Das ist was für Jungs: Räubergeschichten!

Ich bleibe dabei: Räubergeschichten kommen bei Kindern, insbesondere bei Jungs, immer gut an. Egal, ob es sich um ältere Geschichten handelt oder um neuere und deswegen lohnt es sich auch aus erfolgreichen Räuberbüchern ein entsprechendes Bilderbuch zu machen. Oder? Ich muss sagen, dass ich mich mit der Bilderbuchausgabe von „Räuber Grapsch“ zunächst etwas schwer tat. Zu sehr hatten bereits die Bilder von Rolf Rettich mein Bild von Räuber Grapsch und seiner Olli geprägt, wobei ich mittlerweile erfahren habe, dass auch der Nachfolgeband bereits mit anderen Bildern ausgestattet wurde. Das Bilderbuch „Räuber Grapsch“ wurde jedenfalls von Dominik Rupp illustriert. Die Bilder sind farbkräftig, es gibt viel auf ihnen zu entdecken und Räuber Grapsch ist groß, kräftig und struppig – ein richtiger Räuber, nur eben nicht mein Räuber Grapsch. Die Kaffeemühle auf dem Vorsatzpapier erinnert übrigens an einen anderen berühmten Räuber. Ich jedenfalls habe sie direkt mit Räuber Hotzenplotz in Verbindung gebracht.

Im Bilderbuch wird in erster Linie erzählt, wie der Räuber Grapsch, der eigentlich sehr gutmütig ist, die kleine Frau Olli kennen lernt, die auf den Bildern eher wie ein Kind wirkt. Obwohl Grapsch so groß und stark und ganz eindeutig ein Räuber ist, fürchtet Olli sich nicht vor ihm. Gewitter machen ihr viel mehr Angst und so ist sie froh, dass Grapsch sie bei einem Unwetter mit in seine Höhl nimmt. Gestank und Dreck dort sind ihr unangenehm, aber nichts hält sie davon ab, am nächsten Tag wieder zu kommen um einen Großputz zu machen. Grapsch gefällt ihr und Olli gefällt Grapsch. Aber ob Tante Hedwig mit dieser Beziehung einverstanden ist? Grapsch kann sie nicht von sich überzeugen und so raubt er Olli einfach. Nun müssen sich die beiden aneinander gewöhnen. Vor allem möchte Olli, dass Grapsch die Räuberei sein lässt. Sie will nicht, dass er ins Gefängnis muss und die Polizei sucht ständig nach Grapsch. Aber durch den Sumpf kommen sie nicht bis zu seiner Höhle. Einmal fällt sogar ein Feuerwehrmann von den anderen unbemerkt in den Sumpf und muss von Grapsch gerettet werden.

Ja, bei Grapsch ist immer etwas los und so muss sich Olli an das wilde Leben gewöhnen und Grapsch übt immer weniger zu rauben.

Das Bilderbuch ist eine schöne Räubergeschichte, aber meines Erachtens reicht es nicht an die Erzählung heran. Es muss viel weggelassen werden, die Handlung wird nur kurz und schnell erzählt und es endet auch recht plötzlich. Als Bilderbuch kann es nicht mehr leisten als es tut, denn sonst würde es zu umfangreich werden, aber wenn die Kinder groß genug sind um bei einem Buch auf bunte Bilder verzichten zu können, würde ich ganz klar zum Vorlesebuch raten. (Hier die Buchvorstellung zu „Das große Buch von Räuber Grapsch“)

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Räuber Grapsch von Gudrun Pausewang und Dominik Rupp, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-44683-4, 12,99€

Neben alten Räubergeschichten gibt es aber auch ganz neue. So beginnt im Coppenrath Verlag die Reihe vom wilden Räuber Donnerpups mit dem Titel „Die Räuberprüfung“. Auch dieses Bilderbuch ist von den Bildern her ein richtiges Räuberbuch: Bunt und wild spielt es im Wald. Die Räuber sehen verwegen und abenteuerlich aus, vor allem natürlich der Hauptmann Donnerpups, wobei auch seine Bande, bestehend aus dem Esel Muliboy, Moni Zitroni, dem Waschbär der schweigsame Heino und Tscharli Brumm, schön räuberisch wirken. Dieses Buch spricht Kinder direkt an. Die Bilder machen Vorfreude auf die Geschichte und der Name des Räubers sorgt natürlich für viel Gekicher.

Ja, hier geht es auch ums Pupsen und ich als Mutter bin natürlich nicht unbedingt begeistert davon, wenn dieses Lieblingsthema eines fünfjährigen Jungen auch noch in Büchern, die noch dazu mit einem Furzkissen ausgestattet verkauft werden, aufgegriffen wird. Aber andererseits, warum nicht? Dies ist eben wirklich mal ein Buch für die Kinder, an dem sie einfach Spaß haben. Im Übrigen habe ich bereits von  einigen Müttern gehört, dass sie davon überzeugt sind, dass sie mit diesem Buch nicht nur ihren Kindern eine Freude machen könnten, sondern auch den Vätern…

Die Geschichte ist nett, vor allem werden Kinder sich darüber freuen, dass das Kind die Räuber überlistet.

Robin wagt sich in den Wald hinein, denn er möchte wissen, ob dort wirklich die Räuber leben und ein lustiges Leben führen. Und tatsächlich findet er sie. Allerdings wird er auch von ihnen entdeckt und festgehalten. Erst bekommt Robin Angst, doch dann behauptet er, dass er selbst Räuber sei und in ihre Bande wolle, aber nachdem er sie nun gesehen habe, sei sie ihm viel zu langweilig. Das können die Räuber nicht auf sich sitzen lassen und so kommt es zu einem großen Wettstreit. Leider sieht es dabei für Robin nicht so gut aus und niemand hält ihn für einen Räuber, doch wie kommt Robin dann plötzlich und unbemerkt an die Wertgegenstände der Räuber? Jetzt hat Robin eine gute Verhandlungsgrundlage und die Räuberbande bekommt einen schlauen Kopf dazu.

Welcher Junge möchte nicht einmal Abenteuer mit Räubern, die wild und frei im Wald leben, erleben? Mit Robin dürfen sie in diese Welt eintreten und werden dies wohl auch gerne tun. Bücherwürmchen jedenfalls fordert mich auf zu schreiben, dass das Buch sehr gut sei, weil der Räuber immer pupst. Es war ja so klar, dass er diesen Aspekt besonders hervorheben muss, aber vielleicht ist diese Phase mit einem solchen Buch ja etwas schneller vorbei? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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Der wilde Räuber Donnerpups – Die Räuberprüfung von Walko, Copppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61744-0, 14,95€

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