Adventskalender 2015: 6. Dezember

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Fortsetzung von „Das Märchen vom kleinen Mann Jasa und dem Familienglück

Er fand sie im vierten Stock. Der kleine Mann Jasa musste also wieder hoch hinaus. Die Tür trug die Aufschrift „Urlaub“.

„Das ist doch klar!“ dachte der kleine Mann Jasa. „Darauf freut man sich schließlich das ganze Jahr.“ Einen kurzen Moment überlegte er sich, ob er die Tür überhaupt öffnen sollte, denn worum es ging, war offensichtlich. Doch dann siegte seine Neugier. Gerade als er sich nach einer Aufstiegsmöglichkeit umschauen wollte, kam ein fliegender Teppich auf ihn zugeflogen. Mittlerweile wunderte sich der kleine Mann Jasa nur noch kurz darüber, denn er hatte bereits gemerkt, dass hier einige merkwürdige Dinge vor sich gingen, die er sich nicht erklären konnte. Ein fliegender Teppich war da nicht verwunderlicher als ein bunter sprechender Vogel, der das Gewicht des kleinen Mannes Jasa tragen konnte. Ohne zu zögern, setzte sich der kleine Mann Jasa auf den fliegenden Teppich und ließ sich zu der Tür fliegen. Er war gespannt, was für eine Urlaubsszene sich ihm bieten würde. Seine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Durch die Tür gelangte er an einen hellen Sandstrand, der sich breit an einer Küste entlang zog.

 

Überall standen Sonnenschirme und Strandliegen, auf denen sich Frauen und Männer bräunten. Kinder sprangen durchs Wasser und bespritzten sich gegenseitig. Der Himmel war nahezu wolkenlos. Man hörte Möwen kreischen und der salzige Meeresgeruch stieg einem in die Nase.

Eine kleine Familie hatte es sich mit Handtüchern bequem gemacht.

Die Frau lag entspannt mit einem Buch in der Hand auf ihrem großen Handtuch. Neben ihr baute der Mann mit dem kleinen Kind an einer Sandburg.

„Papa, ich hol noch ein bisschen Wasser!“ rief der kleine Junge und lief mit dem Eimer in der Hand Richtung Meer. Der Vater sprang schnell auf und folgte dem Jungen.

Die Frau schaute von ihrem Buch auf und beobachtete ihren Mann und ihren Sohn, die nun gemeinsam am Meer standen und versuchten den Eimer mit Wasser zu füllen. Sie musste auflachen, als sie sah, wie ihrem Sohn das Wasser dabei ins Gesicht spritzte.

Als Vater und Sohn zurück kamen, setzte sich die Frau auf und kramte in einer der mitgebrachten Taschen. Sie zog eine Flasche mit Sonnenmilch heraus und rief das Kind zu sich: „Komm mal her, wir müssen dich noch einmal eincremen.“ Nur widerwillig ließ der Junge den Vater alleine an der Sandburg weiterarbeiten und kam zu seiner Mutter, die ihn zärtlich und sorgfältig an allen Stellen, die nicht von Kleidung bedeckt waren, eincremte. Anschließend sprang der Kleine direkt wieder zu seinem Vater und buddelte eifrig im Sand.

Nach einer Weile suchte die Frau wieder in einer Tasche. Diesmal zauberte sie Getränke und Kekse hervor. Da ließen sich der Mann und das Kind nicht zwei Mal bitten. Lachend setzten sie sich zu der Mutter auf die Handtücher, tranken Saft aus Trinkpäckchen und knabberten an den Keksen, die in den Sand krümelten.

 

„Ach, so ein Tag am Strand ist einfach nur herrlich“, dachte der kleine Mann Jasa neidisch. So konnte man es sich wirklich gut gehen lassen. Er konnte es sich gut vorstellen, wie er zusammen mit seinem Kind im Sand spielte. Die kleine Frau Lele und er fieberten schon lange dem ersten Urlaub mit Kind entgegen. Oft malten sie sich gemeinsam aus, was sie dort schönes erleben würden. Sie konnten es kaum erwarten. Zu zweit hatten sie bereits viele tolle Urlaube gemacht. Sie waren zusammen am Meer, hatten sich entspannt, sich Städte angesehen, waren in Museen und hatten es sich einfach gut gehen lassen. Urlaube gehörten schon immer zu den Highlights in ihrem Leben. Und ein Kind konnte diesen Aspekt im Leben sicherlich nicht schmälern. Nein, im Gegenteil, mit Kind war ein Urlaub wohl noch spannender und ereignisreicher. Und vor allem konnte man endlich wieder Sachen machen, die man als Kind selbst gerne gemacht hatte. Der kleine Mann Jasa freute sich schon mit dem Kind Klein-Jasa Sandburgen zu bauen, tiefe Gruben zu buddeln, Drachen steigen zu lassen, auf Hüpfburgen herum zu tollen, Eis essen zu gehen, Ausflüge in Spaßbäder zu machen und vieles mehr. Hier hatten die dunklen Männer ganz bestimmt nicht Recht. In Bezug aufs Urlaub machen bereicherte ein Kind das Leben. „Nein“, der kleine Mann Jasa schüttelte den Kopf und setzte sich auf den fliegenden Teppich, der ihn wieder sicher nach unten brachte. „Klein-Jasa schränkt uns nicht ein.“ Vielleicht gab es das Familienglück doch?

Weiter geht es am 7. Dezember

Zu allen bisher erschienenen Teilen gelangt ihr über diese ÜBERSICHT.

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