Lesen üben mit Vorlesegeschichte

Kinder haben meist Spaß daran lesen zu lernen, aber noch mehr Spaß macht ihnen das Ganze, wenn man sie bei diesem Prozess begleitet und vor allem, wenn man aus dem Lesen keine einsame Sache macht, sondern weiterhin dem Kind vorliest.

Aus diesem Grund gefällt mir das Konzept des Übungsheftes „Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen“ grundsätzlich sehr gut. Denn hier werden kleine Leseaufgaben in Vorlesegeschichten integriert und Eltern und Kinder beschäftigen sich gemeinsam mit dem Lesen. Das finde ich wirklich gut. Die Eltern zeigen somit nicht nur Interesse an dem, was das Kind tut, sondern sie bringen sich auch selber mit ein, unterstützen das Kind und beschäftigen sich mit ihm.

Die handelnden Figuren in dem Heft sind Tiere, die vermenschlicht dargestellt werden. Die Bilder sind beinahe zu kindlich, aber sie sprechen Kinder im Grundschulalter durchaus noch an. Hauptfigur ist der Hase Paul, der gemeinsam mit seinen Freunden kleine Abenteuer erlebt. Er gerät in ein Gewitter, er versteckt Ostereier und muss sich selbst auf die Suche nach einer Überraschung machen, er badet in den Ostereierfarben, er führt mit seiner Klasse ein Theaterstück auf und er klettert einfach auf ein Pferd auf einer Wiese.

Abwechselnd zuhören und Aufgaben lösen

Die  Geschichten machen Kindern Spaß, auch wenn sie recht kurz sind, aber sie enthalten einen kleinen Spannungsbogen. Am liebsten würden die Kinder wohl nur die Geschichten hören, aber letztendlich erledigen sie auch die Aufgaben motiviert. Allerdings ist es nicht so einfach bei diesem Konzept eine schöne Vorleseatmosphäre zu schaffen. Nach etwa fünf vorgelesenen Zeilen folgt bereits eine Aufgabe. Soll man dafür etwa immer das gemütliche Sofa verlassen um die Aufgaben, bei denen man unter anderem etwas malen oder schreiben muss, vernünftig an einem Tisch zu erledigen oder liest man direkt am Küchentisch vor? Hm, beides ist irgendwie nicht so optimal. Wir haben es so gemacht, dass Bücherwürmchen die Aufgaben mündlich gelöst hat und ich die Wörter, die er z.B. aus zusammengesetzten Silben gefunden hat, aufgeschrieben habe. Die Aufgabe, bei der man den Kaffeetisch mit den gelesenen Dingen ergänzen soll, hat er dann anschließend am Tisch gelöst. Für Bücherwürmchen geht es in diesem Heft um Geschichten von Paul, zu denen man halt immer wieder Aufgaben lösen soll, aber die Geschichten stehen für ihn im Vordergrund und nicht das Üben und so hatte er auch keine Lust die doppelseitige Übungsecke, die sich an jede Geschichte anschließt, zu bearbeiten. Und da das Heft eine freiwillige Sache zu Hause ist, sollte man Kinder meines Erachtens auch nicht dazu drängen. Wir machen gemeinsam das, was uns Spaß macht und der Rest wird dann entweder zu einem anderen Zeitpunkt gemacht oder eben auch nicht.

Verschiedene Übungen

Die Aufgaben haben meines Erachtens einen recht unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Mal muss man nur hören, an welcher Stelle eines Wortes ein bestimmter Laut vorkommt, der Anfangslaut von verschiedenen Dingen soll gehört werden, Silben müssen miteinander verbunden werden und ein fehlender Buchstabe soll gefunden werden. Dafür muss an einer anderen Stelle ein kleiner Text gelesen werden, Wörter in Spiegelschrift müssen entziffert werden, Sätze sollen in die richtige Reihenfolge gebracht werden und in anderen Sätzen ist jeweils ein Wort zu viel, welches gefunden werden soll. Insgesamt sind aber alle Aufgaben gut für Erstklässler im zweiten Halbjahr zu lösen. Die einfacheren Aufgaben auch bereits zu einem früheren Zeitpunkt. Allerdings macht es schon Sinn, wenn die Kinder in der Lage sind alle Aufgaben lösen zu können, da sie ja sicherlich die Geschichten gerne direkt komplett hören möchten. Man wird ja kaum einzelne Aufgaben erst nach mehreren Wochen lösen.

Das Heft beinhaltet als kleines Extra auch Sticker der Hauptfiguren, welche hier jedoch nicht als Belohnung oder ähnliches eingesetzt werden, sondern für die Kinder zur freien Verfügung stehen.

DUDEN: Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen; Dein Übungsheft mit Vorlesegeschichten, 1. Klasse, von Annette Weber, illustriert von Antje Hagemann, Dudenverlag, ISBN: 978-3-411-75502-8, 9,99€

Pettersson im Pappbilderbuch suchen

Pettersson und Findus – oh ja, das waren lange Zeit die Lieblingsbuchhelden von uns. In letzter Zeit haben wir allerdings die Bücher von dem kauzigen Alten und seinem Kater Findus weniger in die Hand genommen. Da wirkt es überaus anregend, wenn ein neues Buch von den beiden ins Haus flattert. „Wo ist Pettersson?“ ist zwar nur ein kleines Pappbilderbuch, aber auch dieses Buch hat uns viel Spaß gemacht und uns wieder Lust auf Pettersson und Findus gemacht. Außerdem merkt man auch diesem Buch an, warum Pettersson und Findus so beliebt sind: Es steckt einfach unglaublich viel Humor in diesen Büchern. Der Text besteht in erster Linie aus Dialogen, was den Inhalt sehr lebendig macht. Pettersson und Findus sind Figuren, die man sofort liebgewinnt und zwar sowohl durch den Text als auch durch die Bilder, welche in diesem Buch etwas ruhiger gestaltet sind als in den anderen Bilderbüchern. Es gibt aber natürlich trotzdem noch genug zu entdecken, während es gleichzeitig kleineren Kindern erleichtert wird sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das Buch ist für Kinder ab zwei Jahren und ich denke auch, dass Kinder ab diesem Alter Spaß an dem Buch und an der Geschichte haben, wobei sie sicherlich nicht jeden Witz verstehen werden. Der Schlagabtausch, den sich Findus mit den Hühnern und den Mucklas liefert, ist recht rasant und für kleinere Kinder sicherlich nur in Teilen verständlich, aber die Grundgeschichte ist gut zu verstehen:

Findus hat für Pettersson ein Bild gemalt, welches er nun Pettersson natürlich schenken möchte, doch der Alte ist nicht zu finden. Findus fragt die Hühner und verschiedene Muckla um Hilfe, die ihm jedoch wenig hilfreiche Antworten geben. Auch die Kühe sind in dieser Hinsicht nicht besser. Am Ende findet Findus Pettersson dann aber doch und dabei stellt sich heraus, dass auch Pettersson nach Findus gesucht hat, denn auch er hat eine Überraschung für den Kater.

Auch größere Kinder haben an dieser Geschichte noch viel Spaß. Sie lachen über die Witze und freuen sich darüber, dass Pettersson Findus so ein tolles Auto gebaut hat.

Insgesamt erzählt das Buch eine schöne runde Geschichte. Es lohnt sich auf jeden Fall die Pettersson und Findus-Sammlung mit diesem Buch zu erweitern.

Wo ist Pettersson? von Sven Nordqvist, übersetzt von Kerstin Behnken, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0496-1, 7,99€

Ein Wimmelbuch für FC Bayern-Fans

Ein Wimmelbuch für Bayern-Fans, na, wenn da nicht das Fußballerherz kleiner Jungs höher schlägt!

In dem Pappbilderbuch „Zu Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch“ gibt es wimmelige Bilder rund um die Allianz Arena und den FC Bayern zu sehen. Dabei schaut man natürlich vor allem in lauter rot-weiß-blaue Fahnen und Schals, die einem hier überall ins Auge fallen.

Hier ein kurzer Überblick über die Doppelseiten: Zunächst tummeln sich die Fans vor der Allianz Arena, dann ziehen die Fußballer ins gefüllte Stadion ein, anschließend fällt im Spiel ein Tor (natürlich für die Bayern), in der Kabine wird die Taktik besprochen und am Ende wird auf dem Marienplatz die Meisterschaft gefeiert: Mia san Meister!

Da mein Sohn gerade die Welt des Fußballs für sich entdeckt und insbesondere den FC Bayern interessant findet, habe ich mich sehr gefreut, als ich dieses Buch entdeckt habe. Leider hat es mich jedoch enttäuscht, denn es ist recht belanglos. Zum einen gibt es auf den Bildern nur wenig zu entdecken und zum anderen ist es nicht sonderlich bayernspezifisch.

Auf der ersten Doppelseite gibt es noch ein paar typische Wimmelbuchszenen zu sehen, z.B. ein Kind, das seinen Luftballon verliert oder zwei Kinder, die Fußball spielen, doch auf den folgenden Seiten gibt es neben der Hauptszene hauptsächlich eine jubelnde Masse. Durch die vielen Menschen auf den Zuschauerrängen oder auf dem Marienplatz sieht es auf den Seiten wimmelig aus, aber es gibt keine witzigen oder interessanten Details zu finden. Nur das Maskottchen Berni hat sich auf jeder Seite versteckt.

Das  Maskottchen, die Allianz-Arena, der Marienplatz sowie die Farben des FC Bayern auf Trikots, Schals und Fahnen zeigen natürlich an um welchen Verein es in diesem Buch geht, aber ansonsten ist dies einfach ein Fußballwimmelbuch. Mir fehlen einfach mehr Details, die zeigen, dass es hier um den FC Bayern München geht. Details, die man als informierter Fan entdecken kann. Selbst die Trikots sind kaum spezifisch gestaltet. Besonders schade finde ich es aber, dass man kaum einen Spieler mit realen Fußballern in Verbindung bringen kann. Bei ein, zwei Spielern würden mir Namen aktueller Bayern-Spieler einfallen, aber der Rest besteht aus anonymen Spielern. Nicht einmal ein dunkelhäutiger Spieler ist dabei. Mir ist klar, dass in jeder Saison andere Spieler bei einem Fußballverein spielen und so die Gefahr bestehen würde, dass das Buch schnell nicht mehr aktuell ist, aber es gibt doch auch genügend Spieler, die man mit diesem Verein in Verbindung bringt. Es muss dann ja auch nicht nur um Spieler aus dem aktuellen Kader gehen, aber gerade für Bayern-Fan wäre es doch schön, wenn man in einem solchen Buch bekannte Gesichter entdecken könnte.

Selbst mein Sohn hat dieses Buch nach anfänglicher Begeisterung kaum noch angeschaut. Schade, hier hätte man deutlich mehr raus machen können.

Zum Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch, illustriert von Klaus Puth, riva Verlag, ISBN: 978-3-7423-0012-6, 14,99€

Der Osterklassiker: Stups, der kleine Osterhase

Spätestens in der Grundschulzeit lernt wohl jedes Kind Stups, den kleinen Osterhasen, aus dem Lied von Rolf Zuckowski kennen. Es ist ein fröhliches, spaßiges Osterlied, welches Kindern seit Jahren viel Freude bereitet. Und vielleicht können sie dieses Jahr den kleinen Osterhasen sogar in ihrem Osternest finden, denn der Coppenrath Verlag hat das Lied in einer ansprechenden Geschenkausgabe herausgebracht. In einer Geschenktüte befinden sich ein kleines Pappbilderbuch und ein munter lachender Stoffhase, Stups eben.

In dem Bilderbuch ist das Osterhasenlied abgedruckt, wobei die einzelnen Strophen herrlich in Bildern dargestellt werden. Die bunten, lebendigen Bilder passen sehr gut zu dem Lied, in dem Stups so viele Missgeschicke passieren. Auf der letzten Doppelseite ist dann noch einmal das komplette Lied mit Noten und Akkorden zu sehen.

Schön ist, dass der Stoffhase genauso wie Stups in dem Bilderbuch gekleidet ist, so dass Kinder ihn auch gut identifizieren können.

Insgesamt wurde hier ein nettes und sehr ansprechendes Oster-Geschenkset zusammengestellt, bei dem einfach alles passt.

Stups, der kleine Osterhase, Geschenkset: Buch mit Plüschfigur von Rolf Zuckowski, illustriert von Julia Ginsbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62288-8, 14,95€

Bildergeschichten fördern die Sprachentwicklung

Klasse, so kann man gleichzeitig fördern und Spaß haben: Sortieren und Erzählen, Bildergeschichten Jahreszeiten

Die Schachtel mit den Bildkarten, die zu sieben verschiedenen Geschichten gehören und Ereignisse im Jahresverlauf erzählen, bietet so einiges.

Bilder sortieren und dazu erzählen

Die Bildergeschichten bestehen aus drei bis sechs Bildern. Als erstes bietet es sich also an, die Karten von den Kindern in der richtigen Reihenfolge sortieren zu lassen, wobei Situationen und Abläufe erfasst werden müssen. Anschließend kann die Geschichte anhand der Bilder erzählt werden. Größere Kinder können eventuell auch schon kleine Geschichten dazu schreiben. Hier wird also ganz nebenbei der Wortschatz ausgebaut und die Ausdrucksfähigkeit trainiert.

Zum Erzählen finden begleitende Erwachsene einige Impulsfragen zu den Geschichten in einem beiliegenden Heftchen. Außerdem gibt es hier weitere Spielideen. So können einzelne Bilder den Jahreszeiten zugeordnet werden oder Karten aus verschiedenen Geschichten sollen auseinander sortiert werden.

Auf der Rückseite der Karten sieht man, welche zusammengehören. Karten einer Geschichte sind sowohl mit dem gleichen Titel beschriftet als auch mit den gleichen Symbolen bedruckt. Auf den Karten der Geschichte „Hilfe im Herbststurm“ befinden sich beispielsweise lauter Blätter. Außerdem zeigen Würfelbilder die Reihenfolge der Karten an. Einerseits ist dies eine schöne Möglichkeit der Selbstkontrolle und andererseits gibt es natürlich auch Kinder, die dann nicht mehr selber nachdenken, sondern für das Sortieren schnell und die Karten linsen.

Klare Bilder und Geschichten aus den verschiedenen Jahreszeiten

Die Bilder sind bunt und ansprechend gestaltet. Das Geschehen ist klar erkennbar und steht auf den Bildern deutlich im Vordergrund. Ablenkende Details gibt es so gut wie gar nicht. Aus den gegebenen Bildern lässt sich der Ablauf der Geschichten gut nachvollziehen.

Thematisch kommen verschiedene Ereignisse vor, die man den unterschiedlichen Jahreszeiten zuordnen kann. Im Herbst weht der Wind einen Hut weg und Äpfel werden geerntet, dann kommt der Nikolaus vorbei und im Winter rodeln zwei Kinder mit dem Schlitten den Berg hinab. Im Frühling bauen die Vögel ihre Nester und im Sommer verbringt die ganze Familie einen Tag am See. Außerdem ist einem Jungen so heiß, dass er sich eine Dusche für den Garten baut.

Eigenes Erzählen braucht seine Zeit

Die Karten sind für Kinder äußerst motivierend und sie werden gerne in die Hand genommen. Man sollte allerdings nicht enttäuscht sein, wenn Kinder nach dem Sortieren zunächst keine Lust haben die Geschichte zu erzählen. Bereits beim Sortieren entwickelt sich im Kopf der Kinder die Geschichte, ansonsten wüssten sie nicht, welches Bild auf welches folgt. Und dies finden sie meistens sehr schnell heraus. Manchmal entdecken sie zunächst nicht den Anfang der Geschichte, aber wenn dieses Bild dann am Ende übrig bleibt, wissen sie es an der richtigen Stelle einzuordnen. Man kann anfangs damit anfangen ein paar Dinge auf den Bildern zu benennen und vielleicht selbst eine Geschichte zu erzählen.

Bücherwürmchen fand es toll die Geschichten zusammenzufügen, aber er wollte lieber, dass ich etwas dazu sage. Hm, das fand ich zunächst nicht ganz so gut, aber als wir dann die Karten ein weiteres Mal ausgepackt hatten, sah das Ganze schon etwas anders aus. Die Geschichten, die er bereits kannte, wollte er nun gerne selber erzählen, und das machte er richtig gut und detailliert. Kinder brauchen also manchmal ein wenig Zeit bis sie bereit sind, selber zu erzählen und sie brauchen uns Erwachsene als Vorbilder.

Die Bildergeschichten sind in erster Linie für den Einsatz in Kindergärten und Grundschulen gedacht, aber ich finde, dass man sie auch prima zu Hause einsetzen kann. Es ist richtig schön, wenn das Kind einem auf einmal eine tolle Geschichte erzählt.

Sortieren und Erzählen: Bildergeschichten – Jahreszeiten, Illustrationen Ela Smietanka, Verlag an der Ruhr, ISBN: 978-3-8346-3608-9, 12,99€

Bilderbücher: Tiere groß in Form

Großformatige Bilderbücher mit Tieren – da greifen sowohl Erwachsene als auch Kinder gerne zu. So üben auch die Bücher „Tiere“ von Ingela P Arrhenius (Prestel) und „Alle meine Tiere“ von Dawid Ryski (Kleine Gestalten) einen besonderen Reiz aus.

Ähnlicher Stil

Das übergroße Format fällt sofort auf und in beiden Büchern gibt es auf den großen Seiten jeweils ein Tier auf einfarbigem Hintergrund, wobei der Hintergrund von Seite zu Seite farblich wechselt. Auch die Tiere sind in einem ähnlichen Stil dargestellt. Sie wirken plakativ, denn Fell und ähnliches weist kaum Strukturen auf und ist flächig und einfach dargestellt. Aber gerade durch diese einfache Darstellung wirken die Bilder, insbesondere in dieser Größe. Man blättert gerne durch diese Bücher und Kinder können die Tiere gut erkennen. In beiden Büchern wurden die Tiere ein wenig vermenschlicht, wobei dies in dem Buch „Tiere“ stärker der Fall ist. Hier lächeln einem die Tiere fast alle lieblich zu und die Maus steht aufrecht vor einem. Bei der Farbgebung der Tiere hat man sich an der Realität orientiert, wobei das Nilpferd in „Alle meine Tiere“ rot gefärbt wurde und der Elefant in beiden Büchern in blauer Farbe daher kommt.

Auf dem ersten Blick ähneln sich die Bücher sehr, aber im Weiteren möchte ich nun noch ein wenig auf die einzelnen Bücher eingehen.

Tiere – Ein Buch nur mit großen Bildern

Tiere von Ingela Arrhenius

In dem Buch „Tiere“ sieht man pro Seite ein Bild, wobei der Tiername kunstvoll daneben steht. Für jedes Tier wurde eine andere Schriftart verwendet. Die einzelnen Seiten sehen so wirklich toll aus, beinahe wie Bilder, die man sich auch aufhängen würde. Leider können Kinder, die gerade lesen gelernt haben, nicht alle Schriften selber lesen.

Die Zielgruppe des Buches ist mir nicht so ganz klar. An sich haben schon kleine Kinder unter 2 Jahren Spaß an diesem Buch, allerdings hat es keine Pappseiten. Größere Kinder finden das Buch schon eher langweilig. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass man dieses Buch als Anregung für eigene Tierbilder in diesem Stil unter anderem in der Grundschule nutzen kann. Ansonsten ist es natürlich auch ein Buch für erwachsene Bilderbuchliebhaber.

Alle  meine Tiere: Bild und gereimter Text

In dem Buch „Alle meine Tiere“ geht es pro Doppelseite um ein Tier. Auf der rechten Seite befindet sich auf buntem Hintergrund ein Tier und links werden Eigenschaften des Tieres in einem kleinen gereimten Text auf hellem Hintergrund thematisiert. Es geht hier unter anderem um Eigenschaften, die man in Redensarten und Geschichten den Tieren zu schreibt. Dies wird auch durch ein kleines Bild in der linken unteren Ecke angedeutet. So befindet sich hier bei der Eule, die Bücher liebt, eine Brille, beim eitlen Löwen sieht man einen Kamm und der Fuchs wird von einer Detektivausrüstung begleitet. Auf diese Weise ist das Buch auch noch für größere Kinder interessant, insbesondere da sie häufig diese Assoziationen zu den Tieren noch gar nicht kennen. Leider haken die Reime doch an einigen Stellen. Auch die Bilder finde ich teilweise nicht optimal platziert. Bei einigen Tieren ragt ein Teil des Körpers über die Mitte hinaus, was manchmal nicht so gut wirkt, z.B. bei der Schildkröte, bei der ein Teil des Kopfes auf der linken Seite abgebildet wird.

Witzig ist die Verknüpfung mit den, den Tieren zugeschriebenen, Eigenschaften. Hier gefällt mir auch die Abbildung des Accessoires gut, denn so können die Kinder selbst überlegen, warum man die Tiere damit in Verbindung bringt.

Tiere von Ingela P Arrhenius, Prestel, ISBN: 978-3-7913-7261-7, 19,99€

Alle meine Tiere von Dawid Ryski, Text von Hendrik Hellige, Kleine Gestalten, ISBN: 978-3-89955-776-3, 19,90€

Stürmische Gefühle im Bilderbuch

Donnerwetter! Gefühle können einen manchmal so überfallen wie ein Gewitter. Aber zum Glück verschwinden die dunklen Wolken auch irgendwann wieder und auch der Ärger verdampft, wenn jemand da ist, der für einen da ist und er mit einem gemeinsam diesen Sturm übersteht.

Gefühle werden toll dargestellt

Gefühle können sich immer wieder verändern. Dies wird wunderbar in dem Bilderbuch „Donnerwetter! Ohne dich ist alles grau“ anhand eines Wettervergleiches aufgezeigt. Gefühle zu verarbeiten und zu erkennen, ist für kleine Kinder noch gar nicht so einfach. Dieses Buch schafft es die Gefühle sehr gut darzustellen und erfahrbar zu machen. Die strahlende Sonne ist ein Symbol, welches man sofort intuitiv erfasst. Aber dann passiert etwas und man ist traurig. Vielleicht weint man sogar. Aus den Wolken fallen nun Regentropfen. Die aufziehende Wut ist anhand der immer dunkler werdenden Wolken, dem aufkommenden Wind und schließlich dem Gewitter nachvollziehbar. Wettermäßig wird dieses Gefühl mit Donner und Blitz ausgedrückt, das Kind zeigt seine Gefühle vielleicht durch Schreien und Stampfen. Und wie kann dieses übermächtige Gefühl, welches zum Leben dazugehört, überwunden werden? Wenn jemand da ist, der einen in den Arm nimmt und bei einem bleibt, bis die Sonne wieder scheint.

Das Thema wurde hier sowohl in Text und Bild prima verarbeitet. Der Text ist relativ kurz, aber er reicht völlig aus. Die Bilder verdeutlichen, worum es geht und lassen es einen fühlen.

Sehr gut in dem Buch gefallen mir die klaren Illustrationen, die wie Collagen gestaltet sind. Die Gefühle werden hier prima widergegeben. Man spürt das Glück und die Wut.

Um wessen Gefühl geht es?

Für mich ist „Donnerwetter“ ein Buch, welches man intuitiv auffasst. Man spürt, worum es geht. Wer nun wirklich der Ich-Erzähler des Buches ist, ist mir nicht ganz klar. Geht es um den Hund auf dem Titelbild? Der ist allerdings auf den ersten Bildern im Buch nicht zu sehen und er stampft auch nicht auf den Boden auf, sondern er macht sich beim aufziehenden Gewitter ganz klein. Anfangs dachte ich, dass es um die kleine Wolke geht, die am Anfang so fröhlich lacht und dann immer mehr ihr Gesicht verzieht, aber auch das passt nicht überall. Ich vermute also, dass es um ein Kind geht, dass davon berichtet, wie es ihm bei wechselnden Gefühlen geht.

Etwas irreführender Titel

Mich hat dieses Buch als eine Reise durch die Gefühlwelt sofort interessiert. Ich muss zugeben, dass ich mir den Titel daraufhin nicht sonderlich aufmerksam angeschaut habe. „Donnerwetter!“ ist eine tolle, klare Aussage, die neugierig auf mehr macht. Allerdings ist der Untertitel „Ohne dich ist alles grau“ tatsächlich weniger gut gelungen. Mir persönlich ist dies gar nicht aufgefallen, aber als ich die Rezension zu diesem Buch auf Buchkind-Blog gelesen habe, konnte ich der Äußerung, dass dies eher auf ein Buch hindeutet, in dem es ums „liebhaben“ geht, direkt zustimmen. Es erinnert ja auch ein bisschen an Sheepworld: „Ohne dich ist alles doof“. Aber wie gesagt, von selbst wäre mir das so jetzt gar nicht aufgefallen.

Insgesamt gefällt mir das Buch wirklich gut. Ich finde einfach die Idee klasse, Gefühle mit dem Wetter zu vergleichen und dieser Vergleich ist durchgehend sehr gut gelungen.

Donnerwetter! Ohne dich ist alles grau von Kristina Damm-Volk und Katharina Staar, Oetinger34, ISBN: 978-3-95882-005-0, 9,99€

Fröhliches Wimmelbuch von Daniela Kulot

Endlich stelle ich euch mal wieder ein Wimmelbuch vor: „Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde“.

Dieses Buch erfüllt alle Kriterien eines Wimmelbuches: Auf den Bildern gibt es unglaublich viel zu entdecken und außerdem gibt es noch den Auftrag die sieben Freunde des Bären sowie pro Doppelseite zehn Herzen zu suchen.

Der Bär tappst fröhlich von einer Doppelseite zur nächsten und besucht dabei seine Freunde auf dem Bauernhof, im Zauberwald, im Wilden Westen, im Weltall, in der Stadt, im tiefen Meer und im Märchenreich. Dabei können die Kinder prima seine Spuren verfolgen und viele kleine Geschichten und merkwürdige Figuren auf den Seiten entdecken, die zum Erzählen anregen. Neben Figuren aus bekannten Märchen kann man sogar die Giraffe und das Krokodil aus den Büchern der Autorin Daniela Kulot auf einer Seite finden.

Büchermäuschen auf der Suche nach der Hexe

Das Buch erscheint gerade als überarbeitete Neuausgabe. Die Erstausgabe hatten wir vor einiger Zeit mal aus der Bücherei ausgeliehen. Damals wusste ich noch nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Die Bilder sind toll und ansprechend, aber mir war das für meinen kleinen Sohn zu wimmelig und unübersichtlich. Außerdem fand ich, dass hier zu viel drin vorkam, was er einfach noch nicht kannte. Für ein kleines Kind fand ich vielleicht gerade mal den Bauernhof und die Stadt passend. Nun ist das Buch wieder in unserem Haus und wir haben wieder einen kleinen Kerl hier und dieses Mal finde ich das Buch ziemlich klasse. Das kleine Büchermäuschen nimmt sich das Buch immer wieder gerne und blättert darin herum. Meist schaut er sich zwar nur die Bauernhofseite intensiver an. Auf den anderen Seiten blendet er die meisten Szenen noch aus, aber er hat jede Menge Spaß daran überall die Hexe und den Bären („Teddy“) zu suchen. Wir picken uns einfach überall die Tiere und Sachen heraus, die er bereits kennt und halten nach ihnen Ausschau und so haben wir viel Spaß mit diesem Buch.

Viele Details und Geschichten zu entdecken

Und je größer die Kinder dann werden, desto mehr kann man auf die einzelnen, witzigen Details eingehen: Läuft da etwa auch ein Drache durch die Stadt? Warum sitzt der Cowboy verkehrt herum auf dem Pferd? Upps, da hat wohl einer die Laterne auf der Straße übersehen! Was denkt der Fuchs wohl über seine „Vogelgrippe“-Lektüre? Wer kann die Rechenaufgabe in der Fischschule lösen? Wer freut sich über das Diebesgut der Räuber im Wilden Westen?

Es passiert unglaublich viel auf den Bildern, aber dennoch sind sie eigentlich nicht überladen, was sicherlich auch daran liegt, dass darauf verzichtet wurde beispielsweise Grashalme, Pflastersteine oder ähnliches zu zeichnen. Es gibt sehr viele kleine Details, aber die einzelnen Komponenten sind durch gezeichnete Umrisse und eindeutig angemalte Flächen klar voneinander abgegrenzt.

Bei uns ist dieses Wimmelbuch gerade ein richtiger Bücherliebling und so kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen. Im Übrigen mag ich die Illustrationen von Daniela Kulot sowieso sehr gerne. Sie sind einfach so lebensfroh und humorvoll.

Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde – Ein Wimmel-Suchbuch von Daniela Kulot, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5892-9, 12,95€

Vergnügliches Bilderbuch: So müde und hellwach

Oh, wie habe ich mich gefreut, als ich gesehen  habe, dass es von Susanne Straßer ein neues Bilderbuch gibt. Ich war ja bereits von „So weit oben“ und „So leicht, so schwer“ absolut begeistert und nun war ich ganz gespannt auf „So müde und hellwach“.

Und was soll ich sagen? Es trägt eindeutig die Handschrift von Susanne Straßer: Es gibt eine wiederkehrende Struktur mit gleichen Sätzen, lautmalerische Elemente, tolle Gesichtsausdrücke der Tiere und eine Überraschung zum Ende des Buches hin.

Immer wieder heißt es „Tür auf – Tür zu“

Auch dieses Buch macht einfach viel Spaß. Im Bett liegen der Igel, der Fuchs, der Esel, der Pelikan, das Krokodil und der Seebär. Alle außer einem sind müde. Der Seebär ist hellwach. Er muss noch mal aufs Klo und robbt „pitsch, patsch“ zur Tür. Als nächstes „schluurf, schluurf“ kriecht das Krokodil aus der Tür. Es hat vergessen die Zähne zu putzen. Und so steigt ein Tier nach dem anderen noch einmal aus dem Bett. Und sie alle treffen sich im Zimmer des Kindes wieder, denn sie brauchen ganz dringend noch einen Gute-Nacht-Kuss. Kaum haben sie diesen bekommen, sind sie alle direkt so müde, dass sie im Bett des Kindes einschlafen, welches nun hellwach ist. Doch dann laufen alle Tiere wieder in ihr eigenes Bett. Warum? Ja, da sind wir uns noch nicht ganz einig und überlegen, ob es sich um einen pfiffigen Trick des Kindes handelt, aber das müsst ihr selber herausfinden.

Ich möchte wirklich nicht in Lobeshymnen ausbrechen, aber hier stimmt wirklich wieder alles. Es macht schon so viel Spaß die Bilder anzugucken. Allein wie die Tiere im Bett liegen und eines mit groß aufgerissenen Augen daneben liegt, ist schon herrlich, aber auch über die Kussmünder der Tiere kann ich mich richtig amüsieren.

Mein kleiner Sohn liebt das Buch

Aber auch die Geschichte an sich kann voll und ganz überzeugen. Die Gründe, warum ein Tier noch nicht schlafen kann, kommen einem nur allzu bekannt vor. Für Kinder ist auch die wiederkehrende Struktur prima. Mein kleines Büchermäuschen (1 ½) spricht bisher kaum verständliche Wörter, aber trotzdem nimmt es das sich wiederholende „Tür auf – Tür zu“ auf und deutet immer auf die Türen und sagt „zu“. Überhaupt hatte es von Anfang an einen Riesenspaß an diesem Buch. Besonders gut gefällt ihm der Esel. Über den muss es immer lachen. Außerdem bekommen alle Tiere von ihm einen Gute-Nacht-Kuss. Und ganz besonders spannend finde ich es, dass es sofort an den Bildern erkannt hat, dass dieses Buch etwas mit „So weit oben“, welches es ebenfalls liebt, zu tun hat. In dem Buch „So weit oben“ liegen auf einer Seite alle Tiere enttäuscht auf dem Boden: „ooooooooh!“ Wenn die Tiere nun in „So müde und hellwach“ alle auf dem Bett des Kindes liegen, so wird dies ebenfalls mit einem „oooooooh“ von Büchermäuschen kommentiert.

Das Einzige, was mich persönlich an diesem Buch ein kleines bisschen stört, ist das Wörtchen „so“. Es passt für mein Sprachgefühl nicht, wenn es heißt, das der Igel, der Fuchs, der Esel etc. „so müde“ sind, aber das ist beim Vorlesen ja kein Problem. Ich lasse das Wörtchen einfach weg.

Insgesamt kann ich für dieses Buch eine ganz klare Empfehlung aussprechen. Es macht uns allen einfach unglaublich viel Spaß.

So müde und hellwach von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0564-8, 14,90€

Onno und Ontje – eine herrliche Freundschaft

Kennt ihr schon die beiden Freunde Onno und Ontje? Die zwei sind einfach nur liebenswert! Mittlerweile ist bereits das zweite Buch von ihnen herausgekommen: „Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer!

Ein kranker Freund braucht Aufmerksamkeit

Nachdem im ersten Buch der kleine Otter Ontje bei dem kauzigen Fischer Onno ans Land gespült wurde und sich die beiden angefreundet haben, obwohl Onno eigentlich am liebsten alleine ist, verbringen die zwei nun ganz selbstverständlich die Tage auf der Insel gemeinsam. Seitdem Onno auf dem Meer seekrank wurde, fährt nun seine Frau Olga mit dem Bott zum Fischen hinaus und Onno putzt, kocht, mäht den Rasen und tut eben alles, was es so auf der Insel zu tun gibt. Dazu gehört auch die Draisine zu reparieren, mit der sie manchmal zum Festland fahren. Onno macht sich mit Feuereifer an die Arbeit, doch Ontje liegt nur schlapp daneben. Es geht ihm nicht gut. Er meint, dass er krank sei und Onno sich um ihn kümmern muss. Onno tut alles, was Ontje sich von ihm wünscht, aber nachdem er dem Otter einen Kräutertee gebracht hat, flitzt er direkt wieder zu seiner Draisine um weiter zu arbeiten. Das gefällt Ontje gar nicht. So geht das nicht. Ein Freund muss sich richtig um seinen kranken Freund kümmern, sich zu ihm ins Bett legen, etwas vorlesen und die ganze Zeit für einen da sein. Und Onno sieht das letztendlich auch ein und so wird Ontje blitzschnell wieder gesund, doch am nächsten Tag ist Onno krank und die Rollen kehren sich um.

Freundliche Bilder mit witzigen Details

Onno und Ontje sind toll, wobei mir das erste Buch noch ein bisschen besser gefallen hat als das zweite. Die Geschichte hatte noch etwas mehr Gehalt. Dennoch ist das Gesamtpaket absolut empfehlenswert. Beim zweiten Buch haben die zwei mich letztendlich auch an Pettersson und Findus erinnert: Auch hier gibt es schließlich einen kauzigen Mann und ein aufgewecktes, munteres und pfiffiges Tierchen, das genau weiß, wie es mit dem menschlichen Freund umgehen muss. Außerdem gibt es in den Onno & Ontje-Büchern auf den Bildern ebenfalls sehr viel zu entdecken, wenn der Stil auch ein ganz anderer ist als bei Pettersson und Findus.

Die Bilder bei Onno und Ontje sind einfach klasse. Es gibt viele witzige Details und aus ihnen spricht unglaublich viel Wärme und Lebensfreude. Hier findet man eine heile Welt, die aber nicht kitschig wirkt, sondern fröhlich und ansprechend.

Mir gefallen diese Bücher insbesondere auf Grund der Bilder sehr gut. Außerdem lassen sie sich gut lesen und machen Spaß. Das sind die Gründe, warum ich persönlich zu diesen Büchern greife, aber letztendlich vermitteln sie auch wichtige Botschaften, z.B. wie man sich in einer Freundschaft verhält und was im Leben wichtig ist. Sehr schön ist auch, dass sich hier mal der Mann ums Haus etc. kümmert und die Frau die Arbeit auf dem Meer übernommen hat. Meines Erachtens ist Olga allerdings ein wenig außen vor und sie passt nicht so ganz in die Geschichte, auch wenn sich Onno und Ontje über ihre Rückkehr freuen. Ich weiß jedoch von anderen Leserinnen, dass sie Olga nicht so wie ich als überflüssig wahrgenommen haben.

Onno_und_Ontje

Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer! Von Thomas Springer und Matthias Derenbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-67154-1, 12,99€