Poesie für Kinder: Knecht Ruprecht

Weihnachten ist zwar vorbei, aber ich stelle euch dennoch heute noch ein Buch vor, welches in diese Zeit gehört: „Knecht Ruprecht“. Ja, genau, es geht um das Gedicht von Theodor Storm von Knecht Ruprecht, was wohl die meisten irgendwie kennen, auch wenn nur wenige den langen Text auswendig aufsagen können.

Ich habe dieses Buch gerade erst selber kennen gelernt und konnte es euch deswegen noch nicht so vorstellen, dass ihr es gemütlich am Weihnachtsbaum lesen könnt. Nun könnte ich mit der Vorstellung natürlich noch bis zur nächsten Adventszeit warten, aber ich möchte es euch gerne jetzt schon vorstellen, denn so einen Klassiker kann man zum einen jetzt schon mal auf seine Wunschliste setzen und zum anderen macht er euch, so wie mich, vielleicht auch neugierig auf weitere Bücher aus dem Verlag.

Der Kindermann Verlag feiert zwar schon seinen 23. Geburtstag, aber dennoch ist er an mir fast unbemerkt vorbei gegangen. Mit dem Buch „Knecht Ruprecht“ habe ich mich auch ein wenig mit dem Verlagsprogramm beschäftigt und bin dabei auf ganz viele Bücher neugierig geworden, denn dieser Verlag bringt Poesie und Weltliteratur für Kinder heraus. Und der Blick auf die Cover ist sehr viel versprechend.

Detailreiche Illustrationen

Ich kann euch heute nur „Knecht Ruprecht“ vorstellen, denn die anderen Bücher kenne ich nicht, aber sie werden sicherlich zum Teil ähnlich gestaltet sein, da bei einigen der gleiche Illustrator tätig wurde. Ja, und gerade bei Knecht Ruprecht, dem Gedicht, welches man schon kennt und für das man eigentlich kein eigenes Buch bräuchte, kommt es natürlich auf die Illustrationen an. Mir gefiel direkt das Cover. Das Buch sieht unter anderem durch den Leinenrücken hochwertig aus, hinzu kommt eine Zeichnung, in der jede Menge drin steckt und die man gerne betrachtet, wobei man über die vielen kleinen Striche staunt, die man z.B. im Fell der Rentiere entdecken kann und die ihr Fellmuster nachzeichnen. Auch in dem Buch beeindrucken mich besonders die Tierzeichnungen. Noch bevor es mit dem Titel im Buch richtig los geht, dürfen wir schon in einen winterlichen Wald voller Tiere blicken und erst zwei Seiten weiter, sehen wir dann Knecht Ruprecht auf dem Weg in die Stadt. Auch hier wieder: Die Häuser sind ganz ausdifferenziert gezeichnet. Man kann jeden Backstein genau sehen. Die Häuserfassaden wirken wie auf alten Postkarten. Hinzu kommen dann jede Menge Menschen auf dem Weihnachtsmarkt. Sie haben sehr spezifische, beinahe übertriebene Gesichtsausdrücke, was bei den Kindern meines Erachtens grotesk und wenig schön wirkt. Die Kinder haben sehr erwachsene Gesichter, was mich persönlich stört und ich verstehe auch nicht, warum sie wie Erwachsene mit hässlichen Gesichtsausdrücken in Kindergröße dargestellt werden. Ansonsten finde ich die Bilder aber toll und es gibt unglaublich viel zu entdecken, auch in Bezug auf den Text. Wie brav sind wohl die Menschen dieser Stadt? Die eine oder andere Unartigkeit kann man sicherlich auf den Bildern finden.

Bücherwürmchen fragte übrigens, ob das ein altes Buch sei. Ihm kamen die Zeichnungen nämlich von der Art her so vor, was ja letztendlich gut zu dem alten Gedicht passt.

Unbekannter Teil des Gedichts

Ich mag das Gedicht von Knecht Ruprecht ja sehr gerne und sage es auch immer mal wieder auf: „Von drauß vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr…“ Nun durfte ich aber feststellen, dass ich gar nicht das komplette Gedicht kannte. Es gibt auch noch einen Dialog zwischen Knecht Ruprecht und dem Vater in ihm, in dem man sich über das Verhalten der Kinder austauscht und auch die Prügel nicht ausgelassen werden. Ich weiß nicht, ob man diesen Teil unbedingt mitlesen muss. Mir gefällt er nicht so, aber man kann dies ja zum Anlass nehmen um über die Kindererziehung früher zu sprechen. Etwas ungewöhnlich ist die Textaufteilung hier im Buch. Auf der linken Seite sind die Redeanteile von Knecht Ruprecht und auf der rechten die vom Vater. Passend dazu ist auch links Knecht Ruprecht zu sehen und rechts ein Mann, der wohl der Vater sein soll. Beim ersten lesen, habe ich dies allerdings nicht verstanden und ganz normal von oben nach unten gelesen, was natürlich wenig Sinn machte. Erst als ich das Gedicht, welches am Ende noch einmal komplett abgedruckt ist, noch einmal gelesen habe, habe ich die Aufteilung verstanden. Wenn man es einmal durchschaut hat, ist es eigentlich gut gemacht.

Mir gefällt es gut, das bekannte Gedicht in einem schönen Buch zu haben, welches von nun an sicherlich zur Weihnachtslektüre gehört und ich werde bestimmt bei meinem nächsten Besuch in einer Buchhandlung mal nach weiteren Titeln des Verlags Ausschau halten.

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Poesie für Kinder: Knecht Ruprecht von Theodor Storm, illustriert von Klaus Ensikat, Kindermann Verlag, ISBN: 978-3-934029-69-9, 15,90€

 

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2 Kommentare zu “Poesie für Kinder: Knecht Ruprecht

  1. Pingback: Rezension: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

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