Hexe Nele wünscht sich eine Katze

Heute stelle ich euch zwar keinen neuen Mottotag vor, aber eine Geschichte von mir gibt es trotzdem und zwar die Geschichte, in der sich die kleine Hexe Nele eine Katze wünscht. Ich habe die Geschichte Anfang diesen Jahres für ein dreijähriges Kind zum Geburtstag geschrieben und ja, auch illustriert… Okay, die Bilder sind nicht gerade künstlerisch wertvoll, aber zum Glück sind Kinder da nicht so wählerisch. Das soll jetzt keinesfalls herablassend klingen oder so, dass man sich bei Kindern keine Mühe geben muss, aber ich finde, dass Kinder glücklicherweise Bilder noch nicht mit objektiven Maßstäben betrachten, sondern sich oft einfach daran freuen, wenn sie eine geliebte Figur wiedererkennen können und die Bilder sie auf irgend eine Art und Weise ansprechen. Also, seid bitte auch nicht zu kritisch mit meinen Bildern, da bin ich einfach nicht so begabt… 😉

Und nun viel Spaß beim Lesen!

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Die kleine Hexe Nele saß auf einem Ast im Baum und schaukelte mit den Beinen. Sie dachte nach. Alle ihre Hexen-Freundinnen hatten ein Haustier, nur sie hatte keins. Nele wünschte sich schon seit langem eine Katze, doch sie wusste einfach nicht, welche Kräuter sie in ihren großen Hexenkessel tun musste, damit sie sich eine Katze herbei zaubern konnte.

Die kleine Hexe hüpfte vom Baum. Vielleicht konnten ihr ja die Tiere im Wald helfen. Die kannten sich doch gut mit Kräutern und Pflanzen aus. Nele lief in den Wald hinein.

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Hinter einem Baum saß das Kaninchen. Es hoppelte freudig herbei, als es Nele sah.

„Hallo Nele! Was machst du denn so alleine hier im Wald?“ fragte das Kaninchen.

„Hallo Kaninchen. Ich möchte mir eine liebe Katze zaubern, aber ich kenne die Zutaten für den Zauberspruch nicht. Kannst du mir helfen?“ wollte Nele wissen.

„Hm“, überlegte das Kaninchen und wackelte mit seinen Ohren. „Nimm doch ein paar Löwenzahnblätter. Die kann man immer gut gebrauchen.“

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Die kleine Hexe pflückte einige saftige Löwenzahnblätter, warf sie in ihren Hexenkessel, rührte kräftig darin herum und schwang ihren Zauberstab:

„Ene mene, große Tatze,

hier kommt meine liebe Katze!“

Im Hexenkessel brodelte es. Dann wurde es still. Gespannt starrte Hexe Nele auf den Kessel.

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Und da…tatsächlich! Da kamen doch wirklich ein paar Schnurbarthaare heraus.

Nele wollte gerade laut losjubeln, als sie sah, dass aus dem Topf gar keine Katze kam.

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Nur eine kleine Maus mit langen Schnurbarthaaren huschte heraus und lief in den Wald hinein.

„Mit Löwenzahnblättern funktioniert es nicht.“ stellte Nele traurig fest.

„Tut mir leid. Vielleicht kann dir jemand anderes helfen.“ sagte das Kaninchen.

„Ja, vielleicht“, sagte Nele und ging weiter.

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Da hörte sie es im Baum über sich rascheln. Sie schaute nach oben und sah das Eichhörnchen, das zu ihr heruntergeklettert kam.

„Hallo Nele. Was machst du denn so alleine hier im Wald?“ fragte das Eichhörnchen.

„Hallo Eichhörnchen. Ich möchte mir eine liebe Katze zaubern, aber ich kenne die Zutaten für den Zauberspruch nicht. Kannst du mir helfen?“ bat Nele.

„Probier es doch mal mit ein paar Haselnüssen“, schlug das Eichhörnchen vor und buddelte in der Erde. Nachdem es eine Weile gesucht hatte, holte es drei Haselnüsse aus der Erde hervor und gab sie der kleinen Hexe.

„Danke!“ sagte Nele. Sie warf die Haselnüsse in ihren Hexenkessel, rührte kräftig darin herum und schwang ihren Zauberstab:

„Ene mene, große Tatze,

hier kommt meine liebe Katze!“

Im Hexenkessel brodelte es wieder. Dann war es still und Nele hüpfte gespannt von einem Fuß auf den anderen.

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Aus dem Kessel schaute ein langer Schwanz hervor. Hatte es also dieses Mal tatsächlich geklappt?

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Nein, der Schwanz gehörte zu einem Affen, der aus dem Kessel sprang und geschickt in die Bäume kletterte.

„Mit Nüssen funktioniert es auch nicht.“ stellte Nele traurig fest.

„Tut mir leid. Vielleicht kann dir jemand anderes helfen.“ sagte das Eichhörnchen.

„Ja, vielleicht“, sagte Nele und ging weiter.

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Wer schlich denn da durchs Gebüsch und steckte so neugierig seine Nase hervor? Der Fuchs hatte die kleine Hexe gesehen und wollte sie begrüßen.

„Hallo Nele. Was machst du denn so alleine hier im Wald?“ fragte der Fuchs.

„Hallo Fuchs. Ich möchte mir eine liebe Katze zaubern, aber ich kenne die Zutaten für den Zauberspruch nicht. Kannst du mir helfen?“ wollte Nele wissen.

„Hm.“ Der Fuchs sah sich um. Im Busch neben ihm flatterte ein Spinnennetz im Wind. „Wie wäre es mit einer Portion Spinnenweben?“

„Ich kann es ja mal probieren.“ sagte die kleine Hexe und pflückte vorsichtig das Spinnennetz aus den Ästen. Sie warf die Spinnenweben in ihren Hexenkessel, rührte kräftig darin herum und schwang ihren Zauberstab:

„Ene mene, große Tatze,

hier kommt meine liebe Katze!“

Auch dieses Mal brodelte es ordentlich im Hexenkessel.

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Als es still wurde, sah Nele wie eine Tatze am Rand des Kessels hervorkam. Aber war sie nicht ein bisschen zu groß für eine Katze?

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Da sprang mit lautem Gebrüll ein Löwe aus dem Kessel. Erschrocken versteckte die kleine Hexe sich schnell hinter einem Baum. Als sie es wagte wieder hervor zu kommen, war der Löwe schon im Wald verschwunden.

„Mit Spinnenweben geht es auch nicht“, stellte Nele traurig fest.

„Tut mir leid. Vielleicht kann dir jemand anderes helfen.“ sagte der Fuchs.

„Ich glaube nicht.“ Nele setzte sich auf einem Baumstumpf und schüttelte den Kopf.

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Der Fuchs schlich leise um sie herum und strich ihr mit der Pfote über die Schulter. „Sei nicht traurig, Nele. Du wirst deine Katze bestimmt bekommen. Ich muss jetzt weitergehen und Mäuse jagen. Tschüß, kleine Hexe“, sagte der Fuchs und lief davon.

„Tschüß, Fuchs!“ rief Nele ihm nach. Sie nahm sich einen dicken Stock und zeichnete eine Katze auf den Boden.

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Da hatte sie auf einmal eine Idee:

Das Kaninchen, das Eichhörnchen und der Fuchs hatten ihr eine Zutat genannt, doch mit keiner hatte es funktioniert. Aber vielleicht hatten sie alle trotzdem Recht?! Vielleicht musste man alle drei Zutaten gleichzeitig in den Hexenkessel werfen…

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Nele sprang auf. Schnell suchte sie sich Löwenzahnblätter, Haselnüsse und ein besonders feines, glitzerndes Spinnennetz zusammen und tat alles in ihren Hexenkessel. Dieses Mal rührte sie besonders sorgfältig um und schwang dann ihren Zauberstab:

„Ene mene, große Tatze,

hier kommt meine liebe Katze!“

Im Hexenkessel brodelte es gewaltig. Dann wurde es still. Hexe Nele konnte es kaum erwarten. Ungeduldig wackelte sie mit dem großen Zeh und ihrem Popo.

Und da…

…ja, da, sprang tatsächlich eine schwarze Katze aus dem Kessel direkt auf Nele zu. Glücklich nahm Nele die Katze auf ihren Arm und streichelte ihr immer wieder über das weiche Fell.

„Da bist du ja endlich, meine liebe Katze!“ sagte sie und drückte die Katze fest an sich. Von da an waren die kleine Hexe Nele und die schwarze Katze die besten Freunde.

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Wer noch mehr von der kleinen Hexe Nele lesen möchte, der kann sich den Hexen-Mottotag anschauen. Da möchte die kleine Hexe Nele eine echte Hexe werden.

 

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4 Kommentare zu “Hexe Nele wünscht sich eine Katze

  1. Pingback: Mottotag: Hexen | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

  2. Pingback: 30.06.2016 Auf der Geschichtenwolke | lesende Samtpfote

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