Mit Freude den Fehlern in Wimmelbildern auf der Spur

Es macht immer viel Spaß lauter Dinge in Wimmelbüchern zu entdecken. Noch intensiver und ehrgeiziger geht man auf die Suche, wenn man in solchen Bildern lauter Quatsch und Fehler finden soll. Das macht viel Freude und schult dabei ganz nebenbei das logische Denken, das Verständnis über die Welt und ihre Vorgänge als auch die Sprache, denn natürlich wird jede Merkwürdigkeit benannt und begründet.

In diesem Jahr ist im Esslinger Verlag ein solches Buch herausgekommen: „Professor Knacks‘ verflixt-verrückte Reise um die Welt“ (welches übrigens schon der zweite Band von Professor Knacks ist, welcher mir bisher jedoch nicht bekannt war). Professor Knacks macht sich mit seinem TurboTrabbiNaviMobil auf in den Urlaub, doch leider hat er die RosaTraumBrille mit der KlareSichtBrille verwechselt und so begegnet er einigen verrückten Dingen: An der Seilbahn in den Bergen hängt ein ganzer Bus, in der Wüste vor den Pyramiden wird gesaugt, in Australien stricken und fotografieren die Kängurus, am Südpol gibt es einen tätowierten Pinguin und in Paris scheint eine Frisur aus Spagetti und Besteck die neue Mode zu sein. Egal, wo Professor Knacks auch hinkommt, irgendetwas scheint nicht zu stimmen. All diese Unstimmigkeiten aufzudecken ist natürlich Aufgabe der großen und kleinen LeserInnen, die dabei eifrig bei der Sache sind. Das Buch macht Spaß und es ist witzig gezeichnet, allerdings ist es auf Grund der Thematik auch nicht ganz einfach. Es werden Länder vorgestellt, die Kindern mit all ihren Besonderheiten eher unbekannt sind, so dass es für sie teilweise schwierig ist, die Fehler herauszufinden. Zum Beispiel ist es für Bücherwürmchen ein Fehler, wenn Menschen in Kleidung ins Wasser gehen, wie es die Menschen bei einem Tempel in Indien tun. Auch das dort Kerzen auf dem Wasser schwimmen, kennt er nicht. Es ist also ein Buch, welches zu vielen Gesprächen zwischen Kindern und Erwachsenen auffordert und anhand dessen man somit auch einiges über andere Kulturen lernen kann.

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Noch etwas besser gefallen mir persönlich die Suchspaß-Wimmelbücher von Ralf Butschkow, „Da stimmt doch was nicht! Ein Suchspaß-Wimmelbuch“, „Was stimmt denn da nicht? Ein Ferien-Suchspaß-Wimmelbuch“ und „So geht das nicht! Ein BerufeSuchspaß-Wimmelbuch“, die alle drei in dem Buch „Hier stimmt ja fast gar nichts!“ versammelt sind. Im Gegensatz zu Professor Knacks, der ja bereits ein außergewöhnliches Fahrzeug und andere Dinge besitzt, ist Lisa eigentlich ein ganz normales Mädchen, aber irgendwie erwischt sie manchmal Tage, an denen irgendetwas nicht stimmt. Aber was ist nur verkehrt? Sind es die Schuhe im Kühlschrank, die Schaukelseile aus Würstchen oder die Kuh im Supermarkt? Und was ist da im Urlaub auf dem Bauernhof bei Lisas Großeltern los? Eine Rutsche für die Hühner, ein Sessel als Sattel, ein Schaf mit Pullover und ein Schneemann auf einer sommerlichen Wiese – all das kommt einem doch sehr verdächtig vor. Und dass Lisa eine völlig falsche Vorstellung der verschiedenen Berufe hat, merkt doch wirklich jedes Kind: So entdeckt man sofort, dass das Tor auf dem Fußballfeld fälschlicherweise gemauert ist, man wundert sich über die Riesentomate in der Schubkarre der Gärtnerin und lacht über den zeitungslesenden Löwen im Zoo. Überall sind einige witzige Fehler versteckt, die teilweise direkt auffallen, teilweise aber auch eine gewisse Übersicht und ein Verständnis für technische Abläufe voraussetzen. Je nach Alter des Kindes entdeckt man also unterschiedliche Fehler in den Bildern. Insgesamt bleiben diese Bücher etwas näher an der Lebenswelt der Kinder, so dass die Fehler klarer und witziger hervortreten. Die Farben in dem Buch sind kräftiger als in dem Buch von Professor Knacks und wirken auf mich etwas kindgerechter. Aber auch wenn der Suchspaß mit Lisa für mich ein wenig mehr Charme aufweist, sind beide Bücher durchaus als gelungen zu bezeichnen und vielleicht auch einfach etwas für verschiedene Ziel- bzw. Altersgruppen. Beide Bücher machen jede Menge Spaß und man kann sich lange mit der Suche nach den vielen Details und Fehlern beschäftigen. Und wenn man mal gar nicht weiterkommt, gibt es in beiden Büchern auch eine Auflösung, in der gezeigt wird, welche Fehler von den Illustratoren eingebaut wurden. Vielleicht entdecken die Kinder aber noch ganz andere Ungereimtheiten, die aus ihrer Sicht nicht normal sind. Dabei ist es besonders interessant ihrer Argumentation zu folgen, denn da kommen oft ganz pfiffige und erstaunliche Überlegungen hinaus. Allein für die Gespräche mit den Kindern lohnen sich diese Bücher. Hier erfährt man einiges über ihre Sicht auf die Welt. Sehr spannend!

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Professor Knacks‘ verflixt-verrückte Reise um die Welt – Ein Fehler-Suchspaßbuch von Dirk Henning, Esslinger Verlag, ISBN: 978-3-480-23190-4, 12,99€

 

Hier stimmt ja fast gar nichts! Das große Suchspaß-Wimmelbuch von Ralf Butschkow, Baumhaus Verlag, ISBN: 978-3-8339-0320-5, 9,99€

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