Die ersten eigenen Bücher: Ferientagebücher

Der Sommer hat begonnen und für viele rückt auch der Urlaub in greifbare Nähe. Da freut man sich doch, denn Urlaub ist immer etwas besonderes, etwas woran man sich auch später noch gerne erinnert. Selbst die Reisen, die man in seiner Kindheit unternommen hat, klingen irgendwie noch in einem nach, auch wenn man sich häufig nicht mehr an viele konkrete Dinge erinnern kann, aber das Gefühl von Sommer, Meer, Strand, Zeit mit der Familie das bleibt. Mir persönlich sind solche Erinnerungen wichtig und ich möchte auch Bücherwürmchen ermöglichen, dass er später in eigenen Kindheitserinnerungen schwelgen bzw. als Erwachsener vielleicht mit einem anderen Blick auf seine eigene Kindheit zurück blicken kann. Gerade, wenn die eigenen Kinder auf die Welt kommen, ist so etwas ja noch einmal interessant. Um ihm dies zu ermöglichen, hebe ich viel für ihn auf und notiere mir wichtige Ereignisse, aber ich möchte auch, dass er sich seine eigenen Erinnerungen aufbaut und so habe ich letztes Jahr angefangen mit ihm Ferientagebücher zu führen. Dabei geht es einerseits darum, Erlebnisse festzuhalten und andererseits werden wir dabei gemeinsam kreativ und gestalten zusammen ein Heft. Tag für Tag malt Bücherwürmchen auf, was ihm von dem Tag wichtig war und das können dann auch schon mal ganz andere Sachen sein als die, die ich als Highlight angesehen habe. So kann es passieren, dass Bücherwürmchen auf einer Doppelseite den gesamten Brötcheneinkauf fürs Frühstück aufmalt oder er zeichnet nur lauter blaue Striche, weil es an dem Tag geregnet hat. Auf diese Weise entsteht ein Bild von dem Urlaub ganz aus Bücherwürmchens Sicht. Er malt, ich beschrifte und Eintrittskarten oder Flyer werden natürlich auch dazu geklebt.

Sommerurlaub 2014

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Strand mit Strandkorb

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Puppentheater-Aufführung „Ferdinand der Stier“ im Inselmuseum

Urlaub auf dem Bauernhof 2014

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Die Tiere auf dem Hof

Wichtig ist, dass man sein Kind wirklich das Malen und Gestalten lässt, was es selber möchte und nicht zu sehr lenkt, denn erstens kann das Kind ansonsten den Spaß an der Sache verlieren und zweitens ist es dann ja auch nicht mehr so richtig sein eigenes Ferientagebuch. Das fällt mir allerdings noch ein bisschen schwer. Ich möchte, dass ein schönes Produkt dabei herauskommt, welches chronologisch von unserem Urlaub erzählt, aber so denken Kinder nicht. Sie möchten das Malen, was ihnen gerade einfällt. Vielleicht hat Bücherwürmchen gerade die Sandburg vom Vormittag aufgemalt und danach hat er noch Lust ein Bild von einem Ritter zu malen. Da springe ich dann schnell ein und nehme ihm das Ferientagebuch weg, damit er das bloß nicht da hinein malt. Aber warum eigentlich nicht? Nur weil er an dem Tag keinen Ritter gesehen hat? Ist doch eigentlich egal, denn es ist ja auch nett, wenn das Heft einfach ein paar Bilder enthält, welche er eben in der Ferienzeit angefertigt hat. Es ist kein Tagebuch, wie ich es führe, es ist ein Heft, welches Bücherwürmchen im Urlaub frei gestalten darf. Da sollte ich mich nicht zu sehr einmischen. Aber leider tue ich es dann doch noch zu oft… Immerhin habe ich ihn in das Osterferienheft die Dinosaurieraufkleber kleben lassen, die ihm die Oma für den Urlaub geschenkt hat! Eine Möglichkeit um dieses Problem zu umgehen, wäre natürlich, dass man einzelne Blätter gestaltet, die man am Ende zusammenheftet. Dann kann man aussuchen, was in das Ferientagebuch kommt und was nicht. Aber ich finde es letztendlich sehr schön, ein richtiges Heft zu gestalten und da hinein zu malen und zu kleben und ich sollte mich einfach von der Vorstellung lösen, dass jede Seite perfekt und schön sein muss. Das Wichtigste ist, dass es Bücherwürmchen gefällt.

Frühjahr 2015

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Mit dem Laufrad auf dem Deich

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Spielplatz mit Wikingerschiff

Übrigens haben wir nach dem Erfolg der Ferientagebücher auch ein Familientagebuch begonnen. Dieses liegt nun immer griffbereit im Wohnzimmer und immer wenn wir etwas Besonderes erlebt haben, malt oder klebt Bücherwürmchen dort etwas hinein. So haben die ganzen gesammelten Eintrittskarten und Flyer auch einen guten Platz, wir können uns gemeinsam an Erlebnisse erinnern und gestalten ganz nebenbei unser eigenes Buch. Für das Familienbuch nutze ich übrigens ein Ringbuch, was nicht nur den Vorteil hat, dass man notfalls Seiten, die einem gar nicht gefallen, leicht heraustrennen kann, sondern auch, dass es nichts ausmacht, wenn das Buch durch Flyer und andere Dinge, die eingeklebt werden, etwas dicker wird.

Familientagebuch

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Mama hat angefangen zu laufen

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Wir waren bei einer Ausstellung zu Karl dem Großen

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Im Brückenkopfpark Jülich bei den historischen Tagen

Insgesamt ist so ein Tagebuch, welches man mit dem Kind gestaltet, eine tolle Sache, wie ich finde. Man erhält ein tolles Erinnerungsstück, gestaltet ein erstes Buch, lässt Ereignisse Revue passieren, spricht miteinander noch einmal über das, was man gemacht hat und ist gemeinsam kreativ. Ich kann diese kleine Aktivität, die einen zumindest einen Urlaub lang begleiten kann, also allen nur empfehlen.

 

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Ein Kommentar zu “Die ersten eigenen Bücher: Ferientagebücher

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