Taschenbücher für Erstleser (Teil 2)

Wie bereits angekündigt, geht es heute mit zwei Büchern aus der Clubreihe für Erstleser des Obelisk-Verlags weiter. Ich beginne heute mit „Bunte und Frieder“, von dem ich direkt sagten kann, dass es mir gut gefällt. Die Geschichte ist toll gemacht, denn sie ist so spannend und offen, dass man einfach immer weiter lesen muss. Allein den Anfang kann man nicht einfach so stehen lassen: „Keiner wusste warum. Bunte schon gar nicht.“ Worum geht es hier? Wer ist Bunte? Was ist passiert? Also weiterlesen! Auch auf der nächsten Seite gibt es noch keine Auflösung, sondern es wird nur erzählt, wie alles begann. Also weiterlesen! Nun sagt Bunte, dass sie nicht krank sei, sondern sich freut, aber was eigentlich passiert ist, weiß man immer noch nicht. Also weiterlesen! Ah, darum geht es: Bunte, ein Kaninchen, ist auf einmal rot, rot wie eine Hagebutte. Ui, das klingt aber merkwürdig. Wie es ihr mit dieser Fellfarbe wohl ergeht? Also weiterlesen! Sie bekommt selbst einen Schrecken und wird weiß, bei Trauer blau, bei Ärger gelb usw. Immer wieder wechselt sie die Farben und wächst währenddessen zu einer Kaninchen-Dame heran. Auf einmal wird sie von den Kaninchenmännern umschwärmt, was den anderen Frauen natürlich nicht gefällt, so dass sie sich etwas überlegen… (Okay, dass Bunte eine Frau wird und sich die Männer für sie interessieren, ist schon ein wenig merkwürdig in einem Kinderbuch und hat mich auch beim ersten Lesen etwas irritiert, aber später rückte es dann in den Hintergrund.)

Es bleibt also spannend rund um Bunte und für den Leser heißt dies weiterlesen und lesen. Und warum heißt das Buch „Bunte und Frieder“? Auch das erfährt man, wenn man immer weiter liest. Ja, diese Geschichte gefällt mir. Sie lässt sich gut lesen, allerdings werden Leseanfänger sie vielleicht nicht direkt an einem Stück schaffen. Die bunten Bilder illustrieren die Geschichte schön. Sie zeigen ohne ablenkende Details die Kaninchen und natürlich vor allem Bunte.

bunte

Das letzte Buch, welches ich vorstellen möchte, ist für Leserinnen ab der zweiten Schulstufe: „Das Orakel – Ein Kumpel kommt selten allein“. Auch wenn es hier überall bunte Illustrationen gibt, (die übrigens klasse sind), dominiert hier so langsam der Text, welcher bereits in acht Kapitel eingeteilt ist. Auf diese Weise können Kinder beim Lesen gut eine Pause einlegen, bevor sie sich an den nächsten Absatz heranwagen. Der Text an sich lässt sich prima lesen. Er erzählt die Geschichte in einem flüssigen und angenehmen Ton. Richtig toll ist aber auch die Geschichte selbst. Sie macht Spaß und sie ist gleichzeitig witzig als auch herzlich.

Der Bär macht sich auf die Suche nach einem besten Freund, aber wo findet man einen solchen? Die Eule kann ihm nicht weiterhelfen. Schließlich ist sie kein Orakel. „Orakel“ – davon hat der Bär noch nichts gehört, aber wenn einem dieses die entscheidende Antwort geben kann, dann möchte er es gerne aufsuchen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf den Pfau, der ebenfalls einen Freund sucht. Nein, die beiden werden natürlich nicht direkt die besten Freunde, denn sie sind sich nicht gerade sympathisch. Auf der einen Seite der Bär – groß, schwer, etwas tollpatschig und aus Sicht des Pfaus etwas begriffsstutzig, und auf der anderen Seite der Pfau – elegant, hübsch, klein und aus Sicht des Bären eher eingebildet. Sie wollen nicht länger zusammenbleiben als notwendig, doch das Orakel sagt ihnen, dass sie sich gemeinsam auf Freundesuche begeben sollen. Ja, wir ahnen natürlich wie dies ausgehen wird, aber es macht dennoch Spaß diese Geschichte der Freundschaft, die sich langsam und von den Figuren unbemerkt anbahnt, zu lesen.

Ein ganz tolles Buch für Leseanfänger und alle anderen, die gerne eine Geschichte über das wertvolle Gut Freundschaft hören.

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Wie sieht nun mein Fazit zu der Reihe aus? Ganz einfach: Hier gibt es wirklich anspruchsvolle, gute Literatur für Leseanfänger. Nicht jede Geschichte ist dabei Top und nicht jede Geschichte wird jedem gefallen, was bei vielen unterschiedlichen Geschmäckern ja auch gar nicht möglich ist, aber das Konzept der Reihe (pfiffige, witzige und interessante Geschichten illustriert mit bunten Bildern) kann auf jeden Fall überzeugen.

 

Bunte und Frieder von Christine Rettl und Maria Blazejovski, Obelsik Verlag, ISBN: 9783851976915, 5,50€

Das Orakel – Ein Kumpel kommt selten allein von Chantal Schreiber und Susanne Wechdorn, Obelisk Verlag, ISBN: 9783851976922, 5,50€

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Ein Kommentar zu “Taschenbücher für Erstleser (Teil 2)

  1. Bunte und Frieder ist eine tolle Geschichte ^^

    Und die Geschehnisse ums Orakel klingen auch interessant 🙂

    Kinderbibliotheken und Erstlesereihen sind schon sehr wichtig 😉
    Schön sind auch die Klassiker aus dem Bassermann oder Anaconda Verlag, aber vermutlich nicht so sehr für Erstleser, sondern mehr zum Vorlesen…

    Gefällt 1 Person

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