Gecko Nummer 54 und 55

Da die Zeit überhaupt nicht aufhört zu rasen, stelle ich euch in diesem Artikel gleich zwei Gecko-Ausgaben auf einmal vor, bei denen mir manches gefällt, manches aber auch nicht. Insbesondere die Ausgabe 54 fand ich etwas schwächer als viele andere Gecko-Ausgaben. Die Geschichte von der Schiffsratte Pfiff ist recht nichtsaussagend. Beim ausgelassenen „E“ stört es mich mal wieder, dass es hier eben nicht nur um den Laut „E“ (den es ja so eindeutig definiert auch nicht gibt, man denke an das lang und das kurzgesprochene E), sondern auch um das E in den Lauten Eu und Ei, bei denen dann das U bzw. I stehen bleiben, geht. So wird beispielsweise aus dem Europa-Rat der Uropa-Rat. Diese Veränderungen sind für alle Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, nicht verständlich. Schade, Bücherwürmchen möchte sich die Seite immer gerne anschauen, aber hier macht das wenig Sinn. In Heft 55 klappt dies mit dem „F“ dann schon wieder besser. Doch zunächst noch einmal zurück zu Heft 54. Hier gibt es wieder eine Episode von „Gerd erklärt“. Im vorherigen Heft fand ich Gerd mit seiner Erklärung witzig, aber auch verständlich. Die Erklärung, woher Sommersprossen kommen, ist da schon ein wenig schwieriger zu verstehen und kann von jüngeren Kindern auch nicht unbedingt nachvollzogen werden. Noch einmal ein kleiner Sprung zu Heft 55: Hier gibt es statt „Gerd erklärt“ wieder das Fremdwörter-Quiz, welches uns immer gut gefällt.

Selbst Familie Fluse und die aneinander vorbeiredenden Horst und Helga konnten mich in Heft 54 nicht überzeugen. Bei Horst und Helga geht es um das Wort Schwarm, welches Kindern als Teekesselchen häufig gar nicht bekannt ist. Bücherwürmchen jedenfalls kennt dieses Wort nur als Bienenschwarm. Bei Familie Fluse ist es immer besonders spannend wie die Wollmäuse alltägliche kleine Gegenstände in Möbel und ähnliches umfunktionieren. Davon ist bei den Wollmäusen im Kinderzimmer wenig zu sehen. Hier liegt einfach viel Spielzeug herum, zwischen dem die Wollmäuse dann eben herum tollen und spielen. Spielsachen bleiben Spielsachen.

Gut gefallen hat mir in Heft 54 allerdings die Geschichte „Kuno, der Kugelfisch“. Sie ist zunächst nicht so auffällig, aber den kleinen Kugelfisch Kuno muss man einfach lieb haben. Obwohl er immer wieder pustet und pustet, kann er sich nicht aufblasen. Auch verstecken kann er sich nicht so gut, wie sein Freund, der alte Rochen. Nichts kann Kuno besonders gut, egal wie sehr er sich anstrengt. Wie soll also ausgerechnet er, seinem Freund helfen, als dieser von einer Muräne gebissen wird? Nichts kann er machen. Da wird Kuno richtig wütend und muss verwundert feststellen, dass die Muräne davon schwimmt. Kuno hat es endlich geschafft! Er ist ganz groß geworden. Die Geschichte ist wirklich süß. Mir gefällt aber auch die einfache Sprache, in der sie erzählt wird. Gerade durch die kurzen, aber klaren Sätze, kommt Kunos Hilflosigkeit gut heraus. Passend zu dem Sprachstil sind auch die recht einfachen, aber deutlichen und durchaus auch humorvollen Bilder. Eine rundum schöne Geschichte, die Mut machen kann: Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wird jeder groß und zeigt seine Talente.

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In Heft 55 hat es uns besonders die Geschichte um den Waldkauz Ludwig angetan. Der Waldkauz, der im abgeholzten Wald kein Zuhause mehr hat, ist in den Stall geflohen, findet dort aber tagsüber keine Ruhe. Gemeinsam diskutieren die Tiere um eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden, was ihnen schließlich auch gelingt. Es ist eine schöne Wohlfühlgeschichte, die man einfach gerne liest. Vor allem der Waldkauz Ludwig ist einfach zu niedlich! Besonders klasse ist das Bild von ihm mit den Halmen in den Ohren.

Familie Fluse hat uns in Heft 55 auch wieder viel Spaß gemacht. Nun haben sie ihre Badezimmer mit einem Salzstreuer als Lampe, einem Deckel als Toilette, einem Wäscheständer aus Wattestäbchen etc. eingerichtet. Bücherwürmchen findet die Badewanne mit blauer Wolle am besten, wobei er dabei auch jedes Mal anmerken muss, dass das ja eigentlich kein Wasser sei. Aber es sieht eben so aus! Das finden wir gut.

Horst und Helga ist leider wieder nicht so ganz einfach zu verstehen. Dieses Mal geht es um das Wort „Rock“. Hm, Bücherwürmchen weiß noch nicht, dass es eine Musikrichtung namens Rock gibt… Es ist immer ein bisschen doof, wenn man eine Bedeutung eines solchen Begriffs zunächst erklären muss, aber Bücherwürmchen hat anschließend trotzdem Spaß an diesen Episoden. Er findet Horst und Helga einfach klasse.

Dominik und Jan im Reich der Monster“ ist nicht so eine Geschichte nach unserem Geschmack. Die Bilder sprechen uns einfach nicht an, aber dafür sind sie so charakteristisch, dass Bücherwürmchen sie direkt aus einer anderen Geschichte wiedererkannte. Ich allerdings nicht… Da sieht man mal wieder, dass Kinder manchmal aufmerksamer lesen und gucken als Erwachsene…

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Die Bilderbuchzeitschrift Gecko, erscheint alle zwei Monate, Heft 6,50€, Jahresabo 36,90€

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