Das personalisierte Bilderbuch ist bei uns eingezogen

Erinnert ihr euch daran, dass ich geschrieben habe, dass ich ein personalisiertes Bilderbuch bestellt habe? Und dass ich diesem Buch sehr skeptisch entgegen gesehen habe? (siehe auch hier). Nun ist das Buch „Ach, du Schreck, mein Name ist weg!“ natürlich längst bei uns eingetroffen und Bücherwürmchen hat es zu Weihnachten bekommen. Zeit also, euch an meinen Eindrücken teilhaben zu lassen. Der allererste Eindruck war enttäuschend, denn dieses doch relativ teure Buch hat keinen Hardcover-Einband. Der Einband ist aus festerer Pappe, so dass es nicht wie ein „normales“ Bilderbuch wirkt. Somit verringert sich schon einmal das besondere Erlebnis, dass tatsächlich ein „richtiges Buch“ eine eigene Geschichte erzählt. Ja, und wie persönlich ist diese Geschichte nun wirklich? Inwiefern hat sie etwas mit einem selbst zu tun?

Einerseits mehr als es in vielen anderen Büchern der Fall ist, in denen nur die Namen im Buch mit dem Namen des jeweiligen Kindes ersetzt werden, aber andererseits geht es nur um die Buchstaben und den Namen eines Kindes und der kommt zufälligerweise ja auch in anderen Büchern vor. Für Bücherwürmchen jedenfalls war es überhaupt nichts besonderes, dass das Kind im Buch seinen Namen trägt. Ja, doch, das fand er schon gut, aber beeindruckt hat es ihn nicht.

Kurz ein paar Worter zu der Geschichte: Ein Junge wacht auf und sein Name ist von der Zimmertür verschwunden. Also macht sich das Kind auf die Suche. Unterwegs trifft es Tiere und andere Gestalten, denen es hilft oder denen es eine Freude macht. Zum Dank erhält es von ihnen jeweils den Buchstaben, mit dem das Tier oder die Figur beginnt. Es sind die Buchstaben von dem Namen des Kindes in der richtigen Reihenfolge, so dass das Kind am Ende seinen Namen zurückbekommt.

Das Ganze ist nett in Reimform geschrieben und man kann die Geschichte wirklich gut lesen. Anfangs fand ich es ungerecht, dass Kinder mit langem Namen ein dickeres Buch für den gleichen Preis erhalten, aber nun finde ich es nicht mehr so schlimm, denn ich könnte mir vorstellen, dass bei 12 Buchstaben die Geschichte doch ein wenig ermüdend und langweilig werden könnte.

Je nachdem wie ein Kind heißt, ändert sich natürlich die Geschichte ein wenig, denn die vorkommenden Buchstaben diktieren den Verlauf und bestimmen die Tiere, denen man begegnet. Leider ist der Bezug der Buchstaben zu den Figuren nicht immer ganz klar für Kinder. Beim „M“ trifft das  Kind zum Beispiel eine Meerjungfrau. Das Wort fängt zwar passenderweise mit „M“ an, aber das Wort „Meerjungfrau“ wird gar nicht genannt. Es gibt nur die Umschreibung „Ich bin eine Jungfrau und komm aus dem Meer“. Hier muss der Vorleser ein wenig nachhelfen.

Im Übrigen ist es fraglich, ob Kinder, die noch nicht im Vorschulalter sind, den Sinn der Suche verstehen. Wissen sie überhaupt, dass diese Buchstaben zu ihrem Namen gehören? Erkennen sie, dass sich aus den gesammelten Buchstaben so langsam ihr Name ergibt? Da das Buch natürlich automatisch aus den einzelnen Bausteinen zusammengesetzt wird, wird auch nicht zwischendurch festgehalten, welche Buchstaben man bereits erhalten hat und was sie bereits für ein Wort ergeben. Der Aufbau des Namens wird somit an keiner Stelle deutlich. Erst ganz am Ende geht es darum die gesammelten Buchtstaben miteinander zu verbinden, so dass das Buch dann mit dem Namen des Kindes endet, was die Kinder dann allerdings durchaus freut und zu einem Strahlen im Gesicht führt. Die Suche selbst aber hat für Kinder, die sich mit Lauten und Buchstaben noch nicht besonders auskennen, wenig mit ihnen selbst zu tun.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich zwar die Idee, die hinter dem Buch steckt und auch die gereimte Geschichte durchaus gut finde, allerdings ist es so wie es ausgeführt ist einerseits für kleinere Kinder schwer nachvollziehbar und andererseits bleibt es letztendlich doch ein „normales“ Buch, welches bei einem Kind keinen besonderen Stellenwert eingeräumt bekommt. Zumindest hat Bücherwürmchen keine besondere Beziehung zu diesem Buch aufgebaut. Nett ist natürlich die Widmung, die  man am Anfang des Buches hinzufügen kann und vermutlich kann man auch bei den Eltern eines Patenkindes mit so einem Geschenk Eindruck schinden, aber hier bleibt die Frage, ob einem das Buch der hohe Preis wert ist… Wie gesagt, schlecht ist es sicherlich nicht, aber ob es DAS besondere Buch ist, muss dann wohl jeder für sich entscheiden…

Buchcover_Bub(c)LostMyName

Ach, du Schreck, mein Name ist weg!, zu bestellen bei lostmy.name, 23,99 €

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4 Kommentare zu “Das personalisierte Bilderbuch ist bei uns eingezogen

  1. Das „Zusammenfügen“ klingt wirklich etwas lieblos. Es hätte mich interessiert, was passiert, wenn ein Buchstabe mehrmals vorkommt. Trifft das Kind dann mehrmals auf die gleiche Figur?
    Ich kann mich daran erinnern, dass meine Schwester als Kind auch mal von den Paten ein personalisiertes Buch bekam. Das war allerdings eine Geschichte in der schlicht, verschiedene vorher erfragte und dadurch bekannte Namen vorkamen (von uns beiden, Freunden, Straßen- und Ortsnamen). Ich glaube, wir fanden das ganz cool damals.

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    • Wenn ein Buchstabe mehrmals vorkommt, dann trifft man auf verschiedene Figuren mit dem Buchstaben. Wirklich lieblos ist das Buch nicht, aber unser Sohn hatte nicht so sehr das Gefühl, dass das jetzt sein persönliches Buch ist…

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    • Erwachsenen lassen sich sicherlich gut von dieser Idee begeistern und ich will auch nicht ausschließen, dass Kindern dieses Buch gefällt, nur bei uns wird es zumindest nicht mehr gemocht, als andere Bücher und bleibt eher im Regal stehen… Die Grundidee finde ich auch nicht schlecht, aber um ein richtig tolles Buch daraus zu machen, müsste man es wirklich in viel Arbeit für jedes Kind einzeln anfertigen – also müssten hier vielleicht die Eltern einfach selbst kreativ werden 😉

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