Leserunde: Mein Kind hat deine Läuse

Ich habe nun zum zweiten Mal an einer Leserunde bei Lovelybooks teilgenommen. Dieses Mal ging es um das Buch „Mein Kind hat deine Läuse“, indem man die Mailwechsel verschiedener Kindergarten- und Schuleltern zu den merkwürdigsten Themen verfolgen kann. Es geht um das immer wiederkehrende Thema Läuse, um Geschenke für Lehrerinnen oder den Kindergarten, um Prügeleien zwischen Kindern, um das Verhalten bestimmter Kinder, um das Gartenkonzept eines Kindergartens, um Schließungszeiten, um das Essen im Kindergarten, um gemeinsames Grillen und um einen Ausflug an einen See und vieles mehr. Ja, sogar darüber, ob die Lehrerin im Unterricht Stempel zur Motivation einsetzen sollte oder nicht, wird gestritten. Und jedes Mal werden die absurdesten Dinge in die Diskussion eingeworfen, erwachsene Menschen sind beleidigt und sehr emotional und ständig gibt es ein ewiges Hin und Her. Das geht einem auf Dauer ganz schön auf die Nerven! Aber ich fühle mich weniger betroffen, als ich befürchtet hatte. Oft finde ich solche Bücher sehr anstrengend, denn ich rege mich dann schnell auf oder fühle mich teilweise sogar angegriffen, obwohl es ja gar nicht um mich persönlich geht. Das war hier gar nicht der Fall. Ich habe mich nur darüber aufgeregt, dass manche Eltern meinen entscheiden zu können, ob es Hausaufgaben in der ersten Klasse gibt oder nicht und dann auch noch lang und breit darüber diskutieren… Oder auch die Diskussion über die Motivationsstempel! Lächerlich! Naja, egal, es war trotzdem nett, das Buch innerhalb einer Leserunde zu lesen und sich mit anderen über diese Themen auszutauschen. Der Austausch blieb sehr neutral, was bei der Buchvorlage ja nicht unbedingt selbstverständlich ist. Leider wird es, wenn es um die eigenen Kinder geht, schnell emotional und man wird, was andere Meinungen angeht, sehr intolerant. Andere Meinungen heißen oft für einen selbst übersetzt, dass man selbst kritisiert wird und so geht man sofort in eine Verteidigungshaltung. Und das kann dann gerade bei schriftlichen Diskussionen sehr anstrengend werden. Mails sind hier auch meist der falsche Weg, wie dieses Buch auch gut aufzeigt.

An der Leserunde hatte ich viel Spaß. Das Buch war schnell durchgelesen, ich habe ein paar Mal geschmunzelt, oft den Kopf geschüttelt und am Ende das Buch mit der Frage zur Seite gelegt: „Und was bringt mir dieses Buch nun?“ Wozu muss man ein Buch über Dinge lesen, die man im Alltag selbst erleben kann? Wobei ich hier sagen muss, dass ich die teils sehr sinnentleerten Diskussionen bzw. die gegenseitigen Anschuldigungen in dieser Weise zum Glück noch nicht erlebt habe, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es in Elternschaften dazu kommt. Eltern im Allgemeinen können schon sehr anstrengend sein. 🙂

Also, mein Fazit ist: Amüsant zu lesen, worüber Eltern sich teilweise Gedanken machen und zu welchen Diskussionen, das dann führt, aber nach einigen Mails hat man genug Einblicke in die Welt der übereifrigen Eltern, die sich zu allem lang und breit und gerne auch unterhalb des akzeptablen Niveaus äußern müssen, bekommen. Besser wäre es, wenn man das Buch nicht an einem Stück liest, sondern vielleicht als Klolektüre ab und zu mal hinein blättert.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass es eine nette Anregung für Rollenspiele ist oder um über bestimmte Themen ins Gespräch zu kommen… 😉

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Mein Kind hat deine Läuse – Wie sich engagierte Eltern um Kopf und Kragen schreiben von Isabel Völker, Berlin Verlag, ISBN: 978-3827012197, 14,99 €

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