Hüpfen, Drehen und hoffentlich nicht fallen: Lotti Karotti

Was sind die Zutaten für einen (Kinder-)Spiele-Klassiker? Einfache Regeln, ein klarer, aber gerne spannender Spielablauf, ansprechendes Material und süße Figuren. All dies beinhaltet das bekannte Kinderspiel „Lotti Karotti“, welches schon von vielen Kindern gerne gespielt wurde. Und dies ist absolut nachvollziehbar. Zunächst motivieren der Grashügel mit den Spielfeldern und der Möhre in der Mitte sowie die Spielfiguren, die aus Häschen in vier verschiedenen Farben bestehen, dazu, sich mit dem Spiel zu beschäftigen. Jedes Kind nimmt sich mit Freude vier dieser Häschen und möchte sie gerne an der Möhre knabbern lassen. Und schnell sind die Kinder dabei, ihre Häschen auf den Weg und ins Ziel zu bringen, denn viel setzt dieses Spiel nicht voraus. Die Kinder müssen lediglich in der Lage sein, ihre Häschen entsprechend der gezogenen Karten ein bis drei Felder weiterzuziehen oder die Karotte in der Mitte zu drehen. Darauf basiert das ganze Spielprinzip und damit noch die gewünschte Spannung aufkommt, ist der Weg zum Ziel, zur begehrten Möhre, mit plötzlich auftretenden Löchern versehen, in die die Häschen hineinfallen können. Durch die Drehung öffnen und schließen sich jedes Mal bestimmte Spielfelder und die Spieler halten kurz den Atem an: „Hoffentlich fällt mein Häschen nicht in die Grube!“ Geschieht dies doch, gibt es natürlich jedes Mal einen lauten Aufschrei, welcher je nachdem, ob einem das Häschen gehört oder nicht, aus Ärger oder Schadenfreude geschieht. Kinder, die schlecht verlieren können, ertragen es manchmal kaum, wenn ihr Häschen in ein Loch fällt. Hier ist man dann als mitspielender Erwachsener gefragt und man kann beginnen eine kleine Geschichte um das Spiel zu stricken. Vielleicht hatte das Häschen einfach keinen Hunger mehr und ist schon mal in den Kaninchenbau zurückgekehrt? Oder es ist ein bisschen übermütig und wagt es gerne mal in die Tiefe hinab zu springen? Schon ist alles nur noch halb so schlimm, die Kinder freuen sich darüber, wenn ein Häschen herunter purzelt, denn dann passiert ja etwas, und wenn dann das Möhrenziel ein wenig aus den Augen gerät, ist es auch nicht schlimm. Hauptsache alle haben an dem Spiel Spaß! Und das haben Kinder in der Regel bei „Lotti Karotti“ und zwar in erster Linie auf Grund des Drehens und der Löcher.

Bücherwürmchen hat natürlich wie alle Kinder Spaß am Drehen der Möhre, aber er hat auch sofort den feinen Unterschied auf den Karten entdeckt. Bei einem Schritt bewegt sich der Hase ganz langsam, während er bei drei Schritten ordentlich los hoppelt. Genauso setzt Bücherwürmchen es dann mit seinen Figuren auf dem Spielfeld um. Er spielt das Spiel auch gerne mal für sich alleine. Entweder nimmt er sich ein Häschen und zieht immer wieder Karten um die entsprechenden Handlungen dann auszuführen oder er stellt alle Häschen auf den Hügel und dreht immer wieder die Möhre um zu schauen, welche Häschen als erstes verschwinden. Darüber hinaus funktioniert er den Hügel auch gerne als Burg um und lässt die Hasen gegeneinander kämpfen. Die „Feinde“ werden dann unten im „Gefängnis“ eingesperrt… Ja, das Spiel regt durchaus zur Fantasie an…

Kinder ab 3/4 Jahren können dieses Spiel schon gut spielen. Sie gehen dann zwar nicht so strategisch vor und setzen ihre Häschen eben ohne Bedenken auf Felder, die zu Löchern werden können, aber das beeinflusst den Spielspaß in keiner Weise. Irgendwann merken die Kinder dann schon, welche Felder gefährlich sind und besser nicht besetzt werden sollten…

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Lotti Karotti, Kinderspiel ab 4 Jahren, Ravensburger Spieleverlag, 2 – 4 Spieler, Spielzeit ca. 20 Minuten

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