Interview mit Nanna Neßhöver

Gestern habe ich euch zwei Gecko-Ausgaben vorgestellt. In Heft 54 konnte mich die Geschichte „Kuno, der Kugelfisch“ überzeugen. Heute stelle ich euch nun die Frau vor, die hinter dieser Geschichte steckt: Nanna Neßhöver.

Foto: Nanna Neßhöver

Foto: Nanna Neßhöver

Vielleicht kannst du dich zunächst einmal selbst kurz vorstellen und erzählen, was du so
machst.

Ich lebe mit meiner Familie am Rhein und arbeite hauptberuflich als Lehrerin für die Fächer Deutsch und Katholische Religionslehre. Nebenbei arbeite ich für verschiedene große Schulbuchverlage (Cornelsen, Westermann, Schroedel u.a.) und erstelle Lehr- und Lernmaterial.
Wie kommt es, dass du Kinderbuchautorin geworden bist? Wie sahen deine Anfänge aus?

Ich habe mir schon als kleines Mädchen Geschichten und Gedichte ausgedacht. Als Grundschulkind habe ich zum ersten Mal Tagebuch (Buch der 99 Kinder) geführt und kleine Begebenheiten aufgeschrieben. Schon früh fing ich an, meine Geschichten an Verlage zu schicken. Bis es zu einer Veröffentlichung kam, war ein langer Weg…
Du hast eine Geschichte in der Bilderbuchzeitschrift Gecko veröffentlicht. Wie kam es dazu?

In einem Bericht über die Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse, hörte ich von einer Bilderbuchzeitschrift, die auch neuen Talenten eine Chance gibt. Eine Zeitschrift, mit drei unterschiedlichen Geschichten und liebevoll gestaltet wie ein Bilderbuch – das weckte mein Interesse. Ich habe mich mit einer Reihe von Geschichten beworben und mit einer (Kuno, der Kugelfisch) hat es dann geklappt.
Was planst du schriftstellerisch für die Zukunft?

Geplant ist ein Buch mit Mutgeschichten zum Vorlesen. Darin erleben verrückte Tiefseefische allerhand Abenteuer. Aber auch die Arbeit mit dem Medium Bilderbuch ist spannend. So ist ein Projektheft für die Kita in Planung, die für die Geschichten beliebter Bilderbücher, motivierende Projekte anbietet.
Welchen Schwierigkeiten bist du als Kinderbuchautorin begegnet?

Viele Aufträge werden an bereits bekannte Autoren vergeben, die in einem Verlag schon ein Projekt gemacht haben. Ich kenne das aus der Arbeit mit den Schulbuchverlagen. Da bekommt man den Folgeauftrag fast automatisch. So ist es sehr schwierig, als Neuling Fuß zu fassen. Doch was für den einen Verlag nicht ins Programm passt, ist für den anderen gerade richtig. Da darf man nicht aufgeben!
Welche Kinderbücher mochtest du als Kind gerne?

Alle Bücher, die zur Orientierung starke Mädchen zum Vorbild hatten. Aber auch Bücher mit feiner Ironie, wie die von Erich Kästner.
Was ist dir bei deinen eigenen Geschichten wichtig? Worauf legst du beim Schreiben Wert?

Geschichten entstehen aus dem Unterbewusstsein. Erst nachher geht es an die bewusste Verfeinerung des Inhalts. Mit Geschichten Kinder stark und mutig machen, das möchte ich erreichen. Gerade in Zeiten der Digitalisierung wird die Sprache immer mehr vereinfacht und massenkompatibel gemacht. Der Sprach-Schatz geht dabei verloren. Ein Bewusstsein zu schaffen, diesen wieder sichtbar zu machen, ist mir auch als Mutter ein Anliegen. Mein kleiner Sohn „sammelt“ besondere Wörter und lässt sie auf der Zunge zergehen, wie einen leckeren Nachtisch. So etwas macht mich glücklich.
Kommt dir dein Beruf als Lehrerin beim Schreiben auf irgendeine Art und Weise zu Gute?

Aus der Schulpraxis habe ich gelernt, dass ein Text ganz unterschiedlich aufgegriffen und verarbeitet werden kann. Es ist immer eine Herausforderung, spannende und lebensnahe Texte zu schreiben, die die Schüler motiviert, weiterzulesen. Und es gibt nichts Schöneres, wenn man sieht, wie Schüler angesteckt werden, selbst kleine Texte zu verfassen.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für weitere Projekte! Ich bin gespannt, was wir von dir noch lesen dürfen!

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