Vorleseaktion „Hör zu – Mach mit“: Entdecke die Natur

In unserer Gemeindebücherei findet regelmäßig die Aktion „Hör zu – Mach mit!“ statt. Hier wird Kindern zu einem bestimmten Thema etwas vorgelesen und die Kinder können beispielsweise bei einer kleinen Bastelei oder ähnlichem selbst aktiv werden. Eigentlich ist diese Aktion für Kinder von 5 bis 7 Jahre (und eine weitere für ältere), aber ich habe mit Bücherwürmchen schon zwei Mal daran teilgenommen und er wollte von sich aus auch immer wieder dorthin. Gestern hatten wir wieder einen Besuch der Aktion geplant, allerdings kam dann am Montag ganz überraschend ein Anruf der Bücherei und ich wurde gefragt, ob ich die Aktion dieses Mal spontan übernehmen könne, da die üblichen Vorleserinnen beide verhindert seien. Kurz überlegt, aber dann direkt zugesagt, denn ich liebe es ja Kindern vorzulesen. Allerdings habe ich auch direkt gesagt, dass ich es wohl nicht schaffen werde, mir so schnell auch noch eine passende Aktivität zu überlegen. Kein Problem, ich solle einfach aus meinem Lieblingsbuch vorlesen, alles andere sei ja zu viel verlangt. Ich müsse mich auch nicht an das Thema halten. Es wäre schon toll, wenn ich ihnen durchs Vorlesen aus der Patsche helfen könnte. Na, dann, das sollte ich doch schaffen! Aber ich bin dann ja doch auch ein bisschen ehrgeizig und möchte das Ganze so gut wie möglich machen, also habe ich mir erst einmal das Thema vorgenommen: „Entdecke die Natur“ hieß es zum zweiten Mal in Folge. Da wir letztes Mal dort waren und ich mitbekommen hatte, in welche Richtung das Thema ging, konnte ich also darauf aufbauen. Die Kinder hatten festgehalten, was alles zur Natur gehört (Tiere, Pflanzen etc.), Tier- und Naturgeschichten gehört und Kressesamen gepflanzt. Ein paar Bücher zu diesem Thema habe ich natürlich auch in meinen Regalen stehen. Letztendlich habe ich mich für folgende Geschichten/Bücher entschieden: „Mama Muh betrachtet den Sonnenuntergang“, „Professor Pfeffers tierisches Abenteuer“, „…das verspreche ich dir“, „Etwas von den Wurzelkindern“ und „Aufruhr im Gemüsebeet“. Insgesamt war die Auswahl nicht schlecht, allerdings habe ich noch einmal festgestellt, dass man auch für Kinder in diesem Alter am besten Bücher mit Bildern nimmt. Das reine Zuhören fällt ihnen doch noch recht schwer.

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Bei dem Buch „Professor Pfeffers tierisches Abenteuer“ konnten die Kinder immer das Tier suchen, welches nicht in die Gegend (Wald, Savanne etc.) passt. Daran hatten die Kinder viel Spaß und es war eine gute Auflockerung zwischendurch.

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Das Buch „…das verspreche ich dir“ mag ich persönlich sehr gerne und ich habe es auch schon ein paar Mal im Schulunterricht verwendet. Es geht um das Murmeltier Bruno und um einen Löwenzahn. Die beiden freunden sich im Frühjahr an, doch irgendwann fragt die Blume das Murmeltier, ob es ihre vertrauen würde. Klar, schließlich sind sie doch Freunde. Nun soll das Murmeltier kräftig pusten, der Blume vertrauen und alles würde gut werden. Die Samen der Pusteblume fliegen davon und das Murmeltier ist ganz traurig, dass es seine Blume zerstört hat und es fragt sich, was die Blume gemeint hat, als sie sagte, dass alles gut werden würde. Im nächsten Frühjahr, als es aus dem Winterschlaf erwacht, weiß es, was die Blume meinte: Vor seiner Höhle leuchtet ein gelbes Meer an Löwenzahnblüten. Der Anblick dieser Seite ist jedes Mal wieder beeindruckend und zaubert regelmäßig ein staunendes Lächeln in das Gesicht der Kinder.

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Im Anschluss an diese Geschichte habe ich mir dann sogar eine kleine Aktion überlegt: Die Kinder durfte Postkarten gestalten. Zunächst sollten sie mit Bunt- und Wachsmalstiften Gras und Stängel auf die Karte malen und anschließend konnten sie mit dem Finger bunte, leuchtende Blüten in das Grün stempeln. Daran hatten alle viel Spaß und einige Kinder haben sogar zwei Karten gemacht.

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Passend zu den Blumen ging es dann mit den Wurzelkindern weiter. Ich hatte ein wenig befürchtet, dass die Kinder diese alte Geschichte langweilig finden würden, aber sie waren irgendwie ganz beeindruckt davon. Nur Bücherwürmchen meinte, als ich das Buch auspackte: „Oh nein, nicht die Geschichte. Die ist langweilig.“ Aber auch er hat dann doch gut zugehört. Insgesamt hat es mit ihm gut geklappt, wobei es ihm wieder sehr wichtig war, dass er viel sagte, viel wusste und von mir dabei gelobt wurde. Das ist immer etwas anstrengend, aber er fand es letztendlich schön, dass ich dort vorgelesen habe.

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Am Ende hatten wir dann noch etwa eine Viertelstunde Zeit (insgesamt dauert die Veranstaltung eine Stunde). Ich hatte nur noch „Aufruhr im Gemüsebeet“ dabei, eine recht lange Geschichte, und ich war mir etwas unsicher, ob sie nicht vielleicht für die Kinder zu lang sei. Trotzdem habe ich sie dann hervor genommen und angefangen sie vorzulesen und die Kinder haben wirklich sehr gut zugehört. Die langen Texte störten sie überhaupt nicht, denn sie hatten ja auch die Bilder zum Anschauen und außerdem waren  ihnen auch Pettersson und Findus bekannt. Ich habe versucht das Buch beim Lesen neben mich zu halten, so dass ich während des Lesens den Kindern die Bilder zeigen konnte. Zwischendurch habe ich die Kinder immer mit kleinen Fragen oder Suchaufträgen ein wenig mit einbezogen und so waren alle ganz bei der Sache. Da die Zeit für dieses Buch etwas knapp war, habe ich die letzten Zeiten dann nur noch erzählt, aber das ging auch gut.

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Insgesamt würde ich sagen, dass ich das Ganze so auf die Schnelle gut hinbekommen habe. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht!

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2 Kommentare zu “Vorleseaktion „Hör zu – Mach mit“: Entdecke die Natur

  1. Ich finde es toll, daß Du so spontan eingesprungen bist. Und die Idee mit der Kartengestaltung ist so einfach wie genial.
    Warum glaubst Du, hören die Kinder noch nicht so lange zu? Schließlich sind es (Vor)Schulkinder: Gut eine Stunde ist viel, aber eine längere Zeit hintereinander kann man doch schon erwarten. Was meinst Du? Auch aus Deiner beruflichen Sicht?

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    • Das ist schwer zu sagen… Eine Stunde ist schon recht lang, wenn es wenig Abwechslung gibt. Baut man zwischendurch ein kleines Spielchen, ein Lied oder ähnliches ein, dann geht es meistens. Kinder wollen doch viel selbst aktiv werden. Einigen Kindern fällt es aber schwer, lange bei einer Sache zu bleiben. Sie sitzen dann nahe beieinander, lenken sich gegenseitig ab und werden immer unruhiger. Ich weiß nicht, ob ich da nicht manchmal vielleicht auch etwas zu empfindlich bin, aber diese Unruhe stört mich schnell. Ich mache jedenfalls immer mehr die Erfahrung, dass man die Kinder so viel wie möglich direkt ansprechen muss um sie bei der Stange zu halten. Klar, es gibt auch Kinder, die sich einfach über eine Geschichte freuen und lange zuhören können, aber viele brauchen doch noch viel Abwechslung. Ich bin mir dann auch nicht sicher, wieviel Konzentration und Aufmerksamkeit man von ihnen in der Freizeit erwarten darf. Es soll ihnen ja auch Spaß machen.

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