Berührend: Der kleine Prinz und seine Fortsetzung

Manche Bücher verstehe ich zunächst nicht so ganz. Naja, vielleicht nicht direkt ganze Bücher, sondern nur einzelne Passagen. Wenn da nicht klipp und klar gesagt wird, was gemeint ist, dann bleiben die Aussagen auch in meinem Kopf diffus und lassen sich nicht in Worte fassen. Trotzdem heißt das nicht, dass ich ein solches Buch nicht mag, im Gegenteil, es gibt sogar Bücher, die mir sehr am Herzen liegen und die mich berühren, die für mich aber nicht so ganz greifbar werden. So ein Buch ist „Der kleine Prinz“.

Vor vielen Jahren habe ich dieses Buch gelesen und seitdem ist es in meinem Gedächtnis sowohl als schönes als auch als etwas unverständliches Buch verankert. Besonders die Stelle, an der die Bedeutung des Wortes „zähmen“ veranschaulicht wird, passte irgendwie nicht zu meinem Gefühl für dieses Wort. Viel mehr, abgesehen von Zitaten wie „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, ist mir, ehrlich gesagt, allerdings nicht in Erinnerung geblieben.

Aber nun habe ich das Buch „Das Sternenglöcken oder Die Blume des kleinen Prinzen“ bekommen. Nicht nur der Titel, sondern auch das Cover zeigen deutlich, dass dieses Buch auf den kleinen Prinzen Bezug nimmt. Also habe ich vor der Lektüre dieses neuen Buches mir noch einmal den kleinen Prinzen zu Gemüte geführt. Ich glaube, nun verstehe ich die Geschichte besser, aber ein wenig Unklarheit herrscht immer noch in mir. Die Geschichte berührt mich, insbesondere das Ende und so kann ich das Mädchen Elisa, die Hauptperson in „Das Sternenglöckchen“ sehr gut verstehen. Das Ende der Geschichte lässt sie einfach nicht los. Ist der kleine Prinz auf seinen Planeten zurückgekehrt? Was ist mit dem Schaf und der Rose passiert?

Mit Hilfe der Erfindung eines Professors, einer Silberkugel, die durch die Kraft der Gedanken fliegt, und in überraschender Begleitung eines Fuchses fliegt Elisa ins All und sucht den Planeten des kleinen Prinzen. Dabei muss sie sowohl einige Abenteuer überstehen als auch das Vertrauen des Fuchses gewinnen. Außerdem gelangen wir mit Elisa auf einige Planeten, die wir bereits mit dem kleinen Prinzen kennen gelernt haben. Es gibt viele Parallelen zwischen den beiden Büchern, nicht nur durch die Örtlichkeiten, sondern u.a. auch durch den Aufbau der Erzählung und die Illustrationen. Das Buch wird von einem Mann, einem Schiffsglockenverkäufer, erzählt, der Elisa bei einer Autopanne trifft und sich in seiner Hilflosigkeit nicht Weiterzukommen von Elisas Geschichte gefangen nehmen lässt – auch hier bleibt das Buch also auf der Linie des kleinen Prinzen.

Elisa ist ein gelungenes Pendant zum kleinen Prinzen. Dieses freundliche Mädchen schließt man direkt in sein Herz.

Es geht in dem Buch ebenfalls um Werte wie Freundschaft, Vertrauen und Treue, die in den einzelnen Kapiteln gut heraus kommen.

Auch in diesem Buch bleibt für mich manches im ersten Moment etwas unklar, zumindest was die klaren Aussagen angeht. Emotional kommen die Botschaften hier genauso an wie in dem Buch des kleinen Prinzen.

Mir gefällt das Buch „Das Sternenglöckchen“ sehr gut. Es ist eine würdige Fortsetzung des Klassikers und endet ebenso berührend. Ein Buch, welches nachdenklich macht und in dem man auch nach der Lektüre gedanklich noch eine Weile bleibt. Ich rate aber dazu, auf jeden Fall zunächst den kleinen Prinzen zu lesen, denn erst im Zusammenklang mit diesem Buch entfaltet das Buch seine Wirkung und seinen Zauber. Auch könnte ansonsten einiges nicht ganz verständlich sein, da „Das Sternenglöckchen“ ja auf dem kleinen Prinzen aufbaut.

Das Sternenglöckchen“ ist ein tolles Buch für Kinder ab 8 Jahren, aber auch für Erwachsene, die bereit dazu sind, sich von der besonderen Geschichte Elisas berühren zu lassen.

Darüber hinaus animiert das Buch dazu sich noch einmal ganz intensiv mit dem kleinen Prinzen zu beschäftigen, denn auch wenn man den kleinen Prinzen als Vorbereitung vor der Lektüre gelesen hat, so möchte man ihm im Anschluss direkt noch einmal lesen und dabei auf bestimmte Dinge achten…

 

Das Sternenglöckcen oder Die Blume des kleinen Prinzen von Karel Szesny, Abentheuer Verlag, ISBN: 978-3-940650-45-0, 19,80€ (Taschenbuch-Ausgabe: 11,95€)

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