Der Zauber der kleinen Dinge

Auch wenn ich es lange Zeit nicht so richtig wahrhaben wollte, ist wohl tatsächlich etwas daran, dass Mädchen und Jungen andere Bücher bevorzugen. Sicherlich trifft das nicht immer auf jeden und auf alle Bücher zu, aber gewisse Tendenzen scheint es wirklich zu geben. Bücherwürmchen mag schon am liebsten Bücher mit sogenannten Jungenthemen: Piraten, Ritter, Feuerwehr etc. Ruhige, besinnliche Bücher sind eher nicht so seine Favouriten. Das finde ich manchmal etwas schade, denn es gibt so viele Bücher, die einfach nur schön, aber eben nicht besonders spannend sind. Ich gucke mir die sehr gerne an. Vielleicht sind das eher Bücher für Mädchen, vielleicht auch für andere Jungen, für Bücherwürmchen jedenfalls nicht unbedingt. Ab und zu lesen wir diese Bücher auch und dann müssen wir sie auch teilweise mehrfach nacheinander lesen, aber dass er sie selbst aus Eigeninitiative aus dem Regal holt, kommt eher selten vor. Ein Buch, welches in diese Kategorie fällt, ist zum Beispiel „Ich zeig dir das Glück, kleines Küken“. Neulich haben wir es drei Mal nacheinander gelesen, aber ich glaube, so richtig spannend findet Bücherwürmchen es nicht. Es ist ein Buch, in dem das kleine Küken in drei Geschichten etwas über das Leben und die kleinen Dinge im Leben lernt, die einen glücklich machen können. Die Möhre wächst einfach nicht weiter, aber es ist dennoch die schönste Möhre auf der ganzen Welt, denn sie wurde selbst geerntet und das Küken hat einfach Lust auf genau diese Möhre. Der Drachen möchte nicht fliegen, so dass das Küken traurig ist. Manchmal muss man einfach Geduld haben, bis bestimmte Dinge gelingen. Irgendwann kommt dann doch so viel Wind auf, dass sich der Drachen in die Lüfte erhebt. In der letzten Geschichte lernt das Küken, dass man auch die schönsten Sterne nicht vom Himmel pflücken kann, sondern dass sie uns viel mehr von ihrem Glanz schenken, wenn wir sie in der Ferne nachts im Himmel betrachten können. Manches möchte das kleine Küken nicht gleich einsehen. Erst einmal soll alles sofort nach seinen Wünschen gehen. Zum Glück gibt es aber noch Großtantchen, welches dem kleinen Küken stets zur Seite steht und es die Dinge von einer anderen Seite betrachten lässt. So lernt auch das Küken, dass man Glück durch Gelassenheit und den Zauber der kleinen Dinge erfahren kann.

Das Buch beinhaltet keine großen, aufregenden Geschichten. So wie das Thema des Buches sich um den Zauber der kleinen Dinge dreht, stellt das Buch selbst diesen Zauber der kleinen Dinge dar. Es ist einfach ein Buch, das ein wohliges Gefühl hinterlässt und zwar gerade, weil es um die Kleinigkeiten geht, die das Leben schöner machen. Es wird nicht laut und spannend erzählt, alles plätschert ein wenig ruhig vor sich hin. Wahrscheinlich denkt man auch nicht groß über die Botschaften in dem Buch nach, die mir an manchen Stellen im Übrigen auch nicht direkt einleuchten, aber man schließt das Buch mit einer gewissen Zufriedenheit.

Die Bilder sind niedlich und zeigen vor allem das kleine Küken bei seinen Bemühungen sowie Großtantchen, die es begleitet.

Auch die Fantasie kann durch dieses Buch angeregt werden. Bücherwürmchen meinte zum Beispiel, dass ein großes Blatt doch kein Drachen sei, aber warum denn nicht? Hier kann man selbst kreativ werden und sich überlegen, woraus man alles einen Drachen basteln bzw. was einen Drachen darstellen könnte.

Am Ende des Buches muss Bücherwürmchen natürlich dem Küken widersprechen, denn selbstverständlich ist nicht der Stern des kleinen Kükens der schönste von allen, sondern sein Lieblingsstern, die Venus, die man so schön am Himmel sehen kann.

Insgesamt ist „Ich zeig dir das Glück, kleines Küken“ ein Buch mit einer schönen Atmosphäre, ein Buch zum Wohlfühlen und vielleicht auch zum Erkennen, dass man manches mit mehr Gelassenheit angehen sollte.

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Ich zeig dir das Glück, kleines Küken von Amy Hest, Illustrationen von Anita Jeram, Übersetzt aus dem Englischen von Linde Zwerg, Loewe Verlag2015, ISBN: 978-3-7855-8066-0, 12,95€

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Ein Kommentar zu “Der Zauber der kleinen Dinge

  1. Superschöne Illustrationen! Anita Jeram hat doch auch „Weißt du wie lieb ich dich hab“ illustriert. Leider auch kein wirklicher Jungstitel. Geht mir mit meinem Sohn ähnlich. Dann lese ich es halt ab und an alleine. 😉

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