der einen oder anderen Stelle selber unsicher, aber das macht nichts. Das macht vielleicht sogar den Reiz dieses Buches aus. Eigentlich könnte bei so wenig Text und Bild alles klar sein. Es gibt nicht viel zu entdecken, aber genau das öffnet den Spielraum für die Fantasien der Leser. Hier kann man selber die Lücken füllen, die Text und Bild hergeben.

Spaß mit dem Buch

Wir lesen dieses kurze Bilderbuch immer wieder. Allein die ersten zwei Seiten, die nur folgenden Text hergeben, werden schon geliebt: „1, 2, 3… – Ich komme jetzt!“ „Ich komme jetzt“ muss jedes Mal auch von meinem Jüngsten gerufen werden. Und er ruft es immer so schön passend zu der kleinen Ratte mit dem weit geöffneten Mund – einfach klasse! Für diese ersten Seiten hat sich das Buch schon gelohnt. Aber dann geht es ja auch noch spannend weiter, denn Wilbert muss schließlich gefunden werden. Das Krokodil, welches kurz darauf auftritt, sieht im Übrigen einfach herrlich aus. Diese herausstehenden Zähne rund um den Kopf machen direkt darauf aufmerksam, dass man sich vor Krokodilen eigentlich besser in Acht nimmt, aber hier wird das Krokodil zu einem prima Spielkamerad und gemeinsam wird ganz viel Verstecken und Suchen gespielt.

Wilbert, wo bist du? von Bárður Oskarsson, übersetzt von Carsten Wilms, Kullerkupp Verlag, ISBN: 978-3-947079-06-3, 13,90€

 

Rezension: Juni und der Honigdieb

(Werbung/Rezensionsexemplar) Im Sommer muss man Sommerbücher lesen, oder? Nein, man muss es natürlich nicht, aber diese machen jetzt besonders viel Spaß. Wie wäre es zum Beispiel mit „Juni und der Honigdieb“?

Juni und ihre Geschwister Elfe und Jimmie erleben zusammen mit den Nachbarskindern Rudi und Josefa ihre Sommerferien. Eigentlich heißt es da natürlich gemeinsam in den See zu springen, aber in diesen Ferien haben sie eine wichtige Aufgabe zu erledigen: Nachdem sie Opa Sepperl als ihren Opa adoptiert haben und dieser nach einem Sturz im Krankenhaus landet, sollen sich die Kinder um seinen Bienenstock kümmern. Dabei entdecken die Kinder, dass hier ein Honigdieb am Werk ist. Sofort beschließen alle, dass der Honigdieb unbedingt gefangen werden muss und so versuchen sie ihm auf die Schliche zu kommen. Leider müssen sie dabei auch nachts heraus und einiges riskieren.

Tolle Illustrationen

Die Bilder sind toll: Bunt und voller Leben. Sie lassen den Leser sehr schön an der Geschichte teilhaben. Der Sommer und die Kindheit werden hier greifbar.

Insgesamt ist das Buch eine schöne Abenteuer- und Sommergeschichte für Grundschulkinder. Allerdings hat sie mich nicht von Anfang an so mitgerissen, wie andere Bücher mit ähnlichem Thema es tun. Dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen, woran es liegt. Teilweise handeln die Kinder meines Erachtens nicht immer passend zu ihrem Alter. Am Anfang kommen einem sowohl die Ich-Erzählerin als auch ihr „sehr kleiner Bruder Jimmie“ (dieser Wortlaut wird sehr oft wiederholt) jünger vor. Das ändert sich aber etwas innerhalb des Buches. Auch das ständige Gepupse eines der Kinder nervt mich ein wenig. Den umgangssprachlichen Ton der Ich-Erzählerin finde ich für eine Kinderfigur durchaus angemessen und ich denke, dass er auch die LeserInnen gut erreicht.

Kinder-Sommer-Abenteuer für Jungs und Mädchen

Gut gefällt mir, dass hier Jungs und Mädchen mitspielen und dass sich auch die Altersgruppen vermischen. Kinder dürfen in diesem Buch noch einmal richtig Kinder sein, herumstreifen, gemeinsam etwas unternehmen etc. Das kindliche Dorfleben in diesem Buch finde ich in Kombination mit dem Sommerabenteuer toll. Es macht Sehnsucht auf ein solches Leben und hat einen gewissen Bullerbü-Charme, wobei es vielleicht gerade der Charme ist, der bei mir durch den Stil des Buches nicht so ganz ankommt. Aber das ist natürlich ein sehr persönliches Empfinden. Ich hatte allerdings auch noch keine Gelegenheit das Buch mit meinem Sohn zu lesen. Der wird das möglicherweise ganz anders sehen. Das Buch wandert auf jeden Fall mal ins Urlaubsgepäck!

Sehr spannend finde ich, dass dieses Buch von Vater und Tochter geschrieben wurde. Das gefällt mir gut, denn Kinder haben ja häufig noch einmal ganz andere Ideen für so eine Geschichte.

Juni und der Honigdieb von Jörg und Jona Steinleitner, illustriert von Ulla Mersmeyer, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-60298-1, 12,99€