Hilfe im kalten Winter erwärmt das Herz

Noch steht der Weihnachtsbaum und die Weihnachtsbücher werden durchaus noch gerne gelesen, aber bald verschwinden sie bis Ende November wieder im Regal. Aber auch wenn Weihnachten nun vorbei ist, so ist es der Winter noch lange nicht und natürlich gibt es für die diese Jahreszeit passende Bücher. Bücher, die bei uns zwar in der Nähe der Weihnachtsbücher stehen, welche aber unabhängig von Weihnachten noch eine ganze Weile gelesen werden können. Bücher, in denen Schnee, Eis und Kälte vorherrschen und in denen Schneemänner gebaut und mit dem Schlitten gerodelt wird. Und da es bei uns draußen gerade so richtig winterlich ist, werde ich euch heute, aber auch in den nächsten Wochen, passende Bücher vorstellen.

Zwei winterliche Bücher von Feridun Oral

Beginnen werde ich heute mit zwei schönen Büchern von Feridun Oral: „An einem kalten Wintermorgen…“ und „Ein Apfel für alle“. Bei beiden Büchern schneit es auf dem Cover und man kann die Kälte beinahe spüren.  Die Bücher kann man völlig unabhängig voneinander lesen, aber sie handeln von den gleichen vier Freunden: Hase, Maus, Fuchs und Bär.

Besonders überzeugend in den Büchern sind die Bilder, die einem einfach die Atmosphäre eines kalten, ungemütlichen Wintertages hervorragend vermitteln. Es sind Bilder, bei denen man ruhig wird, die man lange betrachten kann und die einen ganz mit in die Geschichte hinein nehmen. Natürlich sind die Bilder nicht schrill und bunt, sondern passenderweise sieht man viel weiß, bedeckte Bäume, verschneite Landschaften und eben die vier handelnden Tiere, die liebenswürdig dargestellt werden. Auch wenn sie hier vermenschlicht werden, indem sie unter anderem miteinander reden oder der Fuchs auf zwei Beinen läuft, wirken sie ziemlich realistisch.

Die Geschichten selbst verstärken einerseits ebenfalls den Eindruck des kalten Winters, sind aber andererseits auch Plädoyers für die Freundschaft und das Miteinander.

An einem kalten Wintermorgen

In „An einem kalten Wintermorgen…“ sucht die Maus Feuerholz für ihre Familie. Sie findet auch jede Menge Äste, die sie zusammenträgt, doch dann schafft sie es nicht den riesigen Haufen nach Hause zu schleppen. Sie fragt ihren Freund den Hasen, ob er ihr helfen kann. Das tut er gerne, aber selbst als sie es zu zweit versuchen, ist der Holzstapel noch zu schwer. Auch der Fuchs und sein Schlitten bekommen den Stapel nicht bewegt. Schließlich muss der Bär aus seinem Winterschlaf geweckt werden. Ganz langsam kommen die Tiere nun voran. Aber sie kommen nicht bis zum Mäusenest. Der Schlitten stößt gegen eine Baumwurzel, alles fällt zu Boden. Da der Schneesturm inzwischen immer schlimmer geworden ist, können die Tiere nicht mehr nach Hause zurückkehren, aber unter dem Holzstapel finden sie gemeinsam Schutz. Und als sich der Sturm dann gelegt hat, teilen sie die Äste untereinander auf und jeder schafft es nun problemlos seinen kleinen Haufen zu sich und seiner Familie zu tragen.

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Ein Apfel für alle

Auch in „Ein Apfel für alle“ ist alles unter einer Schneeschicht begraben. Es gibt kein Futter zu finden. Nur ein roter Apfel hängt an einem Baum. Der hungrige Hase hat ihn entdeckt und möchte ihn sich natürlich holen, doch er Apfel hängt viel zu hoch für ihn, so dass er Hilfe benötigt. Zunächst kommt die Maus, dann der Fuchs und schließlich der Bär. Was alleine nicht klappte, wird natürlich am Ende gemeinsam bewältigt und der mühsam heruntergeholte Apfel wird gerecht unter allen aufgeteilt.

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Gerade in dieser winterlichen Atmosphäre ist die Geschichte vom Zusammenhalt schön. Mich hatte zunächst irritiert, dass sich alle vier Tiere über den Apfel freuen und der Fuchs beispielsweise nicht lieber einen Hasenbraten hätte. Das passt natürlich nicht so ganz zur Natur der Tiere. Allerdings hatte ich auch erst das Buch „Ein Apfel für alle“ gelesen und anschließend das andere. Wenn man mit „An einem kalten Wintermorgen…“ beginnt, irritiert einen dies weniger. Dann ist eben einfach klar, dass es sich um vier Freunde handelt und man achtet weniger auf die Tierarten an sich.

Die Thematik der Bücher ist nicht neu und letztendlich ist es klar, worauf es jeweils hinausläuft. Dennoch gibt es im Verlauf der Geschichten kleine Spannungsmomente und man verfolgt durchaus interessiert, wie sich alles entwickelt. Und wie bereits geschrieben macht in diesen Büchern die Atmosphäre sehr viel aus. Sie passt zu den Geschichten und ihren Botschaften. Äußerlich ist alles kalt und wenig freundlich, aber die Tiere halten zueinander und helfen sich gegenseitig und erwärmen so auch unser Herz.

An einem kalten Wintermorgen… von Feridun Oral, übersetzt von Bruno Hächler, minedition, ISBN: 978-3-86566-304-7, 13,95€

Ein Apfel für alle von Feridun Oral, übersetzt von Christian Dreller, minedition, ISBN: 978-3-86566-344-3, 10,00€

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