Die Fragen der kleinen Adoptivmaus Célestine

Gestern habe ich einiges über die Liebe zwischen Eltern und Kindern geschrieben. Leider dürfen nicht alle Kinder diese Zuneigung erfahren, aber manche Kinder bekommen eine zweite Chance auf ein liebevolles Zuhause. Nicht immer können die leiblichen Eltern für ihr Kind so sorgen wie Eltern es tun sollten, aber manchmal kann diesem traurigen Umstand dennoch eine glückliche Zukunft folgen. So ist es auch bei „Ernest und Célestine – Célestines Fragen“. Der Bär Ernest hat die Maus Célestine in einer Mülltonne gefunden und sie zu sich mit nach Hause genommen. Dort wuchs sie wie sein eigenes Kind auf, doch eines Tages kommt der Tag, an dem Célestine alles wissen möchte. Sie stellt Fragen. Zunächst rückt sie nicht so ganz mit der Sprache heraus, denn wer weiß, wie Ernest reagieren wird. Auch merkt Célestine, dass Ernest diese Fragen unangenehm sind, aber als sie die Frage „Wie bin ich geboren?“ endlich gestellt hat, beantwortet Ernest ihr alles, was sie wissen will und was er weiß. Célestine möchte alles genau wissen und immer wieder hören. Anschließend möchte sie mit Ernest nachspielen, wie er sie gefunden hat und zum Schluss muss Ernest ihr zeigen, wo genau das alles stattgefunden hat. Das Interesse an der eigenen Geschichte ist normal, aber da hier einiges anders ist als bei anderen, ist dieses Thema für Ernest unangenehm. Letztendlich entscheidet er sich für die Wahrheit, denn er weiß, dass Célestine genau die hören möchte und Célestine ist bereit dazu, die Wahrheit zu hören. Außerdem ist ihre Geschichte nicht nur traurig. Sie beginnt schrecklich, aber sie enthält auch die große Liebe des Bären zu ihr. Ernest liebt das Mäuschen von Anfang an, er kümmert sich mit Hingabe um Célestine, hält sie eng und schützend an sich und beobachtet ihre Entwicklung mit dem Stolz eines Vaters.

Wie auch im Nachwort erwähnt, eignet sich dieses Buch natürlich auf Grund der Geschichte besonders für Pflege- und Adoptivkinder, aber auch andere Kinder lesen dieses Buch gerne. Nachdem wir uns an dieses Buch heran gewagt haben, wird es von Bücherwürmchen gerne geschaut. Das Urteil meines Mannes hieß recht schnell: „Das ist nichts, höchstens für größere Kinder.“ Warum? Weil der Text in erster Linie aus Dialogen besteht, die sich zum Teil auch in den Bildern befinden. Als ich mir daraufhin das Buch kurz angeschaut habe, konnte ich mir ein Vorlesen des Buches auch nur schlecht vorstellen. Dann wollte sich Bücherwürmchen aber das Buch anschauen und ich versuchte es einmal mit dem Lesen. Und siehe da, es ließ sich doch hervorragend vorlesen. Gerade dieses Wechselspiel zwischen Fragen und Antworten bereitete mir viel Spaß beim Lesen. Außerdem sind die Bilder wirklich süß und man sieht sofort wie liebevoll sich Ernest um Célestine gekümmert hat und es auch immer noch tut. Auch Bücherwürmchen mag das Buch, denn das Thema eigene Vergangenheit ist für Kinder immer faszinierend, auch wenn sie nicht in einer „fremden“ Familie aufwachsen. Und wenn Ernest von dem Baby Célestine erzählt und dabei ihre Babywanne und die kleine Nuckelflasche erwähnt, dann sind das auch Dinge, die sich Bücherwürmchen gerne anhört, während wir alte Fotoalben wälzen. Meiner Meinung nach ist die Geschichte von Ernest und Célestine für alle Kinder schön zu lesen, während sie für Kinder in Pflege- oder Adoptivfamilien sogar wichtig und heilend sein kann. Dazu erfährt der Leser noch ein wenig im Nachwort des Buches.

Schön, dass ein solches Thema in einem wunderschönen Bilderbuch verarbeitet wird! Ernest und Célestine sind toll und werden von ihren Lesern schnell ins Herz geschlossen!

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Ernest und Célestine – Célestines Fragen von Gabrielle Vincent, Carl Auer Verlag, ISBN: 978-3896708823, 19,95 €

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