50 Jahre „Das kleine Gespenst“

Der 1. August ist ein guter Tag um Geburtstag zu haben. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Und heute gibt es etwas besonderes zu feiern und zwar einen 50. Geburtstag. Den 50. Geburtstag vom kleinen Gespenst von Otfried Preußler! Ist es nicht wunderbar, dass Kinder bereits seit 50 Jahren mit dieser sympathischen Kinderbuchfigur aufwachsen dürfen?

Das kleine Gespenst macht zwar gerne mal Unfug, ist aber herzensgut und auch wenn es nun mal ein Gespenst ist, gruselig ist es eigentlich nicht und somit perfekt für Kinder. Die Geschichte an sich eignet sich bereits für Kindergartenkinder, aber nicht jedes Kind in diesem Alter lässt sich schon gerne ein Buch mit ein paar Schwarz-weiß-Bildern vorlesen. Deswegen ist es sehr schön, dass in diesem Jahr das Bilderbuch „Das kleine Gespenst – Tohuwabohu auf Burg Eulenstein“ erschienen ist.

Ich habe das Gefühl, dass es ein wenig Trend ist, aus erfolgreichen Kinderbüchern Bilderbücher für kleinere Kinder zu machen. Das ist natürlich verständlich, aber nicht unbedingt immer sinnvoll. In diesem Fall ist aber alles sehr stimmig und die Adaption ist rundum gelungen. Uns gefällt das Bilderbuch richtig gut, auch wenn hier andere Personen mitgewirkt haben als beim Originalbuch. Der Text stammt von Otfried Preußlers Tochter Susanne Preußler-Bitsch (nach einer Idee von Otfried Preußler) und illustriert wurde das Buch von Daniel Napp, der bereits die Bilderbücher vom kleinen Wassermann illustriert hat. Der Geist des kleinen Gespenstes ist aber überall spürbar – sowohl im Text als auch in den Bildern. Bücherwürmchen musste sich nur das Titelbild anschauen um zu wissen, um wen es in diesem Buch geht. Die farbigen Bilder sind klasse. Sie stecken voller Atmosphäre, sind witzig und laden dazu ein, sich genau umzuschauen. Gerade durch die Bilder kommt der Witz der Geschichte für Kinder richtig heraus. Bücherwürmchen lachte zum Beispiel über das kleine Gespenst mit Perücke auf dem Kopf oder über die Szene, in der das kleine Gespenst dem Burgverwalter den Hut vom Kopf mopst. Allerdings fiel ihm dadurch, dass die Illustrationen hier in den Vordergrund rücken, auch eine kleine Unstimmigkeit auf. Er wunderte sich, dass das kleine Gespenst beim Aufstehen immer – „Hatzi!“ – niesen muss, obwohl es doch gar keine Nase hat…

Der Text kann mich ebenfalls völlig überzeugen. Wenn man es nicht besser wüsste, so könnte man annehmen, dass Otfried Preußler hier höchstpersönlich erzählt. Wunderbar! Vielleicht klingt der Text ein wenig altmodisch, aber genau so muss es beim kleinen Gespenst sein. Gut erzählt bliebt einfach gut erzählt!

Und was wird hier für eine Geschichte erzählt?

Das kleine Gespenst schaut sich nachts im Burgmuseum um, wobei es natürlich nicht beim Umschauen bleibt. Völlig unbekümmert und mit großer Freude richtet es im Burgmuseum ein kleines Durcheinander an. Dies kann der Burgverwalter Finsterwalder natürlich nicht so hinnehmen und er legt sich auf die Lauer. Zunächst scheint es beinahe so, als würde er Erfolg haben, denn er entdeckt das kleine Gespenst tatsächlich, aber letztendlich kann das kleine Gespenst, welches ja immer mit seinen dreizehn Schlüsseln ausgestattet ist, doch entkommen.

Insgesamt eine schöne Geschichte, in der alles passt und die auch ohne Kenntnis des Originalbuches für Kinder völlig verständlich ist.

Ich wünsche dem kleinen Gespenst noch viele weitere Leser – ganz egal ob kleinere oder größere – und gratuliere von ganzem Herzen zu 50 Jahre „Das kleine Gespenst“!

9783522458092

Das kleine Gespenst – Tohuwabohu auf Burg Eulenstein von Susanne Preußler Bitsch nach einer Idee von Otfried Preußler, illustriert von Daniel Napp, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-45809-2, 12,99€

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