Adventskalender 2015: 18. Dezember

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Fortsetzung von „Das Märchen vom kleinen Mann Jasa und dem Familienglück

Ohne zu widersprechen kletterte der kleine Mann Jasa auf den Rücken des Vogels und ließ sich von ihm wieder nach oben in den fünften Stock bringen. Dort angekommen las er an einer Tür die Aufschrift „Dekoration“. Unmerklich rümpfte er ein wenig die Nase. Was sollte denn das? Für Dekoration hatte er nun wirklich keinen Sinn. Eigentlich hatte er keine rechte Lust diesen Raum zu betreten, aber letztendlich siegte seine Neugier und er öffnete die Tür. Zögerlich ging er hindurch und schaute sich in dem Zimmer um, in welches er nun trat.

 

Eine Frau wirbelte fröhlich pfeifend durch die Gegend. Hier und dort verteilte sie ein paar kleinere Gegenstände: Auf die Kommode stellte sie drei rote Wichtel und ein Rentier aus Holz, auf das Regal kam ein Engelchor und auf den Wohnzimmertisch legte sie um den Adventskranz herum viele kleine Schneeflöckchen. Dann ging sie zum Esstisch und beugte sich über einen großen Pappkarton aus dem sie weitere Dinge holte. Mit Tesafilm befestigte sie ein Fensterbild aus Transparentpapier, welches die Krippenszene darstellte, an einem der Fenster. In ein anderes Fenster hing sie einen leuchtenden Stern. Schließlich kam noch eine Lichterkette zum Einsatz. Nach einem letzten prüfenden und zufriedenen Blick in das Zimmer, räumte sie schnell den Pappkarton weg, denn sie hatte im Flur ein Geräusch gehört. Wenig später öffnete sich auch schon die Tür und ein Mann kam herein.

„Oh, wie sieht es hier denn aus?“ rief er überrascht.

„Weihnachtlich“, grinste die Frau.

„Und richtig schön gemütlich“, fügte der Mann hinzu.

 

Das allerdings musste der kleine Mann Jasa zugeben. Gemütlich sah es in dem Raum tatsächlich aus. Bevor er wieder hinaus ging, blickte er sich noch einmal um. Er nickte. In einem solchen Zimmer fühlte man sich wohl. Ein bisschen geborgen irgendwie. Er atmete tief aus. Wieder einmal musste er sich von dem Haus belehren lassen. Der kleine Mann Jasa hatte keinen Blick für Dekorationen und Dinge, die einen Raum verschönern konnten. Sie fielen ihm nicht einmal bewusst auf. Dennoch merkte auch er, dass es durch ein bisschen Dekoration wohnlicher wurde.

Bei dem Gedanken an sein eigenes Zuhause wurde ihm warm. Wie schön gemütlich hatten sie es doch immer. Die kleine Frau Lele hatte Unmengen an Kartons mit Dekorationen für die verschiedenen Jahreszeiten. Er hatte sie deswegen schon oft ausgelacht, aber wenn er nun an das weihnachtlich oder frühlingshaft geschmückte Wohnzimmer dachte, überkam ihm ein sonderbares Gefühl von „Zuhause“. „All die kleinen Mühen, die die kleine Frau Lele in unser Haus steckt, schaffen ein Zuhause“, ging es dem kleinen Mann Jasa durch den Kopf.

Während er noch an sein eigenes Heim dachte und sich darüber freute, wie schön es bei ihnen aussah, schwebte eine weiße Wolke ganz sacht zu ihm herab. Direkt vor seinen Füßen blieb sie in der Luft stehen. Der kleine Mann Jasa verstand. Dies war sein Transportmittel zur nächsten Tür. Vorsichtig stieg er auf die Wolke, die wunderbar weich und kuschelig war. Der kleine Mann Jasa machte es sich zwischen den Wolkenhügeln gemütlich und schon begann die Wolke weiter hinab zu schweben.

Weiter geht es am 19. Dezember

Zu allen bisher erschienenen Teilen gelangt ihr über diese ÜBERSICHT.

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