Sankt Martin: Ich geh mit meiner Laterne…

In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass es kaum ein Fest gibt, welches Kinder so sehr beeindruckt wie Sankt Martin, zumindest dann, wenn es im Ort einen Sankt Martins Umzug mit einem Sankt Martin und Pferd gibt. Selbst Weihnachtslieder werden nicht so lange in den Sommer hinein gesungen, wie das Sankt Martins-Lied. Aber ich muss auch zugeben, dass die Atmosphäre dieses Festes eine besondere ist. Es ist dunkel, die Laternen, die vorher gebastelt wurden leuchten, die Kinder singen, ein Feuer brennt und dann ist da auch noch dieser Sankt Martin auf dem Pferd – genauso wie die Kinder es aus der Geschichte kennen.

Schön, wenn diesem wichtigen Thema auch ein Bilderbuch gewidmet wird: „Mein erstes Laternenfest“.

Zwar hört dieses Buch ein wenig abrupt auf, aber ansonsten kann es mich voll und ganz überzeugen. Besonders gut gefällt mir, dass hier alle wichtigen Aspekte zur Sprache kommen: Im Kindergarten wird das Fest vorbereitet. Die Kinder basteln nicht nur Laternen, sondern sie hören auch die Geschichte von Sankt Martin, die in dem Buch kindgerecht wiedergegeben wurde. Anschließend üben sie schon mal das Sankt Martin-Lied, welches hier genauso wie „Laterne, Laterne“, abgedruckt ist – sogar mit Noten und Akkorden. Schließlich findet dann auch der Laternenumzug statt und am Ende verteilt der Sankt Martin auf dem Bild, so wie es die kleinen Leser selber kennen, Weckmänner oder Stutenkerle (welche Bezeichnungen gibt es noch für dieses Gebäck?). Toll, wie hier alles miteinander vereint wurde. Das findet man auf diese Art und Weise selten, denn ansonsten geht es häufig allein um das Laternen Basteln oder um die Geschichte vom heiligen Martin.

Die Bilder in dem Buch sind ebenfalls klasse und sehr ansprechend. Allein die glitzernde Laterne auf dem Cover ist für Kinder schon sehr anziehend. Die Kinder in dem Buch sind ganz im Stile von Outi Kaden gezeichnet: Sehr niedlich, lebendig und lebhaft und wenn die dann draußen mit ihren Mützen und Winterjacken stehen, erinnern sie doch ein bisschen an kleine Wichtel, für die Outi Kaden eine gewisse Schwäche hat. Es ist Outi Kaden gut gelungen, die Bilder, die sie auf den heiligen Martin beziehen, ein wenig von den anderen abzusetzen und ihnen den notwendigen Ernst zukommen zu lassen. Natürlich bleibt sie auch hier ihrem Stil treu, aber dennoch sind diese Bilder nicht ganz so verspielt wie die anderen und die Kälte des Wintertags sowie die Situation des armen Mannes kommen gut herüber.

Alles in allem ist „Mein erstes Laternenfest“ ein gelungenes Buch, welches Kinder sicherlich ebenso gerne das ganze Jahr anschauen werden wie sie auch das entsprechende Lied singen…

615aq2fijcl

Mein erstes Laternenfest von Outi Kaden, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-66980-7, 7,99€

Mit Liedern lernt es sich einfacher

Schulinhalte mit Liedern lernen bzw. verinnerlichen? Klar, auf jeden Fall, denn so macht das Lernen Spaß und der Unterricht wird aufgelockert. Helmut Meier hat zu diesem Zweck mehrere Bücher herausgebracht, welche sich insbesondere dem Start im mathematischen und sprachlichen Bereich widmen, so unter anderem „Coole Lieder zum Mathestart“ (leider nicht mehr bzw. kaum noch erhältlich!) und „Coole Lieder zum Abc“. Besonders gut gefällt mir das Buch zu den Zahlen, mit dem zwar nicht der „Zahlenraum bis 20“ erschlossen wird, wie es auf der Rückseite des Buches heißt, sondern der Zahlenraum bis 12, aber dieses Buch hilft dennoch bei einem spielerischen Start in die Welt der Mathematik. Es gibt Lieder zu den Zahlen 1-12, wobei die Zehn in Kombination mit der Null thematisiert wird. Bei den meisten Liedern wird sowohl über die Schreibweise der Zahl als auch über mögliche Zerlegungen dieser Zahl gesungen. Wie kann man beispielsweise die fünf mit Hilfe der Hand unterschiedlich zerlegen? Beispielsweise lässt sich mit Daumen und Zeigefinger die Zwei zeigen, während in der Faust die drei anderen Finger liegen. Aber nimmt man zu dem Daumen zwei Finger dazu, so liegen in der Faust nur zwei Finger. All dies lässt sich wunderbar besingen. Besonders das Lied zur elf wird die Jungs ansprechen, denn was fällt einem als erstes zu dieser Zahl ein? Klar, die Elf bildet ein Fußballteam: Einer im Tor und 10 auf dem Feld oder sechs spielen defensiv, während fünf kreativ nach vorne spielen.

Die Lieder haben zumeist eine recht flotte und ansprechende, schnell mitzusingende Melodie, so dass sicherlich bald die ganze Klasse mitsingt und sich bei der nächsten Rechenaufgabe im Zehnerraum vielleicht an das eine oder andere Lied erinnern wird. Passend finde ich auch, dass das Lied zur drei im 3/4-Takt geschrieben wurde. Das Lied „Eins oder Zwei“ lässt sich sogar ohne Probleme für den vorschulischen Bereich verwenden, denn welche Körperteile ein- oder zwei Mal vorhanden sind, können auch Kindergartenkinder beantworten.

Überflüssig sind meines Erachtens die Arbeitsblätter in dem Heft, denn sie haben für mich keinen besonderen Bezug zu den Liedern. Man kann dort die Schreibweise der Zahlen üben und ein paar kleinere Rechenaufgaben passend zu den besungenen Zahlen lösen, aber ich denke, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer von solchen Arbeitsblättern genügend zur Verfügung haben wird. Hinzu kommt, dass die Arbeitsblätter nicht sonderlich gut gemacht sind. Hat man gerade die Schreibweise der sieben mit dem Querstrich in der Mitte geübt, so sieht man die sieben bei den Ergänzungsaufgaben auf der selben Seite ohne diesen Strich. Das ist nicht so geglückt. Aber man muss die Blätter ja nicht verwenden und die Lieder kann man prima im Unterricht einbringen – übrigens auch, wenn man selbst nicht musikalisch begabt ist, denn dem Heft liegt eine CD bei.

51vameoy4l

Diesen Vorteil bietet auch das Heft „Coole Lieder zum Abc“, wobei die Lieder an sich ebenfalls überzeugen können. Allerdings kommt der jeweils besungene Buchstabe in den Liedern nicht ganz so klar heraus. Hier hätte man noch mehr mit der Sprache spielen und den jeweiligen Buchstaben stärker hervor heben können. Das ist bei den Liedern unterschiedlich gut geglückt, aber insgesamt hat mich dieses Heft enttäuscht.

Zu den Liedern werden zusätzlich noch mögliche Aufgaben genannt, welche ich grundsätzlich nicht schlecht finde, allerdings ist es schade, dass es eigentlich immer die gleichen Aufgaben sind. Die Spielideen enthalten passende Bewegungen und ähnliches zu den Liedern, welche durchaus brauchbar sind.

Schade, aus der Thematik hätte man deutlich mehr machen können.

23000_Coole_lieder_zum_Abc.indd

Leider habe ich gerade feststellen müssen, dass das Buch mit den Liedern zum Mathestart kaum noch neu erhältlich ist, was ich bedauere.

Coole Lieder zum Mathestart von Helmut Meier, Persen Verlag, ISBN: 978-3-8344-3212-4, 24,95€, allerdings nur noch bei wenigen Händlern erhältlich

Coole Lieder zum Abc von Helmut Meier, Persen Verlag, ISBN: 978-3-403-23000-7, 24,95€

Lust und Frust beim Bloggen: Bücher bewerten

Wenn man Bücher bespricht, bewertet man sie auch immer in gewisser Hinsicht. Man überlegt, was einem gefallen hat, was gut ankam, was weniger, wie der Gesamteindruck war etc. Aber ich habe mich dennoch dagegen entschieden am Ende das Ganze mit einer Note auszudrücken, was ich ja auch bereits schon einmal geschrieben habe (siehe hier). Mir wird aber auch immer klarer, wie schwierig es ist, eine Note für ein Buch zu finden. Ich habe zwei Kinder und allein bei diesen zwei Kindern kommen Bücher ganz unterschiedlich an und manchmal habe ich selbst dann auch noch eine ganz andere Meinung zu dem jeweiligen Buch. Es gibt Bücher, die fand mein Großer damals völlig uninteressant, aber sie sind jetzt für den Kleinen genau das richtige. Er liebt sie und sie sind für ihn ein guter Einstieg in die Bücherwelt. Sind das nun deswegen Bücher, die eine super Note verdient haben? Hätte ich diese Bücher allerdings vor ein paar Jahren bewertet, als der Kleine noch nicht auf der Welt war, so hätte ich schreiben müssen, dass es leider Bücher sind, die schnell im Schrank stehen bleiben und nicht mehr hervor genommen werden. Also nichts, was unbedingt für ein Buch spricht. Meines Erachtens kann man dies alles gar nicht in einer Note ausdrücken. Ich kann aber durchaus schreiben, inwiefern Bücher für bestimmte Kinder geeignet oder eben auch nicht geeignet sind. Manche Bücher kommen bei Kindern, die auf Action stehen, nicht sonderlich gut an, obwohl es durchaus gute und schön gemachte Bücher sind. Andere Bücher sprechen eher Mädchen als Jungen an oder umgekehrt. Da ich bei meinen Besprechungen auch die Meinung meiner Kinder mit einfließen lassen möchte und es mir in erster Linie darum geht, was wir mit den Büchern für Erfahrungen gemacht haben, schreibe ich lieber, unsere (teils unterschiedlichen) Eindrücke auf und verzichte darauf eine Note zu geben. Ansonsten müsste ich wohl eine geteilte Note geben: Meine eigene, die von Bücherwürmchen und mittlerweile auch bei manchen Büchern die von Büchermäuschen. Und ab und zu äußert sich dann auch noch mein Mann zu einem Buch und seine Meinung deckt sich dann längst nicht immer mit meiner eigenen. Wie also soll man das alles mit einer schlichten Zahl ergreifen?

Ja, ich bewerte Bücher, wobei ich eher davon sprechen würde, dass ich sie bespreche, sie begutachte, sie lese und vorstelle etc., aber ich möchte sie weiterhin nicht benoten, worin ich durch meine Erfahrungen immer mehr bestätigt werde.

Knuddelfant und Lenny schleichen sich ins Herz

Kennt ihr schon Knuddelfant und Lenny? Wir haben die beiden ja bereits durch das Buch „Knuddelfant und Lenny“ kennengelernt und mein Urteil lautete damals, dass es sich einfach um ein schönes, knuddeliges Buch handelt. Nun gibt es den Folgeband „Knuddelfant und Lenny bei den Löwen“ und ich muss sagen, dass die beiden mir immer mehr ans Herz wachsen. Ja, ich möchte sogar behaupten, dass in diesen Büchern mehr Potential steckt, als ich anfangs geahnt hatte. „Knuddelfant und Lenny“ hat mit gut gefallen, aber die Geschichte stach für mich noch nicht so sonderlich aus den vielen schönen Bilderbüchern heraus, die ich bereits kennen gelernt habe. Aber jetzt kann man mit Knuddelfant, dem Kuscheltier und besten Freund von Lenny, und Lenny noch mehr erleben und irgendwie ändert sich damit alles. Die beiden können nun zu Lieblingskinderbuchfiguren werden.

In dem zweiten Band gehen Knuddelfant und Lenny mit den Eltern in den Zoo und wir Leser dürfen die beiden bei ihrem Rundgang begleiten. So kommen wir zu vielen Zootieren und sehen, dass Lenny natürlich wieder sehr gut auf seinen kleinen Freund aufpasst, der ab und zu ein paar Dummheiten im Kopf hat und z.B. beinahe zu den Pinguinen ins Wasser gesprungen wäre.

Mir gefällt sehr gut, wie hier einerseits kleinere Kinder einen ganz normalen Zoobesuch miterleben dürfen, der ihnen vielleicht ja selbst bekannt vorkommt, und andererseits das Ganze durch die liebenswürdigen Figuren aufgelockert wird. Welches Kind würde nicht mal gerne wie die Affen durch die Bäume klettern oder schon mal schnell zum nächsten Tier flitzen, während die Eltern sich noch in Ruhe irgendwelche langweiligen Tiere anschauen? Natürlich ist Lenny ein ganz artiges Kind, das so etwas alles nie machen würde, aber bei Knuddelfant weiß man nie. Alle Fantasien und Abenteuer werden auf Knuddelfant projiziert und können so aber gleichzeitig miterlebt werden.

Knuddelfant  und Lenny bei den Löwen“ gefällt mir wirklich gut. Es ist eine wunderbar warmherzige Geschichte, die viel Spaß macht, und wieder mit sowohl ansprechenden als auch humorvollen Illustrationen von Nina Dulleck versehen wurde. Nach zwei Büchern haben Knuddelfant und Lenny es nun also geschafft mich völlig von sich zu überzeugen!

u1_978-3-7373-5428-8

Knuddelfant und Lenny bei den Löwen von Nina Hundertschnee und Nina Dulleck, Sauerländer, ISBN: 978-3-7373-5428-8, 14,99€

Spannend: Bei Freunden übernachten

Die Übernachtung bei Freunden ist für Kinder immer ein großes Abenteuer. Das weiß man ja noch aus seiner eigenen Kindheit. Am liebsten wäre man ewig wach geblieben und hätte eine Mitternachtsparty gefeiert, was aber nie geklappt hat. Und nun sind die eigenen Kinder im Begriff, vielleicht bald das erste Mal woanders zu übernachten oder Freunde zu sich einzuladen. Auch sehr spannend!

So geht es natürlich auch den Figuren in dem Buch „Munkeln im Dunkeln“. Hier dürfen Hermine Hase und Ringo Regenwurm bei Baldo Bär übernachten. Da sind nicht nur die Kinder aufgeregt, sondern auch die Eltern und so bekommen die Bäreneltern sogar eine Blume als Gastgeschenk mitgebracht. Ob das so eine gute Idee war, ist allerdings fraglich, denn Blumen können in der Nacht ziemlich unheimliche Schatten werfen. Wer sich davor fürchtet? Natürlich keiner, zumindest nicht offiziell. Die drei Freunde haben jedenfalls viel Spaß gemeinsam, auch wenn nicht jede Situation für die Kinder einfach ist. Mal gruselt man sich ein wenig, mal ist einer schon ziemlich müde, aber so recht zugeben möchte man das natürlich nicht. Doch da Freunde zusammenhalten, meistern die drei die Nacht sehr gut und freuen sich am Ende über ein gutes Frühstück.

Die Geschichte ist recht einfach, aber sie erzählt genau das, was eben viele Kinder erleben, so dass sie gut ankommt. Besonders gefreut habe ich mich, als Bücherwürmchen meinte, dass in dem Buch schöne Bilder sind, denn auch ich mag die Bilder von Daniela Kulot immer wieder gerne, und Bücherwürmchen äußert sich nicht oft in irgendeiner Weise zu den Bildern in einem Buch.

Die Bilder sind einerseits niedlich und ansprechend, andererseits kann man auf ihnen auch einiges entdecken und auch der Humor kommt in ihnen nicht zu kurz – wirklich eine schöne Mischung.

Munkeln im Dunkeln“ macht Spaß! Wir haben die Geschichte sehr gerne gelesen und uns anschließend noch angeschaut, was es alles in dem Buch so zu entdecken gibt. Ein tolles Buch, welches von einem großen Abenteuer in der Kindheit erzählt!

9783522458252

Munkeln im Dunkeln von Daniela Kulot, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-45825-2, 12,99€

Von A-Z Tiere basteln

Eigentlich sind doch solche Bücher am tollsten, die nicht nur schön anzugucken sind, sondern auch zu eigenen Aktivitäten inspirieren, oder? Ein solches Buch ist auf jeden Fall „1, 2, 3, 4 Lieblingstier“. Erst einmal kann man sich das Buch gut angucken: Zu jedem Buchstaben im Alphabet gibt es ein Tier zu sehen. Das Besondere dabei ist, dass dieses Tier nicht gezeichnet oder fotografiert wurde, sondern es wurde gebastelt und zwar mit ganz unterschiedlichen Materialien. Aber das war noch nicht alles, denn die Bastelanleitung bekommt man gleich jeweils auf der linken Seite mitgeliefert. So kann man nach dem ersten Durchblättern auch schon direkt loslegen und genau so haben wir es auch gemacht. Wir haben das Buch gerade mal einen Tag und schon ist das erste Tier gebastelt: A wie Affe. Gut gefällt mir, dass man zwar eine Anleitung zum Basteln bekommt, es aber keine Schablonen oder ähnliches gibt. Vielleicht erschrickt man zunächst, wenn einem klar wird, dass man die Formen nun selber aufs Papier kriegen muss, aber dann staunt man, wie gut das eigene Kind es bereits hinbekommt. Man muss die Kinder eben nur mal machen lassen. Bücherwürmchen hat jedenfalls alle Formen des Affen ganz alleine aufgezeichnet und noch einen Schwanz hinzugefügt. Ich habe dann ein wenig beim Ausschneiden der Pappe und beim Zusammenbauen geholfen, aber letztendlich ist es nun tatsächlich sein kleines Äffchen, welches im Übrigen auch beim kleinen Büchermäuschen auf große Begeisterung stößt. Der Kleine freut sich, wenn er den Affen im Buch und bei uns im Haus entdeckt.

img_4359

Das Basteln des Affen hat uns viel Spaß gemacht und Bücherwürmchen weiß auch schon, was er noch so alles basteln möchte: den Dino, die Giraffe, den Orca, die Qualle (auch wenn er sie im Meer im Sommer nicht sonderlich mochte) und die Spinne. Ich habe ja schon die Vision, ein eigenes kleines ABC-Büchlein zu erstellen. Wäre ja auch ein schönes Geschenk für Verwandte etc. Mal schauen, wie weit wir kommen. Aber wie gesagt, das Buch inspiriert auf jeden Fall. Ich könnte es mir auch sehr gut im Kindergarten oder in der Schule vorstellen. So würde das Alphabet doch gleich noch mehr Spaß machen. Allerdings muss man natürlich sagen, dass es in diesem Buch zwar zu jedem Buchstaben ein Tier gibt, es aber nicht unbedingt darum geht, die Buchstaben zu lernen. In dieser Hinsicht ist nämlich die Spinne beim Buchstaben „S“ nicht sonderlich gut gewählt, denn sie beginnt ja mit dem Laut „Sp“. Aber das ist nur eine nebensächliche Anmerkung der Grundschullehrerin in mir.

Das Buch gefällt mir jedenfalls sehr gut. Es ist nämlich auch aus dem Grund so anregend, da sich die Ideen relativ einfach umsetzen lassen und man viele der benötigten Materialien bereits besitzt. Ansonsten muss man eben ein wenig kreativ werden… Und besonders die Kinder sind da ja meistens ganz findig, insbesondere wenn sie  nicht von zu genauen Vorlagen eingeengt werden.

Na, habt ihr nun auch Lust auf tierische Basteleien bekommen? Ich kann es nur zu gut verstehen und ich freue mich bereits auf die nächste Bastelstunde mit Bücherwürmchen!

U_5895_1A_LIEBLINGSTIER.IND11

1,2,3,4 Lieblingstier von Sabine Lohf, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5895-0, 12,95€

 

Kinderbuchklassiker als Comic – Das doppelte Lottchen

Irgendwie sind Zwillings-Geschichten ja immer wieder reizvoll. Neben den Hanni und Nanni-Büchern habe ich besonders ein Buch geleibt: Das doppelte Lottchen! Ich finde Erich Kästners Geschichte von Luise und Lotte, die sich völlig ahnungslos in den Ferien im Kinderheim in Seebühl am Bühlsee treffen und herausfinden, dass sie Zwillinge sind, herrlich.

Die Zwillinge tauschen ihre Rollen. Luise fährt als Lotte zur Mutter nach München und Lotte als Luise zum Vater, dem Herrn Kapellmeister, nach Wien. Nun ist es natürlich spannend und witzig zu erfahren, wie es den Mädchen ergeht. Aber es steckt auch ganz viel Zuneigung, Sehnsucht und der kindliche Wunsch nach einer heilen Familie in dieser Geschichte, was viel von ihrem Charme ausmacht.

Klar, dass am Ende das Täuschungsmanöver auffliegt und Mutter und Luise eilen besorgt nach Wien, wo Lotte, getarnt als Luise, krank im Bett liegt, so dass die Familie nach vielen Jahren das erste Mal wieder komplett zusammentrifft. Nun muss nur noch Irene Gerlach, die zu viel Interesse am Vater zeigt, gestoppt werden und die Eltern müssen einsehen, dass sie es zusammen doch viel schöner haben…

Diese Geschichte geht einem zu Herzen. Allerdings bestehen durchaus Zweifel, ob sich heutige Kinder von diesem „alten Kram“ noch begeistern lassen, wobei es zu schade wäre, wenn „Das doppelte Lottchen“ nicht mehr vorgelesen würde.

Vielleicht ist es also eine gute Idee, dass der Dressler Verlag das Buch als Comic von Isabel Kreitz heraus gebracht hat, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder sehr gerne zu Comics greifen. Ein guter Schachzug also? Ich gebe zu, dass ich im ersten Moment etwas schlucken musste und es mir merkwürdig vorkam, dass ein solcher Klassiker auf einmal als Comic daherkommt. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass ich persönlich Comics nie so reizvoll fand.

Aber dieses Buch kann mich tatsächlich überzeugen. Dies liegt vor allem an folgenden Sachen: Zwar wurde die auch heute beliebte Form des Comics gewählt, was den Griff zum Buch sicherlich erleichtert, andererseits wurde der Inhalt selbst nicht modernisiert. Die Bilder selbst lassen es zu, dass man sich schnell in der alten Geschichte wiederfindet, denn beispielsweise wurden Kleidung und Figuren altmodisch gezeichnet. Alles ist farbig, aber auch die Farbgebung passt zu dieser älteren Geschichte. Die Gesichter fand ich auf den ersten Blick teilweise etwas hässlich, aber nach ein paar Seiten hat man sich daran gewöhnt und irgendwie sind genau diese Bilder „Das doppelte Lottchen“. Es passt alles perfekt zueinander. Die Gesichtsausdrücke spiegeln im Übrigen klar das Geschehen wider. Auch der Text wird originalgetreu wiedergegeben. Kenner des doppelten Lottchens werden viele Ausrufe und Dialoge wiedererkennen. Letztendlich fragt man sich beinahe, was denn in dem Roman noch, neben den Dialogen, an zusätzlichem Text steht, denn hier liegt eine rundum gelungene Adaption vor. Die Geschichte wird in Bildern und mit Dialogen erzählt und man vermisst nichts. Im Gegenteil, man hat das Gefühl, dass man die alte, oft gelesene Geschichte ein weiteres Mal liest.

Hoffentlich haben nun viele Kinder Spaß an diesem Comic, so dass sie sich ebenfalls an der Geschichte von Lotte und Luise erfreuen können. Es wäre dem Buch sehr zu wünschen und ich glaube, dass auch heutige Kinder die Geschichte mögen werden, wenn sie sich einmal auf sie einlassen.

9783791511719

Das doppelte Lottchen – Ein Comic von Isabel Kreitz von Erich Kästner, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-1171-9, 19,99€

Erste Buchstaben mit Kreide schreiben

Für viele Kinder hat vor Kurzem ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Sie sind Schulkinder geworden. Aber auch für die Kinder, die ein Jahr jünger sind, startete im Sommer ein spannendes Jahr. Sie sind jetzt die Großen im Kindergarten, sie sind Vorschulkinder und in einem Jahr beginnt auch für sie die Schule. Bei vielen Kindern steigt so langsam die Vorfreude und sie sind stolz, wenn sie nun im Kindergarten „Vorschulaufgaben“ bearbeiten dürfen. Manch ein Kind interessiert sich auch bereits für Buchstaben und möchte sie gerne schreiben können. Spielerisch kann dies mit dem Buch „Mein großes ABC Tafelbuch“ geschehen. Hier lassen sich alle Buchstaben mit Kreide auf Linien schreiben und da man alles mit einem Schwämmchen wieder wegwischen kann, kann der Spaß anschließend erneut von vorne beginnen.

Jeder Buchstabe wird zunächst einschließlich eines Wortes, das mit diesem Buchstaben beginnt (nicht immer ganz optimal ausgewählt), genannt. Dann folgen zwei Linien, auf denen dieser Buchstabe geübt werden kann. Auf der ersten Linie steht der Buchstabe zwei Mal vorgeschrieben, wobei einmal Pfeile die richtige Schreibweise zeigen, was ich gut finde. So gewöhnen sich Kinder keine falsche Schreibrichtung an.

img_1690

Angeblich sind die Buchstaben nach Schwierigkeitsgrad geordnet, was ich aber an einigen Stellen nicht nachvollziehen kann. So finde ich beispielsweise den Buchstaben „O“ deutlich leichter als ein K, B oder G. Letztendlich muss man das Buch aber auch nicht von vorne nach hinten durcharbeiten und Kinder suchen sich meistens sowieso die Buchstaben aus, auf die sie Lust haben.

Auf der letzten Seite sieht man dann noch einmal alle Buchstaben im Überblick – hier nach dem Alphabet geordnet. Allerdings ist hier ein Fehler passiert und das X und das Y wurden vertauscht. Schade, dass so etwas bei der Korrektur nicht auffällt.

Das Buch ist bunt gestaltet und wird durch die Bilder, die man hier passend zu den Buchstaben sehen kann (wobei hier z.B. beim „E“ auch ein Bild zu sehen ist, welches mit „EI“ beginnt), aufgelockert. Es lädt tatsächlich spielerisch zu ersten Schreibversuchen ein.

img_1688

Mit Kreide zu schreiben ist für viele Kinder sehr motivierend, so dass Kinder jede Menge Spaß mit dem Buch haben können. Sie dürfen endlich Buchstaben schreiben und gewöhnen sich dabei direkt die richtige Schreibweise an. Auch wenn sich das Buch an Vorschulkinder richtet, so dürften auch Schulanfänger noch Spaß an diesem Buch haben, denn auch sie haben nicht ständig die Gelegenheit mit Kreide zu schreiben. Außerdem eignet sich das Buch hervorragend dazu, Schule zu spielen.

9783780629609-b6e63eee8446bd9g987f73b675c88b58

Mein großes ABC Tafelbuch, illustriert von Nadine Bougie, Ernst Kaufmann Verlag, ISBN: 978-3-7806-2960-9, 12,95€

Erstes Schneiden und malen für kleine Kinder

Natürlich reichen Papier, Stifte, Kleber und Schere um mit Kindern zu malen und zu basteln. Häufig werde auch genau diese Dinge bei uns hervorgeholt, aber manchmal sind ein paar Vorlagen dennoch hilfreich. Gerade für den Einstieg gefällt mir „Mein erstes Bastelbuch mit Schere – Schneiden, kleben, malen“ gut, denn hier können Kinder schöne Bilder erstellen ohne schon ausdauernd malen und basteln zu können. Pro Bild gibt es ein paar wenige Teile auszuschneiden, die dann an eingefärbte Stellen geklebt werden sollen. Diese Teile sind bereits farbig. Das Kind kann nun noch die übrigen Flächen im Bild ausmalen. Diese sind meist recht großflächig, so dass man für das Ausmalen noch keine besonderen feinmotorischen Fähigkeiten benötigt. Jeder einzelne Arbeitsschritt ist überschaubar und genau hier liegt der große Pluspunkt dieses Heftes. Manches mag recht einfach erscheinen, aber meines Erachtens werden Kinder ansonsten häufig bei solchen Büchern überfordert, auch wenn es ums „erste“ Schneiden, Malen etc. geht. Viele Kinder verlieren schnell die Lust, wenn sie zunächst ein Bild mit vielen Einzelheiten anmalen sollen und dann auch noch jede Menge ausschneiden und womöglich auch noch diese Teile anmalen müssen. Bei diesem Buch jedoch kommen sie schnell zum Erfolg. Das Buch richtet sich an Kinder ab 3 Jahren, aber es ist auch für ältere Kindergartenkinder, die sich noch nicht an größere Werke herantrauen, gut geeignet.

img_2576    img_2582

Die Auswahl der Motive kann mich ebenfalls überzeugen. Sie orientieren sich an kindlichen Vorlieben, sind ansprechend gestaltet und vor allem auch geschlechterübergreifend. Tiere mögen sowohl Mädchen als auch Jungs, die Blumen sprechen vielleicht mehr Mädchen an, dafür kommen die Jungen dann bei Eisenbahn und Dino auf ihre Kosten.

Das Einzige, das mir an dem Buch nicht gefallen hat, ist die beiliegende Schere. Sie ist an keiner Stelle spitz und schneidet nur Papier, so dass man sie auch kleineren Kindern in die Hand geben kann, allerdings schneidet sie, wenn man sie nicht im richtigen Winkel hält, sehr schlecht. Wir hatten unsere Probleme mit dieser Schere etwas ordentlich auszuschneiden.

img_2575

Aber da wir bereits eine Kinderschere besitzen, ist es letztendlich nicht weiter schlimm, dass wir diese Schere nicht nutzen konnten. Das Buch kommt trotzdem zum Einsatz.

61-q19grql

Mein erstes Basltebuch mit Schere – Schneiden, kleben, malen aus der Reihe MiniKünstler,  Illustrationen Sabine Legien, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-67013-1, 8,99€

Die ganze Welt: Vom Kleinen zum Großen

Vorgestern habe ich euch das Buch „Vorher Nachher“ vorgestellt, von dem ich begeistert war. Heute möchte ich mit einem Buch fortfahren, dass ähnlich anmutet. Auch Bücherwürmchen hat eine Ähnlichkeit zwischen den Büchern feststellen können. Nachdem er nach der Lektüre von „Vorher Nachher“ das Buch „Eins, zwei… und die ganze Welt“ entdeckte, rief er mich: „Mama, wir haben davon ja noch ein Buch!“ Es war klar, dass wir uns daraufhin auch dieses Buch gemeinsam angeguckt haben, was uns viel Spaß gemacht hat. Allerdings bleibt dieses Buch etwas hinter dem anderen Buch her. Das Thema ist aber auch ein wenig anders. Große Einheiten werden zunächst auseinanderdividiert um die Einzelheiten herauszustellen, welche dann in der Masse wiederum etwas Neues bilden. So sieht man auf der ersten Doppelseite links einen Baum und rechts viele verschiedene Bäume, die einen Wald bilden. Manchmal geht es dann sogar noch in die nächste Größe über: Aus mehreren Seiten entsteht ein Buch. Kommen wiederum viele Bücher zusammen, so hat man beispielsweise eine Bibliothek.

Dass die Welt und ihre Zusammenhänge komplex sind, stellt man auch in dem Buch schnell fest. Die Steigerung aus Einzelheiten steht nicht zwangsläufig fest. Viele Autos können einen Stau bilden, aber viele Autos können ebenfalls auf einem Parkplatz stehen.

Der Grundgedanken des Buches hat mich begeistert. Hier können gerade kleinere Kinder den Aufbau der Welt, Systeme, Oberkategorien und ähnliches begreifen lernen. Wie hängt alles zusammen? Das große Ganze setzt sich aus vielen Einzelheiten zusammen, die hier entdeckt werden können. Hier kann man gemeinsam mit Kindern die Dinge benennen und darüber sprechen, wie alles miteinander verbunden ist. Wirklich eine tolle Idee. Leider kann mich jedoch die Umsetzung nicht in allen Punkten überzeugen. Während ich es bei dem Buch „Vorher Nachher“ noch toll fand, dass hier auf verschiedenen Ebenen gearbeitet wird, stört mich dies hier. Auch wenn die Zusammenhänge in dem Buch „Vorher Nachher“ aus verschiedenen Bereichen kamen, so handelte es sich letztendlich immer um Abläufe, die mal zeitlich und mal kausal bedingt waren. Das Schema blieb jedoch dasselbe. Das ist in „Eins, zwei… und die ganze Welt“ anders. Man muss hier zunächst überlegen, inwiefern der Zusammenhang besteht um mit dem Kind darüber zu sprechen. Es reicht kein einfaches Schema wie „Aus x wird y“ aus. Das kann natürlich durchaus spannend sein, aber ich finde es gerade für kleinere Kinder eher schwierig. Zunächst heißt es, dass aus mehreren Bäumen ein Wald wird, aus vielen Tropfen eine Wolke und aus vielen Mücken ein Schwarm. Doch dann kommt auf einmal auf einer Doppelseite links ein Fleck und rechts eine Kuh mit vielen Flecken, aber es wäre dennoch nicht richtig zu behaupten, dass aus vielen Flecken eine Kuh wird oder aus vielen Enten ein Teich. Hier muss man beim Betrachten und Besprechen der Bilder flexibel sein, was mit größeren Kindern gut gelingen kann. Hier kann dann diskutiert werden, inwiefern ein Zusammenhang zwischen den Bildern besteht.

Sehr gut gefällt mir, dass am Ende des Buches die Bilder aus dem Buch noch einmal für „die ganze Welt“ aufgegriffen werden. Das rundet das Buch gelungen ab.

Die Bilder sind schlicht und einfach, sogar noch mehr auf das Wesentliche und die Grundzüge reduziert als in dem Buch „Vorher Nachher“. Der Blick wird klar auf die Aussage gelenkt und die Formensprache spricht insbesondere die kleineren Kinder an.

Insgesamt ist „Eins, zwei… und die ganze Welt“ ein Buch, mit dem man prima mit Kindern ins Gespräch kommen kann. Allerdings fordert es einen selbst heraus, denn nicht immer ist der Zusammenhang einfach in Worte zu fassen.

Eins zwei und die ganze Welt von Elisa Gehin

Eins zwei und die ganze Welt von Elisa Gehin

Eins, zwei… und die ganze Welt von Élisa Géhin, übersetzt von Katharina Knüppel, Prestel Verlag, ISBN: 978-3-7913-7224-2,