Rezension: Die schönsten Geschichten zum Vorlesen

Heute stelle ich euch mal ein älteres Buch vor, welches sich aber ganz aktuell in unserem Bücherregal befindet. Es ist auch kein „uraltes“ Buch, sondern etwa zehn Jahre, aber das ist bei Kinderbüchern ja leider schon alt und es ist nicht selbstverständlich, dass es dieses Buch auch heute noch gibt, was aber hier zum Glück der Fall ist.

In dem Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ befinden sich insgesamt 31 Geschichten, die in die Kategorien „Abenteuerliches & Wagemutiges„, „Vergnügliches & Heiteres„, „Dicke Freunde & freche Geschwister„, „Vierbeiner & Tierfreunde“ sowie „Traumreisen & Märchenwelten“ eingeteilt sind. Die Spannweite der Geschichten ist sehr groß: Einerseits finden sich hier sehr bekannte, alte Geschichten, wie z.B. „Der kleine Häwelmann“ oder ein Auszug aus dem Buch „Nils Holgersson“ und andererseits lassen sich hier auch weniger bekannte Geschichten von berühmten Kinderbuchautoren entdecken, wie z.B. das Märchen „Die Puppe Mirabell“ von Astrid Lindgren. Insgesamt werden in dem Buch viele Geschichten bekannter und guter Kinderbuchautoren zusammengefasst. So sind z.B. Kirsten Boie, Mirjam Pressler, Paul Maar, Klaus Kordon, Cornelia Funke, Janosch, Peter Härtling und einige andere mit mindestens einer Geschichte in dem Buch vertreten.

Alltägliches, Märchenhaftes und ganz viel Fantasie

Die ausgewählten Geschichten sind ausnahmslos sehr schön. Sie zeigen verschiedene Seiten des Lebens auf und werden Kinder bei der Bewältigung ihres Alltags stärken können. Ebenfalls schön ist es, dass in dem Buch sowohl Geschichten aus dem Alltag als auch märchenhafte und fantasiereiche Geschichten Platz gefunden haben:

In einigen Geschichten wird gespielt, Ängste werden überwunden und die Ferien bei den Großeltern  halten die ein oder andere Überraschung bereit. Der Franz hat Probleme, weil er wie ein Mädchen aussieht, bei Leoni erwachen die Waschlappen zu Leben, Tim sieht mit seiner weißen Haut und den roten Haaren ganz anders aus als die Kinder in Kairo, wo er neuerdings lebt und die große Schwester scheitert beim Erzählen eines Märchens. Während das Pony Sarotti durch den Direktor, der kein Gefühl für das Pony hat, dressiert wird, lernt Dr. Dolittle mit Hilfe des Papageien die Sprache der Tiere zu verstehen. Ben lernt ein Staubmonster kennen, das für ihn überhaupt nicht gefährlich ist, und der kleine Josa bekommt von einem Vogel eine Zauberfiedel geschenkt, mit der er die ganze Welt verzaubern kann.

Farbenfroh illustriert

Die bunten Bilder in dem Buch stammen alle von Dagmar Henze, so dass es keine verschiedenen Zeichenstile in dem Buch gibt und auf diese Weise eine gewisse Ruhe und ein roter Faden in das Buch kommt. Die wenig detailreichen, farbenfrohen Bilder lockern den Text gut auf und stehen immer im engen Zusammenhang mit dem Geschehen in der Geschichte, so dass die Bilder den Text gut unterstützen. Bei den Geschichten, zu denen man bereits Bilder kennt und somit die Geschichten und die darin vorkommenden Figuren auch mit gewissen Bildern verbindet, sind die Illustrationen teilweise etwas verwirrend und man wird ihnen zunächst eher mit Ablehnung begegnen und sich die altbekannten Bilder wünschen. Insgesamt kann man jedoch von einer gelungenen Illustration sprechen.

Insgesamt ist das Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ für Kinder ab 4 Jahren und ihre Eltern zu empfehlen. Und auch wenn es bereits im Titel heißt, dass sich die Geschichten zum Vorlesen eignen, so können viele der Geschichten auch ebenso gut von Grundschulkindern selbst gelesen werden.

Ein schönes Buch – nicht nur vom Inhalt, sondern auch durch die Ausstattung mit Leinenrücken und Lesebändchen.

Die schönsten Geschichten zum Vorlesen herausgegeben von Corinna Küpper, illustriert von Dagmar Henze, Ellermann, ISBN: 978-3-7707-2464-2, 16,90€

 

 

 

Vorlesekissen Hase und Igel

Ich weiß nun, was ich demnächst zu einer Taufe verschenken werde: Vorlesekissen. Kennt ihr die schon? Ich finde die ja genial und vor allem einen sehr schönen Begleiter durch die Kindheit.

Zum Testen habe ich die Kissen zu dem Märchen „Hase und Igel“ bekommen. Die Kissen haben eine schöne Größe (ich hatte sie mir kleiner vorgestellt) und sie fühlen sich gut an. Auf der einen Seite befindet sich jeweils ein Bild, einmal der Hase und einmal der Igel, und auf der anderen Seite der Text, der sich gut lesen lässt. Allerdings finde ich es nicht ganz so schön, dass die wörtliche Rede unterstrichen ist. Text und Bild sind in blauer Farbe gedruckt. Das sieht sehr schön aus und macht sich auch gut in jedem Kinderzimmer oder sogar im Wohnzimmer. Hier hat man eine Entscheidung gegen zu viel Farbe getroffen.

Märchen in alter Sprache

Das Märchen wird so erzählt wie man es aus alten Märchenbüchern kennt. Nur das Ende ist leicht abgemildert worden. Hier bleibt der Hase am Ende nur erschöpft liegen, während ihm ja in anderen Erzählungen das Blut aus dem Hals fließt und er tot liegen bleibt. Dieser Eingriff, der hier vorgenommen wurde, gefällt  mir gut. In diese Formulierung kann man den eigentlichen Schluss hineininterpretieren, aber es wird nicht ganz so grausam ausgedrückt, was an dieser Stelle ja auch nicht nötig ist. Selbst die Moral von der Geschichte, die dem Märchen angefügt ist, wurde auf dem Kissen mit abgedruckt. Diesen Teil hätte ich persönlich vielleicht sogar weggelassen, aber dem Vorleser steht es ja letztendlich frei, ob er ihn mit vorliest oder nicht, und in meinem dicken alten Märchenbuch von meinen Eltern ist er auch vorhanden.

Natürlich kann man die Kissen auch waschen, denn bei Kindern bleibt es nicht aus, dass so etwas mit der Zeit schmutzig wird. Vor allem laden die Bilder mit den Hauptfiguren auf den Kissen ja auch dazu ein, die Geschichte nachzuspielen. Wirklich eine tolle Idee, diese Vorlesekissen! Nur der Preis ist relativ hoch (deswegen ja auch eher ein Geschenk zur Taufe als zu einem x-beliebigen Geburtstag), aber sie werden ja auch nicht in einer großen Fabrik hergestellt, sondern mit Hand zusammengenäht.

Vorlesekissen „Hase und Igel“, Bildrechte Schwesterkind

Vorlesekissen von Schwesterkind

Kissen von Hase & Igel: 48€, Minivorlesekissen mit kurzen Reimen zu einem Tier: 12€

Herzensbücher als Taufgeschenk

Wie versprochen, folgt nun noch mein Nachtrag zum Thema Herzensbücher der Kinderbuchchallenge auf Instagram. Ich habe nämlich nicht nur ein Buch von mir, sondern auch die Herzensbücher anderer Personen auf einem Bild gezeigt und dazu möchte ich euch ein bisschen etwas erzählen.

Zur Taufe des Büchermäuschens haben wir uns von den Gästen die Lieblingsbücher aus der eigenen Kindheit gewünscht und waren ganz gespannt, was dabei herauskommt. Büchermäuschen sollte auf diese Weise eine eigene kleine Bibliothek mit ganz besonderer Bedeutung bekommen und da ist es dann auch egal, wenn es das eine oder andere Buch bereits in unserem Haushalt gibt. Allein die Wahl und die Geschichte, die hinter jedem einzelnen Buch steckt, ist etwas besonderes, aber die meisten Gäste haben auch noch ein paar persönliche Worte in ihr Buch geschrieben. Ein unbezahlbarer Schatz!

Nicht jedes Lieblingsbuch ist noch erhältlich

Interessanterweise wurde kein Buch doppelt geschenkt. Die Bücher wurden von Kindern (ab 1 ½ Jahren) bis zu den Großeltern (bis zu 65 Jahre) ausgewählt. Es sind natürlich auch einige Klassiker dabei, die sogar die Herzensbücher von Personen verschiedener Generationen sein könnten. Ganz besonders ist natürlich die alte Ausgabe von „Was drei kleine Bären im Walde erleben“, die von meinem Vater kommt. Die habe ich auch erst einmal außer Reichweite von Büchermäuschen gestellt. Das eine oder andere Lieblingsbuch war leider nicht mehr erhältlich, so dass die Gäste eine andere Wahl treffen mussten. Selbst den Klassiker „Die Hexe und die sieben Fexe“ von Ali Mitgutsch gab es leider nur zu einem hohen Preis. Schade!

Bücherwürmchens Wahl

Sehr erstaunt war ich, dass Bücherwürmchen ganz konkret ein Buch aussuchen konnte: „Der Streichelzoo“ ist es bei ihm geworden. Ich hätte gedacht, dass er gar keine Antwort auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch haben würde, aber er beschrieb mir direkt das Buch vom Streichelzoo, denn das hätte er sich doch so oft aus der Bücherei ausgeliehen. Und das stimmt tatsächlich!

Meine Wahl: Der glückliche Löwe

Ich selbst habe mich für den glücklichen Löwen entschieden. Es gibt sehr viele Kinderbücher, die ich liebe, aber ich wollte ein Bilderbuch aussuchen und zwar eines, welches ich wirklich seit der Kindheit liebe. Bei vielen Büchern weiß ich nämlich nicht mehr sicher, ob ich sie tatsächlich schon als Kind so gerne mochte oder ob das erst später kam. „Mein Esel Benjamin“ wäre auch ein möglicher Kandidat gewesen, aber für einen Jungen fand ich dann den glücklichen Löwen besser. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass wir dieses Buch damals aus der Bücherei ausgeliehen hatten und die Geschichte und die Bilder sind mir immer grob im Gedächtnis geblieben. Ich war richtig erfreut, als ich dieses Buch später als Erwachsene wieder entdeckt habe.

Ich finde immer noch, dass diese Erinnerung an die Kindheit wichtiger Bezugspersonen und der Beginn einer eigenen Büchersammlung, eine sehr schöne Geschenkidee für die Taufe ist und kann sie nur weiter empfehlen. Es ist alleine für die Eltern schon spannend, welche Bücher verschenkt werden und das Kind bekommt ein ganz besonderes und persönliches Geschenk.

Welches Buch hättet ihr als Geschenk ausgesucht?

Oetinger-Summer-Reading-Challenge: Monatsaufgabe August

Im August möchte Kathrineverdeen für die Oetinger-Summer-Reading-Challenge sommerlich fotografierte Bücher sehen. Dafür habe ich mir ein paar Sachen von meinem Jahreszeitentisch geholt, die für mich für den Sommer stehen, denn Sommer bedeutet für mich Urlaub am Meer: Muscheln, Leuchtturm, Segelboot etc. müssen also mit aufs Bild.

Nun musste noch das richtige Buch her, entweder Lieblinge oder die aktuelle Lektüre. Bei meinen Büchern trifft beides zu. „Jule und die Seeräuber“ habe ich gerade zum Geburtstag bekommen. Es ist ein Bilderbuch zu „Ferien auf Saltkrokan“ von Astrid Lindgren, welches ich liebe. Nachdem Bücherwürmchen nun das Bilderbuch sehr gut gefallen hat, wollen wir uns bald mal ans Vorlesen von „Ferien auf Saltkrokan“ machen. Ich freue mich jedenfalls darauf. Saltkrokan muss also mit auf das Sommerbild und ich finde, das passt hervorragend, denn das Buch verkörpert für mich das wahre Sommergefühl! Und zum Glück hat der Sommer hier auch mal kurz vorbeigeschaut, so dass ich das Foto auch draußen machen konnte.

Und hier ist das Bild:

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Smart family planer – So hat man den Überblick

Seit ich in Elternzeit bin, habe ich nie ernsthaft darüber nachgedacht, mir einen Jahreskalender in Form eines Buches zuzulegen, aber seit ich den „smart family planer“ kenne, könnte sich das ändern.

Wandkalender

Jedes Jahr wieder kaufe ich mir einen schönen Familienkalender für die Küche. Einerseits soll er schöne Bilder zeigen und andererseits soll genügend Platz zum Eintragen für die Termine aller Familienmitglieder vorhanden sein. Auch wenn die Suche manchmal eine Weile dauert, so habe ich bisher doch jedes Jahr einen schönen Kalender gefunden. Aber seien wir doch mal ehrlich. Wer benutzt diesen Kalender letztendlich? Also, bei uns bin ich eigentlich mehr oder weniger die einzige, die Termine einträgt und nachschaut, was in den nächsten Tagen so ansteht. Ab und zu trägt mein Mann seine beruflichen Termine noch ein, weil ich ihn mehrfach dazu gedrängt habe, damit ich ein wenig die Übersicht habe. Und was ist, wenn man gerade beim Arzt ist und dort ein neuer Termin vereinbart werden muss? Oder wenn mit den Freundinnen gemeinsam überlegt wird, wann man sich das nächste Mal sehen könnte? Dann kann man nur versuchen sich an alles zu erinnern, einen Termin anpeilen und hoffen, dass man ihn bei der Ankunft zu Hause und einem Blick in den Kalender nicht direkt wieder absagen muss. Im Alltag ist so ein Kalender, der fest an einem Platz hängt nicht immer ganz so praktisch.

Oder Taschenkalender?

Vielleicht wäre da der „smart family planer“ von Antje Michaelis und Anne-Sophie Briest eine tolle Alternative. Bei diesem Kalender handelt es sich um ein Kalenderbuch, welches aber dennoch Spalten für fünf Familienmitglieder bereithält. Auf einer Doppelseite befindet sich jeweils eine Woche, in die man dann für Mama, Papa und Kinder alle Termine eintragen kann. Witzigerweise beginnt dieser Kalender im August, was ja für einen Kalender für Erwachsene ein wenig außergewöhnlich ist, aber letztendlich plant man doch als Familie ebenfalls in Kindergarten- und Schuljahren.

Die Wochenübersichten sind ansprechend gestaltet. Sie wirken freundlich, aber enthalten keinen störenden Schnick-Schnack. Selbst Platz für eine kleine Einkaufsliste findet sich hier.

Tolle Ideen

Passend zu den Jahreszeiten findet man auf extra Doppelseiten tolle Ideen für Mütter, von denen mal nur die Mama und mal die ganze Familie profitiert. So gibt es beispielsweise Tipps für ein Kräuterbad, aber man findet auch viele Rezepte sowie Bastelideen. Zum Entspannen eignen sich ebenfalls die Ausmalbilder am Ende des Kalenders. Hier finden sich auch Vordrucke für Schulentschuldiungen, die einfach rausgelöst und ausgefüllt werden können. Es wurde also wirklich an alles gedacht.

Aus meiner Sicht ist dieser Kalender wirklich eine runde Sache. Ich glaube zwar nicht, dass ich auf die schönen Bilder der Kalender in der Küche verzichten möchte, aber eine gute Ergänzung ist der smart family planer sicherlich. Übrigens hat die Tochter von Anne-Sophie Briest Faye Montana in diesem Jahr im gleichen Verlag einen Schülerkalender herausgebracht.

Smart family planer von Antje Michaelis und Anne-Sophie Briest, mvgverlag, ISBN: 978-3-86882-887-0, 9,99€

 

Jugendrezension zu „Wunderworte“

Das Buch „Wunderworte“ von Abbey Cooper ist eines der Bücher, welches einen von Beginn an durch eine sanfte, aber zurückgezogene Heldin in seinen Bann schlägt.

Elyse ist im Grunde ein ganz normales zwölfjähriges Mädchen, doch leidet sie unter der seltenen Krankheit CAV. Bei dieser Krankheit erscheinen all jene Wörter auf ihren Armen und Beinen, mit denen sie beschrieben wird. Die gemeinen Wörter werden immer noch einem starken Juckreiz begleitet. Normalerweise beschützt Jeq, Elyses beste Freundin, sie vor den Gemeinheiten der anderen Kinder. Doch Jeq orientiert sich immer mehr an den „coolen“ Mädchen, wodurch die schlimmen Wörter auf Elyses Armen und Beinen immer häufiger auftreten. Elyse sieht ihre einzige Chance wieder mehr nette Wörter zu bekommen, darin, Jugendreiseleiterin für die Klassenfahrt zu werden. Immer wieder tauchen kleine, blaue Zettel auf, die Elyse helfen zur Reiseleiterin zu werden. Doch wer hat diese Zettel geschrieben?

Diese Frage zieht sich beinahe durch das gesamte Buch. Doch ist sie nicht allein für die Spannung der Handlung verantwortlich. Vielmehr sind es die Themen wie Freundschaft und Selbstakzeptanz, die diesem Buch das gewisse Etwas geben. Dank einer leichten und einfachen Sprache kann man die Gefühle der Heldin gut nachvollziehen. An manchen Stellen erscheint mir jedoch Elyse etwas zu reflektiert für ein zwölfjähriges Mädchen, doch kann dies auch daran liegen, dass sie an der schwierigen Situation wächst.

Zusammengefasst kann ich dieses Buch ab zwölf Jahren empfehlen. Mir selbst hat es gut gefallen.

Anna, 17 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Wunderworte von Abbey Cooper, Einbandillustration von Suse Kopp, übersetzt von André Mumot, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0039-3, 16,99€

Jugendrezension zu „Feuer und Feder“

Wenn die Schrift nur der Elite vorbehalten ist, Sklaverei zum Alltag gehört und die Könige den Göttern Briefe schreiben, dann befindet man sich in Quilara, einem Land am Meer.

Hier lebt die Sklavin Raisa seit sie als Kind von ihrer Heimatinsel wie so viele andere auch verschleppt und versklavt wurde. Sie dient im Palast und hat eines Tages das Privileg Tutorin des nächsten Prinzen zu werden, was so viel heißt wie: Sie warf die heiligen Schriftzeichen lernen, die sonst nur dem König  und seinen Nachfolgern vorbehalten ist.

Beim täglichen Unterricht im Adytum kommt Raisa dem gleichaltrigen Kronprinzen Mali näher. Bald schon zu nah als ihren gegensätzlichen Ständen erlaubt.

In einem Land, wo Sklaven wie Dreck behandelt werden, kann es nicht lange friedlich bleiben und so sorgen Rebellen für Unruhen im Volk um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen.

Eine typische Romeo- und Julia-Liebesbeziehung zwischen Raisa und Mali dominiert die Handlung des Buches, jedoch mit Happy End und, meiner Meinung nach, schön umgesetzt.

Vor jedem Kapitel wird die Sage der sieben Götter, welche ihre Schrift an die Menschen gaben, ein Stückchen weitererzählt, was sehr wichtig zum Verständnis der Geschichte ist, da die Götter eine große Rolle spielen.

Was mir auch sehr an der Geschichte gefällt, sind die ausgedachten Namen der Charaktere, die sehr wohlklingend sind. Außerdem verstärken sie das Gefühl des Lesers, sich in einer eigenen Welt zu befinden.

Diese Welt erinnert mich aufgrund des warmen Klimas und der Sklaverei an die Zeit der alten Römer.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es (vorrangig an) Mädchen ab 14 Jahren, die gerne Fantasy, aber ohne viel Magie, und Liebesgeschichten lesen.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Feuer und Feder von Kathy MacMillan, übersetzt von Julian Haefs, Beltz Verlag, ISBN: 978-3-407-74796-9, 18,95€

Und immer wieder heißt es Käpt’n Sharky (Rezension)

Wenn es ein neues Abenteuer von Käpt’n Sharky gibt, dann möchte Bücherwürmchen es natürlich lesen. Dies gilt auch für das Buch „Käpt’n Sharky und der Schatz in der Tiefsee“, welches sogar einen besonderen Effekt beinhaltet: Das Cover leuchtet im Dunkeln. Das funktioniert auch richtig gut und so ist es abends immer wieder spannend, wenn man das Licht ausmacht. Außerdem werden Klappen und eine Ausfaltseite angekündigt. Die sind allerdings weniger aufregend. Es gibt nur ein paar wenige Klappen, die nicht allzu spektakulär sind. Beim ersten Vorlesen ziehen sie aber natürlich dennoch die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich und durch die Aufklappseite kommt Käpt’n Sharky mit seinen Freunden so richtig tief ins Meer hinein.

Dieses Mal geht es in die Unterwasserwelt

Und was ist mit der Geschichte selbst? Erst einmal fängt das Buch ziemlich unvermittelt an. Ohne große Einleitung möchte Käpt’n Sharky zusammen mit Michi und Li in einer Tauchkugel nach wertvollen Schätzen im Meer suchen. Bei diesem Abenteuer können die Freunde zunächst die Unterwasserwelt bewundern, doch dann begegnen sie einer riesigen Seeschlange, die die Kugel angreift und ihr Schaden zufügt. Jetzt heißt es so schnell wie möglich wieder an die Wasseroberfläche zu kommen. Dabei sehen sie auf einmal ihren Freund Sepio, das Seeungeheuer, das ihnen zur Hilfe kommen möchte, doch von der Seeschlange umschlungen wird. Es reicht also nicht aus, dass sie das Deck sicher erreichen, sie müssen auch Sepio helfen. Letztendlich können sie sich alle retten und die Schätze bekommen sie im Sand tief im Meer auch noch zu sehen, aber sie können sie nicht bergen, da das Glas der Tauchkugel bereits zu viele Risse hat.

Motivation für das Abenteuer fehlt

Es geht spannend zu. Käpt’n Shark und seine Freunde geraten mal wieder in ein gefährliches Abenteuer, aus dem sie sich retten müssen. Trotz aller Spannung und den Extras wie den Klappen oder dem leuchtenden Cover ist dies meines Erachtens ein schwächerer Käpt’n Sharky-Band. Mir passiert das alles einfach zu sehr ohne eine bestimmte Motivation und die Lösungen ergeben sich ebenfalls zu beiläufig.  Bücherwürmchen hat sich das Buch aber dennoch gerne angeschaut und wird sich auch weiterhin über jedes neue Abenteuer freuen.

Käpt’n Sharky und der Schatz in der Tiefsee von Jutta Langreuter und Silvio Neuendorf, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62296-3, 13,99€

Rezension: Der Tiger im Garten

Bei einer regen Fantasie hat die Langeweile keine Chance.

Das stellt auch Paula bei dem Besuch ihrer Oma in dem Buch „Der Tiger im Garten“ fest. Sie weiß nicht, was sie tun soll und langweilt sich schrecklich. Da schlägt die Oma ihr vor, doch mal in den Garten zu gehen, denn die Oma meint, dass sie dort neulich einen Tiger gesehen habe. Paula ist empört, dass die Oma ihr mit solchen Geschichten kommt. An so etwas glaubt sie doch schon lange nicht mehr. Aber es kann ja nicht schade, mal hinaus zu gehen. Und ehe Paula sich versieht, erlebt sie ein wunderbares Abenteuer im Garten, bei dem ihr nicht nur ein Tiger begegnet.

Das Spiel wird Wirklichkeit

Sowohl Paula als auch die Kinder, die diese Geschichte erfahren, fragen sich, ob das alles echt ist, aber diese Frage wird nicht direkt beantwortet. Wenn man daran glaubt, wird es echt. Und genau so ist es. Das Buch hält eine wunderbare Botschaft bereit, eine Botschaft, die beim Spiel von Kindern eigentlich immer gilt: Alles, was man sich vorstellt, wird im Spiel Wirklichkeit.

Vielleicht haben die Kinder nach der Lektüre ja auch mal Lust durch den eigenen Garten oder durch einen Park zu streifen. Mal schauen, wem sie dort alles begegnen. Müssen sie vielleicht sogar leise wie Indianer über die Pfade schleichen, damit sie keine gefährlichen Tiere aufwecken und steht da vorne nicht eine ganze Herde Bisons?

Wunderschönes Cover

Allein das Cover des Buches finde ich sehr überzeugend. Es wirkt durch die eingeprägten Buchstaben und den Leineneinband nicht nur hochwertig, sondern man landet direkt mit Paula im Dschungel, der so gar nicht mehr Omas Garten gleicht. Auch im Buch sind die grünen Farben und Pflanzen auffällig und lassen uns in das Abenteuer draußen einsteigen. Spannung wird dadurch erzeugt, dass Paula Omas Worte nicht ernst nimmt und sorglos drauf los spaziert, während der Leser hinter dem Busch schon das Fell des Tigers entdeckt hat.

Richtig wild und gefährlich wird das Abenteuer nie, es ist eher eine ruhige Geschichte, die aber von der Spannung zwischen Fantasie und Wirklichkeit lebt und die auch zeigt, dass es bei Omas immer etwas zu erleben gibt.

Der Tiger im Garten von Lizzy Stewart, Lingen Verlag, ISBN: 978-3-943390-15-5, 12,95€

Jugendrezension zu „Animox – Das Auge der Schlange“

Animox sind Menschen, die sich im Untergrund halten, da sie sich in Tiere verwandeln können. Simon ist 12 Jahre alt und Erbe des Vogelclans sowie Nachkomme des Bestienkönigs, welche vor mehreren Jahren Diktator über die Animox war. Das macht Simon zu einer laufenden bzw. fliegenden Zielscheibe. Dazu kommt auch noch, dass er nach seiner verschollenen Mutter sucht.

Dieses Fantasy-Buch zog mich gleich von Beginn an in seinen Bann und ich hatte das Gefühl, dass ich mitten im Geschehen stehen würde. Das macht das Buch noch lebendiger. Ich konnte es nicht mehr aus meinen Händen legen, da ich wissen wollte, wie es weiter geht. Auch das Ende überzeugte mich. Also kann ich dieses Buch allen Jugendlichen über 12 Jahren empfehlen.

Richard, 12 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt zu:

Animox – Das Auge der Schlange von Aimee Carter, übersetzt von Maren Illinger, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-4624-4, 14,99€