Den Top Ten Thursday als Idee genutzt: Bücher mit mehreren Enden

Top Ten Thursday

Heute lautet das Thema des „Top Ten Thursdays“: „10 Bücher, deren Ende du gerne umschreiben würdest“. Puh, da muss ich ehrlich sagen, dass mir da bisher kein Kinder- oder Bilderbuch so spontan eingefallen ist, wobei es da sicherlich auch einige gibt… Meine Schweigermutter hat mal ein Buch beim Aldi gekauft: „Emil Elefantenkind“. Das war mir zu traurig, so dass ich das geringfügig ändern würde, damit der kleine Elefant Emil wenigstens den Onkel (?), der ihm wichtig ist, ab und zu mal treffen kann. So genau kann ich mich allerdings nicht mehr an die Geschichte erinnern.

Da ich es dieses Mal nicht geschafft habe, eine Liste zu erstellen, nenne ich heute mal zwei Bücher, die zumindest ein wenig mit dem Thema zu tun haben. Und zwar sind dies Bücher, bei denen man zwischen verschiedenen Enden wählen kann. Man hat also auch selbst einen Einfluss auf das Ende des Buches, auch wenn es ein vorgegebenes ist.

Es handelt sich um die Bücher „Mats und die Wundersteine“ und „Alexandra, wohin fährst du?

In beiden Büchern wird durch die unterschiedlichen Ausgänge aufgezeigt, welche Folgen das eigene Handeln haben können.

Bei Mats und den Felsmäusen geht es darum, wie die Mäuse mit den Ressourcen der Umwelt umgehen. Gehen sie rücksichtsvoll vor oder denken sie nur an sich und vergessen, was sie der Insel zu verdanken haben? Natürlich sind die leuchtenden Steine äußerst verlockend. Sie verändern sofort die ungemütliche Atmosphäre in den Mäusehöhlen, während draußen der Sturm tobt. Kein Wunder also, dass jede Maus so einen Wunderstein haben möchte. Das ist soweit auch alles in Ordnung. Jede Maus kann ihren Stein haben, wenn sie der Insel dafür einen anderen zurück gibt. Auf diese Weise bleibt alles im Gleichgewicht. Wenn aber aus der Suche nach den schönsten Steinen ein Wettstreit entsteht und jeder nur noch sein eigenes Wohl im Sinn hat, dann ist nicht nur das Fortbestehen der Insel, sondern auch das eigene Leben bedroht.

Diese zwei Handlungsvarianten werden in einem „glücklichen“ und einem „traurigen“ Ende aufgezeigt. Ich persönlich bin natürlich immer für ein „Happy End“, aber genauso klar war es eigentlich auch, dass Bücherwürmchen erst einmal das traurige Ende ausgewählt hat. Alles was irgendwie in Richtung gruselig und erschreckend geht, zieht ihn an. Natürlich musste dann trotzdem anschließend noch das positive Ende gelesen werden. Ich glaube, wenn man die Wahl bei einer Geschichte hat, ist es besonders spannend, die andere Möglichkeit ebenfalls kennen zu lernen.

Übrigens sind die Bilder in dem Buch „Mats und die Wundersteine“ ganz bezaubernd und gerade für Kinder sind natürlich die glitzernden Steine der Hit (ähnlich wie die Schuppen bei dem Regenbogenfisch vom selben Autor).

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In dem Buch „Alexandra, wohin fährst du?“ kann das Kind für Alexandra entscheiden, ob sie, wie abgesprochen mit dem Fahrrad auf dem Wanderweg zur Oma fährt. Zwei andere Möglichkeiten sind aber auch verlockend: Da ist zum einen die Landstraße, auf der Alexandra mit dem Fahrrad so richtig entlang sausen könnte, und zum anderen kommt sie an Tims Haus vorbei: Vielleicht könnte sie ihn besuchen und mit ihm spielen? Wofür entscheidet sich Alexandra/das Kind? Je nachdem, welchen Weg Alexandra nimmt, wird sie etwas anderes erleben. Der Leser kann hier also aus drei verschiedenen Enden wählen.

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Die Idee, den Leser auf diese Weise mit ein zu beziehen gefällt mir gut. So wird die Geschichte auch ein wenig die Geschichte des Lesers und es wird deutlich, dass ein bestimmtes Ende nicht unausweichlich ist. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten für ein Ende, auch bei Büchern, bei denen man nicht wählen kann. Da muss man dann allerdings selbst kreativ werden.

Bei welchen Büchern würdet ihr das Ende gerne umschreiben? Kennt ihr Bücher, bei denen man die Geschichte mit beeinflussen kann?

Mats und die Wundersteine – Eine Geschichte mit einem glücklichen und einem traurigen Ende von Marcus Pfister, Nord-Süd Verlag, ISBN: 978-3314017261, 14,95 €

Alexandra, wohin fährst du? von Felix Sonnenschein und Wolfgang Slawski, Hamburger Kinderbuch, ISBN: 978-3866310049, 14,95 €

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5 Kommentare zu “Den Top Ten Thursday als Idee genutzt: Bücher mit mehreren Enden

  1. Mats und die Wundersteine habe ich als Kind geliebt. Einfach ein wunderschönes Buch für Kinder und gerade, dass die Kinder die Möglichkeit haben sich für das Gute oder das Böse Ende zu entscheiden macht das Buch noch spannender.
    Hat mir auf jedenfall immer gut gefallen (:
    Liebe Grüße, Anna (:

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  2. Hallöchen,

    eine tolle Idee Bücher mit mehreren Enden zu nehmen.
    Ich mochte als Kind gerne die Bücher in denen man je nachdem auf welche Seite man weiter las entscheiden konnte, wie die Geschichte sich entwickelt hat. Man hat einfach das Gefühl gehabt in einem Buchumschlag mehrer Bücher zu haben.

    Heutzutage mag ich solche Geschichten immer noch gerne, da es einfach ein bisschen Mehr-Wert gibt, allerdings gibt es so was in der Erwachsenenliteratur nicht. Zumindest kenne ich keine Bücher. Allerdings kenne ich ein paar Computerspiele, die auch mehrer Enden haben oder man hat mit seinem Handeln die Geschichte sehr beeinflussen kann, allerdings sind diese dann auch weniger für Kinder.

    Liebe Grüße,
    Abigail

    Gefällt 1 Person

  3. Apropos „jeder Leser liest seine eigene Geschichte“ : habt ihr früher auch mal mit Freunden zu einem Buch jeder eine „Landkarte“ gemalt, z. B. von dem Dorf, in dem die Helden der Geschichte leben? Total spannend, jeder stellt es sich anders vor 🙂

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    • Das stimmt!
      So eine “Landkarte” haben wir nicht gemalt, aber stelle ich mir auch sehr spannend vor. Mir fällt auch manchmal beim Lesen auf, wie genaue Vorstellungen ich von der Gegend, den Räumen etc. habe. Man hat ja automatisch richtige Bilder vor Augen und es ist ja eigentlich klar, dass die bei jedem anders sind. Aber die Vorstellungen zu vergleichen, ist bestimmt sehr witzig und spannend.

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