25 Jahre Regenbogenfisch und ein neues Abenteuer

Ich glaube, jeder der Kinder hat oder mit ihnen zu tun hat, kennt ihn, den Regenbogenfisch. Und mittlerweile können viele sogar sagen, dass sie ihn noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen, denn der Regenbogenfisch ist schon 25 Jahre alt. Eine Erfolgsgeschichte, die sich auch in einigen Folgebänden niederschlägt. Ganz aktuell ist das Buch „Der Regenbogenfisch lernt verlieren“ herausgekommen.

Ich muss sagen, dass ich dem Regenbogenfisch ein wenig skeptisch gegenüber stehe, da mir das Buch ein wenig zu lehrhaft herüber kommt. Ja, die Botschaften, die er vermittelt sind richtig und wichtig, aber diese Absicht kommt mir zu stark herüber. Dennoch wird der Regenbogenfisch gerade in Einrichtungen gerne eingesetzt und er hat dort sicherlich auch seinen berechtigten Platz. Kinder mögen den Regenbogenfisch, was sicherlich auch am Glitzer liegt. So etwas macht in einem Buch schon etwas her. Außerdem erlebt der Regenbogenfisch Situationen, die Kindern bekannt vorkommen.

Thema: Verlieren

Nun möchte ich mal einen Blick auf das neue Buch werfen: „Der Regenbogenfisch lernt verlieren“ Der Titel zeigt bereits, dass hier wieder eine Botschaft vermittelt werden soll, aber das kennt man ja vom Regenbogenfisch. Das Thema ist spannend. Es gibt viele Kinder (und auch Erwachsene, zu denen ich leider auch gehöre), die nicht gut verlieren können. Wie geht man damit um? Vielleicht präsentiert uns ja das Buch eine gute Lösung.

Die Fische spielen verstecken. Zuerst sucht der Regenbogenfisch, aber alle drei Fische haben sich so geschickt versteckt, dass er sie nicht finden kann, obwohl er doch die meisten Verstecke gut kennt. Und als dann der kleine Blaue mit suchen an der Reihe ist, findet er sofort den Regenbogenfisch. Das ist zu viel für ihn. Ärgerlich und schimpfend schwimmt er davon, was den kleinen Blauen traurig macht. Rotflosse schwimmt dem Regenbogenfisch hinterher und spricht mit ihm. Er zeigt Verständnis und erklärt dem Regenbogenfisch wie unfair er sich verhalten hat. Der Regenbogenfisch sieht das ein, entschuldigt sich und spielt wieder mit.

Auf den Bildern sieht man vor allem die Fische, umrahmt von ein paar Algen. Der Hintergrund ist mal weiß, mal farbig, wobei hier mehr Wert auf die Gefühle als auf Realität gelegt wurde. So ist der Hintergrund auf der Seite, auf der der Regenbogenfisch wütend wegschwimmt, in einem Rotton gehalten, was die Atmosphäre gut unterstreicht. Auch an den Gesichtsausdrücken der Fische kann man meistens gut ihre Gefühle ablesen. Ich finde allerdings, dass der Regenbogenfisch Rotflosse etwas sehr aufgeschlossen zuhört.

Realistisch gelöst?

Überhaupt muss ich sagen, dass mir die Lösung in dem Buch etwas zu einfach ist. Wenn mein Sohn sich ärgert, weil er verliert oder ein Spielzug nicht zu seinen Gunsten ausfällt, dann ist er längst nicht so einsichtig. Er bekommt dann seine Wut wieder in den Griff, da er gerne weiterspielen möchte, ich aber keine Lust habe nach seinen eigenen Regeln zu spielen, aber seine Mimik spiegelt dann weiterhin seinen Ärger wider. Ja klar, man kann mit ihm reden, ihm das alles erklären und vielleicht sieht er es sogar ein, aber es ändert nichts daran, dass er sich beim nächsten Mal wieder genauso ärgern wird. Die Lösung in dem Buch ist vernünftig, aber sie ist mir persönlich zu realitätsfern. Auch kommt sie ein wenig langweilig daher.

Schade, die Idee das Verlieren zu einem Regenbogenfisch-Thema zu machen, gefällt mir gut. Der Anfang des Buches ist vielversprechend, doch das Ende ist mir zu schwach.

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Der Regenbogenfisch lernt verlieren von Marcus Pfister, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10381-0, 16€

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