Es war einmal…

Neulich habe ich unser dickes, altes Märchenbuch hervorgeholt. Ich mag dieses Buch sehr gerne. Es erinnert mich daran, wie uns früher auf der Ofenbank Märchen vorgelesen wurden. Allerdings scheint sich da in meiner Erinnerung einiges zu vermischen, denn meine Mutter erzählte neulich, dass wir gar nicht gerne Märchen hörten, da sie uns zu gruselig seien. Aber an eine Situation kann ich mich trotzdem erinnern: Wir sind im Winter vom Spielen im Schnee hereingekommen, haben uns auf die warme Ofenbank gesetzt, Kakao getrunken und ein Märchen gelesen. Vielleicht kam das tatsächlich nur einmal vor, aber dennoch ist das die typische „Märchenstunde“, an die ich immer denke, wenn ich dieses Märchenbuch sehe.

Jedenfalls benutze ich dieses Märchenbuch nun ab und zu mit meinem Sohn. Eigentlich sind die Texte, die nur mit wenigen Schwarz-weiß- Zeichnungen versehen sind, für ihn noch ein wenig lang, aber meistens hört er dennoch sehr gerne zu. Dieses Mal habe ich ihm „Hans im Glück“ vorgelesen, da wir uns ein Kindertheaterstück zu diesem Märchen anschauen wollten. Die Geschichte kannte er eigentlich schon ganz gut aus dem gleichnamigen Lied von Fredrik Vahle, welches wir uns schon oft im Auto angehört haben, und so konnte er der Erzählung auch gut folgen. Es war ihm auch ganz wichtig, dass ich den ganzen langen Text komplett vorlese.

Meistens benutze ich mit Bücherwürmchen jedoch das Märchenbuch „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“ – ein sehr schönes Märchenbuch für Kinder, nur natürlich eben nicht mit allen Märchen. Hier sind acht mehr oder weniger bekannte Märchen drin. Wichtig für meinen Kleinen: „Hänsel und Gretel“ mit der bösen Hexe sind dabei! Dieses Märchen hat er ebenfalls zunächst durch das Lied kennengelernt, von dem er alle drei Strophen auswendig kann. Ohne dass wir ihm das Märchen vorgelesen hatten, hat er auf Bildern das Knusperhäuschen und die Hexe sofort identifiziert. Mittlerweile kennt er natürlich auch den entsprechenden Text dazu. Gerne zitieren wir auch die Hexe auf dem Weg zum Kindergarten, wenn es besonders windig ist: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.“ Und bücherwürmchen weiß dabei ganz genau, woher dieser Satz stammt.

Innenansicht aus "Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm"

Innenansicht aus „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“

Leider fehlen dafür zwei andere Lieblingsmärchen von Bücherwürmchen: „Rotkäppchen“ und der böse, faszinierende Wolf und die Bremer Stadtmusikanten, die es mit den Räubern zu tun kriegen (auf der CD von Fredrik Vahle gibt es übrigens auch zu diesem Märchen ein Lied).

Auch wenn die Auswahl der Märchen gering ist, lohnt sich dieses Buch als erstes Märchenbuch für Kinder. Wichtig ist mir, dass die Sprache und natürlich auch der Inhalt so wie in den alten Märchenerzählungen sind. Hier dürfen nach meinem Empfinden keine modischen Wörter auftauchen und Grammatik und Wortschatz können einen ruhig einmal irritieren und in alte Zeiten führen. Zum Glück trifft dies weitestgehend auf das Buch „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“ zu. Hinzu kommt noch, dass es bereits von außen schön anzusehen und anzufassen ist, denn die Ränder sind mit einem samtähnlichen Stoff versehen worden. Es sieht also schon nach einem besonderen Buch aus und das müssen Märchenbücher auch. Am besten ist es, wenn sie richtig schön dick sind und auch nur dann hervor genommen werden, wenn man es sich, vorzugsweise im Herbst oder Winter, richtig schön gemütlich macht und sich eine Märchenstunde gönnt, die meinen Kindheitserinnerungen entspricht. Vielleicht fällt in diesem Winter ja sogar ein wenig Schnee, wir brutzeln Bratäpfel im Backofen, machen heißen Kakao… ja, ich sehe meinen Sohn und mich schon bei gemütlichen Märchenstunden sitzen. Wenn allerdings viel Schnee liegt, muss gegebenenfalls doch das alte, dicke Märchenbuch herhalten…

Schneewittchen

Verratet ihr mir auch, welches euer Lieblingsmärchen ist?

 

Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm von Jacob und Wilhelm Grimm und Markus Zöller (Illustrator) , Coppenrath, ISBN: 978-3649608707, 16,95 €

Die 100 schönsten Lieder von Fredrik Vahle, Audio-CD, Sauerländer Audio

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5 Kommentare zu “Es war einmal…

  1. Hallo, ich möchte dich und deine Leser fragen: Ab wann habt ihr mit welchen Märchen gestartet? In Erinnerung an unser „Biblische Geschichten-Erzähl-Seminar“- hast du auch schon mal erzählt statt vorgelesen? Ich muss sagen, dass waren immer meine besten Religionsstunden, wenn ich die jeweilige Geschichte einfach erzählt habe. Jetzt habe ich für Jonathan ein Märchen-Wimmelbuch gekauft („Mein Wimmel-Geschichten-Buch: Erste Märchen von Ravensburger“) und schon mal reingeschaut und erzählt, was ich noch wusste. Aber wenn ich mal mehr Zeit habe, möchte ich mich vorbereiten (und mit den alten Worten erzählen…). Aber neben der Tatsache, dass ich nicht weiß, wann ich dafür Zeit haben werde, frage ich mich, ob es überhaupt für Jonathan schon Märchenzeit ist und womit ich starten sollte.
    Hast du oder sonst jemand einen Tipp?
    Im Übrigen habe ich schon drei deiner Blog-Vorstellungen gekauft und morgen geht die Kinderkleiderbörsenjagd los 😉
    Liebe Grüße, Nicole

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    • Hallo, das ist eine sehr gute Frage. Ich finde es bei Märchen auch am schönsten, wenn sie erzählt werden. Marcus erinnert sich zum Beispiel auch immer gerne daran, wie ihm seine Oma die Märchen erzählt hat. Dafür müsste ich mich aber erst einmal gut vorbereiten um sie gut erzählen zu können… Ich habe es bisher erst einmal gemacht und das hat Emil auch sehr gut gefallen.
      Wann haben wir mit Märchen angefangen? Hm, ich glaube, das war so zwischen 2 1/2 und 3 Jahren. Wir haben mit den Bremer Stadtmusikanten angefangen. Das fand ich für den Anfang ein relativ „harmloses“ Märchen und ich fand es auch gut, dass die Hauptfiguren Tiere waren. So war das alles nicht ganz so nah an an Emil dran, wie z.B. bei Hänsel und Gretel, wo die Kinder von den Eltern alleine in den Wald geschickt werden. Das Märchen habe ich zum Beispiel am Anfang gemieden, weil ich eben dachte, dass ihm das vielleicht Angst machen könnte, da er zwischendurch beim Kindergartenstart ja auch ein wenig Angst davor hatte, dass ich nicht wieder kam bzw. es nur schlecht ertragen konnte, wenn ich nicht bei ihm war. Später kam dann Aschenputtel dazu, da es im Dorf als Theaterstück aufgeführt wurde und ich ihn darauf vorbereiten wollte. Und dann hatte er auf einem Kindergeburtstag ein Pixi-Buch von „Frau Holle“ bekommen. So nach und nach kamen dann immer mehr Märchen dazu. Viele Märchen kamen bei uns durch Lieder erst einmal zur Sprache und später habe ich ihm dann das dazugehörige Märchen vorgelesen („Hänsel und Gretel“, „Dornröschen“…)
      Jetzt bin ich aber neugierig: Welche drei Blog-Vorstellungen hast du denn gekauft? Und erzähl unbedingt mal, was du so auf den Börsen findest! 🙂 LG, Miri

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      • Wir lesen jetzt abends „Gute Nacht, Gorilla!“. Das kannte ich schon und habe es jetzt auch gekauft :). Das große Gähnen ist abends noch zu lang. Aber bei mir klappt es mit dem Gähnen super… und Joni schenkt dem Papa zum Geburtstag „Alle Welt“. Da habe ich allerdings lange drin geblättert, weil es doch so ganz anders war, als ich nach deiner Beschreibung erwartete. Auch die Zeichnungen sind ja eher ungewöhnlich. Aber Bene liebt alle Arten von Atlanten und die beiden werden es bestimmt irgendwann gemeinsam anschauen. Ich bin gespannt, was er dazu sagt.
        Die heutige Ausbeute der Börse bezieht sich auf Jonathans aktuelle Liebe zu Fahrzeugen: „Die Baustelle“ von Meyers und „Mit Lukas unterwegs“ von HABA. Ganz viel „BRRRRRRR“!

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      • Mit Fahrzeugen hatten wir es nie so… 😉
        Ich mag die Art der Zeichnungen in „Alle Welt“ und ich gucke mir auch immer gerne Atlanten an und zeige Emil dort gerne etwas. Ganz aktuell habe ich noch den Felix-Atlas mit Ting-Funktion erworben 🙂

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  2. Pingback: Wenn es draußen regnet, entstehen drinnen schöne Kunstwerke | Geschichtenwolke - Kinderbuchblog

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