Schreibwerkstatt: Mensch, menschlich, wunderbar

Ich habe eine neue kleine Tätigkeit: Einmal in der Woche leite ich nun in der Bücherei eine Schreibwerkstatt für Jugendliche, wobei das Alter der TeilnehmerInnnen sehr gemischt ist. Der Jüngste ist noch keine zehn Jahre alt und die Älteste ist bereits 17.

Es ist das erste Mal, dass ich so etwas mache. Sehr spannend also! Aber ich verspürte vor der ersten Stunde auch eine große Freude und eine positive Aufregung. Nun ist die erste Stunde bereits hinter mir, ich habe die netten TeilnehmerInnen kennen gelernt und es wurde schon munter losgeschrieben.

Das Motto

Das Motto der Schreibwerkstatt lautet „Mensch, menschlich, wunderbar“. Was steckt dahinter? Was fällt einem dazu ein? Mit dieser Frage haben wir uns zunächst bei einem kleinen Brainstorming befasst. Dabei wurde klar, dass es den Jugendlichen nicht unbedingt leicht fiel die Begriffe „Mensch“ und „wunderbar“ miteinander zu vereinen. Zu viele negative Themen auf der Welt beschäftigen sie. Mal schauen, wie sich die Menschen in den Texten der kommenden Wochen verhalten werden.

Ich bin…

Die erste Schreibaufgabe begann dann mit zwei einfachen Worten „Ich bin…“. Mit diesen Worten sollten die Texte anfangen und ich war sehr gespannt, was dabei heraus kommt. Niemand hat einfach eine Vorstellung a la Name, Alter, Hobbys geschrieben. Es sind dabei richtig tolle Texte entstanden. Manche machten sich philosophische Gedanken darüber, inwiefern sich die Menschen gleichen bzw. unterscheiden, einer schrieb einen Chatdialog, einige äußerten in ihrem Text ihre Meinung zu einem bestimmten Thema und wieder jemand anderes schrieb eine Art Gedicht, in dem gegensätzliche Charaktereigenschaften gegenübergestellt wurden. Fast alle TeilnehmerInnen haben ihre Texte vorgelesen, wobei ihnen das Vorlesen natürlich grundsätzlich freigestellt ist. Und zu jedem Text fanden die ZuhörerInnen lobende Worte.

Namen machen Leute

Die nächste Aufgabe konnten wir nur beginnen. Sie wird dann in der nächsten Stunde fortgesetzt. Alle haben ihren Namen (Vor- und Nachname) in Großdruckbuchstaben aufgeschrieben und die Buchstaben ausgeschnitten. Als nächstes sollten mit den Buchstaben aus dem eigenen Namen ein neuer Name gelegt werden. Da wurden die Buchstaben fleißig umgeschoben und man kam auf witzige und spannende Namen. Wenn ein Name gefunden wurde, der einem gefiel, sollte dieser festgehalten werden. Welche Person steckt wohl hinter diesem Namen? Was hat sie erlebt? Welche Eigenschaften hat sie? Die Aufgabe für die nächste Stunde ist also nun einen Text mit oder über diese Person zu schreiben und ich habe schon gemerkt, dass allen zu ihrem gelegten Namen viele Assoziationen gekommen sind. Es wird also spannend weiter gehen.

 

 

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4 Kommentare zu “Schreibwerkstatt: Mensch, menschlich, wunderbar

  1. Liebe Miri,
    das klingt super! Hier wird ab und zu in den Ferien in der Stadtbücherei eine ähnliche Aktion durchgeführt, leider nur 2 Stunden lang, da kommt man nicht sehr weit. Bei dir klingt es eher nach einem „Kurs“, was ich sehr sinnvoll finde. Viel Freude weiterhin für dich und die Nachwuchsautoren 🙂
    Liebe Grüße, Heike

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Mimikry in der Schreibwerkstatt | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

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