Adventskalender 2015: 15. Dezember

Hauptbild

zweig 15 zweig

Fortsetzung von „Das Märchen vom kleinen Mann Jasa und dem Familienglück

Eigentlich mied der kleine Mann Jasa solche Rutschen. Sie wurden ihm häufig zu schnell und er war von Natur aus eher ein ängstlicher Mann. Nun aber zögerte er kaum, denn er hatte bereits mehrfach erfahren, dass alles, was sich rund um das Haus herum abspielte, einfach gelang und ungefährlich war. So setzte er sich entschlossen auf die Kante der Rutsche und kam in einem ruhigeren Tempo als die Gestalt der Rutsche es vermuten ließ in den dritten Stock.

Dort landete er genau vor der Tür mit der goldenen Aufschrift „Natur“ unter der sich der kleine Mann Jasa zunächst nur wenig vorstellen konnte. Er öffnete die Tür und trat ein.

Überrascht stellte der kleine Mann Jasa fest, dass er sich an einem See befand. Da es dunkel war, konnte er die Menschen, die es sich auf einem Steg auf einer Decke gemütlich gemacht hatten, kaum erkennen. Als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah er, dass es ein Mann und eine Frau waren.

 

Die Frau zog die Decke ein wenig fester um ihre Schultern und lehnte sich an den Mann. Der Mann strich ihr wärmend über den Rücken.

„Es ist so ruhig hier“, stellte er fest.

„Schau mal hoch. Heute ist eine ganz klare Nacht.“ Die Frau deutete mit ihrem Kopf nach oben. Schweigend blickten sie beide in den wolkenlosen tiefschwarzen Himmel. An einigen Stellen funkelten ein paar Sterne.

„Siehst du den großen Wagen?“ Der Mann zeigte auf ein paar Sterne, die gut zu sehen waren.

„Ja, aber sonst kenne ich keine Sternbilder“, bedauerte die Frau.

„Macht doch nichts. Ich finde es einfach schön den Sternenhimmel zu sehen. Das entspannt mich.“

 

Dem kleinen Mann Jasa gefiel die Szene, doch so richtig klar war ihm nicht, worum es bei dieser Tür ging. Unbewusst wanderte sein Blick in den Himmel. Vielleicht würde ihm der Vogel Zisali die Tür näher erklären, aber der Vogel war nirgends zu sehen. Der kleine Mann Jasa seufzte. Er sollte wohl selbst herausfinden, was ihm die Tür sagen wollte. Die Aufschrift lautete Natur und hinter hier waren zwei Menschen, die die Aussicht auf den Sternenhimmel genossen. Es ging ihnen in der Natur gemeinsam gut. Sie erfreuten sich an der Natur und an ihren Schönheiten.

„Ja, genau!“ Der kleine Mann Jasa nickte. „Man soll zusammen in die Natur gehen und diese auf sich wirken lassen.“ Er überlegte und versuchte sich an eigene Erlebnisse mit seiner kleinen Frau Lele zu erinnern und schon bald vielen ihm einige ein. Er erinnerte sich, wie er glücklich seine kleine Frau Lele beobachtet hatte, als sie sich über die bunten Blätter im Herbst freute und er dachte daran, wie sie im Sommer gemeinsam auf einer Blumenwiese lagen und die Wolken über ihnen betrachtet hatten. Wieder nickte er. Es stimmte. Die Natur konnte einem die verschiedensten Emotionen entlocken und es war schön, wenn man diese mit einem lieben Menschen teilen konnte.

Nachdem er sich nun Klarheit über die Bedeutung der Tür verschaffen hatte, schaute er sich aufmerksam um. Er war gespannt, wohin es ihn nun führte. Die Rutsche war jedenfalls verschwunden.

Weiter geht es am 16. Dezember

Zu allen bisher erschienenen Teilen gelangt ihr über diese ÜBERSICHT.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s