Deutscher Jugendliteraturpreis – #djlp18 – Bilderbücher

Ich muss zugeben, dass ich mich bisher so gut wie gar nicht für den Deutschen Jugendliteraturpreis, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verliehen und dessen Organisation von Preisfindung und Preisbekanntgabe beim Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. liegt, wird, interessiert habe. Ist das jetzt ein bisschen peinlich für eine Kinderbuchbloggerin? Vermutlich, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass dieser Preis (wie viele andere Buchpreise) für mich zu abgehoben ist und ich mit den literarischen, ausgezeichneten Büchern nicht allzu viel anfangen kann. Viele der Bücher, die in den letzten Jahren ausgezeichnet wurden, kenne ich gar nicht oder nur kaum, und dass obwohl ich mir Jahr für Jahr sehr viele Bilder- und Kinderbücher anschaue.

DJLP gewinnt für mich an Bedeutung

Als ich nun dieses Jahr gefragt wurde, ob ich Lust hätte mit ein paar anderen BloggerInnen etwas zum Deutschen Jugendliteraturpreis zu machen, habe ich einfach mal „ja“ gesagt und die Chance genutzt, mich mit dem Preis und den nominierten Büchern ein wenig genauer zu beschäftigen. Dabei habe ich zwei Sachen festgestellt, zum einen kenne und liebe ich einige Bücher, die bereits den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten haben (z.B. wurden direkt im ersten Jahr der Verleihung 1956 „Mio, mein Mio“ von Astrid Lindgren sowie mein Lieblingsbilderbuch „Der glückliche Löwe“ von Louise Fatio und Roger Duvoisin ausgezeichnet – es werden also doch interessante Bücher ausgezeichnet)  und zum anderen haben einige Bücher, die dieses Jahr auf der Nominierungsliste stehen, mein Interesse geweckt. Und somit erlangt der Deutsche Jugendliteraturpreis so langsam eine andere Bedeutung bei mir und ich bin schon gespannt, welche Bücher dieses Jahr letztendlich ausgezeichnet werden, aber auch die nächsten Nominierungen interessieren mich und so glaube ich, dass ich die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreis in Zukunft ganz anders und vor allem mit mehr Aufmerksamkeit begleiten werde.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis, der dieses Jahr am 12. Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, wird in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch verliehen. Außerdem gibt es den Preis der Jugendjury sowie im Bereich der Übersetzungen den Sonderpreis Gesamtwerk und den Sonderpreis Neue Talente. Auf der Seite www.jugendliteraturpreis.de findet ihr alle Nominierungen.

Zusammenschluss einiger Buchfreunde

Heute zeige ich euch kurz, welche sechs Bilderbücher für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden. Auf den Blogs der anderen Bloggerinnen findet ihr (demnächst) die Vorstellungen der anderen Kategorien.

DJLP-Blogger:

Buecherkinder.de

Favolas Lesestoff und Favolina & junior

Kielfeder

Kinderbuch-Detektive

 

Außerdem werden von uns alle nominierten Bücher in einer Rezension bis zur Preisverleihung vorgestellt. Insbesondere die Jugendbuchrezensionen werdet ihr auf den anderen Blogs finden, dafür werde ich euch unter anderem einige Bilderbücher vorstellen. Eine Rezension zu „Schläfst du?“ sowie zu dem nominierten Buch „Ich so du so“ aus der Kategorie Sachbuch findet ihr sogar schon bei mir.

Hier nun die nominierten Bilderbücher:

Schläfst du?

von Dorothée de Monfreid (Text, Illustration), aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Reprodukt
ISBN: 978-3-95640-138-1
€ 14,00 (D), € 14,40 (A)
Ab 2

Es ist Nacht und alle schlafen tief und fest. Alle bis auf Nono. Der Ärmste kriegt kein Auge zu, weil Popow so laut schnarcht. Er weckt Micha, damit der ihm etwas vorliest. Jetzt wird auch Zaza wach und möchte nicht mehr in ihrem Bett schlafen. Ob Pedro mit ihr tauscht? Nur wenn Nono ihm ein Kuscheltier borgt. Kaki hat Durst und Omar vertritt sich ein bisschen die Beine. Oje, wird heute Nacht noch irgendwer Schlaf finden? (Bild- und Textquelle: Reprodukt)

Rezensionen/Meinungen zu dem Buch findet ihr hier:

Geschichtenwolke

Kinderbuch-Detektive

 

Wazn Teez?

von Carson Ellis (Text, Illustration), aus dem Englischen von Jess Jochimsen und Anja Schöne
NordSüd Verlag
ISBN: 978-3-314-10386-5
€ 16,00 (D), € 16,50 (A)
Ab 4

Auf moosigem Grund treffen neugierige Libellen, auf chaotische Käfer und ein zartes Pflänzchen. Wazn teez? Was ist das? Und können sie damit ein Baumhaus bauen? (Bild- und Textquelle: NordSüd Verlag)

 

Grododo

von Michaël Escoffier (Text) und Kris Di Giacomo (Illustration), aus dem Französischen von Anna Taube
Carlsen
ISBN: 978-3-551-51509-4
€ 14,99 (D), € 15,50 (A)
Ab 4

Es war ein langer Tag und der Hase hat nur einen Wunsch: Grododo – endlich schlafen! Noch ein Glas Wasser, die Pantoffeln aufräumen, den Teddy fest ans Herz drücken und dann schließt er endlich das eine, dann das andere Auge und schläft auf beiden Ohren ein. Doch was hört er da? Wer stört seinen Schlaf? Das darf doch nicht wahr sein! Er sieht nach und sorgt für Ruhe. Aber die dauert leider nicht allzu lange an … (Bild- und Textquelle: Carlsen Verlag)

Rezensionen/Meinungen zu dem Buch findet ihr hier:

Favolina & Junior

 

Die verflixten sieben Geißlein

von Sebastian Meschenmoser (Text, Illustration)
Thienemann Verlag
ISBN: 978-3-522-45857-3
€ 12,99 (D), € 13,40 (A)
Ab 5

Der Wolf hat den perfekten Plan ausgeheckt, damit ihm die sieben Geißlein die Türe öffnen: Er hat sich als Ziegenmutter verkleidet! Doch was ist das? Im ganzen Haus ist weit und breit kein einziges Geißlein zu sehen. Dafür aber umso mehr Gerümpel und Unordnung! Um die sieben Geißlein zu finden, muss der Wolf erst einmal gründlich putzen und aufräumen …
Was für ein Heidenspaß, den Wolf und die sieben Geißlein auf den wimmeligen Bildern durchs ganze Haus zu verfolgen! (Bild- und Textquelle: Thienemann Verlag)

 

Ballonfahrt mit Hund – Die (fast) wahre Geschichte der ersten internationalen Luftfahrt im Jahr 1785

von Matthew Olshan (Text) und Sophie Blackall (Illustration), aus dem Englischen von Leena Flegler
Gerstenberg Verlag
ISBN: 978-3-8369-5979-7
€ 14,95 (D), € 15,40 (A)
Ab 7

Mit dem Ballon von Großbritannien nach Frankreich! Dr. Jeffries, ein Amerikaner, der lieber ein Engländer wäre, und sein französischer Pilot Monsieur Blanchard wollen unbedingt die Ersten sein, denen dieses waghalsige Vorhaben gelingt. Es gibt jedoch ein Problem: Die beiden können sich nicht ausstehen! Und so begeben sie sich am 7. Januar 1785 sehr missgelaunt gemeinsam in die Lüfte. Doch als sich wenig später die Ereignisse überschlagen und ihr Vorhaben zu scheitern droht, müssen die beiden Streithähne zusammenstehen, um wohlbehalten das französische Festland erreichen zu können.

Ein (fast) wahres Buch über die erste internationale Ballonfahrt! (Bild- und Textquelle: Gerstenberg Verlag)

 

Der siebente Bruder oder Das Herz im Marmeladenglas

von Øyvind Torseter (Text, Illustration), aus dem Norwegischen von Maike Dörries
Gerstenberg Verlag
ISBN: 978-3-8369-5900-1
€ 26,00 (D), € 26,80 (A)
Ab 9

Jungs und Mädels, Damen und Herren: Dies ist eine epische Geschichte von großem Wagemut in fernen und schwierigen Zeiten. Eine Geschichte von unmöglichen Entscheidungen, die größte Furchtlosigkeit erfordern. Die Geschichte eines jungen Mannes, der sein Leben riskiert, um seine Brüder zu befreien und sein Glück zu finden. Und ein bisschen ist es auch eine Geschichte vom Reiten, im Schlafsack schlafen, Auszüge machen und so was. Es spielen mit: Jede Menge Rindsviecher (das heißt: ein König und seine 7 Söhne), außerdem 7 Prinzessinnen, der Troll, das Pferd, ein Elefant, ein Wolf, ein Krake und einige Geister … Eine Graphic Novel, ein Roadmovie, eine total verrückte Geschichte, ein Kunstwerk. Kurz – ein Buch, das überrascht! (Bild- und Textquelle: Gerstenberg Verlag)

Kennt ihr schon eines der Bücher? Welches spricht euch spontan an? Welches eher nicht so?

 

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Mehr vom Räuber Hotzenplotz

Wir mögen Kinderbuchklassiker und lesen diese hier zu Hause auch regelmäßig. Eine ganze Weile lang gab es einen großen Favoriten: Den Räuber Hotzenplotz! Die drei Bände haben wir mehrfach gelesen und auch das neue Buch „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ musste natürlich bei uns einziehen.

Ich bin immer etwas zwiegespalten, wenn es um weitere Artikel rund um die normalen Bücher geht, aber letztendlich ist es toll, wenn es zu beliebten Buchfiguren weitere Sachen gibt, insbesondere wenn es sich dabei um Bücher handelt. Vom Räuber Hotzenplotz sind in diesem Sommer ein Rätselbuch und ein Räuber-Handbuch herausgekommen: „Mein großes Räuber Hotzenplotz Rätselbuch“ und „Das streng geheime Räuberhandbuch“. Diese beiden Bücher haben wir uns mal genauer angeschaut.

Rätseln mit dem Räuber Hotzenplotz

Das Rätselbuch wurde hier begeistert aufgeschlagen und ratz-fatz ging es durch die verschiedenen Rätsel. Das Buch ist sehr schön gestaltet. Die Rätsel und Illustrationen sind farbig und überall begegnet man den bekannten Figuren aus den Büchern. Bei vielen Rätseln braucht man keine Buchkenntnisse, aber an einigen Stellen ist dann doch auch etwas Wissen zu den Figuren gefragt, z.B. muss unter mehreren Namen der Name des Zauberers gefunden werden, den Figuren aus dem Buch sollen typische Tätigkeiten zugeordnet werden und auch Kreuzworträtselfragen warten darauf beantwortet zu werden. Das Rätselbuch ist also wirklich ein spezifisches Rätselbuch zum Räuber Hotzenplotz. Auch die Rätsel, die man ohne das Lesen der Bücher lösen kann, orientieren sich an den Geschichten. So müssen Bratwürste auf Tellern gezählt, Wege durch Labyrinthe gefunden und Zahlen miteinander verbunden werden, die dann ein Bild aus der Geschichte ergeben. Weitere Rätsel sind kleine Sudokus, Puzzle, Ausmalbilder, Fehlerrätsel, Zuordnungsaufgaben und einiges andere. Es gibt also schön viel Abwechslung, zudem beinhaltet das Buch über 100 Seiten.

Verschiedene Schwierigkeitsgrade

Dennoch gibt es eine Sache, die mich ein wenig stört. Mir ist nicht ganz klar, wer die Zielgruppe dieses Buches ist, denn der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist doch sehr unterschiedlich. Es gibt Aufgaben, die selbst mein Dreijähriger Sohn lösen kann, z.B. Teller und Tasse mit dem selben Muster miteinander zu verbinden. Andere Aufgaben erfordern Lese- und Schreibkenntnisse, jedoch ebenfalls auf ganz unterschiedlichem Niveau. So sollen einmal Gegenstände mit dem Anfangsbuchstaben F, K und P jeweils in der richtigen Farbe angemalt werden und bei einer anderen Aufgabe müssen bei der Räuberpost Anfangsbuchstaben in einem Text ergänzt werden. Im Übrigen ist bei der Räuberpost die Aufgabenstellung sehr missverständlich. Es wird darauf hingewiesen, dass die Rechtschreibung des Räubers sehr schlecht ist und man solle seine 4 Fehler finden. Der Text wimmelt jedoch nur so von Rechtschreibfehlern. Die Anzahl übersteigt vier bei weitem. Letztendlich soll man allerdings nur die vier fehlenden Buchstaben ergänzen. Das hätte man besser anders ausgedrückt.

Durch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade der Rätsel ist das Buch natürlich gut dazu geeignet, dass es gleichzeitig von Geschwistern genutzt werden kann oder es begleitet ein Kind über eine längere Zeit, falls die schwierigeren Rätsel es nicht frustrieren.

Mein großes Räuber Hotzenplotz Rätselbuch von Mathias Weber nach Motiven von Otfried Preußler, mit Originalillustrationen von F.J. Tripp, Thienemann Verlag,ISBN: 978-3-522-18504-2, 8,99€

Geheimes Räuberwissen

Das streng geheime Räuberhandbuch“ ist weniger an die Bücher von Räuber Hotzenplotz angelehnt als das Rätselbuch. Zwar sieht man überall den Räuber Hotzenplotz in Farbe über die Seiten spazieren, aber der Inhalt orientiert sich mehr am Wald- und Räuberleben. Allerdings kommt der Räuber Hotzenplotz ja auch nicht im Titel vor, sondern ist hier eher als Aufhänger zu sehen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn das Buch ist weit mehr als ein billiges Merchandise-Produkt, das auf den Räuber Hotzenplotz-Zug aufspringt. Es ist ein Buch für alle Kinder, die sich gerne in der Natur aufhalten und die selber aktiv werden möchten. So erfährt man etwas darüber, wie man die Himmelsrichtungen bestimmen kann, wie man ein Lagerfeuer und Stockbrot macht, was die verschiedenen Wolkenformen zu bedeuten haben, von wem welche Tierspuren stammen, wie  man ein Biwak zum Verstecken baut und welche Geheimschriften es gibt. Die Erklärungen sind kurz und verständlich und werden von hilfreichen Skizzen begleitet. Die meisten Themen benötigen nur eine Doppelseite. Die Kinder erfahren also schnell etwas, was sie umsetzen können, ohne sich erst lange mit einem Text auseinandersetzen zu müssen.

Der Leser wird in dem Buch direkt angesprochen und zwar auf eine nette, leicht umgangssprachliche Art und Weise. Es macht richtig viel Spaß in dem Buch zu blättern und hier und da etwas zu lesen – auch mir als Erwachsene.

Mir gefällt das Räuberhandbuch richtig gut. Es ist gut aufgemacht und animiert dazu, draußen selbst aktiv zu werden. Wir müssen uns dringend noch mehr damit auseinandersetzen und dann ganz viel davon ausprobieren. Ich freue mich schon darauf – vielleicht können wir ja mal einen Räuber-Mottotag durchführen.

Das streng geheime Räuberhandbuch von Martin Verg, illustriert von Thorsten Saleina, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-18505-9, 15€

Lernen mit Lük-Kästen

Nun beginnt die Schule und das Lernen wieder. Nicht jeder geht gerne in die Schule, aber es gibt auch Kinder, die zu Hause Spaß daran haben, weitere Aufgaben zu bearbeiten. Im Handel findet man dazu auch viele (qualitativ sehr unterschiedliche) Übungshefte. Ein besonderes Übungsformat sind die LÜK-Kästen, die es schon seit vielen Jahren gibt. Ich habe sie als Kind geliebt. Leider hatte ich nie einen eigenen zu Hause, so dass ich sie nur in der Schule und bei einer Freundin nutzen konnte. LÜK-Kästen eignen sich nämlich tatsächlich gut für die Arbeit in der Schule, aber auch für zu Hause. Und es gibt sogar Kästen für Kindergartenkinder. Das Prinzip ist letztendlich bei allen Kästen das gleiche: In den Heften befinden sich Aufgaben, die das Kind lösen soll. Je nach Kasten gibt es unterschiedlich viele Aufgaben. Man beginnt mit der ersten Aufgabe und nimmt sich das erste Plättchen. Die Lösung bestimmt dann, auf welches Feld im Kasten das Plättchen abgelegt wird. Wenn alle Plättchen gelegt wurden, kann man alles umdrehen und sieht dann auf der Rückseite ein Muster, welches natürlich nur bei richtiger Lösung angezeigt wird.

Bambino-LÜK

Bei dem Bambino-LÜK-Kasten für Kinder ab zwei Jahren sind auf den Plättchen statt Zahlen Symbole.

Bei den Heften für die Kleinen geht es darum einzelne Gegenstände in Bildern wieder zu entdecken, den Fortlauf einer Geschichte zu verstehen, Sachen, die zusammengehören zusammenzubringen, Spiegelbilder zu erkennen, Puzzleteile zu einem Bild zusammenzusetzen, Formen und Farben zu erkennen, Fragen wie „Was gehört nicht dazu?“ zu beantworten, gleiche Gegenstände aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkennen und ähnliches. Dabei gibt es allgemeine Hefte mit Spielen zum logischen Denken, aber auch Hefte, in denen die Aufgaben von einem bestimmten Thema wie zum Beispiel Ponys oder Piraten zusammengehalten werden.

Eigentlich können Kinder, wenn sie das Prinzip des LÜK-Kastens verstanden haben, die Hefte selbstständig bearbeiten. Gerade Kindergartenkinder finden es aber häufig dennoch schön, wenn ein Elternteil dabei neben ihnen sitzt. Aber dann kann man die Übungen zusätzlich noch sprachlich begleiten oder man leistet dem Kind einfach ein bisschen Gesellschaft.

12 oder 24 Plättchen?

Für Grundschulkinder sind die LÜK-Kästen mit 12 oder 24 Plättchen interessant. Ich habe festgestellt, dass es viele Hefte mit gleichem Inhalt sowohl für die Kästen mit 12 als auch für die Kästen mit 24 Plättchen gibt. Es ist also eigentlich egal, welchen der Kästen man sich anschafft. Man muss dann nur darauf achten, dass man die entsprechenden Hefte dazu kauft. Der Kasten mit 12 Plättchen nennt sich miniLÜK, der mit 24 LÜK. Da 24 Aufgaben natürlich mehr Konzentration und Zeit benötigen, würde ich vielleicht für jüngere Grundschulkinder lieber den Kasten mit 12 Plättchen nehmen.

MiniLÜK

Für den MiniLÜK-Kasten gibt es auch einige Hefte für Vorschulkinder und Kinder des ersten Schuljahres, bei denen die Plättchen noch nicht auf Zahlen gelegt werden müssen. Hier legt man den Kasten mit dem durchsichtigen Deckel auf das Heft und legt das Plättchen direkt auf die richtige Lösung. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert der Bambino-LÜK-Kasten. Diese Hefte sind grün und vom Format her etwas länglicher als die anderen Hefte, damit der Kasten auch darauf passt. In diesem Bereich gibt es zum Beispiel Hefte wie „Erstes Lesen“, „Erstes Rechnen“ und „Logische Folgen“.

Die meisten Hefte für Grundschulkinder sind aus dem Bereich Mathematik (blaue Hefte) und Deutsch (rote Hefte). Es gibt aber auch ein paar zu Sachunterrichtsthemen, zum logischen Denken oder auch zu Sprachen, wie z.B. Englisch oder Französisch.

Deutsch

Im Deutschbereich gibt es unter anderem Hefte zum Lesen, zur Rechtschreibung, zur Grammatik, zur Zeichensetzung und sogar etwas zum Thema Aufsatz. Beim Thema Aufsatz schreibt man natürlich keine Geschichten. Das wäre mit diesem Prinzip ja nur schwer möglich, aber man such zum Beispiel passende Verben zum Thema „Geräusche machen“. Da setzt man dann hinter „Die Wurst“ nicht „kreischt“, sondern „brutzelt“ ein. Oder man überlegt, wie welches Tier ruft. Wer zirpt, wer bellt und wer meckert? Bei den Leseheften liest man kurze Sätze, die den richtigen Bildern zugeordnet werden müssen und bei den Heften zur Rechtschreibung gibt es spezielle Hefte zu verschiedenen Rechtschreibproblemen, z.B. der Schreibung nach kurzen und langen Vokalen. Hier macht es natürlich Sinn, wenn man nicht nur die Plättchen an die richtige Stelle legt, sondern die Wörter auch einmal aufschreibt. Das Grammatikheft ist für mich kein reines Grammatikheft, da hier viel Rechtschreibung mit reinspielt, was ich nicht schlimm finde, aber man sollte es beim Kauf berücksichtigen.

Ob ein Heft für Zuhause sinnvoll ist, liegt ein wenig am Thema und daran, welchen Zweck die Hefte erfüllen sollen. Soll ein Kind einen Bereich zu Hause zusätzlich üben, macht natürlich alles Sinn. Möchte aber ein Kind zu Hause einfach gerne ein paar Aufgaben lösen, weil es ihm Spaß macht, kommen sicherlich nicht alle Hefte in Frage. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Kind freiwillig zu einem Heft zur Zeichensetzung greifen würde. Bei den Leseheften sieht das schon anders aus und auch an Rechen- und Knobelaufgaben haben viele Kinder durchaus Spaß.

Mathematik

Im Bereich Mathematik werden ebenfalls viele Bereiche berücksichtigt. Es gibt ganz normale Additions- und Subtraktionsaufgaben zur Übung, aber eben auch Text- und Sachaufgaben oder auch Aufgaben zur Geometrie oder zu Uhrzeiten.

Das Schöne ist, dass es ähnliche Aufgabenarten für die verschiedenen Klassenstufen gibt. An den Klassenstufen kann man sich durchaus orientieren, da die Aufgaben natürlich zu dem jeweiligen Lehrstoff passen. Hat ein Kind aber Schwierigkeiten in einem Bereich, kann es selbstverständlich auch Aufgaben für niedrigere Klassenstufen bearbeiten. Gleiches gilt ebenfalls für sehr fitte Kinder. Mein Sohn hatte zum Beispiel die Lesehefte „ab 2. Klasse“ bevor er in die Schule gekommen ist. Das ist einfach individuell verschieden, aber da es wirklich eine riesige Auswahl an Heften gibt, ist dies auch kein Problem.

Spaß am Lernen

Aus meiner Erfahrung heraus haben viele Kinder Spaß an den LÜK-Kästen. Ja, man muss nachdenken und Aufgaben lösen, aber immerhin muss man nichts schreiben, was viele Kinder ja auch anstrengend finden. In der Schule kann man natürlich manche Aufgaben dennoch zusätzlich verschriftlichen. Beim Legen der Plättchen wird man in gewisser Weise aktiv und das Prinzip ist schnell verstanden. Insgesamt hat alles einen Knobel- und Rätselcharakter, was Kinder durchaus motiviert. Durch das immer gleiche Lösungsprinzip können Kinder ohne große Erklärungen auch mit neuen Heften schnell starten. Die meisten Hefte sind übersichtlich gestaltet. Häufig ist direkt klar, inwiefern die Lösung mit dem richtigen Feld zusammenhängt, da die Feldzahl entweder direkt bei der Lösung steht oder es eine Tabelle dazu gibt, die in vielen Heften wieder auftaucht. Ab und zu muss man aber auch erst kurz überlegen, um heraus zu finden, wie alles miteinander zusammenhängt.

Langer Lernbegleiter

LÜK-Kästen können Kinder vom Kindergarten bis hinein auf die weiterführende Schule begleiten. Mein Sohn hat nur gelegentlich Lust auf die Hefte, was ich ein bisschen schade finde, da es mir beim Anblick dieser Kästen direkt in den Fingern juckt und ich am liebsten selbst direkt loslegen würde. Mir gefällt dieses Prinzip unheimlich gut, wobei man sicherlich sagen muss, dass es heutzutage unheimlich viele Übungshefte gibt, die äußerlich die Kinder vielleicht mit bunten Farben etc. mehr ansprechen. Allerdings leidet da durchaus manchmal die Qualität und die ist bei den LÜK-Heften insgesamt auf jeden Fall gegeben.

 

 

Rezension: Beim zweiten Kuss verwechselt

Beim ersten Band der „Plötzlich verwandelt“-Reihe („Auf den ersten Blick verzaubert“) hatte ich ein wenig Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen, aber diese haben sich im Laufe des Buches gelegt und nachdem ich nun den zweiten Band „Beim zweiten Kuss verwechselt“ gelesen habe, bin ich richtig in der Geschichte von Ophelia angekommen. Und nun warte ich ungeduldig auf den dritten Band.

Ganz viele Gefühle

Während es im ersten Band in erster Linie um die Verwandlungsgabe und ihre Probleme damit ging, tauchen wir im zweiten Band immer mehr in Ophelias Gefühlswelt ein. Ja, auch im ersten Band war da schon einiges los, aber ich habe das Gefühl, dass man Ophelia jetzt noch viel näher gekommen ist. Man bekommt immer mehr von ihrer Persönlichkeit mit und fiebert bei all ihren Erlebnissen mit ihr mit. Das Thema Verliebtheit kommt für mich hier noch stärker zum Ausdruck, was mir gut gefällt.

Überhaupt werden einem die einzelnen Charaktere immer vertrauter, einzelne Rätsel lösen sich auf, während andere auftauchen, über die man natürlich noch mehr erfahren möchte. Man kann insgesamt sagen, dass man durch den zweiten Band sehr schön in die ganze Verwandlungsgeschichte eintauchen kann.

Verwandlungen, Rätsel und Gefühlschaos in den Highlands

Ophelia und ihre Zwillingsschwester Lora machen mit bei einem Schulwettbewerb in den Highlands, welche eine Art Sommercamp darstellen. Doch nicht nur Ophelia und Lora treten für ihre Schule an, sondern auch Adrian, Cliff, Amalia und Eleanor. In Adrian ist Ophelia eigentlich verliebt, aber was ist mit Cliff? Während einer Verwandlung in seine Freundin Amalia hat Ophelia ihn mal geküsst und war prompt von einer Blitzverliebtheit betroffen. Und dann ist da noch Eleanor, ein äußerst merkwürdiges Mädchen, das Ophelia und Lora nicht recht einschätzen können und das irgendein Geheimnis verbirgt. Und als wäre das alles nicht schon genug, sind auch Ophelias Tanten und ihre Großonkel, der die Mädchen als verwandelter Geier beobachtet, in den Highlands. Es gibt also wieder einiges zu erleben und herauszufinden.

Besondere, aber liebenswerte Figuren

Ich sagte ja schon, dass man durch den zweiten Band die Figuren besser kennen lernt, aber man findet auch immer mehr Gefallen an diesen verrückten und etwas skurrilen Charakteren. Es macht einfach Spaß ein Buch mit Ophelia und ihren Tanten mit Verwandlungsgabe zu verbringen. Und jetzt soll es bitteschön schnell mit dem nächsten Band weitergehen. Ich muss doch wissen, wie es mit Ophelia und Cliff und mit Ophelias neuer und wichtiger Aufgabe weitergeht…

Beim zweiten Kuss verwechselt von Sonja Kaiblinger, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0078-2, 17,50€

Rezension: Die absolut wahre Geschichte von der Oma, die an die Leine musste

Neulich kam mein Sohn mit folgenden Worten zu mir: „Mama, weißt du eigentlich, welches das lustigste Buch ist, welches wir haben?“ Nein, wusste ich natürlich nicht, aber er verriet es mir sogleich: „Die absolut wahre Geschichte von der Oma, die an die Leine musste“.

Also, wenn ihr dieses Buch nicht besitzen solltet, wisst ihr nun, was in eurem Bücherregal fehlt. Mein Sohn hat nämlich recht. Das Buch ist wirklich witzig und macht viel Spaß.

Eine gefährliche Oma

Ein Junge hält seine Oma an einem langen Seil und behauptet auf Nachfrage, dass er mit seiner Oma Gassi ginge und es unabdingbar sei, dass diese an der Leine sei, denn immerhin ist sie ziemlich gefährlich. Das kann der Passant mit Hund an der Leine nicht glauben und er erkundigt sich, was diese denn so angstellt habe. Oh, da kann der Junge einiges erzählen: Die Oma schubst wartende Menschen aus der Eisschlange und schüttelt den Eisverkäufer, bis er ihr eine große Eisportion gibt, sie zerkaut vor Wut Autoreifen, isst die Pistole der Polizisten einfach auf und tut noch eine ganze Menge anderer sonderlicher Dinge.

Höchst amüsant

Und bei all diesen Schilderungen hört man immer wieder beim Lesen ein lautes Kinderlachen. Mein Sohn hat sich herrlich über diese Geschichte amüsiert und auch das überraschende Ende fand er richtig gut. Auch nach der Lektüre hat er im Alltag immer mal wieder auf dieses Buch mit einem Augenzwinkern verwiesen.

Viele Sprechblasen

Beinahe der gesamte Text des Buches ist der Dialog zwischen dem Jungen und dem Mann, so dass das Buch durch die Sprechblasen ein wenig wie ein Comic erscheint. Es befinden sich jedoch nicht so viele einzelne Bilder auf einer Seite. Teilweise sieht man auf einer Doppelseite ein einzelne Szene und teilweise gibt es mehrere Szenen die in Kästen dargestellt werden. Die Bilder sehen wie ordentliche Buntstiftzeichnungen aus. Sie unterstützen die absurden Schilderungen des Jungen bildlich und können durchaus überzeugen.

Die Autorin und Illustratorin Silke Antelmann hat das Buch selbst herausgebracht. Ich finde, es hätte genauso gut in einem Verlag herauskommen können. Aber letztendlich ist natürlich das wichtigste, dass es zu den LeserInnen kommt!

Die absolute wahre Geschichte von der Oma, die an die Leine musste von Silke Antelmann, ISBN: 978-3-00-059996-5, 10,50€

Rezension: Jules Kinderliederkalender

(Rezensionsexemplar) Gerade hat der September begonnen und somit hat man leider schon den ersten Monat von „Jules Kinderliederkalender 2018/2019“ verpasst. Das ist natürlich etwas schade, aber noch lange kein Grund, den Kalender nicht mehr zu kaufen.

Jules Kinderliederkalender 2018/2019“ beginnt im August 2018 und endet im Juli 2019. Man hat also noch genug Monate, die man nutzen kann. Darüber hinaus finde ich, dass man diesen Kalender auch ohne die Daten verwenden kann.

Ein Lied für jeden Monat

Bei dem Kinderliederkalender handelt es sich um einen aufstellbaren Tischkalender. Jeder Monat hat ein Blatt, auf dem ein Lied mit Noten und Text präsentiert wird. Außerdem sieht man eine Kalenderübersicht des Monats, aber ehrlich gesagt, nutze ich solche Übersichten mit Daten und Wochentagen sowieso nicht. Für so etwas habe ich Kalender zum Eintragen. Wichtig bei einem solchen Kalender wäre mir einfach, dass man Monat für Monat ein neues Lied gezeigt bekommt, mit dem man sich dann in dem jeweiligen Monat ausführlich beschäftigen kann. Das finde ich eine sehr schöne Idee und das kann man natürlich letztendlich dieses Jahr genauso machen wie in fünf Jahren.

Neue Lieder zu allen Jahreszeiten

Beinahe alle Lieder sind von Julia Krenz sowohl was die Musik als auch was den Text betrifft selbst geschrieben, einzige Ausnahme ist das Gedicht „Die drei Spatzen“ von Christian Morgenstern, zu dem sich Julia Krenz lediglich die Musik ausgedacht hat. Um die Lieder singen zu können, muss man also Noten lesen können. Die Lieder passen natürlich immer zu den jeweiligen Jahreszeiten und Festen und sind somit an die Lebenswelt der Kinder angepasst. Ich persönlich hätte mir hier ab und zu ein paar bekannte Lieder gewünscht. Es ist doch recht anstrengend so viele neue Lieder zu lernen. Manche Lieder richten sich an Kindergarteneinrichtungen. So beginnt der Kalender zum Beispiel mit einem Begrüßungslied. Andere Lieder kann man aber auch schön zu Hause verwenden.

Kleine, bunte und freundliche Illustrationen lockern die Kalenderseiten auf und zeigen den Kindern, worum es in dem Lied geht.

Die Seiten sind relativ dünn. Insgesamt ist der Kalender wie ein selbstgemachter Fotokalender, die man mittlerweile ja bei einigen Anbietern bestellen kann.

Mir gefällt die Idee sehr gut, sich Monat für Monat ein bestimmtes Lied vorzunehmen, welches in diesem Monat gelernt und immer wieder gesungen wird. Der Kalender kann dazu eine schöne Anregung sein. Ich würde mir hier jedoch vermutlich eine andere Mischung an Liedern zusammenstellen und dabei nicht nur auf eine Komponistin zurückgreifen. Dennoch bekommt man mit dem Kalender einige schöne, neue Lieder, die man sicherlich in Kindergruppen gut verwenden kann – ob nun mit Kalender oder auch einfach so.

Jules Kinderliederkalender 2018/2019 von Julia Krenz, fornota Verlag, ISMN:  979-0-700364-54-0, 7,95€

Hier geht es zur Seite von Julia Krenz.

Rezension: In 8 Tagen um die Welt

Wie versprochen geht es heute mit der Sommerferien Geschichte von Tobi und Alexandra weiter, also mit dem Buch „In 8 Tagen um die Welt“.

Der Titel lässt es bereits vermuten: Tobi und Alexandra erleben ganz besondere Sommerferien, denn Alexandra wettet, dass sie es in acht Tagen um die ganze Welt schafft. Tobi muss mitkommen, denn sie braucht schließlich einen Zeugen.

Tobi und Alexandra sind ziemlich unterschiedlich. Alexandra ist beliebt, gut in der Schule, sieht toll aus, hat Eltern, die als Pilot und Stewardess in der ganzen Welt herum gekommen und sie ist eine prima Torhüterin. Das alles ist Tobi eher nicht und so ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass er Alexandra nicht ausstehen kann. Aber dann kommt es durch verschiedene Umstände zu dieser Wette und Alexandra steht auf einmal vor seiner Tür um ihn mit auf die Weltreise zu nehmen und schon sitzen die beiden im ersten Flieger. Und zwar ganz alleine ohne Eltern. Das Abenteuer kann also beginnen. Allein das Fliegen ist für Tobi schon aufregend genug, aber natürlich gibt es auch die eine oder andere kleine Schwierigkeit auf der Reise, die es zu überwinden gilt…

Auch Tobi hat einen Blog

Interessant ist, dass Tobi seine Erlebnisse in seinem Blog mit kurzen Beiträgen festhält. Das halte ich für sehr realistisch und es ist gut in die Geschichte eingebunden. Allerdings wüsste ich gerne, wie Tobi es schafft, dass seine Follower ihm Tickets etc. schicken. Da habe ich noch einiges aufzuholen!

Merkwürdigkeiten und interessante Details

Mir hat die Geschichte gut gefallen und sie hat mich auch recht schnell gefesselt, auch wenn es recht merkwürdig ist, dass Tobi tatsächlich mit Alexandra mitfliegt. Er betont ja häufig, wie sehr er Alexandra hasst, aber Alexandra ist einem nie unsympathisch und man lernt sie ja nur über Tobi, dem Ich-Erzähler, kennen. Von daher spricht wohl mehr das Neid aus ihm, als dass er sie wirklich so sehr hasst… Aber dennoch ist es schon etwas komisch, dass er nicht einfach zu Hause bleibt. Schade ist, dass beinahe das ganze Buch im Flughafen und im Flugzeug spielt und man somit nicht mehr über verschiedene Länder lernt, aber das hätte natürlich alles nur komplizierter gemacht und die Reise wäre auch nicht mehr in 8 Tagen zu schaffen. Ein wenig erfährt man aber trotzdem, z.B. über Hongkong oder Paris.

Die Parallele zu dem Buch „In achtzig Tagen um die Welt“ gefällt mir gut. Nicht nur der Titel ist daran angelehnt, es wird auch auf dieses Buch, welches Tobi im Flugzeug liest, Bezug genommen. Vielleicht wird der eine oder andere Leser ja sogar zur Lektüre dieses Buches angeregt.

Interessant finde ich es, dass Alexandra im ganzen Buch bei ihrem vollständigen Namen genannt wird, da es ja doch ein Name ist, der häufig abgekürzt wird.

Mit meinem Sohn (7) habe ich das Buch noch nicht gelesen. Ich würde es eher für etwas ältere Kinder empfehlen, da jüngere sicher noch nicht alles nachvollziehen können.

In 8 Tagen um die Welt von Rüdiger Bertram, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-66789-6, 13€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Rezension: Die Ziegenbock-Bande – Rätsel um das Pommesparadies

Irgendwie haben sich in diesem Jahr in den Ferien einige Kinderbücher bei mir gesammelt, die thematisch die Sommerferien mit aufnehmen. Und ich muss sagen, dass ich solche Bücher gerne lese, denn meistens haben sie eine gewisse Leichtigkeit, die gut zu den eigenen Gefühlen, in dieser Zeit passen.

Als letztes habe ich „Die Ziegenbock-Bande – Rätsel um das Pommesparadies“ von Meike Haberstock und „In 8 Tagen um die Welt“ von Rüdiger Betram gelesen, von denen ich euch heute „Die Ziegenbock-Bande – Rätsel um das Pommesparadies“ vorstellen möchte. Über das andere Buch berichte ich dann übermorgen.

Die Zwillinge Samuel (Sammy) und Johanne (Jo) müssen in den Ferien zu Hause bleiben und bekommen von ihren Eltern die Auflage, alles gemeinsam zu unternehmen. Da Sammy und Jo total unterschiedlich sind und sie auch nicht gerade immer nett miteinander umgehen, ist das für sie natürlich eine Katastrophe. Aber dann bekommen sie Kontakt zu Ottilie und Theodor Dreyfuss, einem alten Detektiv-Ehepaar, das sich als Assistenten den Ziegenbock Napoleon hält. Aus irgend einem Grund sind Ottilie und Theodor der Meinung, dass sie in Sammy und Jo die perfekten Nachwuchsdetektive getroffen haben und spannen sie direkt in ihren neusten Fall ein. Die Sommerferien werden also spannender als gedacht und Sammy und Jo können auf einmal doch zusammenhalten und sich auf die gegenseitigen Stärken verlassen.

Tolle Charaktere

Meinem Sohn (7) und mir hat das Buch gut gefallen, allerdings hat uns beide der Titel irritiert. Ich finde, dass er bereits zu viel in eine Richtung verrät und mein Sohn wundert sich, warum das Buch so heißt, denn für ihn steht eher das verschwundene Rezeptbuch der französischen Köchin Madame Allette im Vordergrund. An Madame Allette und ihrem Akzent hatte mein Sohn übrigens viel Spaß.

Ich persönlich fand es etwas merkwürdig, dass eine Spitzenköchin ohne ihr Rezeptbuch ungenießbares Essen kocht, aber diese Unlogik fiel meinem Sohn nicht auf.

Die Charaktere in dem Buch sind klasse. Sie sind speziell, aber sympathisch und interessant. Die Eigenarten der Hauptfiguren sind einem schnell vertraut, so dass das Buch für Kinder übersichtlich bleibt. Mir gefiel es auch, dass die Zwillinge so unterschiedlich und auch manchmal gemein zueinander sind, sich dann aber auch zusammenraufen und etwas gemeinsam erledigen können. Das kommt mir recht realistisch vor.

Das Buch lässt sich gut lesen. Es eignet sich sowohl zum Vorlesen für jüngere Grundschulkinder als auch zum Selberlesen.

Nun sind wir natürlich gespannt darauf, ob und wie es mit der Ziegenbock-Bande weitergeht. Mein Sohn hat schon gesagt, dass er auf jeden Fall einen zweiten Band haben möchte.

Die Ziegenbock-Band: Rätsel um das Pommesparadies von Meike Haberstock, Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN: 978-3-649-66789-6, 13€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

 

Rezension: Der Weltenexpress

Wenn das Cover eines Buches einen anspricht, muss das nicht unbedingt heißen, dass einem das Buch gefällt. Es kann aber auch einfach sein, dass alles zusammenpasst, so wie bei „Der Weltenexpress“, der Ende der Woche endlich erscheint.

Tolles Cover

Das Cover ist einfach wunderschön und verheißt Abenteuer, Magie, Träume und ein großes Leseabenteuer. Es ist so ein Buch, über das ich einfach mehrfach mit der Hand streichen muss, bevor ich es öffne. Ein Lesebändchen beinhaltet es außerdem. Aber ob es wirklich ein Buch für mich ist? Ich habe ja schon mal gesagt, dass ich nicht unbedingt die große Fantasy-Leserin bin, wobei es Ausnahmen gibt. Dieses Buch hat mich irgendwie gelockt. Ich wollte es unbedingt lesen und ich kann euch jetzt schon verraten, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Abenteuer, Magie und Freundschaft

Flinn vermisst ihren Bruder Jonte, der vor zwei Jahren verschwand, sehr. Die Karte, die er ihnen damals schickte, trägt sie immer bei sich und es sind nicht nur seine Worte, die sie immer wieder liest, auch das Motiv auf der Karte fasziniert sie: Ein alter, imposanter Zug ist auf ihr zu sehen, den aber anscheinend nur sie sehen kann. Als genau dieser Zug am Bahnhof ihres Heimatortes hält, nutzt sie die Gelegenheit und steigt ein – ohne Ticket. Besonders Madame Florett, die nicht nur Schaffnerin ist, sondern sich um das Einhalten der Regeln kümmert, ist darüber empört und möchte Flinn so schnell wie möglich wieder aus dem Zug heraus bekommen. Doch Flinn muss zunächst heraus finden, ob sich ihr Bruder in diesem Zug befindet. Dabei kommt sie jedoch erst einmal ins Staunen, denn ihr war nicht bewusst, in was für einen Zug sie gestiegen ist: Flinn befindet sich im Weltenexpress, einem Internat für Jugendliche, aus denen mal etwas Großes werden soll. Ein Zug, der um die ganze Welt fährt. Und es ist auch nicht nur einfach irgendein Zug, sondern ein Zug mit magischen Technologien und Geheimnissen. Wie gut, dass der Schulleiter ihr gestattet, zwei Wochen mit dem Zug mitzureisen. In dieser Zeit muss Flinn es schaffen, einige Geheimnisse aufzudecken, dabei bekommt sie Unterstützung von neuen Freunden, aber gleichzeitig hat sie vom ersten Tag an ernst zu nehmende Feinde…

Das Buch ist international angelegt. Die Charaktere kommen aus verschiedenen Ländern und auch Flinn hat keinen typisch deutschen Namen, alles passt zur Internationalität. Dennoch ist für mich ein Pluspunkt des Buches, dass hier gezeigt wird, dass es auch ein tolles Fantasybuch aus Deutschland geben kann und man das diesem Buch letztendlich auch anmerkt. Es beginnt nicht in irgendeiner englischsprachigen Stadt, nein, Flinn kommt aus Weidenborstel. Und auch ansonsten wird das Buch nicht von englischsprachigen Wörtern überflutet, was ich sehr angenehm finde.

Angenehm zu lesen

Insgesamt beginnt das Buch recht ruhig. In schönen Sätzen wird die Geschichte erzählt. Es macht Spaß dieses Buch zu lesen und in Flinns Welt zu landen. Wir können ganz in Ruhe in die Geschichte starten und uns mit ihren Lebensumständen bekannt machen. Und insgesamt bleibt dieser Erzählton das ganze Buch über. Ich fand es sehr angenehm zu lesen. Trotz dieser unaufgeregten Erzählweise, zieht einen das Buch in seinen Bann und es wird auch Spannung aufgebaut. Man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht, was passiert, ob Flinn ihren Bruder wieder findet, was Madame Florett im Schilde führt etc.

Vergleich zu Harry Potter

Ich gebe auch direkt zu, dass einem bei dem Buch einiges an Harry Potter erinnert und mir ist klar, dass ein ähnlicher Bestseller gesucht wird. Immer wieder wird versucht in die Spuren von Harry Potter zu treten, ähnliche Themen werden behandelt, aber das Harry Potter-Phänomen ist bisher in diesem Ausmaß nicht wieder eingetreten. Und auch „Der Weltenexpress“ ist kein Harry Potter und vor allem kein Harry Potter-Abklatsch, auch wenn das Internat sowie die Besonderheit einiger Menschen natürlich daran erinnern. Doch, es gibt vieles in dem Buch, was mit Harry Potter vergleichbar ist, dass einen daran erinnert, aber dennoch nimmt man den Weltenexpress als eigenständiges Buch wahr, welches sich von der Harry Potter-Welt löst und ein eigenes Szenario entwirft.

Wenn ihr wissen möchtet, ob es sich lohnt den Weltenexpress zu lesen, wenn man nicht vorhat die ganze Trilogie zu lesen, so würde ich euch davon eher abraten. Manches wird in dem Buch zwar aufgelöst, aber es gibt noch dringende Themen, die man unbedingt noch weiter verfolgen möchte.

Ja, ich weiß, dies ist ein Buch, welches nun überall hervorgehoben wird. Ich mag keinen Hype um Bücher, aber ich muss sagen, dass ich dieses Buch liebe und es richtig doof finde, dass ich jetzt ein Jahr auf die Fortsetzung warten muss.

Der Weltenexpress von Anca Sturm, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65411-3, 14,99€

Rezension: Und was siehst du?

Wer kennt nicht das Wolkenbilderspiel? Man liegt auf dem Rücken, schaut in den Himmel und überlegt, was da so für Bilder über einen hinweg ziehen. Aber auch in anderen Dingen kann man solche Bilder entdecken, z.B. in Blättern, Steinen, Eisflächen und vielem mehr. Besonders nett ist es dann, wenn man ein Foto dieser Sachen macht und mit einem Computerprogramm oder bei einem ausgedruckten Foto mit Stiften das vorgestellte Bild hinein zeichnet. Ein Spiel, das man immer und überall spielen kann – als Erwachsener und als Kind.

Was könnte ein Stück Papier darstellen?

Sehr anregend dafür ist das Buch „Und was siehst du?“ Hier wurden Papierfetzen auf dem Gehweg, Blätter, Holzrinde, abgebröckelter Putz und ähnliches fotografiert. Diese Bilder werden jeweils groß auf der rechten Buchseite präsentiert. Nun kann jeder selbst überlegen, was er für ein Bild entdeckt und man wird sogar dazu motiviert, es einzuzeichnen. Wenn man dann sein eigenes Bild im Kopf oder auf dem Papier hat, kann man die Seite umblättern um zu erfahren, was die Fotografin gesehen hat. Manchmal hat sie genau die gleiche Idee wie man selber und manchmal ist es etwas ganz anderes.

Kurze Reime

Zu den Bildern gibt es auch noch einen kurzen Zweizeiler, den ich jedoch beim ersten Mal durchschauen gar nicht groß beachtet habe, da ich einfach zu neugierig auf die Bilder war. Mein Sohn dahingegen versuchte den Reim zu nutzen, um auf die „Lösung“ zu kommen, was aber nicht immer funktionierte, da nicht immer das Bild am Schluss des Reims steht.

Selbst aktiv werden

Zu dem Buch gibt es eine kostenlose App, mit der man in eigene Fotos zeichnen kann. Außerdem erhält man auch ein paar Bilder aus der Mediathek, mit denen man direkt beginnen kann. Mein Sohn und ich versuchen nun auch immer mal wieder aufmerksam unsere Umgebung wahrzunehmen um tolle Bilder aufzuspüren. Das macht viel Spaß. Bisher greift mein Sohn am liebsten auf Gegenstände zurück, die er zum Leben erweckt. Hier seht ihr seine ersten eigenen Versuche:

      

Bilder entdecken, Fotos machen, in Bilder reinmalen – das ist alles kreativ und macht Spaß. Aber auch das Buch macht schon Spaß und ich glaube, wenn man es einmal durchgeblättert und mitgerätselt hat, dann bleibt einem fast gar nichts anderes übrig, als selber Bilder zu erstellen. Toll, wenn ein Buch so anregend ist.

Und was siehst du? von Kerstin Laheyne und Jochen Till, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-415-0, 12€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.