Leseaktionen – Eigene Erfahrungen

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In den nächsten Tagen soll es nun ein wenig darum gehen, wie man Kinder für Bücher durchs Vorlesen und weitergehende Aktionen begeistern kann. Dazu  möchte ich euch eigene Erfahrungen weitergeben, aber auch auf hilfreiche Internetseiten sowie ein paar Bücher hinweisen. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, werde ich die Tipps auf mehrere Artikel aufteilen, wobei ich mit den eigenen Erfahrungen beginnen möchte.

Vorleseaktionen in Bibliotheken

Mittlerweile bieten fast alle Bibliotheken Vorleseaktionen für Kinder an, was ich richtig klasse finde. Selbst bei uns in einer ländlichen Gegend gibt es dieses Angebot von zwei Büchereien. Die Aktionen finden unter unterschiedlichen Namen statt („Hör zu – Mach mit“ und „BüBa – Bücher und Basteln“), aber immer geht es einerseits ums Vorlesen einer oder mehrerer Geschichten und einer passenden, kreativen Aktion dazu. Bestimmt gibt es in eurer Nähe auch so etwas. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort hinzugehen. Meine Kinder bekommen zu Hause sehr viel vorgelesen, aber ich finde es trotzdem schön für sie, wenn sie auch erfahren, dass auch andere Menschen vorlesen  und dies vielleicht sogar auf ganz andere Art und Weise als ich tun. Außerdem ist es schön, wenn man sich mit dem Buch noch ein wenig länger beschäftigt und dazu hat man ja leider zu Hause nicht immer die Zeit. Bei der vorletzten Aktion, bei der wir waren ging es um Jim Knopf. Zunächst wurde mündlich mit Hilfe der Kinder kurz ein wenig etwas über Jim Knopf und das Lummerland erzählt, denn in so einer Vorlesestunde ist nicht die Zeit dazu alles vorlesen zu können, so dass es ein guter Trick ist, wenn man längere Geschichten behandeln will, einen Teil zu erzählen. Anschließend durften die Kinder dann alle ihre eigene Emma basteln, sie bekamen einen Lummerland-Drink serviert, erhielten eine Urkunde als Jim Knopf-Experte und durften noch ein Ausmalbild mit nach Hause nehmen. Alles wurde sehr liebevoll und engagiert vorbereitet. Den Kindern hat dieser Nachmittag allen sehr gut gefallen und viele Kinder waren ganz heiß darauf, beim nächsten Mal wieder mit dabei sein zu dürfen. Bei dem letzten Mal ging es dann um Karneval. Es wurde unter anderem das Bilderbuch „Katzenkarneval“ vorgelesen und anküpfend daran durften die Kinder aus Papptellern Masken basteln, wobei jedes Kind mal das Tier sein durfte, welches es immer gerne mal sein wollte. Bücherwürmchen hat sich für ein Monster entschieden. Im Anschluss ans Basteln wurde ein weiteres Bilderbuch vorgelesen. Zwischendurch gab es noch eine kleine Stärkung.

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Die „Hör zu – Mach mit“-Aktion habe ich sogar einmal selber gestaltet. Das ist mittlerweile schon fast zwei Jahre her… Damals ging es um das Thema Natur, zu dem verschiedene Bilderbücher vorgelesen wurden. Die Aktion bestand dann aus dem Basteln von Postkarten mit Fingerabdruck. Einen längeren Bericht findet ihr hier auf meinem Blog.

Auch im Kindergarten habe ich bereits mehrfach – mit großer Begeisterung – vorgelesen. Hier ging es meistens in erster Linie ums Vorlesen, aber auch beim einfachen Vorlesen kann man kleine Fragen an die Kinder unterbringen oder auch ein kleines Spielchen veranstalten, was das Ganze ein bisschen auflockert. Dies ist besonders wichtig, wenn man eine Kindergruppe vor sich hat, die bunt gemischt ist und vielleicht die Vorlesesituation noch nicht allzu gut kennt.

Möchte man in einer Einrichtung jemand von außerhalb für die Leseförderung gewinnen, dann ist auch ein Blick in das „Handbuch LeseFörderung“ hilfreich, denn hier kann man erfahren, welche Autoren beispielsweise welche Veranstaltungen mit Kindern anbieten. Man bekommt eine ganze Menge interessanter Adressen geliefert.

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Mottotage

Eine weitere Idee um sich mit Büchern intensiver zu beschäftigen, sind meine Mottotage, die ich vor einiger Zeit mal mit meinem Bücherwürmchen zu Hause durchgeführt habe. In ähnlicher Form lassen sie sich jedoch auch mit mehreren Kindern durchführen. Ich habe mir jeweils ein bestimmtes Thema ausgesucht, zu dem wir unter anderem mehrere Bücher gelesen haben. Dann haben wir einige Aktionen zu dem Thema gemacht, wobei wir uns auch immer wieder an den gelesenen Texten orientiert haben. Für die Kinder stehen an einem solchen Tag nicht unbedingt die Bücher im Mittelpunkt, sondern das besondere Ereignis insgesamt, aber die Bücher gehören eben auch dazu. Sie müssen für die Kinder auch nicht bewusst im Vordergrund stehen. Wenn sie wie selbstverständlich dazugehören, dann verbinden Kinder die positiven Erlebnisse auch mit den entsprechenden Büchern. Wenn Bücherwürmchen sich einen weiteren Mottotag wünscht,  überlegt er zum Beispiel als erstes, welche Bücher man sich an dem jeweiligen Tag anschauen könnte.

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Bücher zum Mottotag Schweden

Mehr zu diesem Thema könnt ihr bei den Berichten zu den einzelnen Mottotagen lesen. Hier kann man sicherlich auch einzelne Ideen herausziehen, was man zu Büchern alles machen kann. Letztes Wochenende haben wir ganz spontan einen weiteren Mottotag veranstaltet. Es ging um das Thema „Detektive“. Nächste Woche werde ich dann noch ausführlich von dem Tag berichten. Hier schon mal zwei Bilder als erster Vorgeschmack:

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Hier eine grundsätzliche Auflistung der Möglichkeiten (in Anlehnung an die Mottotage)

  • Lieder zum Thema singen
  • Etwas Kochen, was im Buch erwähnt wurde oder was aus dem Land kommt, in dem das Buch spielt
  • Ein Spiel aus dem Buch nachspielen oder Spiele passend zu einem Buch machen
  • Bilder zum Buch gestalten oder etwas passendes Basteln
  • Tiere nachmachen
  • Rallye, Schatzsuche oder ähnliches veranstalten
  • Aktivitäten können sowohl drinnen und draußen stattfinden, wir waren z.B. auch zu verschiedenen Themen im Wald

Bücher mit Vorlesetipps

Führt man solche Aktionen regelmäßig mit den gleichen  Kindern durch, ist es auch schön, wenn man ein kleines Büchlein anfertigt, in das man etwas besonderes von so einem Tag oder aus einem bestimmten Buch hineinmalt oder klebt. So hat man eine schöne Erinnerung an diese Erlebnisse und gleichzeitig ein eigenes Buch gestaltet.

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Nicht immer hat man die Zeit und auch die Lust dazu aus dem Vorlesen eine größere Aktion zu machen. Das ist aber auch nicht schlimm und die Aktionen sollen ja auch etwas Besonderes bleiben. Dennoch ist es schön, wenn man auch bei einer einfachen Vorlesestunde die Kinder mit einbezieht, was sich, wie bereits oben erwähnt, durch ein paar passende Fragen leicht bewerkstelligen lässt. Ich muss allerdings zugeben, dass man im Alltag manchmal gar nicht daran denkt, die Kinder miteinzubeziehen, insbesondere wenn sie still und aufmerksam zuhören. Sehr hilfreich sind in diesem Fall Bücher, in denen bereits entsprechende Fragen oder Aufforderungen vermerkt sind. In erster Linie ist hier die Reihe aus dem Ellermann Verlag zu nennen, in der Titel wie „Fantastische Vorlesegeschichten“, „Kuschelige Vorlesegeschichten“ und ähnliches erschienen sind. Hier bekommt man nicht nur bei jeder einzelnen Geschichte Tipps wie man die Kinder beim Vorlesen miteinbeziehen kann, sondern darüber hinaus noch eine kleine Aktivität, die sich an die Geschichte anschließen kann. Diese Aktionen sind wirklich recht klein und lassen sich somit schnell umsetzen. Die Kinder haben aber jede Menge Spaß dabei und vergessen diese Sachen auch nicht, auch wenn es sich nur um einen besonderen Trunk handelt, den man nach Rezept aus dem Buch angefertigt hat. Vom Esslinger Verlag gibt es die Vorlesebären: „Du liest vor und ich mach mit!“ Hier ist ein ähnliches Prinzip in reduzierter Form zu finden. Die Kinder bekommen beim Vorlesen kleine Aufgaben gestellt, die genaues hinhören und hinschauen fördern. Allerdings gibt es pro ca. dreiseitiger Geschichte etwa nur zwei bis drei Aufgaben. Aber so ist auch schon ein Anfang gemacht und man kommt schnell auf eigene Ideen.

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Bei Linus und Linda ist was los von Verena Carl und A.K. Birkenstock, esslinger Verlag, ISBN: 978-3-480-23307-6, 9,99€

Beschäftigungsideen über das Lesen hinaus

Ab und zu bekommt ihr auch von mir ein paar Tipps, was man mit einem Buch noch so alles anfangen kann. So haben wir zum Beispiel zu dem Buch und dem Theaterstück „Die Steinsuppe“ selbst den Kochlöffel geschwungen, bei dem Buch „Gesucht! Henri, der Bücherdieb“ haben wir uns kleine Geschichten zu Buchtiteln ausgedacht, das Wimmelbuch „Das Mr. Men Little Miss Wimmelbuch hat zu eigenen Bildern angeregt und zum Buch „Metropolen“ habe ich euch ein paar unterschiedliche Ideen aufgeschrieben, was man zu dem Buch unternehmen könnte.

Die Bücher, zu denen ich unsere kleinen Aktionen aufgeschrieben habe, findet ihr in einer Übersicht auf der Seite „Mottotage & Leseaktionen„.

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