Süße Gespenster im Garten

Habt ihr schon mal in einer Vollmondnacht in euren Garten geschaut? Nein? Dann solltet ihr das schleunigst mal nachholen, denn vielleicht bauen bei euch des Nachts ja auch kleine Geister ein Haus auf und feiern eine Party.

In dem Buch „In einer Vollmondnacht in meinem Garten“ staunt nicht man schlecht, was sich so alles im Garten abspielt. Das Ganze wird auf der ersten Seite mit dem einzigen Text im ganzen Buch eingeleitet: „In einer Vollmondnacht in meinem Garten sah ich…“ (meines Erachtens im Buch fehlerhaft mit einem Komma hinter Garten geschrieben). Von Seite zu Seite entwickelt sich nun das ganze Geschehen. Erst sieht man nur ein einziges Gespenst, welches auf der Schubkarre eine Tür transportiert und von links die Szene betritt. Darauf folgen dann drei weitere Gespenster mit Schubkarren, die mit Steinen beladen sind. Nun ist man richtig neugierig darauf, wie es wohl weiter geht. Auf der nächsten Seite sehen wir dann schon die ersten Mauern und einen ordentlichen Nachschub an Steinen auf einem LKW. Ruckzuck entstehen im Garten zwei Häuser, an denen viele, kleine Gespenster arbeiten, wobei einige von ihnen einen besonderen Wiedererkennungswert haben. So trägt eins z.B. einen rosa Hut, eines hat eine Krone auf dem Kopf (ich glaube, dies ist der Favorit meines Sohnes), eines ist mit Brille und Buch ausgestattet etc. Auch Engelchen und Teufelchen sowie ein Gespensterhund und ein Gespenstercowboy mit seinem Pferd sind dabei. Also ich finde die Gespenster wirklich richtig knuffig. Und sie sind wirklich effektiv. Kaum stehen die zwei Häuser, wird gefeiert, bevor dann alles in Windeseile wieder abgebaut und abtransportiert wird. Am nächsten Morgen ist im Garten nichts mehr von den außergewöhnlichen Besuchern zu sehen. Nur ein anderer Besucher hat sich bemerkbar gemacht und im Gras lauter Hügel hinterlassen.

Das Buch hat ganz eindeutig etwas. Es lädt dazu ein, es immer wieder anzuschauen, zu erzählen, Dinge zu entdecken und sich an den absurden und witzigen Szenen zu erfreuen. Eigentlich guckt sich Bücherwürmchen nicht mehr gerne Bücher ohne Text an, aber dieses Buch mochte er trotzdem unglaublich gerne. Ich glaube, dass Kindern, die ja gerne mal zu Albernheiten neigen, viel Spaß an den ganzen Absurditäten in diesem Buch haben.

Auffällig in dem Buch sind auch die Farben. Der Hintergrund ist dunkel, im Vordergrund stehen die weißen Gespenster und die roten Häuser.

Auch wenn auf der Rückseite des Buches von einem „witzigen Wimmelbuch über ein nächtliches Abenteuer“ gesprochen wird, hatte ich zunächst gar nicht das Gefühl ein Wimmelbuch in der Hand zu haben. Klar, es gibt viel zu erzählen und zu entdecken, aber gerade die ersten Seiten sind nicht gerade wimmelig. Alles baut sich wie in einer erzählten Geschichte auf, was natürlich grundsätzlich nicht gegen ein Wimmelbuch spricht, aber ich glaube, dass daher mein Gefühl kommt, dieses Buch nicht direkt in die Wimmelbuch-Ecke zu stellen. Grundsätzlich ist es letztendlich aber egal, in welche Kategorie dieses Buch in der Theorie gehört, in der Praxis gehört es zu den Büchern, die immer wieder hervorgenommen werden. Dieses Buch macht einfach Spaß und es fordert Kinder geradezu zum eigenen Erzählen heraus.

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In einer Vollmondnacht in meinem Garten von Séverin Millet, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82095-2, 13,95€

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