Spiel: Wie kommt der Bär aus dem Wald?

Wie viele gute Spiele braucht man für kleine Kinder? Reichen nicht eigentlich ein paar gute Klassiker aus, die man immer wieder spielt? Ja, ich weiß, ich bin auch jemand, die sich über tolle Neuheiten freut und sie gerne ausprobiert, aber manchmal ist es dann auch schön, wenn man ein Spiel auspackt, welches man bereits als Kind gerne gespielt hat und welches auch heute noch genauso viel Spaß macht. Gerade bei Kinderspielen sieht man tatsächlich in den Läden häufig noch Spiele, die es schon seit vielen Jahren gibt, was mir gut gefällt. Bei der Auflösung eines Spielzeuggeschäfts habe ich mir vor Kurzem dann in einem Anflug von Nostalgie das „Bärenspiel“ gekauft, an das ich viele gute Erinnerungen habe, wobei diese hauptsächlich das Bild der Familie am Spieletisch beinhalten. Mittlerweile gibt es das „Bärenspiel“ in einer neuen Aufmachung mit anderen Illustrationen, aber ich behaupte, vielleicht nicht ganz neutral, dass auch die älteren Bilder Kindern genauso gut gefallen. Bücherwürmchen hatte jedenfalls nichts an den Karten auszusetzen und war neugierig, welche Tiere man alle entdecken kann.

Worum geht es in dem Spiel? Der kleine Bär hat im Wald gespielt und findet nun nicht mehr hinaus. Da wollen die Spieler ihm natürlich helfen und sie versuchen durch das Aufdecken von Karten ihm einen Weg hinaus zu bahnen. Ob man eine Karte aufdecken darf, entscheiden die Würfel. Man würfelt gleichzeitig mit drei Würfeln, welche jeweils vier Wald-Symbole, eine Bärenspur und einen Bär aufweisen. Nach und nach bringen einen die Kärtchen in den Wald hinein. Man beginnt am Spielrand und sucht sich so einen Weg bis hin zum Bären, den man auch erst einmal suchen muss, denn zu Beginn des Spieles liegen nur 100 umgedrehte Kärtchen (bei der neuen Version sind es 81 Kärtchen) in einem Quadrat vor einem. Nicht überall geht der Weg lang. Man stößt auf Hindernisse, die man aber beseitigen kann, und Waldtiere verbergen sich im Gras und müssen umgangen werden. Aber irgendwann hat man dann den Bären gefunden und muss ihn nun noch innerhalb sieben Spielzüge (bzw. 4 Spielzügen bei dem neuen Spiel) aus dem Wald hinaus würfeln.

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Bild: Alte Version – Wir haben dem Bär, den Weg aus dem Wald gezeigt!

Meines Erachtens ist das „Bärenspiel“ ein klasse Spiel für Kinder ab 4 Jahren. Man spielt gemeinsam und es geht mal nicht um diese „Ich bin Erster“-Mentalität, die sich bereits im Kindergarten überall bemerkbar macht. Nein, hier geht es nicht darum erster, schnellster oder bester zu sein, sondern darum, dass man gemeinsam hilft, den Bären aus dem Wald zu holen. Dabei lernt man auch automatisch, dass man im Wald behutsam vorgehen muss und Tiere nicht stören darf, denn diese muss man ja im Spiel mit einem kleinen Umweg umrunden. Kinder lernen hier verschiedene Spielmechanismen kennen. Es wird gewürfelt und Karten dürfen aufgedeckt und teilweise umgelegt werden. Schön ist, dass man bei diesem Spiel nicht, wie es zum Beispiel bei vielen Farbenspielen für kleinere Kinder ist, ewig auf eine bestimmte Sache hin würfeln muss. Zwar passiert bei dem Wurf des Waldes nichts, aber bei drei Würfeln mischt sich auch schnell wieder eine Bärenspur oder ein Bär dazu. Das Aufdecken der Karten ist für Kinder sehr spannend und die Freude, wenn man den Bären gefunden hat, sehr groß. Was verbirgt sich unter dem Kärtchen? Wo ist nur der Bär? Schaffen wir es ihn aus dem Wald zu führen? Ältere Kinder beginnen auch schon ein wenig strategisch zu denken und überlegen sich, dass man vielleicht nicht einen ganz langen Weg von einem Rand aus bauen sollte, sondern vielleicht auch Kärtchen von einem anderen Rand aus aufdecken sollte, damit der Weg nicht zu lang wird und man das Spielziel auch erreicht.

Ich freue mich jedenfalls, dass Bücherwürmchen dieses Spiel nun auch kennen gelernt hat und wir hoffentlich noch viele schöne Spielstunden damit verbringen werden!

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Bärenspiel von Hajo Bücken, Grafik: Johann Rüttinger, Amigo Verlag, ab 4 Jahren, 2-5 Spieler, Spieldauer ungefähr 20 Minuten (Angaben zu der neuen Variante, die alte ist ein Herder-Spiel, Grafik: Barbara Bös)

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