Happy Birthday, liebe Conni!

Carlsen Verlag

Wer kennt sie nicht? Conni, ein blondes Mädchen mit rot-weiß gestreiftem Pulli und Schleife im Haar, die sich als beste Freundin aller Kindergartenkinder anbietet. Conni, die von vielen Kindern geliebt und von vielen Eltern in die Verbannung gewünscht wird.

Diese Conni wird bereits 25 Jahre alt! Nun können also heutige Kinder, das gleiche literarische Kind zur Freundin nehmen, wie ihre Mütter.

Ich selbst bin ein wenig zu alt, um mit Conni aufgewachsen zu sein, aber bereits mir lief Conni schon über den Weg, bevor ich eigene Kinder hatte. Da es Conni einfach zu allen möglichen Themen gibt, eignete sich ein Pixibuch von ihr auch um bei einem 18. Geburtstag an ein Hobby zu erinnern: „Conni tanzt

Das erste Buch: Conni kommt in den Kindergarten

Das erste Buch, welches über Conni im Carlsen Verlag erschienen ist, heißt „Conni kommt in den Kindergarten“, welches zum Jubiläum überarbeitet und neu illustriert wurde. So wurde alles an die heutige Zeit angepasst. Beispielsweise sucht die Mama am Computer ein Foto für den Geburtstagskalender.

    

Conni für jedes Alter

Mittlerweile gibt es unzählige Conni-Bücher. Vor allem ist Conni auch mitgewachsen. Es gibt nicht nur Bücher über Conni im Kindergartenalter, sondern auch welche im Schul- und sogar im Teenager- und Jugendalter. Der Carlsen Verlag hat mir ein bunt gemischtes Conni-Päckchen gesandt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken. Auch wenn hier die große Bandbreite an Conni-Produkten sichtbar wurde, die auch erfolgreich sein mag, bleibt Conni für mich vor allem das kleine Mädchen, das einem in Pixibüchern begegnet. Mich persönlich irritieren auch die unterschiedlichen Illustrationen von Conni, aber das scheint Kinder ja auch nicht zu stören. Conni hat genug klare Merkmale, an denen sie wiedererkannt wird.

       

Neben den Connibüchern gibt es auch viele Produkte mit Conni, die Kinder sehr ansprechen. Als mein Sohn in den Kindergarten kam, fiel sein Blick im Geschäft als erstes auf die Conni-Kindergartentasche. Wir haben uns letztendlich für eine andere entschieden, aber auch hier wurde Conni direkt wiedererkannt.

Viele Eltern mögen Conni nicht und ihnen sind die Bücher nicht literarisch genug. Sie sind von Conni genervt. Ja, die Sprache in den Büchern ist recht einfach und die Geschehnisse bleiben an der Oberfläche. Es wird viel in Hauptsätzen erzählt, während Dialoge nur am Rande vorkommen.

Warum wird Conni so geliebt?

Mich stört das nicht. Ich bin nur von den Hörspielen und den Stimmen dort genervt. Aber man fragt sich ja schon, warum diese Bücher so erfolgreich sind. Conni hat keine besonderen Eigenschaften. Sie ist ein Mädchen ohne Kanten und Ecken. Sie erlebt nichts besonderes, aber dennoch wird sie von den Kindern geliebt und zwar im Kindergartenalter sowohl von Mädchen als auch von Jungen. Woran liegt das? Sie hat durch ihre Kleidung und der Schleife im Haar einen hohen Wiedererkennungswert. Kinder freuen sich immer, wenn sie bekannte Figuren in anderen Büchern oder auf Gegenständen wiederentdecken.

Außerdem glaube ich, dass genau das, was viele Eltern nervt, das Erfolgsrezept von Conni ist. Es gibt eben tatsächlich zu vielen alltäglichen Dingen ein Connibuch, wobei hier keine Probleme erörtert werden. Es geht vielmehr um Erlebnisse aus dem Alltag: Arztbesuche, Ponyreiten, Pizza backen, Flugreise und ähnliches. Kinder mögen es etwas auf ihrer eigenen Umwelt zu hören. Sie sind dabei die Welt zu entdecken und freuen sich, wenn Buchfiguren ähnliche Dinge wie sie selber erleben. Für Kinder sind diese Sachen nicht langweilig.

Conni auf der Buchmesse

Auch die einfache Sprache gehört sicherlich zum Erfolgsrezept. Ja, man kann sich anspruchsvollere Bücher wünschen, aber mit diesen einfachen Sätzen erreicht man bereits Buchanfänger. Selbst mein Kleiner, der meistens noch das Erzählen und Zeigen bei Büchern bevorzugt, hört bei den Connibüchern beim Vorlesen richtig gut zu. Mit Conni gelingt der Einstieg ins Vorlesen und das sollte man diesen Büchern doch hoch anrechnen. Ja, und dann kennen die Kinder Conni und wollen mehr und mehr von ihr hören. Und wenn sie dann aus den Büchern für die Kleinen herausgewachsen sind, gibt es Bücher für ältere Kinder und so bleibt Conni in vielen Familien über eine längere Zeit hinweg ein wichtiges Thema.

Wie steht ihr zu Conni? Seid ihr genervt von ihr? Könnt ihr mit ihr leben? Und was sagen eure Kinder zu  Conni?

Falls es unter euch Conni-Fans gibt, dann schaut doch mal auf die Conni-Seite im Internet. Hier gibt es alle Informationen rund um Conni.

 

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Tolle Vorlesebücher

Vorlesen? Liebe ich und mache ich auch regelmäßig! Vorlesebücher? Mag ich nicht unbedingt. Es gibt nämlich einige, bei denen die Geschichten recht nichtsaussagend sind und die einen wenig in den Bann ziehen.

Dennoch möchte ich euch heute, passend zum bundesweiten Vorlesetag, Bücher mit Vorlesegeschichten vorstellen, denn natürlich gibt es auch in diesem Bereich empfehlenswerte Bücher. Man muss sie nur ausfindig machen und dabei möchte ich euch mit diesem Beitrag ein wenig helfen.

Einmal, als der Bär ans Meer kam

Eine Buchperle ist das Buch „Einmal, als der Bär ans Meer kam – Die schönsten Vorlesegeschichten“. Hier findet man wirklich eine tolle und große Auswahl an Geschichten. Sie stammen von namhaften Autoren (Peter Härtling, Rafik Schami, Janosch, Josef Guggenmos, Kirsten Boie, Paul Maar, Klaus Kordon, Mirjam Pressler und viele andere) und sie sind völlig unterschiedlich sowohl vom Inhalt her als auch von ihrer Länge. Auch ein Märchen hat Eingang in dieses Buch gefunden. Beinahe 350 Seiten Vorlesestoff bekommt man hier auf einmal und ich habe bisher keine Geschichte gefunden, die es sich nicht lohnt vorgelesen zu werden. Manche Geschichten sind alleinstehende Geschichten und andere Geschichten gehören zu einer längeren Erzählung. Alles lässt sich aber gut lesen ohne die näheren Zusammenhänge zu kennen. Vielleicht bekommt man so ja auch Lust auf ein bestimmtes Buch, aus dem eine der Geschichten stammt.

Texte und Bilder – lebendig und humorvoll

Tiere, Menschen, Phantasiewesen sowie nachdenklich, lustig, philosophisch – hier ist wirklich alles vertreten, so dass wohl jeder seine Lieblingsgeschichte finden kann. Das Buch ist zudem auch noch wunderbar farbig illustriert. Die Bilder stammen von Anke Kuhl und Philip Waechter und sie passen haargenau zu diesem Geschichtenschatz. Auch in ihnen wird das Leben lebendig und humorvoll dargestellt. Es ist ein Vorlesebuch für die ganze Familie, wobei es eher an die Zeit nach den Bilderbüchern anschließt und für Kinder ab etwa 6 Jahren geeignet ist. Ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen – auch als abwechslungsreiche Lektüre für die Frühstückspause in der Grundschule.

Einmal, als der Bär ans Meer kam – Die schönsten Vorlesegeschichten, Herausgegeben von Barbara Gelberg, illustriert von Anke Kuhl und Philip Waechter, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82169-0, 16,95€

Fette Beute

Für wilde Mädchen und Jungs ist auch „Fette Beute – Wilde Geschichten von Räubern und Banditen“ eine wahre Fundgrube. Hier treffen sich lauter wilde Gesellen aus der Literatur: Natürlich ist Räuber Hotzenplotz vertreten, aber auch Astrid Lindgrens Räubertochter kommt hier zum Zuge und macht Lust auf mehr. Die anderen Geschichten sind abgeschlossene Erzählungen. Sie alle machen viel Spaß! Räuber, diese ungewaschenen Kerle, die unbedingt etwas Stehlen möchten, kommen bei Kindern, die sich nicht allzu schnell gruseln, sehr gut an. Vor allem, da sie, wie mein Sohn neulich feststellte, in den Kinderbüchern eigentlich gar nicht so wirklich böse sind, sondern meistens ganz nett.

Lauter verschiedene Räuber auf Beutejagd

In vielen Geschichten kommen Räuber vor, die sich wild und böse geben, und die anderen Räubern etwas beweisen wollen, z.B. Linus Langfinger. Nur wer etwas ganz besonderes geraubt hat, kann zum Räuberhauptmann gekürt werden. Bisher ist Linus Langfinger mit seinen Raubideen eher auf die Nase gefallen, aber dieses Mal hat er sich einen tollen Plan ausgedacht: Er wird die Frau des gefürchteten Räuberhauptmanns des Nachbarortes entführen. Am Ende kommt dann aber natürlich alles ganz anders als gedacht, aber Hauptmann durfte Linus Langfinger tatsächlich werden.

Es gibt aber auch tierische Räuber, die gar keine sein wollen, so wie der kleine Fuchs Fussel, der den Gänsen lieber helfen möchte, wieder in die Lüfte zu fliegen, und Kinder, die dem merkwürdigen Verschwinden der Süßigkeitenvorräte in einem Ferienlager nachgehen. Die Geschichten in dem Buch sind also bunt gemischt, aber allesamt sind sie spannend. Die Kinder können sich bei den interessanten Titeln nur mit Mühe für eine Geschichte entscheiden, denn am liebsten würden sie sofort alle auf einmal hören. Auch dieses Buch ist sehr ansprechend illustriert. Katja Gehrmanns bunte Bilder finden sich hier. Nicht auf jeder Doppelseite ist ein Bild zu finden, dafür ziehen sich die Bilder auf anderen Seiten über die komplette Seite.

Ebenfalls zu empfehlen für Kinder ab 6 Jahren.

Fette Beute – Wilde Geschichten von Räubern und Banditen von Otfried Preußler, Wieland Freund, Florian Beckerhoff u.v.a. , illustriet von Katja Gehrmann, Thienemann, ISBN: 978-3-522-18477-9, 14,99€

Starke Vorlesegeschichten

Das Buch „Starke Vorlesegeschichten“ richtet sich dahingegen bereits an Kinder ab 4 Jahren. An diesem Buch und an der gesamten Reihe (u.a. „Fantastische Vorlesegechichten“, „Kuschelige Vorlesegeschichten“ und „Weihnachtliche Vorlesegeschichten“) gefallen mir besonders gut die Ideen zum Mitmachen. Zum einen bekommt man bereits beim Vorlesen Tipps, wie man die Kinder mit einbeziehen kann (z.B. hängt ein kleiner Junge an einem dicken Ast – an dieser Stelle bietet sich folgende Frage an: „Worauf bist du schon mal geklettert?“), und zum anderen schließt sich an die Geschichte eine kleine Aktion an. Das kann eine Bastelidee oder ein kleines Spiel sein. In diesem Buch geht es natürlich viel um Mut und Kraft. Also malt man sich selber als Muskelchampion, trägt viele Kuscheltiere auf einmal durch einen Parcours oder bastelt sich kleine Monster, die einen abends beschützen.

Ängst überwinden – Mut beweisen

In den Geschichten gibt es einen Superman, der sich vor Libellen fürchtet, einen kleinen Tiger, der lernen muss, seine Schüchternheit zu überwinden, eine pfiffige und starke Ameise, ein Mädchen, das seine Angst überwindet und vom Startblock ins Wasser springt, und natürlich noch viele andere. Überall werden Ängste überwunden und es wird festgestellt, dass jeder etwas hat, was ihm Angst macht. Es ist ein mutmachendes Buch, aber man sollte vielleicht nicht unbedingt alle Geschichten auf einmal lesen. Denn auch wenn es immer um andere Probleme und Figuren geht, ist die Grundidee bei den Geschichten doch sehr ähnlich und es könnte dann alles etwas pädagogisch wirken. Die einzelnen Geschichten machen jedoch Spaß und lassen sich gut vorlesen.

Auf jeder Seite findet man bunte Bilder von Katrin Oertel, bei denen man das Unbehagen der Figuren gut erkennen kann. Am Ende sind dann aber natürlich alle immer fröhlich, was man ebenfalls auf den Bildern sieht.

Starke Vorlesegeschichten – Helden, Freunde, große Taten von Sandra Grimm, illustriert von  Katrin Oertel, Ellermann, ISBN: 978-3-7707-2735-3, 12,99€

Und noch viel mehr tolle Vorlesebücher findet ihr in dieser Übersicht. Schaut doch mal rein und stöbert ein wenig.

Rezension: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Als ich euch „Die Geschichte von Nathan dem Weisen“ vorgestellt habe, habe ich erwähnt, dass ich Klassiker für Kinder mag. Besonders schöne Bücher in diesem Bereich bringt der Kindermann Verlag heraus. Aus der Reihe „Poesie für Kinder“ habe ich euch bereits „Knecht Ruprecht“ vorgestellt, dass nun so langsam wieder aus dem Regal hervorgeholt werden kann – ach ja, ich freue mich schon wieder darauf das Gedicht in der Adventszeit zum Besten zu geben.

Ebenfalls in dieser Reihe ist „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ erschienen und darüber möchte ich heute ein wenig schreiben.

Ich mag das Gedicht sehr gerne (obwohl ich gar nicht wusste, dass es auf einer wahren Begebenheit basiert) und ich finde, dass es auch gerade für Kinder gut geeignet ist.

Lebendige Illustrationen

Es hat einen tollen Klang und Rhythmus und mir gefallen die Bilder von Dorota Wünsch dazu sehr gut. Sie sind frisch, frech und voller Leben (und mein Sohn erkannte direkt, dass sie auch Räuber Grapsch illustriert hat). Sie veranschaulichen das Gedicht vom freundlichen Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, der seine Birnen großzügig an die Kinder des Dorfes verschenkt, hervorragend. Sein Sohn dahingegen ist geizig und keines der Kinder kann nach dem Tod des Vaters auf Birnen hoffen. Doch da haben sie nicht mit der Genialität des alten Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland gerechnet: Denn dieser hat einen Weg gefunden, wie er auch nach seinem Tod den Kindern mit süßen Birnen eine Freude machen kann.

Ein tolles Gedicht, herrliche Bilder = ein äußerst empfehlenswertes Buch für die ganze Familie!

Poesie für Kinder: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland von Theodor Fontane, illustriert von Dorota Wünsch, Kindermann Verlag, ISBN: 978-3-934029-66-8, 15,90€

Rezension: Loranga – Der beste Papa der Welt

Habe ich neulich beim Müffelmax noch geschrieben, dass ich nach einem tieferen Sinn des Buches gesucht habe? Was für eine blöde erwachsene Eigenschaft! Gerade habe ich wieder festgestellt, wie viel Spaß man an schrägen Büchern haben kann: Wir lesen gerade „Loranga – Der beste Papa der Welt“. Und was soll ich sagen? Es ist einfach herrlich! Absoluter Quatsch, ja, aber es macht viel Spaß!

Herrlich verrückt

Astrid Lindgren (nicht verwandt mit der Autorin Barbro Lindgren) hat über das Buch folgendes gesagt: „In dem Buch steckt eine edle Verrücktheit, die mich immer wieder aufs Neue überrumpelt. Weder Loranga noch Masarin sagen ein einziges vernünftiges Wort – aber sie werden für immer meine Freunde sein.

Ich finde diese Aussage trifft es genau. Ja, was hier erzählt wird, ist einfach verrückt, aber irgendwie schließt man diese Typen schnell in sein Herz und möchte einfach mehr von ihnen erfahren.

Auf jeder Seite wird hier jede Menge Unsinn erzählt, aber dennoch hängt alles zusammen und es wird eine ganze Geschichte erzählt.

Loranga – Mehr Kind als Papa

Das Buch beinhaltet zwei Teile von Loranga. Loranga ist der Papa (über eine Mama erfährt  man nichts), aber vom Verhalten her ist er ein richtiges Kind. Sein Sohn Masarin ist etwas ruhiger als der Vater, macht aber bei jedem Quatsch mit. Und dann mischt auch noch der Opa Dartanjang mit.

Was die drei so unternehmen? Naja, nicht das, was Väter und Familien so im allgemeinen tun. Loranga geht nicht arbeiten und er muss ganz laut Popmusik hören, sonst bekommt er Ohrenschmerzen. Auf dem Müllhaufen liegt eine Giraffe mit dem Kopf in einer Blechbüchse, auf der sie reiten, wenn sie z.B. 1000 Würstchen einkaufen. Warum so viele? Na, sie haben doch hunderte von Tigern in ihrer Scheune eingesperrt, die Hunger haben. Die Giraffe ist übrigens auch sehr hungrig und frisst unter anderem die Dachpfannen der Garage oder die kompletten Betten von Loranga und Masarin. In der Garage ist somit ein Schwimmbecken entstanden, in dem Vater und Sohn täglich ein paar Runden schwimmen, obwohl sie gar nicht schwimmen können. Ab und zu werden sie dabei von Hechten und gelben und roten Eulen gestört. Ansonsten halten sich die roten Eulen allerdings im Briefkasten des grantigen Nachbarn auf, der deswegen auch schon die Polizei gerufen hat, welche Loranga und Masarin mit Bindfäden gefesselt zum Gefängnis gebracht hat.

Ich glaube, ihr merkt schon, wie es in diesem Buch zugeht, oder? Bücherwürmchen findet jedenfalls, dass Loranga ein richtig cooler Papa ist. Und dass sogar, obwohl Loranga alle Spiele so auslegt, dass er immer selber gewinnt und sein armer Sohn das Nachsehen hat! Vermutlich versteht Bücherwürmchen noch nicht alles in dem Buch und mancher Witz bleibt unentdeckt, aber wir haben auf jeden Fall gemeinsam viel Spaß an diesem Buch.

Bei uns ist am 6. Dezember Nikolauslesen in der Schule. Das heißt, dass Eltern kleinen Gruppen jeweils 10-15 Minuten etwas vorlesen. Ich überlege ja tatsächlich, ob ich da dieses Buch mitnehmen soll. Mal sehen.

Loranga – Der beste Papa der Welt von Barbro Lindgren, übersetzt von Maike Dörries, WooW Books, ISBN: 978-3-96177-002-1, 15€

Vorlesen: Ballula Kugelfee

Nach den Herbstferien ging es nun heute mit dem Vorlesen weiter.

Lese-Elch Lars

Wir haben gerade unser Lied gesungen, da wurden wir auch schon gestört. Der Elch Lars aus Schweden hat sich eingemischt, denn er fand es unerhört, dass wir ohne ihn angefangen haben. JA, er ist ein richtiger Bücherwurm und hat Wind von der Vorleseaktion bekommen. Da musste er natürlich mitkommen. Und dass, obwohl er kein Wort Deutsch versteht! Aber er meint, vielleicht lernt er das ja bei schönen Geschichten. Er ist außerdem ganz schön anspruchsvoll: Er möchte beim Vorlesen gemütlich auf einem Kissen sitzen und am liebsten säße er sogar an einem Lagerfeuer. Na, das geht im Kindergarten ja nun wirklich nicht. Wir haben ihm dann ein LED-Licht in einem Windlicht angemacht und es ihm auf einem Kissen zwischen den Kindern bequem gemacht.

Wenn er uns beim nächsten Mal wieder besucht, haben wir wieder etwas, womit wir uns auf die Vorlesestunde gemeinsam vorbereiten: Lars braucht seinen gemütlichen Platz und das Lichtlein muss flackern.

So, nun konnten wir endlich in Ruhe unser Lied singen.

Ballula Kugelfee und andere runde Dinge

Anschließend habe ich einen kleinen Ball hochgehalten und die Kinder gefragt, was noch alles rund ist: Eiskugeln, Äpfel, Kirschen und der Mond!

Heute kam dann das Buch „Ballula Kugelfee“ auf unsere Wolke und schwebte ins Reich der Geschichten.

Beim Vorlesen fielen den Kindern noch weitere runde Sachen ein, über die sie dann auch immer berichten mussten.

Ich war sehr gespannt, wie dieses Buch bei den Kindern ankommt, da es ja kein „Jungsthema“ ist (wobei ich die Unterscheidung sowieso nicht mag!). Die Kinder haben sich nicht dazu geäußert, wie ihnen das Buch gefallen hat, aber ich habe erstaunlicherweise keinen einzigen Ton der Ablehnung von den Jungs gehört. Das kommt sicher daher, dass diese Fee nicht mit so viel Glitzer daher kommt, wie sie es Feen sonst oft zu tun pflegen.

Spannend fanden die Kinder die runde Erde, die das Zuhause von uns allen ist. Außerdem musste sie alle schmunzeln, als ich gesagt habe, dass sie alle die allerbeste kugelrunde Sache haben: Einen Kopf mit vielen tollen Ideen!

Bastelaktion

Bei dem Buch hätte man auch über das Thema Mobbing, gesunde Ernährung und vieles andere sprechen können. Für mich stechen aber die ganzen Kugeln in dem Text hervor und ich habe mir überlegt, dass jedes Kind eine „Kugel“ (bzw. einen Kreis) bunt gestalten darf.

Erster Versuch die Kreise zu gestalten

Ich habe für solche Aktionen nicht viel Zeit und so musste ich mir gut überlegen, wie ich die Kreise gestalten lassen. Eigentlich wollte ich die Kinder nur bunte Formen aufkleben lassen. Dafür habe ich ganze Bögen mit Etiketten mit Wasserfarbe angemalt (etwas Glitzer drauf getan) und zerschnitten. Die Schnipsel habe ich dann hinten noch mit einem Cuttermesser eingeritzt, damit sich die Folie leichter lösen lässt. Dennoch habe ich letztendlich befunden, dass das abknibbeln der „Aufkleber“ für die Kinder zu schwierig ist und ich dabei zu viel helfen müsste. Wir haben sie dann zu Hause verwendet, wobei meine Jungs große Freude am Bekleben der Kreise hatten. Für den Kindergarten habe ich dann einfach bunte Stifte und ein paar Aufkleber (Punkte, Blumen, Sterne) mitgenommen.

Kreise der Kinder

Die Kinder hatten großen Spaß daran ihren Kreis zu gestalten und hätten ihn am liebsten direkt mit nach Hause genommen. Ich werde sie aber als eine Art Mobilé dem Kindergarten geben. Vielleicht werden sie dort ja aufgehangen und erinnern die Kinder an die runde Geschichte von Ballula Kugelfee.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen und von nun an werde ich regelmäßig alle 2 Wochen vorlesen. In den letzten Wochen musste das durch Ferien und Feiertage immer ein bisschen geschoben werden, aber jetzt sind wir im Rhythmus drin.

Ballula Kugelfee von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-16-4, 14,50€

Rezension: Die Geschichte von Nathan dem Weisen

Ich mag es, wenn Kindern altersgerecht alte Geschichten und Klassiker vermittelt werden. Uns so war ich auch sehr neugierig auf das Bilderbuch „Die Geschichte von Nathan dem Weisen – Die Ringparabel neu erzählt“.

Hier geht es um die Begegnung von Nathan dem Weisen mit dem Sultan, bei der der Sultan Nathan nach der wahren Religion fragt. Statt einer Antwort erzählt Nathan die Ringparabel: Ein Vater mit drei Söhnen hat nur einen einzigen besonderen Ring zu vererben. Er fertigt Kopien an, so dass jeder Sohn einen Ring erhält von dem er annimmt, dass es der echte ist.

Die Ringparabel ist ein Aufruf zum Frieden und zur Toleranz und somit ein wichtiger Denkimpuls in der heutigen Zeit, in der Andersgläubigen häufig mit viel Skepsis und Argwohn und teils sogar mit Hass begegnet wird.

Die Geschichte ist nicht ganz einfach, kann aber von Kindern ab dem Grundschulalter gut verstanden werden. Ich denke aber, dass es wichtig ist, mit Kindern über den Inhalt zu sprechen und noch mal zusammenzufassen, worum es eigentlich geht.

Schön gestaltetes Bilderbuch

Sprachlich erinnert die Erzählung an ein Märchen. Sicherlich wird auch nicht jedes Wort von Kindern verstanden, aber das macht nichts, denn die Botschaft kommt am Ende an.

Durch die Sprache und die schönen Bilder, die einen in die Welt des Sultans entführen, ist das Bilderbuch sehr beeindruckend. Man spürt, dass es sich um eine besondere Geschichte handelt. Es ist ein Buch, welches man gerne in den Händen hält und mit dem man Kindern gerne die Ringparabel nahe bringt. Selbstverständlich ist dieses Buch auch gut für den Grundschulunterricht geeignet. Für deutlich jüngere Kinder ist es eher schwierig. Allein das Thema Religion ist für Kindergartenkinder nicht unbedingt greifbar und es ist schon recht viel verlangt, wenn sie den Transfer von der Ringparabel leisten müssen. Sollten sie jedoch bereits Interesse an diesem Thema zeigen und bereits viel Kontakt zu Menschen unterschiedlichen Glaubens haben, so kann man das Buch auch schon mit Vorschulkindern betrachten und über die Thematik sprechen.

Die Geschichte von Nathan dem Weisen – Die Ringparabel neu erzählt von Max Bolliger und Giuliano Ferri, Herder Verlag, ISBN: 978-3-451-71397-2, 14,99€

Rezension: Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch

Gestern habe ich geschrieben, dass Weihnachten und Lichter gut zusammen passen, aber es gibt noch etwas anderes, was gut zu Weihnachten passt und das sind kleine Wichtel. Findet ihr nicht auch? Ich freue mich jedenfalls, dass es wieder „Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch“ gibt. Ja, auch das Frühlingswichtel-Wimmelbuch ist klasse, weil Wichtel einfach immer niedlich sind, aber ich finde, dass die Winterausgabe noch mehr ein Muss ist.

Fröhliches Gewimmel

Natürlich herrscht auf jeder Seite ein ordentliches Gewusel und Gewimmel. Bei den Wichteln ist immer etwas los. Sie backen, spielen im Schnee, gehen auf den Weihnachtsmarkt, werkeln an Geschenken, sorgen für die Tiere im Wald und feiern schließlich Weihnachten bei leckerem Essen und geheimnisvollen Geschenken. Alle Wichtel tragen die typischen roten Zipfelmützen und immer geht es bei ihnen lebendig und fröhlich zu. Ich finde sie einfach herrlich und habe selber viel Spaß an diesen bunten, niedlichen Seiten.

Bekannte Figuren

Überall gibt es viel zu entdecken. In kurzen Texten wird kurz erzählt, worum es geht und was die Wichtel alles tun. Auf den Seiten kann man lange verweilen, denn es gibt viele Details zu finden. Außerdem kann man auf jeder Seite nach sieben namentlich genannten Wichtel suchen, denen die Kinder natürlich auch im Frühlingsbuch begegnen. Wer das andere Buch schon kennt, macht sich somit auch schnell auf die Suche, nach Mats, dem Wichtel, der so viel Unsinn macht, oder nach Peer, den man eigentlich nur schlafend begegnet.

Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch“ ist ein sehr schönes, weihnachtliches Buch, welches man unbedingt mehr als einmal anschauen sollte, denn beim ersten Anschauen wird man längst nicht alle witzigen Szenen gesehen haben. Aber da das Buch so herzerwärmend ist und einfach Spaß macht, wird man es sowieso immer wieder anschauen.

Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch von Outi Kaden und Kristina Schaefer, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62666-4, 6,99€

Rezension: Licht an, Licht aus – Weihnachten in jedem Haus

Was gehört zu Weihnachten unbedingt dazu? Natürlich Kerzen und Lichter. Und so ist es auch besonders schön, dass es nun auch ein Pappbilderbuch mit Lichtern gibt, denn Weihnachten und Lichter – das passt zusammen.

Das Bilderbuch „Licht an, Licht aus – Weihnachten in jedem Haus“ beinhaltet fünf kleine Lämpchen, die man durch Ausstanzungen auf jeder Seite sehen kann. Mal sind sie die Lichter der Laternen, mal leuchten sie als Sterne und mal erhellen sie als Kerzenschein die Seiten. Für Kinder ist es unglaublich faszinierend auf die Lampe zu drücken und damit die Lichter an und auszuschalten. Sollte man das Ausschalten mal vergessen, schalten sie sich nach kurzer Zeit auch von selber aus, so dass das Buch nicht mit leuchtenden Lichtern im Regal liegen bleiben kann. Durch diesen tollen Effekt ist der Inhalt des Buches für die Kinder fast schon uninteressant.

Text und Bilder eher einfach und altmodisch

Der Text ist somit auch sehr kurz gehalten. Die kurzen, einfachen Sätze reimen sich – mal mehr, mal weniger gelungen. Aber der Schwerpunkt liegt für die Kinder sowieso auf den Bildern. Es ist spannend, wo die Lichter in den Szenen eingebunden werden. Und dann wird wieder gedrückt und gestaunt.

Die Bilder sind nett und freundlich, mit einem Touch Nostalgie, gestaltet. Für den einen oder anderen mögen die Bilder auch ein wenig kitschig sein, aber das macht ja gerade Kindern meist nichts aus. Die dargestellten Szenen beginnen schon vor der Adventszeit: Kinder mit Laternen laufen durch die Nacht. Vermutlich hat dieses Bild nur dadurch einen Platz im Buch bekommen, da die Lichter so schön in die Laternen passen. Ansonsten dreht sich nämlich alles um Weihnachten: Der Balkon ist festlich geschmückt und die Spatzen holen sich dort ihr Futter, der Weihnachtsmann bringt Geschenke, Engelchen schmücken den Weihnachtsbaum und die Szene im Stall ist zu sehen.

Durch die integrierten Lichter ist das Buch für Kinder einfach ein Highlight. Und ich gebe zu, dass auch ich erst einmal neugierig geguckt habe, wie die Lichter in dem Buch wohl wirken.

Licht an, Licht aus – Weihnachten in jedem Haus von Renate Cossmann, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62376-2, 12,99€

 

Rezension: Pinipas Abenteuer

Kennt ihr schon die geheime Freundin von Greta? Sie heißt Pinipa und erlebt gerne Abenteuer. Im ersten Buch über sie reist sie als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin einmal durch ganz Deutschland und lernt dabei einiges kennen.

Das Buch „Pinipas Abenteuer – Eine phantastische Deutschlandreise als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin“ hat direkt einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht.  Es wirkt bereits beim ersten Durchblättern hochwertig und ansprechend. Die Bilder sind witzig, fröhlich und bunt, aber keineswegs kitschig oder billig. Die Farben wirken angenehm und man kann natürlich auch Orte und Gegenden aus Deutschland an Landschaften und Gebäuden gut erkennen. Die Bilder machen Lust darauf, das Buch genauer anzuschauen und auch das Thema Deutschlandreise klingt verlockend.

Für ein Bilderbuch enthält das Buch sehr viel Text, aber es ist ein Buch, welches man Grundschulkindern prima vorlesen kann. Die Überschriften sehen mit ihrer künstlerischen Schriftart nett aus, aber ich finde sie eher etwas irritierend, insbesondere weil sie Leseanfängern, die vielleicht schon mal die eine oder andere Stelle mitlesen möchten, das Lesen erschweren.

Informative und spannende Geschichten

Die Geschichte liest sich sehr gut. Auch hier merkt man die Qualität des Buches. In einer Seifenblase und später in einem Papierschiff reist Pinipa durch Deutschland und entdeckt dabei ein paar ausgewählte Orte Deutschlands über die man in dem Buch ein wenig erfährt. Es geht hier nicht in Details, aber dennoch bekommt man ein paar Informationen vermittelt. Vor allem verfolgt man auf der Reise einige Deutschlandrekorde: Unter anderem der größte Hafen, die größte Insel, die größte Stadt, der höchste Berg, der größte See und der längste Fluss. Ich vermute, dass dadurch die Reiseroute bestimmt wurde, aber ich weiß letztendlich nicht, nach welchen Gesichtspunkten die Reisestationen ausgesucht wurden. Es gibt auch Episoden, bei denen es sich mir gar nicht erschließt, warum sie in dem Abenteuer vorkommen. Neben diesen Fakten kommen aber auch Legenden und Sagen sowie Dialekte und Bräuche in dem Buch vor. Insgesamt erfährt man also doch einiges über Deutschland und man wird dazu angeregt sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Das Ganze ist in eine spannende Reise verpackt. Pinipa ist sympathisch und trifft auf ihrer Reise auf die unterschiedlichsten Figuren, mit denen sie sich gerne austauscht.

Uns hat das Buch gut gefallen. Ich habe es meinem Sohn in einem Rutsch vorgelesen und wir lesen gerade schon das zweite Abenteuer von Pinipa, welches ich euch natürlich auch noch vorstellen werde.

Pinipas Abenteuer – Eine phantastische Deutschlandreise als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin von Martin Grolms und Annika Kuhn, Gruhnling Verlag, ISBN: 978-3-00-047832-1, 15,90€

Ende der Pixi-Challenge

Die Pixi-Challenge ist nun beendet. Leider hat es nicht einmal ein Drittel aller TeilnehmerInnen geschafft von Februar bis Ende Oktober 20 Pixibücher zu lesen bzw. vorzustellen. Dennoch möchte ich mich bei allen TeilnehmerInnen für ihre Teilnahme bedanken, ganz besonders natürlich bei allen, die bis zum Ende ganz engagiert dabei waren und tolle Beiträge zu Pixibüchern veröffentlicht haben. Vielen Dank!

Mir selber hat die Challenge viel Spaß gemacht.  Der Austausch mit den aktiven TeilnehmerInnen war sehr schön. Ich habe mich über viele verschiedene Beiträge gefreut und habe mich selber auch noch einmal ganz intensiv mit Pixibüchern beschäftigt. Ich werde natürlich auch über die Challenge hinaus über verschiedene Pixibücher berichten. Gerade ist unser Kleiner dabei Pixibücher für sich zu entdecken und der Große hat schon seit dem Frühjahr den Wunsch sich nächstes Jahr an Karneval als Pixi zu verkleiden. Finde ich eine tolle Idee und unterstütze ich natürlich gerne. Wer also noch passende Accessoires dazu hat, immer her damit! 😉

Auf der Übersichtseite findet ihr alle Links zu den Beiträgen der TeilnehmerInnen und auf einer Unterseite seht ihr eine Menge vorgestellter Pixibücher. Schaut doch gerne noch mal hier rein.

Nun gibt es aber auch noch eine Gewinnerin zu verkünden.

Gewonnen hat: Birgit! Herzlichen Glückwunsch!

Birgit hat keinen Blog, aber sie hat mir alle ihre Beiträge gemailt und ihr findet sie alle unter „Texte rund ums Pixibuch“ und „Vorgestellte Pixis“. Bitte sende mir deine Adresse, damit dir der Carlsen Verlag deine Überraschung zusenden kann.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal beim Carlsen Verlag für die Unterstützung bedanken!