Wie sieht die Arbeit eines Bloggers aus?

Immer wieder wundern sich Bekannte darüber, wie ich es schaffe meine ganzen Blogbeiträge zu schreiben – Zeit also, mal ein wenig über meine „Bloggerarbeit“ zu schreiben. Als Anlass dazu nutze ich mal die Blogparade vom ithelps-Blog: Die tägliche Blogger Routine

Allerdings wird es bei „Routine“ schon schwierig, denn ganz so professionell gehe ich nicht vor. Bei mir ist doch einiges recht unorthodox, wobei ich dennoch betonen möchte, dass ich das Ganze schon ernst nehme. Natürlich ist das Bloggen ein Hobby von mir, aber es sprengt deutlich den Zeitrahmen eines „normalen“ Hobbys und ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir nicht möglich wäre, meinen Blog so regelmäßig zu führen wie ich es jetzt tue, wenn ich berufstätig wäre. Das Bloggen ist also wie ein kleiner Job – nur dass ich dafür eben kein Geld bekomme. Außerdem muss ich auch andere Interessen dafür zurück fahren. So schaue ich mittlerweile zum Beispiel kaum noch Fernsehen. Auch vorher habe ich nicht sonderlich viel geschaut, aber ich hatte ein paar Sendungen wie z.B. „Wer wird Millionär?“, für die ich meistens den Fernseher angeschaltet habe. Nun entscheide ich mich abends zwischen der Arbeit an meinem Blog oder dem Lesen eines Buches.

Jeden Tag veröffentliche ich mindestens einen Artikel, wobei ich vermute, dass es im Sommer auch mal den einen oder anderen Tag geben wird, an dem nichts online gehen wird. Eigentlich soll es auch bei einem Artikel pro Tag bleiben, aber manchmal gibt es auf einmal ein paar ganz aktuelle Sachen, die ich sofort auf meinem Blog unterbringen möchte und dann wird es doch ein bisschen mehr. Die Artikel schreibe ich entweder morgens, wenn Bücherwürmchen im Kindergarten ist, oder abends, wenn er im Bett ist. Als ich im Sommer mit dem Bloggen begonnen hatte, hat Bücherwürmchen noch einen Mittagsschlaf gemacht, so dass ich auch mittags ein wenig Zeit für mich und meinen Blog hatte, die mir nun aber wegfällt. Am liebsten habe ich die Artikel für eine Woche spätestens am Dienstag fertig, aber das ist längst nicht immer der Fall. Es kommt immer ein bisschen darauf an, welche anderen Termine bei mir so anstehen, wie müde ich gerade bin und wie dringend ich gerade von einem Buch erzählen möchte. An manchen Abenden schreibe ich drei, vier Artikel hintereinander (häufig auch zunächst per Hand auf meinem Notizblock) und an anderen Tagen lasse ich den Blog Blog sein und lese lieber etwas für mich selbst. Ich mache mir einen ungefähren Plan für die kommenden Wochen, von dem ich aber auch immer wieder ein wenig abweiche. Ich möchte mich nicht zu sehr einengen, sondern lieber über das schreiben, worauf ich gerade Lust habe, denn ich denke, dass die Artikel dann besser werden. Manchmal habe ich mir vorgenommen in einer Woche etwas über ein bestimmtes Buch zu schreiben, aber irgendwie bekomme ich dann kein Gefühl für das Buch oder Bücherwürmchen hatte bisher kaum Gelegenheit in das Buch hineinzuschauen, dann verschiebe ich den Artikel lieber als etwas nichtssagendes über das Buch zu schreiben. Natürlich möchte ich Bücher, die mir Verlage zur Verfügung gestellt haben, zeitnah besprechen und da bin ich auch ganz gewissenhaft, aber insgesamt mache ich mir so wenig Vorgaben wie möglich, denn wenn ich mich zu sehr stresse oder danach arbeite, dass Artikel zu einem bestimmten Tag fertig sein müssen, dann sind die Berichte zwar sprachlich vielleicht gut geschrieben, aber es fehlt eine persönliche Note und die Berichte verkommen zu 0/8/15-Berichten und dann kann ich es mit dem Blog auch sein lassen.

Eine Leitfrage zur Blogparade lautet: Wie organisierst du deinen Prozess „Blogartikel schreiben“? Hm, ehrlich gesagt, „organisiere“ ich da nicht sonderlich viel. Meist, überwiegend abends, sitze ich auf dem Sofa, habe das jeweilige Buch neben mir liegen und schreibe einfach das auf, was mir dazu in den Sinn kommt. Manchmal habe ich mir vorher schon ein paar Stichpunkte zu dem Buch gemacht, z.B. schreibe ich mir Bücherwürmchens Äußerungen direkt auf, damit ich sie nicht wieder vergesse. Ab und zu schaue ich mir noch ein paar Zusatzinformationen zu dem Autor/der Autorin im Internet an oder ergänze mein Wissen zu bestimmten Sachen, die im Buch erwähnt werden und bei denen ich mir selbst unsicher bin.

Vormittags kümmere ich mich dann häufig darum, auf Kommentare zu antworten, meine Artikel bei Facebook zu verlinken und Verlage und /oder Autoren über die Besprechungen zu benachrichtigen. Außerdem stöbere ich dann auch gerne auf anderen Blogs, was ich übrigens auch abends immer wieder mal mache, wenn ich mich mal nicht so richtig zum Schreiben motivieren kann.

Ach ja, und die Bücher, die ich vorstelle, müssen natürlich auch alle gelesen werden, am besten gleich mehrfach, aber da unterstützt mich Bücherwürmchen ganz tatkräftig. Jeden Tag lesen wir mehrere Bücher und zwar ganz ohne Zwang oder Druck, sondern allein aus dem Grund, weil wir alle es lieben Bücher zu gucken und zu lesen: Mama, Papa und Bücherwürmchen sind da ganz begeistert bei der Sache, immer wieder, egal, ob morgens, nachmittags oder abends.

Vermutlich wäre es sinnvoll eine Routine beim Schreiben von Blogartikeln zu haben, aber das ist sicherlich von Typ zu Typ unterschiedlich. Mich würde das zu sehr stressen und Stress kann ich bei einem Hobby nicht gebrauchen. Zwischenzeitlich wuchs mir das ganze schon ein wenig über den Kopf und ich wusste gar nicht mehr wie ich alles schaffen soll, aber das lag daran, dass ich mir zu viel vorgenommen hatte und noch ein paar Baustellen neben dem Blog an sich hatte (wie z.B. die Leserunden bei Lovelybooks). Nun konzentriere ich mich ganz auf meinen Blog und ich kann wieder mehr über das schreiben, was mich gerade bewegt und was mir gerade wichtig ist. Man muss ein wenig herum experimentieren um zu wissen, was man sich selbst zumuten kann und was zu einem passt. Mir hilft es, wenn ich mir kurz die nächsten Wochen ungefähr vorplane, das Ganze dann aber flexibel handhabe. So macht mir das Bloggen viel Spaß. Ich habe einen gewissen Überblick über das, was demnächst so ansteht, kann aber auch jederzeit über das schreiben, was aktuell passiert und mich bewegt. Leider schaffe ich es zur Zeit nicht, noch viel neben der Arbeit an den Artikeln an meinem Blog zu machen. Ein paar Sachen würde ich ganz gerne noch ein bisschen umstrukturieren um den LeserInnen mehr Übersicht zu bieten, aber dazu komme ich momentan nicht… Naja, egal, erst einmal liegt der Fokus auf den Inhalten und auf kleinen Projekten, die durch den Blog entstanden sind, aber über die Bloggerarbeit hinaus gehen, wie z.B. der Vortrag vor Kindergarteneltern oder das Vorlesen im Kindergarten.

So, das war mein kleiner Einblick in meine Bloggerarbeit. Es gibt also einiges zu tun und zu planen. Dazu gehört natürlich auch ein gewisses Maß an Disziplin, aber das wichtigste ist für mich, dass es Spaß macht und dass man schreibt, weil man etwas weitergeben und etwas erzählen möchte. Ich schreibe diesen Blog, weil ich selber Bilderbücher liebe, weil ich gerne mit Bücherwürmchen lese, weil ich meine Erlebnisse und Erfahrungen mit Büchern an andere weitergeben möchte und weil ich es wichtig finde, dass man Kindern vorliest. Das ist meine Motivation für diesen Blog und ich denke, dass dies wichtiger ist als jede Routine. Routine kann das Arbeiten erleichtern, aber erst die Leidenschaft zu einem Thema und der Drang etwas zu einem Buch oder zum Thema Lesen sagen zu wollen, machen die Beiträge zu MEINEN Beiträgen.

Übrigens sollte man eigentlich noch ein Foto von seinem Bloggerplatz machen, aber dieses Chaos erspare ich euch lieber… 😉

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11 Kommentare zu “Wie sieht die Arbeit eines Bloggers aus?

  1. Ich glaube, sobald man sich selbst zu sehr reglementiert, leidet die Qualität und das Herzblut. Man muss dann schreiben, wenn es bereit ist zu fließen….zumindest ist es bei mir so. Lesen tu ich eh wie nix….aber beim Schreiben gibt es Phasen, wo ich ind er Woche täglich 2-3 Beiträge vorbereite, dann habe ich wieder Tage, wo ich spüre, da ist es gerade leer und es käme nichts brauchbares heraus 🙂

    Du machst das bisher sehr gut 🙂
    Komme immer wieder gerne zum Lesen vorbei!

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  2. Ich habe immer wieder über Deine Artikel-Frequenz gestaunt. Definitiv schaffe ich einen Artikel pro Tag nicht, da fehlt mir schlichtweg die Zeit.
    Hast Du eigentlich ein (ungefähres) Ziel hinsichtlich der Bekanntheit des Blogs/Zugriffszahlen vor Augen?

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    • Wie in dem Artikel geschrieben, bin ich momentan ja auch nicht berufstätig und sehe die Blogarbeit als eine Art kleinen Job (ohne Geld). Ansonsten würde ich es defintiv auch nicht schaffen, jeden Tag einen Artikel zu veröffentlichen.
      Ich weiß nicht so richtig, was man für Zugriffszahlen bei einem Kinderbuchblog erwarten darf/kann. Wie sieht es denn dabei dir aus? Ich freue mich, wenn ich täglich um die 100 Zugriffe habe und sehe es als momentanes Ziel an, diese auch wirklich täglich zu erreichen, sie zu halten und zu stabilisieren. Ich freue mich besonders, wenn der Blog durch Aktionen wie den Vortrag auch bei Eltern immer mehr an Bekanntheit gewinnt und meine Artikel auch wirklich als Tipps genutzt und angenommen werden.

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  3. Ich schreibe generell nicht vor. Ich arbeite zwar mehrere Tage an einem Artikel/einer Rezension bis es passt, aber vorschreiben finde ich so „unecht“. Ich weiss nicht ob das jemand versteht, aber für mich ist es aktuell am Schönsten. Aber interessant mal zu lesen wie andere ihre Blogarbeit machen.

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    • Ich weiß, was du mit „unecht“ meinst. Hätte das Gefühl auch, wenn ich die Artikel weit im Voraus schreiben würde und fand es anfangs auch komisch schon ein wenig vorweg zu arbeiten. Aber da ich gerne jeden Tag etwas veröffentliche, aber nicht jeden Tag zum Schreiben komme, arbeite ich oft ein wenig vor, wobei sich das ganze meist innerhalb einer Woche abspielt. Und dann gibt es aber auch ganz aktuelle Artikel, wie z.B. wenn ich im Kindergarten vorlesen war oder ähnliches. Ich kann aber gut verstehen, dass du es aktuell am Schönsten findest. Wenn ich etwas geschrieben habe, möchte ich es auch am liebsten direkt veröffentlichen und die unterschiedlichen Reaktionen darauf erfahren.

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    • Habe gerade noch einmal ein wenig darüber nachgedacht, wann es für mich persönlich in Ordnung ist etwas vorzuschreiben und wann nicht… Deswegen jetzt noch mal eine kurze Antwort 😉 Also, wenn es um Erlebnisse (Mottotage, Vorträge, Vorlesen) geht, dann schreibe ich auch ganz aktuell. Buchbesprechungen dahingegen dürfen ein paar Tage alt sein 😉

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      • Buchbesprechungen schreibe ich auch vor, weil ich i.d.R. nur 2 pro Woche veröffentliche, jedoch mehr Bücher ergo Rezensionen habe. Fest ist es nicht, da schiebe ich auch mal, wenn es einen aktuellen Bezug gibt.

        Zu den Zugriffszahlen: ich bin der festen Überzeugung, es geht weiter nach oben. Jedoch braucht irgendwann das organische Wachstum mehr Zeit und schaut man sich andere Blogs an, vor allem Mütterblogs, wo die bekanntesten 3000-4000 Zugriffe pro Tag haben, da schweigen wir am besten 😉

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      • Stimmt, die Tendenz der Zugriffszahlen ist steigend, aber ich erwarte da nicht zu viel. Ich bin einfach mal gespannt, wie sich alles so entwickelt und es ist auch interessant zu erfahren, wie es bei anderen so ist. 🙂

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