Interview mit Brigitte Nalenz

Mein zweites Interview durfte ich mit Brigitte Nalenz führen. Ihr wunderschönes Künstler-Kinderbuch „Ulrich Schlupf und Friedrich Tümpel – Freunde“ habe ich euch bereits Anfang der Woche vorgestellt. Nun dürft ihr ein bisschen mehr über die Autorin und ihre Arbeit erfahren.

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Hallo Frau Nalenz. Vielleicht können Sie sich zunächst ein wenig den Lesern vorstellen. Wer sind Sie und was hat Sie zum Schreiben gebracht?

Ich bin verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Ich habe einen Sohn und eine Tochter, zwei Schwiegerkinder und bin Oma von drei Enkelkindern. Das Älteste ist ein Mädchen, sieben Jahre alt, das Zweite ebenfalls ein Mädchen ist vier Jahre alt und das Dritte Enkelkind, ein Junge, ist zweieinhalb Jahre alt. Ein viertes Enkelkind wird Anfang des nächsten Jahres zur Welt kommen.

Ich würde mich als sehr aktiven und interessierten Menschen beschreiben. Meine Familie steht in meinem Leben an erster Stelle. Zudem bin ich berufstätig, habe viel mit Menschen zu tun und alles was ich mache, tue ich sehr gerne und mit Überzeugung. Ich kümmere mich gerne um unser Haus und unseren Garten und gestalte seit einigen Jahren Bilder in Eitempera-Technik. Dabei verarbeite ich sehr viele reine Farbpigmente. In meinen Bildern geht es um Farbgestaltung. Farben machen das Leben noch lebendiger und können zu Wohlbefinden beitragen.

Für Kinderbücher interessiere ich mich seit vielen Jahren. Als junges Mädchen habe ich schon Geschichten und Gedichte geschrieben. Die Geschichte von Ulrich Schlupf existiert schon sehr lange. In einfacher Form habe ich sie einmal für meine Kinder geschrieben. Da unsere Enkelkinder jetzt in dem Alter sind, diese Geschichte zu lesen und zu verstehen, war mir die Veröffentlichung des Buches zu diesem Zeitpunkt (im April dieses Jahres) wichtig.

 

Haben Sie als Kind selbst gerne gelesen und vielleicht auch schon Geschichten verfasst?

Welche Bücher erinnern Sie an Ihre Kindheit?

Ich habe sehr gerne gelesen und war Mitglied in unserer Kirchenbibliothek.

Zum Einschlafen habe ich mir Geschichten ausgedacht und diese am nächsten Abend weiter gesponnen. Speziell Mädchenbücher habe ich gerne gelesen und besitze sogar noch einige.

 

Welche Bilderbücher von anderen Autoren gefallen Ihnen besonders gut?

Neben einigen anderen Kinderbüchern habe ich ein Kinderbuch von James Krüss auf meinem Nachtschränkchen liegen. „Ladislaus und Annabella“. Ich mag die Bilder und den Text und lese es sehr oft. Mir gefallen viele alte Kinderbücher, aber ich mag auch die neuen Bücher. Es ist so beeindruckend welche Ideen manchmal umgesetzt werden. Bei unseren Enkelkindern habe ich die Kuh „Lieselotte“ von Alexander Steffensmeier kennengelernt. Ich finde sie herrlich. „Der Elefantenpups“ von Heidi Leenen und Martin Bernhard ist auch so ein beeindruckendes Bilderbuch. Das neueste Kinderbuch, das ich gerade kennengelernt habe heißt „Stille Nacht“ von Deborah Underwood und Renata Liwska. Gute Kinderbücher sind wertvoll. Sie bereichern das Leben und Wissen von Kindern.

 

Wie sind Sie auf die Geschichte von „Ulrich Schlupf und Friedrich Tümpel“ gekommen?

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Ich weiß gar nicht mehr, wie sich diese Geschichte in meinem Kopf entwickelt hat.

Mir war bei meinen Kindern und in meinem eigenen Leben immer wichtig, dass es keine Unterschiede im Umgang mit Menschen gibt. Die Figuren in der Geschichte kann man ja gut mit Menschen unterschiedlicher Herkunft oder mit verschiedenen Eigenschaften vergleichen. Das war mein Anliegen.

In dem Kinderbuch geht es um Freundschaft und Toleranz und das Andersartige nicht böse sein müssen, nur weil sie zunächst fremd sind. Ulrich und Friedrich sind Freunde. Ob Theo ein weiterer Freund wird, ist ja noch offen. Aber man kann ihm gegenüber tolerant sein, Verständnis haben.

 

Warum legen Sie Wert darauf, dass „Ulrich Schlupf und Friedrich Tümpel“ ein Künstler-Kinderbuch ist? Welchen besonderen Wert sehen Sie darin?

Dass dieses Buch ein Künstler-Kinderbuch wurde, war nicht von Anfang an geplant. Aber das Leben ist voller Überraschungen und das macht es so spannend und interessant! Es hat sich plötzlich alles so entwickelt. Da ich sehr kunstinteressiert bin, fand ich die Idee, kleinen Kindern anhand eines Kinderbuches erste Kontakte zur Kunst zu vermitteln, sehr gut. Das Buch soll Interesse wecken. Dann ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Kinder neugierig bleiben.

Anton Paul Kammerer ist ein anerkannter Künstler. Die Bilder zu meiner Geschichte lassen den Kindern ganz viel Freiraum für Phantasie. Ich finde jedes gute Buch ist ein kleines Kunstwerk.

 

Für wen schreiben Sie Ihre Bücher? Haben Sie eine besondere Zielgruppe im Auge?

Dies ist mein erstes Kinderbuch. Für Kinder würde ich auch weitere Geschichten schreiben.

Das Alter kann dabei variieren.

 

Was ist für Sie das Besondere, wenn man Bücher für Kinder schreibt?

Es bietet viel Freiraum. Kinder sind offen für fast alles. Ich kann Wissen vermitteln und Werte und kann alles schön verpacken, um das, was ich sagen möchte, für Kinder interessant zu gestalten. Selbst für die Gestaltung des Buches kann ich mir etwas Außergewöhnliches oder völlig Neues einfallen lassen.

Auf meiner Facebook-Seite habe ich einen Satz geschrieben, der eigentlich viel sagt:

„Um Kinder zu fördern, können wir nicht genug Ideen haben!“

 

Kennen Sie selbst außergewöhnliche Freundschaften? Was bedeuten Freunde für Sie?

Freundschaften sind sehr wertvoll und wichtig! Man sollte sehr sorgsam mit Ihnen umgehen.

Toleranz ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Freundschaft.

 

Haben Sie direkte Reaktionen von Kindern auf Ihr Buch erlebt, wenn ja, welche haben Sie besonders berührt oder erstaunt?

Beeindruckend finde ich, wenn Kinder von dem Buch erzählen und die Tiere bei ihrem Namen nennen, den ich ihnen gegeben habe. Diese Namen von Kindern zu hören, das berührt mich schon sehr. Wie zum Beispiel neulich von unserem jüngsten Enkel, der auf die abendliche Frage: „Was war denn heute schön?“ antwortete: “Ulrich Schlupf“. Die Tiere existieren plötzlich wirklich. Nicht nur in meinem Kopf oder auf Papier.

 

Planen Sie weitere Bücher?

Ich plane viel und gerne. Ich lasse mich aber auch gerne überraschen!

 

Vielen Dank für das Interview.

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3 Kommentare zu “Interview mit Brigitte Nalenz

  1. Pingback: Mit Post ein Lächeln schenken (Teil 15) | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

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